25.05.2012 16:09 | Meine Presse Merkliste 0

Alle Bürger sind dumm

MICHAEL FLEISCHHACKER (Die Presse)

Im EU-Bunker: Eine Institution in der Legitimationskrise will ihren Kritikern die Legitimation absprechen.

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Europa-Kritiker und Israel-Kritiker haben eines gemeinsam: Sie müssen damit rechnen, dass ihre Kritik als Vorwand für ihr angeblich eigentliches ideologisches Anliegen denunziert wird: den Nationalismus bzw. Antisemitismus. In der allgegenwärtigen ideologischen Verdachtskultur wird zwischen diesen beiden „Delikten“ auch gar nicht unterschieden: Nationalisten, die kein vollständiges Glaubensbekenntnis zur Europäischen Union ablegen, sind in den Augen einer offiziösen EU-Propaganda ohnehin nur versteckte Nazis.

Wenn man dann auch noch das Glück hat, irgendeinen österreichischen Politidioten zu finden, der die Gefahren eines israelischen EU-Beitritts zum Thema macht, ist der Fisch schon geputzt.

Wer auf Immunisierungsstrategien dieser Art angewiesen ist, hat in der Regel ein Problem. Das gilt für den Staat Israel und einen Teil der jüdischen Gemeinden in aller Welt – zum Beispiel Wien – genauso wie für die Europäische Union. Auf Dauer funktioniert der Versuch, Kritik an der gegenwärtigen Politik durch die geschichtspolitische Denunziation der Kritiker abzublocken, einfach nicht.

Wer Israel-Kritiker als Antisemiten denunziert und Europa-Kritiker als Blut-und-Boden-Trolle, die die Lehren des 20.Jahrhunderts nicht verstanden haben, sagt letztlich mehr über sich als über die Kritiker aus: dass er nämlich mit seinem Latein am Ende ist.

Das europäische Gemurkse rund um den Lissabon-Vertrag ist ein besonders gutes Beispiel dafür, wie die offiziellen und die offiziösen Vertreter einer Institution, die aus eigenem Verschulden in eine Legitimationskrise geschlittert ist, ihren Kritikern die Legitimation absprechen wollen. Gelegentlich bekommt man den Eindruck, es handle sich um ein Virus, mit dem man sich ansteckt, wenn man eine gewisse Zeit in oder mit den europäischen Institutionen verbringt: Wer nicht bedingungslos zustimmt, ist ein bornierter Nationalist.


In der österreichischen Diskussion wird diese Zuschreibung naturgemäß um eine obrigkeitsstaatliche Facette erweitert: Wer sich erfrechte, über den Lissabon-Vertrag per Volksabstimmung mitreden zu wollen, wurde mit der Tatsache konfrontiert, dass er nicht ein bornierter Nationalist sei, sondern ein dummer bornierter Nationalist. In Österreich hat man sich nicht deshalb gegen eine Volksabstimmung entschieden, weil man einen allfälligen Sieg der bornierten Nationalisten befürchtet hat, sondern, weil man der Ansicht war, dass eine Abstimmung die intellektuellen Kapazitäten der Mehrheit der Staatsbürger überfordern würde. In sich ist das wieder logisch: Wenn alle Bürger dumm sind, steigt natürlich auch die Wahrscheinlichkeit, dass die dummen bornierten Nationalisten eine Mehrheit kriegen.

Diese Zeitung war und ist der Meinung, dass der Vertrag von Lissabon in seiner Gesamtheit einen Fortschritt für die Europäische Union darstellt. Aber es gibt nicht viele gute Argumente dagegen, dass über Fragen wie das Abgehen von einstimmigen Entscheidungen, die einen markanten Eingriff in die Souveränität der Mitgliedstaaten bedeuten, Volksabstimmungen abgehalten werden.


