25.05.2012 15:59 | Meine Presse Merkliste 0

Österreich hat ein Elitenproblem

CHRISTIAN ULTSCH (Die Presse)

Mangelnde rhetorische Fähigkeiten, Visionslosigkeit, Wissenslücken und eine Negativauslese in den Parteien: Der Niveauverlust in der österreichischen Politik gefährdet langsam die Zukunft des Landes.

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Ob Gerichtspsychiater Reinhard Haller neulich in der „Presse“ oder Theaterdirektor Klaus Bachler unlängst im „Profil“: Immer mehr Bürger beklagen öffentlich das mangelnde Format österreichischer Politiker. Dahinter dürfte sich ein weitverbreiteter Leidensdruck verbergen. Österreich hat ein Elitenproblem. Das lässt sich nicht mehr verheimlichen. Und deshalb sind auch pauschale Politikerbeschimpfungen, die vor Kurzem noch in mahnender Erinnerung an die Zwischenkriegszeit wegen ihrer angeblich zersetzenden Wirkung auf die Demokratie verpönt waren, nicht mehr tabu.

Die meisten Österreicher erleben mittlerweile die Abfolge ihrer Bundeskanzler als Geschichte des Verfalls. Als Krone der politischen Schöpfung wird nach wie vor Bruno Kreisky verehrt und verklärt. Danach, so die landläufige Meinung, legte die politische Evolution den Rückwärtsgang ein. In dieses Beurteilungsschema spielen zwei urtypische österreichische Charakteristika hinein. Erstens wird hierzulande fast schon prinzipiell nur jenen Personen uneingeschränkte Achtung entgegengebracht, die entweder tot sind oder im Ausland Erfolg haben. Im nostalgischen Blick zurück wird vieles weichgezeichnet, manches auch fairer betrachtet. So steht Alfred Gusenbauer, vor einem Jahr noch der Sandkastendepp der Nation, plötzlich als Mann von Welt da, um den sich spanische und deutsche Konzerne reißen. Zweitens ist der Diskurs in Österreich von einer „Muppet Show“-Mentalität geprägt: Zuschauer ätzen gelangweilt vom Balkon aus gegen die Laientruppe im Polittheater, selbst würden sie sich nie auf die Bühne wagen.

Womit wir wieder beim Ausgangsproblem wären. Das österreichische Parteiensystem zieht in seiner jetzigen Form zu wenige Persönlichkeiten an. Intelligente und weltgewandte Menschen, die gerade Sätze sprechen können und Ausstrahlung haben, suchen in allen möglichen Bereichen lukrative Jobs, nur nicht in der Politik. Das hat mit dem schlechten Image des Politikerberufs und dessen vergleichsweise bescheidenen Verdienstmöglichkeiten zu tun, vor allem aber auch mit dem vorherrschenden Eindruck, dass Politiker Getriebene mit minimalem Gestaltungsspielraum sind. Tatsächlich fällt keine handelnde Person, sei es in der Regierung oder in der Opposition, durch so etwas Ähnliches wie eine Vision auf. Gefangen im Klein-Klein, nimmt sich niemand die Zeit, klar zu formulieren, wohin er Österreich führen und wie er das erreichen will.

Dazu fehlt wahrscheinlich auch die Substanz. Österreich hat zu wenige Denkfabriken, die Handlungsanleitungen ausarbeiten. Und Fachwissen wird in der Politik als vernachlässigbare Sekundärtugend gesehen. Sonst wäre es nicht möglich, dass ein Zivildiener Verteidigungsminister wird und drei Männer das Finanzministerium leiten, die davor kaum einen Tau von der Materie hatten. Von den Parteiakademien ist trotz Millionenförderung kein Impuls für eine Trendwende zu erhoffen. Denn genau dort kommen zum Teil Abgeordnete heraus, deren rhetorische Fähigkeiten gerade zur Bestellung eines Mittagsmenüs in der Parlamentskantine reichen.

