Endlich kein Wachstum mehr: Bald sind wir alle zufrieden

MICHAEL FLEISCHHACKER (Die Presse)

Die neoliberale Wachstumsideologie hat uns an den Abgrund geführt. Die antiliberale Zufriedenheitsideologie bringt uns einen Schritt weiter.

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Der Aufschwung macht Pause. Die beiden Wirtschaftsforschungsinstitute Wifo und IHS haben ihre Wachstumsprognosen für 2011 und 2012 um die Hälfte reduziert. Wenn man jenen Ökonomen glauben darf, die in der gegenwärtigen Krise „das endgültige Scheitern der neoliberalen Wachstumsideologie“ sehen, ist das ein Fortschritt: Wachstum, sagen sie, ist nicht gut. Weil Wachstum Ressourcenverzehr und Umweltverschmutzung bedeutet.

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Deshalb, sagen diese Ökonomen, sei es hoch an der Zeit, neue Berechnungsmethoden für das Bruttoinlandsprodukt (BIP, englisch GDP für „Gross Domestic Product“) zu finden. Beim „Philosophicum“ in Lech stellte der deutsche Ökonom Karl-Heinz Ruckriegel ein Modell vor, in dem das BIP nicht mehr nur in Zahlen gemessen wird, sondern mithilfe von „Zufriedenheitsindikatoren“.

Vorbild für diese Form von „Glücksökonomie“ ist das Königreich Bhutan. Dort wurde das Gross Domestic Product durch ein Gross Happiness Product ersetzt, das Nationale Glücksprodukt. Nur so, sagen die Bewunderer dieses Modells, könne man den eigentlichen Sinn des menschlichen Wirtschaftens erfassen: Glück und Zufriedenheit der Menschen, nicht Wachstum als Selbstzweck, wie das von den Politikern, die der neoliberalen Wachstumsideologie hinterhergerannt sind, während der vergangenen Jahrzehnte immer gepredigt worden sei.

Niemand wird bezweifeln, dass man den Fortschritt einer Gesellschaft eher am Bildungsniveau, an der Gesundheitsversorgung und an den Möglichkeiten der Teilnahme an den ökonomischen, politischen und gesellschaftlichen Prozessen ablesen kann als an nackten Zahlen. Dennoch stellen sich angesichts der wachsenden Begeisterung für die Glücks- und Zufriedenheitsökonomie zwei Fragen. Erstens: Ist es wirklich zukunftsweisend, wenn ein König wie in Bhutan oder ein Parlament wie in unseren Bereichen festlegt, was Glück und Zufriedenheit sind? Zweitens: Stimmt es, dass die Politik in unseren Breiten Wachstum als Selbstzweck propagiert?

Nun, Glück und Zufriedenheit sind zwar wirklich das, worum es im Leben geht. Dass aber ausgerechnet Denker, die sich gegen das Einsperren des Lebens in den Zahlenkäfig wehren, Glück und Zufriedenheit mathematisch-statistisch erfassen wollen, mutet ein wenig seltsam an. Dass während der vergangenen Dekade Wachstum als Selbstzweck verkündet worden wäre, stimmt jedenfalls definitiv nicht. Im Gegenteil: Die Notwendigkeit von Wachstum wurde und wird immer sehr direkt mit inhaltlichen Fragen verknüpft. Es gehört zu den anerkannten Axiomen der Volkswirtschaftslehre, dass erst ab einem Wachstum von über zwei Prozent die Arbeitslosenzahlen sinken, und man weiß, dass die Ausgabendynamik der sozialen Sicherungssysteme ohne Wirtschaftswachstum kaum zu beherrschen ist.


Wer auf Wachstum verzichten will, weil er die Endlichkeit der natürlichen Ressourcen im Auge hat, muss wissen, dass auch die Alternativen endlich sind. Jedes Prozent weniger Wachstum bedeutet weniger Staatseinnahmen. Soll an den Ausgaben des Staates für die sozialen Sicherungssysteme nichts geändert werden, bedeutet das Steuererhöhungen. Klarerweise müssen diese Ressourcen nach herrschender Meinung von den sogenannten „Reichen“ kommen. Selbst wenn es dafür einen breiten Konsens gäbe, würde das nichts daran ändern, dass diese Ressourcen auf ähnliche Weise endlich sind wie Erdöl und Bodenschätze.

