10.02.2012 14:23 | Meine Presse Merkliste0

An dem Ast sägen, auf dem man sitzt

MICHAEL PRÜLLER (Die Presse)

Kreuze im öffentlichen Raum zu verbieten klingt vernünftig – gefährdet aber die laizistische Gesellschaft.

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Ob Kruzifixe in Klassenzimmern oder Kindergärten hängen dürfen oder nicht, wurde in den letzten Jahren immer wieder diskutiert – in Bayern und Italien, Spanien und Frankreich, in Tirol und Linz. Erstmals hat nun dazu der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte gesprochen: Sie dürfen nicht – weil „das Ausstellen eines konfessionellen Symbols die Rechte der Eltern, ihre Kinder nach ihren Überzeugungen zu erziehen, beschneidet – ebenso wie das Recht der Schüler zu glauben oder nicht zu glauben“.

Unter Juristen ist diese Sichtweise nicht neu, aber umstritten. Das Grundrecht auf Glaubens- und Gewissensfreiheit (Artikel 9 der Menschenrechtskonvention) gewährleiste auch „negative Glaubensfreiheit“, sagen die einen. Also das Recht, nicht zur Konfrontation mit unerwünschten Glaubensinhalten gezwungen zu werden. Einspruch, Euer Ehren, sagen die anderen: Artikel 9 sichere nur die Freiheit der aktiven Religionsausübung, beinhalte aber keinen Anspruch, von anderen Glaubensäußerungen unbehelligt zu bleiben.

Im Straßburger Gerichtshof haben sich also nun sieben Richter gefunden, die einstimmig die erste Meinung vertreten, die mit dem Recht auf negative Glaubensfreiheit. Sie haben einer Mutter recht gegeben, die den italienischen Staat geklagt hat, weil Kreuze in den Klassen ihrer Söhne „dem Geist der Laizität entgegenstanden sind, in dem sie ihre Kinder zu erziehen wünscht“. Ihr Urteilsspruch könnte ein Pyrrhussieg für den laizistischen Staat sein.

Denn was sind Kreuze in Klassenzimmern? Nur sehr eingeschränkt ein Propagandainstrument der Christenheit, darum bringen sie der Kirche selbst am wenigsten (im Gegenteil: eine privilegierte Existenz birgt immer die Gefahr, faul und fett zu werden). Im Grunde haben Kreuze im staatlichen Dienst heute die Funktion einer zivilisatorischen Positionsbestimmung: „Unsere Werte sind die einer auf dem Boden des Christentums gewachsenen Kultur.“ Sie sind etwa für Zuwanderer eine Aufforderung, sich zu fragen, ob man dazupasst oder nicht. Eine ziemlich unaufdringliche Aufforderung: Sie verlangt nicht nach Bekenntnissen oder Unterwerfungsgesten; sie ist einfach nur da.

Nun kann man natürlich hergehen und das Christentum aus dem genetischen Code der europäischen Zivilisation streichen und hoffen, dass das, was übrig bleibt, ein halbwegs standfestes Gebilde abgibt. Das Gerichtsurteil legt einen solchen Weg nahe, indem es das Vorhandensein christlicher Symbolik im öffentlichen Raum als unzulässigen Angriff auf die Freiheit klassifiziert.

Da dürfte es dann auch keine Bestimmungen wie etwa die im österreichischen Schulorganisationsgesetz geben: „Die österreichische Schule hat die Aufgabe, an der Entwicklung der Anlagen der Jugend nach den sittlichen, religiösen und sozialen Werten [...] mitzuwirken.“ In Griechenland ist das Christentum Staatsreligion, in Deutschland steht Gott in der Verfassung, in Großbritannien gibt es eine Staatskirche [...] – das alles und noch viele kleinere Rückbezüge auf die Quellen der europäischen Zivilisation müssen fallen, wenn man das Prinzip der „negativen Glaubensfreiheit“ wirklich ernst nehmen will. Oder meint das Urteil bloß, dass ein Land durchaus Sympathien für sein christliches Erbe haben, das aber nicht deutlich machen darf – also ein Votum für Etikettenschwindel?


