21.05.2013 17:47 Merkliste 0

Das schlechte Gewissen des Fritz Neugebauer

FRANZ SCHELLHORN (Die Presse)

Die Beamtengewerkschaft ist den Steuerzahlern bei den Lohnverhandlungen ein wenig „entgegengekommen“. Dazu hatte sie auch allen Grund.

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leitartikel

So schnell kann es gehen, wenn man nur will. Nach knapp vier Stunden waren die Vertreter der Republik und die Beamtengewerkschafter handelseins: Die Beschäftigten des Staates bekommen zwischen 0,85 und 2,09 Prozent mehr Geld. Für die Bezieher niedriger Einkommen gibt es mehr, für die Besserverdiener weniger. Sozial ausgewogen, wie es sich hierzulande gehört. Ein Umstand, der alle Beteiligten glücklich macht. Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) zollt vor allem Gewerkschaftsboss Fritz Neugebauer (ÖVP) öffentlich Respekt und Anerkennung. Dafür, dass auch der öffentliche Dienst tapfer seinen Beitrag zur Konsolidierung der Staatsfinanzen leiste.

Eine durchaus originelle Interpretation. Immerhin werden die Steuerzahler im kommenden Jahr 115 Millionen Euro zusätzlich für „ihre“ Angestellten aufzuwenden haben. Freilich, es hätte noch deutlich mehr werden können. Schließlich hätte Finanzminister Josef Pröll (ÖVP) bis zu 160 Millionen Euro springen lassen. Womit Fritz Neugebauer immerhin 45 Millionen Euro auf dem Verhandlungstisch zurückließ.

Das riecht allerdings weniger nach neuer Bescheidenheit. Schon gar nicht nach Staatsräson. Sondern nach reichlich schlechtem Gewissen. Das wiederum wäre durchaus nachvollziehbar: Allein in den letzten beiden Jahren wurden nämlich die Bezüge der Staatsdiener um 3,6Prozent angehoben. Und das in einer Zeit, in der die Wirtschaft des Landes in die tiefste Rezession seit Ende des Zweiten Weltkrieges abtauchte.

Vater Staat meint es allerdings seit Jahren besonders gut mit seinen pragmatisierten Angestellten. Zwischen 1998 und 2008 stiegen die Gehälter der Beamten inflationsbereinigt (!) um 19 Prozent. Während sich jene, die diese Gehaltssteigerungen auf den freien Märkten zu erwirtschaften hatten, mit deutlich bescheideneren Lohnerhöhungen begnügen durften. „Normale“ Angestellte brachten es im selben Zeitraum auf ein reales Plus von 3,7 Prozent.

Für langsamer wachsende Löhne in der Wirtschaft lassen sich freilich Gründe finden. Allen voran der stark steigende Anteil an schlechter verdienenden Teilzeitkräften. Viele, die noch vor Jahren mangels Arbeitseinkommen in keiner Statistik zu finden waren, stehen mittlerweile wieder im Berufsleben, wenn auch oft nur für einige Stunden. Wodurch das Durchschnittseinkommen der Arbeitnehmer nach unten gedrückt wird, obwohl niemand einen Cent weniger verdient. Aber all das kann noch nicht erklären, dass die Beamtengehälter fast fünfmal stärker gewachsen sind als jene der nicht pragmatisierten Angestellten.

Die Neugebauers des Landes trällern an dieser Stelle gern das Lied von den traditionell schlechter gestellten Staatsdienern. Beamte und Vertragsbedienstete seien zwar vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes gefeit, müssten diesen Schutz aber mit niedrigeren Bezügen bezahlen. So verdienten die Kollegen in der sogenannten Privatwirtschaft viel mehr, wie immer wieder zu hören ist. Das mag für Vertragsbedienstete noch einigermaßen hinkommen, keineswegs aber für Beamte. So weiß die Statistik Austria, dass Letztere im Schnitt 49.458Euro brutto im Jahr verdienen. Und damit um 45 Prozent mehr als Angestellte.


Ein Teil dieser beachtlichen Differenz lässt sich mit dem Alter sowie dem höheren Anteil an Akademikern und besser verdienenden Frauen erklären. Beamte sind im Schnitt um zehn Jahr älter als Angestellte, dementsprechend höher sind ihre Einkommen. Pragmatisierte Frauen verdienen allerdings in allen Einkommensgruppen besser als „normale“ weibliche Beschäftigte, während bei Männern nur die bestverdienenden 20Prozent mehr Geld nach Hause bringen als die Geschlechtsgenossen im öffentlichen Dienst.