Das wichtigste Argument der Glücksökonomen lautet, dass die Zufriedenheit in den westlichen Gesellschaften während der vergangenen Jahre des Wachstums nicht größer geworden sei. Außerdem zeige sich am skandinavischen Beispiel, dass höhere Steuern die Menschen nicht unzufriedener machten. Das würde bedeuten, dass die Aussicht auf eine Kombination aus weniger Wachstum und höheren Steuern, die von den jüngsten Prognosen und vom politischen Mainstream nahegelegt wird, eine Art Glücks- und Zufriedenheitsexplosion erwarten lässt.

Die neoliberale Wachstumsideologie, heißt es, habe uns an den Abgrund geführt. Man kann davon ausgehen, dass uns die antiliberale Zufriedenheitsideologie einen Schritt weiterbringt.

 

E-Mails an: michael.fleischhacker@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.10.2011)

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63 Kommentare
 
12
Gast: 1. Parteiloser
02.10.2011 12:19
1

Hihi, es gab doch kein wirkliches Wachstum!

Es gibt, bei der Produktion von Gütern, doch schon viele Jahre kein wirkliches Wachstum!

http://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/fileadmin/dateiablage/download/konindikat/ki06.xls

Industrieproduktion im Verarbeitenden Gewerbe im Euro-Raum (saisonbereinigt). Bei dieser Betrachtung wird das Jahr 2005 mit 100% bewertet und die Produktion real gerechnet, also bereinigt um die Teuerungsrate.

2001: etwa 96%
2011: etwa 101%

In 10 Jahren war da eine Steigerung um lächerliche 5%. Die wurden doch alleine vom Bevölkerungswachstum verursacht!

Das BIP so zu rechnen wie es heute gerechnet ist, das ist sicher Unsinn, wenn auch nicht neoliberal. Die Glücksökonomie verwirklichen zu wollen ist ein schönes Ziel, geht aber nur dann, wenn endlich die Leistung der Menschen auch brauchbar entlohnt wird und nicht das Posterl- oder Amterl.

Und wenn die Leistung wieder brauchbar honoriert wird, dann wird es sehr schnell auch wieder eine Leistung geben. Eine Leistung, welche ein wirkliches Wirtschaftswachstum auslösen kann und dann auch an die Menschen, möglichst auf der Basis der Menschenrechte, verteilt werden kann.

Es wäre alles nicht so schwierig, nur mit den geschützten Bereichen geht es einfach nicht. Mit den Regierungskasperl schon gar nicht, weil die ja alle aus den geschützten Bereichen kommen.

Re: Hihi, es gab doch kein wirkliches Wachstum!

GUSCH! Oder willst Du, dass Faymann nicht die nächste Wahl wieder gewinnt?

schattenfechtervereen

wifo und IHS haben genau jetzt,.. genau jetzt wo die gehaltsverhandlungen anstehen ihre düsteren zahlen, auftragsgemäß und so wie bestellt, hervorgeholt. ein schelm der böses dabei denkt. wie lange läßt sich der domestizierte ösi das noch gefallen.??

Weder das eine noch das andere ist richtig!

Der enge Zusamenhang zwischen Wirtschaftswachstum und Arbeitslosigkeit ist eine unleugbare Tatsache, ebenso wie die, dass Glück und Zufriedenheit mit materieller Sicherheit zusammenhängen. Beides schwindet aber dramatisch, wenn Arbeitslosigkeit droht.

Trotzdem sollte man die Bedeutung des BIP nicht überschätzen. Das BIP zählt, wieviel Geld am Markt den Besitzer gewechselt hat und sonst nichts. Was die, die es abschaffen wollen, da alles hineingeheimnissen, ist einfach nur absurd!

