19.06.2013 11:51 Merkliste 0

Europas Apokalypse und das reale Griechenland-Problem

WOLFGANG BÖHM (Die Presse)

Weder die Rettung noch der Bankrott des Landes wäre eine Katastrophe. Das eigentliche Problem ist die Glaubwürdigkeit der europäischen Politik.

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Es ist befremdlich, wenn der „Spiegel“ diese Woche auf seinem Cover den Euro mit Trauerschleife zeigt. So als wäre die gemeinsame Währung schon tot. Es ist eigenartig, wenn die Schuldenkrise in Griechenland bereits zur apokalyptischen These vom Ende der Europäischen Union hochstilisiert wird. Der Euro ist in der Krise, ja, die gesamte EU. Das ist eine Tatsache. Aber diese Krise ist vor allem eine politische, keine ursächlich wirtschaftliche. Würde sie nicht täglich durch Zögern und Taktieren der politischen Verantwortungsträger genährt, hätte sie weit geringere Dimensionen – nämlich reale.

Athen hat bis Ende vergangenen Jahres einen Schuldenberg von 328 Milliarden Euro angehäuft. Das klingt nach sehr viel, doch neben den Staatsschulden von Deutschland in der Höhe von 2,1 Billionen Euro, Italien von 1,8 und Frankreich von 1,6 Billionen Euro nimmt sich das relativ unbedeutend aus. Griechenland ist ein Land mit elf Millionen Einwohnern, sein wirtschaftlicher Impuls für die Eurozone ist gering. Das Land wäre auch leicht und rasch zu sanieren. Selbst eine Zahlungsunfähigkeit und eine Umschuldung wären keine Katastrophe. Mit Argentinien und Russland sind in jüngster Vergangenheit weit größere Staaten in die Insolvenz geraten.

Wäre da nicht das Winden und Ducken im Kreis der EU-Regierungen gewesen, das alles viel schlimmer gemacht hat, hätte der Fall Griechenland ganz pragmatisch abgehandelt werden können. Entweder durch eine einmalige rasche Soforthilfe mit harten Auflagen oder bei einem Nichterfüllen dieser Auflagen durch einen sofortigen sogenannten „Haircut“ mit einem teilweisen Schuldenerlass samt hartem Blut-und-Tränen-Sanierungspaket für Athen. Die Angst aber vor innenpolitischen Folgen etwa in Deutschland oder vor der Reaktion der hypernervösen Finanzmärkte hat dazu geführt, dass immer neue Luftschlösser in Form von Rettungsaktionen gebaut wurden, jede mit immer härteren Auflagen – von Mal zu Mal unrealistischeren. Wohl die fahrlässigste aller Aktionen war der Ankauf von maroden Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank.

Und so ist es geschehen: Die Schuldenkrise in Griechenland ist von einem bewältigbaren Problem zu einem vielleicht unbewältigbaren Glaubwürdigkeitsproblem der gesamten europäischen Politik – ja, selbst des Euro – geworden.

Um es einmal ganz konkret beim Namen zu nennen: Welcher Investor, ja, welcher EU-Bürger wäre nicht verunsichert, wenn ihm von Experten deutlich gemacht wird, dass eigentlich niemand den Bankrott Griechenlands aufhalten kann, die EU-Regierungen dennoch immer neues Geld in die Hand nehmen. Wer würde nicht sofort sein Geld aus Griechenland abziehen, wenn ihm von Angela Merkel und Nicolas Sarkozy dieser Tage klargemacht wird, dass sich die großen Euroländer der Verantwortung entziehen möchten und auf die Beteiligung Privater (Banken, Versicherungen) hoffen.

Viele, viele Widersprüche, viel Lug und Trug waren das, die nicht erst mit der aktuellen Griechenland-Krise begonnen haben, sondern mit gefälschten Daten über die Euroreife einzelner Länder, mit der Aushöhlung des Euro-Stabilitätspakts durch Frankreich und Deutschland. Die Cover-Story des „Spiegel“ ist symptomatisch für eine apokalyptische Stimmung, in der langsam alle die Dimensionen verlieren. Es ist keine Rede mehr davon, dass der europäische Binnenmarkt mit einer gemeinsamen Währung perfektioniert wurde, dass die großen Euroländer heute wieder Wachstumsraten erreichen, von denen die USA nur träumen können. Vergessen ist die Zeit der Finanzkrise vor zwei Jahren, als Unternehmer wie Arbeitnehmer froh waren, den Euro als stabile Währung zu haben.