Was immer man also über Fritz Neugebauer denken mag: Aus Sicht der von ihm vertretenen Bediensteten ist der Mann sein Geld wert. Die Gewerkschaft hat für ihre Mitglieder nicht nur den Kündigungsschutz bewahrt, sondern ihnen auch stark steigende Einkommen und hohe Pensionen „erkämpft“. Das ist neidlos anzuerkennen. Es sollte nur nicht ganz vergessen werden, wenn die Beamten für ihren tapferen Beitrag zur „Konsolidierung“ des Staatshaushalts bejubelt werden. Seite 4


E-Mails an: franz.schellhorn@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.10.2010)

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49 Kommentare
 
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Herr Schellhorn, schämen Sie sich!

Einen derart schäbigen und von Lügen(!!!) durchsetzten Artikel findet man selten. Pressefreiheit zur Narrenfreiheit degeneriert. Herr Schellhorn spricht von 19% inflationsbereinigter Erhöhung der Beamtenbezüge in den Jahren 1998 bis 2008. Ich glaube nicht, dass Schellhorn nicht rechnen kann. Er ist einfach ein mieser Lügner. Die inflationsbereinigte Erhöhung des Durchschnittsbezuges (V/2) betrug 1,68%. Konkret stieg der Bezug (incl. VWDZlg.) von S 25431,- auf 31500,58 (€-Betrag x 13,7603); der VP! 1996 stand 1998 auf 102,2 und 2008 auf 124,5. Die dümmliche Ausrede der Biennalsprünge zieht nicht, die gibt's in fast allen Kollektivverträgen auch. Es ist unverschämt, dass derartiges Lügenmaterial in einer Qualitätszeitung erscheinen darf. Herr Schellhorn: Sie sind im gegensatz zu Fritz Neugebauer Ihr Geld nicht wert!

Antworten Gast: Parteiloser
30.10.2010 10:22
2 1

Herr Schellhorn, schämen Sie sich!

Sie konnten nicht erkennen, dass Hr. Schellhorn nicht das Beamtendienstrecht und die Lohntabellen herangezogen hat, sondern die Entwicklung der Durchschnittsentlohnungen, welche entweder im arithmetischen Mittel oder auch in einer Medianbetrachtung zur Verfügung stehen.

Betrachtet man die Entwicklung dieser Durchschnittsentlohnungen pro Berufsgruppe, also einer Gesamtbetrachtung, dann sollten die dargestellten Daten auch gut passen. Nach meiner Beobachtung, auf Basis der RH Einkommensberichte, war die Entwicklung der Realeinkommen zwischen 1998 und 2005 wie folgt:

Beamte:........+14%
Angestellte:....+1%
Arbeiter:..........-9%

Es ist keine Frage, dass sich eine Berufgruppe von der allgemeinen Einkommensentwicklung abgenabelt hat. Ich meine auch, dass sich eine Gruppe stark außerhalb der Gesellschaft gestellt hat und nur die "Rechte" erkennt, die Pflichten aber auch ansatzweise annimmt, ja nicht einmal eine Diskussion darüber zulässt.

Es scheint heute aber schon so weit zu sein, dass diese Besonderheit einer kleinen Gruppe Österreicher (ca. 500.000 Menschen inkl. der Ruhegenießer) das ganze Land wirtschaftlich in schwere Turbulenzen bringt.

Ich bin überzeugt, dass man dieses Kernproblem auch nicht auf die Personen Neugebauer und Schellhorn reduzieren kann.

Es sei dahingestellt, wer etwas nicht erkennen konnte.

Ich habe sehr wohl die Absichten des Herrn Schellhorn erkannt: Das Schüren der Neiddebatte. Wer Zwietracht säht, wird Krieg ernten. Schellhorn äußert sich völlig unqualifiziert über "die Beamtenprivilegien", über "die Beamten" schlechthin und übersieht völlig seine eigenen im Redaktionsstatut festgeschriebenen Privilegien.

Antworten Antworten Antworten Gast: Parteiloser
30.10.2010 21:54
1 0

Re: Es sei dahingestellt, wer etwas nicht erkennen konnte.