Von der "Zufriedenheitsideologie" ist gar nichts zu erwarten. Da hängt alles davon ab, ob man Zufriedenheit oder Glück messen kann. So lange ich denken kann, wird das alle paar Monate wieder versucht, das ist nichts Neues. Herausgekommen ist dabei nur, dass es unmöglich ist, derart komplexe Zusammenhänge mit einer einzigen Zahl zu bewerten. Alle diese Bemühungen waren daher noch nie von Erfolg gekrönt, und der "Zufriedenheitsideologie" wird es genau so ergehen!

"Ist es wirklich zukunftsweisend, wenn ein König wie in Bhutan oder ein Parlament wie in unseren Bereichen festlegt, was Glück und Zufriedenheit sind?"

allemal ist ein parlament (= repräsentation der bürger) dafür besser geeignet, als die handvoll pr-profis und ihre werbetexter: diese nämlich bestimmen heute, womit der mensch glücklich und zufrieden werden kann!

ps.: wenn sie, hr. f., anzweifeln, dass das bisherige system zur erreichung von glück und zufriedenheit gescheitert ist, dann sollten sie die posts in ihrer zeitung mal durchlesen. soviel unglück und unzufriedenheit wird an anderer stelle selten zur schau gestellt.

die Zufriedenheit der Leute

näherst sich langsam jener der Leute von 1789.

Antworten Gast: schlÄchter
05.10.2011 18:14
0

Re: die Zufriedenheit der Leute

sg falseprophet!
:-)))

+
mfg
s.

Gast: drittrepublikbeobachter
01.10.2011 18:18
2

Zufrieden wie in Bangladesh

So werden wir in der Dritten, der EU-Republick (nicht unaehnlich dem letzten tausendjaehringen dritten, dem unreichen Reich) leben. Oder auch nicht, wenn die Staatsicherheit es nicht will.

Statt der nächsten Lohnerhöhung

eben ein paar Streicheleinheiten. Und das Glücksgefühl muss wieder den staatlichen Vorgaben entsprechen.

Es ist schon o.k., wenn man meint, man muss nicht alles und jedes mit Zahlen beschreiben. Warum aber dann gerade Gefühle? Diese sind nicht messbar und unterliegen, viel stärker als Wirtschaftsdaten, auch kurzfristigen, emotionalen Schwankungen.

Re: Statt der nächsten Lohnerhöhung

nein, keine streicheleinheiten.

sondern die ausgehandelte lohnerhöhung in form von arbeitszeitverkürzung umsetzen: wer weniger lebenszeit mit arbeit verschwendet, lebt glücklicher!
und für alle, deren glück in arbeit besteht: lasst das glück euren lohn sein.

Der Casinokapitalismus

und nicht der sogenannte wirtschaftliche Neoliberalismus untergräbt unser demokratisches Modell. Dieser NL wendet sich gegen unnötige Eingriffe des Staates in das Marktgeschehen, siehe österr. Verstaatlichte Industrie, die eher in Richtung Pleite abgewirtschaftet hat und ohne entsprechende Steuermittel nicht zu retten war!
Bei einem marktkonformen Verhalten wären derartige Rettungsaktionen auf Kosten der Steuerzahler nicht erforderlich geworden!
Abzulehnen ist der "Wallstreet-Casino-Kapitalismus" der darauf aus ist mittels Spekulation gegen Unternehmen und Staaten aufzutreten, selbst wenn es sich nur um ein "Gerücht" handelt.

Gast: wasbrauchtmanwirklich.
01.10.2011 15:58
5

der neoliberale heuschreckenkapitalismus ist gescheitert- schulden, steuern und alteraramut für die bevölkerung- und billionen für eine kleine erlesene private finanzelite sind der untergang der heutigen zivilisation

