22.05.2013 22:02 Merkliste 0

Silvio Berlusconi und Europas Multi-Organversagen

CHRISTIAN ULTSCH (Die Presse)

Italiens Krise ist ein drastisches Beispiel dafür, wie dysfunktional politische Systeme geworden sind. Sie sind nicht mehr fähig, grundlegende Probleme zu lösen.

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In der großen Krise unterliegen Europas Regierungschefs einer ähnlichen Schwerkraft wie Fallobst. Ein Premier nach dem anderen stürzt aus lichten Höhen – von Irland über Portugal, Slowenien und die Slowakei bis Athen.

Und nun scheinen auch Europas Polit-Houdini seine Entfesselungskünste nicht mehr zu helfen: Italiens Spaß-Premier Silvio Berlusconi manövrierte zwar seinen Rechenschaftsbericht durchs Parlament, aber auch nur deshalb, weil sich die Opposition aus Staatsräson der Stimme enthielt. Aus eigener Kraft brachte der Cavaliere keine Mehrheit mehr zustande. Das Signal war unmissverständlich: Berlusconi soll gehen.

Schon davor zerfiel seine Koalition wie Parmesan. Der eine Partner, der geläuterte Neofaschist Gianfranco Fini, lief dem 75-jährigen Operettenpolitiker im Sommer des Vorjahres davon. Der andere, der polternde Lega-Nord-Chef Umberto Bossi, forderte am Dienstag offen, dass Berlusconi weichen möge.

Von der Notwendigkeit, weiter regieren zu müssen, war am Schluss nur noch Silvio Berlusconi überzeugt. Der Rest des Landes und Europas sehnte den Rücktritt des Gauklers wie eine Erlösung herbei. Seit Jahren hat Berlusconi sich und Italien mit seinen Sexaffären und Skandalen weltweit zum Gespött gemacht. Schlimmer noch wiegt, dass er die drittgrößte Volkswirtschaft Europas sehenden Auges in den Abgrund geführt und damit die gemeinsame Währung der EU akut gefährdet hat.

Ist Italien bankrott, dann reißt der Euro-Rettungsschirm, auch wenn er noch so kunstvoll gehebelt ist. Mehr als 6,7 Prozent Zinsen musste das Belpaese am Dienstag für seine Anleihen mit zehn Jahren Laufzeit blechen. Im Grunde sind die Schulden, die 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts betragen und doppelt so hoch sind, wie laut Maastricht-Kriterien erlaubt, nicht mehr finanzierbar. Längst fließt Kapital aus Italien ab. Die Unternehmer, einst Förderer des Medien-Tycoons, sind auf den Barrikaden. Berlusconi, dem obersten Realitätsverweigerer des Landes, traute am Ende niemand mehr zu, die Notbremse zu ziehen. Deshalb soll nun der Internationale Währungsfonds über die nötigen Konsolidierungsmaßnahmen wachen. Italien ist entmündigt. Welche Schande für das Land. Da wäre es absurd, wenn ausgerechnet der am Rande der Unzurechnungsfähigkeit agierende Zotenreißer an der Spitze der Regierung fröhlich weitermurksen könnte. Irgendwann einmal muss auch für Berlusconi genug sein.

Doch so laut das Aufatmen über dessen nahenden Abschied sein mag, den der Cavaliere Dienstagabend schließlich doch ankündigen musste, die Probleme am Tiber sind damit längst nicht gelöst. So wie andere Länder Europas leidet Italien unter einem Multi-Organversagen: Durch die Finanzkrise sind die seit Jahren erkennbaren und beharrlich verdrängten Symptome nur deutlicher zum Vorschein gekommen. So wie andere lebt Italien über seine Verhältnisse, leistet sich einen Wohlfahrtsstaat, den es allein aus demografischen Gründen nicht mehr lange finanzieren kann.

Europas politische Systeme sind dysfunktional geworden. Das heißt: Sie sind nicht mehr in der Lage, grundlegende Probleme zu lösen, weil sie sich in Sonderinteressen verheddern, unter dem kurzsichtigen Diktat von Meinungsumfragen agieren und sich so selbst lähmen. Das ist ein ernstes Problem, weil dadurch das Vertrauen in liberale Demokratien erschüttert werden kann.

Der Ruf nach Expertenregierungen, der zwischen Athen und Rom erschallt, ist ein Zeichen für diese tiefe Verunsicherung. Berufspolitikern wird die Fähigkeit abgesprochen, zu regieren und das Notwendige zu tun. Fachleute sollen übernehmen. Solche Technokratenkabinette können ganz gut funktionieren, wie Gordon Bajnai in Ungarn bewiesen hat. Sie taugen jedoch nur für eine kurze Übergangsperiode, weil sie einen gravierenden Mangel haben: Sie sind nicht demokratisch legitimiert.