Der Beitrag von Hrn. Schellhorn war durchaus gut recherchiert und hat auch eine Betrachtung, welche Fakten beinhaltet. Offensichtlich hat sich der Autor wirklich mit dem Thema beschäftigt. Er hat auch klar dargestellt, warum diese Disbalancen vorhanden sind und die Argumentation der GÖD einfließen lassen.

Diesen Beitrag können Sie unmöglich als unqualifiziert abtun.

Genauso falsch ist Ihre Unterstellung, dass über "Beamtenprivilegien" geschrieben wurde. Tatsächlich kommt dieses Wort im gesamten Artikel nicht vor!

Sie sind einfach nur ein ängstlicher Mann im geschützten Bereich, welcher Angst hat diesen Schutz zu verlieren. Wahrscheinlich wissen, oder spüren, Sie, dass in der Realwirtschaft Ihre Fähigkeiten nicht gefragt sind. Ihre Angst ist aber durchaus berechtigt, weil zunehmend die Finanzierung für die geschützten Bereiche Probleme machen. Wenn erst kein Depp mehr die Staatsanleihen zeichnet, dann ist auch Schluss mit dem Ruhegenuss.

Wie schnell das gehen kann hat uns nicht nur Griechenland gezeigt, auch in Island, Irland, Rumänien und Portugal sind ähnliche Phänomene zu beobachten.

Ihre Angst ist berechtigt, man könnte diese auch als qualifiziert bezeichnen.

Beamtenfeindlcihe Fehlanalyse

Obwohl ich nicht betroffen bin, finde ich es schade, dass dieser Kommentar des sonst von mir wegen seines Bekenntnisses zu Leistung und Verantwortung außerordentlich geschätzten Dr. Schellnhorn diesmal so gründlich danebengegangen ist. Er stimmt in den Chor hasserfüllter, neidgestützter Angriffe gegen Beamte ein und stimuliert diese weiter. Dieses Stigmatisieren einer Bevölkerungsgruppe als geradezu "parasitär" ist unerträglich und gefährlich.

Die behaupteten "überdurchschnittlichen Erhöhungen" stimmen keineswegs; da wurden unseriöserweise die Biennialsprünge einbezogen. Doch Vergleichbares gibt es auch in der Privatwirtschaft - nur nicht auf derartig niedrigem Niveau beginnend: Tatsache ist: Die „Erhöhung“ betrug im Vorjahr 0,9 Prozent, heuer 0,85 Prozent. In den Jahren zuvor gab es einige Einmalzahlungen sowie einige aufeinanderfolgende Nulllohnrunden. Beamtenpensionisten gehen seit 6 Jahren praktisch leer aus, und das, obwohl sie keine Abfertigungen bekommen, überhöhte Pensionssicherungsbeiträge bezahlten, Selbstbehalte berappen, im Ruhestand weiter "Pensionssicherungsbeiträge" bezahlen, dem Disziplinarrecht unterworfen bleiben. Pensionsantrittsalter ist mit 65 (auch bei Frauen) festgelegt, alles frühere wird mit empfindlichen Abschlägen „bestraft“. Relativ höheres Einkommensniveau liegt am weit überdurchschnittlichen Akademiker- und Vollerwerbsanteil. Bei ersterem sollte man den um 10 Jahre nach hinten verlegen Erwerbsbeginn bedenken!

Re: Beamtenfeindlcihe Fehlanalyse

Ja das kann ja alles stimmen, aber die beamten hackln ja alles nix die sitzn ja fast nur umher und dann däumchen drehen - da sind die lehrer noch die besten von allen!

Antworten Antworten Gast: Parteiloser
30.10.2010 09:54
0 0

Re: Re: Beamtenfeindlcihe Fehlanalyse

Ich würde auf jeden Fall die Leistung der öff. Bediensten im Gesundheitswesen höher als die Leistungen der Lehrer sehen.