Stattdessen erleben wir den Versuch der europäischen Politik, sich aus der Verantwortung zu stehlen. Mit ängstlichem Blick auf andere Problemländer erstarren die EU-Regierungen und setzen planlos nur noch auf Zeit. Doch diese Zeit kostet nicht nur Geld, sie füllt sich mit Skepsis, Angst und gefährlichem Unbehagen. Sie ruiniert die gemeinsame Grundlage des bisherigen wirtschaftlichen Erfolgs.

 

E-Mails an: wolfgang.boehm@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.06.2011)

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78 Kommentare

Schuld ist die Geilheit der EU

nach Macht und Größe. Möglichst viele Länder sollen in das Imperium Brüsselix aufgenommen werden und den Euro als Zahlungsmittel verwenden. Davor haben viel gewarnt - und wurden als Kleingeister verspottet. Griechenland allein wäre nicht das unlösbare Problem. Irland, Spanien, Belgien, Portugal und Italien sind ebenfalls kurz vor dem Kollaps und das ist für die Nettozahler nicht mehr machbar. Für sämtliche Hilfen müssen Kredite aufgenommen werden, was die Lage der Nettozahler, die im nationalen Bereich der Bevölkerung ein Sparpaket nach dem anderen abpressen, einerseits wirtschaftlich dramatisch verschlechtert und anderseits für politische Erdbeben sorgt. Mehr EU schreien die Bonzen in ihrer Not. Das wäre noch mehr vom Schlechtem. Die EU ist am Ende und diese Erkenntnis sollten wir möglichst rasch in Taten umsetzen.

Antworten Gast: Markus Trullus
28.06.2011 06:52
0 0

Re: Schuld ist die Geilheit der EU

Ah geh. da fang ma mal bei unseren Bürgern an, wie wichtig sie sich in der EU doch halten. Wir, wir , wir... gerade mal 1,4% der Landflächen, 1,6% der Einwohner. Aber wir wissen alles besser! Obergscheite Lehrermentalität. Schauder!
Das wir voll beschleunigend auch hierzulande ins schwarze Loch rasen, von wegen sozialistisch- populistischer Umverteilermentalität, wird uns erst beim Aufprall am Betonboden bewusst werden...

Es ist ebenso Lug und Trug, dass GR

leicht zu sanieren wäre. GR fehlt es an jeder ernst zu nehmenden Industrie. GR wäre ein Dauersubventionsfall im Euro. Deshalb muss GR den Euro verlassen

EU oder nicht EU?

Mir fehlt hier einfach ein europäisches Gesamtbewusstsein! Nach wie vor in den meisten Köpfen Nationalstaaterei und Kirchturmdenken. Die eigentlichen und globalen Probleme werden vernachlässigt (Fukushima hat es zwar ein bisschen geändert) und die Spiele der Finanzmärkte an ihre Stelle gesetzt. In Wahrheit ist Geld nur ein Thema der Macht. Die Eurokrise wird künstlich hochgespielt. Aber ohne EU würde Europa tatsächlich zum politischen Hinterhof und Spielball der USA und China werden. Europa hat eben einen Norden und Süden, einen Osten und Westen - aber nur alles zusammen ist Europa! Für mich zumindest! Und ich bin stolz auf diesen Erdteil!

Antworten Gast: Markus Trullus
28.06.2011 06:56
0 0

Re: EU oder nicht EU?

Und wenn sie tausend rote Stricherln bekommen würden, ich bin bei ihnen.
Die, die gegen die EU sind, denen wünsche ich viel vergnügen als Kolonien der USA; Rus. und China...Viel Spass beim Sklavendienst dann...
Und jetzt ,poster, schaufelt mich mal ruhig mit Rotpunkten zu, recht hab ich allemal, weil die Geschichte so und nicht anders funktioniert....

2 0

Re: Aber ohne EU würde Europa tatsächlich zum politischen Hinterhof und Spielball der USA und China werden

a geh; und warum die Schweiz nicht ?!?!

Hier versucht sich eien Wahrheit die andere angebliche abzulösen, was dank I-Net aber nicht mehr ganz so einfach gelingen wird !

