18.05.2013 16:16 Merkliste 0

Wie viel EU braucht Europa?

CHRISTIAN ULTSCH (Die Presse)

Die Eurokrise ruft wieder Herolde einer stärkeren EU-Vertiefung auf den Plan. Etwas mehr Realitätssinn wäre schön. Europa sollte aufhören, von einem Bundesstaat zu träumen, den keiner will.

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Wenn Europas Eliten nicht mehr weiterwissen, dann wollen sie die EU meistens vertiefen. Ob dieser Wunsch a) realistisch ist und b) vom Volk gewünscht wird, spielt bei Betrachtungen von Supereuropäern keine Rolle. Denn sie denken nicht nur postnational, sondern längst auch auch postdemokratisch. Einer der beharrlichsten Tiefenideologen ist Jürgen Habermas.

Diesmal nahm Deutschlands berühmtester Philosoph die aktuelle Eurokrise zum Anlass, um in einem Essay für die „Zeit“ auf etwas hinzuweisen, das er für einen „Geburtsfehler“ der EU hält: Die politische Union sei auf halbem Wege stecken geblieben. Niemand könne mehr die Forderung nach einer „europäischen Wirtschaftsregierung“ vom Tisch wischen, dozierte Habermas. Entweder geben wir weitere Rechte zugunsten einer Zentralinstanz auf, oder der Euro ist futsch – das ist die Logik, die Zwangsbeglücker wie Habermas dieser Tage aufbauen.

Kann schon sein, dass der Euro stabiler wäre, wenn Europa eine zentrale Regierung hätte, die eine einheitliche Wirtschaftspolitik betriebe. Vorausgesetzt, es wäre die richtige Wirtschaftspolitik. Nur will diese zentrale Regierung halt kaum jemand, weder die handelnden Politiker noch die Bevölkerung.

Für Habermas ist das ein überwindbares Problem. Die „schlappen Eliten“ müssten nur ordentlich nachhelfen bei der Meinungsbildung. Der Theoretiker des „kommunikativen Handelns“ nennt das „deliberativ gebildete demokratische Willensbildung“. Ähnliches meinen Politiker, wenn sie seit 20 Jahren sagen, man müsse die EU nur besser erklären und dann werde alles gut. Wie solche Versuche enden, konnte man bei diversen Referenden über die EU-Verfassung studieren, die trotz allen argumentativen Aufwands negativ ausgingen. Daraus haben die meisten Regierungen den Schluss gezogen, das Volk künftig gar nicht zu fragen. So viel zur deliberativen Willensbildung. Diese Art von aufgeklärtem Despotismus wird auch nicht freundlicher, wenn er 220 Jahre nach Joseph II. im blauen Sternchenkleid der EU auftritt.

Zu Recht wirft Bernd Ulrich, der Politikchef der „Zeit“, Habermas in seiner Replik vor, ein autoritäres Verständnis von Europa zu haben. Besonders groß ist der Hang zu Notstandsverordnungen intellektueller und anderer Art bekanntlich in Zeiten des Krieges. Umso klirrender klang die „politische Enteignung der Bürger“ (©Hans Magnus Enzensberger), als Frankreichs Europaminister diese Woche zu einer bellizistischen Metapher griff. Der 440-Milliarden-Rettungsschirm, den die EU aufspannte, sei zwar in den Verträgen verboten, entspreche jedoch der Nato-Beistandspflicht im Falle eines Angriffs auf ein EU-Mitgliedsland sagte Pierre Lellouche offenherzig. Klar, im Krieg ist dann offenbar auch ein Rechtsbruch erlaubt, ohne das Volk zu fragen.

Europa braucht keine Vertiefung, sondern mehr Achtung vor den Bürgern und mehr Realitätssinn. Es ist Zeit, die EU als unvollständiges, aber erfolgreiches Wesen zu akzeptieren, als der Idee eines Bundesstaats nachzulaufen, den keiner will.

christian.ultsch@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.05.2010)

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48 Kommentare
 
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Gast: Slartibartfas
01.06.2010 00:34
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Recht im Unrecht?

