23.02.2012 12:13 | Meine Presse Merkliste 0

Männer sind nicht immer Täter und Frauen nicht immer Opfer

FRIEDERIKE LEIBL (Die Presse)

Am Ende bleiben Zweifel: Der Urteilsspruch im Kachelmann-Prozess beschädigt den Beschuldigten wie auch das vermeintliche Opfer.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Leitartikel

Wettermoderator Jörg Kachelmann ist 15 Monate nach seiner spektakulären Verhaftung auf dem Frankfurter Flughafen vom Verdacht der Vergewaltigung freigesprochen worden. Der Urteilsspruch „in dubio pro reo“, im Zweifel für den Angeklagten, bedeutet nicht, dass seine Unschuld erwiesen ist, sondern, dass es Zweifel an seiner Schuld gab. Kachelmann muss weiterhin mit dem Verdacht leben, ein potenzieller Vergewaltiger zu sein, das vermeintliche Opfer wiederum mit dem Vorwurf, aus Hass und Rachsucht gelogen zu haben.

Der Prozess wird nicht ohne Folgen bleiben. Einerseits hat man die beispiellose Demontage eines Mannes erlebt, der, eben noch biederer Publikumsliebling im deutschen Fernsehen, die Öffentlichkeit fortan als Sexmonster und notorischer Betrüger beschäftigte. Kachelmann wurde freigesprochen, aber was von seinem Leben preisgegeben wurde, bleibt an ihm kleben. Der gezielte Betrug an seinen Partnerinnen, schlüpfrige E-Mails, kaltschnäuzige Szenen aus vielen Liaisonen, seine ausgefallenen Sexualpraktiken. Der gebürtige Schweizer wird eine finanzielle Entschädigung erhalten, sein persönlicher Schaden ist nicht ersetzbar.

Gut so, meinen jene, die von seiner Schuld überzeugt bleiben. Was hat sie denn davon überzeugt? Die Aussage einer Frau, die ihre eigenen Angaben mehrmals korrigieren musste, Indizien, die für das Gericht nicht ausreichend für einen Schuldspruch waren, aber vor allem die Vorgeschichte des Beschuldigten, sein „Charakter“ sozusagen. Und die unausgesprochene Überzeugung, dass Frauen Opfer seien und Männer, wenn schon nicht immer, dann doch meistens schuldig.

Mit dieser These, die auch die deutsche Feministin Alice Schwarzer, obgleich vorsichtiger formuliert, von Beginn an postulierte, wurde das eigentlich Ungeheuerliche dieses Falls deutlich: Hier wurden Moral und Strafrecht in einer Art und Weise miteinander verknüpft, die nicht nur ernste Zweifel an der Vorgangsweise der Justiz erweckte, sondern auch an einer Öffentlichkeit, die dies als gängige Praxis nicht nur zuließ, sondern sich daran auch noch beteiligte. Klar, Kachelmann kann für sein Verständnis von Moral wenig Sympathie erwarten. Aber reicht das schon, um eines Verbrechens schuldig gesprochen zu werden? Weil er „kein Guter“ ist? Es entspricht nicht unserem Gerechtigkeitsgefühl, dass es grundanständige Menschen gibt, die zu grässlichen Straftaten imstande sind. Und dass es Menschen gibt, die zutiefst unmoralisch leben und dennoch nicht straffällig werden.

Die Tatsache, dass jemand nicht nach gängigen Normen lebt und gängigen Moralvorstellungen folgt, darf zu keiner Verurteilung führen. Was strafrechtlich relevant ist und was nicht, muss immer noch ein Gericht klären: mittels Beweisen oder eindeutigen Indizien. Ob uns dies nun gefällt oder nicht.

