25.05.2012 22:55 | Meine Presse Merkliste 0

Längerer Unterricht ist Lehrern zumutbar

CHRISTOPH SCHWARZ (Die Presse)

Die Pädagogen sollten mehr Zeit mit den Schülern verbringen. Nicht zuletzt, um dem Minderleister-Image, das ihre Gewerkschaft aufgebaut hat, zu entkommen.

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Maria Fekter hätte sich wahrlich leichtere Gegner suchen können. Aber nein: Im Bestreben, dem unlängst ausgebrochenen Sparwillen der Regierung Nachdruck zu verleihen, legt sich die Finanzministerin ausgerechnet mit den Lehrern an. Und das noch dazu mit einem Reformmodell, das (zumindest auf den ersten Blick) frappant an einen Vorstoß erinnert, der der Großen Koalition bereits vor zwei Jahren ein veritables PR-Desaster eingebracht hat: Fekter will die Lehrer künftig länger in die Klassenzimmer schicken und – schließlich will man ja sparen – nicht die gesamte Mehrarbeit finanziell abgelten. Die hysterische Empörung der Lehrergewerkschaft sollte ihr damit sicher sein.

Dass ein derartiger Vorstoß ins Auge gehen kann, weiß vor allem Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ). Sie war es, die 2009 ein Modell vorlegte, das die Lehrer zu zwei zusätzlichen Stunden Unterricht pro Woche verpflichten sollte. Natürlich ebenfalls unbezahlt. Die Lehrer setzten zum Proteststurm an – und das nicht zu Unrecht: Um als Betroffener ein Modell, das so kommuniziert wird, schlecht zu finden, muss man nicht Fritz Neugebauer heißen. ÖVP und SPÖ ließen die Ministerin denn auch im Regen stehen. Die Lehrergewerkschaft feierte einen Pyrrhussieg: Die „zwei Stunden“, auf die das Reformvorhaben in der medialen Debatte reduziert wurde, konnte man zwar verhindern. Das Bild der Lehrer als ewige Blockierer und Minderleister brannte sich – vielfach zu Unrecht – aber nur noch tiefer in die Köpfe vieler Österreicher ein.

Wie man es nicht macht, hätte Claudia Schmied also bereits ziemlich eindrucksvoll bewiesen. Der Unterschied, der Maria Fekters Vorstoß diskussionswürdig macht, liegt in den Details: Dass die neu eintretenden Junglehrer – und nur für sie würde die Regelung gelten – am Ende des Monats künftig mehr Gehalt auf dem Konto hätten, ist begrüßenswert. Schließlich werden zwei Drittel der Mehrarbeit ja bezahlt. Sind es doch unter anderem die niedrigen Einstiegsgehälter, die den Lehrerjob in Österreich für viele uninteressant machen. Dass Lehrer eine höhere Stundenanzahl pro Woche unterrichten, ist per se kein Problem, sondern jungen, engagierten Pädagogen zumutbar. Dass die vielen älteren Lehrer von der Stundenerhöhung ausgespart blieben, mag ein Schönheitsfehler sein. Es erhöht aber zumindest die Chance, dass die Reform – an alteingesessenen Besitzstandswahrern vorbei – tatsächlich umgesetzt wird. Und die jahrelangen Scheinverhandlungen rund um ein neues Dienst- und Besoldungsrecht für alle Lehrer vielleicht doch irgendwann zu einem Ende finden.

Dass die jungen Lehrer ihre Mehrarbeit nicht zur Gänze abgegolten bekämen, ist hingegen eine andere Sache. Fekter verschleiert dieses Vorhaben besser, als Schmied es tat. Das zeugt zwar von größerem taktischen Geschick. Mehr aber auch schon nicht. Ausschließlich bei den Jungen zu sparen, kann nicht der Sinn der Dienstrechtsreform sein. Wenn Fekter, wie sie sagt, „weg von den exorbitanten Lehrergehältern“ will, muss sie die Gehaltskurve weiter abflachen: Und zwar, indem sie bei jungen Lehrern den Stundenlohn erhöht. Und die (tatsächlich exorbitanten) Gehaltssteigerungen abschafft.

Noch etwas darf nicht vergessen werden: Zusätzliche Unterrichtsstunden stehen nicht für sich allein, sondern ziehen für Berufseinsteiger eine weit darüber hinausgehende Erhöhung der Arbeitszeit nach sich. Für ihr Argument, jede Unterrichtseinheit „vor- und nachbereiten“ zu müssen, werden die Lehrer zwar gern belächelt. Wahr ist es dennoch.

