25.05.2012 16:17 | Meine Presse Merkliste 0

Die klammheimliche Freude der Verlierer

MICHAEL FLEISCHHACKER (Die Presse)

Erst, wenn das Jahr 1968 so weit weg ist wie 1945, wird man einen umfassenden Blick auf 1989 werfen können.

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Die Erinnerung an Ereignisse, die den Lauf der Geschichte entscheidend beeinflusst haben, ist immer auch eine Einladung zur Neuformulierung dieser Geschichte. Jede Generation schreibt sich die Geschichte neu, zugeschnitten auf die jeweils aktuellen Interessen. Wer glaubt, dass es so etwas wie die Geschichte gibt, muss das für eine unendliche und unerträgliche Abfolge von Geschichtsfälschungen halten. Wer weiß, dass Geschichtsschreibung immer nur in der Zusammenstellung eines temporären Kanons aus dem unendlich großen Fundus von Geschichten besteht, wird in der Lage sein, aus dem jeweiligen Stand der Geschichtsschreibung Rückschlüsse auf die aktuellen politischen und ökonomischen Zustände einer Gesellschaft zu ziehen.

Also werden auch künftige Generationen aus der Lektüre der 2009 erschienenen historischen Beiträge zum „Wunderjahr 1989“ ihre Lehren ziehen. Man wird das wohl als das letzte Aufbäumen einer abtretenden Deutungselite in den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften interpretieren, die sich dank einer weltweiten Wirtschaftskrise der kritischen Reflexion ihrer gescheiterten Utopien zu entziehen versuchen.

Wäre die Immobilienblase zwei Jahre später geplatzt und damit die große Wirtschaftskrise erst nach dem Wendejubiläum ausgebrochen, würden wir in diesen Tagen die Erinnerung an den Sieg der individuellen Freiheit über die kollektive Unfreiheit feiern. Vielleicht dürften wir sogar damit rechnen, dass jene Exponenten der „68er“-Generation, die vor 20 Jahren gegen die deutsche Wiedervereinigung waren und das Ende des Staatssozialismus bedauerten, ihre damalige Position sanft infrage stellen.


Aber die Nostalgiker der sozialistischen Utopie, die Denunzianten der politischen und ökonomischen Freiheit fühlen sich heute als Krisengewinnler. Sie sehen sich voll bestätigt: Seht ihr, sagen sie, wir haben doch immer gesagt, dass der Kapitalismus keine Zukunft hat und der Sozialismus voreilig totgesagt wurde. Francis Fukuyamas Essay über das „Ende der Geschichte“ und die Etablierung der liberalen Demokratie auf marktwirtschaftlicher Basis als finaler Form der gesellschaftlichen Organisation halten sie für widerlegt.

Sie haben genauso unrecht, wie sie vor 20 Jahren unrecht hatten, als sie den Niedergang eines Imperiums betrauerten, dem sie über Jahrzehnte hinweg eine intellektuelle Legitimation verschafft hatten, obwohl sie wissen konnten, dass es nur durch Unterdrückung und millionenfachen Mord aufrechterhalten werden konnte. Sie, die sich ihre gesellschaftlichen Machtpositionen durch eine gnadenlose Abrechnung mit dem Mitläufertum ihrer Elterngeneration erkämpft hatten, wurden ihrerseits zu Apologeten eines Mörderregimes, das den Vorteil bot, seinen Mitläufern die Ausrede „Wir haben ja nichts gewusst“ durch einen Eisernen Vorhang zu erleichtern.

Jetzt gehen sie in Pension, sie räumen ihre Schreibtische in Ministerien und Universitäten. Tribunale, wie sie sie selbst mit ihrer Elterngeneration veranstaltet haben, müssen sie nicht fürchten: Die Morde, die sie verharmlost haben, fanden nicht vor ihren Augen und mit ihrer Beteiligung statt. Und die Geschichte gönnt ihnen jetzt auch einen Abgang ohne Gesichtsverlust: Für den Moment dürfen sie sich bestätigt fühlen, und beim nächsten runden Jahrestag kräht kein Hahn mehr nach ihnen.