Genau an diesem Punkt geriet etwas in gehörige Schieflage. Ausgerechnet Alice Schwarzer, deren Verdienste um Frauenrechte unbestritten sind, machte sich zur Speerspitze der Kachelmann-Gegner. Sie schlug sich von Beginn an auf die Seite des mutmaßlichen Opfers, berichtete für die „Bild“-Zeitung aus dem Gerichtssaal und ließ in Fernsehsendungen ihrer Meinung freien Lauf, wonach Kachelmann schuldig sei. Nach dem Urteilsspruch zeigte sich Schwarzer besorgt, dass Opfer sexueller Gewalt in Zukunft noch seltener als bisher Anzeige erstatten würden.


Schwarzer hat Frauen keinen guten Dienst erwiesen. Natürlich ist die Dunkelziffer bei sexuellen Straftaten hoch, natürlich machen Vergewaltigungsopfer vor Gericht „die Hölle“ durch, wie ein prominenter Anwalt eben wieder bestätigt hat. Natürlich ist das ein untragbarer Zustand. Natürlich könnte man als Frau geneigt sein, die Statistik zu bemühen, in welchem Verhältnis Fälle von falscher Beschuldigung zu tatsächlichen, aber nicht angezeigten sexuellen Übergriffen stehen. Natürlich leben wir in einer Gesellschaft, in der ungleich verteilte Macht Männern ein Verhalten möglich macht, das gegen Menschenrechte verstößt.

Aber das eine Unrecht wird nicht durch das andere wettgemacht. Es ist eine schwere Lektion, aber auch Frauen sollten sie lernen. BERICHT Seite 13

 

E-Mails an: friederike.leibl-buerger@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.06.2011)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

41 Kommentare
 
1 2
Gast: kopfschüttel
02.06.2011 18:08
1 0

wo soll das enden

@ wolfsgrau
Erstens ist ein Freispruch mit Zweifeln ein juristischer Freispruch. Nix mit etwaiger Schuld.
Zweitens scheinen Sie bei Frau Schwarzer in die Schule gegangen zu sein. Sie verwechseln grundlegende Sachen. Das Opfer ist objektiv solange kein Opfer bis der Opferstatus bestätigt wurde, zuvor handelt es sich um ein mutmaßliches Opfer. Sie setzen voraus, was erst bewiesen werden muss!

Beweislastumkehr ist Willkürherrschaft.


Gast: trennungsfaq
02.06.2011 17:37
0 0

ads Gericht hat in fahrlässiger Weise total unbeachtet gelassen

dass in speziellen Trennungsphasen die allermeisten Misshandlungsvorwürfe und Anzeigen von Frauen erfunden sind!!

Also Verleumdung sind!!

Das hat zum. ein langjähriger Gerichtsgutachter ausgesagt:
"in Trennungsverfahren übersteigt die Zahl der erfundenen Misshandlungen - durch Frauen - die anzahl der realen Misshandlungen bei weitem!".

Aber dieser Umstand wird als Geheimnis gehütet wie der Goldschatz von Fort Knox!!

Unrichtigerweise und unwidersprochen dürfen Agitatorinen im TV behaupten, dass es "nur ganz wenige Verleumdungen" gäbe ,bei V-Anzeigen oder Missbrauchsvorwürfen!!

Vielleicht gilt das allgemein, aber NICHT in der Trennungsphase!

Sehr viele Frauen/Mütter missbrauchen dieses Totschlagsargument vor Gericht, weil sie sich Vorteile bei einer Trennung erhoffen.

Die wissen instinktiv dass sie damit ein Privileg ausnutzen, Instinkte, dass "Frauen vor Gefahren beschützt werden müssen".

Ein schwerer Betrug also der sehr oft vor Gericht Erfolg hat!!

Viele Männer sitzen jahrelang in Haft, obwohl es KEINE Beweise für die ihnen vorgeworfenen Straftaten gibt.

Hier haben Gerichtsgutachter eine oft fatale Rolle, weil dadurch Grundlagen des Rechtsstaates (etwa Beweise als Grundlage eines Verfahrens) verloren gehen.