Das Prinzip der negativen Glaubensfreiheit ist überhaupt problematisch. Nicht nur, weil es die Frage unlösbar macht, wie man im Zeitalter der Zuwanderung europäische Leitkultur definieren kann. Sondern auch – und vielleicht vor allem –, weil es einer Illusion aufsitzt. Die Begründung der klagenden Mutter sagt eigentlich schon alles: Die Kreuze müssen weg, „weil sie dem Geist der Laizität entgegenstehen, in dem sie ihre Kinder zu erziehen wünscht“. Auch sie hat also ein Glaubensbekenntnis, nämlich den „Geist der Laizität“, und die anderen sollen sich dem gefälligst anpassen. Was, wenn jemand kommt und etwa die Lehrerinnen durch Lehrer ersetzt haben will, weil sie den Lehren des Propheten entgegenstehen, nach denen derjenige seine Kinder zu erziehen wünscht?

Neutralität gibt es in dieser Frage nicht: Jede Lösung nimmt gegen irgendeine Partei Stellung, nimmt irgendjemandem etwas weg, bevorzugt etwas. Laizität als Staatsreligion ist zwar vielleicht die Vision der europäischen Menschenrechtsrichter. Aber es ist ein steriles Konzept, aus dem allein nichts wachsen kann außer einem Vakuum, in das andere, kräftigere Glaubensströme eindringen werden. Dann ist es auch mit unserem Begriff der Menschenrechte vorbei – übrigens auch ein, vielleicht zunächst ungeliebter, Sprössling des Christentums.


michael.prueller@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.11.2009)

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204 Kommentare
 
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Gast: Armin
11.11.2009 06:59
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Entfremdung

Dies birgt alles die Entfremdung unserer Kultur. Ich selber bin Italiener - zwar einer derjenigen welcher sich selber keiner Religion zuspricht, doch ein strikter Gegner dieser Maßnahme.

Wenn so etwas beschlossen wird, wird ein Ast unserer Kultur abgesägt. Wollen sie als nächstes Weihnachten, auch ein kulturell (eigentlich ein vor-christlich) veranlagtes Fest verbieten?
Darf Nikolaus nicht mehr kommen und die Kinder beglücken?

Wer nicht bereit ist sich einer Kultur eines Landes an zu passen welchem er "beitritt" (ich formulier es extra milde), dann hat dieser Mensch auch kein Recht daran die Rechte und die Kulturgepflogenheiten des Landes zu ändern. Immer wird nur auf sein eigenes Wohlbefinden geschaut, jeder versucht nicht die Lage des Anderen zu verstehen, sondern nur darauf zu schauen wie es einem selber besser gehn kann/könnte.

In dieser hinsicht spreche ich dem Christentum zu 100% zu, jeder Mensch sollte sich selbst zuerst unter die Lupe nehmen, bevor er jemand anderen richtet und jeder hat das volle Recht sich auch NICHT einer Glaubensgemeinschaft verpflichten zu müssen

für rückmeldungen/fragen/anregungen:
freakfanat@yahoo.de
(werde diesen threat höchstwahrscheinlich nicht mehr besuchen......)

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Auch das Kreuz ist nicht mehr als: Tradition, tradition, tradition

[TEVYE]
Tradition, tradition! Tradition!
Tradition, tradition! Tradition!

[TEVYE & PAPAS]
Who, day and night, must scramble for a living,
Feed a wife and children, say his daily prayers?
And who has the right, as master of the house,
To have the final word at home?

The Papa, the Papa! Tradition.
The Papa, the Papa! Tradition.

[GOLDE & MAMAS]
Who must know the way to make a proper home,
A quiet home, a kosher home?
Who must raise the family and run the home,
So Papa's free to read the holy books?

The Mama, the Mama! Tradition!
The Mama, the Mama! Tradition!

[SONS]
At three, I started Hebrew school. At ten, I learned a trade.
I hear they've picked a bride for me. I hope she's pretty.

The son, the son! Tradition!
The son, the son! Tradition!

[DAUGHTERS]
And who does Mama teach to mend and tend and fix,
Preparing me to marry whoever Papa picks?

The daughter, the daughter! Tradition!
The daughter, the daughter! Tradition!

