25.05.2012 23:00 | Meine Presse Merkliste 0

Die Amerikaner schreiben uns was vor? Nicht ganz zu Unrecht

FRANZ SCHELLHORN (Die Presse)

Die Ablehnung, die transkontinentalen Ratingagenturen in der EU entgegenschlägt, sagt eine Menge aus. Vor allem über die fehlende Kapazität, Probleme zu erkennen.

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Lange hat es gedauert, aber nun liegt endlich eine allgemein verständliche Erklärung auf dem Tisch, wer in Wahrheit für die europäische Staatsschuldenkrise verantwortlich ist. Licht ins Dunkel brachte der oberösterreichische Raiffeisen-Mann Ludwig Scharinger, der laut Austria Presse Agentur „scharfe Worte" fand. Nämlich für die Androhung der Ratingagentur Standard & Poor's, die Kreditwürdigkeit der gesamten Eurozone abzusenken, wodurch sich die Neuverschuldung aller Mitgliedstaaten empfindlich verteuerte. Das, so empörte sich Scharinger, „gleicht einem angloamerikanischen, imperialistischen Vorgehen!"

„Scharfe Worte", in der Tat. Irgendwie ist man schon erleichtert, dass wenigstens das Wort „Ostküste" nicht gefallen ist, das zwischen den Begriffen „angloamerikanisch" und „imperialistisch" hin und her schwingt. Was freilich nichts daran ändert, dass Scharinger mit seiner Einschätzung die Stimmung im Volk ziemlich gut wiedergibt. Nicht zuletzt deshalb, weil die politische Führung Österreichs seit Monaten den Verdacht nährt, dass unschuldige Länder Opfer einer üblen Verschwörung „US-amerikanischer" Ratingagenturen geworden wären. Unter dem Gejohle der Boulevardmedien schimpfen Kanzler und Minister ohne Genierer auf das „internationale Spekulantentum", unter dessen Fuchtel auch die Ratingagenturen stünden.

Statt sich in haltlosen Theorien zu verlieren, wäre es freilich zielführender, ein paar unangenehmen Wahrheiten ins Auge zu sehen. Zum Beispiel jener, dass niemand anderer als die Eurostaaten das beherrschbare Miniproblem Griechenland zu einer existenziellen Krise der Gemeinschaftswährung heranwachsen ließen. Oder jener, dass die desaströsen Staatsfinanzen nicht wie gern dargestellt eine direkte Folge der Banken- und Finanzkrise sind. Vielmehr ist es so, dass die Kosten der Banken- und Finanzkrise die seit Jahren betriebene Hochstapelei der Euroregierungen eskalieren ließ. Die Schuldenstände der Eurostaaten sind zwar gestiegen, weil zahlreiche Banken aufzufangen waren - explodiert sind sie aber, weil fast alle nationalen Regierungen in den wirtschaftlich guten Jahren nicht ihre angeschlagenen Budgets in Ordnung brachten, sondern immer weitere Mittel zur Bestechung des ohnehin verwöhnten Wahlvolks bereitstellten. Gelder, die leider noch nicht verdient waren und deshalb auf den Märkten geliehen werden mussten.

Und wie versuchen die Euroländer das Problem notorisch überzogener Staatsausgaben nun in den Griff zu kriegen? Mit noch höheren Staatsausgaben, einem permanenten Bruch des Stabilitätspaktes und einer Vergewaltigung der Europäischen Zentralbank, die auf Geheiß der Politik die Notenpresse anzuwerfen hat. Das sind nicht gerade jene Argumente, mit denen das Vertrauen potenzieller Geldgeber in die Eurozone zurückzuholen ist. Angelastet wird die fehlende Attraktivität dieser Lösungsansätze natürlich nicht den Vertretern nationaler Regierungen, sondern - richtig: den „US-amerikanischen Ratingagenturen", die ja nichts anderes im Schilde führen, als Europa zu schaden. Vermutlich ist das auch der Grund dafür, dass Standard & Poor's im August des heurigen Jahres den USA das „Triple A" entzogen hat. Auch das ein glasklarer Fall von „angloamerikanisch-imperialistischem Vorgehen"!