Europa muss in dieser Krise nicht nur seine Schulden- und Wirtschaftspolitik ernsthaft überdenken, sondern auch seine politischen Systeme selbst. Neues und demokratisch Tragfähiges wird dabei jedoch nur entstehen, wenn die Bürger das Nachdenken und vor allem das Handeln nicht ausschließlich an Politiker oder Experten delegieren.

 

E-Mails an: christian.ultsch@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.11.2011)

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46 Kommentare
 
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Re: NACHLESEN !!!

Hier bin ich mit "Fritz" völlig einer Meinung! Jeder sollte die Tatsachen, die dort stehen, beherzigen und aufhören, sich von den Ausreden der Politiker an der Nase herumführen zu lassen!

das fallobst fällt. doch manches bleibt hängen, als wäre es festgenagelt.

erinnert sich noch jemand an das jahr 2008?

in diesem jahr gab es weder eine griechenland- noch eine italien, eine irland oder spanienkrise.
in diesem jahr war im euroraum die durchschnittsverschuldung deutlich unter 60 %. und die neuverschuldung deutlich unter 3 %.

weder einzelstaaten, noch die eu sind schuld an der derzeitigen verschuldung. es gab im rahmen der wirtschafts- und finanzkrise nur die alternative: massiv (zusätzlich) verschulden oder die bevölkerung die monsterkrise ausbaden lassen.

nun, mittlerweile fällt so manches fallobst zu boden. jene, die diese entscheidung treffen mussten.

doch jene, die diese entscheidung notwendig machten, die (bzw ihre firmen) sind nach wie vor dort, wo sie immer waren: ganz oben und supergesichert!

enteignet das moneybiz. nicht bloss die firmen. auch die profiteure der letzten jahre: verstaatlicht die firmen, sperrt die konten der manager und klebt den kuckuck an ihre häuser!

damit dieser faule apfel nicht auf ewige zeiten am baum festklebt und andere äpfel zu fall bringt.

Gast: d knoflach
09.11.2011 18:11
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Anders gesehen:

Nun in der Staatsschuldenkrise wird offensichtlich, daß Europas politische Systeme seit vielen Jahrzehnten dysfunktional sind !

Gast: luzifer
09.11.2011 18:07
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Auch bei diesem Artikel muß man die Faktenlage ein wenig zurechtrücken.

Berlusconi ist sicherlich nicht nach dem Geschmack des Durchschnitts-Mitteleuropäer. Bei den Italienern bin ich mir da nicht so söicher. Ultsch hätte in diesem Zusammenhang nämlich erwähnen sollen, daß er 2008 mit großer Mehrheit die Wahlen in Italien gewonnen hat.
Als echter Populist vertrat er in der Krise eine wirtschafts- u. Finanzpolitik nach LINKEM Muster. Er wollte die Krise wie es auch die Populisten in Österreich (SPÖ, Grüne, FPÖ) forderten, mit ungezügelten Geldausgaben (Stefan Schulmeister: der Staat kann durch seine Notenbanken Banknoten drucken und zahlt keine Zinsen!!!) überwinden.

Ausschlaggebend für Berlusconis Prestige-Verlust war aber eine Opposition, die öfters unter die Gürtellinie reichte. Das löste die aktuelle Krise aus und nicht seine gerade wegen der Opposition nur teilweise durchgebrachten Sparpakete aus der letzten Zeit.

Generell kann man feststellen, daß das demokratische System in Europa leider nur mangelhaft funktioniert. In der Krise ziehen leider nicht alle Parteien, Regierung u. Opposition an einem Strang. Die Oppostion nutzt die Krise regelmäßig aus, um bei den Wählern zu punkten und die Regierung (schuldig od. unschuldig) zu diskreditieren, was dann regelmäßig den Sturz der Regierung zur Folge hat!

So war es überall in den im Artikel zitierten Ländern!


Auch hier wird um den heißen Brei herumgeredet!

Man sollte endlich Klartext reden!
Durch die wirtschaftlich widersinnige Ausdehnung des Euroraumes auf (vorwiegend am Mittelmeer liegende) Staaten, die Geldwertstabilität noch nie wichtig genommen haben, konnten diese plötzlich Eurokredite zu niedrigen Zinsen aufnehmen, von denen sie vorher nicht einmal zu träumen wagten!