Sowohl her Ulsch als auch Habermas haben zugleich Recht und könnten falscher nicht liegen.

Die EU braucht sowohl Vertiefung als auch mehr Achtung vor den Bürgern. Das mag ein Widerspruch sein, aber wer sagt, dass man Vertiefung nur als trockenen Rechtsprozess ansehen muss? Der vielgeschmähte Vertrag von Lissabon gibt einige Möglichkeiten wie man ganz anders beidem näher kommen kann. Das EP wird in den nächsten Jahren zweifelsfrei seine neuen Machtmittel mit leben füllen und seinen neuen Platz im Institutionengefüge behaupten. Gleichzeitig gibt es das Experiment der Bürgerintiative.

Für sich alleine bedeutet das wenig, wenn aber irgendwann einmal die Leute aus ihrer Apathie erwachen sollten und einmal realisieren sollten, dass das Kreuzerl bei der EU wahl eventuell doch einen Unterschied machen könnte, oder wenn sich herausstellen sollte, dass die EU Kommission auf öffentlichen Druck sehr wohl reagiert, er muss halt nur einmal breit genug in Europa entstehen (und dazu könnte die Bürgerinitiative als Kristallisationspunkt eines solchen öffentlichen Drucks Gold wert sein) ... ja dann könnte man beide Ziele gleichzeitig erreichen.

Antworten Gast: Günther
02.06.2010 01:08
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Für sich alleine bedeutet das wenig, wenn aber einmal die Leute aus ihrer Apathie erwachen sollten...

Wie war es denn bitteschön mit der Apathie der Holländer, Franzosen und Iren bestellt als sie mit NEIN gestimmt haben? Von den anderen Ländern ohne Volksbefragung möcht ich da ganz schweigen!

Merke: da wo es eine Alternative gibt, da gehen die Leut auch zur Wahl!

Gast: unbeteiligter
31.05.2010 12:36
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Woher gewinnen Sie die Ansicht, dass.....

die EU ein erfolgreiches Wesen sei. Wenn Sie Lohndumping, Genmais, Atomkraft, Kriminalitätstourismus und überbordende Bürokartie gepaart mit Korruption und Bilanzfälschung meinen, dann muss ich Ihnen allerdings recht geben.

PS: Poster, die die EU als historisches Friendenssprojekt bezeichnen mögen sich die Zeit sparen- den Unsinn glaubt schon lange keiner mehr!

Antworten Gast: Slartibartfas
01.06.2010 00:42
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Re: Woher gewinnen Sie die Ansicht, dass.....

"Lohndumping, Genmais, Atomkraft" gäbe es auch ohne EU. Machen Sie sich doch keine Illusionen

Kriminalitätstourismus? Ja wären wir doch nur die Schweiz.... uups, die sind ja auch ein Schengenland. Wie siehts bei denen eigentlich aus?

Die EU hat keine Bilanzfälschungen verschuldet. Sie hat höchstens fahrlässig geprüft. Hat zu einer ordentlichen Prüfung aber auch kaum die notwendigen Befugnisse gehabt. Die soll sie nun bekommen. Korruption passiert im übrigen auf nationaler Ebene. Wird aber sehr wohl geahndet. Hier ist aber auch wieder das Problem, dass die Mitgliedsstaaten halt erhebliche Kontrollkompetenzen bei sich haben und diese nicht immer so streng anwenden wie sie sollten. Die Lösung kann hier nur schwer weniger Europa heißen.

Bürokratie, ja da ist schon was dran aber es ist kaum schlimmer als in anderen Bereichen. So gigantisch ist die Bürokratenhochburg in Brüssel und Co verglichen selbst mit lokalen Bürkokratien dann nämlich nicht.