Warum sosnt wünschen sich so manche auch in Europa, ein überwachtes und der Zensur unterworfenes Medium so sehr ?
Nachdem bereits alles kotrolliert wird (Banküberweisungen, Erlagscheineinzahlungen...) soll es nun auch der Gedanken- und Meinungsfreiheit an den Kragen gehen ?!
Eine SOLCHE EU hat sich wahrscheinlich nicht einmal der glühendste Fan gewünscht !

Konfusius?

Da steht wohl nix von Kappung der Gedanken- und Meinungsfreiheit, lieber Herr Luzius, wie kommen Sie auf solche Ideen? Und welcher ernstzunehmende Mensch behauptet, dass die Kontrolle von Banküberweisungen und Erlagscheineinzahlungen Zeichen einer Zensur wäre? Da stimmt einiges nicht, Herr Luzius, das riecht alles ein bisschen nach Anarchie und Verfolgungswahn...und die Schweiz verdient mit ihrem Franken doch ohne EU mehr als wenn sie dabei wäre! Der Finanz-Schweiz ist die EU in diesem jetzigen Zustand doch mehr als recht!

6 0

Re: EU oder nicht EU?

. . . recht und richtig. Die EU sollte eine Wirtschaftsgemeinschaft sein.
Was macht Brüssel? Multikultur.
Was macht Deutschland? Es schafft sich ab.
Was macht Österreich? Die Türken integrieren.
Weg mit der Inkompetenz.
Bürgerinitiative!

0 3

Re: EU oder nicht EU?

Die Asiaten sind auch stozl auf ihre Halbinsel hinein in die Atlantik!

2 2

Der Spiegel ist viel realistischer als die Österreicher!

Die politische, wirtschaftliche und moralische Pleite macht Europa zur Halbinsel von Asien. Man kann sich die Augen vor der Realitaet verschliessen aber aufwachen muss mal jeder!
Die EU ist in jetziger Form nicht mehr zu führen!

Gast: ASVG-Sklave
21.06.2011 08:22
4 0

schwach und langweilig


Immer nur von "Sanierungsmaßnahmen", Haircuts und Umschuldung zu faseln - ohne die konkreten Auswirkungen zu beschreiben, ist einfach langweilig und lächerlich.

Die täglichen Meldungen über fehlende bzw. erforderliche 120 bis 328 Milliarden klingen derart abgedroschen und belanglos, dass es eine Zumutung ist hier weiterzulesen.

Reden wir also nicht von Haircuts und sonstigen Unsinn, sondern plain-language: z.B.: Europas Steuerzahler müssen bis Ende 2013 pro Kopf 18.000 Euro an Mehrabgaben liefern, oder: Die griechischen Pensionen werden per 1.9.2011 auf einheitlich € 900 gesenkt, etc.

Alles andere ist Palaver.

10 1

Selten einen so schlechten Leitartikel in der Presse gelesen

Bei der Höhe der Schulden eines Staates geht es nur ganz nebenbei um die tatsächliche Höhe. Entscheidend ist eben die Relation zur Wirtschaftsleistung; und ob die Schulden jemals zurückbezahlt werden können.
Was im Artikel überhaupt nicht zur Sprache kommt, sind die Credit Default Swaps auf griechische Schulden, die insbesonders von US Finanzfirmen geschrieben wurden. Diese sind in Summe ein Vielfaches der Staatsverschuldung Griechenlands. Aus dieser Ecke kommt der Druck, Griechenland nicht pleite gehen zu lassen; das "Event" nicht eintreten zu lassen.

"Aus dieser Ecke kommt der Druck"

kann ich mir schwer vorstellen.
Versichert sind ja in erster Linie Anleihenbesitzer. Ergo hätten die nichts dagegen, wenn GR pleite ginge.

Hier müßte man wissen, wer genau die Swap-Partner sind. Sind's Europäische Banken oder US-Institute.
Glaube nicht, das deren Randmeinung eine so gravierende Rolle spielt.


1 0

Randmeinung - ich denke nicht

Sie haben richtig geschrieben, dass die Swap-Partner, sprich die so genannten Counterparts, das Problem haben, wenn Griechenland tatsächlich als zahlungsunfähig erklärt oder eingestuft wird.

Diese Counterparts, das sind eben die die die CDSs geschrieben haben, sprich die einspringen müssen, wenn der Pleitefall eintritt, haben jedoch keine "Randmeinung". Aufgrund der Eigenschaft von CDS, dass man mehr "versichern" kann, als es überhaupt an Schulden gibt, steht bei den CDSs viel mehr auf dem Spiel, als beim eigentlichen Schuldner Griechenland.
Man muss nicht einmal Anleihen besitzen, um CDS zu kaufen !!!
Vermutlich sind es in Summe mehr als 1.200 Milliarden EUR die in Form von CDSs auf griechische Schulden ausstehend sind.