Gast: Gast51
29.10.2010 12:09
2 0

Die Studenten nicht immer als Schmarotzer darstellen

Lehrlinge verdienen bereits, Studenten nicht. Viele Studenten haben weniger zum Leben als ein Lehrling mit 18 bereits verdient. Die Hälfte der Berufstätigen zahlt in Ö keine Steuern, da gehören die später ins Berufsleben einsteigenden Studenten aber kaum dazu, denn die Akademiker gehören durchwegs zur Gruppe derer, die den Rest ihres Lebens dann die Steuerlast für jene tragen, die diese Begünstigungen u Sozialleistungen konsumieren.
Die Studienjahre werden für die Pension nicht angerechnet, d.h. die 45 Jahre für die volle Pension erreichen sie dementsprechend spät, den Pensionstopf für alle dürfen sie aber überproportional auffüllen.

da verhandeln sie - über mein Geld!

Der Staat bin ich! Und diese Hoscheks und Neugebauers verfügen über mein Geld, ich muß das alles zahlen - ich Herr und Frau Österreicher X 2,5 Millionen, denn soviele Steuerzahler gibt es noch - im 8,5 Millionen Volk!

über franz schellhorn !!!

wenn dieser mann, dieser journalist alles weiß, besser weiß, ja ständig bei orf-diskussionen dabei ist.....

warum schreibt er es dann nicht ?

Pensionssicherungsbeitrag

Ich finde dazu keinen Hinweis! Diesen PSB bezahlen nicht nur die Aktiven, sondern auch die Beamtenpensionisten, die seit dem Jahr 2003 dem ASVG angeschlossen wurden.
Von den niedrigen Anfangsgehältern lese ich auch nichts. Die Republik und die Gewerkschaft hat uns verraten und verkauft.

1 1

Ich bin für die Einführung einer Journalistensteuer.

Damit in Hinkunft der Steuerzahler zumindest ein wenig von der Unfähigkeit und Dummheit dieser Kaste entschädigt wird. Ich bin ja nur froh, dass Sie Herr Schellhorn nicht in der Regierung sitzen, denn dann wäre Österreich schon längst pleite!

Gast: Luzifer
28.10.2010 23:57
1 0

Da hat der sonst so vernünftige Schellhorn den Roten wieder ein Stichwort geliefert!

Richtig ist, daß die Roten bei ihrem Klientel praktisch Null nachgelassen haben. Oder hat jemand schon gehört, daß ÖBBler nicht mehr mit 52 in Pension gehen dürfen,, oder das Pensionsrecht der Wiener Gemeindebediensteten angeglichen wird? Opfer bringen tatsächlich (und das meisten in den vergangenen 10 Jahren) die "besseren" Pensionisten. Auch bei der Gehaltserhöhung bekommen die "besseren" Beamten nicht einmal die Inflation abgegolten. Gehören die auch schon zu den "Reichen"? Eher zum Mittelstand, der ununterbrochen zur Ader gelassen wird. Dabei geht es ja nicht nur um Gehalts- bzw. Pensionserhöhungen. Wenn man so "reich" ist, zahlt man praktisch bei jeder Gelegenheit und für alles "drauf". Und jetzt sogar bei den Kindern!

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Re: Da hat der sonst so vernünftige Schellhorn den Roten wieder ein Stichwort geliefert!

sie lesen offenbar die zeitung nicht, in der sie solche wortmeldungen absondern.

Antworten Antworten Gast: Luzifer
29.10.2010 22:39
1 0

Re: Re: Da hat der sonst so vernünftige Schellhorn den Roten wieder ein Stichwort geliefert!

Sie haben ja wieder mit "stichhaltigen" Argumenten zur Diskussion beigetragen, lieber Junius!

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Re: Re: Re: Da hat der sonst so vernünftige Schellhorn den Roten wieder ein Stichwort geliefert!

wieso können sie annehmen, dass ich mit ihnen diskutieren möchte?

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Luzifer
31.10.2010 13:57
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Re: Re: Re: Re: Da hat der sonst so vernünftige Schellhorn den Roten wieder ein Stichwort geliefert!

Dass Sie , Junius, nicht sinnerfassend lesen können, ist mir schon aufgefallen! Ob Sie geruhen, mit mir zu debattieren, ist mir auch 'Wurst`! Ihren blühenden Unsinn kann man jedenfalls so nicht stehen lassen!

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Re: Re: Re: Re: Re: Da hat der sonst so vernünftige Schellhorn den Roten wieder ein Stichwort geliefert!

ihnen fällt auf? - respekt!

