25.05.2012 22:55 | Meine Presse Merkliste 0

Parteipolitische Übungen in einem Land am Abgrund

NORBERT RIEF (Die Presse)

Johanna Mikl-Leitner, der ÖAAB und Teile der SPÖ haben es noch immer nicht verstanden: Österreichs Budgetsituation ist zu ernst für politische Spielereien.

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Man darf Johanna Mikl-Leitner nicht allzu ernst nehmen. Ihre Forderung nach einer Solidaritätsabgabe der Reichen und ihre Skepsis gegenüber einer Schuldenbremse sind parteipolitische Übungen, weil sie am Samstag in Linz als neue Obfrau des Arbeitnehmerbundes der ÖVP zur Wahl steht. Damit die bürgerlichen Genossen des ÖAAB also ein möglichst kommunistisches Wahlergebnis liefern, muss sie sagen, was sie gesagt hat.

Man könnte also die Aussagen der Innenministerin als das nehmen, was sie sind – fokussierte Unintelligenz – und schlicht ignorieren. Dass Mikl-Leitner bei der Schuldenbremse tatsächlich auf die Bremse tritt, damit das Konjunkturauto Österreich bei einer Vollbremsung nicht ins Schleudern gerät – wie sie ihre skeptische Haltung recht blumig formuliert hat –, wird realpolitisch ohnehin nicht passieren, weil sie einerseits bereits in der Regierung für das Vorhaben gestimmt hat, andererseits nicht wirklich so dumm ist zu glauben, dass Österreich auf diese Maßnahme verzichten kann.

Und genau da liegt das grundlegende Problem: Österreichs Situation ist zu ernst für parteipolitische Spielereien, um sich ein paar zusätzliche Stimmen von ÖAAB-Mitgliedern zu sichern.

Eben waren Prüfer der Ratingagentur Moody's in Wien, die das fragile Fundament untersuchten, das noch das Triple-A Österreichs stützt. Allen Gesprächspartnern wurde signalisiert, dass man die Zukunft der Bestnote skeptisch sieht und daher eine Schuldenbremse begrüße. Und welches Schauspiel bietet das Land den Herrschaften, die mit ihrem Rating darüber entscheiden, ob institutionelle Investoren unsere Anleihen noch kaufen und wie hoch die Zinsen sind, die wir zahlen müssen? Man bietet ihnen die tief gespaltene Regierungspartei SPÖ, in der große Teile lautstark gegen die Bremse aufbegehren; einen Teilbund der bisher relativ vernünftigen ÖVP, der es für notwendig hält, in den Populismus der Arbeitnehmervertreter einzustimmen; und einen ÖGB, der die überlegenswerte Idee, eine Bremse für die Steuerquote ebenfalls in der Verfassung festzuschreiben, als „absolutes No-go“ bezeichnet.

Mit einem solchen Agieren signalisiert man Märkten und Menschen, dass man die Budgetsituation nicht ernst nimmt, dass es bei der Schuldenbremse um eine Idee geht, die einem oktroyiert wurde und die man aus Sorge vor den Ratingagenturen halt diskutiert, eigentlich aber für verzichtbar hält.

Die Märkte haben auf dieses Verhalten bereits reagiert und bedenken unsere Staatsanleihen mittlerweile mit höheren Risikoaufschlägen als jene von Frankreich, obwohl es derzeit finanziell weitaus schlechter dasteht. Ein teurer Beweis dafür, was man in London, Paris und Frankfurt von der Problemlösungskompetenz unserer Regierung hält.


Österreich muss bis 2020 etwa 40 Milliarden Euro einsparen, um auf den angepeilten Schuldenstand von 60 Prozent des BIPs zu kommen. Dabei sind die Schulden von ÖBB und Asfinag noch gar nicht eingerechnet. Pessimisten nehmen an, dass es in den kommenden acht Jahren eher um 60bis 80 Milliarden Euro geht.

