24.05.2013 00:52 Merkliste 0

Europa gewinnt ein bisschen Zeit für das Unabwendbare

OLIVER GRIMM (Die Presse)

Europas Politiker sollten die griechische Zustimmung zu harten Einschnitten nutzen, um ihre Bürger auf die bevorstehende Umschuldung des Landes vorzubereiten.

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ist so schlecht daran, auf Zeit zu spielen? Prinzipiell nichts. Manchmal ist es hoch vernünftig, Spielraum zu gewinnen, um ein Problem von Grund auf zu lösen – vorausgesetzt, man ist sich im Klaren, um welchen Problems Lösung willen man auf Zeit spielt. Das ist das Problem im Umgang der Europäer mit der Schuldenkrise Griechenlands: Sie ringen verzweifelt um Zeit, ohne aber klarzumachen, wofür sie die nutzen wollen.

Die europaweite Erleichterung darüber, dass sich das griechische Parlament am Mittwoch in einer Abstimmung dazu durchgerungen hat, in den nächsten fünf Jahren rund 14 Milliarden Euro weniger auszugeben als bisher vorgesehen und ebenfalls rund 14 Milliarden Euro an neuen Steuereinnahmen einzutreiben, sollte über zweierlei nicht hinwegtäuschen. Erstens bekommt Griechenland erst dann die dringend benötigte fünfte Tranche über zwölf Milliarden Euro aus dem 110-Milliarden-Euro-Hilfsprogramm der anderen Eurozonenländer und des Internationalen Währungsfonds, wenn die Athener Parlamentarier heute, Donnerstag, auch den Durchführungsbestimmungen zustimmen. Der Unwille der Griechen, Nägel mit Köpfen zu machen, hat dazu geführt, dass wir uns nach eineinhalb Jahren Griechen-Krise noch immer mit der Seelenlage Athener Hafenarbeiter und mit Abgründen des griechischen Beamtendienstrechts beschäftigen müssen.

Zweitens vernebelt die Erleichterung über das erste von zwei erforderlichen griechischen Parlamentsvoten den Blick auf den Kern des Problems: einen Schuldenberg im Ausmaß von bald 160 Prozent der Wirtschaftsleistung, der wächst, weil die Volkswirtschaft schrumpft. Der griechische Finanzminister, der eines Tages die Schuldenquote seines Landes unter die psychologisch wichtige Schwelle von 100 Prozent drücken könnte, ist heute noch nicht geboren. Griechenlands Gläubiger werden einen Teil ihrer Forderungen abschreiben müssen. Dazu werden dann auch Österreichs Steuerzahler gehören.

Es ist zu hoffen, dass sich Finanzministerin Fekter und Bundeskanzler Faymann überlegt haben, wie sie mit diesem Umstand umgehen werden. Zu hoffen ist auch, dass sie sich Aussagen wie jene der Finanzministerin ersparen, die im Nationalrat gemeint hat, Griechenland habe bisher an Österreich 19 Millionen Euro Zinsen gezahlt, und Österreichs Beteiligung am Rettungspaket habe bisher „keinen Cent gekostet“. Das stimmt natürlich, allerdings nur insofern, dass man auch im Kasino eine Zeitlang tolle Gewinne erzielen und dennoch ärmer nach Hause gehen kann.

Abgerechnet wird erst am Schluss, auch im Fall von Griechenlands erdrückender Schuldenlast. Hier ist zu hoffen, dass die Finanzminister der Eurozone ihr Treffen am Sonntag in Brüssel dafür nutzen, diesem Vorschlag von Daniel Gros, einem Ökonomen am Brüsseler Centre for European Policy Studies, und Thomas Mayer, dem Chefvolkswirt der Deutschen Bank, zu folgen: Die Minister sollten den Euro-Rettungsfonds EFSF ermächtigen, allen Gläubigern Griechenlands den Tausch ihrer Staatsanleihen gegen EFSF-Schuldscheine anzubieten, natürlich mit Preisabschlägen. Die alten Bonds sollten den Banken dann nicht mehr länger als Pfand für die Refinanzierung bei der Europäischen Zentralbank dienen, sondern nur mehr die neuen EFSF-Scheine. Der EFSF würde somit zum alleinigen Gläubiger Athens und könnte der Regierung eine Abschreibung der Altschulden um 40 bis 45 Prozent anbieten – aber nur, wenn die abzustimmenden Reformen erfüllt werden.