Es gibt gute Gründe, keine Volksabstimmung durchführen zu müssen, wenn man sich auf die verfassungsrechtliche Position zurückzieht, dass es seit dem Beitritt zur EU eine „Gesamtänderung“ der Verfassung nicht mehr geben kann. Und es ist auch legitim, gegen eine Volksabstimmung zu sein. Aber die Begründungen der Regierungsparteien waren einfach nur eine Beleidigung der Bürger.

Dass der Präsident des Verfassungsgerichtshofs darauf in seiner Rede beim Verfassungstag hingewiesen hat, ist zwar ungewöhnlich, weil er sich dabei weit auf das Feld der (Partei-)Politik vorgewagt hat. Aber es war wichtig, weil seine Intervention den Regierenden in Zukunft etwas mehr Argumentationskraft abnötigen wird, wenn sie sich der öffentlichen Debatte entziehen wollen. Es wird für sie nicht mehr so leicht sein, sich den Mühen der Überzeugungsarbeit durch die Entmündigung der Bürger zu entziehen.

Bevor die Spindoktoren des Kanzlers jetzt in ihren Haus- und Hofpostillen eine kleine „Faymann von VfGH-Präsident rehabilitiert“-Kampagne lancieren, sollten sie einen kleinen Blick in die Archive riskieren: Der damalige Kanzlerkandidat war nicht für seine Forderung nach Volksabstimmungen kritisiert worden. Die war und ist, anders als die damalige Anbiederung eines positionslosen Opportunisten an seinen medialen Gönner, vollkommen legitim.


michael.fleischhhacker@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.10.2009)

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36 Kommentare
 
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Max B.
15.10.2009 02:07
1 0

ja, dumm, aber mündig, handlungsfähig und wahlberechtigt.

und alle politiker, abgeordneten, beamten... entspringen genau dem gleichen dummen pool, wollen aber für nichts mehr verantwortlich sein.
und genau so schaut die politik und wirtschaft grade eben aus.

ein paar leute mit verstand wollen aber noch für was verantwortlich sein und die können logischerweise nur gegen diesen vertrag sein.

Gast: peter w.
06.10.2009 10:54
0 0

balsam

Sehr geehrter Herr Fleischhacker,
erlauben Sie mir ein paar Zeilen zuIhrem Artikel zur Behandlung von Kritikern (EU,Israel) in Politik und Medien:
Vor einiger Zeit habe ich mit Hrn Rauscher(Standard)wegen seiner Gleichsetzung von EU Vertragskritikern und -Gegenern (aus meiner Sicht ergebnislos) korresponidert.
Inzwischen finde ich mich in der damaligen Ausgangsfrage Lissabonvertrag zwischen den Stühlen - trotz des Wissens um Defizite und tw. (für mich)falsche Ausrichtung des Vertrags gehöre ich (und gehörte es auch damals schon) zu den Befürwortern - finde aber Kritik berechtigt und wichtig und die Aburteilung der Kritiker unerträglich.
Aus diesem Grund möchte ich Ihnen für den Artikel danken, hoffentlich findet er Gehör.
Mit besten Grüßen
peter w
p.s.: Über die verbliebenene Hindernisse für den Lisssabon Vertrag kann ich mich schon deshalb nicht freuen, weil die mit den Motiven der Bremser nichts anfangen kann.

leokoller3
03.10.2009 22:38
1 0

Hr. Fleischhacker

Auch wieder da? Ich hab' Sie schon als verschollen geglaubt.

Dass Sie sich aber mit so einem nichtssagenden Artikel zurueckgemeldet haben, ist mehr als unerfreulich. Das ist kaum mehr als eine Auflistung einiger "no na" Reaktionen.

Tom93
03.10.2009 18:20
1 2

ich fass es nicht

der erste fleischhacker-artikel, bei dem ich jedem wort nur zustimmen kann! WAHNSINN!


Antworten Gast: Hubertus
04.10.2009 22:02
0 0

Re: ich fass es nicht

Ich auch.

7 0

Berechenbar...