Vor zehn Jahren dominierte beim Gedenken an das Wunder von 1989 der Triumphalismus der Sieger, heute steht die klammheimliche Freude der Verlierer im Mittelpunkt, ideologisch noch einmal mit einem blauen Auge in den gesellschaftlichen Ruhestand davongekommen zu sein. In zehn Jahren wird sich hoffentlich zeigen, dass Francis Fukuyama recht hat, wenn er dieser Tage seinen Befund vom „Ende der Geschichte“ gegen alle krisenbedingten Anfechtungen verteidigt: Die Überlegenheit der liberalen Demokratie auf marktwirtschaftlicher Basis ist ein irreversibler Befund, der nur von islamischen Fundamentalisten, aftersozialistischen Despoten und deutschsprachigen Soziologen im Pensionsalter angezweifelt wird.

Wir werden dann die Geschichte noch einmal neu schreiben. Ohne den Triumphalismus von gestern und ohne das Wegstehlen aus der Verantwortung für die eigenen Irrtümer von heute.

Erst, wenn 1968 so weit weg ist wie 1945, wird man einen umfassenden Blick auf 1989 werfen können.

 


michael.fleischhacker@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.11.2009)

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30 Kommentare
 
1 2
Gast: Asterix
08.11.2009 16:10
0 2

Grandios!

Wieder einmal bravourös, qualitativ hochwertig in allen Belangen, einfach genial!Wie macht das der Fleischhacker? Egal - er wird immer besser! Danke!

Gast: Christdemokrat
08.11.2009 15:04
0 0

Systemkonkurrenz

Schon im Rahmen der Vorbereitungen zum EU-Beitritt unseres Landes, wurde Stimmen laut, die den Wegfall der "Systemkonkurrenz" aus dem Osten, eine Aufuferung der sozialen-Marktwirtschaft zum Kapitalismus amerikanischer Prägung befürchteten und das waren nicht ausschließlich 68er. Selbst einer der höchsten Repräsentanten der Unternehmer in Österreich - Dr. Leitl, Wirtschaftskammerpräsident - hat in der heutigen Pressestunde darauf verwiesen, wie sehr in der Finanzwirtschaft der Wall-Street die Regeln bzw. den Wegfall von Regeln vorgegeben hat. Bei der Kapitalismuskritik handelt es sich also nicht ausschließlich um eine Kritik der Verlierer. Die Vergötzung des Gewinnes als Selbstzweck und die gleichzeitige Vergötzung des Geldes als alleinige Antriebskraft des Wirtschaftens, kann nicht nachhaltig sein. 1989 hat die Freiheit gesiegt, in Ostdeutschland waren es mutige Christen in der Tschechoslowakei die Idealisten um Vaclav Havel usw., das sind aber nicht Menschen die sich später dem Kapitalismus verschrieben haben. Die 68er haben es sich - nachdem ihre Karriereziele erreicht waren - in der Regel fein eingerichtet. Helmut Schröder, Joschka Fischer sind die Prototypen dafür. Z.B. war Schröder in mehreren Aufsichtsräten großer deutscher Industrieunternehmen, sein Vorgänger Khol hatte das immer vermieden. Da die Aktiengesellschaft aber der prototypische Ausdruck des Kapitalismus überhaupt ist, wird gerade durch dieses Beispiel die Verhaberung der Alt68er mit diesem System deutlich.

Migrant
08.11.2009 14:05
0 0

Geschichte ist ...

... jene Lüge, auf welche sich die (jeweils) herrschenden Historiker einigen. Leider.

APFELSYS
07.11.2009 18:06
1 0

Sehr geehrter Herr CR!

Anscheinend ist Ihnen und Ihrem CvD die grandiose Resonanz zu Ihrem Leitartikel am Freitag nicht all zu gut bekommen.

Zuviel gefiert?

Wie kommt es, dass das Fernsehprogramm am Samstag, jenen des Freitags gleicht????

Dem ORF ist ja alles zuzutrauen. Aber das?

Es sind diese Kleinigkeiten, die
NERVEN !!
NERVEN !!
NERVEN !!


