25.05.2012 22:50 | Meine Presse Merkliste 0

Europas Schulden würgen jedes Wirtschaftswachstum ab

JOSEF URSCHITZ (Die Presse)

Eine ernüchternde Erkenntnis: Wir schlittern unaufhaltsam in eine Rezession – und haben keinerlei finanziellen Spielraum zum Gegensteuern mehr.

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Leitartikel

Die EU-Kommission sieht in ihrer jüngsten Konjunkturprognose also erstmals in der laufenden Krise die Gefahr einer Rezession. Und sie sieht im hoch verschuldeten Euroraum Staatsschuldenquoten, die weiter kräftig steigen, statt stabilisiert oder gar verringert zu werden.

Was sie nicht dazusagt: Die beiden Aussagen stehen in ursächlichem Zusammenhang zueinander. Und diese Konstellation wird dafür sorgen, dass wohl der zweite Teil der Prognose, dass das Wachstum nämlich schon im Jahr 2013 lustig weitergehen wird, deutlich zu optimistisch ist.

Wer die Entwicklung des Wirtschaftswachstums und der Schuldenquoten in Europa zurückverfolgt (und eins und eins zusammenzählen kann), der sieht schnell, dass es in den Industrieländern schon sehr lange kein selbsttragendes Wachstum mehr gibt. Die Konjunktur der vergangenen zehn, 15Jahre basierte überwiegend auf schuldenfinanzierten staatlichen Ausgabeprogrammen. Das ist wohl gemeint, wenn es heißt, wir hätten „über unsere Verhältnisse gelebt“.

Solche Programme sind eine gute Sache, wenn es um „Anschubfinanzierung“ in Krisen geht. Sie kehren sich aber gegen ihre „Erfinder“, wenn sie zur Dauereinrichtung werden. Ganz einfach deshalb, weil der Spielraum für solche Finanzierungen proportional zum Anstieg der Zinszahlungen für die immer höhere Staatsschuld kleiner wird. Und dieser Spielraum wird sich in nächster Zeit in den Eurostaaten noch brutal verengen.

Zuerst in den Krisenländern. Italien beispielsweise spürt die hohen Risikoaufschläge für seine Staatsschuld jetzt noch kaum. Weil die üppigen (und auf Dauer unbezahlbaren) sieben Prozent, die Investoren derzeit für italienische Staatspapiere verlangen, nur für Neuemissionen gelten, liegt der durchschnittliche Zinssatz, den Italien bezahlt, noch knapp unter halbwegs erträglichen vier Prozent. Wegen des hohen Refinanzierungsbedarfs (für die Rückzahlung alter Schulden müssen neue aufgenommen werden) steigt er aber schnell an. Wenn mehr für Zinszahlungen ausgegeben wird (und die Verschuldung nicht mehr beliebig gesteigert werden kann), dann bleibt weniger für Konjunkturstimulierung übrig. So einfach ist das.

Da die EU-Kommission im kommenden Jahr mit neuen Rekordständen bei der Staatsverschuldung rechnet (was die Risikoaufschläge noch höher treiben wird), werden sich Konjunkturimpulse von dieser Seite her wohl nicht ausgehen.

Wo also soll das Wachstum herkommen? Aus Osteuropa? Dort wackeln in vielen Ländern zwischen zehn und 40Prozent der ausstehenden Kredite. Das sieht nicht mehr nach „Tigerstaaten“ aus. Aus China? Vielleicht. Aber die dortige Wirtschaft ist auch nicht so stabil, wie sie aussieht. Die Exporte werden unter der Schwäche der europäischen und amerikanischen Wirtschaft leiden. Und intern baut sich im Immobilienbereich eine recht ordentliche Schuldenblase auf. Vom Inlandskonsum? In einigen Ländern (etwa Österreich) wird es heuer tatsächlich reale Lohnsteigerungen geben. Die werden aber (wegen der hohen Inflation) real nicht besonders üppig ausfallen.