...noch bevor ich denk Artikel gelesen habe war klar was drinnen stehen würde.
-Die Politik verkauft die Menschen für dumm und ist deswegen arrogant (Na ganz eine neue These)
- Lisbon treaty ist eh gut aber....(es folgen ein paar mehr oder minder wichtige Anmerkungen)
zu guter letzt
-Fayman ist ein Opportunist ( WOW jetzt kommt was neues)
Einzig und allein ich kauf ihnen eins nicht ab her Fleischhacker: Dass sie die Bürger für mündig halten.
Sie bedienen sich nur dieser Argumentation um ein bisschen gegen political corectness aufzutreten und provozieren halt ein wenig mit dem Israel- EU- Kritik Vergleich.
War alles schon da, sorry.

Gast: little_brother_is_watching_you_too!
03.10.2009 15:48
6 0

sehr geehrter herr fleischhacker

sie und ihre presse waren keine ausnahme, als es darum ging, kritiker des lissabon-vertrags als dumm und uninformiert hinzustellen.
jetzt wo es zu spät ist, brauchen sie sich gar nicht wichtig machen mit ihrem kommentar. der versuch, sich jetzt in dieser frage anders zu positionieren riecht - gelinde gesagt - etwas opportunistisch. ist das vielleicht ihre art das profil zu schärfen und mehr ecken und kanten zu zeigen - wie es jetzt ja auch die spö vor hat?

europa
03.10.2009 09:56
0 3

Sehr geehrter Herr Fleischhacker

.... ich würde Ihnen recht geben, wenn wir in Österreich Qualitätszeitungen hätten, die manipulative Falschmeldungen (Ausverkauf des Wassers, Zwang zu militärischer Intervention , etc.) als solche bezeichnen.

Realität ist aber das selbst Zeitungen wie Ihre oder der Standard den größten Unsinn populistischer EU Gegner neutral neben korrigierenden Aussagen der Befürworter stellen, aber keine Position beziehen. Wenn man dann noch an andere Maßenmedien denkt, beginnt man wirklich zu zweifeln, ob Volksabstimmungen über komplexe Sachverhalten zu vernünftigen Ergebnissen führen können.

Es könnte aber auch sein, dass Ihnen, wie Ihrem Kollege Dichand, die Euro Zeichen in den Augen leuchten, wenn sie an die Einnahmen aus den jeweiligen Kampagnen bei solchen Anstimmungen denken.

Recht gebe ich Ihnen aber, bezüglich der Aussage, dass es in Armutszeichen ist, wenn JEDE Kritik sofort mit einem Nationalismusvorwurf abgeblockt wird. Wir brauchen eine offenen und ehrliche Diskussion darüber, was in der EU falsch läuft und wie es besser gemacht werden kann.

Antworten Ka_Sandra
03.10.2009 10:51
0 3

Re: Sehr geehrter Herr Fleischhacker

Liebe(r) Europäer(in),

Ich finde die Darstellungen der Presse zur EU, unter anderem auch in der "Galerie" ("Was der EU-Vertrag wirklich bringt" und "Die 7 EU-Mythen" samt ihrer Widerlegung), durchaus ausreichend für einen Leser, der sich wirklich ein Bild machen will und Europa zwar positiv, aber auch kritisch gegenübersteht, wie z.B. Sie.

Wenn er dann auf manipulative Falschmeldungen in anderen Zeitungen stößt (so er derartige Käseblätter überhaupt liest), denkt er sich hoffentlich ohnehin sein Teil.....

Aber ich hätte auch nichts einzuwenden gegen ein bisschen schärfer Töne der Presse gegenüber diesen Hetzern.



Antworten raeter
03.10.2009 10:33
7 1

Re: Sehr geehrter Herr Fleischhacker

Die Eliten haben sich meilenweit von den Bürgerinteressen entfernt. Denken Sie an den Vorschlag 750.000 Zuwanderer aus Entwicklungsländern, jährlich in der EU aufzunehmen.Denken Sie an die noch lange unbewältigte Integration Osteuropas bei gleichzeitigen Verhandlungen mit der Türkei, einem Land, dessen Beitritt eine überwiegende Mehrheit der dann hauptbetroffenen Ländern ablehnt.