Klar, Medien sitzen im Glashaus. Sie spielen eine symbiotische Rolle im Lizitationswettbewerb nach unten. Langsam aber sollte der Boden erreicht sein. Viel mehr Niveauverlust ertragen die Bürger nicht mehr.

christian.ultsch@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.08.2009)

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67 Kommentare
 
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Bjargi
05.08.2009 10:38
0 0

Typisch Österreich

Das einzig typisch "Österreichische" ist es, alles, was eben so passiert, als typisch österreichisch anzusehen.

leokoller3
03.08.2009 19:17
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Elitenproblem

Eliten gibt's genug, aber auch Verstecke. Wenn man sich anschaut, was mit einem Schuessel passiert ist, braucht man sich nicht wundern, dass sich niemand aus den Stauden herauslocken laesst. Da haben wir endlich einmal einen Bundeskanzler (zumindest seit ich mich politisch erinnern kann), der die noetigen Reformen (zwar auch nur zaghaft) angeht, und dann muessen wir zusehen, wie er mit Schmach und Schande verjagt wird. Da muss doch jedem denkenden Menschen die Spucke wegbleiben.

Das groesste Problem in Oesterreich ist jedoch nicht das Elitenproblem, sondern das "Muendigkeitsproblem". Parteihoerigkeit und Vollkaskodenken, das von den Alten an die Jungen weitervererbt wird, lassen halt kein muendiges, verantwortungbewusstes Volk aufkeimen. Haetten wir ein solches, waer's mit dem Spuk schon laengst vorbei.

Antworten Gast: Zynicus
03.08.2009 20:53
0 0

Das größte Problem sind die Pröll-Bauern!

Dann erst kommt das Problem Wampo mit seinem Wiener Genossenstall!

Der Faynachtsmann ist nicht einmal ein Problem, sondern bestenfalls eine Karikatur seiner selbst!

Antworten Antworten Gast: kronenkasperl
03.08.2009 23:24
0 0

Re: Das größte Problem sind die Pröll-Bauern!

da haben Sie leider recht!

Antworten Antworten leokoller3
03.08.2009 23:10
0 0

Re: Das größte Problem sind die Pröll-Bauern!

Ueber die Bauern kann man viel diskutieren. Mein Urgrossvater war einer, der Bruder meines Grossvaters war einer und jetzt ist es der Vetter meines Vaters. Ich respektiere ihre Arbeit. Die EU-Agrarpolitik respektiere ich jedoch nicht, genausowenig wie die Proells.

Der Kreisky war vielleicht aussenpolitisch ein Leuchtturm, aber innenpolitisch eine Leuchte. Und von da an geht's nur mehr bergab, mit der Ausnahme von Schuessel. Der hat zumindest probiert, die Probleme in den Griff zu bekommen. Der Faymann als BK ist sowieso ein schlechter Scherz.

Antworten Antworten Antworten Gast: bauernfänger
03.08.2009 23:27
0 0

Re: Re: Das größte Problem sind die Pröll-Bauern!

Die EU Agrarpolitik wird durch die Lobbies bestimmt und da sind auch die Österreicher dabei.Die EU sind WIR ALLE, da können Sie hin und her respektieren, soviel Sie wollen!Wenn die gewählten Delegationsleiter und Kronenträger, Mölzgrantler und Ederertausender zu schwach sind, um auch einen Einfluss zuGunsten der Kleinbauern usw. einzubringen, Pech gehabt!!!!

Antworten Antworten Antworten Antworten leokoller3
04.08.2009 18:34
0 0

Re: Re: Re: Das größte Problem sind die Pröll-Bauern!

Haben Sie irgenwo in meinem Beitrag gelesen, dass ich den oesterreichischen Einfluss auf die EU-Agrarpolitik ausnehme? Haben Sie meinen Hinweis auf die Proells uebersehen?

Aber was wollen Sie denn erwarten, wenn in Bruessel nur die abgehalfterten Politpensionisten aus ganz Europa sitzen?

Gast: gilgamesh
03.08.2009 15:04
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gastkommentar

gut gebrüllt, löwe

Gast: schlÄchter
03.08.2009 11:11
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sg herr redakteur ultsch!

hut ab, ein sehr guter kommentar.

leider ist es aber - wie vom poster rudolf dangl bereist abgerissen - kein österreichspezoifisches problem, sondern insb ein problem der westl. demokratien.
sehen sie nur nach GB, F, BRD - ein silvio berlusconi oder eine frau angela merkel sind die inzig etwas gherausragenden staatsführer - aber auch hier fehlen visionen und verantwortungsbereitschaft.

ansonsten schließe ich mich ihren ausführungen vollinhaltlich an, schön auch ihre selbstkritik in hinblick auf die medien.

mfg
s.