In Summe, bleibt nicht allzuviel von Ihren Argumenten übrig. Die Vernetzung der Staaten die durch die EU maßgeblich vorangetrieben wurde ist sehr wohl ein Friedensprojekt und ein erfolgreiches. Wer das völlig in Abrede stellt, solte sich einmal die europäische Realität von 1900 vor Augen halten.

Antworten Antworten Gast: unbeteiligter
01.06.2010 12:44
0 0

Re: Re: Woher gewinnen Sie die Ansicht, dass.....

Hätte Ihr Posting fast mit einer Werbeaussendung der EU verwechselt!

diese forderung im artikel setzt etwas voraus,

was mE nicht gegeben ist:
der mündige, informierte, vernünftig entscheidende, ..... bürger/wähler.

zumindest nicht in ausreichender menge!

Weltklasse Artikel

Mein Kompliment an Herrn Ultsch. Mein Kompliment auch an die Wirtschaftsredaktion der Presse. Die Berichterstattung ist nach anfänglichen Dummheiten ("alternativlos" lt. Herrn Urschitz) eine der besten in Europa.

Gast: Tim
30.05.2010 23:04
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Europa ist so nicht gewollt und hat ein Demokratiedefizit!!

Der Artikel, vor allem der letzte Absatz, zeigt mit dem Finger auf die Wunde. Zu recht wird mehr Achtung vor dem Bürger gefordert und auch, dass damit aufgehört wird, die Völker Europas in ein europäisches Korsett schnüren zu wollen.

Der mangelnde Respekt drückt sich meiner Meinung nach besonders im gewaltigen Demokratiedefizit innerhalb der EU aus. Allzu leichtfertig werden Kompetenzen von nationalen Regierungen nach Brüssel verschleudert! Wahrgenommen werden diese Kompetenzen meist von der Kommission, und nicht etwa vom europäischen Parlament, welches kaum Befugnisse, namentlich kein Budget-Recht, hat!

Die Kommossion jedoch ist als demokratisches "Nullum" zu sehen, kein Bürger hat sie je gewählt! Es handelt sich hierbei um eine Art Clique, welche fortan dem nationalen Gesetzgeber vorschreibt, was er zu tun hat!
Mit Demokratie hat dies nichts zu tun, vor allem deswegen, da auch die nachfolgenden Politiker unter der Kompetenzvergabewut ihrer Vorgänger zu leiden haben!

Grosser Verlierer in diesem Spiel ist der nationale Wähler, dessen Stimme fortan wegen des eingeschränkten Handlungsspielraums der Politiker weniger Gewicht und Tragweite hat!

Gegenwärtig wird diese Entwicklung schon von den einzelnen Regierungen instrumentalisiert, indem sie bei unpopulären Entscheidungen vorgeben, dass sie aufgrund brüsseler Anweisung zu treffen sei ( Verordung bzw. Richtlinie ) !


Antworten Gast: Slartibartfas
01.06.2010 01:00
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Re: Europa ist so nicht gewollt und hat ein Demokratiedefizit!!

Das EU Parlament hat kein alleiniges Budgetrecht. Das ist der Tatsache geschuldet, dass die EU eben kein förderaler Staat ist, dh es muss mit den Mitgliedsstaaten diesbezüglich zusammenarbeiten. Es hat aber sehr wohl über das ganze Budget die Aufsicht insofern als es ein für die anderen Institutionen verbindliches Einspruchsrecht hat. Diese Kompetenz ist sehr wohl weitreichend und erfasst selbst Bereiche die weiterhin sehr integovernmental geregelt sind wie die Außenpolitik. Wenn das EP Njet sagt, dann ist das so im Budget.

"kein Budget-Recht" zu schreiben ohne weiterer Erläuterung ist also im besten Falle irreführend formuliert.

Das EP ist weiters eine legislative Kammer im Gesetzgebungsprozess, neben dem Rat. Kurz gesagt, die Mehrheit im EP kann Regulierungen zu Fall bringen und nicht nur das, auch international Verträge selbst wenn die nationalen Regierungen sie geschlossen durchboxen wollen. Wer nicht wählen geht verwirkt deshalb das Recht sich groß über das Demokratiedefizit der EU aufzuregen.