 

Spielraum ließe sich natürlich schaffen. Durch beherzte Strukturreformen etwa, die allein in Österreich, wie Wirtschaftsforscher ziemlich einhellig meinen, relativ kurzfristig einen niedrigen zweistelligen Milliardenbetrag freispielen könnten. Dazu brauchte es allerdings Politiker, die die Beseitigung von gewachsenen Ineffizienzen nicht als „Kaputtsparen“ denunzieren. Und die den Mut haben, manchmal auch unpopuläre Maßnahmen zu vertreten, statt sich auf das Verteilen von geborgtem Geld zu beschränken.

Diese Politiker haben wir hier derzeit definitiv nicht. Und auch im Rest Europas sieht es damit traurig aus. Offenbar ist die Krise noch nicht tief genug, um ein Umdenken zu bewirken. Wir sollten uns also vorsichtshalber darauf einstellen, dass wir noch ein paar schwierige Jahre durchleben. Dass die Konjunktur nur kurz abtaucht, um dann in alter Frische weiterzublühen – so einfach wird es dieses Mal leider nicht ablaufen.

 

 

E-Mails an: josef.urschitz@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.11.2011)

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58 Kommentare
 
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Gast: gott
12.11.2011 19:34
0 0

die rezession gegen die gier des menschen

eine ordentliche rezession in den nächsten jahrzehnten ist die einzige chance die fortschreitende vernichtung der natur und des weltklimas aufzuhalten. der mensch hat seine grenzen überschritten und hatte keinen respekt vor tieren und der natur. eine rezession wird eine kleine verschnaufpause für die umwelt.
die rezession wird kommen !!!

Gast: gott
12.11.2011 19:33
1 0

die rezession gegen die gier des menschen

eine ordentliche rezession in den nächsten jahrzehnten ist die einzige chance die fortschreitende vernichtung der natur und des weltklimas aufzuhalten. der mensch hat seine grenzen überschritten und hatte keinen respekt vor tieren und der natur. eine rezession wird eine kleine verschnaufpause für die umwelt.
die rezession wird kommen !!!

1 0

hervorragender Beitrag

einziges Problem: ich glaube kaum, dass ein Werner Faymann den vorletzten Absatz überhaupt verstehen würde.

atcreate
11.11.2011 20:03
0 6

Aber nicht doch... wo sind die Schulden

Europas bitte ?

Haben Sie schon mal die Schulden Chinas, oder der USA oder noch besser... die Schulden Japans mit 220% vom BIP !

Das ist alles nur eine habsüchtige politische Sache.
Wo von den 17 Mitgliedern, alle 17 verschiedene Sachen daher reden und alle 17 recht haben wollen... wie wollen Sie daß Europa ungeschoren davon kommt ? (das gilt natürlich auch für die anderen 10, die Engländer inklusive)...

Die Rezession haben die Staatsoberhäupter es zu verantworten !

Es muß eine politische Union her !

Aber dazu sind die Europäer ja noch nicht bereit !

Gast: yoshi1
11.11.2011 18:30
2 1

Die Lehren des Keynes.

Der Mann hat es einst gesagt: In rezessionsgefährdeten Zeiten soll der Staat Geld in die Wirtschaft pumpem (Defizit Spending), in Zeiten des Aufschwunges sollen die Steuern erhöht werden um das Geld wieder zurückzubekommen.

Leider sind Politiker zu bequem um sich Schritt 2 anzunehmen, würde es doch einen Stimmverlust den populistischen Parteien gegenüber bedeuten. Die Zeche, so wurde (so das volkswirtschaftliche Verständis überhaupt auch nur im Ansatz bestan) gedacht, werden dann andere bezahlen.

Für Generationen von Staatsdienern ist die Strategie wohl auch aufgeganen, sie sind als angesehene Persönlichkeiten im (wohlhabenden) Ruhestand, oder verstorben.Danke an dieser Stelle. Wir (eure Enkel) werden für euch bluten. Ich hoffe ihr seid stoz. Wirtschaftswachstum kommt nunmal langfristig nicht von immer neuen Schulden; es kommt von Bevölkerungswachstum oder bzw vor allem vom technologischem Wachstum.

PS. Eine Mitverantwortung der jüngeren Generationen lässt sich natürlich nicht gänzlich abstreiten. Solange wir all diesen Schwachsinn mitmachen, solange sind wir als Teil selbst mit dran schuld.