Da in einer Demokratie immer die Partei eine Mehrheit erhält, die am meisten Wohltaten verspricht, wobei sich der Durchschnittswähler nie Gedanken macht, ob das Geld dafür überhaupt vorhanden ist, kamen überall Politiker an die Macht, deren Wahlversprechen nur mit dem so billig gewordenen Schuldenmachen erfüllbar waren!

Jetzt, wo das Fass übergelaufen ist, nützt die Opposition die Gelegenheit, um die Regierungschefs zu stürzen, wobei es gleichgültig ist, ob dieser so windig wie Berlusconi oder so seriös wie Frau Radicova ist. Alle wissen aber, dass nur genau diese Schuldenpolitik einen Wahlerfolg sichert, weshalb jetzt, wo gespart werden muss, kein Politiker an die Macht will.
Nur deshalb rufen jetzt alle nach einer Expertenregierung, die die heißen Kartoffeln aus dem Feuer holen soll!

Die von niemandem für EU-Politik gewählten EU-Organe haben aber schon beim Ermöglichen der unmäßigen Staatsverschuldung versagt, nicht erst jetzt!

P.S.: Parmesan ist ziemlich fest und "zerfällt" nicht und die Finanzkrise ist längst vorbei, wir haben jetzt eine Staatsschuldenkrise!

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Re: Auch hier wird um den heißen Brei herumgeredet!

"...wirtschaftlich widersinnige Ausdehnung des Euroraumes auf (vorwiegend am Mittelmeer liegende) Staaten..."

Anders hätte der EURO ja keinen Sinn gemacht, da eine gemeinsame Währung in währungsstabilen Ländern ja nur eine Fleißaufgabe gewesen wäre. Der EURO sollte ja das Risiko der ständigen Abwertungen in diesen Ländern für die Exporteure verringern. So gesehen war es sehr wohl wirtschaftlich sehr sinnvoll, gerade auch diese Länder eizubinden.

Und die Verschuldung so vereinfacht auf die niedrigen EURO-Zinsen zurückzuführen, ist genau so falsch, wie wenn ein Alkoholiker den billigen Schnapspreis als Grund für seine Sucht angibt!

Antworten Antworten Gast: biserl
11.11.2011 08:47
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Re: Re: Auch hier wird um den heißen Brei herumgeredet!

Nun ja, "billige" Eurozinsen sind aber nicht ein Fehler des Euros, es ist ein Fehler der Investoren die jahrelang für griechische Staatsanleihen sehr ähnliche Konditionen wie für deutsche Staatsanleihen verlangt haben. Wenn jemand für einen BMW 5er und für einen Seat Ibiza denselben Preis zahlt, dann machen Sie ja auch nicht den Euro als das Problem aus, oder? Nachdem die Ratingagenturen plötzlich ihren Job etwas ernster nehmen, apropos auf Zuruf aus der Politik 2008, sind plötzlich unsere perspektiv-losen Schuldenmeister aka Politiker erbost. Tatsache ist, daß griechische Anleihen bereits seit Jahren hohe Zinsen wegen Unfinanzierbarkeit haben hätten sollen.

Was der Euro erzwingt ist das die "Weichwährungsländer" ihre Probleme lösen müssen und nicht über eine kontinuierliche Gelddruckerei ihre Bevölkerung beklauen können. (Oops, jetzt ist doch der Lire über Nacht 50% weniger wert. Das geht so nicht mehr, und insbesondere gehts nicht im dunklen Kämmerchen, sondern sind alle solche Massnahmen geradezu öffentlich europäisch zu treffen)

Re: Re: Re: Auch hier wird um den heißen Brei herumgeredet!

@biserl, "billige Zinsen": Die Höhe der Zinsen richtet sich nach der Ausfallswahrscheinlichkeit für die Bedienung der Schulden. Bei einem Euroland konnte man erwarten, dass die EU bei Zahlungsunfähigkeit des Schuldners in die Bresche springen würde, wie das dann bei Griechenland auch tatsächlich geschehen ist. Deshalb hängt die Risikoschätzung der Investoren von der Mitgliedschaft im Euroraum ab und war damals richtig.
Jetzt, wo es zunehmend zweifelhaft wird, dass die EU die Bedienung der Schulden von Pleitestaaten immer weiter übernehmen wird, müssen die Zinsen für diese Staaten natürlich steigen!

Re: Re: Auch hier wird um den heißen Brei herumgeredet!