Noch ist es nicht zu spät. Noch könnten die Regierungen erkennen, dass nicht die Ratingagenturen ihr großes Problem sind. Sondern die Mutlosigkeit in den eigenen Reihen. Dass die Androhung einer Herabstufung neuerlich vor einem EU-Gipfel eingetroffen ist, mag kein Zufall sein. Das könnten die Staats- und Regierungschefs aber auch als große Chance verstehen. Als eine Art Weckruf, endlich jene Reformen zu verabschieden, die in der Lage sind, das europäische Wohlfahrtssystem samt Gemeinschaftswährung vor dem Untergang zu retten. Genau darum geht es nämlich.

Zu schaffen ist das nicht, indem die EZB Geld druckt, mit dem sich die Staaten Wirtschaftswachstum erkaufen können. Sondern, indem sie ihre Haushalte in Ordnung bringen. Das ist unangenehm - aber in jedem Fall nachhaltiger, als Ressentiments zu bedienen und Verschwörungstheorien zu spinnen.

 

E-Mails an: franz.schellhorn@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.12.2011)

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136 Kommentare
 
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Gast: Heinz Stiller
30.01.2012 16:26
0 0

Aha

Also die Finanzen in den Euroländern sind desaströs, die Kritik an den objektiven, alle mit gleichem Massstab beurteilenden Ratingagenturen nicht angebracht. Hat Herr Schellhorn mal die Country Criteria z.B. von S&P gelesen? Die sind nämlich keineswegs "vertraulich", wie öfters kolportiert. Sie sind schlichtweg lächerlich. Es wimmelt dort von wachsweichen Pseudo-Faktoren wie "Effektivität der politischen Prozesse", die bei jedem Politikwissenschaftler
die Frage aufkommen lassen, wie ein Haufen Buchhalter und mediokrer Ökonomen dazu kommt, so etwas beurteilen zu wollen. Hat Herr Schellhorn mal den Untersuchungsbericht des US-Kongresses über die Arbeitsweise der Agenturen gelesen (er ist im Internet zugänglich)? Die Amerikaner selbst glauben ja nicht an die Integrität ihrer New Yorker Agenturen. So naiv sind die nicht. Nur hier in Europa findet man immer wieder Leute, die nicht wissen, wie Politik oder Finanzmärkte funktionieren. Wenigstens sollte sich Herr Schellhorn mal die Zahlen ansehen. Nicht nur die Staatsschulden, wie man sie in Wikipedia findet, auch mal die impliziten (auch die sind mit wenig Arbeit zu eruieren). Und die Überdeckungen der Staatsschulden durch nationale Assets. Wenn er seine Hausaufgaben machen würde, käme er nicht auf die abstruse Idee, die Ratings für Europa und USA würden in irgendeiner Weise ein objektives Bild darstellen.

Gast: montaigne
08.12.2011 18:47
0 0

Kaputtsparen 2

Ich kenne keinen, der sich kaputt gespart hat.

Aber gar viele, die das Gegenteil getan haben!

Gast: montaigne
08.12.2011 18:27
0 0

Kaputtsparen

sollte das Unwort des Jahres werden.

Eine spätere Generation wird nur noch den Spitznamen des Beamtengewerkschaftlers N. erinnern: El Greco.

Gast: FriedhelmVonSpasten
08.12.2011 18:18
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Gegenargumente zum Artikel

Mal abgesehen von der nebenbei zu erwähnenden Frage wie denn der Autor "imperialistisch" definieren würde und welche Armut geopolitischen Verständnisses man an den Tag legen muss die Außenpolitik der USA der letzten hundert Jahre auf der der Großteil der Wirtschaft gestützt ist nicht als solches zu bezeichnen.