Wenn die Regierung also will, dass junge Lehrer mehr Zeit in der Schule verbringen, muss sie endlich auch für bessere Arbeitsbedingungen sorgen – vor allem, wenn sie sich zeitgleich des Ausbaus ganztägiger Schulformen rühmt. Dass die Pädagogen vernünftige Arbeitsplätze erhalten und die Konferenzzimmer mehr als nur eine Lagerstätte für Schularbeitshefte sein müssen, ist nur der Anfang. Auch von unnötigen administrativen Tätigkeiten müssen die Lehrer entbunden werden. Damit sie sich wieder auf das konzentrieren können, wofür sie eigentlich bezahlt werden: auf das Unterrichten. Und dann gern auch ein paar Stunden länger. Mehr Arbeit für Junglehrer, S. 1

 

E-Mails an: christoph.schwarz@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.11.2011)

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94 Kommentare
 
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Gast: Österreicher
25.11.2011 11:47
0 1

Das reinste Lehrer-Bashing,

weil die meisten Leser während ihrer Schulzeit offenbar durch schlechte Zeugnisse traumatisiert wurden...

Gast: Niederösterreicher
25.11.2011 11:44
2 1

Die Leser sind offenbar aus mehreren Gründen besondern kritisch gegenüber Lehrern!

Das hat verschiedene Gründe:
1.) Offenbar sind viele Kritiker noch von ihrer eigenen Schulzeit durch ein paar 5-er traumatisieert und tragen das den Lehrern nach;

2.) Angefangen von der Frau BM, einer gelernten Bankerin, fühlen sich alle als Experten für das Schulwesen berufen und sind auf die Expertise der Lehrer, die das Schulwesen studiert haben, nicht angewiesen;

3.) Gewerkschaftliche Rechte stehen grundsätzlich nur jenen Werktätigen zu, die sich "links" organisieren! "Metaller" dürfen hohe Gehaltsforderungen stellen und mit Streiks erpressen. Von Beamten wird erwartet, daß sie in ihren Gehaltsforderungen zurückstehen - die verlangt nicht zuletzt auch die Medienöffentlichkeit.

4.) Die im Vergleich zu den meisten europäischen Staaten hoch qualifizierte Beamtenschaft hat schon viele Reformen seitens unbedarften Ministern überf sich ergehen lassen und hat unverzagt auch unter erschwerten Bedingungen ihre Pflicht erfüllt. Die Einsparungen von Dienstposten haben schon in den Sechzigerjahren begonnen, als die überschuldete "Verstaatlichte" noch fleißig mit Milliarden "gefüttert wurde"! Ungeachtet dessen vergeht kaum ein Jahr, wo den Beamten keine neuen Aufgaben übertragen werden.
Jetzt sollen die Lehrer mit dem Chaos der Schmiedschen Schulreformen fertig werden, was stark erhöhten Sachaufwand bedeutet. Bei den Gehältern der Lehrer soll hingegen gespart werden, ganz offensichtlich, weil sie nicht bei der "richtigen Partei" organisiert sind!

4 0

das minderleisterimage

verdanken die lehrerInnen ihrer eigenen frau minister!

wann endlich tritt sie ab???

Antworten Gast: Mamba
26.11.2011 17:22
0 0

Re: das minderleisterimage

Ihr Image malen sich die Lehrer sonst selbst, mithilfe ihrer übergscheiten L-Gewerkschaft, heute unter Schmied und gestern unter Gehrer (und Gehrer war sogar selbst Lehrerin).

Sinus17
24.11.2011 15:09
5 1

Zuerst Milliarden in der EU versenken -

und den den jungen Arbeitnehmern ins Gesicht springen!
Gilt auch für völlig ahnungslose Redakteure!!!!!!!!!!!

Gast: nurmalso
24.11.2011 14:17
3 2

Man kann nicht alle Lehrer über einen Kamm scheren

Ich will nicht verstehen, warum Erfahrung und Routine keinen Stellenwert in der Lehrerdebatte haben.
Natürlich muss ein Neueinsteiger mehr tun, um seine Unterrichtsmaterialien vor und aufzubereiten.
Und natürlich kann ein Lehrer mit einigen Berufsjahren auf einen gewissen Fundus an eben solchen Materialien zurückgreifen.

