25.05.2012 22:56 | Meine Presse Merkliste 0

Die vier Optionen Europas

von CHRISTIAN ULTSCH (Die Presse)

Die EU steht am Wendepunkt. Die Banken ahnen das schon. Sie bereiten sich auf den Zerfall oder gar das Ende der Eurozone vor. Wenn das eintritt, liegt das gesamte europäische Projekt in Trümmern.

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Es ist mehr als bloße Angstlust, wenn sich rund um den Globus Banken auf einen Zerfall der Eurozone einstellen. Dahinter stecken nüchterne Berechnungen. Was vor ein paar Monaten als undenkbar gegolten hat, ist nicht mehr ausgeschlossen: Ein Zusammenbruch der europäischen Währung liegt im Bereich des Möglichen. Wie wahrscheinlich das Szenario ist, darüber spekuliert man besser nicht; das besorgen schon andere.

Auf dem Spiel steht viel. Ist der Euro einmal perdu, wäre das gesamte europäische Projekt gefährdet, eine Rückabwicklung der EU die logische Folge. Und wenn einmal der Rückwärtsgang eingelegt ist, kann niemand so genau sagen, wo die Fahrt endet: ob in einer Freihandelszone oder hinter wenig friedfertigen, protektionistischen Wällen.

Europa steht vor vier Alternativen: Es kann versuchen, den Euro mit allen Mitteln, also auch mit der EZB-Notenpresse, zu retten und sich irgendwie durchzuwursteln. Das jedoch schürt die Inflation in Europa und ist den Bürgern in den verbleibenden Triple-A-Nettozahlerländern kaum zuzumuten. Plan B kommt auch aus der Fleischerabteilung: Europa wurstelt weiter und stürzt sich gleichzeitig in eine Fiskalunion. Das Problem dabei sind die mangelnde politische Entscheidungsfähigkeit, die sich zuletzt deutlich gezeigt hat, und der Europa-Überdruss in der Bevölkerung. Plan C: Eine Avantgarde setzt sich im Euroraum ab und forciert die Vertiefung, ohne auf die anderen zu warten. Der Haken: Europa zerfällt in eine Mehrklassengesellschaft. Dieser Weg ist jedoch ohnehin bereits durch die Euro- und Schengenräume vorgezeichnet, denen ja auch nicht alle EU-Mitglieder angehören. Es ist die beste aller schlechten Varianten. Option D wäre der Euro-GAU, der Untergang.

Zerbröselt Europa in seine im globalen Maßstab unbedeutenden nationalen Bestandteile, kann es sich das globale Spiel für den Rest des 21. Jahrhunderts von der Tribüne aus ansehen. Auf der Weltbühne ist auch Deutschland ein Zwerg, so groß es manche Publizisten quer durch den Kontinent derzeit auch schreiben.

Wie unberechtigt die Germanophobie auch sein mag: Alles schaut derzeit auf „Spardiktatorin“ Angela Merkel, als wäre sie in Personalunion der Schrecken und die letzte Hoffnung Europas, die nervenstarke Admiralin, die das leckende blaue Schiff mit den goldgelben Sternchen schon irgendwie in einen sicheren Währungshafen führen wird. Man will ja solche Rettungsfantasien ungern stören, muss aber doch in Erinnerung rufen, dass Merkel in dieser Krise meistens ohne Kompass unterwegs war. Sie zeichnete sich vor allem dadurch aus, in der Schuldenkrise Lösungen zu verzögern und ihre Positionen dann doch zu räumen.

Es wäre nicht überraschend, wenn Merkel auch ihren Widerstand gegen gemeinsame europäische Anleihen aufgäbe. Aber erst dann, wenn es auch für diese ohnedies fragwürdige Option schon zu spät wäre.

Europa ist an einem Wendepunkt angelegt. Bankern ist das schon klar, hoffentlich auch den wesentlichen Politikern.

christian.ultsch@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.11.2011)

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64 Kommentare
 
1 2
Gast: Unbeteiligter
28.11.2011 19:25
0 2

Zwei Sachen sind ....

