25.05.2012 15:48 | Meine Presse Merkliste 0

Nehmt ihnen doch gleich das Wahlrecht!

Leitartikel von RAINER NOWAK (Die Presse)

Das Gejammer und Philosophieren über die rechte Jugend ist ärgerlich und sinnlos zugleich. Warum fragen wir nicht lieber, was die Parteien für die Jungen denn so unternehmen und ihnen bieten?

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Sie werden abgebildet wie exotische Tiere. Da wird etwa „Franz, 20“, fotografiert, wie er eine Fahne schwenkt und lächelnd erklärt: „Ich engagiere mich in der FPÖ, um die Heimat zu verteidigen.“ Und „Martina, 18“, mit dem Playboy-Häschen auf dem Kapuzensweater, gibt ihre Stimme der FPÖ, laut „News“ mit der Begründung: „Will mich nicht fürchten und angepöbelt werden.“ Illustrierte, Magazine und die darauf reflektierende Öffentlichkeit stellen sich angst- bis lustvoll die Frage: Warum wählen so viele junge Wähler die FPÖ? Warum gefällt ihnen der heisere Populismus aus dem Solarium-Perlweiß-Mund so gut? Warum denken sie so extrem und rechts?

Denn es handelt sich längst nicht mehr um exotische Erscheinungen, sondern um politische Machtfaktoren. Je nach Wahl und Umfrage – eine besonders schaurige, also blau gefärbte, soll von den früher als Großparteien bekannten SPÖ und ÖVP sogar unter Verschluss gehalten worden sein – ist Heinz-Christian Strache bei Erst- und Jungwählern voran oder auf Platz zwei, aber immer sehr stark.

Das und die jüngsten provokanten bis kriminellen Aktionen in Ebensee und anderswo stürzen Leitartikler und andere Mahner in Ratlosigkeit, dabei ist die Sache ausnahmsweise so schwierig nicht. Junge wählen oder denken nicht rechtspopulistischer oder rechtsextremer als der Rest der Bevölkerung. Das ist besorgniserregend genug, aber kein Alarmzeichen für die Demokratie, sondern für die anderen Parteien, die den Kontakt verloren haben.

Nein, den stellt man nicht mit ein paar netten Funktionären wieder her, die auf Friends-Jagd auf Facebook gehen oder über ihren Alltag twittern, auch nicht mit Club- und Beachvolleyball-Auftritten, sondern mit den richtigen Köpfen und Inhalten. Selbst junge Gesichter gehören zu altgedienten Politikern: Laura Rudas ist für einen heute 20-jährigen mittelmäßig an Politik Interessierten schon länger in der politischen Wahrnehmung als Werner Faymann, der vor ein paar Jahren aus Wiens Rathaus auftauchte. In der Volkspartei war eine gewisse Silvia Fuhrmann die logische Nachfolgerin von Othmar Karas als Chefin der Jungen VP, nun hat dort Sebastian Kurz das Ruder übernommen. Dass er in Wien nun Vize von Landesparteichef Johannes Hahn wird, lässt befürchten, dass es ihm wie Rudas vor allem um die klassische Karriere geht. Denn die omnipräsente Nachwuchshoffnung Rudas ist keine mehr, sondern reibt sich mit internen Rangeleien und Sitzungen als Bundesgeschäftsführerin auf.

Und die Grünen? In der Partei wird schon längere Zeit mehr der private denn der politische Nachwuchs gefördert, und das betrifft keineswegs Eva Glawischnig allein, wie die Hilflosigkeit der Wiener Grünen zeigt, die mit einer Sympathisanteninitiative für neue Kandidaten von außen hadern.

Politische Aussagen oder Forderungen für Junge hört man in keiner Partei. Laura Rudas hat sich dem solidarischen Ausgleich mit den Pensionisten verschrieben, also der ersten Bürgerpflicht im Sozialpartner-Regime. Auch ihr Kollege Kurz hat nur einmal mit der Idee aufgezeigt, eventuell – solidarisch! – in bestehende Beamtenpensionen eingreifen zu können. Das hat er nur einmal gemacht.

