25.05.2012 22:54 | Meine Presse Merkliste 0

Wir müssen die Politik vor den Politikern retten

KARL GAULHOFER (Die Presse)

Unter den Sachzwängen der Finanzmärkte gehe das Primat der Politik verloren? Das ist naiv, ungerecht – und im Grunde doch wahr.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

In die Polis gehören sie nicht!“, wetterte einst Hannah Arendt gegen die nüchternen Technokraten, die in die Arena der Politik drängten. Heute würde die streitbare Philosophin wohl restlos verzweifeln. Die Buchhalter haben das Sagen. Der Rhythmus der Res publica wird getaktet von den Glocken der Börsen, den Holzhämmern der Bond-Auktionen und den Stichtagen für Länderratings. Und ausgerechnet in Athen, der Wiege der Demokratie, tummeln sich Währungsfondskontrolleure, Prüfer aus Brüssel und schrecklich smarte Unternehmensberater, die in jedem Staat nur eine marode Firma mit Potenzial zum Turnaround sehen.

Laut erschallt die Klage der Dichter und Denker: Die Politik habe „abgedankt“, „vor den Sachzwängen kapituliert“ und sich „dem Diktat der Märkte gebeugt“. Als ultimativen Kniefall sehen diese Schöngeister des Öffentlichen, wenn nun ideologieferne Technokraten und pragmatische Manager die Regierungsgewalt in Italien und Griechenland usurpieren, als ferngesteuerte Erfüllungsgehilfen des Finanzkapitalismus.

Natürlich ist das, ökonomisch betrachtet, reichlich naiv. Wenn ein Staat nicht mehr zahlen kann, muss dieses Thema alle anderen überschatten. Wenn ein Ehepaar sich übernommen hat, geht es auch nicht mehr um die Qualität der Beziehung, sondern nur noch darum, wie man die nächsten Rechnungen begleicht. Das Ehepaar braucht einen Schuldnerberater, die Politik Technokraten. Sie wissen am ehesten, wie sich der Karren aus dem Dreck ziehen lässt.

Aber etwas zeitlos Wahres ist an dem Unbehagen schon dran: Es ist nicht Aufgabe der Politiker, sich ständig Überlebensfragen zu stellen. Sie sollen nicht Budgetkonten verwalten, sondern die Zukunft gestalten. Es geht um mehr Gerechtigkeit, mehr Freiraum für individuelles Glück. Wie sieht ein Bildungssystem aus, in dem jeder seine Fähigkeiten entfalten kann? Ist Zwang gerechtfertigt, um Frauen an die Schalthebel der Wirtschaft zu bringen? Wo sind die Grenzen der Toleranz, wenn ihr Menschenrechte entgegenstehen? Das sind keine Schönwetterthemen, sondern vitale Zukunftsfragen. Aber für das eigentlich Politische bleibt keine Zeit. Wer das bedauert, ist kein Träumer, sondern hat mehr Realitätssinn als jeder Bankanalyst.

Fragt sich nur, wer die Schuld trägt. Die Investoren? Da wird das Opfer zum Täter gemacht. Sie verleihen Geld, im Vertrauen darauf, es zurückzuerhalten, und haben alles Recht, sich falsche Versprechen durch steigende Risikoprämien entgelten zu lassen. Vielmehr muss verstören, dass den Politikern, die das Vertrauen ihrer Gläubiger missbrauchen, jedes Verantwortungsgefühl fehlt.