Unter dem Deckmantel EU löst sich die Demokratie auf. Lissabon ist ein weiterer Schritt dazu. Die EU trifft zwar ihre Entscheidungen nach dem Prinzip der sachlichen Richtigkeit.Gutorganisierte Lobbies geben allerdings aber vor, was richtig ist, Mit den Interessen und Wünschen der Völker und damit der Bürger Europas hat das allerdings wenig zu tun.

0 0

Unter dem Deckmantel EU löst sich die Demokratie auf

könnten sie mir bitte mitteilen, wann es in den letzten jahrzehnten (mal ganz von der EU abgesehen) es in den nationalstaaten, vor allem in ö, demokratie gegeben haben soll?

verglichen damit ist die EU sogar super demokratisch!

Antworten Antworten Gast: haus
03.10.2009 13:10
6 0

@Unter dem Deckmantel EU löst sich die Demokratie auf

Dem ist kaum etwas hinzuzufügen, merkt mittlerweile jeder Blinde nur unsere EU-Fans nicht. Entweder mit Blindheit geschlagen oder andere Motive ...

"An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen".

Antworten Antworten Gast: haus
03.10.2009 12:44
8 0

auf die Anwort der EU-Fans bin ich gespannt.

EU in der derzeitigen Form ist ein Projekt des Großkapitals, US-Kolonialverwaltung und der Kummerl, Ewiggestrigen und aller sonstigen der Unmenschlichkeit verhafteten.

Mit glühenden EU-Fans zu diskutieren ist meiner Erfahrung nach ähnlich sinnvoll wie mit bestimmen Zuwanderern, d.h. so sinnvoll wie mit einem Sieb Wasser zu schöpfen.

Durch deren Schönreden gewinnen andere die Zeit die "genialen Lösungen" (wie oben angeführt, die "energiesparende" Anti-Glühbirnderlverordnung fehlt z.B. noch) "durchzuziehen" bis es knallt.

Mit Vollgas gegen die Wand - welch Leistung ! Welch Leistung dazu bedingungslos beigetragen zu haben. Im Ernstfall hat man dann nur "Befehle befolgt".

Die EU unter den richtigen Bedingungen wäre ein weltweit richtungsweisendes Erfolgsrezept, so ist sie zum Scheitern verurteilt.
Es gäbe ja ein Vorbild das bereits Jahrhunderte funktioniert - die Schweiz - aber man erfindet lieber das Rad EUdSSR neu.

Auch darf gesunder Realismus in der EU nie zum Einsatz kommen. Daher schon ist es absolut richtig Länder wo man ohne "Beschaffung ohne Bezahlung" jahrzehntelang nicht überleben konnte sowie mit jahrzehntelanger Diktatur sofort und ohne Übergang ohne mit gewachsenen Demokratien und Rechtsstaaten in einen Topf zu werfen. Hauptsache der Gewinn stimmt.

Man kann nur beten, dass danach nicht hierorts ebenso alles auf viele Jahrzehnte kaputt ist wie in den Nachfolgestaaten von derem geistigen Vorläufer, der UdSSR und anderen verlogen-menschenverachtenden Systemen.

13 0

sehr geehrter herr fleischhacker

wenn sie sich ein auto kaufen und im kaufvertrag steht drinnen, die lieferzeit ist offen, der preis kann geändert werden, die automarke auch und es ist fraglich, ob sie ein auto oder einen sack erdäpfeln erwerben, würden sie unterschreiben?

und genau das steht im lissabonvertrag drinnen, es können teile oder der gesamte vertrag verändert werden ohne weitere zustimmung.

alleine das ist für mich der punkt, wo ich zum eu feind werde.

das sagt ihnen ein aufrichtiger demokrat, der den rechtsstaat und nicht den europäischen haftbefehl schätzt, der die todesstrafe ablehen und das schiessen von heeren auf die eigenen leute.

mfg
mc

Antworten Gast: haus
03.10.2009 12:57
5 0

"undemokratisch" und "Nicht-subsidiär" fehlt noch

sämtliche diesbezüglichen Versprecher gebrochen. Auch nach EU-Vertrag.
Sonst ist dem zuzustimmmen.