Und dies wird man nicht mit einer symbolischen Solidaritätsabgabe ausgleichen können, die – so das Geld tatsächlich verantwortungsbewusst verwendet wird – als eine zeitlich befristete Maßnahme durchaus zu unterstützen ist. Ein solcher Sanierungsbedarf wird Opfer von allen Teilen der Bevölkerung verlangen, auch von jenen, die sich auf ihre vermeintlichen Ansprüche berufen: Warum etwa die teure Hacklerregelung erst ab 2014 strenger geregelt wird, ist niemandem zu erklären, der künftig weitaus länger für eine weitaus geringere Pension wird arbeiten müssen.

Ist es zu viel verlangt, wenn man sich Politiker wünscht, die über ein Parteitreffen am Samstag oder über parteipolitische Pflichtübungen hinausdenken? Die den Ernst der Lage, den sie hinter vorgehaltener Hand durchaus zugeben, auch entsprechend öffentlich kommunizieren und nicht schönreden?

Die Wahrheit ist den Menschen nicht nur zumutbar, sie ist auch eine unabdingbare Voraussetzung dafür, dass sie den Ernst der Lage verstehen. Und vielleicht auch dafür, wieder etwas mehr Vertrauen in diese Politik zu bekommen.

 

E-Mails an: norbert.rief@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.11.2011)

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62 Kommentare
 
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immer wieder erschüttert es mich,

wie weit nach links ehemals konservative parteien in europa gerückt sind, nur um den linxpopulistischen medien zu gefallen!

Antworten hw007
27.11.2011 17:16
0 0

Re: immer wieder erschüttert es mich,

Sie müssen dem Volk gefallen.
Da es wohl an Strategien und Intelligenz mangelt, muss man sich der Wortwahl bedienen. So führt man ein Volk in die irre, wie der Teufel die Eva mit dem schönen Apfel!

hw007
27.11.2011 16:21
1 0

InnenministerIn

Eine InnenministerIn welche sich der Wortwahl einer BankräuberIn bedient nehme ich sowieso nicht mehr ernst. Eigentlich untragbar und rücktrittsreif!

migele
26.11.2011 17:28
0 0

Niemals vergessen?

Es gibt nicht viele Möglichkeiten die Krisensituation in Europa mit Krisen zu anderen Zeiten zu vergleichen. Aber als "Lernbehelf" für alle die in Politik, Wirtschaft und Medien Verantwortung tragen bieten sich jedenfalls die 30-er Jahre des vorigen Jahrhunderts an. Damals gab es einen europäischen Weg mit der Wirtschaftskrise umzugehen und einen amerikanischen. Der europäische war der Weg des Sparens, mit dem Ergebnis hunderttausender Elender, die den politisch Radikalen in Scharen zuliefen, mit den bekannten Folgen (Die Nazis haben sich übrigens auch über die prall gefüllte österr. Staatskasse gefreut, den die damalige Regierung hielt es auch für besser mehr Arbeitslose und Arme zu haben als Staatsschulden). Franklin D. Roosevelt hat die Einkommensteuer für Reiche auf 79% erhöht (was später noch einmal erhöht wurde und für Jahrzehnte so blieb - ohne das die USA je in den Verdacht des Kommunismus kamen) und kurbelte die Wirtschaft mit Investitionen an. DAhinter steckt auch die ökonomische Überlegung, dass hohe Einkommen/Vermögen nur zu einem kleinen Teil der Realwirtschaft zufließen und letztlich nur dem Eigner zugute kommen. Hohe Steuern in Krisenzeiten leiten Teile davon der Realwirtschaft zu und beleben sie. Das ist eigentlich so einfach, dass es auch Presse-Journalisten und ihren Geldgebern klar sein sollte. Umstrukturierungen, Modernisierungen und neue Steuern sind keine Gegensätze - man muss nur unvoreingenommen darüber nachdenken!

Antworten hw007
27.11.2011 16:18
0 0

Re: Niemals vergessen?

Die krise derzeit ist eben mit keiner anderen vergleichbar.
Es gab eben noch niemals einen derart schnellen waren, personen und Kapitalverkehr.

Sie haben aber richtig erkannt, der Ausweg liegt im investieren und nicht im verteilen.
Natürlich soll dem investieren ein verteilen folgen, aber an am werk beteiligten Personen und nicht mit der gießkanne.

Antworten Gast: gast 66678
27.11.2011 13:17
0 0

Re: Niemals vergessen?