Gast: Rote Orchidee
28.10.2010 21:41
1 1

@Und das in einer Zeit, in der die Wirtschaft des Landes in die tiefste Rezession seit Ende des Zweiten Weltkrieges abtauchte

auch bei den Unternehmensgewinnen ?
Da folgt eine Jubelmeldung der anderen ....

Der wahre Skandal: Was davon bekommen diejenigen die es erwirtschaftet haben ? Seit Jahren immer miesere Löhne und Gehälter, immer zerstörerische Arbeitsbedingungen.

Ein Raubbau an der Substanz unserer Gesellschaft der sie Tag für Tag näher an den Abgrund führt.

Aber was tut die Presse:
Da wird die eine Gruppe auf die andere gehetzt damit die Gewinn-Kassierer im Hintergrund ungestört weiter kassieren können.

!!!! IN EUROPA UND ÖSTERREICH GAB ES NOCH NIE IN DER GESCHICHTE SO HOHE GEWINNE WIE IN DIESEM JAHRZEHNT !!!!!!

Kein Wort darüber im Kommentar, auch eine Möglichkeit derlei "Kleinigkeiten" zu "vergessen".

Andere Menschen im Interesse wessen auch immer prinzipiell für blöd verkaufen ist zwar möglich aber entspricht aber nicht der Kontrollfunktion der Medien als 4. Macht im Staate.
Dass Österreich so ist wie es ist, vor allem in den letzten 10 Jahren so verkommen ist, verdanken wir zu einem wesentlichen Teil den willfährigen Medien die jedes Ablenkungsmanöver willigst mitinszenieren um davon abzulenken, dass es in Europa und Österreich in der Geschichte noch nie so hohe Gewinne wie jetzt gab und das auf Kosten unserer Substanz und Zukunft.
Das kann schneller schlagend werden als man glaubt.

Re: @Und das in einer Zeit, in der die Wirtschaft des Landes in die tiefste Rezession seit Ende des Zweiten Weltkrieges abtauchte

Und was bitte haben die Unternehmensgewinne mit den Beamtengehältern zu tun? Wenn die Unternehmen Verluste einfahren, dann sinken auch die Beamtengehälter, oder wie? Zum Beispiel 2009, als der öffentliche Dienst 3,55 Prozent Geld bekam, obwohl die Wirtschaft schwere Verluste eingefahren hat. Löhne bilden sich aus Angebot und Nachfrage, nicht in den Bilanzen der Konzerne. Aber das Beamten zu erklären, hat wenig Sinn

Antworten Gast: Parteiloser
29.10.2010 11:14
1 1

Re: @Und das in einer Zeit, in der die Wirtschaft des Landes in die tiefste Rezession seit Ende des Zweiten Weltkrieges abtauchte

!Bei den Unternehmensgewinnen musst Du aber doch etwas genauer hinschauen.

Bei den Börsennotierten Unternehmen sind die Bilanzen auch offen gelegt und können eingesehen werden.

Harte Daten aus 2009:

Andritz:
3.169 Mio. Umsatz und ein Konzernjahresüberschuss von 96 Mio. Dem Unternehmen blieben also nur 3% vom Umsatz!

Mayr- Melnhof:
1.600 Mio. Jahresumsatz und ein Konzernjahresüberschuss von 97 Mio. Diesem Unternehmen bleiben also nur 6% vom Umsatz!

Strabag:
12.633 Mio. Jahresumsatz und ein Konzernjahresüberschuss von 161 Mio. Diesem Unternehmen bleiben also nur 1,3 vom Umsatz!

Auch wenn die Gewinne nun etwas besser aussehen, und um 50% gestiegen wären, die wirklichen Gewinne sind trotzdem noch mehr als bescheiden und machen Investition für die Zukunft (von allen Österreichern) sehr schwierig.

Die Masse der Unternehmen sind aber KMU. Da haben wir 320.000 Unternehmen in Österreich. Dieser Masse an Unternehmen geht es aber viel schlechter, wie auch die KMU Studie der Creditreform deutlich aufzeigt.

www.creditreform.at/home/downloads/_sterreichsiche_Mittelstandsanalyse/KMU_Analyse_Fr_hjahr_2010_pdf.pdf

61,5% der Unternehmen, also knapp 200.000 Unternehmen haben ein Eigenkapital von unter 30%, gehören also zu 70%, und mehr, den Banken.