Denn niemand anderer als sie haben die Idee der Politik ad absurdum geführt. Statt das Schmiermittel Geld wohldosiert einzusetzen, haben sie es schamlos verschüttet und sind darauf ausgerutscht. Das ist vielerorts zugleich passiert, also geht es um ein systemisches Problem. An seinem Anfang stand ein legitimes Ziel: die materiellen Möglichkeiten der Bürger ein Stück weit anzugleichen, damit sich alle – auch die Reichen – wohler und freier fühlen. Wie weit diese Umverteilung gehen kann, ohne den Leistungswillen, der das Wachstum beflügelt, zu beschneiden, muss jede Gesellschaft für sich entscheiden. Jedenfalls sollte sie ohne viel Aufhebens erfolgen, am besten durch ein progressives Steuersystem. Stattdessen wurde politisches Handeln zur Transferokratie pervertiert: Jeder Wählergruppe, vom Studenten bis zum Pensionisten, vom Bauern bis zum Beamten, wird ein Futtertrog vorgesetzt, und fortan ist Politik nur mehr Diskussion darüber, welcher Bottich wie randvoll gefüllt wird. Aus dem Ringen um die Zukunft wird ein Basar der Begehrlichkeiten. Zu ihrer Finanzierung ist jedes fremde Mittel recht. Zahltag soll Sankt Nimmerlein sein.

Doch die Rechnung geht nicht auf: Längst sind die Schuldenquoten so hoch, dass schon ein Jahr Wirtschaftskrise ausreicht, um alle zukunftsgläubigen Kalkulationen über den Haufen zu werfen. Verrechnet, verraten, vertan: Die Politik hat ihr Primat selbst verspielt. Damit es irgendwann wieder Handlungsspielraum in der Polis gibt, braucht es heute eine ganz pragmatische Vision: eine Zeitlang die Technokraten an die Macht – und ein Berufsverbot für Berufspolitiker.

 

E-Mails an: karl.gaulhofer@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.11.2011)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

33 Kommentare
 
1 2
TheAlien
22.11.2011 07:03
0 0

Politiker sind nur Erfüllungsgehilfen für die echten Herrscher

Das sind jene 5% der Menschen, die 95% aller realen Ressourcen (also den Planeten, nicht das virtuelle, real nicht wertbesicherte Geld) kontrollieren.

Aus welchem Lager diese Politiker kommen, ist dabei völlig irrelevant.

Echte Demokratie, also die Macht (= Kontrolle uber reale Ressourcen) beim Volk könnte eine Verbesserung bringen.

Es geht also eher um den Kampf gegen Diktatur und Unfreiheit, nicht darum, welche bürokratische Instanz die wahren Herrscher gegen das Volk der Nutzmenschen abschottet.

migele
21.11.2011 19:44
0 0

Churchill

Nach welchen Werten bewerten die Technokraten? Wann sind die Wünsche der Ratingangenturen und der "Märkte" befriedigt? Genügt es Krankenhäuser zuzusperren und Schulen, Pensionen zu kürzen und Sozialleistungen? Bringen zackige Führerstrukturen im Staat Bonuspunkte (um den Märkten zu signalisieren, dass die "Quatschbude", wie die Faschisten das Parlament nannten, bei Entscheidungsfindungen nicht stört? Wo ist ein "Churchill 2011", der die kniefälligen Appeasementpolitiker der heutigen Zeit ablöst?

Gast: Neoliberaler
21.11.2011 15:41
2 0

Träume vs. Realität

Realistisches Denken als feindselig für linkes Gedankengut zu sehen ist wohl richtig.
In allen so genannten neoliberalen Ländern funktionieren Sozialleistungen immer noch besser als im „utopischen“ Nordkorea oder Kuba.
Und ob eine ultralinke Politik den „Freiraum für individuelles Glück“ wirklich fördert, möchte ich dahin gestellt sein lassen.

Antworten Gast: Wahrheitssucher
21.11.2011 16:33
0 0

Re: Träume vs. Realität

Schon mal was von SOZIALER MARKTWIRSTCHAFT gehört???

Antworten Antworten Gast: Neoliberaler
21.11.2011 19:38
0 0

Re: Re: Träume vs. Realität

ja, und diese Ökosoziale Marktwirtschaft lässt sich auch grundsätzlich mit einer kapitalistischen Marktwirtschaft verbinden !