Fix:

1, Merkel faellt am ende immer um
2) das volk wird sich am Ende alle eu fanaten vorknöpfen

TMF42
28.11.2011 10:26
0 0

Desinformation

Plan A) bedeutet das Lissabon-Verträge geändert werden müssten - bedeutet eine neue Ratifizierung und damit zu lange. Den es ist der EZB verboten Schulden zu monetisieren - es gibt einige Schlupflöcher und Umgehungsvarianten aber alle nicht ausreichend um es in dieser Größenordnung umzusetzen.

Plan B) gleiche wie Plan A)
Dies würde neue Behörden in Brüssel benötigen die nicht so einfach aus dem Boden gestampft werden können.

Plan C)
Am wahrscheinlichsten da es sich um eine kurzfristige Lösung und mit zusätzlichen Abkommen zum Lissabon Vertrag vereinen lässt. Außerdem benötigt es "nur" Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien um 75% der Euro-17 zusammen zu fassen. Wenn sich dann auch noch Nettozahler wie Österreich, Luxemburg, etc beteiligen dann könnte man schnell dem Rating-Exzess entgegenstehen. Und dann später in eine Finanzunion überleiten.

Plan D)
Eine Katastrophe die es um jeden Preis zu vermeiden gilt, denn neben den anfallenden Kosten zur Währungsumstellung würden Wechselkurse und erhöhte Spekulation wieder eingeführt. Schlupflöcher in Schengen werden schon jetzt in Ungarn und andere nicht Euroländern genutzt um mit Import/Export hedging zu betreiben. Europa würde nicht den hauch einer Chance haben sich gegen US, China zu behaupten.

Gast: Reflector
27.11.2011 21:14
0 0

Erst A dann D


ist die logische Konsequenz; hätte man mit A still und leise wie USA und UK angefangen, hätte man diesen Rettungsschirmzirkus vermieden.

Allerdings kann man A auch nicht ewig betreiben, damit bietet diese Option eigentlich keine nachhaltige Lösung.

Aber sie ist die, die am bequemsten ist und zumindest am Anfang die geringsten Schmerzen erzeugt, dafür sind die Langzeitwirkungen verheerend - eben Szenario D.

Aber auch USD und Pfund, eigentlich alle ungedeckten Zettel (Versprechen), werden am Weg der Auflöung zu enormen Schmerzen führen.

Gast: End Game
27.11.2011 20:34
1 0

Rückbesinnung

Möglicherweise werden die Zwischenoptionen A-C an getestet, allerdings D wird es werden, denn Vertrauen und Reputation sind innen und außen zerstört. Hart wird es nur für die unfähigen EU-Eliten und die ca. 75.000 Dienstleister (Übersetzer, Fahrer, Sekretäre, Sicherheitsleute etc.), die wir bisher alle füttern müssen.
Deutschland und Austria sollten sich auf die ehemals guten Beziehungen nach Osteuropa besinnen. Ein Wirtschaftsblock z.B. mit Russland wäre eine unschlagbare Konstruktion, Bodenschätze und Innovation, militärische Stärke und Organisationsvermögen in einer Hand! Die Währung könnte man als Synthese aus Deutschmark, Rubel und Schilling "Deubeling" nennen (kleiner Scherz). Ich glaube aber tatsächlich, dass dies eine interessante Option wäre und die Russen nicht unbedingt dagegen. Und viele Probleme der Zukunft (Rangelei um Rohstoffe, Migrationsprobleme, Verteidigungsfähigkeit etc.) wären für lange Zeit vom Tisch.

badat
27.11.2011 20:30
1 0

"Zerbröselt Europa in seine im globalen Maßstab unbedeutenden nationalen Bestandteile, kann es sich das globale Spiel für den Rest des 21. Jahrhunderts von der Tribüne aus ansehen."

Nein, noch viel schlimmer: Europa wird dann zum Soielball der Großen Staaten, wie USA, China, etc., die dann unsere Staaten zu ihrem Nutzen gegeneinander ausspielen, bis hin zum Stellvertreterkrieg.