Antworten periskop
13.11.2011 18:53
1 0

Re: Die Lehren des Keynes.

Dass Keynes wollte, dass Steuern erhöht werden, ist mir neu. Meines Wissens hat er gesagt, dass das zur Ankurbelung der Konjunktur ausgegebene Geld "Multiplikatoreffekte" auslöst, das heißt, es kurbelt die Wirtschaft an, wodurch die Steuereinnahmen automatisch steigen und man damit die Schulden leicht abbauen kann.
Diese "Multiplikatoreffekte" waren dann in der Realität nur sehr schwach oder sind gar nicht eingetreten, was auch ein Grund dafür ist, dass die gemachten Schulden nie abgebaut wurden!

periskop
11.11.2011 16:27
2 0

Die üblichen "Konjunkturprogramme" bringen eben nur ein Aufflackern, aber keinen Trend!

Die scheinbar gute Wirtschaftslage der letzten Jahre wurde eben nur durch immer wieder neue "schuldenfinanzierte(n) staatliche(n) Ausgabeprogramme", also "ein Leben auf Pump" vorgetäuscht. Jetzt, wo das Schuldenmachen an sein natürliches Ende gelangt ist, kommt die Wahrheit über die europäische Wirtschaft ans Licht, und die ist leider betrüblich!

Eine längere selbsttragende Konjunktur kann nur durch Technischen Fortschritt erreicht werden und da ist Europa gegen die USA und den fernen Osten wesentlich zurückgefallen!
Schuld daran ist die technikkritische Einstellung der europäischen Öffentlichkeit, die dazu geführt hat, dass es viel zu wenig Nachwuchs in technischen Berufen, vom Ingenieur bis zum Dreher, gibt. Das führt zum Abnehmen der Innovationskraft und auf lange Sicht zur Abwanderung oder zum Absterben der Industrie.

Wenn dem nicht erfolgreich gegengesteuert wird, so wird Europa wieder das werden, was es vor der hier entstandenen Industriellen Revolution war: das Armenhaus dieser Welt!

Gast: Steuerzahler11
11.11.2011 16:05
2 0

die Veruntreuer vom Geld der Bürger sind die

die Verantwortlich für die Misere die kommt sind die, die dem Schüssel seine Reformen wieder aufgeweicht haben, und die vor der Wahl noch Ausgaben ohne Ende beschlossen haben.
Wir werden uns noch sehnlichst wünschen, dies wäre nicht gesehen. Ich hoffe inständig, dass dies auch Konsequenzen für die Verantwortlichen mit sich trägt.

Gast: Luzifer
11.11.2011 14:13
1 0

Woran es in Wirklichkeit krankt, ist das politische System!

Jede Regierung plant maximal in Wahlperioden und ist zu Populismus verdammt! Um es mit Kreisky zu sagen: "die Leute lassen sich nichts wegnehmen!". Auch er hat rasch an Popularität eingebüßt, als die Zeit der Nachfrage-Konjunktur vorbei war. Die Verstaatlichte schlitterte in die Pleite, die Sozialsysteme waren überlastet, der notwendige "Umbau des Sozialstaates" wurde versäumt.

Dem Beispiel des sozialdemokratischen Schweden folgend versuchte dann Schüssel die nötigen Reformen in Wirtschaft und Sozialstaat durchzuführen. Bei Rot und Blau scheiterte er an deren Populismus. Lediglich der grüne VanderBellen ließ einigermaßen Realitätsgespür erkennen. Jedenfalls lehnte der Gewerkschaftsflügel der SPÖ (Nürnberger!!) den bereits ausverhandelten Koalitionspakt ab. Die FPÖ putschte in Kindberg und die vereinte Opposition (die im parl.UA 2005 die "Wahrheit" dekretrierte) versank in purem Populismus und zertrümmert seither - nicht zuletzt auch mit Hilfe der gekauften Medien das Ansehen des "Reform-Kanzlers" Schüssel.