Erst- und Jungwähler wissen auch so, dass sie einmal keine oder sehr kleine Pensionen bekommen werden. Sie spüren auch genau, dass sie es noch schlechter als die vorige „Generation Praktikum“ getroffen haben: Die Wirtschaftskrise trifft den Arbeitsmarkt mit voller Wucht, bevor sie ihn überhaupt betreten haben. Wer das Abenteuer Lehrling wagt, darf sich in der politischen Debatte zwischen der Finanzierung des Gesundheitssystems und der Arbeitszeitenregelung einreihen.

Strache braucht dazu nichts zu meinen, er sammelt die Frustrierten automatisch ein. Nur zur ausufernden Kleinkriminalität, die Jugendliche in den Städten am meisten trifft und ängstigt, sagt er etwas. Mit seinen „Ausländer raus“-Varianten zielt er auf den Migrationshintergrund vieler Jugendbanden ab – ein Problem, das es offiziell gar nicht gibt.

Eigentlich ist es ein Glück, dass sie nur Strache wählen.



rainer.nowak@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.05.2009)

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28 Kommentare
 
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Gast: SichelvomAdler
13.10.2011 13:25
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Rudas hat das Wahlalter auf 16 gesenkt


Davon kann man halten was man will, aber es war die massivste, demokratiepolitische Veränderung für unsere Jugend der letzten Jahrzehnte !!!

Nowak sollte sich sein tendenziöses Manipulieren sparen ...

Gast: Crusader
24.05.2009 17:17
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Heute darf man wieder nicht posten weil der kleine linke Germanistik Langzeitstudioso am Platzerl sitzt - arm der Kleine.......so allein auf linker Flur...


Antworten Tom93
24.05.2009 23:17
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Re: Heute darf man wieder nicht posten weil der kleine linke Germanistik Langzeitstudioso am Platzerl sitzt - arm der Kleine.......so allein auf linker Flur...

nanu, hat die weltverschwörung jetzt auch schon die germanistik erfaßt? wahrhaft traurige zeiten für ECHTE TEUTSCHE RECKEN wie unser crusaderlein. so arm, so unterdrückt, so SCHLUCHZ!!!!!! nix darf man mehr, weil alles von den bösen linken verschwörern unterdückt wird!!!!

Knieriem
24.05.2009 14:43
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Rechtsradikale Jugendliche?

Faktum ist, daß immer mehr Kinder und Jugendliche Opfer "südländischer" (Jugend-) Gewalt werden! Wer kennt nicht jemanden, der bestohlen oder beraubt wurde, oder wurde selbst Opfer von Gewalt, oft ausgeführt in Form von Bandenkriminalität? Schwere Verletzungen durch Faustschläge oder Messerstiche sind praktisch an der Tagesordnung! So weit das Bekannte! Neu, fast überraschend ist, daß auch Journalisten beginnen von der Politik nachhaltige Reaktionen einzufordern - selbst der Strachefeind Rabl aus dem Kurier tönt in seinem heutigen Kommentar ähnlich. Es ist eben nicht damit getan über das angeblich Dumpfrechtsradikale herzuziehen und gleichzeitig alles schönzureden, wie es die Politiker des roten Wiens vom BM über die Stadträtinnen abwärts seit Jahren getan haben. Erst jetzt 5 Minuten nach Zwöf wachen sie auf und setzen halbherzige Maßnahmen! Die Jugend aber will keine Lippenbekenntnisse, sondern Schutz, Verständnis und Regeln! Wer das nicht kapiert, wie z.B. unsere GrünInnen, wird zur Randerscheinung. Dafür sammelt Strache jene Frustierten und sich unverstanden Fühlenden ein (und nicht nur autochthone Österreicher, sondern mittlerweile auch schon aus dem Topf der anständigen Zuwanderer).
Ja, und Rudas heutzutage als Jungpolitikerin zu bezeichen ist ein Euphemismus! Die hat schon vor Jahren "alte" Politik gemacht. Wer sich mit 20 mehr Sorgen um die jetzigen Pensionisten macht, als um die Pensionistengeneration in 40 Jahren, ist für denkende Jugendliche unwählbar

Antworten Gast: MH
25.05.2009 09:51
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Re: Rechtsradikale Jugendliche?