Aus: "The fiddler on the roof" oder "Anatevka"

Na ja, wenn ihr alle so dran hängt, vielleicht überlege ich es mir noch (Einstimmigkeit vorausgesetzt).

areopagit
06.11.2009 23:43
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Danke raeter und John S. Mill

Solch bereichernde Dialoge sind einfac erbaulich, Danke!

Lieber John S. Mill!
Schön, wenn Sie geachtet sind und Ihre Rechte vor Gerichten erkämpfen können.
Ich findes es aber noch wunderbarer geschätz und geachtet zu werden, wenn mir ein weltliches Gericht dieses Recht vorenthält, weil staatliche "Menschenrechte" aners verstanden werden.

Vielleicht ist dann die christlich Barmherzigkeit hilfreicher, als jedes juridische Urteil?!

Gast: lancelot
06.11.2009 09:51
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Sg Mill

wer anders als Gott kann die Aussage treffen, dass alle Menschen gleich sind ?
Wenn dem so ist, woher - wessen Geist- kann gültig erklären, dass es sowas wie Menschenrechte gibt ? Der Darwinismus ? HaHa.
Glauben Sie die Aufklärung hat keine lange Vorlaufzeit gebraucht ? Lange vor der Aufklärung gab es die Erkenntnis, dass Männer und Frauen, dass Griechen und Juden, dass Alte und Junge (auch jene im Mutterleib) vor Gott gleich sind ! Vor wem sollten denn sonst die Menschen gleich sein ? Untereinander ? lachhaft. Untereinander, ohne letzte Instanz, ist der Mensch des Menschen Wolf.

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Re: Sg Mill

Wenn der liebe Jesus sagt: "Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan", dann setzt er ja auch Standesunterschiede voraus. Ich möchte aber nicht als Geringer auf die christliche Barmherzigkeit angewiesen bleiben, sondern als freier und gleicher Staatsbürger meine Rechte vor unparteiischen und neutralen Gerichten (auch gegen die Mehrheit) einklagen können; und ich denke, das wollen wir alle. weil niemand von uns weiß, in welche Situation er einmal gerät.

Antworten Antworten raeter
06.11.2009 13:03
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Re: Re: Sg Mill

Das ist einfacher als Sie denken.

Der geringste bezieht sich auf die Erde. Die Gleichheit bezieht sich auf Gott. Damit wurde der elementare Grundgedanke der Gleichheit ins praktische Leben. Bei jedem Begräbnis für Hinterbliebene erlebbar. Aus diesem Gedankengut entwickelte sich langsam der Gleichheitsgedanke, der heute von den sogenannten Aufgeklärten exklusiv für die Aufklärung in Anspruch genommen wurde. Dabei vergessen diese meistens, daß gar nicht wenige Grundsatzdenker der Aufklärung mit dem Glauben und Gott ihren Frieden hatten.

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Re: Re: Re: Sg Mill

Stimmt nicht; es geht um das Jüngste Gericht und darum, wer dor am besten davonkommt.

Die Anwesenden fragen, worauf es denn ankomme bei diesem Gericht, und
die Gesegneten wie die Verfluchten sind von der Antwort gleicherweise
überrascht. Das einzige Kriterium des Gerichts ist unser Verhalten gegenüber
den Hungernden und Dürstenden, gegenüber den Fremden und
Obdachlosen, gegenüber den Nackten, Kranken und Gefangenen. Jesus
identifiziert sich mit dem geringsten seiner Brüder. Er lässt sich finden in den
Schwachen und Verlorenen, in den Hungernden und Armen (Mt 25, 40).

Antworten Antworten Antworten Antworten raeter
06.11.2009 14:00
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Re: Re: Re: Re: Sg Mill

Vor dem christlichen Gott sind alle Menschen gleich. Das Handeln der Menschen ist es nicht. Und selbst da kann im Christentum durch Reue (siehe Kreuzigung) verziehen werden.

Es bleibt dabei: Unsere Gesellschaft steht auf jüdisch/christlichen und griechisch/römischen Fundament.