Antworten modestus
28.11.2011 07:45
0 0

Re: "Zerbröselt Europa in seine im globalen Maßstab unbedeutenden nationalen Bestandteile, kann es sich das globale Spiel für den Rest des 21. Jahrhunderts von der Tribüne aus ansehen."

ganz richtig

cicerl der mit syntax und orthographie überfordert ist, sollte das lesen

Gast: Neutralo
27.11.2011 19:22
0 0

Vielleicht geht's sogar noch weiter

Ich glaube auch, dass keiner weiß wo die "Reise zurück in die Zukunft" endet, wenn sie erst einmal begonnen wurde. Sicher wird hinter den protektionistischen Wällen dann wieder jede Devisenausfuhr in den Reisepässen vermerkt, so wie in den 50-er Jahren des letzten Jahrhunderts. Vielleicht wird sogar wieder gerüstet und die europäischen Nationalstaaten fallen wieder übereinander her, so wie sie es vor der EU immer getan haben. Schön ist dann nur, dass wir mit einem Bundeskanzler Strache, der die Rückbesinnung auf den Nationalstaat nie ausgeschlossen hatte, wieder gut aufgestellt sind. Und überdies hat er sich ja schon in Wehrsportkämpfen bewährt und anschließend drei Bier bestelllt. Österreichische natürlich.

Dr.Schwejk
27.11.2011 16:44
3 0

Gestern schrieb fle

"Viertens hat sich gezeigt, dass die permanente Androhung der Apokalypse sich irgendwann erschöpft. "
Dem ist nichts hinzuzufügen.

1 3

Zuallererst sollte man einmal

die Banken entmachten.
Dann sollte Spekulation verboten werden. Früher habe ich das nur in den USA gesehen, dass, wenn ein Spekulant Bauchweh hatte einer Firma schlecht wurde. Jetzt gibt´s das bei uns auch.
Die Spekulanten haben Millionen verdient auf Kosten der Europäer. In Zusammenarbeit mit den Ratingagenturen, die es ja nur in den USA gibt haben die an Griechenland, Protugal, Italien ein Vermögen verdient. Irgendwer zahlt das schon.
Geld mit Geld verdienen ist irreal. Geld ist kein Produktionsmittel. Die Produktionsgrößen sollten Marktbestimmend sein. Leider machen die weniger als 10% des Spekulatonsvolumens aus und damit ist das wohl nicht so interessant.
In Island schreiben sich die Bürger eine neue Verfassung und da soll dieser Freigang der Banken ein Ende haben.
In den 60iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts da waren Banken durchaus nützlich. Heute sind das Unternehmen mit raffinierten Systemen, wie man schnell Geld von vielen Leuten bekommt.
In den letzten Dekade gab es in mindestens 7 Jahren fortlaufende Jubelmeldungen über die großen finanziellen Erfolge der Banken. Dann kam der Einbruch. Die Ergebnisse der vorangegangenen Erfolge waren offenbar weg, aber wo hin und der Steuerzahler wurde gebeten.
Die Gefälligkeitspolitik den Banken gegenüber wird sicherlich nicht das Wohl der Bevölkerung fördern, wie man auch sehen kann.
Irgendwann kommen wir auch auf den Status der Isländern. Es wird wohl noch etwas dauern.

Konkreter?

Sie mögen die Banken nicht. Verständlich, werden diese doch zuerst durch die Zinsdifferenz zwischen Leitzins und Anleihenkupon durchgefüttert.
Reicht´s dennoch nicht, zahlt der Steuerzahler dann für die Rettung.