Alles Unsinn.

alpentiger
26.11.2011 09:11
0 0

Unsere Poltiker sind reif für das Rating "Ramsch" ....

Der ÖAAB-, ÖGB-, und sonstiger Pfründe- und privilegienklüngelnde, unbelehrbare und die Zukunftsnotwendigkeiten für unsere Kinder missachtende Populismus- und Egomaniemix erlaubt mir keine andere Note.

Wenn wir von diesen Mikls, Leitners, Negebauers und sonstigen Herrschaften offenbar schon des längeren nichts sonderlich zukunftsträchtiges zu erwarten haben, so muss ich zusätzlich mein Rating im HInblick auf die "zuschauende" Politriege und auf sonstige Populisten stützen. Ihr könnt Euch aussuchen, ob Ihr nun Anstifter, Mittäter, Beihilfs- oder Beitrittstäger seid. Wenn wenigstens Ihr einen Funken Anstand hättet, dann würde Ihr erstere verbal "mit dem nassen Hudern" verjagen.

Offenbar sind wir in der österreichischen politischen Gesellschaft erst dann zu Veränderung bereit, wenn die Ringstraße dem Mob der Empörten gehört. Manche wohl selbst dann nicht.

Gast: astray
25.11.2011 22:15
2 0

unbelehrbar

ja,manche sind einfach unbelehrbar.dazu gehören weie teile der spö,ögb und-leider auch der immer linker werdende öaab.
verantwortungslose poliiker haben den karren an die wand gefahren und die zukunft unserer kinder und enkel schwer gefährdet,indem sie sich um geborgtes geld simmen gekauft haben.
dieses geld muss jetz zurückgezahlt werden,oder es muss jetzt zumindest damit begonnen werden.
schuldeinsicht oder gar gewissen ist meist nicht vorhanden-siehe androsch,der,statt demütig in sich zu kehren,linker denn je agiert.

Antworten alpentiger
26.11.2011 09:45
0 0

Wer die Sonne liebt, muss den Schatten akzeptieren ....

Zu lange hat sich die heimische Politik im AAA-Rating gesonnt und die Hydra der Pfründe gefüttert.

Jetzt, wo es es eng wird, versuchen die kleinen "Nagetiere" einfach so weiter zu tun, wie in glorreichen Zeiten. Da ist es ihnen egal, ob der Freßnapf den anderen gehört, hauptsache der eigene Magen wird gefüllt.

So wird es auch unserem Staat bald gehen, wenn wir nicht die Nager bekämpfen, sondern das Futter des Nachbarn stehlen.

Die Ratingagenturen sind nicht schuld, dass das Rating für unsere "Poltigrößen" Richtung Länderrating für Ungarn und Griechenland sinkt.

Wir haben in der Sache nichts verhindert, nämlich Nagetiere wie Neugebauer und Mikl-Leitner, Jusos ....


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"Und welches Schauspiel bietet das Land den Herrschaften, die mit ihrem Rating darüber entscheiden, ob institutionelle Investoren unsere Anleihen noch kaufen .."

ich interpretiere riefs aussage so: es wäre am besten, den moody's leuten einen zettel und bleistift zu reichen --> damit sie eine liste von durch die republik zu erledigenden aufgaben samt erfüllungsdatum zu erstellen.
so hätten sie es bei ihrem nächsten besuch leichter und müssten auf der eigenen liste nur noch punkt für punkt abhaken.
soweit also riefs vorstellung.

meine vorstellung: umdrehen, hose runter und den moody,s jenes körperteil präsentieren, das das für sie einzig angemessene ist (aufforderung zur reinigung per zunge ist optional). statt die zeit mit diesen leuten zu verschwende sollte man nachdenken, ob man die 'institutionellen investoren' zuerst auf der linken oder besser der rechten flanke angreift und niedermacht!
(so macht man das mit aggressoren, solange man NOCH stärker ist jedenfalls!)

auch andernorts gibt es unterschiedliche ansichten: rief kritisiert es, "...in den Populismus der Arbeitnehmervertreter einzustimmen". ich hingegen finde, dass dieses auf den kopf der arbeitnehmer schei**en (durch leute, die den hals nicht voll bekommen und deren braven medialen knechte) ein ende haben sollte. ein baldiges und friedliches hoffentlich.

wenn al capone und frank nitti noch am leben wären, dann würde ich für eine entsendung von eliott ness plädieren.
rief hingegen würde sie loben ("sie sind der lebende beweis, dass man es mit fleiss und festen zielen vom ghettokind zum milliardär bringen kann!") und sie um das schalten von ein paar inseraten bitten.