Nenne wir doch die Dinge beim Namen: solange man Persönlichkeiten, die sich ernsthaft um Reformen in Staat (Österreich-Konvent!) und Wirtschaft bemüht haben, so schlecht redet wie über Schüssel, wird man eine ernsthafte Reformpolitik in Österreich nicht zustande bringen!

Gast: 1. Parteiloser
11.11.2011 12:51
3 0

Die Staatsschulden können alleine nicht verantwortlich sein!

Es geht ja nicht direkt um die vorhanden Staatsschulden, wenn man das am Beispiel Österreich betrachtet.

Der Zinsendienst 2011 wird etwa 10 Mrd. Euro ausmachen, die Staatsausgaben betragen aber im gesamten 152 Mrd. Der Zinsendienst ist natürlich hoch, nicht aber in der Relevanz, dass der Zinsendienst eine so hohe Priorität hat als dass die Schulden als alleine verantwortlich gesehen werden können.

Ich würde meinen, dass die Struktur bei den Staatsausgaben das Problem ist. Eine Struktur, welche die geschützten Bereiche bei Geringleistungen am Leben erhält.

Eine Struktur, welche Ruhegenüsse bis über 100.000.- Euro pro Jahr unter Soziales bucht, das kann doch nicht gut gehen. Das macht doch nur Staatsausgaben, welche der Realwirtschaft abgeknöpft werden müssen und damit die Realwirtschaft schädigen.

Staatsunternehmen, welche immer höhere Zuwendungen brauchen aber immer weniger leisten (zB ÖBB) müssen zu Problemen führen.

Organisationen, welche aus einen reinen Selbstzweck heraus am Leben gehalten werden und irre Zuwendungen von der Realwirtschaft brauchen, bringen doch die Gesellschaft auch nicht weiter. Kammern, ORF, Länder, etc. etc.

Natürlich sind auch der größere Teil des Förderwahnsinn ein volkswirtschaftlicher Schaden, weil diese in den freien Markt eingreifen und nur durch willentliche Umverteilung der kranken Parteibonzen zustande kommen.

Es sind nicht nur die Schulden, welche würgen, die Strukturprobleme würgen noch viel mehr.

Antworten Gast: hmmm
11.11.2011 15:18
0 0

Re: Die Staatsschulden können alleine nicht verantwortlich sein!

ich denke sie irren sich.
die staatsschulden sind sehr wohl primär dafür verantwortlich, ob ein staat handlungsfähig ist oder nicht.
was sie demonstrativ aufzählen, sind einige gründe für eine staatsverschuldung. der staat ist verpflichtungen eingegangen, die er nun einmal erfüllen muß. die wirtschaft funktioniert leider nicht mehr (marktsättigung + preisvefall durch mitbewerbersituationen), steuereinnahmen wie geplant dadurch nicht erzielbar. was bleibt ist einfach: wenn der staat die einnahmen nicht über die wirtschaft bekommt, vergreift er sich eben an der kaufkraft des volkes. sprich: lebensmittel + mineralölsteuern. die ausgabenseitigen elemente müssen aber kleiner werden
(endlich verwaltungs + pensionsreform)
es ist absurd, dass ein staat irrsinnige summen für pensionen ausgeben muß. meine meinung: höchsten 1000.-€ staatliche pension. dadurch planungssicherheit.
die situation weltweit ist viel ernster als die sogenannten "experten" denken.
fakten sind leider:
* 70% des lehrstoffes an universitäten wird laut wissenschaftern nicht mehr benötigt (podiumsdiskussion an der universität würzburg vor ca. 2 jahren im beisein von hochgestellten politikern + professoren) wegen fehlens von inovationen
* börsenotierte unternehmen stehen weltweit in konkurrenz zueinander. umsatzsteigerungen werden großteils nur noch durch "übernahmen" erzielt. die aktionäre, darunter auch die staatlichen investoren, haben eine viel zu große erwartungshaltung bzgl. ihrer aktieninvestitionen.

0 5

wir stehen an der schwelle eines neuen zeitalters.

mit einem wort umschrieben, nennt man es "green technology".
es werden billiarden und aberbilliarden an investitionen in diesen sektor fließen. und er gibt der menschheit erstmals seit zig jahrhunderten die chance, dass sie sich nicht wie "eine sau" verhält.

