08.02.2012 17:38 | Meine Presse Merkliste0

Obamas gefährliche Friedensfarce in Nahost

CHRISTIAN ULTSCH (Die Presse)

Nach dem Scheitern der Verhandlungen zwischen Israel und Palästinensern folgt Gewalt wie das Amen im Gebet.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Es ist ein absurdes Theaterstück, das im Weißen Haus inszeniert wird. Alle Schauspieler, die nach Washington gekommen sind, wissen, dass die Aussicht auf einen Friedensschluss im Nahen Osten ähnlich realistisch ist wie der Anblick eines Schwarms fliegender Kamele in der Antarktis. Doch die beiden Hauptdarsteller, der israelische Premier Benjamin Netanjahu und der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas, spielen trotzdem mit. Denn der Intendant, US-Präsident Barack Obama, wünscht sich die Aufführung so sehr. Er hat sogar schon einen Preis dafür bekommen, ehe sich der Vorhang überhaupt gehoben hat: den Friedensnobelpreis. Und eine solche Auszeichnung verpflichtet natürlich.

Reden ist besser als Schießen, heißt es. Dagegen lässt sich aufs Erste schwer etwas einwenden. Was aber, wenn das Reden nirgendwohin führt und danach noch mehr geschossen wird? Genau das ist schon einmal passiert, vor zehn Jahren. Der amerikanische Zampano hieß zu dieser Zeit Bill Clinton. Er zerrte den damaligen Ministerpräsidenten und heutigen Verteidigungsminister Ehud Barak sowie den mittlerweile verstorbenen PLO-Chef Jassir Arafat nach Camp David, um sie zum Frieden zu zwingen. Die Verhandlungen waren schlecht vorbereitet und scheiterten.

Es folgte ein Gewaltausbruch, die zweite Intifada der Palästinenser. Barak verlor die Wahl. An die Macht kam Ariel Scharon. Und er antwortete unerbittlich auf den Terror. Schließlich ließ Scharon eine Mauer errichten, um Attentäter abzuwehren. Hoffnung flackerte auf, als er die Armee aus Gaza abzog. Doch dieses Vakuum füllte die radikal-islamistische Hamas. Der Gazastreifen wurde zur Abschussrampe für Raketen, die auf Israel regneten, bis die israelische Armee zum Jahreswechsel 2009 in einem dreiwöchigen Krieg zurückschlug.

Der Flop von Camp David hat die gemäßigten Kräfte auf beiden Seiten geschwächt. Die politische Landschaft Israels verschob sich seither nach rechts. Arafats Nachfolger, Mahmoud Abbas, herrscht heute nur noch über einen Flickenteppich im Westjordanland. Den Gazastreifen kontrolliert die Hamas. Allein deshalb ist eine Zweistaatenlösung praktisch unmöglich. Denn es gibt de facto einen dritten Staat: Hamastan. Und was die radikalen Islamisten vom Friedensgipfel in Washington halten, verdeutlichten sie vor Beginn der Verhandlungen mit einem Anschlag im Westjordanland, dem vier jüdische Siedler zum Opfer fielen. Nun sollten sich die Friedenswilligen nicht abhalten lassen von den fundamentalistischen Nein-Sagern. Das Problem jedoch ist, dass der politische Wille zum Frieden nicht ausreicht.

Auch wenn Netanjahu, was manche vielleicht vergessen haben, trotz all seiner Hardliner-Rhetorik schon einmal, nämlich 1998 in Wye, in einem Abkommen Zugeständnissen gegenüber Palästinensern zustimmte, ist es nur schwer vorstellbar, dass ausgerechnet er Frieden bringen wird. Obama musste schon eine Krise in den israelisch-amerikanischen Beziehungen heraufbeschwören, bis Netanjahu sich erweichen ließ, den Ausbau jüdischer Siedlungen wenigstens eine Zeitlang einzufrieren. Diese Frist läuft am 26.September aus. Und das wird auch gleich der erste Test für den neuen Friedensprozess. Erweitern die Israelis wieder ihre Siedlungen, dann werden die Palästinenser die Verhandlungen abbrechen. Verlängert Netanjahu das Moratorium, dann verliert er Außenminister Lieberman, und seine Koalition zerbricht. In diesem Fall könnte er die gemäßigte Oppositionspartei Kadima ins Boot holen. Der Aussicht auf Frieden wäre das zuträglich. Doch es bliebe immer noch die Frage, ob und welchen Frieden Netanjahu will.