Gast: presse abo
25.11.2011 17:46
3 1

hallo herr rief

sie haben mir jetzt aber angst eingejagt. werde ein erstes opfer bringen und mein presse abo einsparen.

Entropix
25.11.2011 17:43
2 0

das grundsätzliche Problem

sind noch immer die Wähler: Wer immer "Wohltaten" verspricht, welche angeblich " eh die anderen" bezahlen, bekommt die Stimme. Niemand kapiert hierzulande, dass wir das letztendlich immer selber bezahlen müssen, selbstverständlich mit einem kleinen Aufschlag für die Pfründner in Politik und Verwaltung ;-)

Druven
25.11.2011 16:49
2 2

.

"Eben waren Prüfer der Ratingagentur Moody's in Wien, die das fragile Fundament untersuchten.
Man bietet ihnen die tief gespaltene Regierungspartei SPÖ, in der große Teile lautstark gegen die Bremse aufbegehren; einen Teilbund der bisher relativ vernünftigen ÖVP, der es für notwendig hält, in den Populismus der Arbeitnehmervertreter einzustimmen; und einen ÖGB, der die überlegenswerte Idee, eine Bremse für die Steuerquote ebenfalls in der Verfassung festzuschreiben, als „absolutes No-go“ bezeichnet."
Viel besser wären natürlich dreifingrige Stahlarbeiter, die ohne Schutzkleidung 20 Stundenschichten schieben und Kinder, die sich ihre Schulbücher mit Schuheputzen verdienen, vielleicht noch ein kleiner Bergwerksunfall, damit die Herren von Moody's auch sehen, hier wird geklotzt!
Ja ja liebe Presse, wir haben verstanden, solange solche Zustände bei uns noch nicht Einzug gehalten haben tanzen wir am Abgrund dahin!

2 2

es ist zum speiben, wie weit links die övp abgedriftet ist!


Gast: Baur4
25.11.2011 14:34
0 0

"Schuldenbremse" wird uns Neugebauer (ÖVP) präsentieren

Beamtenforderung 4,65%

Angebot 2,95%

Abschluß für die Bematen 3,8%
(Zufällig treffen sich SPÖ+ÖVP immer wieder genau in der Mitte)

Ob 3,8% für Beamte wirklich eine Schuldenbremse ist?

Antworten Gast: check
25.11.2011 15:46
1 0

Re: "Schuldenbremse" wird uns Neugebauer (ÖVP) präsentieren

Diese 3,8% für die Beamten ist ja nur die halbe Wahrheit.

Tatsächlich bekommen die Beamten Jahr für Jahr 1,6% ZUSÄTZLICHE Lohnerhöhung, in Form einer halben Biennalie.

Somit bedeuten 3,8% nominelle Erhöhung ganze 5,4% Einkommenssteigerung für die Beamten.

Vergleichen sie die lebenseinkommenssumme der Beamten mit den Angestellten der Privatwirtschaft und sie werden erkennen, warum auch Österreich am Rande des Staatsbankrotts steht!und

Antworten Gast: Unmehra
25.11.2011 14:58
1 0

Wenn man dafür 10% der Beamten

hinauswirft, ja.

Antworten Antworten Gast: Baur4
25.11.2011 18:36
0 0

Re: Wenn man dafür 10% der Beamten

Einkommensvergleich 1999 - 2009:

Beamte +26%
Angestellte + 4 %
Arbeiter - 9%

Monatliches Durchschnittseinkommen

Arbeiter 1331
Angestellte 2481
Beamte 3722

Gast: MilliardenUNDMehr
25.11.2011 13:51
1 0

2020 etwa 40 Milliarden Euro einsparen

Bei solchen Prognosen muß ich immer lachen.

Und bis zum Jahr 2500 müssen 30.000 Billiarden eingespart werden ... geh bitte.