Antworten Gast: Moltofoner
03.08.2009 17:16
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Re: sg herr redakteur ultsch!

das mit dem Berlustroni soll wohl ein Witz sein oder?
woher wissen Sie von der Visionslosigkeit der Angelsgleichen?
hut auf!

Antworten Antworten Gast: schlÄchter
04.08.2009 08:01
0 0

Re: Re: sg herr redakteur ultsch!

sg herr "paterwilltelefonierer"!

berlusconi ragt zumindestens heraus und iost seit ewigen zeiten ein italienischer (!) premier, der regiert und nicht verwaltet. insgesamt macht er seine sache nicht so schlecht, italien war selten politisch und wirtschaftlich so stabil. reden sie mit italienern - ich war auch überrascht.

engelchen merkel: kohl kann sie das wasser nicht reichen, aber im vergleich zu schröder doch eine wohltat und macht innen- wie außenpolitsich kein schlechtes bild - auch hier stabilität - zugegeben afghanistan ist ein debakel, aber da kann sie wohl relativ wenig dafür.
visionen: zb kerneuropa, klare aussagen zur zukunft europas, weertediskussion im zusammenhang mit islamrenaissance, langanhaltende pensions-und sozialrechtliche vorgaben, verteidigunspolitik -, da kommt von beiden aber auch nix.

brown = farblos und die polit. kaste durch die spesenskandale hat sich selbst demoliert, zappatero bekommt nix auf die reihe-schwerste krise, und sarkozy nunja - zwar nicht farblos, aber wirtschaftlich alles andere als stabilitätsstiftend, außenpoltisch éher politdomnner und nix herausragendes (mittelmeerunion..)

nein: bleibe bei meiner einschätzung, dass unsere nördlichen und südlichen nachbarregierungschefs die derzeit herausragensten aber auch visionslos sind.

auf kommissionsebene siehst ähnlich langweilig aus, aber pater willi wird als kommissar sicher mit "es reicht" schwung in die bude bringen, nicht wahr? ;-)

mfg
s.

Antworten Antworten Antworten Gast: andreotti
04.08.2009 12:30
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Re: Re: Re: sg herr redakteur ultsch!

Berlusconi als Vorbild hinzustellen, ist Zynismus ohnegleichen, ein Rechtsbrecher, der die italienische Justiz benutzt, um für eigene Taten nicht zur Verantwortung gezogen zu werden, den wollen Sie?
glauben Sie wirklich, dass jemand mit reellen Methoden ein derartiges Imperium in so kurzer Zeit aufbauen konnte?
Dass bei uns größtenteils Berufspolitiker, die sonst nichts kennen (vom können kann man wohl nicht sprechen), geschweige denn mehr als ein Buch in ihrem leben gelesen haben, am Ruder sind, ist leider Pech...

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: schlÄchter
04.08.2009 17:15
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Re: Re: Re: Re: sg herr redakteur ultsch!

sg herr andreotti!
ihren nick haben sie tatsächlich treffend gewählt: der poster "historiker" hat passend geantwortet.

drehen sie mir nicht die worte im mund um!

ich "will" keinen berlusconi, ich habe nur geschrieben, dass er im vergleich zu anderen europ. staatsmännern hervorsticht und für italienische verhältnisse herausragend positiv auffällt.
ebenso frau merkel in bezug auf herrn schröder und deutsche verhältnisse.

brown, sarkozy und zapatero hingegen für britische/französische oder spanische verhältnisse sind die erwähnten staatsmänner doch wohl (eher) enttäuschend!

unsere politiker und die österreischischen verhältnisse wurden von herrn ultsch treffend beschrieben, nur sehe ich eben in gesamteuropa bzw. dem gesamten westen (auch obama in usa) keine visionäre - von den vorhandenen sind berlusconi und merkel im zusammenhang mit ihren spezifischen heimischen verhältnissen noch die herausragensten. obama redet gut, handeln wird sich zeigen - ich bin da aber pessimist.

kurz nochmal zu
"andreotti", vielleicht nennen sie sich nächstesmall toto riina - oder capo de capi....arrividerci signore andreotti!
s.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Historiker
04.08.2009 14:45
0 0

Berlusconi ist im Vergleich zum Mafiapaten Andreotti

ja geradezu ein Erzengel! Und für diesen Unterschied sieht ihm ganz Italien seine Kapriolen nach!!!

