Europas Apokalypse und das reale Griechenland-Problem

WOLFGANG BÖHM (Die Presse)

Weder die Rettung noch der Bankrott des Landes wäre eine Katastrophe. Das eigentliche Problem ist die Glaubwürdigkeit der europäischen Politik.

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Es ist befremdlich, wenn der „Spiegel“ diese Woche auf seinem Cover den Euro mit Trauerschleife zeigt. So als wäre die gemeinsame Währung schon tot. Es ist eigenartig, wenn die Schuldenkrise in Griechenland bereits zur apokalyptischen These vom Ende der Europäischen Union hochstilisiert wird. Der Euro ist in der Krise, ja, die gesamte EU. Das ist eine Tatsache. Aber diese Krise ist vor allem eine politische, keine ursächlich wirtschaftliche. Würde sie nicht täglich durch Zögern und Taktieren der politischen Verantwortungsträger genährt, hätte sie weit geringere Dimensionen – nämlich reale.

Athen hat bis Ende vergangenen Jahres einen Schuldenberg von 328 Milliarden Euro angehäuft. Das klingt nach sehr viel, doch neben den Staatsschulden von Deutschland in der Höhe von 2,1 Billionen Euro, Italien von 1,8 und Frankreich von 1,6 Billionen Euro nimmt sich das relativ unbedeutend aus. Griechenland ist ein Land mit elf Millionen Einwohnern, sein wirtschaftlicher Impuls für die Eurozone ist gering. Das Land wäre auch leicht und rasch zu sanieren. Selbst eine Zahlungsunfähigkeit und eine Umschuldung wären keine Katastrophe. Mit Argentinien und Russland sind in jüngster Vergangenheit weit größere Staaten in die Insolvenz geraten.

Wäre da nicht das Winden und Ducken im Kreis der EU-Regierungen gewesen, das alles viel schlimmer gemacht hat, hätte der Fall Griechenland ganz pragmatisch abgehandelt werden können. Entweder durch eine einmalige rasche Soforthilfe mit harten Auflagen oder bei einem Nichterfüllen dieser Auflagen durch einen sofortigen sogenannten „Haircut“ mit einem teilweisen Schuldenerlass samt hartem Blut-und-Tränen-Sanierungspaket für Athen. Die Angst aber vor innenpolitischen Folgen etwa in Deutschland oder vor der Reaktion der hypernervösen Finanzmärkte hat dazu geführt, dass immer neue Luftschlösser in Form von Rettungsaktionen gebaut wurden, jede mit immer härteren Auflagen – von Mal zu Mal unrealistischeren. Wohl die fahrlässigste aller Aktionen war der Ankauf von maroden Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank.

Und so ist es geschehen: Die Schuldenkrise in Griechenland ist von einem bewältigbaren Problem zu einem vielleicht unbewältigbaren Glaubwürdigkeitsproblem der gesamten europäischen Politik – ja, selbst des Euro – geworden.

Um es einmal ganz konkret beim Namen zu nennen: Welcher Investor, ja, welcher EU-Bürger wäre nicht verunsichert, wenn ihm von Experten deutlich gemacht wird, dass eigentlich niemand den Bankrott Griechenlands aufhalten kann, die EU-Regierungen dennoch immer neues Geld in die Hand nehmen. Wer würde nicht sofort sein Geld aus Griechenland abziehen, wenn ihm von Angela Merkel und Nicolas Sarkozy dieser Tage klargemacht wird, dass sich die großen Euroländer der Verantwortung entziehen möchten und auf die Beteiligung Privater (Banken, Versicherungen) hoffen.

Viele, viele Widersprüche, viel Lug und Trug waren das, die nicht erst mit der aktuellen Griechenland-Krise begonnen haben, sondern mit gefälschten Daten über die Euroreife einzelner Länder, mit der Aushöhlung des Euro-Stabilitätspakts durch Frankreich und Deutschland. Die Cover-Story des „Spiegel“ ist symptomatisch für eine apokalyptische Stimmung, in der langsam alle die Dimensionen verlieren. Es ist keine Rede mehr davon, dass der europäische Binnenmarkt mit einer gemeinsamen Währung perfektioniert wurde, dass die großen Euroländer heute wieder Wachstumsraten erreichen, von denen die USA nur träumen können. Vergessen ist die Zeit der Finanzkrise vor zwei Jahren, als Unternehmer wie Arbeitnehmer froh waren, den Euro als stabile Währung zu haben.