Dieses Modell wäre dem griechischen Volk gegenüber damit zu argumentieren, dass ihre unzweifelhaft harten Einschnitte einen neuen Start für ihr Land ermöglichen. Den Steuerzahlern Österreichs wiederum könnte man erklären, dass dieser Schlussstrich nötig ist, um die nicht ganz unverschuldet als unzuverlässig geltenden Griechen zu budgetärer Tugendhaftigkeit anzuhalten, und außerdem den Schwelbrand in der Eurozone zu löschen.

Europas Politiker haben nun Zeit für diese Erklärungsarbeit. Die Einsicht und den Mut dafür hoffentlich auch.

E-Mails an: oliver.grimm@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.06.2011)

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62 Kommentare
 
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Weniger Staat, mehr privat!

Na ja, freeman, wenn Österreich es trotz bessere Gesamtlage nicht schafft, ein ausgeglichenes Budget zustande zu bringen, dann schicken wir doch auch gleich Österreich in die Staatspleite. Oder?

Schüssel hat versucht, den Mißbrauch der Frühpension zu dämpfen, von beseitigen war sowieso keine Rede. Und wo stehen wir jetzt?

Wir werden die ÖBB privatisieren müssen. Was sagt Haberzettl?

Wir werden die Überregulierung von allem und jedem in unserem Leben zurückschrauben müssen, denn anders wird eine Verwaltungsreform nicht gelingen. Immer neue Verbote, die kontrolliert werden müssen?

Aber Sie haben Recht. Wir sollten Österreich und Griechenland in Vergleich ziehen. Allerdings anders, als Sie es meinen. Wenn wir so weitermachen wie bisher, werden wir das gleiche Schicksal erleiden wir Griechenland.

Aber sagen Sie das einmal der linken Reichshälfte.

Der Marxismus träumt davon, der Staat sorgt für seine Bürger. Das bedeutet Schuldenmachen. Überall auf der Welt ist das so. Auch die Sozialisten Bill Clinton und Barack Obama reiten eine Weltmacht wie die USA in Grund und Boden. Und nicht weil sie sich als der einzige Weltpolizist betätigen, sondern weil sie die Frühstückssemmeln des kleinen Mannes per Kredit finanzieren. Die Finanzkrise 2008 hat Bill Clinton zu verantworten mit seinem „Häuschen für jeden kleinen Mann“.

Wir haben keine Euro-Krise, wir haben eine Schulden-Krise und die nicht nur in Griechenland. Die Schulden-Krise durch die Pleite Griechenlands zu verschärfen ist falsch!

Re: Was muß eine Griechenland-Pleite doch lustig sein, wenn alle „Experten“ sie so sehr wünschen

Im Grunde geht es darum, wie man mit gefährdeten Banken umgeht. Wenn das einzige Denkmuster das ist, sie mit geschenktem Steuergeld drüberzufüttern, gebe ich Ihnen vollinhaltlich Recht.

Es gibt aber z.B. die Alternative, diese Rettung so durchzuführen, dass damit Anteile an den Banken erworben werden (z.B. durch Emission zus. Aktien).
Das braucht gleich viel Geld, bringt allerdings eine Gegenleistung. Wenn´s dann wieder aufwärts geht (tut es immer, wenn der Markt arg nachgegeben hat), können diese Anteile wieder veräussert werden.
Natürlich ändert das was an der Eigentümerstruktur der Banken - ich persönlich könnte damit leben.

Was GR betrifft: Damit ist ein Neustart tatsächlich möglich - unter der Voraussetzung, dass bestimmte Reformen umgesetzt werden.