Zweifelhaft ist jedoch auch, ob PLO-Chef Abbas stark genug für Kompromisse ist. In seinen Verhandlungen mit Netanjahus Vorgänger, Ehud Olmert, hatte er es mit einem nachgiebigeren Gegenüber zu tun. Olmert bot ihm Landtausch an, eine Teilung Jerusalems, eine Lösung der Flüchtlingsfrage – die ganze Palette eines Friedensabkommens, dessen Umrisse auf dem Papier allen Beteiligten seit Jahren klar ist. Doch zur Einigung kam es nie. Warum sollte es jetzt mit Netanjahu klappen, der Jerusalem unmittelbar vor Beginn der Friedensverhandlungen als unteilbare Hauptstadt Israels bezeichnet hat und nie so weit wie Olmert ginge?

Obama agiert mutiger als alle US-Präsidenten vor ihm, die das heiße Nahost-Eisen immer erst am Ende ihrer Amtszeit angriffen. Doch er weckt in einer ungünstigen Konstellation übertriebene Hoffnungen, die in bitteren Zorn umschlagen könnten. Eher hätte eine Flugschule für Kamele Erfolg als seine gefährliche Friedensfarce.

Neuer Anlauf in Nahost Seiten 1 und 2


christian.ultsch@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.09.2010)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

15 Kommentare
Gast: Luzifer
02.09.2010 11:06
0 0

Traurig aber wahr!

Allein schon aus dem Umstand, israelskeptische Beiträge zuhauf gelöscht werden, während die israelfreundlichen zuhauf in diesem Forum stehen bleiben, zeigt, daß die Palästinenser wenig Chancen in der Weltpolitik haben, weil der starke Arm Israel eben sehr weit reicht.

Und den Rechten, die oft viel Affinität zu Israel zeigen, sei ins Stammbuch geschrieben, daß es nicht darum gehen kann, Juden in den Nahen Osten "zu entsorgen", sondern daß der Palästina-Konflikt und in dessen Gefolge der sog. "Kampf gegen die Islamisten" der Hauptgrund ist, warum soviele Flüchtlinge nach Europa strömen!

Sowieso absurd, ihm den Friedensnobelpreis

für original gar nichts zu verleihen. Hat dem Preis selbst wohl irreparablen Schaden zugefügt.

Gast: Feu vert
02.09.2010 04:58
0 0

Gut, heißt jetzt was?

Dass wir überhaupt nicht mehr miteinander reden sollen!?

Cicero
01.09.2010 23:00
0 0

Das außenpolitische Nackerpatzl Obama braucht vor den Mid-Term-Wahlen einen Erfolg, den er so nicht bekommen kann.

Für die Amtszeit Obamas – das sind noch 2 ½ Jahre, wiedergewählt wird er sicher nicht – ist ein möglicher Frieden im Nahen Osten aus alleinigem Verschulden Obamas als gescheitert zu betrachten. Das außenpolitische Nackerpatzl Obama meinte, er könne mit Fingerschnipsen die Israelis zu einem Siedlungsstopp verdonnern. Seine ebenso unbeleckte Außenministerin Clinton weiß dazu auch nichts zu sagen.

In Israel leben gegenwärtig rund 7,6 Mill. Bürger, davon 76 % Juden, 20 % Araber und 4 % Andere.

