Europas Chefpartie allein kann das nicht

OLIVER GRIMM (Die Presse)

Die Eurokrise zeigt: Europas Probleme kann man nicht im stillen Kämmerlein der Regierungschefs beheben. Ihre „Wirtschaftsregierung“ ist gescheitert.

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Wenn ein Mitgliedstaat bei seinen Statistiken lügt, ist das eine echte Bedrohung für den Bestand einer Währungsunion: Das schrieb Emmanuel Tumusiime-Mutebile, Gouverneur der Notenbank von Uganda, im März-Rundschreiben des Official Monetary and Financial Institutions Forum.

Schön, dass die Eurokrise wenigstens den Effekt hat, dass man nun in Ostafrika korrekte Buchhaltung hoch schätzt. Denn Herr Tumusiime-Mutebile bezog sich auf Griechenland, das sich mit gefälschten Statistiken in die Währungsunion geschwindelt und im Winter 2009/10 den nun zwölfjährigen Euro in seine erste Existenzkrise gestürzt hatte.

Die Euro-Malaise erteilt uns aber noch eine zweite Lehre: Das Experiment, in dem allein die Staats- und Regierungschefs Europa führen, ist gescheitert. Die Vorstellung, Frau Merkel, Herr Sarkozy, Herr Faymann und ihre Amtskollegen könnten auf Brüsseler Gipfeln jedes Problem im Alleingang lösen und dabei ihre eigenen Finanzminister ebenso zu Erfüllungsgehilfen machen wie die Europäische Kommission, hat sich als irrig erwiesen. Die Regierungsführer werden ihren Plan, den Europäischen Rat zur alleinigen „Wirtschaftsregierung“ aufzurüsten, begraben müssen. Zehnmal hat man sich in Brüssel bereits mit der Eurokrise befasst; jedes Mal hat man geschworen, alles Mögliche zu tun, um die Stabilität des Euro sicherzustellen; jedes Mal wurde es am Tag danach noch schlimmer. Die europäische Chefpartie dreht Beruhigungspillen, doch sie wirken an den Märkten wie Aufputschmittel.

Wenn Merkel, Sarkozy, Faymann und Konsorten jetzt so tun, als hätten allein Ratingagenturen, Banken und verschwenderische Südeuropäer Schuld an der misslichen Lage Europas, dann verschweigen sie ihre eigene Verantwortung. Zur Erinnerung: Herman Van Rompuy wurde in erster Linie darum von den Staats- und Regierungschefs zum Präsidenten des Europäischen Rates erkoren, weil er ihre Sichtweise teilte: Die Union der 27 ist zu unübersichtlich geworden, das immer selbstbewusster auftretende Europäische Parlament macht alles noch komplizierter, und die Europäische Kommission soll gefälligst nicht mehr als Motor der tieferen Integration eigene Ideen entwickeln, sondern als bloßes Sekretariat der Chefs dienen.

Das „europäische Modell“ einer pluralistischen Demokratie mit Checks and Balances, auf das man sich bei Sonntagsreden gern beruft, ist im politischen Alltag zwischen Eurokrise, Schengenstreit und Araberaufstand halt doch zu umständlich. Wenn unsere Regierungschefs vom Aufstieg Chinas reden, schwingt oft unverhohlener Neid auf die zackige Kommandokultur Pekinger Zuschnitts mit: Schaut nur, wie flott der Chinese Autobahnen und Flughäfen baut! Ganz ohne lästige Bürgerinitiativen!

Das Problem ist nur, dass kein Regierungschef das, was er sich auf Brüsseler Gipfeln mit seinesgleichen ausgemacht hat, zu Hause per Ukas durchsetzen kann. Außerhalb autoritärer Staaten ist Politik eben die Kunst, Allianzen zu schließen, Verbündete zu gewinnen, Kompromisse zu erzielen. Wollen Merkel, Sarkozy, Faymann und Amtskollegen auf europäischer Ebene Maßnahmen zur wirtschaftspolitischen Steuerung einführen, um das Wachstum zu fördern und die Schuldenpolitik im Keim zu ersticken, müssen sie als Erstes das Europäische Parlament auf ihrer Seite wissen. Und zwar nicht aus naiver EU-Euphorie, sondern aus schlicht rechtlichen Gründen: Das Parlament ist in fast allen Politikbereichen gleichberechtigter Gesetzgeber.