Was also hindert uns daran, erfahrenere Kollegen mehr Unterrichtsstunden zu geben und Neulingen zunächsteinmal Zeit, damit der Unterricht auch passt.

Aber nein, Berufseinsteiger mit der fürstlichen Entlohnung von €1300 brutto sollen auch noch mehr Unterrichtsstunden leisten, von denen sie nicht mal alle entlohnt bekommen.
Die Qualität muss dabei auf der Strecke bleiben.
Kann uns das egal sein?

Re: Man kann nicht alle Lehrer über einen Kamm scheren

Wenn ich für eine Aufgabe, für die ein junger Kollege 2 Stunden braucht, wegen meiner Erfahrung nur 1 brauche, mache ich die 2. Stunde etwas anderes produktives und bereite mich nicht virtuell auf die 1 Stunde vor, in der ich dann was tue.

Ich bekomme auch nicht deswegen mehr bezahlt als mein junger Kollege, weil ich so erfahren bin, dass ich für manche Dinge keine Vorarbeiten machen muss, sondern weil ich in der selben Zeit MEHR Arbeit machen kann.

Von dem her haben Sie meien volle Unterstützung mit Ihrem Vorschlag.

Sebifredi
24.11.2011 14:02
3 4

Wenn, dann aber höhere Lehrverpflichtung für ALLE Lehrer, bitte!

Und den Lehrer möchte ich sehen, der sich für JEDE Unterrichtseinheit vor und nachbereitet!
Wie schaut´s bei Religions-, Turn-, Geographie-,Musik- BE-, Geschichtelehrer.....alle, die nichts oder (eh falsch) korrigieren aus?
Junglehrer möchte ich da in Schutz nehmen, denn es dauert am Anfang einer Lehrertätigkeit wirklich viel, viel länger, sich optimal auf den Unterricht vorzubereiten.

Antworten Gast: idealist
25.11.2011 09:11
0 0

Re: Wenn, dann aber höhere Lehrverpflichtung für ALLE Lehrer, bitte!

BE Lehrer gehören zu der Lehrverpflichtungsgrupe IVa und haben somit viel mehr zu unterrichten als andere KollegInnen, um den gleichen Gehalt zu haben.
Bedenklich ist, dass tlw die Tätigkeit in der Tagesbetreuung gleich oder sogar besser entlohnt wird als im regulären Pflichtgegenstand.
In BE gibt es in der Unterstufe kein Schulbuch. Sämtliche Info- und Arbeitsblätter sind daher selber zu machen.
BE ist genauso ein Maturafach wie Mathematik, Deutsch, Geografie, Geschichte oder andere.
Warum daher also noch mehr unterrichten?
Der durchschnittliche Aufwand pro Woche liegt lt Studien bei ca 50 Wochenstunden....

Antworten Gast: yoshi1
24.11.2011 18:02
1 0

Religions-, Turn-, Geographie-,Musik- BE-, Geschichtelehrer

verdienen weniger als ihre Kollegen aus Mathematik, Fremdsprachen oder Naturwissenschaft.

Antworten Antworten Sebifredi
24.11.2011 21:37
2 0

Re: Religions-, Turn-, Geographie-,Musik- BE-, Geschichtelehrer

Das stimmt aber nicht! Korrekturfächer-Lehrer haben weniger Stunden zu halten, aber jeder Lehrer verdient gleich viel!

Freilich

muss man jede Unterrichtseinheit „vor- und nachbereiten“. Aber eine erhöhte Normalarbeitszeit sollte Arbeitnehmern, die sich über mehr als 12 Urlaubswochen im Jahr freuen dürfen, vielleicht schon zuzumuten sein...

Antworten Gast: optimist
25.11.2011 09:16
1 0

Re: Freilich

Wenn man keine Ahnung von der Lehrtätigkeit hat, sollte man sich solche Kommentare sparen - nur weil man selbst einmal in die Schule gegangen ist. Oder haben Sie eine Ahnung von der Besoldung im öffentlilchen Dienst?
Damit Juli und August ein Gehalt ausbezahlt werden kannn, wird in den anderern Monaten aliquot etwas vom Gehalt abgezogen. Es geht also nur darum, dass Lehrer im Sommer versichert sind.
Sie könnten ja selbst auch diesen Beruf ergreifen, wenn er wirklich so gut bezahlt ist, man so viel Urlaub hat, und obendrein noch ein super Image genießt...

Re: Re: Freilich

Na gut, rechnen wir eben mit dem Jahresgehalt. Wieviel bekommt ein Lehrer mit sagen wir 10 Jahren Berufserfahrung?