Antworten Antworten Antworten Gast: Wahrheitssucher
21.11.2011 21:00
0 0

Re: Re: Re: Träume vs. Realität

gnau das ist das Problem: grundsätzlich. Was sie nicht erwähnen, ist die Realität. Schauen sie nach Amerika, dort ist ihr Traum von einer neo-liberalen Marktwirtschaft erfüllt - sind sie stolz drauf???

Kegele
21.11.2011 14:19
1 0

..und wer rettet das Volk vor den Politikern?

"Mander s'ischt höchste Zeit"
hat Andreas Hofer einmal gesagt als es brenzlig wurde. Bei uns brennt bereits der Huat und es ist weit und breit keine(r) zu sehen der/die auch nur annähernd der Bezeichnung PolitikerIn (sprich VertreterIn des Volkes) gerecht würde.
Wenn man Anstand, Moral, Zivilcourage und Rückgrat als die 4 Federbeine beim Anforderungsprofils eine(r)s Politiker(in)s betrachten würde, so müsste einem sofort klar werden, dass unser politischer Karren ungefedert, als Schrott im Graben liegt. Schrott gehört entsorgt - aber umweltgerecht! Sprich; nicht wie bisher praktiziert - auf einen feinen Sessel mit einem dicken Geldpolster!
Nein! Umweltgerecht! Auf nicht mehr Wieder sehn auf dem politischen Parkett!
ES IST HÖCHSTE ZEIT ZUM POLITISCHEN PROTEST!

Gast: Humerus
21.11.2011 13:38
0 0

Die Schuldenbremse muß scharfe Zähne haben...

... sonst ist sie einfach für die Fisch.

Es muß hier eine persönliche Haftung geben. Der gewählte Politiker hat vielleicht das Recht, mein Steuergeld zu verschwenden, aber nicht das meiner Kinder.

Es darf kein legales Mittel geben, die Schuldenbrese aufzuweichen. Dieses würde ansonsten bei erster Möglichkeit ergriffen werden.

periskop
21.11.2011 12:32
1 0

Natürlich müssen sich Politiker "ständig Übelebensfragen stellenn"!

Das Überleben des Staates hat wohl oberste Priorität, weshalb die Politik immer darauf achten muss, dieses nicht zu gefährden!
Am ehestens geschieht eine solche Staatsgefährdung durch Versagen der Finanzpolitik, denn "zuerst kommt das Fressen, dann die Moral"!

Politiker , die nicht wissen, was zu tun ist und alle Schuld auf "Spekulanten" oder das "Diktat der Märkte" schieben, sind daher eine große Gefahr!
Dabei müssen sie nur wenig wissen, um einen Staatsbankrott zu vermeiden: nämlich dass der zu zahlende Zinssatz für die Staatsschulden einzig und allein davon abhängt, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Schuldner Staat seinen Verpflichtungen nachkommen wird. Dass der Staat hohe Schulden hat, stört ja niemanden, wichtig ist allein, ob er die Zinsen bezahlen wird und die erforderlichen Umschuldungen schafft

Die Finanzmärkte tun nie etwas anderes, als das Vertrauen, das man gegenüber dem Staat haben kann, abzuschätzen und sich danach den Zinssatz auszurechnen, der vor Kapitalverlusten bewahrt. Ratingagenturen leisten dabei Hilfestellung.

Ein Politiker, der das weiß, braucht nicht über "Finanzhaie" usw. zu jammern, sondern kann sich genau ausrechnen, wohin seine Finanzpolitik führen muss und wird auch rechtzeitig die Notbremse ziehen, bevor es zu spät ist!

Gast: gäst
21.11.2011 11:45
0 3

Gaulhofer

propagiert die Barbarei. Das österreichische Bürgertum war immer schon traurig, heute aber ist es komplett Bankrott.
Herr Gaulhofer, ist dnn die Art und Weise wie wir unsere Wirtshcaft gestalten keine Zukunftsfrage, sondern die Privatangelegenheit der Eigentümer? Was für eine Demokratie soll dass denn bitte sein?
Seien wird och bitte ehrlich und führen gleich wieder das Zensuswahlrecht ein, das Theater mit Wahlen etc. ist offensichtlich Zeitverschwendung, Gaulhofer bestätigt das.