Im Gaza-Streifen gibt es seit der Räumung durch Ariel Scharon keinen Juden mehr. Auf der Westbank soll es jüngsten Meldungen zufolge rund 300.000 Juden geben. Meinen Informationen zufolge sind es 400.000, davon aber 200.000 schon aus der Zeit vor der Ausrufung Israels.

Wenn den Juden in Israel zumutbar ist, mit etwa 1,5 Mill. Arabern zu leben, sollten die Palästinenser auch 400.000 Juden akzeptieren können. Die Siedlungsfrage ist es also nicht.

Mit seiner Forderung Siedlungsstopp hat Obama die Palästinenser gebunden. Kein Palästinenser kann vom Siedlungsstopp herunter, ansonsten würde er von seinen Leuten gelyncht.

Ein Stopp des Siedlungsbaus der Israelis kommt aber nicht in Frage, weil – einfach gesagt – der Sohn das Recht haben muß, neuen Wohnraum zu schaffen, solange der Vater noch lebt.

Die Siedlungen rund um Militärposten werden die Israelis wie immer schleifen, wie im Sinai, wie im Gaza.

Genau das hat Obama „mit Fingerschnipsen“ verkorkst. Eine Lösung ist erst nach Obama möglich!

Gast: Luzifer
01.09.2010 21:58
1 4

Die traurige Wahrheit ist, daß hier zwei ungleiche Partner

nämlich das hochgerüstete Israel und das in die Steinzeit gebombte Palästina einen Vertrag schließen sollen, wobei der "redliche Makler" aus innenpolitischen Gründen dem Stärkeren die Stange hält. Dazu kommt, daß die israelischen Siedler den Palästinenser laufend "Land stehlen".

Realistischerweise drängen sich das zwei Fragen auf: 1.) Warum sollte eigentlich Israel - trotz seiner Rhetorik von einem "unabhängigen" Palästina - bei dieser Ausgangslage überhaupt einen vertraglichen Ausgleich mit den Palästinensern anstreben, der über deren bedingungslose Unterwerfung unter ein israelische Diktat hinaus geht! 2.) Israel ist - mit allen Eroberungen - sicherlich nicht größer als etwa NÖ u. OÖ. Woher nimmt eigentlich dieses kleine Land die Wirtschaftskraft, um sich eine hochgerüstete Armee (Atom- u. Raketenbewaffnung, moderne Luftflotte, häufige Kleinkriege, militär. Besetzung eroberter Gebiete, Schutz zahlreiche "Wehrsiedlungen" im Westjordanland) zu leisten, zumal man ja aus österr. Medien weiß, daß allein eine Flugstundes einer modernen Abfangjägers rd. 40.ooo Eur pro Stunde kostet??
Da müssen doch "Sponsoren" jedes Jahr viele Milliarden zahlen, Geld das man doch für friedlichere Zwecke dringend verwenden könnte!


Antworten Cicero
03.09.2010 13:02
0 0

Israel ist eine funktionierende Demokratie, in der 20 % Araber vollwertige Bürger sind und wie die Juden von der guten Wirtschaftslage profitieren. Die Palästinenser haben nicht annähernd Gleiches ihren Bürgern zu bieten.

Luzifer, gestern war ich anderweitig gebunden, daher komme ich erst heute auf Ihre politische Aussage zurück, derzufolge die „in die Steinzeit gebombten“ Palästinenser gegen die hochgerüsteten Israelis keine Chance hätten.

Diese Ihre Meinung ist grundsätzlich falsch. Die Palästinenser bräuchten nur den Krieg gegen Israel einstellen und schon wäre allen geholfen. Beweis: Ägypten zuerst und dann auch Jordanien haben den Krieg gegen Israel eingestellt, zu erwiesenermaßen, beiderseitigem Vorteil.

Falsch ist auch, die USA hielten nur dem Stärkeren die Stange. Die USA halten sich an den Teilungsplan der UNO und haben tatsächlich innenpolitisch zu beachten, daß weite Teile der USA das völkerrechtlich postulierte Recht der Juden auf einen eigenen Staat für richtig erachten.