Aber vielleicht sollten Sie Ihr "Spekulationsverbot" etwas konkretisieren. Was genau ist Spekulation, was genau soll da verboten werden (und zwar so, dass es auch exekutierbar wäre)?

modestus
27.11.2011 15:04
2 6

es geht vorwärts

von der montanunion..zur EWG ..zur EG..zur EU
zu den USE...jede krise hat europa weritergebracht..dazwischen war immer stillstand.
wir werden jetzt eine wirtschaftregierung in brüssel bekommen. die nationalstaaten werden bundesländer...bilanzen der kontrolle der EU verpflichtet...die integration europas verdichtet sich

Antworten Cicero
27.11.2011 15:54
3 7

Mein Gott, Bundesstaat anstatt Staatenbund. Nicht schon wieder!

Na hoffentlich nicht! Aber Sie. „modestus“, ausgewiesener Kleinschreiber und daher Kleindenker leben ja in einer anderen Welt!

Europa lebt von seiner Vielfalt. Diese aufzugeben, hieße Europa aufgeben!

Na, und wenn die Entscheidungsfindig wie gegenwärtig, etwas zeitraubend ist, dann hat das zumindest den Vorteil, daß keine übereilten – in der Regel falschen – Entscheidungen getroffen werden.

Der Lissabon-Vertrag mit seiner doppelten Mehrheit schützt vor allem die Kleinen in Europa – zu denen Österreich zählt, trotz seiner großen Vergangenheit – vor der Hegemonie der Großen, wie wir es gerade wieder erleben, hört man Merkel und Sarkozy zu.

Die Vielfalt Europas bringt natürlich auch eine Vielfalt an Interessen. Nicht nur das, in Europa hat über Jahrhunderte jeder gegen jeden Krieg geführt, daraus sind Bündnisse entstanden, die immer noch fortwirken.

Damit müssen wir leben, wollen wir vereintes Europa unter Erhaltung seiner kulturellen und geistigen Vielfalt.

Ihre bejubelten „Vereinigten Staaten von Europa“ würden das alles ruinieren. Und wir lächerlichen 8 Millionen Österreicher könnten uns nur als 17. Bundesland Deutschland anschließen. Ein einziger Graus!

Merke, es gibt 10 mal so viele Deutsche wie Österreicher, das aber heißt nicht, die Deutschen sind zehnmal klüger als die Österreicher.

Da bleib ich lieber ein Kleiner mit Schutzrechten in einem Staatenbund als ein Nichts in einem Bundesstaat.

Antworten Antworten modestus
27.11.2011 17:01
1 3

Re: Mein Gott, Bundesstaat anstatt Staatenbund. Nicht schon wieder!

na ja unser cicerl wieder auf seiner "klein"tour
ich war 20 jahre in canada und den staaten. die vielfalt jenseits des altantics ist nicht verschwunden..im gegenteil...
was unser europa betrifft, so bin ich überzeugt, dass die USE die vielfalt förden wird.
die basken bekommen ihren eigenen staat und können sich endlich entfalten, tirol wird eine eigene region und dem schädlichen einfluss von wien entzogen...und vieles mehr.
aber das können sie mit ihrem gestrigen hirn nicht mehr erfassen. lieber verteilen sie zensuren an orthographie, kleinschreibung setzen sie mit kleinlichkeit in eine kategorie und ähnlichem schwachsinn.
ein echtes köchltraktat...total verkocht.
zum wegschmeissen.

Cicero
27.11.2011 15:04
1 8

Nestroy: Es kommt der Komet!

Hr. Ultsch, merken Sie eigentlich nicht, wie verantwortungslos Ihr Geschreibsel ist? Bei Ihren Untergangsszenarien haben Sie eine Variante total ausgeblendet. Ein Komet kann die Erde treffen und wir alle; einschließlich der Presse-Redaktion, wachen morgen früh im Angesicht Gottes wieder auf und sitzen dann – wie die Bibel sagt – zur Linken und zur Rechten Gottes. Weltuntergangsprophezeier, wie Sie, sitzen sicher zur Linken Gottes!

Haben Sie in einer ruhigen Minute schon einmal darüber nachgedacht, daß wir weder eine EU- noch eine Euro-Krise haben, sondern schlicht eine Schuldenkrise. Und die europaweit, die einen mehr, die anderen weniger. Auch die USA haben dank des redegewandten Sozialisten Barack Obama auch eine ausgewachsene Schuldenkrise.