Und es ist in gewissem Sinn tatsächlich "nur" mehr ein Spiel , eine reine Wette mit den CDSs. Der "Gewinn" des einen (Besitzer des CDS), ist der Verlust des anderen (Counterpart, Schreiber).

Und die Meinung der potentiellen Verlierer von 1.200 Milliarden EUR ist sicher keine Randmeinung. Ganz im Gegenteil, die setzen zur Zeit sicher Himmel und Hölle in Bewegung, dass nur ja nicht das "Event" eintritt, solange die CDSs noch laufen.

Re: Selten einen so schlechten Leitartikel in der Presse gelesen

Die CDS sind Vereinbarungen zwischen 2 Parteien außerhalb von Griechenland (es sei denn, auch griechische Banken hätten dabei mitgewirkt). Griechenland hat genug eigene Probleme. Die Probleme von Dritten außerhalb des Landes sollte man nicht auch noch zum Problem Griechenlands machen!

2 0

Über Griechenland wird sowieso von außen entschieden

Die CDS Vertragsparteien beeinflussen sehr wohl die Entscheidungen rund um die Art, wie mit den Schulden Griechenlands umgegangen wird. Wahrscheinlich sind es sogar die CDSs, die den Ausschlag geben werden; schlicht und einfach deshalb weil die CDS-Vertragssummen ein Vielfaches der Schulden sind.
Ganz abgesehen davon entscheidet Griechenland im Zusammenhang mit seinen Schulden überhaupt nichts mehr. Auch ohne CDSs werden alle Entscheidung ausserhalb Griechenlands getroffen; von den Gläubigern und jenen Stellen, die frisches Geld geben sollen.

Re: Über Griechenland wird sowieso von außen entschieden

Bei den CDS fließt Geld nur von einem Spekulanten zum anderen. Das ist für die Realwirtschaft und für Griechenland unerheblich. Auf keinen Fall ist das ein Grund, um die EU-Politiker, die Treichl nur deshalb unzutreffend beschrieben hat, weil er nicht hinzugefügt hat, dass sie auch noch verlogen sind, aus ihrer Verantwortung für ihr katastrophales Krisenmanagement zu entlassen!

0 0

Leider entscheiden die Spekulanten sehr wohl über die Realwirtschaft

Da die Spekulationssummen derartig groß sind (alles zusammen ca 50 mal die Weltwirtschaftsleistung) versuchen die Spekulanten natürlich den Ausgang ihrer Wetten zu beeinflussen. Der Schwanz wedelt also mit dem Hund.

Zur Zeit heisst das, dass die Schreiber der CDSs auf griechische Schulden alles daran setzen, dass der Default nicht eintritt. Daher die vereierte Art, wie die EU-Länderdie erreichen wollen, dass zwar einerseits umgeschuldet wird, gleichzeitig aber der Default nicht eintritt.
Die Rating -Agenturen haben jedoch klar gemacht, dass eine Umschuldung als Default gewertet wird; weil der Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen eben nicht nachkommt.

Re: Über Griechenland wird sowieso von außen entschieden

Absolut richtig!

Gast: Na und?
21.06.2011 06:39
9 0

Was sich keiner so offen zu sagen traut:

Die Wirtschaft wollte den EUR, aber keine Verantwortung. Diese hat man der Politik umgehängt.

Die Politik der einzelnden Länder ist nicht fähig und unwillig, wirtschaftliche und finanzpolitische Entscheidungen zu treffen, damit innerhalb der Union Gerechtigkeit herrscht.

Auf der einen Seite gehen den "Reichen" die Arbeitsplätze und ganze Industriezweige an die "Armen" verloren, auf der anderen Seite sollen die "Reichen" die "Armen" auch finanzieren. Also die eigene Konkurrenz.

Irland ist ein Paradebeispiel, wie ein Land sich dank Sondersteuergesetze Geld von allen anderen holt, trotzdem bankrott geht und aufgefangen werden muß.

Oder die Griechen, die einfach Bilanzfälschung betrieben haben und herrlich damit leben. Von Sanktionen keine Spur, auf der Straße wird gegen Sparmaßnahmen demonstriert und trotzdem fließen die Milliarden.