PS:Warum soll ich mich von irgendjemanden in ein nationalstaatliches Korsett zwingen lassen? Ich will kein Korsett wie noch vor 30-40 Jahren wo man selbst fürs arbeiten in Deutschland auf Facharbeiterquoten und Bürokratieschikanen noch und nöcher denken musste. Wer in der heutigen Zeit nur in nationalen Maßstäben denkt muss wohl zwangsläufg von dieser Welt überfordert werden.

"Die Kommossion jedoch ist als demokratisches "Nullum" zu sehen, kein Bürger hat sie je gewählt!....."

dasselbe trifft auch auf die österr. bundesregierung und viele andere regierungen dieser welt zu!

Antworten Antworten Gast: Tim
31.05.2010 14:45
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Wie ist das gemeint?

- Es gibt doch schließlich Bundeswahlen in Österreich.

Re: Wie ist das gemeint?

und es gibt die wahl zum europaparlament.
dieses bestätigt die kommission (oder lehnt sie ab).
so wie es der nationalrat mit der bundesregierung macht.

ich sehe da keinen unterschied.
doch: in brüssel geht dieser entscheidung wenigstens ein hearing und eine diskussion voraus. in wien wird das gemacht, was der klubobmann befiehlt.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Tim
31.05.2010 18:07
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Re: Re: Wie ist das gemeint?

Das europäische Parlament ist mit einem nationalen bzw. herkömmlichen Parlament nicht vergleichbar. Seine Machtposition ist viel schwächer:

Grundsätzlich gehört es zu den ureigensten Aufgaben eines Parlaments Gesetze zu verabschieden. Hierbei können Gesetzesvorschläge aus der Mitte des Parlaments kommen (sog. Gesetzesinitiative).

Das europäische Parlament kann von sich aus keine Gesetzesvorschläge einbringen, da es kein Initiativrecht hat (vgl. z. B. Thomas Meyer in " der Standart" vom 09. Februar 2010). Vor diesem Hintergrund ist es wie ein zahnloser Tiger.
Nationale Parlamente hingegen können leicht Gesetzesvorschläge auf den Weg bringen!

Noch 2 Sätze zur Kommission. Oben beschriebenes Gesetzesinitiativrecht wird von ihr wahrgenommen. Hierbei handelt es sich um sog. legislative Aufgaben, welche nach allgemeinem Demokratieverständnis von durch das Volk gewählten Vertretern wahrgenommen werden! Damit kann die Kommision - wie bereits dargelegt - nicht glänzen.

Gleichzeitig übt sie maßgebliche exekutive Funktionen aus, z. B. Überwachung ob sich die Mitgliedsstaaten an die Verträge halten.

Ich bleibe folglich bei meiner Ansicht, dass die Kommission zu viel Macht hat: sie übt sowohl exekutive Funktionen (was sonst auf nationaler Ebene die Regierung macht) als auch legislative Funktionen (Parlament) in einer Person/Behörde aus!

Übrigens um Kommissar zu werden, braucht man nur von der Regierung ernannt zu werden. Eine Wahl oder eine besondere Eignung ist nicht erforderlich

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Slartibartfas
01.06.2010 01:11
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Re: Re: Re: Wie ist das gemeint?

Das EP kann sehr wohl Gesetzesvorschläge bei der Kommission einbringen. Diese hat wohl ein Vetorecht, greift diese Vorschläge in der Regel jedoch sehr auf. Der Unterschied ist also weit geringer als dargestellt. Man kann es als Initiativrecht betrachten bei dem die Kommission jedoch ein Veto und Bearbeitungsrecht hat. Das letzte Wort hat aber das Parlament gemeinsam mit dem Rat.

Nun seien wir uns einmal ehrlich. Wieviele Gesetze werden vom Nationalrat in Österreich so im Schnitt gegen den Willen der Regierung eingebracht und beschlossen?