Abgesehen von diesen Kopfschmerzverursachenden Zeilen sei zu den Ratingargenturen folgendes gesagt: Sie sind im Besitz großer Finanzunternehmen und machen ihr Hauptgeschäft damit Finanzprodukte ihrer Kunden (die nur allzu oft Schrott sind-also ohne reale Werte als Grundlagen) mit tripple A zu bewerten. Sie sind somit durchwegs an den Blasenbildungen beteiligt, die zum Crash führten. Mehr noch damit verdienen sie ihr Geld.

Die Heranstufung der USA geschah just während den Verhandlungen zum Dodd-Frank Act, einem Gesetz, das den Finanzmarkt regulieren und eine neuerliche Finanzkrise verhindern sollte. 54 Lobby Firmen arbeiteten für WallStreet Häuser und gingen mit bis zu 20 Lobbyisten pro Abgeordnetem im Kongress sicher, dass von den geplanten 400 Regulierungen im Gesetz nur 15 fest geschrieben wurden.

Es ist gänzlich unbegreiflich wie man derart eindeutige politische und wirtschaftliche Druckmaschinerien, die noch dazu auf legalisiertem Betrug aufbauen nicht verbietet. Stattsessen wird die Lösung darin gesucht bei uns Gegen-RAs zu installieren. Also wird künftig - wie bei den Medien auch - der diktatorische Wille dessen geschehen, der die Kontrolle über die meisten hat

Gast: dieheuschreckensindda
08.12.2011 13:58
0 0

die europäer sind leider selber schuld-wenn sie ihren eigenen kontinent kaputt sparen und die bürger den wildgewordenen us wallstreet bankern ausliefern- der heuschreckenkapitalismus hat wieder mal gesiegt- sozialer wohlstand u. frieden für die allgemeinheit wird nun am altar der casinobanken geopfert.

kaputt sparen und sozialabbau bei den eu völkern- dafür knallen die champagnerkorken umso mehr bei den casinobankern und spekulanten an der wallstreet und londoner city; und die politik muß diese neue skrupellose wallstreetweldordnung nun an die bürger verkaufen- beinahe im wöchentlich gibts neue milliarden schutzschirme für die reichen und banken; schuldenbremsen fürs kleine zahlende volk;, maximale einmischung der eu; sozialabbau einschnitte, usw.. die steuerbegünstigsten multikonzerne- und bankenkonzerne konnten ihre ziele nun mit der eu und dem euro in kürzester zeit erreichen- europa wurde mit dem euro und der eu wieder zum nützlichen deppen der weltgemeinschaft. zahlen-zahlen-sozialabbau- und demokratieverlust mit all seinen facetten.

Gast: pensionär
08.12.2011 10:56
0 0

Ein Vorschlag in Güte ...

... druckt doch Dollarnoten!

2 0

post-neoliberales geschwätz!

erinnert sich noch jemand an diese neolibs, deren oberstes gebot lautete: die privaten können ALLES besser!
und ihre lobbyisten haben mit viel geld und worten dafür gesorgt, dass nicht mal staatliche kontrolle mehr existierte ("der markt und der dort herrschende wettbewerb ist doch VIEL besser als jedes andere kontrollinstrument).

seit 2008, seit die realität dies als größten (witschaftspolitischen) nonsens der neuzeit enttarnt hat, will natürlich keiner dieser neo-lib-pusher sich daran erinnern ("was kümmert mich mein geschwätz von gestern?").
doch sie haben ein neues thema gefunden: nicht ihre noch-mehr-geld-im eigenen-sack-ideologie ist an irgendetwas schuld, nein: die staaten mit ihrer so hohen verschuldung sind es.
was kümmert es die schellhorns & co, dass die liberalisierte finanzwelt die leute ausgesackelt hat, dass sie die realwirtschaft an den rand des abgrunds gebracht hat und dass sie + realwirtschaft mit fantastilliarden an staatsgeldern gerettet werden musste?
was kümmert es sie, dass die finanzwelt, kaum gerettet, schon wieder den rettern das messer an die kehle setzt, WEIL sie fantastilliarden ausgeben mussten?

nein, das ignorieren wir und singen das altbekannte lied: der staat ist böse. die liberalisierte finanzwirtschaft ist super-toll. und wenn die staaten sich nicht verschuldet hätten, dann wäre ja eh alles bestens.

keinerlei schuldeinsicht/analyse + neue lügenstories = presse-wirtschaftsredaktion

Gast: herr oswald
07.12.2011 22:37
1 4

Aufhören mit dem Schwarzmalen!!!