Entweder die Politik, insbesondere der großen EU-Länder, schafft Ordnung oder der EUR explodiert, Bürgerkriege inbegriffen.

Herr Böhm

hat ein Glaubwürdigkeitsproblem.

11 0

Argentinien und Russland definieren auch den Unterschied

Russische Staatsdiener mussten oft monatelang auf ihren Lohn warten, die Argentinier konnten phasenweise einfach kein Geld mehr abheben. Zuerst kam die Pleite, dann die Sanierungmaßnahmen. Ist der Leidensdruck groß genug, finden diese auch die nötige Unterstützung.

Genau das wurde den Griechen erspart. Anschliessend fragt man sich, wieso der Reformwille fehlt. Schmerzen hat die Natur nicht ohne Grund erfunden...

Wo Druckpressen ($, €) zu langsam arbeiten

In einer Zeit virtueller Buchungszeilen und globaler Riesenspekulationen müssen immer mehr "ungedeckte" Banknoten tonnenweise und wahrscheinlich auch unkontrolliert die Druckerpressen verlassen.
Es ist dies das obskure Zeitalter großer Gläubigerbanken und der alles wissenden Rating Agenturen.
Im Normalfall (siehe 30-er Jahre des vorigen Jahrhunderts) müssten die vielen hochverschuldeten Staaten, Banken und Versicherungen ihr Heil in einer explodierenden Inflation suchen. Doch das ist entgegen allen konventionellen Wirtschaftsweisheiten nicht der Fall!
Somit gibt es unerklärliche wirtschaftliche Gravitationskräfte nicht hin zum Erdmittelpunkt sondern paradoxerweise in die Gegenrichtung.
So liegen Bankzinsen (Habenzinsen) ganz knapp über Null, die Inflation wird gezielt niedrig publiziert, liegt aber trotzdem deutlich über den lächerlichen Habenzinsen.
Wo man auch nur hinsieht, es stellt sich die gesamte Finanzwelt verzerrt irreal wie im Spiegelkabinett des Wurstelpraters dar, eine total verkehrte/verrückte Welt eben.
Ist das der Beginn vom Ende? Oder gibt es noch Wege, das sich immer rascher drehende Karussell noch einzubremsen?

Antworten Gast: gast 99
21.06.2011 06:34
1 0

Re: Wo Druckpressen ($, €) zu langsam arbeiten

vielleicht ein kleiner Lichtblick, eine minimale Zurechtrückung des verzerrten Spiegelbildes stellt folgende Meldung dar:
Mitschuld an Finanzkrise: US-Börsenaufsicht will Rating-Riesen verklagen
Sie ist bei Banken gefürchtet – und legt sich nun mit den mächtigen Analysten an: Die US-Börsenaufsicht SEC erwägt laut einem Zeitungsbericht Betrugsklagen gegen die großen Rating-Agenturen. Ihre Fehlbewertungen hatten die Finanzkrise maßgeblich mitverursacht.
Quelle: SPIEGEL Online
Anmerkung Orlando Pascheit: Man kann manches an den USA kritisieren, in der juristische Aufarbeitung der Finanzkrise sind sie uns weit voraus.

Re: Wo Druckpressen ($, €) zu langsam arbeiten

Heute stehen wir vor dem Problem, dass sich zwar die Spielregeln sich durch den € verändert haben, nur, mangels Erfahrung, die Steuerungsmechanismen der Märkte und Regierungen nicht.

Gast: Sinus
20.06.2011 23:06
5 2

Geld regiert die Welt

Wer regiert das Geld ?

Es sind nicht die Politiker.
Es ist die FED mit all ihren Aggregaten.

Seit 1913.

Gast: FragenderIn
20.06.2011 22:58
17 0

Die EU, Schengen und der EURO wurden von ihren Politikern zerstört!

Man muss sich vorstellen; da gibt es eine EU und einen EURO-Raum, der sich im Vorfeld der Gründung in vieljährigen Prozessen jeweils die ausgeklügeltsten und umfangreichsten Gesetze und Vorschriften der Menschheitsgeschichte gibt und durch diese bis ins kleinste Detail vorbildlich geregelt wird.

Dann aber kommen die Politiker und verhunzen das ganze Regelwerk!

1.) Die Osterweiterung mit Staaten die noch heute nicht Europafähig sind (Rumänien, Bulgarien,...)