Haben Sie in einer ruhigen Minute schon einmal darüber nachgedacht, daß Europa durch seine Vielfalt glänzt und lebt. Das aber heißt auch, es hat stark unterschiedliche nationale Interessen. Wir haben keine Entscheidungsschwäche, wir haben die Notwendigkeit, Entscheidungen vorher breit zu diskutieren – mit nötigem Zeitaufwand.

Haben Sie in einer ruhigen Minute schon einmal darüber nachgedacht, daß Deutschland und Frankreich ständig durch unberechtigtes Hegemoniestreben auffallen. Eine Unart, die jedenfalls eingedämmt werden muß. Das kürzliche Geschrei Ihres Kollegen in Brüssel, Oliver Grimm, „Her mit dem europäischen Finanzminister“ paßt ins Bild, muß aber ebenfalls verhindert werden und wäre einen eigenen Beitrag wert.

Fortsetzung folgt:

Antworten periskop
27.11.2011 17:26
3 0

Re: Nestroy: Es kommt der Komet!

Christian Ultsch ist alles andere als verantwortungslos!
Einerseits kann es nicht schaden, wenn man die Wahrheit sagt, andererseits ist es unbedingt nötig, EU-Politiker und auch österreichische Gewerkschafter usw. aus ihren Träumen zu helfen, die ihnen vorgaukeln, dass man die Schuldenpolitik mit immer größeren schuldenfinanzierten "Rettungsschirmen" sichern könne, und dass man diese Politik immer weiter fortsetzen könne, ohne sich einschränken zu müssen!
Es ist fünf vor zwölf, man kann gar nicht laut genug schreien, um diese Traummännlein (oder Verbrecher?) in die Realität zurückzuholen!

Antworten Antworten Cicero
28.11.2011 14:46
0 3

Das Ultsch’sche Ende wird so nicht kommen

„periskop“, ich muß Ihnen massiv widersprechen.

Sie sagen, es könne nicht schaden, die Wahrheit zu sagen. Gegenfrage, was ist die Wahrheit, die zu sagen ist? Sind die Untergangsszenarien des Hrn. Ultsch die reine Wahrheit und nur die Wahrheit? Doch wohl nicht!

Nichts habe ich dagegen, wenn ein möglicher Untergang beschrieben wird, dem wir uns aussetzen, wenn wir weitermachen wie bisher. Alles aber habe ich dagegen, so zu tun, als ob es keinen Ausweg gäbe. Und vor allem halte ich es für verantwortungslos, die eingeleitenden sinnvollen Schritte zu negieren, nur weil sich Untergangsängste besser verkaufen lassen.

Gerne kann man auch darüber diskutieren, ob die eingeleitenden Maßnahmen ausreichen, erweitert werden sollten, dort oder da verbessert werden müssen. Bitte schön, kein Einwand. Aber wenn ich bitten darf, das alles mit Fakten an der Hand und nicht nur mit schlechten Träumen der letzten unruhigen Nacht.

Faktum in der EU ist, aus allen Krisen, die sie erlebte, ging sie bislang gestärkt hervor.

Faktum ist auch, wir alle haben massive Vorteile von der EU. Daher ist es verantwortungslos, den EU-Gegnern das Wort zu reden, den Untergang der EU also in Summe herbeizuschreiben.

Wenn Sie sagen, man muß unseren Schuldenmachern klarmachen, wohin das führt, dann ich voll bei Ihnen. Mit unsinnigen Untergangsvorstellungen wird man das nicht erreichen, weil auch die Schuldenmacher keine so großen Dummköpfe sind, nicht zu wissen, daß das Ultsch’sche Ende so nicht kommen wird.