europa tut auch nur mehr das, was banker wie ackermann sagen. europa hat sich selbst mit einem bedenklichen sozialabbau u.einer euro bankenpolitik ins abseits gestellt. nun wollen die usa und china europa als sündenbock für den weltweiten banken- und finanzmarktzusammenbruch hinstellen. dass die USA bankrott sind und das volk durch die banken und kriege verarmt sind, davon wollen die amerikaner nichts wissen, wie immer halt. und china wurde von den europäern selbst groß gemacht, durch auslagerungen von vielen arbeitsplätzen und know how. also auch hier sind die europäischen banken und manager hauptbeteiligt.
der kapitalmarkt und bankenzusammenbruch steht mal vor der tür, dafür sorgt auch der eurobankenschim aus steuergeldern und dafür sorgen die USA.
nur ein wesentlicher unterschied zwischen den usa und europa ist, dass in europa mit harter arbeit und sozialem ausgleich wieder ein sozialer wohlstand und ein mittelstand mit häuslbauern etc. entstand. aber die eu, der euro und die banken sorgen nun dafür, dass es rasant bergab mit den arbeitnehmern und den mittelstand geht. das kann in den USA nicht passieren, den dort gibt es eine superreiche oberschicht und die mehrheit der bevölkung hatte niemals etwas vom wirtschafts- u. kapitalwachstum. ein großteil der USbevölkerung hat nichtmal eine gesundheitsversorgung. und von den chinesen die jetzt auf die europäer schimpfen, ganz zu schweigen. kinder-,u.sklavenarbeit u.rechtlose wanderarbeiter sind die traurige wachstumsrealität.

Antworten Gast: G 101
02.10.2011 20:12
0

Re: der neoliberale heuschreckenkapitalismus ist gescheitert- schulden, steuern und alteraramut für die bevölkerung- und billionen für eine kleine erlesene private finanzelite sind der untergang der heutigen zivilisation

komme zu ähnlichen Schlüssen wie sie. eine kleine Ergänzung zur USA: 45,344946 Millionen US-Bürger bezogen im Juli 2011 die moderne Version der Food Stamps, Lebensmittel per Kreditkarte für durchschnittliche 134,25 Dollar pro Person im Monat, auf Basis des staatlichen Supplemental Nutrition Assistance Program (SNAP).Aktuell beziehen 14,5% der Gesamtbevölkerung der USA staatliche Lebensmittelhilfen!Die Daten der Lebensmittelmarkenbezieher korrespondieren sehr gut mit den 46,180 Millionen US-Bürgern die 2010 unter der Armutsgrenze lebten, die höchste Zahl seit Beginn der Datenerhebung vor 52 Jahren durch das Statistische Bundesamt der USA, das U.S. Census Bureau. Die offizielle Armutsquote stieg im Jahr 2010 auf 15,1%. Erweitert man den Begriff Armut auf 125% der offiziellen Armutsgrenze, dann waren sogar 60,443 Millionen US-Bürger bzw. 19,8% der Bevölkerung als arm zu klassifizieren! (Daten aus querschuesse.de)

Gast: zierfandler
01.10.2011 14:33
4

Die Kommentare von Fleischhacker und Schellhorn

zeigen auf, daß eingefleischte Feindbilder jede Realität verdrängen. Ein klares Weltbild, also.
Fein, daß es sich wenigstens mit der Blattlinie deckt, wenn es auch ansonst nirgends zusammenpaßt. Die PRESSE - meilenweit von der Realität entfernt.
Nicht ganz - "Quergeschrieben" ist immer lesbar und regt zum Nachdenken an. Ob das alleine einen Kauf dieser Zeitung rechtfertigt?

Ungenügend, setzen Hr. Fleischhacker

Neoliberalisten wie Sie und Schellhorn haben leider das Minimum an Objektivität verloren, welches für Journalisten eine Grundvoraussetzung darstellt. Das horrende Anwachsen der Staatsschulden durch die Freigabe der EU Rettungsschirme mit dem gleichzeitigen Untergang der Demokratie und der Bruch der EU Verträge werden den Untergang dieser EU besiegeln. Nebenbei werden durch die kommende Währungsreform die Sparguthaben der Bürger vernichtet werden. Bei Noam Chomsky - Profit over People – Neoliberalism and Global Order- kann man nachlesen, wie der Neoliberlismus mit seinen Auswüchsen die Demokratie untergräbt. In der EU kann das jeder miterleben, der noch eigenständig denken kann.