2.) Die Schengen-Erweiterung auf Staaten, die ihre Außengrenzen nicht sichern können.

3.) Die Schengen-Erweiterung auf Staaten, die ihre rechtsstaatlichen AUfgaben (Verbrechensbekämpfung) im Inneren nicht ausreichend sichern können

4.) Die Aufnahme von Ländern in die EURO-Zone, welche die Regeln weder im Vorfeld noch im laufenden betrieb eingehalten haben.

5.) Die Missachtung der EURO-Regeln durch fast ALLE Mitgliedsländer der Zone, inkl. und vor allem Schröder-Deutschland (Schuldengrenze "dummes Korsett")

6.) Die Missachtung der "No bail out" Klausel im EU-Vertrag (GR, IRL, POR,...)

7.) Die Missachtung der EZB-Vorschriften durch sinnlosen Ankauf von Ramsch-Anleihen in hundertfacher Milliardenhöhe.

...

Das heißt also, die EU und der EURO wären als IDEE eine tolle Sache gewesen, die praktische Umsetzung ist aber am Populismus, der Inkosequenz und der Korruption/Eitelkeit der handelnden Personen gescheitert.

Man kann eben aus einer Wirtschaftsunion keine Kriminalitäts-, Verschuldungs-, As yl- und Umverteilungsunion machen.

DAMIT ERLEIDET DIE EUROPÄISCHE UNION DAS GLEICHE SCHICKSAL WIE DER KOMMUNISMUS!

Idee: vielversprechend
Umsetzung: verheerend.

nicht der euro alleine

nicht der euro allein ist schuld am debakel, vielmehr sollte hinterfragt werden warum ein 11 mio land militärausgaben hat welche sich gewaschen haben und die in keinem verhältnis zum bruttosozialprodukt dieses urlaubslandes stehen. nebenbei sollte die unseelige rolle der gewerkschaft bei diversen verzerrten einkommensgruppen erwähnt werden, welche mit der korrupten regierung verhabert sind

"mit gefälschten Daten über die Euroreife einzelner Länder"

Wie war das erst kürzlich, als EU-Kommissarin Viviane Reding mit Tränen der Rührung in den Augen Kroatien als überaus reifen EU-Kandidaten willkommen hieß?

Wer die Zustände in Kroatien auch nur ein wenig kennt, muss angesichts dieses seltsamen Überschwangs der Gefühle skeptisch sein. Wieviel Schaden will man eigentlich noch anrichten?

0 2

Re:

Lieber Hund,

bist du etwa gegen den Beitritt von Kroatien in die EU?

Antworten Antworten Gast: grau
21.06.2011 10:43
5 0

Re: Re:



NATÜRLICH ist er das ! so, wie eine überwältigende mehrheit bei uns das ist!

darum gibt es keine volksabstimmung.

Gast: Burgenländer
20.06.2011 22:28
3 0

Krankheit. Fressen, Moral, Ethik

Ursachen von Krankheiten können physisch, psychisch, sozial oder durch ein Gemenge von Komponenten bedingt sein. In welchem Zeitraum hat der Keim der Krankheit seine Wirkung entfaltet? Die EGKS sollte einen weiteren Krieg verhindern. Da vor der "Moral das Fressen" kommt, baute man Europa auf einer Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und nicht auf der gemeinsamen Kultur, die angeblich in Griechenland ihren Ursprung hat. Offensichtlich hat der Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa und der Umstand dass "Fressen vor der Moral" kommt, den Kapitalismus zu einem Goldgräbertum in der Finanzwirtschaft anwachsen lassen, dieses ist nun für alle Beteiligten zu einem unbewältigbaren Ungeheuer angewachsen. Das Kapital hat als Produktionsfaktor die Dominanz über die anderen Produktionsfaktoren gewonnen obwohl Rohstoffe und Arbeit die ursprünglichen Faktoren des Wirtschaftens sind. Da nun die Banken als jene Wirtschaftsgruppe welche mit der - eigentlich unbedeutendste - Form des Kapitals, nämlich dem Geld handeln, die politischen Verantwortugnsträger dominieren, sehen wir das Symptom immer deutlicher auch als Ursache. Das Geld hat sich fälschlicherweise derart nachhaltig als bedeutender Wirtschaftsfaktor in den Spuren unserer Gedanken eingegraben, sodass wir eine Methode des Tauschhandels als das "Um und Auf" des Wirtschaftens sehen und nicht das "Vorsorgen für die Befriedigung der menschlichen Bedürfnisse". Eine neue Ethik anstatt der alten Moral die oft eine Scheinmoral war!!!?