Ka_Sandra
07.11.2009 17:39
2 1

Ja, die Achtundsechziger .....

.....gingen hart ins Gericht mit dem Kapitalismus und dem „herrschenden System“, ebenso mit der Elterngeneration. Gleichzeitig verherrlichten sie blindlings und kritiklos kommunistische Diktatoren, Massenmörder und Guerilleros. Ihre Selbstgerechtigkeit ist zum Teil bis heute unerschütterlich:

Obwohl die meisten längst gutbezahlte Nutznießer des Establishment sind, das sie einst kritisierten und bekämpften, haben sie sich nur vereinzelt aufgerafft, ihre damaligen Irrungen und Wirrungen einzugestehen.

In hervorragender Weise ist dies Götz Aly, damals selbst aktiver Rebell, in seinem gut recherchierten Buch „Unser Kampf. 1968“ (Fischer Verlag 2008) gelungen. Lesens- und lobenswert!

Viele seiner ehemaligen Kommilitonen waren über dieses Zeugnis der Selbsterkenntnis und -kritik naturgemäß nicht begeistert, weil sie und ihre „gescheiterten Utopien“ damit selbst am Pranger standen.

Die Alt-Achtundsechziger haben keinen Grund zur klammheimlichen Freude. Dass kommunistische Systeme sich nirgendwo auf der Welt bewährt haben und nur mittels Unterdrückung aufrechterhalten werden konnten / können, ist trotz der aktuellen Krise unwiderlegbar.

Ich finde diesen Leitartikel ausgezeichnet. Danke!

Gast: Bösewicht
07.11.2009 17:14
2 1

.

Herrn Fleischhackers Deutung von Geschichte klingt sehr plausibel. Auch seine Darstellung der ¿68er scheint mir treffend. Nur seine Schussfolgerung ist falsch: Der Zusammenbruch des Realen Sozialismus heißt noch lange nicht, dass die liberale Demokratie die erfolgreiche Daseinsform schlechthin ist. Und für diese Erkenntnis muss man weder Marxist noch Muslim sein. Ein kurzer Blick auf die Zustände im gegenwärtigen Europa sollte uns das doch zeigen. Europa steuert durch die Installierung von inkompatiblen Parallelgesellschaften direkt auf ein Ende des sozialen und politischen Friedens zu.

Tom93
07.11.2009 17:11
0 3

jetzt sind also wieder die 68er dran beim möchtegern-jeanné der "presse"

war schon länger her, dass die lieblings-sündenböcke für alles schlechte auf dieser welt bei fleischi vorgekommen sind. jetzt ist es aber wieder soweit, hurra!

wieso haben sie eigentlich so einen 68er-komplex , herr fleischhacker? und wenn das eh eine "abtretende deutungselite" ist, wieso dann noch hinterhertreten? vielleicht weil sie einen minderwertigkeitskomplex haben, weil selber nie doktor oder magister geworden?

bitte versuchen sie wenigstens ihre persönlichen obsessionen und haßorgien auf eine paar 65-70-jährige linke, die es in ö eh so gut wie gar nicht gibt, etwas im zaum zu halten. das würde ich mir von einer sogenannten "qualitätzeitung" die immer so viel auf ihr (angebliches) "niveau" gibt, eher erwarten.

aber sie haben halt den stil eines jeannée, warum gehen sie denn nicht gleich zur krone? ist gerade keine stelle frei?

Antworten analogo
07.11.2009 22:01
0 2

Re: jetzt sind also wieder die 68er dran beim möchtegern-jeanné der

Hoppla...schon wieder der ehem. Volontär v.Standard mit seinen Absonderungen. Na ja, "unser" Ana rcho-Freund...und das Leben ist lustig und doch so widersprüchlich. Freundschaft !

Antworten Gast: gasteig
07.11.2009 18:59
1 1

Re: jetzt sind also wieder die 68er dran beim möchtegern-jeanné der

glücklicherweise ist für Fleischhacker kein Posten im Löwelstraßen -Container frei - so wie für Sie, gell ?