Das EP hat im Übrigen das Recht die Kommission jederzeit zu stürzen. Mehrheit der Parlamentarier genügt dazu. Wer hängt da von wem ab?

Die Kommission kann Gesetze nicht beschließen. Das müssen schon Parlament und Rat machen und die haben ein Abänderungs- als auch ein Vetorecht, beide für sich. Wenn es hart auf hart kommt, können die das Gegenteil von dem beschließen was die Kommission gewollt hat. Oft wird der Antrag aber einfach nur abgelehnt. Punkt.

"Übrigens um Kommissar zu werden, braucht man nur von der Regierung ernannt zu werden."
Falsch, die Kommission muss vom EP bestätigt werden und die designierten K. müssen sich Hearings stellen die keineswegs Spaziergänge sind und schon gar keine gmahte Wiesn sind. Diese können auch gleich wieder die Kommissars-Karriere beenden bevor sie überhaupt begonnen hat.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Tim
01.06.2010 09:15
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Das EP kann sehr wohl Gesetzesvorschläge bei der Kommission einbringen. Diese ... Veto

Das stimmt so.
Aber wo auf der Welt sonst muss das Parlament bei einer Exekutivbehörde nachfragen, ob es selbst Gesetze machen darf?

Gast: USE
30.05.2010 19:19
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die vereinigten Staaten von Europa

Also nach Vorbild USA. Ein mächtiger Präsident und die EU-Nationalstaaten werden zu Provinz-Gouverneuerländern degradiert.

Wäre ich nur dafür, wenn Mrs Thatcher unser neuer EU Präsident werden würde. Sie lebt ja noch und ist hoffentlich gesund?!
Notfalls wäre ich mit Tony Blair auch noch einverstanden.

Auf keinem Fall möchte ich EU Appartschiks und sonstige Betonköpfe die 1. Mai Parade abnehmen sehen.


"mehr Realitätssinn" würde auch diesem Artikel gut tun!

Dass eine einheitliche Währung ohne einheitliche Wirtschaftspolitik auf die Dauer unhaltbar ist, das sagen Wirtschaftswissenschaftler schon seit der Euro-Einführung, jetzt kann es schon ein jeder greifen, sogar Jürgen Habermas!
Dass diese Einheit in der Wirtschafts- und auch in der Finanzpolitik Europas auf demokratischem Weg kaum zu verwirklichen ist, ist auch ein alter Hut!
Ich wiederhole daher meinen hier schon oft geäußerten Lösungsvorschlag: Die Teilung der EU in einen nördlichen und einen südlichen Währungsblock mit jeweils gleicher Wirtschaftspolitk wäre möglich. Hier könnte wirklich in jedem Block Übereinstimmung erzielt werden, wodurch sowohl der Nord- als auch der Südeuro eine reelle Überlebenschance erhalten würde. So sehr das auch wehtun würde, eine andere Möglichkeit für das Überleben des Euro habe ich noch nicht gelesen!

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Abgesehen davon, dass der föderale Bundesstaat immer mehr Befürworter hat,

sollte man eines nicht vergessen: Die Union IST de facto schon längst so etwas wie ein Bundesstaat, von der Verkehrs- bis zur Außenpolitik gibt es auf der Unionsebene schon für so ziemlich alles Mechanismen und Organisationen.
Die Frage ist nicht "wollen wir den Bundesstaat?", sondern "wie soll er gelenkt werden?": Von einem unkoordienierten Club von nationalen Kurfürsten, denen jegliche europäische Prspektive fehlt und die bei eingehaltener Gewaltenteilung ob ihres Status als Mitglieder der EXEKUTIVE eigentlich gar kein Recht hätten, Regeln und Gesetze vorzugeben (es aber im Rat tun) oder nicht doch von einer europäischen Regierung, die dem von den Bürgern gewählten Parlament verantwortlich ist? Im Moment werden wir in Europa unter anderem von Leuten wie Sarkozy und Berlusconi regiert - da doch lieber eine Föderationsregierung.