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: schlÄchter
04.08.2009 17:18
0 0

Re: Berlusconi ist im Vergleich zum Mafiapaten Andreotti

sg historiker!
danke - sehe es auch so. romano prodi war sympathisch aber konnte seine diffuse linkskoalition nicht zusammenhalten.

mfg
s.

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Österreich kann sich trösten...

in den übrigen Ländern, auch der westlichen Welt, ist es auch nicht besser, die Show vielleicht etwas anders. Gerade hat Herr Steinmeier von der SPD seine unsäglich unsinnigen "Deutschland-Plan" veröffentlicht. Auch Merkel, Sarkozy. Brown etc. sind da aber um nichts besser.

Und übrigens: die Menschen mit Perspektiven gibt es sehr wohl, allerdings natürlich nicht in den herkömmlichen Machtstrukturen, denn deren Hauptstreben ist es ja, genau solche Entwicklungen zu verhindern, sonst hätte ja ihr Machtstreben keinen Sinn (und die Befriedigung ihrer Eitelkeit keine Zukunft).

Martin_01
03.08.2009 00:35
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langsam?


Was heißt "langsam"?

Systematische durch Steuergelder finanzierte Schädigung des Landes ...

Nimmt man das einfach so hin?

Welches Ziel verfolgt eigentlich dieser Artikel? Dass man sich an all das gewöhnt?

Ertl
02.08.2009 22:40
2 0

gut

Selten hat mir ein Pressekommentar so aus der Seele gesprochen!

democrates
02.08.2009 18:26
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Wir haben ein Herrschaftsprinzipproblem


Alle Eliten-Herrschaftsysteme (Blutadel und Farbadel) basieren auf einer, von der Pyramidenspitze aus, über pyramidal geschachtelte Unterheerschaftsebenen regierten Pyramidenbasis (Volk).
Herr Adi H. nannte diese pyramidale HerrschaftsStruktur das Fü.h.rerprinzip.

Demos-Herrschaftssysteme basieren hingegen auf dem Egalitätsprinzip.
Hier wird die Gemeinde, das Land, der Staat bzw. Europa direkt von einer Ebene aller Bürger (und wie bei der Neopanarchie sogar interaktiv von zu Hause) aus regiert.

Alle risikotragenden Bürger, die bürgen und Steuer zahlen, müssen JEDERZEIT und UNMITTELBAR, sämtliche mit ihrer Haftung und Zahlung zusammenhängenden Entscheidungen treffen können.
Daher sind Parlamente und Republiken welche nach dem pyramidalen (Fremd)Fü.h.rerprinzip arbeiten reiner Schwachsinn, den wir schnellstmöglichst auf dem Schrottplatz der Geschichte entsorgen sollten.

Oder kennen Sie einen elitären Farbadeligen (Politker) der für seine politischen Handlungen und Fehler mit seinem Vermögen und Leben haftet.
Ich nicht.

0 0

Re: Wir haben ein Herrschaftsprinzipproblem

"Oder kennen Sie einen elitären Farbadeligen (Politker) der für seine politischen Handlungen und Fehler mit seinem Vermögen und Leben haftet."

kennen sie irgendjemand aus den oberen bereichen der pyramide, der für seine (nicht-politischen) handlungen und fehler mit seinem vermögen haftet?

democrates
02.08.2009 18:22
0 0

Wir haben ein Herrschaftsprinzipproblem

Alle Eliten-Herrschaftsysteme (Blutadel und Farbadel) basieren auf einer, von der Pyramidenspitze aus, über pyramidal geschachtelte Unterheerschaftsebenen regierten Pyramidenbasis (Volk).
Herr Adolf H. nannte diese Struktur das Füh.rerprinzip.