Re: Ungenügend, setzen Hr. Fleischhacker

Die Rettungsschirme haben aber mit Neoliberalismus rein gar nichts zu tun. Das ist staatlicher Interventionismus in Reinkultur. Gemäß dem neoliberalen Ansatz wäre Griechenland schon im Mai 2010 bankrott gewesen. Die Konkursverschleppung mit dreistelligen Milliardenzahlungen namens Rettungsschirm ist jedenfalls sicher nicht neoliberal.

Die EUdSSR...


wird uns retten!

Eben weil Wachstum ein Selbstzweck ist muss neu gerechnet werden

In den letzten Jahrzehnten wurden die Berechnungsmethoden des BIP regelrecht vergewaltigt, nur um am Ende Wachstum auszuweisen wo keines war. Jahrlange Rezessionsphasen wurden so einfach wegretuschiert. Die Politik brauchte Erfolgsmeldungen von der Wirtschaftsfront, und wenn nötig wurden diese frei erfunden.

Die Realität bekamen die Bürger freilich dennoch zu spüren, in Form von Sparpaketen, sinkenden Reallöhnen, Leistungskürzungen und ständigen Steuererhöhungen.

Mit der aktuellen Wirtschaftskrise hat uns die Realität endgültig eingeholt. Dem BIP wird sich nichts mehr hinzudichten lassen, ohne die Sache völlig ins Lächerliche zu ziehen. Und dem Volk Jahr für Jahr den wirtschaftlichen Niedergang vorzurechnen ist auch keine Alternative.

Also muss was ganz Neues her..

Sehr schwacher Kommentar

Nicht die neoliberale Wachstumsideologie hat uns an den Abgrund geführt, sondern die Politik mit ihren Eingriffen in die Gesetze des Marktes.
Die Pseudo-Rettung von nicht lebensfähigen bankrotten Staaten, Banken und Versicherungen kommt uns teurer zu stehen, als man sich das jemals ausmalen konnte.
Was hat das mit Neoliberalismus zu tun, wenn sich Banken verspekulieren und Staaten mehr Geld ausgeben als sie einnehmen?

Sehr schwach, Herr Chefredakteur.

Im Übrigen fällt ihnen in Zeiten wie diesen nichts Besseres ein? Ach so, es ist peinlich zuzugeben, dass sie so wie alle anderen auch seit Jahren von den Inseraten-Gepflogenheiten unseres BKs wussten, und sich nichts darüber schreiben trauten, weil das Hemd halt näher als der Rock sitzt. Wo kämen wir denn da hin, wenn der geschaßte Dr. Unterberger mit seinem Blog, in dem er seit zwei Jahren über die Inseraten-Affäre schrieb, Aufmerksamkeit bekäme.

Antworten Gast: AntiMarkt
03.10.2011 08:44
0

Re: Sehr schwacher Kommentar

Wenn ich das nur lese: "DER MARKT WIRD UNS RETTEN" muss ich mich übergeben. Der Markt wird genau gar nichts machen, da er ein theoretisches Konstrukt mit falschen Annahmen und Randbedingungen ist. Fakt ist, dass auch ohne Politik die Marktteilnehmer um ihren Gewinn zu maximieren den Markt nach ihren Möglichkeiten zu manipulieren versucht haben und immer werden, siehe die ganzen 'To Big Too Fail' Firmen, die dürfte es in einem Markt gar nicht mehr geben, Banken, GM, ...

Re: Re: Sehr schwacher Kommentar

In diesem Punkt haben sie meine Zustimmung. Vernünftige Regeln muss die Politik schon definieren, wie z.B. Firmen nicht "too big too fail" werden zu lassen. Aber konkursreife Staaten und Unternehmen zu "retten" sollte die Politik nicht - weil sich das in den meisten Fällen als Fehlinvestition herausstellt. Es muss auch eine Verantwortung des Managements - sowohl in der Politik als auch in der Wirtschaft - geben. Dieser Gedanke ist leider in den letzten Jahren ad absurdum geführt worden. Im Gegenteil, schlechte Manager werden dann auch noch mit Boni und sonstigen Goodies verabschiedet. Es wäre eigentlich Aufgabe eines Aufsichtsrates (stellvertretend für Kontrollorgane), solche Verträge zu verhindern, denn dadurch wird ja nachhaltiges Wirtschaften verhindert.