Oder ich kündige mein Presse-Abo! - Meine Herren, lassen sie sich von einem Ministerialbeamten im Ruhestand, der 35 Jahre dieser Republik gedient hat, eines sagen: Es wird nichts auf dieser Welt so heiß gegessen wie es gekocht wird. Hören Sie doch endlich auf, vor allem so knapp vor Weihnachten, die Welt so schwarz zu malen!
Wir sind doch bitte eines der reichsten Länder der Welt, wir haben eine der besten Küchen der Welt, unsere Weine sind Spitzenklasse, Touristen strömen zu Millionen in unser Land, was soll uns da passieren?
Lassen Sie sich von mir auch einen guten Tipp geben, wie man den Arbeitsalltag positiver gestalten kann um nicht dauernd in trübselige Gedanken zu verfallen: EIn Achterl Gumpoldskirchner um 10 Uhr und eines nach der Mittagspause hilft immens, den Stress zu bewältigen. Ich habe das selbst während meiner aktiven Zeit praktiziert und bin immer hervorragend damit gefahren.
In diesem SInne: EIn gesegnetes Weihnachtsfest für uns alle!

0 0

Re: Aufhören mit dem Schwarzmalen!!!

bitte propagieren sie nicht alkoholkonsum in diesem forum!
die mehrzahl hier wird aufstöhnen: "was? NOCH ein achterl um 10 uhr? i kaun net mehr!"

Antworten Gast: Bobby
07.12.2011 23:31
0 1

Sagt der Mu...i der sein Feindbild

pflegt und die gierigen, abhängigen Wegseher betäupt.


Gast: Stille Nacht
07.12.2011 21:55
1 1

Erschütternd

Erschütternd, rührend, alarmierend? Der Kommentator ist so sehr bemüht, nicht antiamerikanisch zu sein, dass er sich ganz ganz fest wünscht, dass es sich bei dem, was da abläuft, um KEINEN Währungskrieg handelt.

Er wünscht es sich förmlich, dass die bösen EU-Schulden die alleinige Ursache sind. Und nicht die USA, die vielleicht den Dollar gerne weiter als weltweite Leitwährung hätten, mitmischen.

Er unterstellt den Kritikern der Ratings sogar, sie würden von der "Weltverschwörung" reden (selbst ein Schelm, wer böses denkt), wenn sie die Ratings kritisieren.

Gast: justerix
07.12.2011 21:55
1 1

die amerikaner...

Schon irgendwie seltsam, dass all postings,die diesen Artikel kritisch sehen, negative "Stricherl"
bekommen; hat die Presseredaktion,da jemanden zum "Stricherlverteilen" abgestellt?


Antworten Gast: Bobby
07.12.2011 21:17
0 0

Manche sehen halt Europa noch als

zentralen Ankerpunkt auf der Weltkarte.
Und die USA als Hort des alleinigen Reichtums.

Gruß an meinen Onkel Graf Gates lol
;-)
Forbes sei Dank.

Wer ist dieser Herr. Biographie?
Jeder darf seine Meinung äußern.

Gast: Bobby
07.12.2011 19:00
1 0

Guter Kommentar - Dazu möchte ist folgendes festhalten:

Lt. Presse-Bilderbuch samt dazugehörigem Rating von "dagong" (China), haben wird dort das Rating AA+.

China ist anscheinend ein wenig vorsichtiger als die US-Ratingagenturen.
Nachdem ja, wie man weiß, die EU als Ganzes beim "betteln" in China abgeblitzt ist, klammert man sich an die US-Ratings?.