Sehr guter Artikel!

Stimme ihnen voll zu, jedoch leidet Europa an apokalyptischen Provinzionalismus.

Jeder Bürgermeister von noch so einem kleinen Kaff, heftet alles positive der letzten Jahre an sein kleines Fähnchen, und schiebt alle eigenen Versäumnisse der "EU" in die Schuhe.

So funktioniert eine Union nicht!

Aufwachen!

Wir alle sind die EU!

Beschmutzen wir nicht ständig das eigene Haus, sondern räumen wir auf. Wir haben kein anderes!

Antworten Gast: grau
21.06.2011 10:44
1 1

Re: Sehr guter Artikel!




mein haus ist ÖSTERREICH !

Re: Re: Sehr guter Artikel!

...maximal ihr "Kammerl", bzw. Kappenrand

1 0

Selten einen so schlechten Leitartikel in der Presse gelesen

Bei der Höhe der Schulden eines Staates geht es nur ganz nebenbei um die tatsächliche Höhe. Entscheidend ist eben die Relation zur Wirtschaftsleistung. Und ob die
Schulden jemals zurückbezahlt werden können.
Was im Artikel überhaupt nicht zur Sprache kommt, sind die Credit Default Swaps auf griechische Schulden, die insbesonders von US Finanzfirmen geschrieben wurden. Diese sind in Summe ein Vielfaches der Staatsverschuldung Griechenlands. Aus dieser Ecke kommt der Druck, Griechenland nicht pleite gehen zu lassen; das "Event" nicht eintreten zu lassen.

Gast: derplan
20.06.2011 22:13
0 1

Was war der Plan der Euro-Einführung

Ich war seinerzeit auch für den Euro, eigentlich bin ich immer noch froh. Allerdings hatte ich damals eine andere Zukunft erwartet. Die Fachleute müssen es eigentlich gewusst haben. Dachte man, dass man alles laufen läßt bis der Druck so groß wird, dass die Bevölkerung die Auflösung der Nationalstaaten verlangt und dann die Vereinigten Staaten von Europa geschaffen werden können? Irgendwie hat man es gewaltig verabsäumt, diese Entwicklung zu fördern, im Gegenteil, die gleichen Politiker, die diesem Ziel zugestimmt haben haben im eigenen Land beim geringsten Problem gegen die EU gewettert.

Gast: Kredie
20.06.2011 21:54
8 4

Schwachsinn

Wie kann man so einen Schwachsinn schreiben? Bei aller Toleranz, aber Herr Böhm sollte bei einem linken Medium anheuern, da würden seine Gedanken besser hinpassen. Lesen Sie statt dem Spiegel besser einmal die FAZ oder Die Welt, dort werden fundierte Kommentare verfaßt, welche die Meinung der überwiegenden Mehrheit der VWL-Fachleute reflektiert! Armutszeugnis dieser Artikel!

Re: Schwachsinn

ist eine überwiegende Mehrheit ein Hinweis auf Richtigkeit???

Antworten Gast: gast 99
21.06.2011 07:23
1 1

Re: Schwachsinn

Sind die FWL-Fachleute nicht diejenigen, die in der Mehrheit mit ihren Empfehlungen zuerst dem "Neoliberalismus" Tür und Tor geöffnet haben und nach dem Eintreten der Wirtschaftskrise fest zurückgerudert haben. Die vorgeschlagenen Handlungsempfehlungen für die Wirtschaftspolitik waren nicht gerade mit Ruhm behaftet. Die, die Konsequenzen dieser Wirtschaftspolitik schon früh erkannten, waren aber in einer eklatanten Minderheit!