Sie haben Recht.

Und trotz mancher Einsicht gibt es noch genug Realitätsverweigerer unserer Medienzunft.
Auch die politische Einigkeit der Medien -auf unterschiedliche Weise- lautet unisono :
" Alle gegen Rechts " (wobei Schwarze nicht mehr zu Rechts zu zählen sind, sondern nach Links tendieren).

Es ist nur leider so, dass der Beruf der Veröffentlicher durch wiederholte Lügengeschichten, versuchte Meinungsmanipulationen in Verruf geraten ist und ihr Gebot wer gut und wer böse ist nicht mehr glaubhaft wird.

Übrigens den Kurier kann man schon lange vergessen - unglaublich wie man dort rot-grüne Meinungsmache betreibt unter schwarzer Patronanz.

Antworten Antworten Knieriem
25.05.2009 12:43
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Re: Re: Rechtsradikale Jugendliche?

Nicht nur Realitätsverweigerung! Was soll man denn machen, wenn man draufkommt, daß man jahrzehntelang an seine eigene Propaganda geglaubt hat und damit auf die Nase fällt, bzw. einem die (jungen) Wähler weglaufen. Insofern beweisen die Sozialisten im roten Wien noch einen gewissen Pragmatismus, eine Lernfähigkeit (außer natürlich Laura!).

Gast: Clint Eastwood
24.05.2009 14:39
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Wie bitte ?

Probleme ? Welche Probleme ?

Es gibt es viel zu wenig Arbeitskräfte und die hochqualifizierten Kulturbereicherer sichern mit ihren AMS-Bezügen unsere Pensionen.

Das wird jeder brave "Experte" bestätigen können. Alles wissenschaftlich bewiesen.

Wer eine andere Meinung hat: pfff .... ein unflexibler rechtsradikaler ungebildeter Modernisierungsverlierer, der seine Chancen nicht nutzen will.

Und die Realität ist sowieso falsch. Hält sich gemeinerweise nicht an die Expertenprognosen.

epek
24.05.2009 14:27
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Es wird nicht so heiß gegessen...

... wie gekocht wird.

Sorgen solte man sich vor allem um die Ausgrenzung machen, die die ach so makellosen Vorbildparteien vorleben.
Die mediale Omnipräsenz der "Hetzer"-Rufer prägt die Jugend sicher mehr, als ein paar Schlagworte auf Wahlplakaten.

Apropos Schlagworte - ich vermisse eine Kampagne der Grünen und der Solizisten, die sich gegen die Gewalt aus den eigenen Reihen gegen anderdenkende Menschen richtet.

Eine friedliche Welt wird man mit faulen Wurf- und Fallobst jedenfalls nicht erreichen.

Der Ton macht die Musik.

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besorgniserregend "...für die anderen Parteien, die den Kontakt verloren haben"

bloss: wie sollen sie den kontakt wiederbekommen?

sich auch auf eine bühne stellen, mit einem kreuz herumfuchteln, den geifer aus den mundwinkeln tropfen lassen und phrasen klopfen OHNE die geringste spur einer lösungskompetenz?

demedici
24.05.2009 10:34
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so einfach also

Hr. Nowak, ihr Kommentar erweckt in mir den Eindruck, sie stellen sich Gesellschaftspolitik so vor, dass man nur jeder Wählerschicht genug "in den Hintern kriechen" muss, um sie "zu vertreten". Das soll heißen, es muss also die Partei daran gehen, den Jugendlichen das Gefühl zu vermitteln, sie wären die und das Wichtigtse auf der Welt und welche Sozial- oder sonstige Leistung darf man ihnen noch schenken, damit sie einen wählen.
Sie bedienen dabei zur Gänze die gängige Meinung, die Politiker wären für alle Probleme verantwortlich und die Politik muss alle Probleme lösen. Verantwortung eines Einzelnen gibt es nicht und braucht es nicht, weil die von der Politik zu erlassenden Gesetze und Verordnungen so perfekt sein müssen und sind - außer jemand hat geschlampt -, dass alles super funktioniert. Das Individuum muss sich lediglich genauestens daran halten. Und Eltern, Verantwortung für ihre Kinder ? Wozu das, brauchen wir nicht, dafür haben wir doch die Parteien und Schulen, nicht wahr.
Und alles, was ihnen einfällt, sind "Umverteilungsdiskussionen" ??