DAS ist die wahre herausforderung in den nächsten jahrzehnten. und nicht so lächerlich provinzielle mini-probleme wie strukturreformen und verschuldung!

ps.: das geld für diese investitionen ist da. es muss nur in die richtigen bahnen gelenkt werden. dorthin, wo es nutzt. und nicht dorthin, wo irre bankster und ihre irren kunden es derzeit lenken.

Antworten eggi53
11.11.2011 13:40
2 0

Re: wir stehen an der schwelle eines neuen zeitalters.

In mode sind Solarhilfeempfänger mit verteuerbarer Energie

Antworten freeman
11.11.2011 09:41
7 0

Glaubst Du das wirklich?

"Green Technologies" sind zu 80% Totgeburten mit dem einzigen Zweck des Lukrierens von staatlichen Förderungen und Begünstigungen.

Die verbleibenden 20% sind zum Teil interessante Innovationen, zum Teil Luxus, den man sich angesichts der Tatsache, daß wir nun schon seit Jahrzehnten über unsere Verhältnisse leben vielleicht bald nicht mehr leisten können wird.

Auch wenn die Schulden weit weg scheinen mögen - sie bedrohen massiv die Fundamente unserer Währungen, und wenn diese wegbrechen wird niemand mehr für "grüne" oder andere Technologien zahlen können.

Antworten Antworten Gast: Niederösterreich
11.11.2011 14:22
0 0

Re: Glaubst Du das wirklich?

Das beste Beispiel sind die Elektro-Fahrzeuge. Abgesehen von der Frage, ob der Strom tatsächlich nur mit "grüner Energie" erzeugt wurde und diese für den Betrieb alles Fahrzeuge ausreichen würde:

Mit einem Elektroauto würde ich bei den gefahrenen Spitzengeschwindigkeiten auf der Autobahn von Wien nicht einmal nach Linz kommen.

Reine Verschwendung ist auch die Förderung der Elektrofahrräder: die Akkus halten nämlich höchsten 3 Jahre und kosten sehr viel Geld. Wenn man also die Amortisation berücksichtigt, sind die vorgerechneten KM-Kosten von 7 Cent der reinste Schwindel!

Auch Solarenergie amortisiert sich in unserem Klima nicht!

6 0

Schauts in die Schweiz ! BUDGETPLUS

7% MWST, keine autom. Vorrückungen im öff. Dienst, gleiche Sockelpension für ALLE usw. usw.
Bei 6000 Franken bleiben 4500 ÜBRIG !! Das zeigt ungefähr wieviele Mrd in Österreich für irre aufgeblähte Verwaltung, NIE eingezahlte Pensionen usw. verschwendet werden. Aber auch unser "Bundesheinzi" hat keinen Brechreiz, wenn er von der Schweiz heimkehrt...

Antworten Helvetier
11.11.2011 12:15
3 0

Re: Schauts in die Schweiz ! BUDGETPLUS

Lieber Herr Fuchs.
Als Schweizer nehme ich Ihre Zeilen natürlich mit Freude zur Kenntnis und gebe Ihnen zudem Recht. Das Problem liegt nun aber darin, dass die CH nicht als Vorbild für "EU-Europa" gelten soll und darf, denn den EU-Beamten und den (allermeisten) Staats- und Regierungschefs ist die Tiefsteuer- und Budgetpolitik (Überschüsse!) der CH ein Dorn im Auge. Verächtlich wird die Eidgenossenschaft (und auch andere Staaten) wiederholt als "Steueroase" und "Steuerparadies" beschimpft. Dazu gibt es aber nicht den geringsten Anlass. Vielmehr sollte man Hochsteuerländer und Nationen, die über ihren Verhältnissen leben als "Steuerhöllen" und "unverantwortlich haushaltende Bürokratenstaaten" abtun, oder? Der Grund der Attacken ist mir natürlich durchaus klar ("Geldmangel"), eine gute, einleuchtende Argumentation hat mir jedoch immer gefehlt. Dabei spreche ich natürlich nicht von der sogenannten "Schwarzgeldproblematik",dies ist ein gesondert zu betrachtendes Problem: Die grosse Mehrheit der Schweizer lehnt "Schwarzgeldhandel" ab, die Tatsache dessen Existenz ist hingegen l(meiner Ansicht nach) eicht zu erklären. Zum Einen liegt ihm eine "Staat-Bürger-Beziehung" zugrunde, die im Ausalnd anders definiert und ausgestaltet ist, zum Zweiten liegt es an der ökonomischen und politischen Stabilität der Schweiz. Nähere Erläuterungen würden an dieser Stelle wohl zu weit führen...