Stattdessen erleben wir den Versuch der europäischen Politik, sich aus der Verantwortung zu stehlen. Mit ängstlichem Blick auf andere Problemländer erstarren die EU-Regierungen und setzen planlos nur noch auf Zeit. Doch diese Zeit kostet nicht nur Geld, sie füllt sich mit Skepsis, Angst und gefährlichem Unbehagen. Sie ruiniert die gemeinsame Grundlage des bisherigen wirtschaftlichen Erfolgs.

 

E-Mails an: wolfgang.boehm@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.06.2011)

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78 Kommentare
 
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Hr. Böhm und sein Artikel....

ist dies wirklich Ihre Meinung? Oder mussten Sie dies im Auftrage der Chefitäten schreiben? Bekäme die Presse sonst keine staatlichen Zuwendungen?

kein Dominoeffekt

die griechische Volkswirtschaft ist geradezu als winzig zu bezeichnen. Die Wirtschaftsleistung entspricht etwa dem deutschen Bundesland Hessen, das ja nicht gerade groß ist. Warum ein Bankrott dieser winzigen Volkswirtschaft einen Dominoeffekt auslösen würde, der den ganzen Euroraum zu Fall bringen würde, kann wohl niemand plausibel machen. Aber mit derartigen Angstparolen werben europäische Politiker dafür, Griechenland aufzufangen. Richtig wäre ein Konkurs gleich vor einem Jahr gewesen. Vor allem gerecht !

Endlich eine Schilderung, die nicht das Politiker-Geschwafel wiederholt!

Ein "haircut" ist unvermeidlich, weil Griechenland die aufgehäuften Schulden niemals begleichen könnte. Ihn mit astronomischen, sinnlosen Hilfszahlungen, für die das Geld erst ausgeborgt werden muss, hinauszuschieben, ist verantwortungslos!
Ein solcher haircut entlastet Griechenland aber nur von den Schulden der Vergangenheit, nötig ist aber auch eine Zukunftsperspektive. Sparpakete schädigen die für den Euro viel zu schwache griechische Wirtschaft noch zusätzlich und erzwingen noch mehr künftige Verschuldung! Nur mit einer abgewerteten Währung hat Griechenland die Möglichkeit, wieder auf die Beine zu kommen. Deshalb muss Griechenland weg vom Euro, anders geht das nicht!
Was die realitätsfernen EU-Politiker heute aufführen, ist kontraproduktiv und zwingt die noch kreditwürdigen Euro-Staaten zu einer Neuverschuldung, die weder der Euro noch die EU aushalten kann!


Endlich eine Schilderung, die nicht das Politiker-Geschwafel wiederholt!

Ein "haircut" ist unvermeidlich, weil Griechenland die aufgehäuften Schulden niemals begleichen könnte. Ihn mit astronomischen, sinnlosen Hilfszahlungen, für die das Geld erst ausgeborgt werden muss, hinauszuschieben, ist verantwortungslos!
Ein solcher haircut entlastet Griechenland aber nur von den Schulden der Vergangenheit, nötig ist aber auch eine Zukunftsperspektive. Sparpakete schädigen die für den Euro viel zu schwache griechische Wirtschaft noch zusätzlich und erzwingen noch mehr künftige Verschuldung! Nur mit einer abgewerteten Währung hat Griechenland die Möglichkeit, wieder auf die Beine zu kommen. Deshalb muss Griechenland weg vom Euro, anders geht das nicht!
Was die realitätsfernen EU-Politiker heute aufführen, ist kontraproduktiv und zwingt die noch kreditwürdigen Euro-Staaten zu einer Neuverschuldung, die weder der Euro noch die EU aushalten kann!


Gast: sags halt
23.06.2011 09:05
1 0

na endlich

der beste komentar bis jetzt

Gast: Desaster
22.06.2011 22:21
0 0

Der Ausspruch A.Treichels

"Politiker sind unkompetent und feige" trifft auf EU Politiker noch viel mehr als auf Ö Politiker zu- leider!

Glaubwürdigkeit?

Welche denn? Glaubwürdig ist nur wer den anderen Teilhaben lässt bei Entscheidungen. Und das ist in der EU mit dem Aussperren der Bürger nicht gegeben. Somit hat die EU nicht mal ansatzweise Glaubwürdigkeit sondern nur Angst vor dem mündigen Bürger.