Kein Wunder, dass die Gesellschaft so ist, wie sie ist, wenn selbst unsere Journalisten so denken,wie sie.

Antworten joquer
24.05.2009 13:53
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Re: so einfach also

Wenn ich ihren Kommentar jetzt genauso frei interpretiere wie Sie den Artikel, dann sollte sich die Politik also weiterhin nur darum kümmern, dass nur ja die Pensionen jedes Jahr weiter um 3% steigen - weil da geht's ja um die armen Pensionisten die ihr ganzes Leben brav gearbeitet haben und jetzt ihren verdienten Ruhestand genießen. Die Jungen hingegen sollen selbst schauen wo sie bleibenm weil die haben noch nix geleistet. Und wenn die Eltern sich einmal um ihre Gschroppen kümmern würde wären eh alle Probleme mit einem Schlag gelöst!
Der Punkt ist doch, dass die Jungen mangels einer Lobby bei keiner Entscheidung miteingebunden werden während die anderen Gruppen (insbesondere die Pensionisten) extrem starke Vertretungen haben.
Dazu kommt noch, dass die "Jungen" in den Parteien reine Feigenblätter sind, die die Interessen "ihrer" bzw. der jüngeren Generation in keinster Weise vertreten!

Gast: Opa in Europa
24.05.2009 10:13
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Ah, jetzt darf der Nowak auch schon über "Probleme, die es offiziell gar nicht gibt", schreiben.


Bitte, Herr Nowak, wer ist denn dafür verantwortlich, was es "offiziell" gibt und was nicht?

Gast: dudel303
24.05.2009 10:03
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"Solarium-Perlweiss-Mund"


Wer hätte das gedacht, dass das Schreibniveau Nowaks immer noch ein Stückchen unterboten werden kann?

motorsport
24.05.2009 10:01
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ist schon interessant

ist schon interessant wie in Oesterreich durch Uebrregulierung Stilblueten entstehen. Da wird das Geld seit Jahrzehnten von der Bevoelkerung abgeschoepft. Bekommen haben es die Pensionisten und nicht die Jungen. Die Beamten und Lehrer werden geschuetzt und nicht die Jungen. Der Wohnungsmarkt wird reguliert. Das hilft den Beamten, den Lehrern und den Pensionisten - die haben naemlich schon Wohnungen. Die Jungen haben keine Wohnungen, die duerfen am nicht regulierten Markt suchen und das dreifache Zahlen. Und dann wundern wir uns warum die Jungen das alles nicht so toll finden. Vielleicht sollten wir aufhoeren Ihnen die Zukunft zu stehlen. Vielleicht sollten die Lehrer mehr arbeiten, die Beamten abgeschafft werden und der Wohnungsmarkt derreguliert werden.

Antworten Gerald
24.05.2009 11:20
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Re: ist schon interessant

Treffend beschrieben. Leider leben wir in einer Gerontokratie, deren Akteure sich gegenseitig auf Kosten der Jungen die Gelder und Pfründe zuschieben (2/3 der Parlamentarier sind Beamte!).

Jüngstes Bsp. Österreichische Nationalbank. Die ÖNB braucht 100 Mio€ jährlich als Pensionszuschuss (Zuschuss!) für die Pension von 2000 Altmitarbeitern. Das macht satte 50.000€ pro Mitarbeiter. Kein Wunder, da die alten Mitarbeiter dort erstens fette Gagen kassieren und zweitens nach wie vor mit 80%des Letztgehalts in Pension gehen.

Deswegen muss jetzt gespart werden und wo will die ÖNB das tun? Richtig -> Die Einstiegsgehälter (also bei den Jungen) sollen gesenkt werden, denn bei den Alten darf man ja keinesfalls in bestehende Schmarotzerverträge eingreifen. Das garantieren die Beamtenschutzparteien SPÖ&ÖVP und dann wundert man sich, warum die Jungen diese Zukunftsdiebe nicht mehr wählen.