Antworten Ka_Sandra
03.10.2009 11:02
0 3

Re: sehr geehrter herr fleischhacker

Im Lissabon-Vertrag steht aber auch drin, dass EU-Gesetze NICHT nationale Verfassungsgesetze brechen (!), und dass man AUSTRETEN kann.

Und falls es tatsächlich wieder einmal - Gott möge dies verhüten - so weit kommt, dass Heere auf die eigenen Leute schießen sollen, hat hoffentlich jeder Soldat so viel Hirn und Mumm, um dies zu verweigern, egal, welcher Gesetzgeber ihm Derartiges befiehlt oder "erlaubt", ein österreichischer oder europäischer.

Antworten Antworten Gast: haus
03.10.2009 12:48
4 0

Re: Re: sehr geehrter herr fleischhacker

zu 1)"NICHT nationale Verfassungsgesetze brechen": Wird "nur" z.B. jeder der 500 EU-Bürger zum Ö-"Inländer" (wie war das mit Staatsvolk in der Verfassung?). Für die zahlen wir dann bis zum Bankrott (s. D-Studenten die uns 10x soviel kosten wie umgekehrt, Sozialsysteme).
zu 2) Austreten: In der Theorie. Schon die genauen Bedingungen nachgelesen ? Wie "frei" man danach ist zeigt ja der erpresserische Umgang der EU mit der Schweiz.

Ka_Sandra
02.10.2009 22:53
2 0

"Ja, aber.....!" muss erlaubt sein!!!

„Drüberfahren“ über die angeblich mit der Materie überforderten (= zu blöden) Bürger ist absolut kontraproduktiv.
Es schürt Ängste und berechtigtes Misstrauen und ist ein idealer Nährboden für Verhetzung, wie es z.B. die FPÖ mit ihrem an alle Erstwähler verschickten Comic vor der EU-Wahl demonstriert hat.
Darin war z.B. wider besseres Wissen mehrmals vom Ausverkauf des „klaren österreichischen Quellwassers“ die Rede, unter anderem mit dem Hinweis auf die drohende Verknappung des Weihwassers (ha, ha!). Tja, die neuentdeckte Liebe der FPÖ zum Christentum treibt gar seltsame Blüten..... Primitiv, aber durchaus wirksam.

Sicher, es kostet viel Zeit und Mühe, komplizierte Sachverhalte knapp und einleuchtend darzustellen und das Volk dann darüber abstimmen zu lassen.
Und es besteht natürlich immer die Gefahr, dass ein Referendum nicht wunschgemäß ausfällt. Ärgerlich.

Aber warum hat Österreich den dringenden Wunsch, ein „Musterschüler“ Brüssels zu sein, wenn sich andere zum Teil viel kleinere Länder ganz selbstbewusst bockig zeigen und Ausnahmerechte in Anspruch nehmen (und auch bekommen)?

Da „JA“ der österreichischen Bevölkerung zu Europa ist ein Wunschziel der Regierung, aber es muss ein „Ja, aber....!“ sein dürfen. Mit erlaubter Kritik mündiger Bürger an verbesserungswürdigen Zuständen.

Antworten Gast: haus
03.10.2009 13:06
3 0

@"Musterschüler"

stimmt.
Aber wir haben den Krieg verloren, Slowenien, Tschechien, Slowakei hat ihn gewonnen (sorry, wird mir von der dortigen Bevölkerung so dargestellt). So weit zum "Friedensprojekt". Derzeit wohl eher gegenseitiges "Plünderungsprojekt" wo auf beiden Seiten die Kleinen und Ehrlichen die guten Willens sind in den Staaten zunehmend draufzahlen.
Eine EU die zur seltsamen Gas- und Benzinpreisgestaltung der letzten Monate nichts zu sagen hat, hat auch denen nichts zu sagen die die Zeche dafür zahlen. Aber Hauptsache man ermtitelt gegen ein Kartell für Badezimmermöbel und Lifte (wo der wahre Gewinn mittlerweile im EU-vorgeschriebenen Betreuungsvertrag liegt).