Mit besten Grüssen.

1 0

Re: Re: Schauts in die Schweiz ! BUDGETPLUS

Grund für den Erfolg der Schweiz ist mE das dortige Volksabstimmungswesen. Jeder Bürger ist mehrmals im Jahr zu konkreten Entscheidungen aufgerufen (was zu viel intensiverer Auseinandersetzung mit den Problemen und damit einem informierteren, auch widerstandsfähigeren Bürger führt), bzw kann im Verein mit anderen Bürgern zu solchen aufrufen und deren Inhalte sogar gegen das Parlament durchsetzen.

Damit wirkt das Volksabstimmungswesen, oft bereits präventiv, auch gegen unerwünschte Staatsausgaben und Staatsschulden (so war bei der Schaffung des Kantons Jura ein wichtiger Diskussionspunkt, dass dadurch mehr Politiker und mehr Beamte finanziert werden müssen – Kleinstkantone werden allerdings nicht zusammengelegt). In diesem Sinne sollte mE die EU verschweizert werden.

Festzuhalten ist allerdings schon, dass die Schweiz (wie auch Österreich etc) durch das Bankgeheimnis jahrzehntelang auf anderen Volkswirtschaften Trittbrett gefahren ist und noch immer fährt (was sich allerdings zB die BRD fast ebenso lange hat gefallen lassen).

Antworten Antworten Antworten Helvetier
12.11.2011 10:08
0 0

Re: Re: Re: Schauts in die Schweiz ! BUDGETPLUS

Vielen Dank für Ihren Beitrag.

Ich würde Ihnen in allen punkten zustimmen wollen.

Zwei Bemerkungen:

1. Den Schweizerischen Erfolgsweg ausschliessdelich mit dem (wie Sie es nannten) "Volksabstimmungswesen" zu erklären würde wohl zu kurz greifen. Andere wesentliche Faktoren spielten und spielen nach wie vor eine bedeutende Rolle. Ich würde in diesem Zusammenhang folgende Stichworte aufführen wollen: Ausgeprägte föderale Staatsstrukturen, "Volksverbundenheit" der Politik, Ausbildungssystem, Mentalität, etc.
2. Die EU zu "verschweizern" dürfte ein - so meine ich zumindest - äusserst schwierig zu vollziehendes Unterfangen darstellen. Es bräuchte zumindest viel Geduld und Zeit. Ob man den Willen und die Kraft (gerade in den aktuell schwierigen Zeiten) aufbringen könnte, bleibt doch zumindest offen.
3. Bezüglich "Bankgeheimnis/Schwarzgeld": Wie in meinem Posting erwähnt würde ich diesbezüglich nie die Existenz und den ökonomischen Nutzen abstreiten wollen, habe lediglich zu erklären versucht, dass es äusserst logische Erklärungen dafür gibt. Es ist eben nicht - wie im Ausland häufig verstanden - eine "Schweizerische Geschäftsidee" (auch wenn einzelene schweizerische Bankinstitute dies über die Jahre hindurch so verstanden haben), sondern das Produkt der staatsphilosophischen Prägung der Schweiz. Im Übrigen würde ich die aktuelle Situation nicht als "Trittbrettfarerei" bezeichnen wollen.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag und grüsse Sie.

Gast: Na und?
11.11.2011 07:48
1 0

Die Überschrift ist eine Lüge!!!

Fakt ist vielmehr, daß zB Österreich bisher noch gar nicht mit Einsparungen angefangen hat!!!