Antworten Antworten Antworten periskop
28.11.2011 16:45
0 0

Re: Das Ultsch’sche Ende wird so nicht kommen

Wo sehen Sie "eingeleitete Maßnahmen"? Die EU tut doch mit ihren "Rettungsschirmen" nichts anderes, als nun auch die Staaten, die noch Kredit haben, zu zwingen, sich auch dramatisch zu verschulden (oder glaubt irgend jemand im Ernst, dass die 21 Milliarden Haftung, zu denen sich Österreich schon für den ersten Rettungsschirm verpflichtet hat, von den Griechen getragen werden könnten?), damit die anderen ihre Schuldenpolitik bis zum bitteren Ende fortsetzen können!

Das närrische "Sparpaket", welches die Griechen zwingt, das Pferd beim Schwanz aufzuzäumen, führt in Griechenland schon heuer zu einer Neuverschuldung von 14 Milliarden Euro, das ist weit höher als alles, was es bisher gegeben hat!

Für den Abbau der Schulden rührt die EU doch keinen Finger!

Es besteht nicht die geringste Aussicht, dass die EU zu einer rationalen Politik finden wird, dehalb sind Ultsch' vier Szenarien sogar noch geschönt!

Antworten Antworten Antworten Antworten Cicero
28.11.2011 21:09
0 1

Ständig die griechische Pleite herbeizureden ist nicht sinnvoll

„periskop“, ich erspare es mir, die eingeleitenden Maßnahmen einzeln aufzuzählen. Der von Ihnen so kritisierte Rettungsschirm ist eine dieser Maßnahmen.

Sie sagen, „für den Abbau der Schulden rührt die EU keinen Finger“. Wie meinen Sie denn das? Die EU hat keine Schulden, da braucht sie auch keinen Finger zu rühren. In die nationale Schuldenpolitik kann die EU – Gott sei Dank – nicht eingreifen, das müssen schon die Schuldner selber machen.

Wohl aber kann die EU – und das macht sie ausgiebig – einem kreditnehmenden Mitglied Vorschriften machen, welche Maßnahmen einzuleiten sind, um der betreffenden Schuldenpolitik Herr zu werden.

Die EU hat Griechenland auf dieser Basis massive Vorschriften gemacht. In meiner Sicht waren einige dieser Maßnahmen zu kurzfristig angesetzt. Z.B. ist es wenig sinnvoll, notwendige Privatisierungen unter Zeitdruck vorzunehmen. Das ruiniert nämlich den Verkaufspreis.

Die lästige Kleinigkeit für Sie ist, Griechenland hat alle Maßnahmen, welche die EU verlangte anstandslos durchs Parlament gebracht. Nicht nur das, um eine breitere Basis zu erreichen, mußte sogar der bisherige Regierungschef gehen und es kam eine breite Koalitionsregierung.

Die zweite, ebenso lästige Kleinigkeit für Sie, Griechenland hat alle Auflagen erfüllt und alle fälligen Zahlungen geleistet. Bislang ist keine Haftung, weder von Österreich, noch von sonst wen fällig geworden.

Jeder hat das Recht, sich zu fürchten vor der griechischen Pleite, sie aber herbeizureden ist nicht sinnvoll.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten periskop
29.11.2011 09:51
0 0

Re: Ständig die griechische Pleite herbeizureden ist nicht sinnvoll

Da muss ich doch noch etwas dazu sagen:

Der "Rettungsschirm" rettet gar nichts, sondern vergrößert nur den Schuldenberg der EU, von dem Sie behaupten, dass es ihn gar nicht gibt. Die EU ist aber die Summe aller Mitgliedsstaaten, und deren Schulden sind weit überzogen!

Haben Sie schon einmal etwas von Maastricht-Kriterien gehört, oder davon, dass die EU einen Finger gerührt hätte, um sie durchzusetzen?

Die Vorschriften der EU für Griechenland zielen im Wesentlichen darauf ab, die Kaufkraft zu schwächen und die ohnehin schwache Wirtschaft total abzuwürgen. Deshalb muss sich Griechenland nun mehr verschulden denn je um überleben zu können!

Griechenland hat überhaupt gar keine "Zahlungen geleistet"! Das haben alle Eurostaaten, auch wir, mit unserer Haftung getan.