Gleichzeitig sollte die Chefpartie schleunigst die Kommission wieder als wertvollen Partner bei der Lösung gemeinsamer Probleme verstehen und nicht als lästige Nebenerscheinung.

Zur Erinnerung: Europas letzte große Krise in den 1980er-Jahren wurde darum überwunden, weil weitsichtige Männer wie Helmut Kohl und François Mitterrand erkannten, dass sich Europas fundamentale Fragen nur über Brüssel lösen lassen, in der oft zitierten „Gemeinschaftsmethode“, also mit europäischen Gesetzen statt mit hohlen Erklärungen der Regierungschefs.

Es ist zu hoffen, dass ihre politischen Erben in Berlin und Paris daraus lernen.

 

E-Mails an: oliver.grimm@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.07.2011)

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72 Kommentare
 
1 2

Re: Re: Review

Tja, es geht doch nichts über eine gewollte (?) Drehtürpolitik..

Sehen sie sich einmal die Berufsstationen eines Jörg Asmussen aus dem deutschen Finanzministerium an und sie werden

- erblassen, ob der Unverfrorenheit
- sich nicht mehr wundern, weshalb der deutsche Steuerzahler derart zur Kasse gebeten wurde.

Gast: Gehirnchirurg
22.07.2011 12:37
1

die bezahlten pro ÄÄUU- strichler



EKELN mich an !

Gast: Sichelritter
22.07.2011 09:31
4

Pacta sunt servanda (Verträge sind einzuhalten)

Genau das wurde aber seit Beginn der Währungsunion nicht gemacht, es wurden sämtliche Grundsätze und auch das Recht in den einzelnen Ländern gebrochen, auch von den Geberländern. Die Rechnung bekommen wir alle heute präsentiert. Das Herumwurschteln auf höchster Ebene beweist ja, daß dieses System am Ende ist und nur noch mit illegalen Tricks irgendwie über Wasser gehalten wird. Die Ergebnisse dieser "Gipfel" sind auch nur Absichtserklärungen, für diese "Ergebnisse" müssen zu Hause im eigenen Land noch Mehrheiten gefunden werden. Im Grunde ermächtigen wir mit diesen "Rettungsschirmen" die Nehmerländer bei uns Steuern zu erheben, der geplante -endgültige - ESM wird dies einzementieren. Die "Märkte" werden jedoch wesentlich flotter den Daumen über solche Konstruktionen senken, denn die Investoren gehen nicht so blauäugig wie unsere Politiker durch die Welt. Der Leidtragende ist letztlich der zahlende Bürger, der komplett ausgeblutet wird. Der Euro verbindet nicht die Völker, er wird zunehmend zur alles vernichtenden Atombombe! Wenn man in einer Sackgasse ist, kann die Lösung nur sein, daß man rückwärts wieder rausfährt, also wieder nationale Währungen einführt. Die Länder können dann ihre Währungen wieder an eine festgelegte Verrechnungseinheit (Ecu/Bancor...) anpassen, ihre Krisen zu Hause lösen und wieder neu durchstarten. Stoppt dieses gescheiterte Experiment, denn viel Zeit bleibt nicht mehr...

Die Kernfrage

ist darin gelegen, inwieweit jene Länder die entsprechend wirtschaften und dies auch von ihrer Bevölkerung verlangen, siehe insbesondere Österreich als Spitzensteuerland, für dieses von der EU verursachte Finanzdesaster heranzuziehen
sind. Aus der Hilfe für Griechenland ist bedauerlicher Weise kein Entkommen ohne in ein noch größereres Desaster zu gelangen.
Aus der Nachkriegszeit verständlich wollten die europ. Politiker eine Friedensordnung haben, die mit einer Zusammenarbeit in der Schwerindustrie verbunden sein sollte!
Die heutige EU ist bereits eine verbürokratisierte Monsterbehörde die immer weiter wächst zu Lasten des Steuerzahlers.
Früher oder später wird ein Austritt aus diesem Verein erforderlich werden, weil es nicht einzusehen ist die sauer verdienten Steuergelder für Pleiteländer auszugeben!