Die Palästinenser sind im Nachteil, weil sie untereinander zerstritten und offensichtlich nicht in der Lage sind, eine funktionierende Verwaltung aufzubauen.

Die Weltöffentlichkeit, Israel und die Fatah des Präsidenten Abbas wollen die Zwei-Staaten-Lösung“. Die Hamas lehnt diese Lösung strikte ab. Präsident Abbas redet dem säkularen Staat – Trennung Staat / Religion – das Wort, die Hamas will einen einzigen Gottesstaat in ganz Palästina, in dem Juden keinen Platz haben können. Die Chance hiefür gleich Null!

Israel 20.991 km² / Niederösterreich 19.170 km², Israel also um rund 10 % größer als NÖ. Israel 7,6 Mill. Einwohner, NÖ 1,6 Mill. Umgerechnet auf Fläche ist Israel fast 4 ½ mal dichter besiedelt als NÖ.

Antworten Cicero
02.09.2010 09:58
0 0

Die Orangen aus der Wüste

Luzifer, zunächst komme ich nur wegen Ihrer Frage, wer sponsert Israel. Zu Ihrer politischen Einschätzung komme ich anschließend wieder.

Was Sie sichtlich nicht wissen, denn sonst könnten Sie nicht fragen, da gibt es den sogenannten Jüdischen Nationalfond.

Der Jüdische Nationalfond wurde auf Betreiben Theodor Herzls auf dem Zionistenkongreß 1901 von Jonah Kremenetzky ins Leben gerufen, der auch dessen erster Chef wurde.

Der Jüdische Nationalfond hatte zwei Zielsetzungen. Erstens Land zu kaufen für die Siedler und zweitens die Wüstengebiete durch Aufforstung bewohnbar zu machen. Dazu wurde weltweit von den jüdischen Gemeinden Geld gesammelt.

Das notwendige Land, das die am Beginn der vermehrten Besiedlung stehenden Kibbuzim brauchten, wurde fast ausschließlich durch den Jüdischen Nationalfond von arabischen Großgrundbesitzern gekauft. Bis heute hat der Jüdische Nationalfond für die Anpflanzung von mehr als 2 Millionen Bäumen gesorgt. Zuletzt bemüht sich der Jüdischen Nationalfond für die Verbesserung der Wasserversorgung des Landes.

Die Araber dagegen haben Geld genug gehabt für mehrere (verlorene) Kriege, aber kein Geld für die Flüchtlinge, die bis heute von der UNRRA versorgt werden, aus Mitteln der UNO, also auch aus unserem Geld.

In Kurzform, die Israelis können Orangen aus der Wüste holen, die Palästinenser müssen von der UNO gefüttert werden.

Warum können die Palästinenser unter gleichen Bedingungen nicht auch Orangen aus der Wüste holen?

Diese Frage sollten Sie beantworten!

Antworten Antworten Gast: Luzifer
02.09.2010 21:48
0 0

Re: Die Orangen aus der Wüste - Wenn Israel sich statt dem Westjordanland

die viel größere Wüste Sinai behalten und tatsächlich fruchtbar gemacht hätte, würde ich zustimmen.

Die Sahara war dereinst Steppe. Aus dieser Zeit stammt ein riesiger unterirdischer See, der zb. von Lybien für eine kostengünstige Bewässerung von kleineren Arealen verwendet wird. Leider sinkt der Wasserspiegel immer tiefer und müssen die Brunnen auch immer tiefer gebohrt werden, weil kein Wasser nachkommt. Es ist daher kein Zufall, daß sich die israelischen Expensionwünsche auf den fruchtbaren Teil von Palästina erstrecken. "Macht die Wüste fruchtbar"ist leider nur ein Propaganda-Slogan!