Antworten freeman
21.11.2011 12:05
3 0

Es gestalten die, die etwas schaffen

Nur der Schaffende hat ein Recht auf Gestaltung, denn ihm verdankt der Rest alles.

Der Wille, zwar Gestalter, aber nicht Schaffender zu sein hat in etwa das Niveau eines 6-jährigen Kindes, das "und ein Pony" unten auf seinen Brief ans Christkind schreibt.

Wenn die Nichtschaffenden den Schaffenden vorschreiben wollen, was rund wie sie schaffen sollen, wird keine "Zukunft gestaltet", sondern Wunsch- und Zwangsdenken praktiziert.

Antworten Antworten Gast: gäst
21.11.2011 12:17
0 2

Re: Es gestalten die, die etwas schaffen

Danke für die Bestätigung.
Was ist denn "Schaffen"? Was schafft denn genau ein Finanzinvestor? Was schafft eine Person, deren einzige "Tätigkeit" ein Papier ist, mit dem festgestellt wird dass er/sie Eigentümerin von etwas (sei es nun ein Wertpapierdepot oder eine Fabrik) ist? Die große Mehrheit verdankt der Minderheit, zu deren Wohle die Technokraten regieren, bloß die Krise.
Letztendlich geht es darum, wer definiert was eine schaffende Leistung ist und was nicht. Unter derzeitigen Verhältnissen gilt offenbar nur das Anschaffen als schaffende Leistung.

Antworten Antworten Antworten freeman
21.11.2011 14:53
1 0

Was der Finanzinverstor schafft:

- Kapital (probier mal, eine moderne Fabrik aus nichts aufzubauen)
- Information (Märkte sind im Prinzip nichts anderes als Maschinen zur Informationsverteilung)

Werte werden nicht durch Arbeit geschaffen, sondern durch den Markt - wenn jemand bereit ist, für eine Sache oder Dienstleistung zu bezahlen, erhält diese Wert, nicht durch die hineingesteckte Arbeit. Das Abwechselnde Ausheben und Zuschütten von Gruben zB ist auch Arbeit, schafft aber keinen Wert.

Zur den Ursachen der Krise: Grundlegende Ursache, waren wohl eher die Bevölkerungen, die sich jahrzehntelang von Politikern mit Schulden kaufen ließen. Politiker schaffen nichts und die Bürger wollten mehr konsumieren, als sie selbst schufen - jetzt bekommen sie dafür die Rechnung präsentiert.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: gäst
21.11.2011 17:38
0 0

Re: Was der Finanzinverstor schafft:

Zum Wert: Stimmt schon - die Arbeiten müssen sich am Markt beweisen. Aber auf einer allgemeinen Ebene anzunehmen, der Wert entstünde im Markt ist doch etwas naiv.Aus nichts wird nämlich nichts und ohne die verschiedenen Arbeitszeiten gibt es auch keine Möglichkeit, Wert zu vergleichen (bzw. ist Wert dann etwas völliges zufälliges und neuer Wert wird am Markt bloß dadurch geschaffen, dass sich die Austauschenden gegenseitig bescheißen - oder warum sollte ich jemandem für eine Leistung mehr Zahlen als dieser von mir "erwarten" kann?).
Kapital wiederum wird nicht vom Eigentümer geschaffen, sondern ganz im Gegenteil von jenen, die den Profit schaffen - den Arbeitnehmern also (oder woher sonst machen unter unendlich vielen Austauschenden Einzelne Profit, die meisten aber nicht?).
Das Informationsargument (oder wohl eher die Makrosteuerung) kann auch anders als marktförmig erfolgen, zumal sich gerade in den letzten Jahren wieder einmal gezeigt hat, dass die Allokation produktiver Ressourcen eher katastrophal ist.
Zu der Krise: Die Bürger haben ja nicht zuwenig geschaffen, sondenr zuviel. Wie in jeder Krise seit der Durchsetzung zur Industrialisierung wurde schlicht zu viel produziert.
Die Finanzmärkte haben uns grad darüber informiert. Das Schaffen des Finanzinvestors oder meinetwegen auch des Fabrikeigentümers ist also eher ein Machwerk.