Ich bin ja kein Experte, jedoch finde ich die Berichterstattung ein wenig widersprüchlich.
Außerdem spielen sicherlich auch andere Faktoren, als nur die finanziellen Belange, für die Erstellung eines Ratings, eine Rolle.

P.S. Ich fände es sehr interessant, wie eine Auskunft dieser Ratingagenturen aussieht und welche Punkte in dieser gelistet werden. Leider bin ich persönlich nicht in der Lage die finanziellen Mittel für so eine Auskunft aufzubringen. Zudem habe ich weder geschäftliche Interessen dafür, noch weniger das benötigte Wissen für diesen Kram.

Zuletzt möchte ich dazu noch Anmerken, dass ein Infobogen einer Auskunftei ja auch mehr beinhaltet als den Kontostand einer Firma.


3 0

Werte Ratingagenturen, bin schwer enttäuscht !!

40 Jahre habt ihr gebraucht, um die unheilbare SCHULDENSOZIALISMUSKRANKHEIT (morbus Griechenlandensis) in Österreich zu diagnostizieren !!
Jetzt wo der Ausbruch der Krankheit an den Vertretern von Regierung u. Sozialpartnern sichtbar wird, wie an Hofrat HEMMUNGSLOS oder Mikl-Leitner u. vielen SPÖ Funktionären, seid ihr erst bereit die zukunftszerstörende Wirkung anzuerkennen !

Bitte in Zukunft eher reagieren, falls es eine gibt...

Gast: Ausguck
07.12.2011 16:50
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Die Ratingagenturen

Sind Spiegel der Politik UND Teil des Problems.

Die Bewertungen waren in der Vergangenheit oft viel zu positiv, jetzt tritt das Gegenteil ein und vergrößert den vorhandenen Schaden massiv.

Diese Unternehmen ghören für den Schaden am Volksvermögen haftbar gemacht - dazu braucht es natürlich Politiker die REGIEREN und nicht reagieren.

Gast: walter g
07.12.2011 16:24
0 0

Die überheblichen Amerikaner ,sind Pleite

und drucken Dollar in Massen .

Gast: beschwerer
07.12.2011 15:24
2 4

wieso haben die rater immer recht?

man muss sich natürlich schon fragen, herr schellhorn, wieso Sie die aussagen von firmen wie s&p immer als sakrosankt erachten.

da hocken doch genau solche bwl-wichtigtuer und uni-frischlinge drin wie in anderen unternehmensberatungsfirmen oder in journalistenschreibstuben, dank deren segensreichem wirken es ja der weltwirtschaft so gewaltig prächtig geht - und die mitunter, so wie ihr junker gaulhofer, eigenhändig deklariert stolz drauf sind, dass sie handwerklich unfähig sind und nicht mal eine steckdose montieren können.

also wer kontrolliert eigentlich diese krawattentypen und kostümtussis? gegen urteile staatlicher gerichte gibt es wenigstens rechtsmittel. aufgrund welcher tatsachen beruht die deutungshoheit von ratingagenturen? das sind im grunde auch nur private würschtelbrater. wie gesagt: herr schellhorn ist gewiss teilhaber einer solchen, sonst würd er sie nicht so prätorianisch verteidigen.

Gast: Geld istweg!
07.12.2011 15:03
1 1

Wovor hat die Presse Angst,

dass ich Scharinger tw. Recht gebe, oder dass ich 20 Grün und kein Rot Stricherl für mein post erhalte?

Gast: Geld istweg!
07.12.2011 14:49
2 1

Die Ratingagenturen sind fixer Teil

eines, für die meisten undurchschaubaren Spiels der Finanzoligarchie, die sich auf unsere Kosten bereichert; das ist keine Verschwörungstheorie, sondern die nackte Wahrheit.

Aber möglich gemacht haben dies erst unsere unfähigen Politiker, die es europaweit nicht schaffen, weniger auszugeben als einzunehmen. Damit haben Spekulanten tatsächlich ein leichtes Spiel.