Antworten Antworten Antworten Cicero
03.09.2010 13:36
0 0

Jedenfalls, schade um das Geld für Krieg

Die lästige Kleinigkeit, Luzifer, der Sinai ist ägyptisches Staatsgebiet!

Im 6-Tage-Krieg 1967 hat Israel den Sinai nahezu innerhalb von Stunden erobert und stand am Suezkanal. Menachem Begin hat im Rahmen des Friedenschlusses mit Ägypten den Sinai wieder geräumt und die dort entstandenen jüdischen Siedlungen geräumt und zerstört, um eine Wiederbesiedlung durch jüdische Fanatiker zu verhindern.

Das was Sie für den Sinai vorschlagen, macht Israel bereits in der Negev.

Der größte Teil des Jordans zwischen dem See Genezareth und dem Toten Meer liegt am Ostufer in Jordanien, am Westufer in der palästinensischen Autonomie.

Die Jordanier haben am Jordan Bananenplantagen, als hochwertiges Exportgut, insbesondere nach Saudi-Arabien. Die Palästinenser haben nichts derartiges, obwohl sie niemand daran hindert.

Israel und Jordanien – wie ich aus eigener Wahrnehmung weiß – haben ein gemeinsames Projekt, Wasser aus dem Roten Meer in das 400 m tiefer gelegene Tote Meer abzuführen, die Fallhöhe zur Stromerzeugung zu nutzen, und solcherart das Tote Meer, dessen Spiegel gefährlich sinkt, wieder aufzufüllen.

Der ständige Krieg, den die Palästinenser gegen Israel führen, kostet Geld, das für dieses Projekt fehlt. Jordanien hat auch kein Geld und so ruht dieses Projekt.

Wäre die Hamas davon zu überzeugen, daß Demokratie, eine funktionierende Verwaltung, und ein Wirtschaftsaufschwung besser ist, als Krieg zu führen, könnte ein Palästinenserstaat von der Zusammenarbeit mit Israel nur profitieren.

Antworten Antworten Gast: binjamin wassermandl
02.09.2010 15:23
0 0

Re: Die Orangen aus der Wüste

weil ihnen die j. das wasser gestohlen haben

Antworten Antworten Antworten Cicero
03.09.2010 13:56
0 0

Yasser Arafat wollte kein entsalztes Meerwasser für seine Landwirtschaft, wenn es die Israelis herstellen und die Amerikaner finanzieren.

Na, kleingeschriebenes „Wassermandl“, können Sie wenigstens ansatzweise erklären, wie Israel den Palästinensern das Wasser stiehlt? Nein, können Sie nicht, denn Israel stiehlt nicht nur kein Wasser, sondern versorgt die Palästinenser mit eben diesem.

Als korrespondierendes Mitglied der International Water Association mit Sitz in London, hatte ich vor Jahren Gelegenheit auf einer Konferenz in Prag mit dem Planungsdirektor der obersten israelischen Wasserbehörde zu Mittag zu essen.

Er berichtete mir von folgendem Vorgang. Die Israelis machten den Palästinensern den Vorschlag, im Gazastreifen an der Mittelmeerküste eine Anlage zur Meerwasserentsalzung zu bauen. Zweck der Übung, die Versorgung der Landwirtschaft mit billigem Wasser sollte den Bedarf an hochwertigem Trinkwasser hiefür vermindern.

Techniker beider Seiten machten die Planung, Israel erreichte, daß die USA bereit waren, das Vorhaben zu finanzieren. Alles war klar und alle Beteiligten waren zufrieden.

Es sollte der Baubeschluß seitens der Palästinenser fallen, Yasser Arafat aber sagte kategorisch Nein, kommt nicht in Frage.

Mit anderen Worten, Yasser Arafat – und jetzt in gleicher Weise die Hamas – hielt sein eigenes Volk bewußt in Not und Elend, um den Haß auf Israel am Kochen zu halten. Diesen Haß auf Israel brauchte Arafat und braucht jetzt auch die Hamas als Rechtfertigung für den Krieg gegen Israel.