Und - es kommt praktisch NIE vor, dass eine Verleumderin, wenn ihre Schuld erwiesen ist ,belangt werden.

Also ein Freispiel für Frauen, und oft wird dies ihnen sogar (unterschwellig) geraten.

"Hat ihr Mann ihnen was getan"??

wolfsgrau
02.06.2011 13:31
2 1

Die Justiz...

wollte hier ihren Ruf wahren, indem sie ein Urteilsprach, dass alles offen lässt, also Kachelmann genausowenig freigesprochen ist, als auch das Opfer der Lüge nicht überführt werden konnte...
Das ist fatal für Frauen und Kinder die bei Sexverbrechen nun noch schlechtere Karten haben, als sie bisher schon hatten! Die Urteilsfindung riecht noch nach Uralten Methoden der Kriegsjahre und wurde bis heute beibehalten, dass nicht der Täter seine Unschuld beweisen muss sondern das geschädigte Opfer!
INFORMATION & Aufklärung
www.gegensexuellegewalt.at

Antworten Gast: @wolfsgrau
02.06.2011 15:41
2 2

Re: Die Justiz...

warum immer diese Herausstellung der "Traumatisierung" bei sexueller Gewalt?

Gibt es einen Beweis, dass opfer von Raubüberfällen, Attacken oder Wohnungseinbrüchen weniger oder nicht traumatisiert sind wie Opfer sexueller GEwalt?

Meines Wissens keinen.

Es gibt keine 2 Klassen von Trauma, ein attackierter, bestohlener kann genaus traumatisiert und persönlich verletzt sein, wie eine Betroffene von sexueller Gewalt!

Man sollte mit solchen heiklen Begriffen keien Politik machen und agitieren!!

Täglich werden hunderte Menschenin Öst. Opfer von Gewalt, aber die meisten Verfahren werden eingestellt ,"mangels öffentlichem Interesse".

Es ist evident, dass weibliche Opfer die Aufmerksamkeit der Justizbehörden und Staatsanwälte viel mehr hervorrufen, als Opfer "gewöhnlicher" Gewalt.

Stellen sie sich vor, das "Opfer" Kachelmanns hätte die gliechen Verletzungen auf der Strasse erlitten, oder beim Versuch eines Raubes.

Wären die Täter - trotz eindeutiger Beweise - dann auch so harsch der Justizgewalt ausgeliefert worden wie Kachelmann?

4 Monate U-Haft (trotz totaler Unbescholtenheit vorher), dann ein ganzes Jahr von einem Gericht traktiert, samt Blossstellung des intimen Privatlebens?

Diese Justiz ist nurmehr menschenverachtetn (gegenüber männlichen Opfern von sexuellen Gewaltvorwürfen)...

Sebifredi
02.06.2011 13:25
0 1

Und warum ist er dann nicht wegen erwiesener Unschuld freigesprochen worden, der Gute?


ferrum111
02.06.2011 12:25
1 0

also

Frauen üben seit ewigen Zeiten ihre Macht über die Sexualität aus, sie sind also nicht "ausgebeutet" sondern manipulieren gezielt durch weibliche Reize.
Des Weiteren wollen viele Geld und Macht und holen sich diese nicht selten durch einen gezielt geangelten "Partner".
Und der Ruf "Vergewaltigung" ist oft nur ein weiteres Druck und Rachemittel weiblicher Manipulation.
Nebenbei bemerkt auch absolut verheerend für wirkliche Opfer, denen man wegen solchen Aktionen nicht glaubt, die es dann ungleich schwerer haben.
Alice Schwarzer manipuliert über die emotionale, wenig sachliche, Schiene "böser Mann, arme Frau" und zerstört dadurch wieder einiges an Glaubwürdigkeit der Frauen.
Fazit ist, dass es manipulierende Männer und Frauen gibt, sie nutzen einfach unterschiedliche Mittel.
Aber es gibt zum Glück ja auch noch genug moralisch einwandfreie Frauen und Männer und das ist beruhigend!