Svenco
21.11.2011 11:41
2 3

Wenn die Buchhalter das Sagen,

bedeutet das nicht, dass sie im Recht sind!
Das Versagen der europaischen Politiker haben in erster Linie die Waehler zu verantworten. Die Waehler wollen den Populismus! Politiker, die sich dagegen waehren können, müssten Charakter und Visionen haben. Die Europaischen Politiker haben beide nicht! Nicht nur die Politiker, auch die Journalisten haben keine Charakter. Sie dienen nur Holdingen, die andere Geschaefte betreiben!

Thonet H.
21.11.2011 11:08
0 4

Es ist der Klüngel zwischen Politik, Banken und Wirtschaft,

der uns in diese Krise hineingeführt hat.
Das Fatale ist, dass keine politische Alternative zu sehen ist!

Für eine Neugründung einer politischen Bewegung, frei von Parteipolitik, dafür umso mehr engagiert im Streben nach einer freien und gerechten Gesellschaft.

Antworten modestus
21.11.2011 12:26
1 0

Re: Es ist der Klüngel zwischen Politik, Banken und Wirtschaft,

eine neue politische bewegung ist in nullkommanix eine partei mit parteitaktischem lügenapparat...siehe vdBellen..er wusste, dass wir die studiengebühren brauchen und votierte doch dagegen...er war in der wien-wahl spitzenreiter mit vorzugsstimmen und blieb doch auf seinem, besser bezahlten, nationalratssitz hocken

Wien8
21.11.2011 10:19
1 0

Passt!

Statt das Schmiermittel Geld wohldosiert einzusetzen, haben sie es schamlos verschüttet und sind darauf ausgerutscht.

Touché!

Gast: Humerus
21.11.2011 09:29
2 0

rating-Agenturen haben versagt

und zwar nicht jetzt, sondern in den vergangenen ca 30 Jahren. Wie kann man solche Schuldner wie z.B. wir oder die meisten anderen Euro-Länder, die in Zeiten der Hochkonjunktur Schuden machen (!!!), ernsthaft als "sicher" (AAA) einstufen? USA haben jetzt soviele Schulden wie Jahrenseinnahmen; d.h. vereinfacht und auf eine private Institution umgelegt: Sind insolvent.

Das Steuregeld unserer Kinder ist schon ausgegeben.

Danke, liebe SPÖ, für die herrliche ÖBB und andere Geldgräber; danke, liebe ÖVP, fürs Zuschauen, Mehrheitverschaffen und für die Beamtengewerkschaft; danke, liebe FPÖ, für den Fall Kärnten - wir wissen jetzt, daß ihr keine Alternative seid. Von den Grünen hat das eh nie wer geglaubt (s. Interviews Vasilakou und Glawischnig: "Wir brauchen keine Schuldenbremse").

Vielleicht dürfen wir auch für ein paar Jahre unter irgendeinen Schutzschirm, dann werden wir endlich von Spezialisten regiert.

Antworten Fritz
21.11.2011 10:45
1 0

Re: rating-Agenturen haben versagt

Sie sollten sich lieber bei den Wählern "bedanken". Der Wähler hat diese Praxis seit Jahrzehnten mit dem Stimmzettel kräftig honoriert.
Der Wähler hat das Primat der Politik über die Mathematik gestellt und vernünftige Ansätze zur Budgetkonsolidierung als "Kaputtsparen" akzeptiert. Siehe Wahlkampf 2006 und 2008!

2 mal 2 ist immer noch 4!
Die Politiker, die glauben, dass 2 mal 2 beim Verteilen 5 ergibt und beim Steuereintreiben nur 3, haben ihre Stimmen bis jetzt ziemlich sicher!