Ich bin zwar kein "Biertisch-Experte", aber diese Halbierung auf Basis von Sparpaketen ist natürlich völlig illusorisch - und genau deshalb denke ich auch, dass die derzeitig gepflegte Vorgangsweise, Geld nachzupumpen und wirtschaftsvernichtend zu sparen keine nachhaltig erfolgreiche Strategie sein kann.

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Re: Was muß eine Griechenland-Pleite doch lustig sein, wenn alle „Experten“ sie so sehr wünschen

Sie gehen von der Annahme aus, dass die Griechen wirklich ernst machen, wenn man "ihnen über die Misere hilft". In Wirklichkeit werden sie dann genauso weitermachen wie bisher, und dasselbe Problem stellt sich in fünf Jahren wieder - bloß wesentlich größer und möglicherweise überhaupt nicht mehr bewältigbar.
In einer Pleite erhalten die Gläubiger eine Quote ihrer Forderungen. Bei den oben vorgeschlagenen Hilfsmaßnahmen erhalten die Gläubiger eine Quote ihrer Forderungen. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass die Griechen bei einer Pleite einmal mit der Realität konfrontiert sind, und davor können sie sich jetzt drücken.
Wenn man sich der Realität stellt, gibt es zumindest eine hypothetische Chance, etwas daraus zu lernen (sofern man es überlebt).
Aber so? Hier zeigt sich wieder ganz deutlich: Politik löst keine Probleme. Sie kehrt sie unter den Teppich.

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Zaubern ja, aber nur ganz langsam!

Zu Tode gefürchtet, Murray, ist auch gestorben.

Die lästige Kleinigkeit für Sie, bislang haben die Griechen ihre bisher eingegangenen Verpflichtungen gegenüber den EU-Geldgebern lückenlos eingehalten. Und gestern hat das Parlament die weiteren geforderten Sparmaßnahmen beschlossen.

Daß die Opposition, im wesentlichen die Gewerkschaften, gegen die Sparmaßnahmen sind, versteht sich von selbst. Es ist ja tatsächlich ein Problem, überzieht man die Sparmaßnahmen, verhindert man den wirtschaftlichen Aufschwung, der aber unabdingbar ist, will man mehr Steuern einnehmen. Die eigentliche Kunst der Politik – Griechenlands ebenso wie der EU – ist es, ein entsprechendes Gleichgewicht zu finden.

Daß die ursprünglich angepeilten Fristen für die Sanierung schlicht zu kurz sind, hat die EU inzwischen begriffen. Und daß der Schuldenabbau auch über Privatisierungen – gegen den Willen der Beschäftigten – laufen wird müssen, werden die Gewerkschaften noch zu begreifen haben. Mal ganz abgesehen davon, daß die grassierende Steuerhinterzeihung ein Ende haben muß und daß überzählige Beamte sich einen anderen Job suchen werden müssen.

Alles sicher nicht leicht für die Griechen. Aber, ich wiederhole mich, bislang haben die Griechen die Vereinbarungen eingehalten und die weiteren geforderten Maßnahmen nach ausgiebigen Auseinandersetzungen durchs Parlament gebracht.

Verlangt man von den Griechen, sie müssen zaubern, wird man ihnen zugestehen müssen, zaubern ja, aber nur ganz langsam.

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Re: Zaubern ja, aber nur ganz langsam!

Zu Tode gefürchtet, ist auch gestorben und bis in die Zahlungsunfähigkeit verschuldet, ist auch pleite.

Diese lückenlose Erfüllung seitens Griechenland, wäre mir neu. Die Privatisierungsversprechungen gibt es z.B. schon seit April 2010 als die erste Griechenlandhilfe bewilligt wurde. Nun, ein Jahr und ein paar verschleuderte Milliarden später, wurde nicht einmal ein Betrieb privatisiert, es wurde noch nicht einmal begonnen überhaupt ein Privatisierungsverfahren einzuleiten. Jetzt aber, soll das ganz sicher geschehen, behaupten dieselben griechischen Politiker, die das auch schon letztes Jahr behauptet haben...