Gast: gabi
01.06.2011 21:43
3 2

ach gott, warum bin ich nicht so klug und so schön wie frau schwarzer...

dohnal, hammerl etc.

ich bin leider nur ein schlichtes hetero-weibchen, das sich ihr ganzes leben lang nur von männern manipulieren lässt.

*schluchz*

Gast: Heiner L.
01.06.2011 19:02
1 0

Zustimmung

Das Problem ist doch wohl, dass Frau Schwarzer in der Regel nicht zwischen Opfer und mutmaßlichem Opfer unterschieden hat. Diese Haltung basiert auf der lange propagierten Anschauung, dass nur rund 1-2 % aller Vergewaltigungsvorwürfe falsch-positive Vorwürfe wären.

Nun gibt es mittlerweile hunderte Studien, die solche falsch-positiven Vorwürfe in einem Bereich von 25-80% ansiedeln. Wenn wir keinen Staat wollen, in dem Männer schon aufgrund unüberprüfter Aussagen, "mutmaßlicher" Opfer weggesperrt werden - siehe Schweden - und das Gericht auch weiterhin das Recht darauf hat, der Wahrheitsfindung dienlich zu sein, dann können wir auf grundlegende Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit nicht verzichten.

@ Maskulist
Ich stimme Ihnen zu, Schwarzers Feminismus ist Steinzeitfeminismus, Rosinenpickerei, in einer Linie mit dem Märchen der gläsernen Decke und der Lohnungleichheit von 23% für Deutschland.

Das Gute ist, dass sich junge Männer nicht mehr als potentielle Täter verschreien lassen, nach dem Motto: "auch gute Männer vergewaltigen". Leider ist das noch nicht bis in die Zirkel der Elite vorgedrungen.

Vielleicht sollte sich "diepresse" einmal mit dem Thema Maskulismus, fern aller Dogmen beschäftigen.

http://www.maskulist.de

Ich ergänze die Literaturempfehlungen:
Michail A. Xenos: Medusa schenkt man keine Rosen.
Felix Stern: Penthesileas Töchter. Was will der Feminismus?

2 0

Re: Zustimmung

Gerade Alice Schwarzer hat sich in ihrer Prozeßberichterstattung im BILD wohltuender Differenziertheit befleißigt. Das ging sogar soweit, daß sie von den Hardcore-Feministinnen als "Geschlechts-Verräterin" diffamitert wurde! Nein, die wahren antimaskulinen Haßorgien stammen heute aus ganz anderen weiblichen Federn! Soviel als Beitrag zu Objektivität und Gerechtigkeit muß sein...

ernestus
01.06.2011 18:05
7 1

und bei uns?

Wird nicht auch bei uns ein ganz bestimmter Bürger - unter Vorhalt der Unschuldsvermutung - persönlich demontiert und in seiner Privatsphäre nachhaltig verletzt?
Und heult da nicht auch die Meute mit, ohne auf die Entscheidung der unabhängigen (sic!) Gerichte zu warten?

Gast: pluralis modestatis
01.06.2011 16:13
2 1

Alice, ein Klassiker

Trotz Kritik bleibt die Frauenrechtlerin auch nach dem Freispruch bei ihrer Haltung: "Man muss auch Respekt vor dem möglichen Opfer haben", sagte sie.

Die Nebenklägerin - Kachelmanns Ex-Geliebte - habe "sehr überzeugend dargelegt, dass sie vielleicht die Wahrheit gesagt habe". Der Prozess habe gezeigt, dass Kachelmann "nicht nur diese Frau gezielt manipuliert hat". "Er kommt nicht ins Gefängnis, es bleibt alles offen", sagte Schwarzer. (APA/red)

.."sehr überzeugend dargelegt, dass sie vielleicht die Wahrheit gesagt habe".

Noch Fragen ?