Gast: Lukas
21.06.2011 23:44
3 1

die heutige EU, ein auf Lug und Trug aufgebautes System

die Verlogenheit innerhalb der EU und die Angst der Politiker, die Völker der EU könnten die Entscheidungen der Kommission nicht akzeptieren, brachte uns ein EU-Diktat das der Bürger nicht will und in den EU-Gesetzen auch nie vorgesehen war. Je schneller dieses System zusammenbricht, desto eher kann es einen Neuanfang geben wo man die Völker in Entscheidungen direkt einbinden muß. Ohne echte Demokratie hat die EU keine Zukunft. Die Unterschiede innerhalb der EU sind einfach zu groß um diese Länder in so kurzer Zeit auf ein einheitliches Niveau zu bringen wobei zwangsläufig die reichen Länder verlieren müssen.

Antworten Gast: Markus Trullus
28.06.2011 06:46
0 0

Re: die heutige EU, ein auf Lug und Trug aufgebautes System

Ach so? Die Nationalstaaten etwa der USA sind alle derart harmonisiert, dass man sie alle kaum unterscheiden kann? Kalifornien und Nevada? Na sie kennen sich aus in der Wirtschaft! Das ist kein Grund, sie nicht zusammenzuschließen. Aber wenn der Wille der Bürger fehlt, dann kann man Europa vergessen. Viel Spass als Kolonien der Großen...

Gast: Austrianer
21.06.2011 17:57
3 1

Die Wahrheit

Griechenland ist seit Anfang an Nettoempfänger.

Griechenland hat mit sich mit falschen Unterlagen in den Euro geschwindelt (weniger rücksichtsvolle Zeitgenossen würden hierbei von Betrug sprechen)

Griechenland hat jahrelang die Budgetunterlagen gefälscht (siehe oben)
Griechenland hat von Anfang an den Stabilitätspakt gebrochen.

Die EU hat es gewusst.
Die EU hat nichts unternommen.

Die EU bricht ihre eigenen Verträge (No-bail, Transferunion, Stabilitätspakt)

Uns wird von der EU ständig, wegen Kleinigkeiten, mit Klagen gedroht.
Als die Regierung der EU nicht konform war, gab es Sanktionen.
Und jetzt?

Wo bleiben die Konsequenzen?
Wo bleiben die Klagen?
Wieso kriegt Griechenland noch Geld, statt Strafzahlungen leisten zu müssen?

Ein eindeutiges Sittenbild dieser EU.

Gast: Lutz Berger
21.06.2011 17:39
3 1

EU demokratisch legitimiert ?

Die EU ist nicht demokratisch legitimiert. Das ist ihr wirkliches Problem.
Wurde die EU-Verfassung in allen 27 EU-Staaten dem Volk zur Abstimmung vorgelegt ?
Die Antwort ist : NEIN , und warum nicht ? weil von den verantwortlichen Politikern eine europaweite Abstimmungsniederlage befürchtet wurde.
Die EU entwickelt sich jetzt hin zu einer "Diktatur".
Gewünscht wird von der Bevölkerung ein demokratisches Europa der Regionen, nicht ein europäischer Zentralstaat und damit allenfalls
nur eine europäische Wirtschaftsgemeinschaft. (EWG)
Da in einer reinen Wirtschaftsgemeinschaft auch keine gemeinsame Wirtschafts- und Finanzpolitik möglich ist, verbietet sich auch die Einrichtung einer gemeinsamen Währung; denn der EURO ist deshalb wegen des Fehlens einer gemeinsamen Wirtschafts- und Finanzpolitik (+ Länderfinanzausgleich) eine Fehlkonstruktion mit den bekannten Problemen. Die Begründung seiner Einführung war tatsächlich nur politischer Natur.
Da der "diktatorische" Zentralstaat EU incl. gemeinsamer Verwaltung von der Bevölkerung abgelehnt und die EU sowie der EURO deshalb nicht überlebensfähig sind,
sollte die EU zur EWG zurückgebaut und die Nationalwährungen, evtl. im Rahmen des früheren europäischen Währungssystems (EWS), wieder eingeführt werden.
Der demokratische Zentralstaat namens EU ist und bleibt für alle Zeiten, wegen der verschiedenartigen Kulturen der Völker, eine Illusion und der "diktatorische" Zentralstaat EU wird nicht gewollt.


4 2

welch wirtschaftlicher Erfolg ?

der für Banken und Konzernen, aber absolut nicht für die Bürger welche in diese Union bereits hinein belogen werden mussten ?

Arbeitnehmer haben aus heutiger SIcht eben nichts positives zu vermelden, ausser das sie dafür sorgen müssen mit ihrem hart verdienten Geld, dass Banken (die wahren Verursacher) samt Versicherungen nur ja keine Verluste einfahren müssen !