Ich gebe Ihnen aber durchaus recht, dass man Sparmaßnahmen nicht überziehen soll. Deswegen wäre ein Staatsbankrott ja so richtig gewesen und wäre es immer noch. Denn damit entledigt man sich eines Teils der Forderungen für dessen Zinszahlungen man dann eben nicht mehr aufkommen muss. Ein Problem wäre der Bankrott Griechenlands deswegen vor allem für die Banken gewesen, die wie im Rausch Kredite nach Griechenland vergeben hatten. Nun hatten diese Banken dank Politik ein Jahr Zeit ihre notleidenden Forderungen via EZB an den Steuerzahler abzuwälzen. Mit dem Erfolg, dass der Steuerzahler brennt wie ein Luster, die Griechen weiterhin horrende Zinsen für einen horrenden Schuldenberg zahlen müssen und die Banken nichts aus der Misere lernen, weil sie ja toll an der Dummheit und Willfährigkeit der Politik verdient haben.

Gast: Altemanze
30.06.2011 07:44
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Lösungen sind doch ganz einfach!

Liebe Griechen; gebt den immer noch Führenden dieser Westwelt endlich den Hafen von Piräus, paar strategisch gut liegende Inselchen und anteilig die Versklavungsgewinne Eurer Bevökerung für die Zukunft dazu, dann dürft Ihr auch die Akropolis behalten.
Na ja, werden paar mehr Inselchen den Besitzer wechseln. Als Luxusdomizile für Superreiche. Letztere kommen aber nur, wenn Ihr wieder BRAV seid!
*Zynikmodus out*

Antworten Gast: jungunternehmerin
30.06.2011 09:33
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Re: Lösungen sind doch ganz einfach!

SchwachköpfIn!

Re: Lösungen sind doch ganz einfach!

Wenn ich richtig verstanden habe, ist der Hafen schon weg. Will heissen: Es gibt dort einen Investor oder noch schöner: Strategischen Partner;-)

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Was ist so schlecht daran etwas Zeit zu gewinnen?

Prinzipiell ist an einem Zeitgewinn nichts schlecht. Wenn dieser Zeitgewinn allerdings mit dreistelligen Milliardenzahlungen erkauft wird nur um die Schuldscheine noch schnell (via EZB) dem Steuerzahler umzuhängen, dann ist das nicht nur schlecht, es ist ein Verbrechen.
Denn im Strafgesetzbuch ist "Konkursverschleppung" nicht ohne Grund als Delikt genannt und genau das trifft auf Griechenland zu. Dieses "auf Zeit spielen" ist in Wahrheit nichts anderes wie ein riesiger Bankenbailout. Die Banken waren nämlich zu dem Zeitpunkt als die Pleite Griechenlands schlagend wurde (April 2010) die größten Gläubiger Griechenlands, jetzt ist es die EZB für die der Steuerzahler haftet.
Mit diesem kriminellen Zeitgewinn wurde nämlich auch gleich noch der Ruf der EZB zertrümmert. Die angeblich "unabhängige" Notenbank erwies sich nämlich als willig politisch gesteuerte Einrichtung.
So bleibt aus dem Griechenland-Desaster nur ein Fazit: Die EU bringt uns eine neue Qualität in der Kategorie Geldverbrennung. Denn so schnell wie da Milliarden in ein Fass ohne Boden geworfen wurde, hätten wir das alleine niemals gekonnt. Aber was erwartet man von einer "Wertegemeinschaft" die schon bisher bei Betrug (Erschleichung der Euro-Reife und massive Budgetfälschungen druch Griechenland) tatenlos zugesehen und den Betrüger sogar noch dafür belohnt hat...

rasch ein volksbegehren gegen das zahlen durch österreich. wo ist nun die oposition?


rasch ein volksbegehren gegen das zahlen durch österreich. wo ist nun die oposition


die staatspleite kommt!

man wartet bloß die entwicklungen in spanien, portugal, irland und italien ab.

sobald dort die massiven einschnitte greifen, wird man griechenland fallen lassen! dann wirds auch der € aushalten!