Antworten Antworten Gast: Humerus
21.11.2011 13:33
0 0

Re: Re: rating-Agenturen haben versagt

Sie haben völlig recht.
Ich erinnere mich auch noch an den Vranitzky-Pensionen-Wahlkampf.

Die Wähler sind halt so an die staatlichen Futtertröge gewöhnt, daß jeder Angst hat, was zu verlieren. Die SPÖ-Taktik ist ja diesbezügl. voll aufegangen (Frühpension, Beihilfe,...).

eling
21.11.2011 08:20
1 1

Katastrophenszenario

Das ultimative Katastrophenszenario für Europa wäre wenn Merkel zurücktritt und Faymann den Posten zugesprochen erhält!

Gast: montana
21.11.2011 03:24
1 0

berufsverbot für politiker?

wieso das denn?

es reicht doch, wenn man ihnen den blankoscheck wegnimmt.
es wird immer leute geben, die mit geld nicht umgehen können.
eine gesellschaft muss in der lage sein diesen geldhahn zu beschränken. ebenso die persönliche gier von moralisch nicht geeigneten personen.

dafür braucht es nicht nur persönliche verantwortung und haftung sondern auch rechenschaftspflicht.
jeder einzelne steuerzahler muss über die verwendung öffentlicher gelder informiert werden, bis ins kleinste detail, bis zum letzten cent. und muss auf diese verwendung einfluss nehmen können wenn etwas ausufert und unangemessen wird.

politiker mit visionen brauchen sich deshalb nicht zu sorgen.
sie müssen die welt ja nicht alleine retten, sondern können fehlende eigene praktische begabungen an entsprechend kundige experten delegieren.
sorgen müssen sich nur die lügner, betrüger und pathologischen abzocker machen, die vor allem den eigenen profit als politisches oder sogar einziges ziel verfolgen.

ADAXL
20.11.2011 21:18
4 0

Volle Zustimmung

Erst Schulden machen und dann über die Gläubiger motschgern ist der Stil der heutigen Politik. Wer weniger oder gar keine Schulden hat, muss sich auch nicht dem Diktat der Finanzmärkte unterwerfen.

Gast: Wahrheitssucher
20.11.2011 18:40
3 11

Die 99 % von der Ausbeutung durch den Neo-Liberalismus befreien

Schuld an der Misere ist eindeutig der Neo-Liberalismus. Wenn alles dem Diktat des Geldes geopfert wird, dem „Freien Markt“, wie immer behauptet wird, dann verkommt die Gesellschaft. Sozialismus für die Reichen: Steuerschlupflöcher, Stiftungen, Firmensitzverlegungen ins Ausland usw….
Wenn wir von Markt sprechen, dann meinen wir einige Milliardäre, einige Hedgefonds Manager und Devisenspekulanten die sich illegal, d.h. durch Nichtbezahlung von Steuern, bereichert haben.
Und diesem Diktat ist die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung ausgeliefert. Politiker sind vielfach nur mehr Marionetten des Großkapitals, der Großteil der Medien ist in der Hand von einigen Superreichen.
Das ist die größte Bedrohung, der die Demokratie jemals gegenüber gestanden ist.

Antworten nisemodkod
20.11.2011 21:11
5 2

Re: Die 99 % von der Ausbeutung durch den Neo-Liberalismus befreien

Ui! Der Neo- Liberalismus... (naja, wenigstens nicht die Na.is auch noch). Wenn die beiden soz. Parteien SPÖ und ÖVP nicht soviel Schulden aufgebaut hätten, wären wir nicht da wo wir jetzt sind. Aber als Ösi möchte man halt mit gringstem Aufwand den größten Wohlstand haben, koste es was es wolle.
Solche Politiker sind die größte Bedrohung der Demokratie (falls man hierzulande überhaupt noch von Demokratie sprechen kann).

 
1 2

Mehr Kommentare:

Top-News