Und da sämtliche Politiker wegen ihrer Gier und Wahlversprechen eben auch auf die gleichen Banken angewiesen sind, wurden sie dafür hörig und willig gemacht, weiterhin alles mögliche dem Volk vorzulügen !

Das ist eigentlich das wahre Problem, will aber weiterhin verschwiegen werden !

Die Welt ist schlecht, na und?

Da dampft es wohl ein bisschen zu heftig-kräftig vom Wirtshaustisch!

Gast: Buusch
21.06.2011 15:14
0 4

ein Europa, Schulden müssen weg

ein Europa, Schulden müssen weg
"Rasur" aller überdurchschnittlichen Einkommen, Pensionen und Pfründen!
Mindesteinkommen für alle Bürger.
Industrieansiedlungen nur, wo es Arbeitskräfte gibt.

interessant

..interessanter Artikel, nur finde ich persönlich, bin auch kein Experte gebe ich zu, aber ist wie hätten die Griechen intern ein Blut und Tränen Sparpaket durchboxen sollen! Grundsätzlich wärs warscheinlich das einfachste gewesen, nur habe ich auch Verständnis für den kleinen Mann in Athen usw.... Der kleine Mann und die kleine Frau die wenig oder garnichts von den Milliarden die verschleudert wurden gehabt hat. Aber genau die kleinen Leute, wie auch wir in den Geberstaaten sollen jetzt dafür auch noch zahlen?? Da krankt es ganz gewaltig. Niemand versteht warum wir zahlen sollen, das österr. Volk sowie alle anderen Völker miteingeschlossen das Griechische! Ich denke mir, und so schaut es auch immer mehr aus, dass die UNION von Verbrechern übelst verraten worden ist! Lug und Trug die ganzen letzten Jahrzehnte. Alleine unsere Politiker waren größtenteil Lügner, egal welchen coleurs, Vranitzky, Klima, Schüssel, Grasser, Busek,etc.. der Rest steht in Geschichtsbüchern!

Alles Gauner und Betrüger?

Naja, wo gehört mann selber hin, wenn man ohne Beweise und Tatsachen Behauptungen in den Raum stellt, die andere Menschen in ein kriminelles Licht stellen? Und in den Geschichtsbüchern stehen eben Geschichten...zuweilen wie in den Märchenbüchern...

Re: Alles Gauner und Betrüger?

so ein blödes grün posting bleibt unbeantwortet!

Ich kann mich noch gut erinnern wie es geheissen hat, man soll die Geschichte nicht verdrehen, jetzt sind es aufeinmal Märchenbücher! so so ist das!

Re: Alles Gauner und Betrüger?

´"Naja, wo gehört mann selber hin, wenn man ohne Beweise und Tatsachen Behauptungen in den Raum stellt, die andere Menschen in ein kriminelles Licht stellen?"

In den grünen Parlamentsklub zB.

1 0

Re: wie hätten die Griechen intern ein Blut und Tränen Sparpaket durchboxen sollen!

so blutig wär es gar nicht, da wie man heute weiss, es dort bereits über 25% ! im Staatsdienst Angestellte gibt, welche laufend von Lohnerhöhungen gut und fürstlich leben konnten und weiterhin unbeachtet aller Schulden auch wollen; plus all die Steuersünder und korrupten Amtsträger welche den Beitritt erst erlogen erschlichen !

Das einfache Volk das arbeitet und Handel betreibt, wird sogar mittels Stromabschaltung wegen Streiks der bematenschaft, zusätzlich zu den sehr hohen Steuern bestraft !

Wir kleines Land sind aber auf dem gleichen Weg, hätten wir nicht den Handelsvorteil, bereits schon ebenso dort angekommen.


So einfach lässt sich die Griechenland-Krise in sich schlüssig erklären

Der Eindruck lässt sich vielmehr bis heute nicht verwischen und es schaut ganz danach aus, dass uns die Politiker wieder einmal Sand in die Augen streuen und es gar nicht so sehr um die wirtschaftliche Rettung Griechenlands geht, sondern vielmehr darum, gewaltigen Schaden von französischen und deutschen Banken abzuwenden. Denn die unersättliche Raffgier dieser Bankenbosse hat sie dazu verleitet, griechische Staatsanleihen im großen Umfang zu kaufen. Zu groß war einfach die Verlockung auf fette Gewinne, weil diese Papiere schon damals nur mit hohem Risikoaufschlag an den Mann zu bringen waren, heute aber das Papier nicht mehr wert sind, auf dem sie gedruckt sind.
Für diese Fehlentscheidung der Bankenbosse soll nun wieder einmal der Steuerzahler geradestehen. So einfach lässt sich die Griechenland-Krise in sich schlüssig erklären.