Die Politiker wissen doch nicht einmal wieviel Geld sie nächstes Jahr haben.

Antworten Gast: Plach2
25.11.2011 14:32
1 0

Re: 2020 etwa 40 Milliarden Euro einsparen

Da kenne ich andere Zahlen:

Von 2010 bis 2015 machen SPÖ+ÖVP € 35 Mrd. !!!! neue, noch höhere Staatsschulden;
zwischen 2016 und 2020 sollen davon lediglich 8 Mrd. wieder eingespart werden.
Das nennen sie Schuldenbremse.

Weiterhin kein einziger Politikerposten!
94 Regierungsmitglieder und 770 Abgordnete sollen auf unbestimmte Zeit bleiben. Obwohl schon 80% der Gesetze aus Brüssel kommen.

Gast: 0815-kommentar
25.11.2011 13:10
3 0

das problem ist die frau minister

die schuldenbremse ist derzeit einmal nichts anderes als eine leere worthülse.
fekter hätte die chance gehabt, kurz vor dem besuch von moodys ein vernünftiges budget zu präsentieren. das sie jedoch nicht einmal die maastricht-kriterien mit ihrem ersten budget erfüllt, wird den analysten wohl zu denken gegebe haben.

mit anderen worten: wir brauchen eine(n) finanzministerIn, die budgets entsprechend geltenden verträgen erstellt und nicht auf grund einer analystenbesuchs in eine vorschlagspanik flüchtet.

hey, rief! werden wir jetzt in den abgrund fallen?


wenn die schuldenbremse doch nicht in die verfassung kommt? laut dem obigen artikel wird ein heulen und zähneklappern sein und das jüngste gericht en kuraufenthalt gegen das was uns bevorsteht, wenn die bremse nicht verfassungsrang erhält.

was können sie uns an schrecknissen ausmalen, falls das jetzt nicht passieren sollte? was kann uns geschehen? vielleicht nix? weil unser problem nicht die staatliche verschuldung, sondern unsere banken und ihre osteuropa-kredite sind? nicht möglich! war ihr ganzer artikel nur panikmache? substanzloses geschwafel?

nein, sowas! und das bei einem presse-kommentar!

Antworten Cicero
25.11.2011 14:46
2 1

Das Engagement österreichischer Banken im Osten kostet mich Steuerzahler keinen Cent, bringt mir aber massiven Gewinn!

„charles james fox“, klären Sie uns bitte auf. Wo haben Sie den Unsinn her, den Sie hier verbreiten. Das können Sie nicht alles allein erfunden haben, da gehören mehrere dazu für soviel Nonsens.

Weiter unten habe ich Sie aufgespießt für Ihre dubiose Ansicht, die Mehrheit dürfe alles und alles, was die Mehrheit macht ist jedenfalls richtig. Verantwortung ist dabei bei Ihnen ein Fremdwort. Dazu fällt Ihnen sichtlich nichts ein. Wie auch.

Und jetzt kommen Sie daher und erklären „ex cathedra“, nicht die Staatsschulden seien unser Problem, sondern die Banken, speziell jene Banken, die sich im Osten engagiert haben. Warum das so sein soll, die Erklärung bleiben Sie uns schuldig!

Hat eine dieser Banken Geld vom Steuerzahler geschenkt bekommen? Nein! Sie haben aus bestimmten Gründen Geld geborgt bekommen und das hoch verzinst – 9 % p. a. – zurückgezahlt, soweit der Bund das Geld vorzeitig überhaupt schon zurückgenommen hat. Die bestimmten Gründe hat Ihr Genosse in Sozialismus, namens Bill Clinton durch seine „Jedem-kleinen-Mann-ein-Häuschen“-Blase geliefert. Als die Blase platzte, brach der Kreditverkehr zusammen und mußte von der Regierung wieder angekurbelt werden.

Nun, und was etwa die Hypo-Alpen-Adria betrifft, dort mußte der Bund – nachdem Haider die Bank ruinierte – das Balkangeschäft retten. Österreich kann es sich nicht leisten, am Balkan das Vertrauen des kleinen Mannes zu verlieren. Wenn die Bank saniert und wieder verkauft ist, wird es ein Nullsummenspiel gewesen sein.