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Re: Re: Re: Re: Re: Sg Mill

Richtig. Das unterschreib ich auch. Den arabischen Einfluss haben Sie noch vergessen. Erst über diesen Umweg ist nämlich der Aristoteles in das christliche europäische Mittelalter gelangt und hat es von den finsteren Mächten (Hexenverbrennung, Inquisition, Pogrome, Folter, Kreuzzüge etc, etc) befreit. Das alles wollen wir jetzt wieder ganz schnell vergessen? Ich hab ja nichts gegen Religion und Religionssymbole. Ich hab nur etwas dagegen, dass eine Religion mit staatlicher Unterstützung von sich behaupten kann, dass sie die Leitreligion sei und die anderen nur geduldete Religionen 2. Klasse. Das ist nicht gut. Und wenn behauptet wird, wir würden die Toleranz der christlichen Tradition verdanken, so ist das durch die Geschichte widerlegt. Unser Bildungssystem ist zwar schon ziemlich am Hund, aber so ungebildet sind die Leute noch nicht, dass sie das wirklich glauben.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten raeter
06.11.2009 17:32
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Sg Mill

Den arabischen Anteil als Mittler für die griechische Philosophie habe ich nicht vergessen. Ich denke an Averroes von Cordoba (Ibn Ruschd), den Kommentator von Aristoteles, ich denke an die Texte der Griechen, die im muslimischen Raum jahrhundertelang überdauert haben, aber es kam wenig Prägendes nach Europa.

Averroes wurde übrigens nach Marokko verbannt. Das was sie den Christen vorwerfen, finden Sie in islamischen Staaten heute noch. Steinigung von Frauen..........

Das mit der 2. Klasse Religion entspircht dem Verständnis eines Moslems, bei Christen gibt es das in dieser Form nicht.

Die westliche Welt entspringt steht auf den 2 Beinen die, jüdisch/christlich und griechisch/römisch sind. Das sind Fakten. Wenn nun eine kulturelle "Bereicherung" durch den Islam dazukommt, müssen wir erst sehen, wie sich das mit den Grundsätzen des Westens versteht. Ich bin da sehr skeptisch. Eine Chance sähe ich, würden sich die Muslime ebenso auf ihre antiken Wurzeln besinnen. Die Iraner haben damit zart begonnen.

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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Sg Mill

jüdisch/christlich und griechisch/römisch ist eben viel mehr als nur das Kreuz. Man darf das nicht nur auf das Kreuz reduzieren. Ich glaube nicht, dass die jüdische Welt im Kreuz ihre Identität inkludiert sieht.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten raeter
08.11.2009 09:27
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Sg Mill

Und weswegen soll dann das Kreuz abgenommen werden?

Zig-Stadt- und Landesflaggen Europas führen das Kreuz. Soll das dann auch weg?

Ich denke mit dem Kreuz - an der Wand - stehen wir auf besseren Beinen und bekennen uns damit sichtbar zu unseren Traditionen (ein Wert, auch für Agnostiker und Atheisten).

Mit dem Kreuz bekämpft der "moderne" Kapitalismus grundsätzlich die Religion, weswegen sich auch Muslime für das Kreuz an der Wand ausgesprochen haben.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Jester
08.11.2009 21:46
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Sg Mill

Bin informiert worden, dass es einen Unterschied zwischen Kreuz und Kruzifix gibt. Das Kruzifix muß den Gekreuzigten beinhalten. Das Kreuz nicht.
Der Gerichtshof hat in seinem Urteil ja ausschließlich vom Kruzifix gesprochen - nicht vom Kreuz.

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09.11.2009 11:22
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Sg Mill

Und Sie meinen, auf diesen Unterschied könnte es ankommen?


Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Jester
09.11.2009 15:50
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Sg Mill

Das Kruzifix ist das wichtigste Symbol der katholischen Kirche und damit begeben wir uns auf die politische Ebene.

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Re: Sg Mill

Also die katholische Kirchen hat eigentlich immer nur gepredigt, dass es Unterschiede zwischen den Menschen geben muss und dass die Menschen nicht gleich sind. Dass der Kaiser von Gottes Gnaden über seine Untertanen herrschen darf, dass Frauen keine Bischöfe sein können, dass uneheliche Kinder nicht dieselben Rechte haben wie ehelich geborene, dass gleichgeschlechtliche Paare nicht heiraten dürfen usw usf. Die Erkenntnis der Gleichheit aller Menschen ist, so leid mir das tut, nicht auf dem Mist der Kirche gewachsen.