EU in der derzeitigen Form ist ein Projekt des Großkapitals, US-Kolonialverwaltung und der Kummerl, Ewiggestrigen und aller sonstigen der Unmenschlichkeit verhafteten aber sicher nicht des "Souveräns", des Volkes.

8 1

Sicher, es kostet Zeit und viel qualitätsjournalistische Überzeugungsarbeit,

den dummen Bürger so lange zu manipulieren, bis er das richtige Kreuzerl macht.

Da weiß man nicht, wessen Art präpotenter ist.

Faktum ist, dass die SPÖ gemeinsam mit allen Parlamentsparteien mit Ausnahme der FPÖ den Reformvertrag von Lissabon im Parlament ratifiziert hat. Damit hört Österreich auf, ein souveräner Staat zu sein. Es wird auch keine "wesentlichen" Verfassungsänderungen mehr geben, die lt. Faymann aber Voraussetzung für ein zukünftiges Referendum sein müssen. Keine Angst also, die Gefahr von ärgerlichen Wahlergebnissen nähert sich damit praktisch Null.

Mit Unterstützung von Fleischhacker & Co gelingt es der SPÖ aber vielleicht, ihre Hände zu diesem Verrat und Verkauf der Republik in Unschuld zu waschen. Dazu muss man aber die ehemals von dieser Zeitung als braune Wohlstandsverlierer dargestellten EU-Kritiker ein wenig bauchpinseln. Vielleicht kehren sie dann ja zur roten Mama in Wien zurück.

der graf
02.10.2009 21:57
7 8

Guter Artikel. Sowas wuerde in Standard NIE erscheinen!!


Antworten Gast: bravo, fleischhacker!
03.10.2009 12:22
0 5

Re: Guter Artikel. Sowas wuerde in Standard NIE erscheinen!!

völlig richtig.

der leitartikel fleischhackers ist wohltuend im vergleich zum standard-artikel aus demselben anlass:

http://derstandard.at/fs/1234509365196/Blog-KrisenFrey-Der-Irrtum-des-Hoechstrichters?id=1234509365196" target="_blank">http://derstandard.at/fs/1234509365196/Blog-KrisenFrey-Der-Irrtum-des-Hoechstrichters?id=1234509365196

Antworten Gast: gast
02.10.2009 22:37
8 3

Schleimer


Antworten Antworten der graf
03.10.2009 01:58
6 5

Re: Schleimer

Haha, na und? Mann muss ja auch mal klar sagen wenn einem was gefaellt.

Gast: Gast
02.10.2009 20:59
5 0

Abstimmungen

Daß die Politiker ihre Wähler für zu dumm halten, weitreichende Entscheidungen zu treffen, zeugt
von einer gewissen Fähigkeit zur Selbstkritik.

Gast: Gast
02.10.2009 20:33
2 0

Dass die Bürger zu dumm wären

und Abstimmungen klasse, regt den Autor auch nur deswegen auf, weil ersteres die ÖVP meint und zweiteres die SPÖ.

Auch die größten EU-Fanatiker können eigentlich gar nichts gegen ZUKÜNFTIGE nationale Volksabstimmungen haben. Seit der Zustimmung Österreichs zum Lissabon Vertrag gibt es nämlich kein Veto-Recht mehr. Dies bedeutet, dass Volksabstimmungen leider nicht umgesetzt werden können. Aber beim Stimmvieh kann man damit punkten und das dürfte auch dem Chefredakteur der neuen Presse das allergrößte Anliegen sein, sonst würde er nicht versuchen, die Österreicher für dumm zu verkaufen.

 
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