Antworten Gast: schlÄchter
24.11.2011 16:45
2 2

Re: Freilich

und bei denen die arbeitsstunde-zugegeben bei entsprechender umsetzung durchaus anspruchsvoll und intensiv - 50 minuten beträgt....

völlig ihrer meinung.
mfg
s.

Antworten Antworten Gast: yoshi1
24.11.2011 18:08
2 2

Re: Re: Freilich

Wie bei jedem Arbeitnehmer darf ruhigen Gewissen auch berücksichtigt werden, dass von diesen 10 Min, welche auf die volle Stunde fehlen, auch Zeit auf dem Weg zum Klassenzimmer, für die Beschaffung der nötigen Materialien für die nächste Unterrichtseinheit verlorgen geht. Oder wird Ihnen etwa der Gang aufs Klo vom Lohn abgezogen?

Antworten Antworten Antworten Gast: schlÄchter
25.11.2011 11:59
2 0

Re: Re: Re: Freilich

sg herr yoshi!
kenne und schätze zahlreiche lehrer (VS, HS, AHS, BHS) in meinem bekanntenkreis, folgendes build ergibt sich:
durchschnittlich 20 unterrichtsstunden in der woche a 50 min
3 freie tage
3 monate bezahlte ferien
vor- und nachbearbeitung zu hause - abh, vom alter (routine) und unterrichtsgegenstand - bei kenm mehr als 10 stunden/woche
1 woche schulungsseminare
freiwillige fortbildungstage-von den meisten nicht genutzt.
großzügigste karenzmöglichkeiten, werden zur weltreise genutzt (sei vergönnt-kann ja auch bilden)

verdienst hochgerechnet unter berücksichtigung der ferien und realen arbeitszeiten - rechnen sie selbst

argumente wie klo- und klassenzimmerfinden (10 kin pro stunde ;-)))-da müssens doch selbst lachen) oder ferien nur während hochsaision (familien können aufgrund schulpflicht ihrer kionder auch nur in diesen zeiten fahren) usw. - überzeugen mich nicht.

kurzum: bin gegen blindes lehrerbashing, aber so wirds nicht weitergehen - hier werden die lehrer eine erhöhung des arbeistpensums und zb nachbetreuung - schüler nachunterstützung gefallen lassen müssen.
wissen sie wieviele stunden zu den normalen 39,5/40 wochenstunden auch andere werktätige zu hause oder in der freien zeit sich vor- und nachbereiten (über arbeit und konkrete projekte/fälle udgl.) unbezahlt "brüten", sich fortbilden usw.
in diesem sinne
mfg
s.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: gast lich
26.11.2011 19:45
1 0

Re: Re: Re: Re: Freilich

Nun, als sogenannter Junglehrer darf ich Ihnen sagen: in einer 5 Minuten Pause geht sich eh nichts aus als von klasse 1 (oft fragt zusätzlich ein Kind noch was etc). in irgendeinem Stock zum Konferenzzimmer zu gehen, Sachen abladen, Klo gehen(oft anstellen), Konferenzzimmer gehen, nen Schluck trinken, Sachen für nächste Stunde schnappen und wieder weiter zur Kasse im nächsten Stock...ist mir nicht klar, was daran nicht zur Arbeit gehört.

Weiters gerne berichtigt: Sommerferien werden nicht bezahlt.

Antworten Antworten Antworten Gast: mh
24.11.2011 19:35
2 2

arme, kranke Lehrer

Aha, Lehrer müssen alle 50 Minuten aufs Klo.

Und brauchen bis zu 14 Wochen Jahresurlaub ...


Re: arme, kranke Lehrer

Na ja, wegen der 10 Minuten herumdiskutieren ist auch etwas kindisch. Die braucht man ja schon fast in die nächste Klasse.