Die Vereinsmeierei Bund-Länder-Gemeinden-Körperschaften feiert fröhliche Urständ.

Korruption kostet Milliarden, oder sind die ganzen Bauskandale schon vergessen?! Und wie sieht es mit den ganzen Förderungen aus?

Kann es auch sein, daß die Kredite nach Griechenland doch kein so gutes Geschäft sind?

In der Vergangenheit habe sich Politiker und privilegierte Teile der Bevölkerung gegenseitig gestützt. Mit dem Effekt, daß die Masse langsam aber sicher verarmt und politisch radikal wird.

Spielraum gibt es genug. Aber wenn Fayman mit der "Reichensteuer" kommt, die ÖVP mit dem Familien- und Wirtschaftsschmäh - was soll sich großartig ändern?!

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so wird man die schulden als staat los:

1) aus dem euro / der eu austreten
2) eigene waehrung ausgeben
3) alle bisherigen schulden per parlamentsbeschluss umkonvertieren in die neue waehrung
4)rueckzahlung aller schulden in der neuen waehrung (die anleihen-besitzer wuerden einen zusaetzlichen bonus bekommen wegen der fruehen "zwangsbeglueckung/auszahlung)
5)festlegung eines attraktiven wechselkurses fuer hartwaehrungen (zb gold & silber). zum beispiel 10.000 alpendollar = 1 feinunze gold. 500 alpendollar = 1 feinunze silber.
damit wuerde ein massiver hartgeldzufluss stattfinden & das neu ausgegebene geld kann nach und nach mit edelmetallen gedeckt werden
6) verfassungsmaessige verankerung des ausgeglichenen budgetierens. auf bundesebene, laenderebene, bezirksebene & gemeindeebene (im idealfall damit einhergehende staatsreform mit reduzierung eben dieser ebenen)
7)freihandel mit allen laendern dieser welt = keine sanktionierung gegen gewisse laender & einhebung eines gewissen % satzes fuer alle importierten wahren (zb 15% von deren wert)
8)reduzierung der einkommenssteuer auf 0, koerperschaftssteuer auf 0 und kapitalertragssteuer auf 0 (zieht unternehmen an & damit arbeitsplaetze)
9)strenges bankgeheimnis. keine weitergabe irgendwelcher daten (zieht kapital an & investoren)
10)einstellung aller subventionen, zwangsmitgliedschaften, beamtenstatus, umverteilungen, foerderungen, subventionen, etc.

binnen weniger jahre haetten wir vollbeschaeftigung, eine hartwaehrung, investoren, SOUVERAENITAET&bluehende landschaften

Antworten Gast: biserl
11.11.2011 11:16
0 0

Re: so wird man die schulden als staat los:

Und ad 5: Ist schon klar das man damit effektiv die Kontrolle über die Geldmenge an private Parteien in Fremdstaaten abgibt. Und dabei wird so extrem auf den Euro und die EU geschimpft, weil die EZB nicht auf Zuruf einfach Geld druckt, bzw. für die Pleitestaaten die Möglichkeit der wirtschaftlichen "Anpassung" per Abwertung unmöglich macht?

Zusätzlich wäre anzumerken, das man damit dann natürlich ausländische Standards für Umweltschutz, etc. übernehmen muss. (Glaubt irgendwer das für ein 8 Millionchen Land es grosse Extraabweichungen vom Einheitsbrei gibt, gratis?)

ad 7) wie soll den das physikalisch möglich sein? Das geht mal davon aus das dieses neue System von allen Nachbarstaaten sofort akzeptiert wird (na klar, wir brechen mehrere Dutzende internationale Verträge, da werden die Vertragspartner happy sein), ansonsten sind wir mal ein Binnenland, ohne eigene Fluglinie. (Und keiner sagt das die Nachbarn uns drüber fliegen lassen, wir mögen ja den Dreck vom Strassentransit nicht, die mögen ja vielleicht österreichischen Transitdreck von Flugzeugen nicht)

ad 9) Jep, schon mal zugehört was solchen "Steueroasen" in den letzten Jahren angedroht wurde. Wird dem Aussenhandel gut tun, wenn nicht nur Wechselrisiken dazukommen, nein, eine umfangreiche Dokumentation angelegt werden muss für jede einzelne Transaktion mit österr. Unternehmen, damit diese von den lokalen Finanzämtern akzeptiert werden?