Gast: herbst9
30.06.2011 05:42
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... mit der Seelenlage Athener Hafenarbeiter ... beschäftigen müssen.

So verhöhnt ein präpotenter Herr Grimm die griechischen Arbeiter!

Zu welchem Preis haben die Notenbanken den gr. Staatsanleihen gekauft?

Diese besonders interessante Frage wird hartneckig nicht beantwortet. Das ist deshalb so wichtig, da der Steuerzahler ja nicht unbedingt auf Gewinne aus den Rettungsmaßnahmen bestehen wird. Wenn also die Notenbanken die Papiere mit Abschlägen kauften, dann könnten diese Abschläge umgehend dazu verwendet werden Schulden zu erlassen - ohne dass das Notenbanken oder Steuerzahlern auch nur einen Cent kosten würde.

Das gilt freilich nur dann, wenn der Einkaufspreis tatsächlich unter dem Nennwert lag. Vielleicht war es nämlich anders rum: die Notenbanken kauften den Geschäftsbanken diese Anleihen weit über dem Marktpreis ab. Das wäre dann eine (illegale) Subvention auf Kosten der Allgemeinheit gewesen.

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Re: Zu welchem Preis haben die Notenbanken den gr. Staatsanleihen gekauft?


Die EZB laut Ex-Finanzminister Waigel im BR zu Matktpreisen (ca. 70%).

Zu welchem Kurs die ÖNB (zwei Milliarden Euro) gekauft hat, ist mir nicht bekannt.

Undurchschaubares

In dieser Zeit laufen so viele Strömungen durch Europa, pro und contra, dass es nahezu unmöglich ist, vernünftige Strategien zu erkennen. Vieles sieht gut aus, wird aber medial sofort niedergeprügelt, anderes sieht nicht gut aus, wird aber hofiert. Und jetzt noch die chinesische Heilsarmeeaktion, wo man ebenfalls nicht weiß, wie man sie deuten sollte. Die EU sollte halt nicht unbedingt von allen ausschließlich als Geldautomat betrachtet werden, sie hätte auch noch viele andere wichtige Aufgaben. Aber momentan scheint sie mir voll im Griff der Finanztiger, die ihre Beute einfach nicht mehr loslassen können. Das Positive an der EU wird leider im Augenblick völlig ausser Acht gelassen. Alle starren sie der Schlange Mammon gelähmt ins Auge...

Gast: grau
30.06.2011 00:25
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300 MILLIARDEN PLUS FÜR EIN BISSEL ZEIT?



und sonst gesund, nichts macht bumm in der nacht, kein maumau unterm bett?

die stimmen, ja, daran müssen wir arbeiten, an den stimmen, die sie immer hören !

griechenland ist erledigt, lassen wir uns weder davon, noch von den anderen faillisten infizieren! RAUS AUS DER ÄÄUU, sie ist TOT, und stinkt
schon !

nein

die einzigen die Zeit gewinnen sind die Banken um auch noch den Rest ihrer Anleihen loszuwerden. Novotny und Trichet sind ja ganz erpicht darauf noch mehr zu kaufen.

Gast: gan
29.06.2011 22:34
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Jeder Häuslbauer muss sein Haus für den Kredit verpfänden

aber den Griechen schmeissen wir ohne jegliche Sicherstellung Geld nach dass wir nie wiedersehen. als ob Griechenland nicht genug Inseln hätte. Auch wir mussten einst Monopole verpfänden in ähnlicher Lage.

Das alles
trotz Sparpaketen bei der eigenen Bevölkerung in Ö
trotzdem dieses Geld selbst von Ö (mit Zinsen) AUSGEBORGT ist.

Handelte der Geschäftsführer einer Firma in Ö so, würde er im Falle des Konkurses wegen Fahrlässigkeit mit seinem Privatvermögen haften - wenn nicht schlimmeres.