0 1

"Dienstrechtsreform " ???

ein mir bekanntes extrembeispiel:
eine (geschichte)lehrerin an einem gym kommt pro jahr auf ca 3 krankenstandsmonate. (natürlich wird sie in den ferien NICHT krank!).
sie erscheint mit mindestens 10 minuten verspätung in die klasse, doch dafür beginnt die nächste pause entsprechend früher.
ihr unterricht dazwischen ist wohlwollend als steinzeitlich zu bezeichnen...

konsequenz kündigung?
an der mir bekannten schule ist sie nicht mehr, doch da sie von anderen schulen übernommen werden MUSS, treibt sie als lehrernomadin halt anderswo ihr spiel.
konsequenz versetzung?
zb in die schulverwaltung, wo sie wenigstens täglich 8 stunden anwesend sein müsste und listen ausfüllen könnte. hahaha, da sperren ja eher die freibäder morgen wieder auf!

doch warum beschwert sich der bürger? als souverän hat er doch kürzlich ein machtwort gesprochen: er war mehrheitlich (so jedenfalls mein eindruck) dafür, dass ein beamter weder gekündigt noch mit einer neuen aufgabe betraut werden darf.
es ging da zwar um herrn entacher, mit dem die wenigsten bürger etwas zu tun haben.
warum sollte seine entscheidung nicht auch dort gelten, wo eltern und kinder darunter direkt zu leiden haben?

ein verantwortungsbewusster souverän bedenkt solche auswirkungen, auch wenn es nicht in sein enges ideologisch-parteipolitisches system passen sollte!

Antworten Gast: empörterSchreiber
25.11.2011 14:39
0 0

Re: "Dienstrechtsreform " ???

Sie können sicher sein, dass Herr Entacher mindestens für zwei arbeitet und sogesehen ihre müde Lehrerin "ausgleicht".

Natürlich ist das ein grober Missstand was sie beschreiben!

Aber daraus eine Verbindung zum Fall Entacher herzustellen ist absurd.

Antworten Gast: Luzifer
24.11.2011 13:43
5 0

Re: Die Minderleistung von eine paar "Nieten"

sollte man nicht zum Vorwand nehmen, um der großen Mehrheit der ordentlich arbeitenden Lehrer die Arbeitsbedingungen zu verschlechtern...

Es gibt unter den Akademikern viele Berufsgruppen, die wesentlich mehr verdienen als die Lehrer. Keine Berufsgruppe würde sich eine durchgehende Anwesenheitspflicht gefallen lassen, wenn es nicht einmal ein eigenes Arbeitszimmer gibt!

Und wir wollen auch nicht vergessen: auch unter den Lehrern gibt es einige Individuen, die alles besser wissen und ihren Standesgenossen im Lohnkampf in den Rücken fallen! Nicht zufällig sind das "obergescheite" Grüne nach dem Modell Glawischnig, die nicht eher rasten, bis die Lehrer weniger verdienen als ein Arbeiter...

0 1

Sie haben recht ...

... Die Minderleistung von eine paar "Nieten" sollte man nicht zum Vorwand nehmen
ABER - Die Lehrer müssen aufhören, sich mit diesen Nieten über die Gewerkschaft zu solidarisieren.
Wenn sie sich im Klassenkampf alle auf einen Haufen werfen, müssen sie sich gefallen lassen, dass sie auch dann gemeinsam betrachtet werden, wenn es ihnen gerade nicht nützt.

1 0

Leider ist dieses Thema nicht mehr versachlichbar ...

... es stimmt natürlich alles.
Es stimmt zwar, dass Lehrer mehr Gestaltungsmöglichkeiten haben, was das nicht-arbeiten in der Arbeitszeit betrifft (also eben nicht außerhalb der Schule arbeiten), es stimmt aber auch, dass es Lehrer gibt, die überdurchschnittlich viel arbeiten (daher unterbezahlt sind), wie es auch welche gibt, die das System schamlos ausnutzen (haben wir alles in der Familie).
Leider solidarisiert sich die Mehrzahl der ordentlich arbeitenden Lehrer mit denjenigen, die das System ausnutzen, anstatt sie zum Teufel zu jagen.
Und - Lehrer - ja - gehört zu den schwierigeren Berufen (ist aber nicht der schwerste). Das gehört in einer derartigen Diskussion betont.
Eine Dezentralisierung des Problems (mehr Autonomie den Schulen bis hin zur Privatschule) würde allen Seiten gerechter werden.
Wie jeder Zentralismus funktioniert dieser -ismus auch in der Schule nicht.

Antworten Gast: Luzifer
24.11.2011 13:37
4 0

Re: Leider ist dieses Thema nicht mehr versachlichbar ...

Die anderen Gewerkschafter solidarisieren sich auch mit ihren "schwächeren" Berufskollegen! Besonders skurill wird es, wenn etwa etwa die ÖBBler in der Verwaltung ihr niedrig angesetztes Pensionsantrittsalter mit den gesundheitlichen Problemen der Lokführer und Heizer am offenen Führerstand der Damplok begründen....

 
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