Antworten Antworten epek
24.05.2009 14:37
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Re: Re: ist schon interessant

Ich widerspreche: Wir leben in einer Ochlokratie.

Der Pöbel, der den anderen am lautesten anfeixt wird in höchsten Tönen medial zelebriert.

Im Moment geht der Preis an die Kanzlerpartei.

Gast: machmuss verschiebnix
23.05.2009 23:22
0 0

Die Jugend muß opponieren,

das war in allen Zeiten so.

Aber seit den 68-ern ist es beinahe unmöglich
noch irgendwie öffentlichen Anstoß zu erregen.
Die 68-Bewegung wurde erfolgreich weg-ignoriert
( ". . . aber laßt sie doch ficken und sich mit
Drogen zudröhnen, dann haben wir Ruhe von
denen . . ." ), ähnlich erging es auch anderen Strömungen ,
die danach aufkamen.

Neuerdings aber, sieht sich die Generation von
damals - nun zum Establishment "herangereift" - hilflos
mit einer Jugend konfrontiert, die einen ganz "geilen Kick"
entdeckt hat:
"Du streckts die Rechte zum verbotenen Gruß - Alter - dann
beachten sie Dich - Alter - da kommst sogar in die
Nachrichten - voll krass - Alter" .

Ganz offensichtlich läßt sich die Generation
der 68-er hier ein zweites Mal in ihrer Geschichte,
in die "Selbst-Verarschung" rein-theatern, weil
sie wieder mal nicht checken, was da läuft.

Habt's schon recht - nieder mit den NAZIS -
ausgrenzen, schlechtmachen und kriminalisieren
hilft einer unbeachteten Jugend sicher mächtig
auf die Sprünge. Mit "..Atombomben auf
Spatzen.." wäre dann auch noch angesagt .

Ob's dem neurotischen Antifa-Haufen diesmal zur
"Selbst-findung" gereicht ?

Antworten epek
24.05.2009 14:46
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Re: Die Jugend muß opponieren,

Sie überzeichnen die Situation etwas.

Aber ich stimme Ihnen dahingehend zu, dass mediale Überrepräsentation einer Gesinnung meist eine gesellschaftliche Reaktion hervorruft, für die vor allem die rebellierende Jugend dankbar ist.

Der Mittelweg, nämlich Gesinnungen nicht von vorherein als Krankheiten, die man mitsamt ihren Substraten tilgen muss, zu betrachten, wäre ein Mittelweg.

Die Vergangenheit ist nicht mehr zu ändern, die Gegenwart jedenfalls und die Zukunft vielleicht.

Warum also der Jugend Schuldgefühle für Taten die zwei oder mehr Generationen davor - teils unter Zwang oder Androhung von Nachteilen - verübt haben, suggerieren?
Lasst der Jugend Ihren Lauf! Auch Junge werden Alt. Jede Generation hat ihren Weg. Der Weg wird am besten durch Vorbildwirkung absteckt. Vorbilder dürfen auch Makel haben - das ist menschlich.

Nur Vorurteile, wie Sie aus antifa-Kreisen gegenüber bürgerlichen Vertretern geübt wird, sind einfach nur kleinkariert.

Antworten Gast: poldionkel
24.05.2009 14:19
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Re: Die Jugend muß opponieren,

100% zustimmung, danke für ihren treffend gelungenen artikel

GeorgeSand
23.05.2009 21:59
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Das Problem ist die Alterspyramide...

Politisch gesehen, sind nicht die Jungen das Problem, sondern die Alten, die man krankenversorgen muss, die eine Pension brauchen, die immer älter (und damit mehr) werden. Die Jungen hingegen stellen nicht wirklich ein Problem dar, ja, sie sind hin und wieder arbeitslos, aber da sie ja eine Minderheit in der Wählerschaft darstellen.
Und das wissen die Politiker genau.

Antworten Gast: schumpeter
25.05.2009 15:13
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Re: Das Problem ist die Alterspyramide...