Re: Die Kernfrage + eine Zusatzfrage

Der EUR wird als "Friedensprojekt argumentiert und das der EU (nur "EU"!) keine Alternative dazu bleibt. Betroffen sind davon aber, so weit ich das verstehe, nicht so sehr die EU-Länder, sondern nur die EUR-Länder!?

Was ist mit den Nicht-EUR-Ländern im "Friedensprojekt der EU"? Nehmen die nicht daran teil oder nehmen sie schon teil, aber brauchen dafür nichts/weniger bezahlen? Haben wir hier nicht schon eine erste Spaltung der EU in EUR- und Nicht-EUR-Länder?

Re: Re: Die Kernfrage + eine Zusatzfrage

Ich stimme Ihnen ganz ausdrücklich zu!!
Kann man sich eigentlich vorstellen, dass ein Land wie GB nach wie vor den Vorsitz in der EU ausüben kann, obwohl es der Währungsunion nicht angehört und darüber hinaus eine Finanz-und Geldpolitik betreibt, die durchaus nicht den Interessen des EURO. sondern denen der USA und des USD dient ???

Gast: tigerzahn
22.07.2011 05:25
3

naja, ich will den aufrechten menschen aus uganda nicht verunsichern, aber gibt es einen staat der bei seinen statistiken nicht lügt?


gibt es überhaupt eine politisch genutzte statistik die nicht lügt?

mit der realität haben die meisten jedenfalls nicht viel zu tun, oder zeigen nur einen teil der wahrheit, wobei wesentliche fakten ganz bewußt verschwiegen werden.

daß eine wirtschaftsregierung, die eigentlich eine wirtschaftsdiktatur ist, (nicht nur mit dieser besetzung) scheitert ist vorhersehbar.
die diktatur der kommission sowieso. die hat sich ebenfalls als beleidigung des intellekts und der menschenwürde der EU-bürger herausgestellt.

aber was der vertrag von lissabon eigentlich regeln wollte - unter anderem einen hauch von demokratischen spielregeln einzubringen - ist auch längst gescheitert und überholt.
das ep hat schon am 1. tag nach inkrafttreten des vertrages vergessen gehabt, daß es die interessen der EU-bürger vertreten soll und sich statt dessen als weiterer vertreter der interessen der mächtigsten, reichsten, gierigsten etabliert.
auf dem level brauchen wir uns also auch nicht mehr aufhalten und die zeit verschwenden.

wir brauchen neue strukturen. schlanker. direkter, sowohl horizontal als auch vertikal. mit starker beschränkung der aufgaben der EU-führung und institutionen und sehr konkreten vorgaben der aufgaben und ziele.
ziele die den menschen dienen.
wir brauchen eine unionsregierung, die die finanz- und konzernwirtschaft strikt reglementiert, und keine wirtschaft, die die welt regiert und tyrrannisiert.

das ist grundbedingung für den weiterbestand der EU.

Gast: radius
21.07.2011 23:50
8

Herr Grimm, dieser Streit und Nichteinigkeit ist das einzige Positive an dem Prozess.

Der Lissabon-Vertrag war ein Leger für die Nettozahler. Denn durch diese Mehrheiten ist es möglich, die Nettozahler zu immer größeren Kreditzahlungen und Haftungen zu verdonnern.

Der Euro ist eine Fehlkonstruktion und die EU ein Bürokratenhaufen. Das Parlament schaut nur auf den eigenen Einfluss. Schaut man denen zu, merkt man, dass man unsere Parlamentarier eigentlich zu Hause lassen können. Österreich hat Null Einfluss.

Ein Staatenverbund mit gemeinsamen Wirtschaftsraum und den notwendigen Sollbruchstellen ist die Lösung, aber nicht die Vertiefung und Gleichschaltung.
Daraus entsteht die EUdSSR und diese wird scheitern wie einst die UdSSR, Herr Grimm.

Antworten Gast: mysterium
22.07.2011 23:06
2

Wow, das muss jemanden getroffen haben,

bei sovielen Rotstrichen.

Ist es denn so schwer, sich erst einmal über die EU zu informieren, bevor man über sie loszieht, wie einmal öfter Hr. Grimm und seine Apologeten.

radius, was treibt Sie an, sich solche Blößen zu geben? Ihre Ahnungslosigkeit, wie die EU überhaupt funktioniert ist sagenhaft. Sie sind aber in bester Gesellschaft. Hr. Oliver Grimm hat ebenso wenig Ahnung, wie das läuft.