Wir brauchen wieder fleissige, kreative, intelligente und mutige Politiker, wo sind diese? Es ist zum Heulen, mit welchen unfähigen Politikern unser Land bzw. Europa regiert wird.

2 0

Politisches Personal

Die Analyse ist zutreffend, greift aber zu kurz: Tatsächlich sind die USA mindestens so pleite wie Europa, hier wären auch klarere Worte der Ratingagenturen erfoderlich. Grundsätzlich haben sie aber recht: Der desaströse Zustand der öffentlichen Haushalte kann nicht mehr schöngeredet werden. Statt reinen Wein einzuschenken, versuchen sich Faymann & Co in stupiden klassenkämpferischen Durchhalteparolen, um von ihrer eigenen Inkompetenz abzulenken. Schuld sind die bösen Spekulanten, die Ostküste, jedenfalls aber die anderen! Daraus wird aber nichts mehr. Man erkennt die Absicht, ist verstimmt und fragt sich, was früher war: Die Qualität des politischen Personals oder der völlige Stillstand und die totale Reformverweigerung, wegen der nur mehr drittklassige Selbstdarsteller in die Politik gehen.

Gast: Isch*ißmian
07.12.2011 12:54
1 3

Ziemlich schwache Analyse

1. Als S&P die USA runtergestuft hat ist der Vorstand 2 Wochen später gefeuert worden
2. Auch die USA habe explodierende Schulden, die Notenpresse angeworfen etc. Trotzdem überschlagen sich die Investoren dabei US-Bonds zu kaufen und nehmen dabei auch real negative Zinsen in Kauf - weil es keine Alternative gibt
3. Der Staatshaushalt könnte sehr wohl über Inflation entschuldet d.h. in Ordnung gebracht werden. Und wenn die Inflation halbwegs im Rahmen bleibt auch wesentlich schmerzloser als über eine durch Sparpakete ausgelöste Depresseion.

Letzte Frage: wenn sich der Staat "auf Kosten der Zukunft" bei den Märkten verschuldet - woher nehmen die Märkte dann das Geld? Aber Märkte sind ja automatisch "Leistungsträger", für sie gilt das Effizienzdogma und die Unschuldsvermutung.

Gast: justerix
07.12.2011 12:40
1 1

Die Amerikaner.....

Scharinger hat mit seinen Ausführungen durchaus Recht; diese Agenturen vertreten die Interessen der US-Finanzwirtschaft; daher ist die Herabstufung der USA selbst durchaus kein Widerspruch.
Hat das der Redakteur nicht bemerkt?

Steininger
07.12.2011 12:31
0 3

Bezüglich der Wählerbestechung möchte ich daran erinnern,

daß die Hacklerpension vom Kabinett Schüssel II. eingeführt worden ist!

steigele
07.12.2011 11:55
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Es wird wohl was dran sein

Die Sache mit den Ratingagenturen ist eine verzwickte. Wer bei den Methoden, die Moodys, S&P oder Fitch anwenden glaubt sie seien über allen Zweifel erhaben, irrt genauso, wie derjenige der dem Geblök der nun gehetzten Politikerschar aufsitzt und glaubt, die Ratingagenturen seien nun die Bösen.

Fakt ist, ohne Fehler der Ratingagenturen hätten so manche Politiker keine Argumente, um gegen diese herzuziehen, auch wenn die Politiker selbst von allem anderen getrieben sind, als von hehren Motiven.

Lösungsvorschlag: Es wäre gut, wenn die Ratingagenturen ihre Beurteilungsalgorhithmen offenlegen bzw. verbessern würden. Hier kann auf Basis der G20 vielleicht was geschehen, aber und das sei angemerkt.

Es liegt immer in der Verantwortung des einzelnen Verantwortlichen ober auf Rating-Agenturen hört oder nicht.

Zusätzlich sollte man aber auch glauben, dass so manchem Bankmanager und Investor neben den Ratingagenturen noch die eigene Vernunft zum Entscheiden zur Verfügung steht (das bezweifle ich aber schon gewaltig, leidet doch diese Gruppe am meisten an Demenz)

 
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