Das ist aber auch kein Wunder, weil die Menschen in Österreichs Unternehmen schon etwa 50% der Wertschöpfung an den Staat abliefern müssen. Dieser Bereich ist auch schon ausgeraubt!

Antworten Antworten Gast: Rote Orchidee
29.10.2010 21:36
1 0

sind die angegebenen Zahlne vor oder nach Gruppenbesteuerung

und damit legalisiertem Steuerbetrug am österreichischen Steuerzahler ?
Traue nie einer Bilanz die Du nicht selbst verschleiert hast !

Antworten Antworten Antworten Gast: Parteiloser
30.10.2010 11:37
0 0

Re: sind die angegebenen Zahlne vor oder nach Gruppenbesteuerung

Sicher erlaubt der Gesetzgeber einen großen Gestaltungsspielraum der Bilanzen.

Diesen Gestaltungsspielraum verwenden die Manager aber eher um zu hohe Gewinne zu zeigen, eher nicht zu kleine Gewinne! Das gilt besonders für Börsennotierte Unternehmen, wo die Entlohnung der Vorstände von den dargestellten Gewinnen abhängt.

Bei den vielen KMU, auch nach meinen Praxiserfahrungen, wird sehr häufig so gestaltet, dass die Bonität gegenüber den Banken noch ausreichend vorhanden ist. Das ist auch notwendig, um die Finanzierungen weiter zu bekommen und das Unternehmen am Leben zu halten. Die meisten Unternehmen haben überhaupt keine Chance Gewinne nicht zu zeigen!

Natürlich gibt es auch die Ausnahmen, welche versuchen die Bilanz so zu gestalten, dass Gewinne unterdrückt werden. Meiner Meinung nach, wenn man das über einen Mehrjahreszeitraum sieht, kommt es aber auf jeden Fall zu einem Ausgleich.

Ich würde, über alles gesehen, meinen, dass eher höhere Gewinne gezeigt werden, als tatsächlich vorhanden sind.

Aus der Sicht der Bilanzgestaltung sehe ich keinen Betrug am Steuerzahler, eher an den Aktionären bei den Großunternehmern.

Ganz sicher bin ich aber, dass von den Unternehmen, über alles betrachtet, nichts mehr zu holen ist, weil diese schon ausgeraubt sind. Genau daher wird in Österreich so wenig investiert (auch geforscht!), weil eben die Mittel heute schon fehlen. Die exzessive Umverteilung von Privat zu Staat hat ordentlich gearbeitet.

2 0

Re: @Und das in einer Zeit, in der die Wirtschaft des Landes in die tiefste Rezession seit Ende des Zweiten Weltkrieges abtauchte

Die Gewinne der Unternehmen sind aber in erster Linie dazu da, um per Investitionen die Zukunft des Unternehmens zu sichern, sie sind nicht dazu da um einem gierigen Staat der nicht haushalten kann und sozialistischen Handaufhaltern in den nimmersatten Rachen gestopft zu werden.

Weiters bekommen die Beschäftigten der Betriebe, also diejenigen die mit ihrer Arbeitskraft zum Betriebserfolg beigetragen haben auch meist auch einen Anteil in Form einer Erfolgsprämie. Dass die Betriebe nur Geld scheffeln um dann wie Dagobert drauf zu sitzen, ist eine linke Propagandalüge. Kein Betrieb der das macht, überlebt lange. Ausgenommen vielleicht Banken.

Antworten Antworten Gast: Rote Orchidee
29.10.2010 21:39
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Leben sie mal ein paar Monate in Südamerika oder Afrika

dann reden wir wieder drüber wieviel ihnen die wesentlich angenehmeren und letztlich auch nachhaltig Gewinn stiegernden hierorts Wert sind.
Eine funktioniernde Gesellschaft besteht aus vielen Komponenten die wohl abgewogen sein müssen damit nicht nur einige Wenige kurzfristig sondern Viele langfristig profitieren.

Antworten Antworten Antworten Gast: Parteiloser
30.10.2010 11:40
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Re: Leben sie mal ein paar Monate in Südamerika oder Afrika

Bitte, was hat der Wahnsinn in den geschützten Bereichen mit Afrika oder Südamerika zu tun?

Hat unser Parteibonzenmisthaufen dort auch schon Geld verspekuliert?

 
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