Der Rat der Staats- und Regierungschefs ist das höchste Gremien in der EU, das jedwegen Beschluß, welchen auch immer, treffen kann. Das EU-Parlament hat Kontrollrechte in Form einer besonderen Mitbeschlußfähigkeit. Das Parlament kann von sich allein überhaupt nichts beschließen, wohl aber hat es Budgetrechte. Das Budget der EU wird aber wieder für mehrere Jahre von den Räten beschlossen und liegt unveränderbar vor. Die Kommission hat keinerlei Rechte in Bezug auf Beschlußfassungen.

Wer also, wenn nicht der Rat der Staats- und Regierungschefs kann die gegenwärtig notwendigen Beschlüsse überhaupt fassen?

radius, Ihre ewige Unzufriedenheit mit dem Lissabon-Vertrag ist auch demaskierend für Sie. Aufgrund des Lissabon-Vertrages kann niemand in der EU irgendwem anderen irgend etwas vorschreiben, ihn irgendwo „hineinreiten“. Der Lissabon-Vertrag ist eine Geschäftsordnung, die regelt, wer etwas zu sagen hat und wie er es zu sagen hat. Er regelt insbesondere das Procedere für die Mehrheitsbeschlüsse, die in weniger wichtigen Bereichen möglich sind.

Wenn’s ums Geld geht, herrscht Einstimmigkeit, d.h. jedes Mitglied hat volles Vetorecht!

Unser Nettobeitrag an die EU sind ganze 3,55 Promille (!) unseres Bundesbudgets. Diese 3,55 Promille bringen uns also um oder was?

Das neue Griechenlandpaket steht,

und wer glaubt daran, dass es das Letzte sein wird?

Alkoholkranke versuchen einem anderen Alkoholkranken daduch zu helfen, dass sie ihm den Preis für den Schnapps reduzieren.

Eine Glanzleistung, welche sich einmal in den Geschichtsbüchern als warnendes Beispiel finden wird.

Gast: Gehirnchirurg
21.07.2011 21:37
4

KEINE CHEFPARTIE, KEINE ÄÄUUU-BAGAGE..



sondern demokratie ! es ist UNSER schicksal, über das eine horde vollidioten entscheidet !

machen wir kaputt, was uns kaputt macht:

DIE ÄÄÄUU !

Die Kommission als wertvoller Partner........

......ja eh, Barroso, Hahn usw.! Das ist ja eine gefährliche Drohung!

Gast: little_brother_is_watching_you_too!
21.07.2011 19:02
9

es wird zu riesigen...

... ausschreitungen überall in europa kommen, mit jeder menge rohster gewalt seitens der sicherheitsapparate.
der simple grund: das nichteinsehenwollen, dass ein konzept (euro bzw. eu) gescheitert ist.
dieser euro IST gescheitert, das ist für jedermann klar erkennbar! und wenn man noch so viele rettungspakete schnürt - deswegen werden die unterschiede der verschiedenen volkswirtschaften (bzw. die diesen zugrundeliegenden mentalitätsunterschiede) nicht egalisiert! da müsste man schon durch zwangsumsiedelungen die menschen in der eu bzw. euro-zone so vermischen, dass sich ein flächendeckend homogenes konglomerat von verschiedensten menschen - alle mit unterschiedlichen sprachen - verteilt. das ist natürlich völlig illusorisch.
bitte lasst uns endlich mit diesem unsinn aufhören und zu den bewährten nationalstaaten zurückkehren. liberale handelsabkommen reichen völlig aus!

Re: es wird zu riesigen...

Wo haben sich die Nationalstaaten angeblich so bewährt?

Sie haben uns letztendlich 2 Weltkriege in nur knapp 20 Jahren besorgt. Sie haben uns ebenso Staatsinsolvenzen, Bürgerkriege, Not und tiefe soziale Rückschritte besorgt.
Also wozu sollte man dieses im vorigen Jahrhundert gescheiterte Konzept wieder ausgraben.