2 3

Doch nicht ganz so einfach

Ihre Erklärung ist nur ein Teil der Wahrheit; vielleicht nicht einmal der wichtigste.
Vermutlich viel wichtiger, als die eigentlichen Schulden, sind die Credit Default Swaps, die darauf abgeschlossen wurden.

Allerdings haben Sie sicher recht, wenn Sie feststellen, dass in Wirklichkeit wieder einmal den zockenden Finanzschmarotzern der Arsch gerettet werden soll; Bonizahlungen brauchen ja eine Basis.

Credit default swaps

waren zwar an der amerikanischen Immobilienblase (und deren Platzen) ursächlich beteiligt, mit Griechenland haben sie aber nichts zu tun.

Im Prinzip sind CDS die "Überleitung" einer großen Zahl von Privatkrediten in eine Art von Anleihe mit dem Effekt der Risikostreuung (abgesehen von dem Risiko eines generellen Immobiliencrashes, wie wir gesehen haben)...

Länder hingegen haben ihre Schulden meist direkt in Anleihenform.

Antworten Antworten Gast: ardr
21.06.2011 17:41
2 4

Re: Doch nicht ganz so einfach

So ein Käse, was haben die Banken damit zu tun, dass Griechenlands Politiker betrogen und gelogen haben als es um den Stabilitätspackt ging! Banken müssen Kapital einsetzten um diesem Land überhaupt noch ne Chance zu geben und das Risiko muss bezahlt werden! Genau wie bei privaten Krediten!
Oder enteignen wir nach den Energiekonzernen jetzt auch noch die Banken? Kommunismus pur!

So einfach lässt sich die Griechenland-Krise in sich schlüssig erklären

Man liest es in Zeitungs-Kommentaren, auch aus postings an einschlägige Internet-Foren kann man es schließen und nicht zuletzt hämmern es uns Politiker eindringlich ein, dass es zur Rettung Griechenlands keine Alternative gäbe. Auf jeden Fall würde uns das erzwungene Ausscheren der Griechen aus dem Euro-Raum ungleich teurer zu stehen kommen als das Aufpäppeln der dahinsiechenden griechischen Wirtschaft.
Lauter Entscheidungen aus dem Bauch müssen das sein. Denn bisher hat sich noch niemand die Mühe gemacht, mit Tatsachen zu untermauern und wissenschaftlich zu belegen, dass der Steuerzahler des Euro-Raumes wirklich die einzige Möglichkeit ist, den griechischen Staat vom Sterbebett wieder auf die Beine zu bringen.

1 0

Re: So einfach lässt sich die Griechenland-Krise in sich schlüssig erklären

>Lauter Entscheidungen aus dem Bauch müssen das sein. Denn bisher hat sich noch niemand die Mühe gemacht, mit Tatsachen zu untermauern und wissenschaftlich zu belegen, dass der Steuerzahler des Euro-Raumes wirklich die einzige Möglichkeit ist, den griechischen Staat vom Sterbebett wieder auf die Beine zu bringen. <

und genau das darf eben weil aus Sicht der Systemrelevanten Banken, weiterhin nicht geschehen will man doch weiterhin völlig unbeaschadet und nicht kontrollierbar, gewinne scheffeln welche dann aber sehr wohl privat sein müssen !

Weder von einer Raffeisen noch einer Volksbank kommen wirklich Gewinne für den Staat für deren Rettung zurück, sondern müsse nnun bis zum Nimmerleinstag angelegt werden.

Ein Pyramidenspiel der besonderen Klasse.

Schuld ist die Geilheit der EU

nach Macht und Größe. Möglichst viele Länder sollen in das Imperium Brüsselix aufgenommen werden und den Euro als Zahlungsmittel verwenden. Davor haben viel gewarnt - und wurden als Kleingeister verspottet. Griechenland allein wäre nicht das unlösbare Problem. Irland, Spanien, Belgien, Portugal und Italien sind ebenfalls kurz vor dem Kollaps und das ist für die Nettozahler nicht mehr machbar. Für sämtliche Hilfen müssen Kredite aufgenommen werden, was die Lage der Nettozahler, die im nationalen Bereich der Bevölkerung ein Sparpaket nach dem anderen abpressen, einerseits wirtschaftlich dramatisch verschlechtert und anderseits für politische Erdbeben sorgt. Mehr EU schreien die Bonzen in ihrer Not. Das wäre noch mehr vom Schlechtem. Die EU ist am Ende und diese Erkenntnis sollten wir möglichst rasch in Taten umsetzen.

 
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