Dieser Finanz-Dilettantismus erinnert mich mehr und mehr an Weimar - die Folgen sind wohl noch erinnerlich. Hoffentlich hat irgendwer einen Churchill in petto, den werden wir noch brauchen.

Sehr richtig,

Der Unterschied ist, dass sie ihr Haus an die Bank verlieren, wenn sie den Kredit nicht bedienen können, während Griechenland seines behalten darf. Der Staat garantiert und haftet ja auch für die Anleihen.
Damit wäre er nun also seine Anteile an Unternehmen genau so los wie die paar Hundert Tonnen Gold in ihrer Nationalbank (angeblich, gesehen habe ich sie nicht) und andere "werthaltige" Forderungen wie aus Steuern z.B.
So wäre es zumindest, wenn es ihr Haus wäre.

Antworten Gast: immernochda
30.06.2011 07:50
1 0

Re: Jeder Häuslbauer muss sein Haus für den Kredit verpfänden

Sie wissen aber schon, daß ein Großteil der früheren Gelder für G nur für deren exorbitant hohen Anteil an Rüstungsgüter waren?! Und diese widerum von europ. Großbanken finanziert.
Das griechische Volk hatte DAVON wenig. Außer das Gefühl, gegen den `Erzfeind`Türkei besser gewappnet zu sein.

Ansonsten; gebe Ihnen natürlich auch recht.

Ja, und?

Griechenland ist eine Demokratie - die Entscheider wurden gewählt.

Gast: little_brother_is_watching_you_too!
29.06.2011 22:23
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die griechen...

... werden an ihrer eigenen mentalität zugrunde gehen.
wo waren die proteste gegen völlig unfinanzierbare und überzogene benefits?
wo waren die proteste, die bevölkerung zum steuerzahlen anzuhalten?
wieviele häuslbauer haben fertig gebaut, damit sie in den genuss kommen, steuern zahlen zu dürfen?
wieviele griechen haben es abgelehnt, unnötige beamtenjobs anzunehmen?
es war alles so vorhersehbar und alle sind schuld. egal ob reich oder arm! es ist die mentalität! deswegen sollte man sie pleite gehen lassen.

Die Österreicher...

...werden an ihrer eigenen Mentalität zugrunde gehen.
Wo waren die Proteste gegen völlig unfinanzierbare und überzogene Benefits?
...
Den Rest des Nachrufs bitte ich Sie zu formulieren. Die Details sind andere, der Kern derselbe: Jeder will mehr, die Allgemeinheit und die Konsequenzen gehen *uns allen* am A... vorbei.

Es gibt tatsächlich Länder, in denen Konsens über Leistungen und deren Finanzierung herrscht. Das klappt dann auch mir sehr gut ausgebauten Sozialsystemen (und entsprechend hoher Steuerbelastung).

Die haben Recht: Es ist eine Frage der Mentalität. Aber da schneiden auch wir inzwischen nicht mehr gut ab.

Antworten Antworten Gast: little_brother_is_watching_you_too!
30.06.2011 13:11
0 0

Re: Die Österreicher...

ich hab damit nicht gesagt, dass wir uns nicht am wege genau dahin befinden! vielleicht wäre es ja beispielgebend bzw. aufrüttelnd für unsere vollkasko-konsumjunkies, wenn sie sehen, wohin sowas führt.

Gast: Barbara S.
29.06.2011 22:04
3 0

Für Österreich gibgt es keine Alternative zum EU-Austritt

Herr Grimm, die EU samt Euro ist ohnehin nicht mehr zu retten.

Man kann sich natürlich der Illusion hingeben, die "überfressene" EU könnte die Kurve noch kratzen, oder stattdessen doch besser der Realität ins Auge sehen und folglich danach trachten, daß Österreich so bald wie möglich aus der EU austritt, um den Schaden für unser Land in Grenzen zu halten.