Antworten Antworten Gast: little_brother_is_watching_you_too!
21.07.2011 21:53
3

Re: Re: es wird zu riesigen...

ich denke, die einzigen menschen, die jetzt noch so wehement pro-eu-propaganda hinausposaunen, sind ausschliesslich direkte nutzniesser dieser eu: also entweder leute, die von eu-fördertöpfen profitieren oder direkt von einer der institutionen genährt werden, oder aber leute, die mit den aus dem system einhergehenden NACHTEILEN für die bevölkerung profitieren, wie z.b. den fehlenden grenzkontrollen und der dazugehörigen massiven kriminalität.
denn alles das, was bei uns und in anderen ländern illegalerweise rausgeschafft wird, wäre in den herkunfstländern dieser kriminellen niemals gekauft worden (mangels verfügbarer monitärer mittel), muss und wird jedoch in den beraubzugten ländern ersetzt. es wird also hier doppelt gekauft.

Re: Re: Re: es wird zu riesigen...

Ihre simplen Rezepte werden völlig untauglich sein. Aber ziehen Sie Grenzkontrollen auf, die Internet-Kriminalität nimmt rasant zu und schert sich ob der von Ihnen errichteten Grenzen einen Schmarrn.

Nach Ihren glänzenden ökonomischen Ideen, wie dem "doppelten Kauf" müsste es unserer Wirtschaft ja besser gehen, je mehr gestohlen und außer Landes gebracht wird.
Ihre Kenntnisse sind ja direkt rührend!

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: little_brother_is_watching_you_too!
22.07.2011 14:05
0

Re: Re: Re: Re: es wird zu riesigen...

leider wurde mein kommentar an dieser stelle nicht durchgeschaltet, dabei habe ich die volle buchstabenanzahl ausgeschöpft.
sie, herr "fritz", verwirren mich sehr.
von welchen rezepten war meinerseits die rede?
und nur weil die internetkriminalität zunimmt, muss uns die reale (welche extrem zugenommen hat) egal sein?
es hat überhaupt keinen sinn, mit leuten zu diskutieren, die für ihre demoktratiezerstörerische pro-eu-propaganda bezahlt werden. sie hören sich ja fast an der pelinka!

Re: Re: Re: Re: Re: es wird zu riesigen...

"....mit leuten zu diskutieren, die für ihre demoktratiezerstörerische pro-eu-propaganda bezahlt werden."

Mit solchen "Hellsehern" sollte man wirklich nicht diskutieren!

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: little_brother_is_watching_you_too!
22.07.2011 17:31
0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: es wird zu riesigen...

haben sie sich schon mal gefragt, warum sie dreimal soviele negative bewertungen zu ihren postings erhalten haben, als positive?
sie müssen wissen, dass die leute sehr sensibel auf propaganda reagieren.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Stricherlzähler
22.07.2011 19:06
2

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: es wird zu riesigen...

Schauen Sie sich Ihren Leistungsnachweis an:

Allein bei diesem Thema35 rote und nur 12 grüne Stricherln!

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: es wird zu riesigen...

Rote Stricherln sind hier in diesem FPÖ-Forum DIE Auszeichnung schlechthin.
Wenn Sie nur deswegen schreiben um hier grüne Stricherln zu kassieren, dann tun Sie mir schon leid.

Dann sind SIE ein mit grünen Stricherln bezahlter FPÖ-Kampfposter!
Richtig arm!

Antworten Antworten Gast: Waltraud Oggenheimer
21.07.2011 21:06
3

Re: Re: es wird zu riesigen...

"Also wozu sollte man dieses im vorigen Jahrhundert gescheiterte Konzept wieder ausgraben?"

Dazu sage ich:
Weil das aktuelle, Grenzen vielfältiger Weise missachtende EU-Konzept schon allein wegen der permanenten Missachtung oekonomischer Grundsätze zum Scheitern verurteilt ist!

Wird der derzeitige Weg weiter beschritten, führt der Weg unweigerlich und geradewegs in eine Diktatur. So schlittern wir also von den aktuellen Scheindemokratien endgültig in eine Diktatur, für die schon heute ein sehr sinnfälliges Kürzel steht: Die EUdSSR.

Mein und meines Gatten Wunsch wäre die Rückkehr zur vollen nationalen Souveränität: Die Rückkehr zu einem wieder überschaubaren und realdemokratischen Staat nach Schweizer Muster.