Gast: Alice.
01.06.2011 13:56
2 1

Alice

Alice Schwarzer hat viel für den Feminismus geleistet, ist falsch! Was da betrieben wird ist ideologischer männerfeindlicher Madamismus. Wohlstandsweibchen die allergisch überreagieren und sich nicht darum scheren was Frauen oder gar eine Familie brauchen.
Aktuell dazu:
http://www.jungewelt.de/2011/05-19/045.php
" target="_blank">http://www.jungewelt.de/2011/05-19/045.php

http://www.sueddeutsche.de/karriere/entlassene-gleichstellungsbeauftragte-im-gespraech-maenner-werden-benachteiligt-1.1099088
" target="_blank">http://www.sueddeutsche.de/karriere/entlassene-gleichstellungsbeauftragte-im-gespraech-maenner-werden-benachteiligt-1.1099088

http://www.heise.de/tp/artikel/34/34776/1.html
" target="_blank">http://www.heise.de/tp/artikel/34/34776/1.html


4 0

Zustimmung

Ich kann diesem Kommentar nur vollinhaltlich
zustimmen

Gast: maskulist
01.06.2011 12:16
6 1

Ein Lügengebäude zerbricht

Ich empfehle Arne Hofmann: Männerbeben!

Frauen die! Opfer, dass ich nicht lache. Sehen Sie einen Tag fern, dann wissen Sie wer die Opfer sind. Da werden Jungen und Männer mit Wasser überschüttet (Mömax), andere schlagen mit dem Kopf gegen die Wand, andere brauchen ihr Frauerl, um zu wissen, was sie trinken sollen - "Trink das" und am Schluss werden alle im Einkaufswagen entsorgt (Rewe).

Zu glauben, dass Frauen nicht gleichsam, gleichberechtigte Täterinnen sind, ist wertkonservativer Feminismus.

Es wird Zeit, dass sich auch in Österreich eine vernetzte Maskulistenorganisation gründet!

Gast: ecco
01.06.2011 11:24
4 1

es muß eines klar sein

es gibt in so einen fall nur eine freispruch AUS MANGEL AN BEWEISEN. wo es keine beweise gibt, kann weder die schuld noch die unschuld bewiesen werden.
alles was jetzt und während dessen geschrieben wurde sind nur spekulationen, mutmaßungen, meinungen.
warum lässt sich die staatsanwaltschaft, die gesamte presse überhaupt darauf ein?

Gast: eineleserin
01.06.2011 11:01
3 10

Ich vermisse Martina Salomon

Endlich darf mal eine Frau Leitartikel schreiben und dann so... Als ob das noch wer denken würde, dass alle Männer Täter wären und alle Frauen Opfer. Das hat ja sogar in den 70er Jahren keine gedacht. Immer schön "objektiv" bleiben als Journalistin, was im System bedeutet auf der männlichen Seite...? So kommt nix Neues oder Innovatives heraus, nur ein Abwägen eh schon bekannter Ansichten.
Schade um die verpaßte Gelegenheit.
Auf der Kultur gibt es auch nur männliche Kommentatoren, dabei gibt es tolle Journalistinnen da und auch wenn der Presse-Leser männlich ist, sollte schon den Leserinnen mal etwas geboten werden, was über Mini Kolumnen zu Hausfrauen-Themen hinaus geht

Antworten se123
01.06.2011 11:50
6 2

Re: Ich vermisse Martina Salomon

Sie haben soeben, ohne es zu bemerken, den Beweis angetreten, dass eben gerade heute noch die Denkweise,dass alle Männer Täter wären und alle Frauen Opfer sind, so tief im Bewußtsein verankert ist, dass es gar nicht mehr wahrgenommen wird.

Die Aussage, dass Sie auch im Einzelfall nicht akzeptieren können, dass die "objektive" Faktenlage eben auch mal zugunsten eines Mannes sein kann, zeigt hier ihr verschobenes Selbstverständnis auf.