Gast: Nebelkrähe
07.11.2009 11:33
0 1

Geschichte

Was Ihre Auffassung von Geschichte betrifft, einverstanden. Aber: a) Die 68iger wussten sehr wohl von den Massenmorden im „realen“ Sozialismus, nur hat sie das bis heute nicht berührt. b) Die „gnadenlose Abrechnung“ mit der Elterngeneration war im Sinne der WWII Sieger und von diesen induziert. c) Gespeist wurde sie nicht von der Empörung über millionenfaches Sterben, sondern von der unendlichen Enttäuschung, dass der Krieg von der Elterngeneration verloren wurde. d) Verlassen Sie sich nicht auf Fukuyama. Die Geschichte ist mit „liberaler Demokratie und Marktwirtschaft“ nicht zu Ende. Alles bisher schon Dagewesen kann sich wiederholen, mit Berücksichtigung der technologischen Entwicklung.

Fintofanto
07.11.2009 11:32
0 0

"Geschichtsschreibung ist Geschichtsfälschung".

Zitat wird - ob zu Recht, oder nicht - Herodot, dem "Vater der Geschichtsschreibung", zugeschrieben. Sie, Herr Fleischhacker, gehen davon aus, dass sich durch Zeitabläufe die von zahlreichen Ideologien und Polit-Trends hundertfach umgeschriebenen Gschichterln halt irgendwann als *Die Objektive Geschichte* herauskristallisieren könnte.

Dem ist nicht so. Wenn Sie sich zutrauen, ein objektives Geschichtsbild über die Zeit Ramses' II herausschälen zu können, dann gelten Sie eventuell als ambitioniert, mehr aber auch nicht. Wir werden seit Beginn der Geschichtsschreibung belogen, wir wurden im Alten Rom belogen, in Byzanz, vor und nach 1945, wir werden bis heute belogen.

Je nach der gerade politisch korrekten Ideologie ziehen sich diese Lügen über Jahrtausende und werden es immer tun, so lange es Herrschaftssysteme und Ideologien geben wird. Der Ablauf längerer Zeitspannen entwirrt diese Geschichtslügen in keiner Weise, sondern macht sie lediglich unüberschaubar. Und wenn Sie, Herr Fleischhacker, irgendwann "die Geschichte neu" schreiben werden, wird die - ob Sie's wollen oder nicht - nur die Neufassung einer bereits längst von zahlreichen Ideologen verzerrten und unkenntlich gemachten Pseudo-Realität sein.

Antworten APFELSYS
07.11.2009 18:12
0 0

Re:

Damit disqualifizieren Sie ja in Bausch und Bogen alle:

- Altertumsforscher
- Geschichtswissenschaftler
- Sprachwissenschaftlicher
- Archäologen etc.

Dass Herodot und seine römischen Freunde sehr subjektiv geschrieben haben, wissen wir.

Mittlerweile hat die OBJEKTIV agierende Forschung sehr viel richtig gestellt.

Man kann sehr wohl posthum die verschiedenen Fäden entwirren und Lehren daraus ziehen.

Vorausgesetzt, das Wollen ist vorhanden.


Gast: Hansi Hüpfer
07.11.2009 08:39
1 1

Danke...

... für diesen wunderbaren Leitartikel! So wahr und richtig und noch dazu schön geschrieben!

lilli
07.11.2009 02:11
2 1

Auf in die Rente!

Die 68-er Generation mag zwar ihre Schreibtische räumen, die Ideologie ist aber noch präsent wie kaum zuvor, sie besitz immer noch die absolute Deutungshoheit über richtig und falsch. Ein Artikel wie dieser hier besitz selbst im tendenziell weniger infizierten Österrech Seltenheitswert. Und zur Selbstreflexion wie unten von „Piccolruaz“ erwähnt, die wurde nur von anderen gefordert, bei sich selbst hat die nie statt gefunden.

leokoller3
07.11.2009 02:05
4 1

Unerhoert!

Jetzt kann man die Presse auch schon fast wieder lesen! War der Fle mit dem Schuessel in Tibet? Ich kann's gar nicht fassen, zwei erleuchtende Leitartikel in ebensovielen Tagen. Hut ab.