Re: Re: Re: es wird zu riesigen...

Wenn Sie die EU schon mit der vergangenen UdSSR gleichsetzen, dann kann ich Ihnen nur empfehlen, rechtzeitig zu "flüchten". In der UdSSR und auch in der DDR und den anderen nationalen Paradiesen konnten die normalen Bürger ja nicht legal ausreisen, sie mussten ihr Leben riskieren um aus diesen Paradiesen wegzukommen.
Sie und Ihr Gatte haben als EU Bürger und Bürger der Republik Österreich einen Reisepass, Sie müssen niemanden um eine Ausreisegenehmigung bitten, niemand kümmert sich, ob Sie die EU und Österreich verlasen wollen, niemand schießt auf Sie, Sie können Ihren gesamten Besitzstand mitnehmen und ein neues Leben in einem demokratischeren und freieren Land beginnen.

Hätte ich Ihre Sorgen, würde ich heute "flüchten". Etwa ins demokratischere Weißrussland, in die Ukraine,oder Russland selbst, oder Georgien zum Beispiel.

Also weg, bevor die Diktatur ausbricht!

Re: Re: Re: Re: es wird zu riesigen...

Flucht aus eine Staatssystem, mit welchem man nicht (vollinhaltlich) einverstanden ist, ist nur eine individuelle Lösung. Bleiben und Versuch der Umgestaltung eine zweite.

Der Versuch und die beginnenede Bereitschaft zur Umgestaltung war, neben sonstigen äußeren und inneren Einflüßen, auch der Grund für den Fall vieler kommunistischer Diktaturen.

Andererseits wäre die die Abwertung von Dialogen, kombiniert mit mit "verschwinden Sie wenn's Ihnen nicht passt", auch nicht gerade als demokratische Basiseigenschaft zu bewerten.

Re: Re: Re: Re: Re: es wird zu riesigen...

Sie übersehen nur eine Kleinigkeit:

Von einem Verschwinden, wenn es nicht passt" war keine Rede, sondern nur davon, dass "ICH flüchten würde, hätte ich diese Sorgen."

Die EU mit der UdSSR zu vergleichen, ist wohl eine Verniedlichung der sowjetischen Diktatur, in der es -im Gegensatz- keine Möglichkeit zur Flucht gab!

Re: Re: Re: Re: Re: Re: es wird zu riesigen...

Wahrscheinlich den Vergleich nicht verstanden? Ich bin überzeugt, das Kürzel "EUdSSR" bezieht sich seitens der Poster hier nicht auf eine Verniedlichung der dort gewesenen Verhältnisse, sondern auf den sukzessiven Aufbau einer "äquivalenten, zentralistischen Verwaltung" in der Union.

Aber was Zentralismus, zudem wenn gepaart mit Hoheitsrecht betreffend der gültigen Meinungen, im Endeffekt anrichten kann, hat sicher jeder mitbekommen. Und nicht zu vergessen, die Basistheorie "Kommunismus" sah zwar eine "Diktatur des Proletariats" vor, jedoch nicht das, was die Menschen (Politiker, ...) letztendlich tatsächlich daraus gemacht haben.

Und Zentralismus hat das zudem begünstigt. Ein wenig Mißtrauen gegenüber Zentralismus ist daher berechtigt.


Re:Die EU mit der UdSSR zu vergleichen, ist wohl eine Verniedlichung der sowjetischen Diktatur, in der es -im Gegensatz- keine Möglichkeit zur Flucht gab!

geht es nac hder EU, wohin wird man denn künftig flüchten können ?!
Die Schweiz wird sehr bald auc hihre Grenzen schliessen müssen, da sie den Andrang nicht aushalten wird können.... und dann ?

Re: Re:Die EU mit der UdSSR zu vergleichen, ist wohl eine Verniedlichung der sowjetischen Diktatur, in der es -im Gegensatz- keine Möglichkeit zur Flucht gab!

Es bieten sich ja die wesentlich demokratischeren Nationalstaaten, wie Weißrussland, die Ukraine, Georgien oder Russland selbst an

Rückkehr zur vollen Souveränität von SPÖVP

mit einem Faymann als Regierungschef und Häupl&Pröll als Doppeldiktatoren! Super!!