Antworten Antworten Gast: eineleserin
01.06.2011 12:37
2 2

Re: Re: Ich vermisse Martina Salomon

Mit der "objektiven" Faktenlage hats halt irgendwas, wenn bei nur einem Zehntel der Anklagen ein Schuldspruch heraus kommt. Der Rest sind Einstellungen und Freisprüche.
Lesen Sie mal das Interview mit Marion Breitner am Standard ;-).
Wenn man bedenkt, wie schwer es für eine Frau ist, erstmal bis zum Gericht zu kommen..., die Polizei fragt ja auch ganz genau und verfolgt nur Sachverhalte, die ihrer Meinung nach bestrafenswert sind. Die erste Hürde bei einer Anzeige ist schon mal die Polizei. Vergewaltigung in der Ehe ist noch nicht besonders lange strafbar.

Antworten Antworten Antworten Metz
01.06.2011 15:49
3 1

Re: Re: Re: Ich vermisse Martina Salomon

Wie viel Verurteilungen muss es ihrer Meinung nach geben, dass es "Mit der "objektiven" Faktenlage" nichts mehr hat? Was ist ihre „Quote der Verurteilungen“ die sie fordern - 50%, 70% oder gar 100%? 100% hätten den Vorteil, dass man sich das Gerichtswesen sparen kann!
Umgekehrt könnte man auch sagen, dass in 90% der Fälle Frauen zu Unrecht Männer beschuldigen! Beweisen sie das Gegenteil - und damit auch dass Polizei und Gerichte in Österreich zu 90% (aus welchem Grund auch immer) falsche Entscheidungen treffen!

Antworten Antworten Antworten se123
01.06.2011 13:31
3 0

Re: Re: Re: Ich vermisse Martina Salomon

wenn aber nun mal die Faktenlage so ist, dass sich am Messerrücken berspielsweise keine Hautschuppen befinden und auch keine Wischspuren vom Abwischen, dann ist dies eigentlich nicht ein Fehlen von Beweisen, sondern die Beweise sprechen eher dafür, dass dies einfach nicht so stattgefunden.

Ja, es ist richtig und auch bedauerlich, dass es in manchen Fällen für die Frau schwierig ist, die Vergewaltigung nachzuweisen und den Täter eindeutig zu überführen, aber deswegen darf es nie, absolut niemals zu einer Beweislastumkehr kommen. Den zu beweisen, dass man etwas nicht gemacht hat, ist meist nahezu unmöglich und ich möchte nie in einer Gesellschaft leben, in der ich kein Vieraugengespräch mehr mit einer Frau führen kann, da ich immer im Hinterkopf haben muss, dass ich bei etwaigen ungerechtfertigen Beschuldigung, meine Unschuld nicht beweisen kann.

Gast: biserl
01.06.2011 10:08
5 0

Halbwahrheiten

Nun ja, jeder Freispruch ist juristisch gleich.

Herr Kachelmann muss seine Unschuld nicht beweisen, jeder Mensch ist per Gesetz erst einmal unschuldig.

Der Staatsanwalt muss mal seine Schuld beweisen und das hat er nicht. Obwohl die Staatsanwaltschaft effektiv unbeschränkte Mittel hat.

Was mich persönlich bei der Diskussion Mann : Frau = Täter : Opfer aber stört ist die Tatsache das sehr selektiv dargestellt wird.

Z.B. wird bei der häuslichen Gewalt üblicherweise die Statistik "Anzeigen" gerne hergezogen. Interessant ist aber das sobald man einfach signifikante Stichproben der Bevölkerung befragt ob sie jemals Opfer häuslicher Gewalt geworden sind, ist der Prozentsatz praktisch gleich bei Männchen und Weibchen der Gattung Home Sapiens. Wenn man das dann mit der Anzeigenstatistik vergleicht muss man festhalten, daß Männer anscheinend häusliche Gewalt sehr sehr viel seltener anzeigen, einerseits weil in vielen Fällen ihnen bereits die Polizei abrät (Gewaltschutzgesetze führen immer zum Verweis des Mannes aus der Wohnung auch wenn er nur in Notwehr gehandelt hat), und es als unmännlich gilt.