Um Gottes Willen

Ja, es ist ein politisches Problem, das ist auch die einzige Wahrheit in diesem Artikel.
Das Problem entstand dadurch, dass man von allem Anfang an gegen die Meinungen von fast allen namhaften Wirtschaftsfachleuten versucht hatte, nach dem Muster USA etwas zusammen zu spannen, was nicht zusammen gehört. Man versuchte einen Wirtschaftsraum aus Nationalstaaten zu schaffen und verabsäumte es, eine Transferunion auf die Beine zu stellen, die aber wieder unbedingt nötig wäre, um solche Krisen zu meistern, wie eben das Beispiel USA wunderbar zeigt. Da gibt es Bundesstaaten, die wirtschaftlich nahe am Bankrott kratzen (Kalifornien) aber eben andere, die wirtschaftlich boomen. Von der FED kann und wird jetzt von hier genommen und nach dahin transferiert (einfach gesagt). Würde das die EZB tun, wäre in den Nationalstaaten der Teufel los.
Aber die Politik wusste es besser, würfelte Nationalstaaten zusammen ohne sich Gedanken über deren nationale Rechtslage und Wirtschaftsstruktur zu machen und taumelt jetzt von einem Problem ins andere. Das aber so hin zu stellen, als wäre alles mit einem haircut einfach zu lösen, ist purer Unsinn Herr Böhm, weil eben grundlegende politische Voraussetzungen fehlen und der Mut führender Politiker (Merkel) auf der einen Seite, aber auch die Ablehnung der nationalen Regierungen und deren Bevölkerung andererseits diese nötigen Reformen verhindern. Den Weg zurück gibt es nicht mehr. Sackgasse nennt man so etwas, Herr Böhm!

Re: Um Gottes Willen

guter kommentar!

das d-mark und drachme unterschiedlich viel wert waren hat ja einen sinn ( = freier markt)

die politik gibt allen den Euro und wundert sich wenn's nicht funktioniert

Thatcher hat das als einzige ueberrissen

Sarkozy & co beweisen unfaehigkeit jedes mal wenn der Mund aufgemacht wird

Mein Gott, Hr. Böhm,...

...ich weiß, sie werden meinen Kommentar wieder löschen, wie viele andere.

Ich hätte gerne 8 Million Euro bitte, was ist das schon, da muss doch nur jeder Österreicher 1 Euro, eine lumpigen Euro, locker machen, dafür bekommt man ja gerade einmal ein paar Kaugummi, was ist das schon ?

Re: Mein Gott, Hr. Böhm,...

Weinen Sie jetzt im stillen Kammerl, weil der Herr Böhm Sie nicht erhört hat?

17 0

Re.: "Viele, viele Widersprüche, viel Lug und Trug waren das, .."


J.C.Juncker (03.2010): "Ich bin fest davon überzeugt, daß Griechenland diese Hilfe nie wird in Anspruch nehmen müssen, weil das griechische Konsolidierungsprogramm in höchstem Maße glaubwürdig ist."

J.C.Junker (05.2011): "Wenn es ernst wird, muss man lügen."

"Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt." - Jean Claude Juncker, Vorsitzender des Rats der Finanzminister

Re: Re.:

Das ist erschütternd.

Gast: Onkel Hans
20.06.2011 20:00
7 0

Das bizarrste Stück Text, ...


... das ich bislang im Zusammenhang mit der Eurokrise gelesen habe!

Gast: grau
20.06.2011 19:18
9 1

328 milliarden klingt nach sehr viel, ist aber



unbedeutend !

BÖHM, bei ihnen möchte ich einmal zur party eingeladen werden- ich bring' auch meinen arzt mit !
SIE verstehen, kinkerlitzchen nonchalant abzuwinken !

Re: 328 milliarden klingt nach sehr viel, ist aber

Überlegen, dann posten.
Pro Grieche sind das Schulden von ca. 30.000€.
Das ist in etwa die Dimension der Schulden der USA. Nur, Griechenland hat nur 3,3% der Einwohner des Euroraumes. Dass da eine Zahlungsunfähigkeit kein Europroblem, sondern ein griechisches ist, das liegt auf der Hand. Tragisch für Griechenland, nicht wirklich von großer Tragweite für den Euro. Um nichts anderes geht es. Das heißt nicht, dass die Griechen es gut gemacht hätten oder weiter machen sollen, aber man sollte die Kirche im Dorf lassen.

4 0

Dümmlich

Die Wirtschaftsleistung pro Kopf ist in den USA aber schon ein wenig höher, als in Griechenland. Was soll diese dümmlich Gegenüberstellung von Absolutwerten.

Antworten Antworten Gast: grau
20.06.2011 21:10
4 0

Re: Re: 328 milliarden klingt nach sehr viel, ist aber



mir erklärt genau NIEMAND, daß es gut ist, mein geld an sinnlose projekte, wie oyro, ÄÄUU, oder die 'rettung', sprich ,verzögerung des bankrotts, eines dritte-welt- landes, zu verschleudern.

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