Und weiter leben wir im österreichischen Schuldenparadies in Saus und Braus!

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: radius
21.07.2011 23:45
1

Nein, die setzen wir vorher ab.

Glauben Sie wirklich, dass die Politiker der EU einen Hühnerpfiff besser sind als unsere beiden?
Ich nicht.

Re: Nein, die setzen wir vorher ab.

Und wen nehmen wir dann, wenn nicht einmal die ganze EU bessere zu bieten hat?

Aber wer wählt denn "unsere" Politiker??

Jedenfalls ist sicher, daß Faymann&Co wesentlich mehr Schulden aufgehäuft hätten, wäre die EU nicht wenigstens sachte auf der Bremse gestanden.

Ohne EU hätten wir die Staatspleite schon hinter uns! (Was vielleicht aber doch die bessere Lösung wäre!)

Re: Re: es wird zu riesigen...

falsch. den ersten weltkrieg hat das auseinanderbrechen eines viel-nationenstaats ausgelöst, und der zweite weltkrieg entsprang der idee, andere nationalstaaten einem einzigen nationalstaat mit oder ohne gewalt einzuverleiben. vorher gab es nur vereinzelte nationalstaaten (die schweiz zB), und die waren in die kriege der diversen monarchien eigentlich kaum verwickelt. und seit dem 2. weltkrieg gibt es wieder nationalstaaten und siehe da es herrscht frieden.
btw: auch der balkankrieg wurde nicht von einem nationastaat ausgelöst, sondern von dem versuch die abspaltung von nationalstaaten aus einem kulturell und geschichtlich nciht zusammengehörigen zwangsverbund zu verhindern. die EU wird das gleiche schicksal erleiden. und wir mit ihr.

Re: Re: Re: es wird zu riesigen...

Der erste Weltkrieg entstand eben durch Renationalisierungstendenzen, die das Auseinanderbrechen des Viel-Völkerstaates erst ausgelöst haben.

"....vorher gab es nur vereinzelte nationalstaaten (die schweiz zB), und die waren in die kriege der diversen monarchien eigentlich kaum verwickelt." schreiben Sie!

Die Schweiz als "Nationalstaat" zu bezeichnen, zeigt Ihre Unkenntnis, leben doch in der Schweiz VIER Nationalitäten mit VIER Amtssprachen in einem "VIERvölkerstaat" zusammen!
Und in "Kriege der diversen Monarchien" waren immer Nationalstaaten verwickelt, z.B. Frankreich, Preussen, Russland, etc.

Vielvölkerstaaten, außer Österreich-Ungarn hat es ja noch gar nicht gegeben!


Re:Vielvölkerstaaten, außer Österreich-Ungarn hat es ja noch gar nicht gegeben!

und was war das dann im exjugoslawien ?

Re: Re:Vielvölkerstaaten, außer Österreich-Ungarn hat es ja noch gar nicht gegeben!

Seit wann hat es 1914 schon ein Jugoslawien gegeben?

Re: Re: Re: Re: es wird zu riesigen...

Kurzform:

1.WK: Begonnen vom Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn zwecks weiterer Annektierungen am Balkan. Sarajevo war ein guter Vorwand. Die Renationalisierungstendenzen waren zwar schon am Horizont sichtbar, waren aber nicht der Auslöser.

2.WK: Begonnen vom Nationalstaat Deutschland mit dem Grundgedanken der Ausbreitung (nach Osten).
Hier kommt jedoch dazu, dass erst diverse "Fehler der Politik" (Versailler Vertrag, Weltwirtschaftskrise, ...) den Auftieg der Auslöser des WK ermöglicht bzw. begünstigt haben.

Wie dem auch im Detail sei, beiden Auslösern gemeinsam waren "einsame, politische Entscheidungen" und deren "Verkauf an die Vevölkerung mittles Lügen betreffend Alternativlosigkeit". Und das ist einer der prinzipiellen Haken, auch wenn's hoffentlich nicht immer einen WK zur Folge hat.

Re: Re: Re: Re: Re: es wird zu riesigen...

"1.WK: Begonnen vom Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn zwecks weiterer Annektierungen am Balkan."