Wenn man den Euro auf Hartwährungsländer beschränkt hätte, wäre er ein Segen gewesen, so macht er keinen Sinn, weil er kaum überlebensfähig und sicher keine Hartwährung ist!
Das Risiko der Abwertung haben jetzt auch die, die vernünftig gewirtschaftet haben, denn jetzt ist Inflation nur mehr der einzige Ausweg!
Genau wie Schnaps für Jugendliche, sollte auch der Euro für bestimmte Länder unerreichbar sein!

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Re: Re: Re: Auch hier wird um den heißen Brei herumgeredet!

Der Glaube, dass es ohne EURO kein Übergreifen der Schuldenkrise geben könnte, ist ein Aberglaube.

Schauen Sie sich die Krise von 2008 an, die von Amerika auf Europa trotz verschiedener Währungen übergreifen konnte, schauen Sie sich die WELTwirtschaftskrise von 1929 an, die völlig OHNE gemeinsame Währungen die ganze WELT erfasste, schauen Sie sich nur den Konkurs der österreichischen Bank "Bodencreditanstalt" vom 6.10. 1929 und die fatalen Auswirkungen auf Deutschland trotz verschiedener Währungen an!

Der EURO wurde vor 10 Jahren mit einem Dollarkurs von 0,90 US Cents, heute liegt er bei 1,37! Wenn das eine "Weichwährung" sein soll ?
Die Inflation mit einer Abwertung erklären zu wollen, ist zur Zeit etwas skurill, weil wir es doch mit einer importierten Inflation durch die gestiegenen Energiepreise zu tun haben.

Re: Re: Re: Re: Auch hier wird um den heißen Brei herumgeredet!

Jede Krise ist anders, deshalb sind Vergleiche sinnlos.
Die Staatsschuldenkrise hätte ohne gemeinsamen Euro nie so gefährlich werden können, denn ohne Euro wären die Pleitestaaten gar nicht so weit gekommen und hätten ihre Währung auch abwerten können, was die einzige Möglichkeit ist, um überschuldete Staaten wieder auf die Beine zu bringen. Jetzt muss der ganze Euro abgewertet (inflationiert) werden, anders gibt es kein Entkommen!
Bis jetzt gab es ein Abwärtswettrennen zwischen US-Dollar und Euro, wobei einmal der Eine und einmal der Andere vorne ist. Der Euro muss aber einen entscheidenden Vorsprung gewinnen, anders kommt er aus seiner Krise nie heraus!
Die Deutsche Bank erwartet diesen Verfall des Euro schon für 2012, ich glaube, dass man es noch zwei oder drei Jahre verzögern kann, aber dann muss es unausweichlich kommen!

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: biserl
11.11.2011 09:09
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Re: Re: Re: Re: Re: Auch hier wird um den heißen Brei herumgeredet!

Und in wie ferne ist das österreichische überm Einkommen leben besser als das italienische? Auch Österreich ist heillos überschuldet.

Die Krise in Griechenland ist in dem Sinne nicht wirklich ein Problem (Es sei den sie behaupten das das polternde Geräuch wenn ein Reifen die Luft verloren hat ist das Problem, und überhaupt wer würde in so einer Situation ums Auto rumgehen um zu sehen ob die anderen Reifen Luft verlieren?), das Problem ist die Schuldenkrise und die betrifft fast alle EU Länder, auch die USA und die meisten ihrer Bundesstaaten. Oder "auf grossen Fuss leben", "Spezialinteressen - Pfründe", "Reformunwille", ... => das beschreibt nicht nur Griechenland, sondern auch Österreich.

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Re: Re: Re: Re: Re: Auch hier wird um den heißen Brei herumgeredet!

Jede Krise ist anders, aber jede Krise breitet sich aufgrund der bestehenden wirtschaftlichen Verflechtung aus, ob mit oder ohne gemeinsamer Währung.

Dass die Staatsschuldenkrise "ohne EURO nicht so weit gekommen" wäre, ist Unsinn!
Sie sehen ja, dass die ständigen Abwertungen der Lire die Gesamtverschuldung Italiens absolut niemals auch nur gebremst hätte. Das allein schon spricht gegen Ihre Ansicht!

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Auch hier wird um den heißen Brei herumgeredet!

Ohne den Euro hätte Italien schon längst so hohe Zinsen bezahlen müssen, dass es sich eine größere Verschuldung nicht mehr hätte leisten können!
Jetzt, wo das Vertrauen in den Euro geschwunden ist, kommen die Zinsen für Italien schön langsam dorthin, wo sie hingehören!

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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Auch hier wird um den heißen Brei herumgeredet!