Re: Für Österreich gibgt es keine Alternative zum EU-Austritt

Ein Austritt ist mittelfristig auf alle Fälle anzustreben. Es gibt nichts mehr in diesem Betrügerverein was unserem Land von Vorteil sein könnte. Der erste Schritt wäre die Nichtbeteiligung an der Griechenpleite.

Gast: gast gast
29.06.2011 19:57
1 6

schon erstaunlich dass die presse

immer sofort eine lösung für das problem parat hat leute warum seid ihr nicht politiker geworden wo ihr doch so gut seid

Re: schon erstaunlich dass die presse

Lieber "gast", das ist nicht die Lösung der "Presse", sondern ein durchdachter Vorschlag zweier kompetenter Herren, den wir für sinnvoll erachten. Finden Sie ihn gut oder schlecht, machbar oder unrealistisch? Über diese Fragen sollten wir diskutieren.
Freundlichen Gruß, OG

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Re: Re: schon erstaunlich dass die presse

Der Vorschlag ist schlecht. De facto gibt es eine Konkursquote, ohne dass man den Griechen klarmacht, dass sie in Konkurs gegangen sind.
Wenn man sich ewig lange vor der Realität drücken kann, gibt es kein Lernen. Ohne Lernen macht man nichts besser.

Re: Re: schon erstaunlich dass die presse

Sg. Herr Grimm! Es kann schon sein, daß es sich hier um einen "durchdachten Vorschlag zweier kompetenter Herren" handelt. Aber was auf dem Papier noch so vernünftig scheint, scheitert dann leider oft an politischen Machtspielen, bzw. an einer frustrierten Bevölkerung, die gravierende Einschnitte in ihrem bisherigen Lebensstandard subjektiv als existenzbedrohend erlebt. Insofern wird sich die Zukunft Griechenlands wohl eher auf der Straße entscheiden als auf der politischen Ebene. Vor allem dann, wenn es keine "innergriechische Steuer-Solidarität" der Reichen und Superreichen gegenüber der ärmeren Bevölkerung gibt...

Antworten Antworten Antworten Gast: Barbara S.
29.06.2011 22:06
4 1

Unfriedensprojekt EU

An der aktuellen Eskalation in Griechenland sieht man deutlich, daß die EU ihrem Beinamen UNFRIEDENSPROJEKT voll gerecht wird.

Antworten Antworten Gast: Gast.Gast
29.06.2011 21:37
4 0

Re: Re: schon erstaunlich dass die presse

Der Vorschlag erscheint unrealistisch, weil nirgendwo ein worst case, dafür aber immer die optimalen Umstände bedacht werden. Es scheint sehr wahrscheinlich, dass Griechenland sich nicht erholen kann und die EU noch mehr Leichen im Keller hat, die es nach Junckers Problemlösungsvorschlag offiziell gar nicht geben darf.

Antworten Gast: FragenderIn
29.06.2011 20:30
3 0

Re: schon erstaunlich dass die presse

Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Faymann und Co sind so grottenschlecht und jenseitig, dass eine normale Ansicht mit Hausverstand daneben schon Nobelpreisverdächtig erscheint.

Antworten Antworten Gast: gast gast
29.06.2011 20:54
0 6

Re: Re: schon erstaunlich dass die presse

genau um es mit schellhorn zu sagen die spö ist schuld und die neoliberalen werden die welt retten

Herr, schenke uns Geduld mit Gast: gast gast!


Antworten Antworten Antworten Gast: Gast.Gast
29.06.2011 21:44
4 1

Re: Re: Re: schon erstaunlich dass die presse

Schellhorn beiseite, die SPÖ hat soweit ich mich zurückerinnern kann dem Schuldenmachen auf Kosten der nächsten Generation immer den Vorzug gegeben. Österreich liegt , wenn man seriösen Aussagen Glauben schenken darf, nicht weit hinter Griechenland. Auch in Österreich ist bereits ein Zustand eingetroffen, wo von Planung keine Rede ist, eher vom Dahinwursteln einer maroden EU-Seilschaft.

 
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