Ja, genau! Weg mit allen über 30! Vergiss aber nicht, dass unsere "Alten" jahrelang Beiträge für Pension und Krankenversicherung geleistet haben.
Also, was tun George?

Krowodin
23.05.2009 21:58
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Ja, und nein

ÖVP und FPÖ sind in den meisten Umfragen bei den Jugendlichen vorne; wenn man in manchen Medien (ORF, News, ...) so mitbekommt, was als "jugendlich" gilt, müssten es ja SPÖ und Grüne sein. Das liegt sicher daran, dass die jungen ÖVP-Politiker wie Silvia Fuhrmann noch am ehesten auch gegen eigene Parteivordere aufgestanden sind und vom Führerschein bis zur Pensionsfrage sich um Themen gekümmert haben, die den Alltag der Jugendlichen betreffen. Dass die SPÖ momentan ein Problem hat, stimmt. Weil sie aufmüpfige Jugendliche schon lange entsorgt. Dabei ist aus dem letzten aufmüpfigen Juso - Josef Cap - ja schon ein erfolgreicher Politiker geworden.

Tom93
23.05.2009 18:39
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die zeitung, die sich immer über die visionslosigkeit der politischen klasse echauffiert...

...und die nase rümpft über die niveualosigkeit des innenpolitischen personals, präsentiert uns als gipfel der politischen vision...den eingriff in beamtenpensionen.

JAAAAAAA!!!!! herr nowak, sie haben es erfaßt! daran wird die republik genesen! dann gibt es keine rechtsextremen, keine budgetdefizite, keine wachsende ungleichheit, keine lohnkürzungen. keine wachsende arbeitslosigkeit mehr, wenn man nur diesen beamten was von ihrer pension wegkiefelt, und auch sonst den übrigen pensionisten staatlicherseits den krieg erklärt!

kompliment, sie haben den stein der weisen gefunden! hoffentlich ist der chefredakteur i.R. nicht allzu neidisch auf sie! das ist ja dermaßen originell und sensationell! haben sie sich diese idee patentieren lassen?

die leute werden straßen nach ihnen benennen, herr nowak, und boulevards, aus lauter dankbarkeit in die tiefen einsichten die sie da verbreiten...

Antworten hoxworth
23.05.2009 19:19
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Re: die zeitung, die sich immer über die visionslosigkeit der politischen klasse echauffiert...

es ist ja immer wieder faszinierend zu lesen, wie hysterisch gewisse beamte reagieren wenn von ihren vermeintlich "wohlverdienten" superpensionen kritisch die rede ist. faktum ist: die beamten finanzieren ihren über das asvg- niveau hinausgehenden pensionsanteil kaum selbst, sondern lassen finanzieren, und zwar vom steuerzahler und vom asvg- beitragszahler. würde man die beamtenpensionen an das asvg- sytem angleichen, könnten die asvg- pensionen sogar erhöht werden! die beamtenpensionen kosten milliarden, und diese werden NICHT von den beamten eingezahlt. diese ungleichheit im österreichischen system wird zu gravierenden verwerfungen der solidarität in der österreichischen gesellschaft führen, den beamten ist es offenbar egal...

Antworten Antworten Gast: Bimbulli
23.05.2009 20:59
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Re: Re: die zeitung, die sich immer über die visionslosigkeit der politischen klasse echauffiert...

@hoxworth
Beamte leisten einen Pensionsbeitrag von 11,25 %

Antworten Antworten Antworten Gerald
24.05.2009 11:25
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Re: Re: Re: die zeitung, die sich immer über die visionslosigkeit der politischen klasse echauffiert...

Und dennoch einen lausigen Deckungsgrad. Bei den Beamten liegt der Deckungsgrad der Pensionen bei gerade einmal 30%, bei der ASVG über 80%.

Kein Wunder, wo doch die Beamtendurchschnittspension höher als die ASVG-Höchstpension ist! Der Rechnungshof hat einmal nachgerechnet. So muss der Staat für jeden pensionierten, männlichen A-Beamten 700.000€ zuschießen, für weibliche sogar 1.000.000€. D.h. die Steuerzahler zahlen jedem A-Beamten im Pensionsalter noch den Gegenwert eine Luxusvilla dazu.

 
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