Und ja, in meiner Beziehungsgeschichte hatte ich jeweils ca. 1/3 gewalttätige Freundinnen (die erst aufgehört haben sich zu prügeln wenn man ihnen weh getan), 1/3 "Spaß"-Prügler die zärtlich mal so zuhauen das ein blauer Fleck bleibt, und 1/3 gewaltfreie Frauen. Das Problem ist nur, wenn ich meine Frau "spaß"-boxe, bin ich sofort ein Täter. Wenn sie mich boxt, bin ich der Täter, ...

Gast: Novalis
01.06.2011 00:02
6 0

Eine wichtige Frage wird nirgends gestellt

Wieso wirkt so ein "Monster" derart attraktiv auf Frauen und hat so viel Erfolg bei ihnen ?

Solange man sich nicht ehrlich und ernsthaft mit dem (politisch unkorrektem) Faktum beschäftigt, dass männliche Rücksichtslosigkeit auf viele Frauen sexy wirkt - solange wird man sich mit moralisierenden und wirklichkeitsfremden Predigten ergebnislos im Kreis drehen.


Antworten Gast: Gäst
01.06.2011 11:44
0 0

Re: Eine wichtige Frage wird nirgends gestellt

Fragen sie doch die Frauen die von ihren Männern misshandelt werden und wieder zurückkommen, weil er sich eh mit sicherheit später ändert.
Fragen Sie doch die Frauen aber auch Mädchen (beginnt ja schon im Teenageralter) die lieber sichzu einem A***** hingezogen fühlen und sich dann beim "besten Freund" ausheulen, dass er so fies ist und nicht so einen Charakter wie besagter Freund hat.
Solches Verhalten ist evolutionärbedingt anziehend (hohe Männlichkeit, Schutz etc.) mit moralischen Vorstellungen (die ja nicht natürlich sondern nur durch eine höhere Vorstellung von Gerechtigkeit erzwungen ist) halt nicht vereinbar.

Antworten galli leo
01.06.2011 10:05
3 0

Re: Eine wichtige Frage wird nirgends gestellt

geld, macht, beruflicher erfolg u.ä. machen männer sexy!

doch das leben ist ohnehin gerecht: so wie unzählige frauen auf so was reinfallen, gibt es auch legionen von männern, die aufs weibliche pendant reinfallen....

Antworten Ln__
01.06.2011 09:31
1 0

Das kann ich Ihnen sagen

falls Sie’s noch nicht bemerkt haben, wir leben immer noch in der Steinzeit, es gilt das Recht des Stärkeren. Wir sitzen alle auf einer Hühnerleiter und der Obere trampelt auf den Unteren, deshalb wird uns allen ein so enges Korsett angelegt, denn wehe, wenn einer losgelassen, was glauben Sie wie der zu trampeln anfängt!

Und da entscheiden sich die Frauen dann doch lieber für den Trampler, als für den, auf den getrampelt wird, zumal die obersten Trampler (die ganz oben auf der Hühnerleiter, auf die nicht mehr getrampelt wird) meist die entspanntesten, freundlichsten, sympathischsten Burschen sind.

Antworten SOKrs
01.06.2011 08:49
1 0

Re: Eine wichtige Frage wird nirgends gestellt

Man sollte sich, Sie haben recht, man sollte sich ernsthaft und ehrlich damit beschäftigen, warum Frauen noch immer als Vaserln dargestellt werden, und zu doof.
Lt. Menschenrechtskonvention sind sie gleichwertig, also auch in ihrem Handeln selbst verantwortlich. Diese Bösen, die das einfach nicht kapieren wollen, diese Männer.

 
1 2

Mehr Kommentare:

Top-News