Antworten Gast: biserl
11.11.2011 11:06
0 0

Re: so wird man die schulden als staat los:

3+4 bedeuten sofortigen Finanzierungsstop, d.h. Staatsbankrott.

6 => nicht ein bisserl viele Ebenen? Und vorallem, wie soll das gehen wenn die unteren Ebenen im allgemeinen auf eigene Rechnung Gesetze die von oberen Ebenen umsetzen müssen?

1 => nun ja, zwischen all den anderen Punkten bedeutet das einmal eine extreme Verkomplizierung des Aussenhandels. Es ist keineswegs gesagt das die guten Verhältnisse mit manchen Nachbarstaaten die wir im Kalten Krieg hatten auch nach so einer einseitigen Erklärung bestehen. Wird cool kommen wenn es auf der zwischen Innsbruck und Wien 2 ordentliche Grenzkontrollen (altes Ostblockniveau) gibt und man halt 12h für Grenzwartezeiten einplannen muss? Oder wenn die DB wegen 3+4 sich weigert ÖBB Züge über den deutschen Korridor fahren zu lassen?

ad 7: Freihandel mit allen Ländern der Welt ist inkompatibel mit einem Einfuhrzoll grösser 0%. Und Freihandel der nicht einseitig ist, muss erstmal verhandelt werden. (Und dem stehen einige internat. Verträge entgegen.)

ad 8: klar, und Polizei, Justiz, Strassen, ... sind gratis als Zwangsarbeit durch die Bevölkerung zu leisten?

ad 9: ja, sofort als Terrorförderstaat mit internationalen Embargo belegt werden. COOL.

ad 10: Jep, und wer entscheidet was abgeschafft wird? Sozialversicherung => Zwangsmitgliedschaft => ohne eine solche funktioniert das Konzept aber nicht wirklich. (genaugenommen, Versicherungszwang).


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Re: so wird man die schulden als staat los:

weiter ueberlegung zu punkt 5 / edelmetalldeckung:

am anfang waeren ja etliche hundert milliarden alpendollar (wenn 1:1 zum euro konvertiert werden wuerde) im umlauf - weil die anleihebesitzer ausgezahlt wuerden.
damit diese nicht sofort diese waehrung abstossen und im verhaeltnis 10.000:1 gegen gold tauschen wollen, muss das verhaeltnis 10.000:1 fuer gold und 500:1 fuer silber zumindest in den ersten paar jahren eine einbahnstrasse sein - d.h. alle bisherigen werte der bevoelkerung / unternehmen, aktien, etc. werden 1:1 konvertiert, jedoch besitzer von edelmetallen bekommen das oben beschriebene umtauschverhaeltnis um einen hartgeldzufluss an die bundesbank zu ermoeglichen. wenn nach 3-5 jahren eine gute deckung vorhanden ist, kann man natuerlich die konvertierung in beide richtungen oeffnen, dass der alpendollar (oder wie auch immer diese neue waehrung heissen mag) wieder zurueck konvertiert werden kann in gold & silber. alternativ kann dazu auch noch platin & palladium kommen, der einfachheit halber koennte man mit gold & silber starten.

diese edelmetalldeckung ist imho absolut erforderlich, um vertrauen herzustellen. vertrauen im volk, ein stabiles geldsystem zu haben, wo der alpendollar auch in 50 jahren noch die gleiche kaufkraft hat!
vertrauen in eine harte waehrung lockt unternehmen an (stabilitaet).
harte waehrungen locken auch investoren an = kapitalzufluesse!

achja, noch etwas: 100% reservevorschrift fuer banken die kredite in dieser waehrung vergeben!

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Re: so wird man die schulden als staat los:

unter punkt 7 meinte ich natuerlich "waren" nicht "wahren" ;-))

Österreich ist ein volles

Dixi-Klo.
Es stinkt, ist voll und gehört abtransportiert.

 
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