Das ist ein kompletter Aberglaube!
Kein einziger Staat -auch Österreich nicht- hat seine Schulden jemals auf "Leistbarkeit" abgeklopft.

Schulden wurden überall nach dem Motto aufgenommen "Koste was es wolle".

Ihre Begründung soll nur ein (schwaches) Argument gegen den EURO sein, den Sie nicht wollen!

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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Auch hier wird um den heißen Brei herumgeredet!

Ergänzung:

Nicht das Vertrauen in den EURO ist gesunken, sondern das Vertrauen in Italien!

Wäre das Vertrauen in den EURO der Grund, müssten wir, Deutschland und weitere EU-Länder ja die gleichen Zinsen wie Griechenland und Italien berappen. Müssen wir aber nicht!

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Auch hier wird um den heißen Brei herumgeredet!

Bei Deutschland und sogar auch noch bei Österreich glauben die Geldgeber, dass die Staatsschulden ordentlich bedient werden. Bei Italien wussten alle, dass das nicht möglich ist und haben einfach darauf spekuliert, dass die EU - wie bei Griechenland - diese Verbindlichkeiten übernehmen würde. Da sich das nicht bewahrheitet, steigen jetzt die Schuldzinsen für Italien!

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: biserl
11.11.2011 09:12
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Auch hier wird um den heißen Brei herumgeredet!

Und wenn jemand glaubt das Italien nach Griechenlandmanier "gerettet" werden kann, der sollte sein Geld lieber aufs Sparbuch tragen => Italien ist einen Hauch grösser, wirtschaftlich gesprochen. Griechenland hingegen ist so ein "Klecks", den könnte notfalls Deutschland alleine hinter sich herschleppen (siehe DDR). Italien ist da leider einen Hauch zu gross.

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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Auch hier wird um den heißen Brei herumgeredet!

"...glauben die Geldgeber, dass die Staatsschulden ordentlich bedient werden."

Danke für Ihre Bestätigung, dass das Misstrauen den Schuldnerländern gegenüber gilt und nicht dem EURO!

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Auch hier wird um den heißen Brei herumgeredet!

Jetzt wird es spitzfindig: die Zinsen steigen, weil man an die Hilfe der EU nicht mehr glaubt, aber die EU hilft nur, um den Euroraum zu retten, der nur gerettet werden muss, weil man dem Euro, so wie er jetzt ist, misstraut!

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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Auch hier wird um den heißen Brei herumgeredet!

Genau!
Und deshalb bezahlen Italien und Deutschland für ihre EURO-Schulden wesentlich mehr als Deutschland für seine EURO-Schulden!

Weil man Deutschland mit dem EURO mehr vertraut als Griechenland und Italien mir den EURO-Schulden!

Seit Jahren hat Berlusconi sich und Italien mit seinen Sexaffären und Skandalen weltweit zum Gespött gemacht.

der hat wenigstens was gemacht, bei uns sinds ja für das auch noch zu blöd!

Antworten Gast: biserl
11.11.2011 09:13
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Re: Seit Jahren hat Berlusconi sich und Italien mit seinen Sexaffären und Skandalen weltweit zum Gespött gemacht.

Richtig der hat eine Regierungskomödie fürs einfache Volk gemacht.

Bei unserem Kasperltheater muss die kabarettistischen Einlagen schon mit etwas Grips rausfiltern.

wahre worte

es ist wirklich absurd! die unfähigkeit der politischen systeme, die gelder dort hin fließen zu lassen, wo sie wirklich benötigt werden (z.b. in den unterricht anstatt in die schulverwaltung), hat u.a. zur folge, dass das allgemeine bildungsniveau sinken muss. v.a. vor dem hintergrund der ersten 20 jahre internet und privatfernsehen.

und dieses politische system, das nichts gegen die verdummung des volkes getan hat, das im gegenteil, mittels positivistischem verschleierungs-sprech, infantiler verhätschelungs-politik und widerlicher boulevard-anbiederung einen gehörigen beitrag zur volksverblödung "geleistet" hat, dieses politische system geht nun davon aus, dass ein so dummes volk so weit wie möglich vom (demokratischen) entscheidungsprozess fern zu halten ist.

Gast: yess
09.11.2011 12:11
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Yes we can

Das letzte Feindbild der Linken verschwindet.

Georg W. Bush ist weg und in Amerika fließt nur noch Milch und Honig.
Berlusconi ist weg und bald wird auch in Europa alles gut.

Alle Hindernisse weggeräumt und einer guten Welt steht nichts mehr im Wege.


 
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