Die derzeitige Entscheidungsstruktur der Union ist, wie man im Moment sieht viel zu langsam und ineffizient. Wenn sich da nichts ändert, zerreisst es die Union, sollte sich die Krise vertiefen, den nationalen Regierungen (die sich in den letzten Jahren vor allem durch null Weiterentwicklung auszeichnen) tarue ich die Rettung Europas jedenfalls nicht zu und ich bin nicht der einzige.

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Hochmut kommt vor dem Fall

Nun, in der Krise, erweist es sich als fatal, dass die EU-Verantwortlichen in der Vergangenheit ständig gegen den Willen der Bevölkerung gehandelt haben. Da wurde der Lissabon-Vertrag ohne Volksabstimmung durchgedrückt, dort wurden die Schengen-Grenzen ohne Rücksicht auf Verluste erweitert. Man kann eben kein "Haus Europa" bauen, wenn man die Bevölkerung nicht einbindet. Wer leichtfertig Vertrauen verspielt, wird im Ernstfall fallengelassen, so einfach ist das.

ich bin auch für den eu-bundesstaat

da EINE regierung von inkompetenten schwachköpfen durchaus genügt. das erforderte natürlich die sofortige abschaffung der national- und subnationalregierungen.

ich bin auch für den eu-bundesstaat

da EINE regierung von schwachköpfen völlig ausreichend ist.
das erforderte natürlich die sofortige abschaffung der national- und länderregierungen!

Antworten Gast: rai
31.05.2010 00:53
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Re: ich bin auch für den eu-bundesstaat

besser noch eine Weltregierung mit van rumpuy an der Spitze da dieser demokratisch gewählt wurde.

Gast: best
30.05.2010 14:38
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ICH WILL IHN!

lächerlich dieses polemisieren! "keiner will den bundesstaat"... warum nimmt sich ein presse kommentator dieses recht heraus mir zu sagen was ich nicht will!
ich bin ein ganz klarer befürworter eines europäischen bundestaates, um dem gesamteuropäisch vorliegenden kleingeisttum und regionalgeblödle ein ende zu bereiten...

Gast: real
30.05.2010 13:32
2 1

Die Presse will also wissen was jeder will...

zu "den keiner will":

Also ich will ihn schon, den europäischen Bundesstaat!
Ich glaube dass ein politisches Gebilde mit echten bundesstaatlichen Komponenten (gewählte Regierung usw.) demokratischer ist als das, was wir jetzt haben (Regierungschefs die hinter verschlossenen Türen europäische Legislative spielen und die gewählte Legislative austricksen).

Die Mehrheit will ihn wohl nicht- den Bundesstaat- und dies ist (auch von mir) zu akzeptieren. Aber "den keiner will" ist definitiv falsch! Und ich bin der Gegenbeweiß.

Also bitte liebe "Presse", haltet euch mit eurer persönlichen Meinung endlich wieder mehr zurück und wählt zutreffendere Aussagen ("kaum einer will" wäre schon wesentlich besser)

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Re: Die Presse will also wissen was jeder will...

Der Beitrag ist aber extra unter "Meinung" veröffentlicht. Persönliche Meinungen sind hier ausdrücklich erwünscht.

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der EU ist bei der Flucht nach vorn endlich die Luft

ausgegangen: Der EURO-Haftungsschirm ist nicht nur eine klare Vetragswidrigkeit sondern blanker Unsinn weil die jetzt bestehenden Handlungszwänge von staatsrechtlich autonomen Demokratien nicht erzwingbar sind - weder auf internationaler Ebene, wie die Regulierung der Finanzmärkte noch auf nationaler Ebene wie z.B. in Österreich die Verwaltungsreform, Bundesstaatsreform, ÖBB-Reform oder eine Gesundheitsreform ..... po
Spätestens am Ende der Sackgasse sollte man über alternative Strategien seriös diskutieren und nicht jede Fehlleistung mit "alternativlos" begründen.

 
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