Re: Das Engagement österreichischer Banken im Osten kostet mich Steuerzahler keinen Cent, bringt mir aber massiven Gewinn!


leider hab ich noch anderes zu tun und kann mich nicht ständig um die armen im geiste hier kümmern.

aber selbst ist der mann! zur fortbildung kann ich ihnen zwei links empfehlen:

http://krugman.blogs.nytimes.com/2011/11/21/austrian-economics-the-real-kind/

und falls englisch sie überfordert, und ihnen ein ökonomie-nobelpreisträger, der nicht ihre vorurteile und ihre halbbildung bestätigt, irgendwie nicht vertrauenswürdig erscheint, lesen sie das folgende von der ex-presse-mitarbeiterin rosemarie schwaiger:

http://www.profil.at/articles/1146/560/312259/triple-a-aaalbtraum

dann wissen sie zumindest ein bißchen was über unser bankenproblem.

auf wiedersehen!

Antworten Antworten Antworten Cicero
25.11.2011 15:55
1 0

Krisen kann man auch herbeireden. Schuldenpolitik aber verursacht jedenfalls Krisen!

„charles james fox“, Sie Ärmster, Sie haben keine Zeit, Ihren Unsinn auch noch zu erklären. Genau so habe ich mir das vorgestellt. Treibt man Sie in die Enge, dann wird man für dumm erklärt und Sie haben keine Zeit. Das machen alle Scharlatane ganz genau so. Sie sind in bester Gesellschaft.

Also wie ist das – soviel Zeit muß sein – mit der Verantwortung der demokratischen Mehrheit? Dazu werden Sie etwas zu sagen haben, nachdem Sie so vehement die Schuldenpolitik der demokratischen Mehrheit verteidigt haben.

Um mein Englisch sollten Sie sich weniger Sorgen machen. Aber über Ihren famosen Nobelpreisträger schon. Denn der hat sich seiner Auszeichnung schon mehr als eine Blöße gegeben. Es ist nicht alles Evangelium, was so dahergeredet wird. Bedauerlich für Sie!

Nun, und was das Profil zu berichten weiß, fördert dann die Quote, sprich die Verbreitung des Magazins, wenn die Nachrichten möglichst negativ sind, denn ehernes Gesetz in den Medien, „bad news are good news!“

Die rauhe Wirklichkeit ist – leider für Sie – eine andere. Die Banken haben im Osten selbst während der Krise noch Gewinne gemacht. Inzwischen sind die Auswirkungen der Krise in diesen Ländern nahezu wieder vorbei. Dort gibt es Wachstumsraten, jenseits der 5 %, von denen wir im Westen nur träumen können.

Und wenn die Banken gegenwärtig verpflichtet werden, ihr
Stammkapital zu erhöhen, dann nur deswegen, weil angesichts der Schuldenkrise, die Sie nicht wahrhaben wollen, die Staatsanleihen unsicherer wurden.

sie leiden unter realitätsverlust


sie und ihresgleichen sind so verbohrte ideologen, dass sie die wirklichkeit so zurechtbiegen, bis sie mit ihren vorurteilen übereinstimmt.

man kann ihresgleichen nachweisen, dass die staatliche zinslast wegen der probleme unseres bankensektors steigt, und nicht wegen eines angeblich exorbitant hohen schuldenstandes (der ist bip-anteilsmäßig niedriger als der deutschlands!)

die wirtschaftskrise in der wir uns befinden, ist nicht durch "schuldenpolitik" verursacht, sondern durch eine krise unseres finanz- und bankensystems. aber sie leugnen und ignorieren das geflissentlich. leben sie weiter in ihrer scheinwelt, aber ihre austeritätspolitik, die europa jetzt verfolgt, wird alles nur noch schlimmer machen und genau nichts lösen, das sehen wir schon seit jahren, aber die antwort der austeritätsfanatiker ist immer die gleiche: immer mehr sparen, auch wenn nix besser sondern im gegenteil die krise sich dadurch immer mehr verschlimmert, weil die eigentlich für die krise ursächlichen probleme im finanzsystem nicht angegangen werden.

 
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