Dass bis jetzt noch keine Haftung fällig (schlagend) geworden ist, ist klar. Das ist aber unausweichlich, wir werden dafür mehr neue Kredite brauchen als wir bei unserem Schuldenstand überhaupt auftreiben können!

Cicero
27.11.2011 15:03
0 4

Nestroy: Es kommt der Komet!

Fortsetzung:

Haben Sie in einer ruhigen Minute schon einmal darüber nachgedacht, daß die Schuldenkrise nur durch rasches und möglichst effizientes Ende des Schuldenmachens lösbar ist.

Damit landen wir bei unseren wirklichen Problemen und über die sollten Sie sich ausführliche Gedanken machen.

Die Neuverschuldung muß weg, bis hin zu einem ausgeglichenem Budget, die Schulden müssen herunter, mindestens herunter bis zu jenen Schulden, mit denen „sich rechnende Investitionen“ vorgenommen wurden.

Richtig, das alles ist leichter gesagt als getan. Vor allem muß klar sein, dazu brauchen wir Zeit, die wir so ohne weiteres nicht haben, die wir uns aber nehmen müssen. Dazu ist auch ein gerüttelt Maß an europäischer Solidarität notwendig. Das auch dann, wenn die Kosten für die temporäre, kurzfristig nicht vermeidbare Neuverschuldung höher werden.

Vor allem aber, was für uns gilt, muß auch für andere gelten. Wenn wir Zeit brauchen, wenn wir Maßnahmen setzen müssen, dann müssen wir auch den Griechen und anderen Zeit geben, aber trotzdem auch dort zielführende Maßnahmen verlangen.

Raum für Maßnahmen haben wir absolut genug. Die Hacklerpension muß weg, die Invaliditätspension muß eingedämmt werden, die Studiengebühren müssen her, die Mehrgleisigkeit zwischen Bund und Ländern muß weg, die Subvention der ÖBB muß weg, z.B. durch Privatisierung. Eine Latte von Tabus! Und kein Ende!

Darüber, Hr. Ultsch, sollten Sie schreiben, nicht über den Komet, der uns demnächst ins Angesicht Gottes bringt.

Gast: Hinsichtlich & Rücksichtlich
27.11.2011 14:47
1 0

Vetrauen wir doch einfach unserem genialen Bundeskanzler Werner Faymann

Sicher führt er Österreich durch die Stürme der Zeit! Bravo Faymann!!!

Antworten modestus
27.11.2011 15:00
0 0

Re: Vetrauen wir doch einfach unserem genialen Bundeskanzler Werner Faymann

welche drogen nehmen sie?? sind die legal???

Antworten Antworten Gast: Vogel Strauss
27.11.2011 17:39
0 0

Re: Re: Vetrauen wir doch einfach unserem genialen Bundeskanzler Werner Faymann

Michi_Austria hat sich klonen lassen ...

Antworten Antworten Gast: Hinsichtlich & Rücksichtlich
27.11.2011 16:56
0 0

Re: Re: Vetrauen wir doch einfach unserem genialen Bundeskanzler Werner Faymann

Aber ja, alles legal aus der Löwelstrasse......
Hoch Faymann!!!!!

Gast: Nemesis
27.11.2011 12:39
3 2

Weg mit diesem korrupten, verbrecherischen Multikultieuropa.

Je schneller desto besser.

0 0

Merkel und Sarkozy gründen Klub der Super-Europäer

http://www.welt.de/politik/ausland/article13737213/Merkel-und-Sarkozy-gruenden-Klub-der-Super-Europaeer.html

Nicolas Sarkozy und Angela Merkel verhandeln im Geheimen über einen neuen Stabilitätspakt, den die Länder der Euro-Zone bereits bis Anfang kommenden Jahres umsetzen könnten.

Deutschland und Frankreich wollen nicht mehr auf eine Einigung aller Länder warten: Notfalls würden sie mit einem neuen Stabilitätspakt innerhalb der Währungszone vorpreschen.

 
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