Gast: Klio handycapped
06.11.2009 23:11
2 1

Die Ausnahme bestätigt die Regel

Eine Geschichte wird sicher nicht mehr neu geschrieben: Die des Holocaust. Diese ist für ewig in Stein gemeisselt und zudem gesetzlich strengstens geschützt.

Antworten Gast: Nebelkrähe
07.11.2009 11:35
0 0

Re: Die Ausnahme bestätigt die Regel

Sie meinen das ironisch, oder?

Antworten Antworten APFELSYS
07.11.2009 18:13
0 1

Re: Re: Die Ausnahme bestätigt die Regel

Warum??

Gast: Hihi
06.11.2009 22:32
1 1

Zu viel Thurnher

Fleischhacker liest zu viel Thurnher, er leidet schon unter Verfolgungswahn und wittert ueberall die Linke Gefahr.

Dadurch ist ihm entgangen, dass vom ersten auf den zweiten Studentenprotest (letzte Woche) durch das abdriften nach Links mindestens 15.000 Demonstranten WENIGER zu mobilisieren waren.

Die meisten wollen einfach wirklich nur bessere Studienbedingungen.

Antworten citoyen
07.11.2009 10:22
1 0

Re: Zu viel Thurnher

Die schon nicht mehr nachzuvollziehende Überhöhung des Herrn T. und seines links-linken Wiener Blättchens, das vom Inhalt her einer Alt 68-er Postille ähnelt, ist aber auch schon sehr eigenartig.

Es wird sich beim Hrn. T. doch nicht ewa um den Lebensmenschen des CR handeln?

2 2

DANKE!


Man wird leider auch erst in Jahrzehnten die volle Tragweite des Schadens, der durch die 68er-Ideologen der Gesellschaft als Ganzes angetan wurde, erfassen können.

Gast: alvy singer
06.11.2009 22:20
2 1

...... geeeeeee you make my day!!!

Wunderbar - einfach wohltuend Ihr Sinn fuer das Notwendige! Mit Ihren Kommentaren erscheinen Sie mir zunehmend als die Art von publizistischem Seelenklempner, dessen ein einigermassen intelektuell, wie moralisch integrer Leidensgenosse der politischen wie gesellschaftlichen Gegenwart bedarf, um den Tag in diesem Lande zu ueberstehen.
Nicht das Beduerfnis nach Bestaetigung der eigenen Condition, aber diese Gewissheit- das es in der beschissenen Realverfasstheit Kakaniens jemanden gibt der den Finger auf die Wunden legt - und drauf drueckt! Einfach Balsam!

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Popanz abgewatscht

Die Analysen von Francis Fukuyama finde ich eindrücklich, brillant formuliert.

Allerdings. Eine ganze Generation ("..sie räumen jetzt die Schreibtische") zum Popanz aufzubauen, um sie dann kunstgerecht argumentativ abwatschen zu können, erscheint mir vordergründig, billig.

Immerhin ist der 68-Generation (wenn man schon den Pauschalbegriff verwenden will) die Verbreitung der Übung der Selbstreflexion (teilweise bis zum Überdruss) zu verdanken. Und nicht wenige sind dabei verblieben, ein Leben lang.

Ich finde es ungerecht, wenn Fle ein paar offenbar komplexbeladene Außenseiter, als Popanz zum Niedermachen einer ganzen Generation aufbläst und damit die Bewegung als ganzes verunglimpft, mindestens einseitig beurteilt

Gast: Beobachter
06.11.2009 20:08
1 1

Bravo

Sehr gut. Weitermachen so.

citoyen
06.11.2009 18:35
1 1

Chapeau, Herr CR!

Ein Kommentar mit Tiefgang. Sollte Die Presse doch noch eine Qualitätszeitung werden?

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Re: Chapeau, Herr CR!

Sie ist schon jetzt eine Qualitätszeitung. Jeder der was anderes behauptet soll den Schund von Standart oder Falter lesen! Und dadurch dumm sterben!

 
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