Demos-Herrschaftssysteme basieren hingegen auf dem Egalitätsprinzip.
Hier wird die Gemeinde, das Land, der Staat bzw. Europa direkt von einer Ebene aller Bürger (und wie bei der Neopanarchie sogar interaktiv von zu Hause) aus regiert.

Alle risikotragenden Bürger, die bürgen und Steuer zahlen müssen JEDERZEIT und UNMITTELBAR alle mit ihrer Haftung und Zahlung zusammenhängenden Entscheidungen treffen können.
Daher sind Parlamente und Republiken welche nach dem pyramidalen (Fremd)Fü.hrerprinzip arbeiten reiner Schwachsinn, den wir schnellstmöglichst auf dem Schrotplatz der Geschichte entsorgen sollten.

Oder kennen Sie einen elitären Farbadeligen (Politker) der für seine politischen Handlungen und Fehler mit seinem Vermögen und Leben haftet.
Ich nicht.

Antworten Gast: machmuss verschiebnix
02.08.2009 20:27
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Re: Wir haben ein Herrschaftsprinzipproblem

Ich fürchte, Ihre Idee einer Neopanarchie würde,
so sie nicht vorher am herrschenden Parteifilz
erstickt, zu einer Neopan(An)archie ausarten.

Könnten Sie sich denn wirklich vorstellen,
solche am Ring im Kreis grölende Widerstands-Rabauken,
die meinen Demokratie wäre "wünsch Dir was", als
"risikotragende Bürger" einzusetzen, die dann
Entscheidungen im Sinne des Gemeinwohles zu tragen haben?

Auch die andere Sorte von Rabauken, die
am Biertisch grölen und sich nur für Fußballergebnisse
und Bierpreis interessieren, würden für Ihre
Neopanarchie keine "risikotragenden Bürger" abgeben.

Kann es sein, daß Sie zu sehr von sich und "Ihresgleichen"
ausgehen?

Wer Vollzeit im Berufsleben "aufgeht" - ob grölend oder
nicht - der kann sich unmöglich mit der komplexen
Materie ("..alles so kompliziert .." ) abmühen,
deren lückenlose Kenntnis für die Regierungsarbeit
unabdingbar ist (od. jedenfalls sein sollte).

Eigentlich müßten nur - wie Sie ja erwähnten - die
die Politiker in die Verantwortung genommen werden.
Solange jeder am Ende der Amtszeit abgehen kann,
wie das Mädl vom Tanz, egal welches Chaos er hinterläßt,
solang wird der Umverteilungs-Populismus weiter wüten.


Gast: Vielleicht
02.08.2009 17:46
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könnte auch ein aufgezogener Affe

die Vorgaben aus Brüssel nach unter weitergeben.

Antworten Gast: karasfan
03.08.2009 17:18
0 0

Re: könnte auch ein aufgezogener Affe

äh...die Vorgaben werden auch von unseren Elitepolitikos im EU Parlament mit gestaltet, falls die irgendein Interesse am Gestalten haben sollten und nicht nur am Verhindern...!
aber das will ja niemand so genau wissen!

Gast: Hadik
02.08.2009 16:50
0 0

endlich

Die Verlinkungen auf "DiePresse" homepage nehmen zu, schon langsam kommt sie mit ihren Artikeln dorthin wo wir Zeitungen brauchen.

Da muss man sich jetzt schon bald eine Abbo zulegen.

Nur weiter so.

Gast: bürgerIn
02.08.2009 16:09
0 0

der große horizont ist auch klein geworden

dem kommentar ist gar nicht heftig zu widersprechen, aber es sei noch am rande bemerkt, auch die "presse" ist nicht mehr das, was sie einmal war.....da hat es weiß gott ja schon viel bessere, fähigere, kantigere, besser gebildete chefredakteure gegeben als es gegenwärtig der fall ist. die "presse" ist ein allerweltsblattl, die redakteure derselben mäßig (bis nicht übmermäßig), die politik auf allerweltsniveau: was also soll die klage??

 
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