Das dürfte wohl nur ein Gerücht sein. Die Ursachen für das Attentat in Sarajewo liegen wohl eher im Panslawismus, den daraus resultierenden serbischen Gebietsansprüchen.
Verschärft wurde die Situation durch den Dreibund und durch die Entente, ein gutes Beispiel für ein "Europa der Vaterländer", wie es die FPÖ als Alternative zur EU propagiert.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: es wird zu riesigen...

Ich spreche vom Kriegsbeginn, und der war die Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien.

Der Platz reicht sicher nicht für grundlegende Diskussionen und Geschichte kann man auch immer durch verschiedene Brillen sehen, jedoch 3 kleine Anmerkungen dazu:

Dem so genannten "Panslawismus" waren einige andere Annektierungen Österreich-Ungarns am Balkan (Bosnien, Herzegowina) vorausgegangen.

Zum Attentat wurde sogar öffentlich aufgerufen. U.a. sogar in einer Zeitung in Chicago, USA; egal der Aufruf war bekannt, die Sicherheitsvorkehrungen jedoch eher minimal.

Das damit "begründete" Ultimatum an Serbien wurde erst rund 4 Wochen nach dem Attentat übergeben, sollte jedoch jetzt binnen 48 Stunden erfüllt werden. Und es war so abgefasst, dass es in der Praxis die Aufgabe der nationalen Eigenständigkeit Serbiens bedeutet hätte. Die Serben haben aber trotzdem 7 von 10 Punkten davon zugestimmt. War aber, wie man sieht, nicht ausreichend, was folgte war eben die o.a. Kriegserklärung.

Das Attentat war also nur der Auslöser bzw. der Vorwand für die Kriegserklärung, die Gründe selbst sollten sie woanders suchen.

>> Wenn man keinen Krieg möchte, sollte man auch nicht als erster einen anfangen <<

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: es wird zu riesigen...

"Dem so genannten "Panslawismus" waren einige andere Annektierungen Österreich-Ungarns am Balkan (Bosnien, Herzegowina) vorausgegangen."

Auch das dürfte ein g
Gerücht sein, da der Panslawismus als Begriff bereits zu Beginn des 19 Jahrhunderts auftrat.
Die daraus resultierende politische Bewegung entstand nicht nur im Habsburgerreich, sondern auch im Osmanischen Reich.
1848 fand in Prag ein "Slawenkongress" statt, der "Prager Pfingstaufstand" war eine Folge davon, in dem tschechische Nationalisten gegen Österreich revoltierten.

Also lange vor der Besetzung und späteren Annektion Bosniens!

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: es wird zu riesigen...

Als "Panslawismus", von Ihnen übernommen, war hier nicht das "Wort gem. Definition" gemeint, sondern die hier angesprochenen, politischen Bestrebungen am Balkan, welche auch als (zumindest teilweise) Reaktionen auf Österreich-Ungarns Verhalten anzusehen sind.

Außer Frage steht jedoch, dass der 1.WK von Österreich-Ungarn begonnen wurde, oder sogar das nicht?

Aber wie bereits gesagt, Geschichte ist keine exakte Wissenschaft und bietet viele Spielräume. Und wir sind hier sicher auch schon weit vom ursprünglichen Thema entfernt.

Geschichte ist keine exakte Wissenschaft und bietet viele Spielräume,

die Sie äußerst großzügig nützen!!

Vollends problematisch wird es aber, wenn diese Spielräume von Ideologien ausgefüllt werden, die die Wissenschaft dann erwürgen.

Re: Re: Re: Re: es wird zu riesigen...

schön zu sehen, dass es noch jemanden gibt, der die Geschichte kennt und sich traut diese zu propagieren.

Re: Re: Re: Re: es wird zu riesigen...

warum schauen sie nicht nach was man unter 'nationalstaatlichkeit' versteht ?

Re: Re: Re: Re: Re: es wird zu riesigen...

Ich brauche nicht nachschauen!

Aber Sie sollten sich einmal schlau machen:

http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Nationalstaat.html

Lesen´s NUR die ersten 3 Zeilen!

Re: Re: es wird zu riesigen...

das waren nicht die nationalstaaten, sondern die demokratie.

Re: Re: Re: es wird zu riesigen...

Hab ich sie nur falsch verstanden oder sind sie tatsächlicher ein Verfechter der Diktatur?

 
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