Antworten Gast: sad
01.10.2011 14:38
0

Wenn wer schwach ist, dann Sie

Nie und nimmer die Grundlagen des Liberalismus studiert, setzen, fünf !

Entweder man führt 100% Erbschaftssteuer ein damit der Liberalimsus (J.S.Mill) funktioniert oder man landet bei der "Sozialen Markwirtschaft" oder im Totalitarismus wenn man es verabsäumt die permanente, unverdiente Kapitalkonzentration derer die gerade mal als "Großtat" im "richtigen" Bett der Bourgeoisie zur Welt gekommen sind (ab einer für das Gemeinwohl verträglichen Grenze) hintanzuhalten.


Immer das Gleiche.

Die sogenannten Liberalen kritisieren (zurecht) die Zunahme eines außer Rand und Band geratenden Staatssektors.

Alternativen haben sie aber leider keine anzubieten, außer more of the same. Marktwirtschaft und Wachstum über alles hat nämlich auch nicht so ideal funktioniert.

Antworten Gast: TerminlicheDringlichkeit
01.10.2011 14:44
1

@Alternativen haben sie aber leider keine anzubieten ...

Vorschlag
"Das Kapital" von Reinhard Marx lesen , dann darüber nachdenken (ist ja auch nicht die Bibel aber eine Diskussionsgrundlage) und danach handeln.

oder hier http://eu-austritt.blogspot.com/2010/10/ausbeutung-der-arbeitskrafte-und.html auch nicht uninteressant (dort sind noch andere Links).

Wir sind nicht viel besser als Griechenland - nur dort zeigt es sich schon offensichtlicher.

Gast: I*cheißmian
01.10.2011 10:33
2

Fleischhacker übt hier zurecht Kritik - allerdings mit sehr schwachen Alternativen.

Schließlich ist der Verweis darauf dass auch die Alternativen zu ewigen Wachstum beschränkt sind kein Lösungsansatz. Der Eindruck ist dass hier wird eher die Verzweiflung deutlich wird vor der Menschen wie Fleischhacker stehen. Man weiß es kann so nicht weitergehen, muss aber auf biegen und brechen am Wachstumsprinzip festhalten weil man keine Alternative hat.

Übrigens, ein Axiom ist eine Grundannahme die keinem Beweis zugänglich ist. Insofern ist das argumentieren mit "allgemein anerkannten Axiomen" ziemlich schwach.

Gast: check
01.10.2011 10:17
7

Einfach mal aufgrund des ausgebliebenen Wachstums die Gehälter der Beamten und die Pensionen nicht anheben - und dann den "Glücksindex" abfragen!


Es sind lächerliche Steinzeit-Anbeter, welche "das Wachstum" als Feind auserkoren haben.

Denn woher soll denn gerade die jährliche 3,5% Lohnsteigerung dieser zumeist pragmatisierten Gutökonomen kommen? Die 2% "normale" jährliche Erhöhung plus 1,5% "halbe Biennale pro Jahr"? Vom Osterhasen?

Ein wesentliches Problem der Wohlstandsgesellschaft, neben der nicht vorhandenen Grundausbildung in wirtschaftlichen Belangen von selbst Intellektuellen, ist die Tatsache, dass ernstzunehmenden Ökonomen von den Meinungsmachern und Medien regelmäßig solche ökonomischen Hanswurste wie Stephan Schulmeister oder attac-Felber als "Diskussionspartner auf Augenhöhe" gegenübergesetzt werden und damit das Thema an sich bereits der Lächerlichkeit preisgegeben wird.

Niemand würde es einfallen, auf einem Kongress der Herzchirurgen einen Homöopathen als Vortragenden zuzulassen. Aber in Wirtschaftsbelangen dürfen alle Kasperl der Welt als "Experten" ihre ideologischen Notdürfte verrichten.

Man muss sich nicht wundern warum Gutmitteleuropa global gesehen immer weiter zurückfällt.

 
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