Antworten Antworten raeter
06.11.2009 13:09
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Re: Re: Sg Mill

Die Menschen sind nicht gleich. Es gibt Kluge und Dumme, es gibt Schöne und Hässliche, es gibt Frauen und Männer.....Sie sind aber gleichwertig.

Daraus ergeben sich unterschiedliche Lebensmuster. Oder glauben Sie, daß man aus dem Gleichheitsgedanken heraus, einen Blinden zum Busfahrer machen kann?


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Re: Re: Re: Sg Mill

Danke, jetzt hammas: Die Menschen sind nicht gleich, weil der liebe Gott sie unterschiedlich geschaffen hat und deshalb müssen wir uns auch mit widersinnigen Unterschieden in den gesellschaftlichen Verhältnissen abfinden. Daher rührt das gestörte Verhältnis der Kirchenanhänger zum Gleichheitsbegriff des liberalen Rechtsstaates.

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06.11.2009 17:17
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Re: Re: Re: Re: Sg Mill

Wären die Menschen nicht unterschiedlich geschaffen, wären sie Maschinen. Könnten Sie sich vorstellen, in einer Welt zu leben, in der alle gleichartig gleich sind? Sind Sie vom Kommunismus noch nicht geheilt?

Im übrigen glaube ich nicht, daß Sie beurteilen können, warum der Liebe Gott wen, wie, warum geschaffen hat.

Sie sollten Menschen, die glauben, den Respekt entgegen bringen, den sie für sich beanspruchen.

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Re: Re: Re: Re: Re: Sg Mill

Der Kommunismus predigt nicht den Gleichheitsbegriff der Aufklärung, sondern die Dikatatur des Proletariates. Übrigens: Ich bringe allen Menschen, die glauben, Respekt entgegen. Ich gehe gelegentlich auch in die Kirche.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten raeter
06.11.2009 17:41
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Sg Mill

Diktatur des Proletariats um wirtschaftliche Gleichheit zu erreichen!

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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Sg Mill

Der bürgerliche Gleichheitsbegriff strebt nicht wirtschaftliche Gleichheit, sondern rechtliche Gleichheit an. Da darf es auch ganz Reiche und ganz Arme geben. Nur rechtlich abgestütze Standesunterschiede, die die Kirche immer gerechtfertigt hat (Kaiser, Fürst, Grundherr, Bauer) sind abzulehen. Jeder muss auch das gleiche Recht haben, nach seiner Fasson selig zu werden und niemand soll den anderen zwingen können, bestimmte religiöse Symbole zu konsumieren oder nicht zu konsumieren.

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06.11.2009 18:28
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Sg Mill

Hier stimme ich Ihnen zu. Die Kirche als Institution war über Jahrhunderte Herrscherin. Es ist gut, daß das heute anders ist.

Religion muß privat sein, kann aber auch den öffentlichen Raum nutzen, soferne sie sich dem Rechtssystem des Staates unterwirft. Dabei muss ihren Vertretern zugestanden werden, sich für religiöse Inhalte öffentlich einzusetzen, auch wenn dies gegen den mainstream verstößt (Abtreibung, Homosexualität, Ehe....).
Als strukturellen Teil des Staates möchte ich keine Religion in Österreich an der Macht sehen.

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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Sg Mill

Natürlich sollen Politiker auch religiös motivierte Ansichten vertreten. Problematisch wird es nur, wenn sie im missionarischen Eifer die bürgerlichen Freiheiten aushöhlen wollen. Wenn man sagt, in Religionsfragen gebe es keine Neutralität, dann heißt das praktisch: "Wer nicht für mich ist, ist gegen mich."

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09.11.2009 11:24
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Sg Mill

Auch hier stimme ich Ihnen zu. Religion ist in einer bürgerlich "freien" Gesellschaft ein Balanceakt. Auch Christen sind vor Fundamentalismus
nicht gefeit. Allerdings rechtfertigt das keinen atheistischen Fundamentalismus.

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06.11.2009 18:32
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Sg Mill

demokratischen Rechtssystem unterwirft

 
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