So schaut’s aus!

Also, „Wassermandl“, wie war das mit Wasser stehlen?

Antworten Antworten Antworten kahuna
02.09.2010 18:34
0 0

Re: Re: Die Orangen aus der Wüste

Wenn die P. einfach nicht mit ihrem Grundwasser haushalten können und jetzt deswegen jammern, dass ihnen I. kein Wasser zur weiteren Verschwendung schenkt, und Du das als Wasserdiebstahl auffasst, dann meinetwegen.

Antworten potator
02.09.2010 09:12
0 0

Re: Die traurige Wahrheit ist, daß hier zwei ungleiche Partner

Wäre Israel nicht hochaufgerüstet, gäbe es den Staat nicht mehr. Mehrmals wurde Israel von arabischen Staaten angegriffen, immer mit dem Ziel der Zerstörung (1948, 1967, 1973). Also: wieso dürfen sich (nur) Juden nicht verteidigen?
Das Westjordanland wurde im Zuge von Kriegshandlungen erobert. Hätte Ägypten, Syrien und Jordanien Israel 1967 nicht angegriffen, gäbe es längst einen Palästinenserstaat in den Grenzen von 67-
Warum akzeptieren Sie Eroberungen anderer Staaten ohne Protest (z. B. Russland-Finnisch Karelien; China-Tibet etc.?). Das nennt man Doppelstandard der Kritik und Dämonisierung eines Staates.

Antworten Antworten Gast: Luzifer
02.09.2010 11:08
0 0

Re: Re: Die traurige Wahrheit ist, daß hier zwei ungleiche Partner

.... und am Ende wird der letzte Araber aus dem Westjordanland verdrängt sein und das mit der Begründung, das sei "zur Sicherheit Israels" notwendig!

Antworten Antworten Antworten Cicero
03.09.2010 14:13
0 0

Israel hat sich im Friedensvertrag mit Jordanien verpflichtet, die Westbank für einen Palästinenserstaat freizuhalten. Die Hamas lehnt ihren Staat noch immer ab!

Luzifer, können Sie wenigstens ansatzweise oder schätzungsweise darstellen, wie viele Palästinenser Israel aus der Westbank entfernt hat, sagen wir in den letzten 20 Jahren?

Nein, können Sie sicher nicht, denn Israel hat noch niemand vertrieben.

Auch nicht im Unabhängigkeitskrieg 1948 / 1949. Bei der Ausrufung Israels hat Ben Gurion geradezu flehentlich gebeten, jeder möge bleiben, wo er ist.

Das entsprach auch dem UNO-Plan von 1947, der im überwiegend jüdisch besiedelten Palästina Israel vorsah, während im überwiegend moslemisch besiedelten Teil der Palästinenserstaat entstehen sollte.

Die Juden stimmten zu, hatten aber geringe Änderungswünsche, die sie als „Kriegsgewinn“ dann auch erreichten.

Die Araber lehnten ab, führten Krieg – nicht nur einen, sondern im Laufe der Zeit mehrere – und verloren alle.

Bei jeder Kampfhandlung gibt es zwangsläufig Flüchtlinge. Dazu sagten die Araber ihren Bürgern, geht weg, wir werfen die Juden ins Meer, dann könnt ihr wiederkommen und dann ein besseres Leben führen als jetzt. Sie gingen, aber die Kriege gingen eben verloren.

Es ist eines der völlig abgelutschten Klischees, Israel hätte die Palästinenser vertrieben.

Jordanien hat diesen Zusammenhang erkannt. König Hussein bot den Flüchtlingen auf seinem Staatsgebiet Arbeit und daran anschließend die Staatsbürgerschaft an. Als er sie auf diese Weise befriedet hatte – sein Nachfolger Abdullah II ist mit einer Palästinenserin verheiratet – hat er Frieden mit Israel geschlossen.

Mehr Kommentare:

Top-News