25.05.2012 23:05 | Meine Presse Merkliste 0

Wie viel Bahn brauchen wir in Österreich überhaupt?

JAKOB ZIRM (Die Presse)

Bei der Diskussion über die ÖBB-Subventionen sollte zuerst einmal festgelegt werden, welche Leistung die Bahn erbringen soll. Und wie viel uns das wert ist.

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Es ist ein Ärgernis für jeden ASVG-Versicherten und ein Affront für die jüngere Generation, die die Kosten dereinst bezahlen muss, wenn Eisenbahner mit 53 Jahren in Pension gehen. Daher ist jede Maßnahme zu begrüßen, die zu einer Anhebung des Pensionsantrittsalters der Eisenbahner führt. Das entscheidende Thema ist dies aber nicht. Denn viel wichtiger ist die Frage, wie viel Bahn wir hierzulande überhaupt wollen und wie viel Geld wir bereit sind, dafür auszugeben.

Rein betriebswirtschaftlich gesehen, müssten die ÖBB sofort in Konkurs geschickt werden. Das Unternehmen kostet den Staat jedes Jahr Milliarden, da es gerade einmal seine Personalkosten auf dem Markt verdienen kann. Dennoch baut es auf Pump eine sündteure Infrastruktur, bei der schon heute klar ist, dass wieder der Steuerzahler zum milliardenfachen Handkuss kommen wird.

Allerdings ist die Bahn nicht mit einem „normalen“ Unternehmen zu vergleichen. Sie ist Teil des öffentlichen Verkehrs, der nirgendwo auf der Welt flächendeckend ohne Subventionen bereitgestellt werden kann. Gäbe es keine öffentlichen Verkehrsmittel, wären Menschen ohne Auto nicht mobil, und ein Großteil der 1,2 Millionen Schüler müsste beispielsweise täglich von den Eltern zur Schule gebracht werden. Dies heißt aber nicht, dass in jedes hinterste Tal ein eigener Zug fahren muss.

Der über Jahre gewachsene Moloch ÖBB entspricht derzeit einem schwarzen Loch, in dem Steuermilliarden versickern, ohne dass die Effizienz der Leistung nachvollzogen werden kann. Schuld daran ist die Unternehmensführung der vergangenen Jahrzehnte, die stets der starken Gewerkschaft nachgab. Der die meiste Zeit davon für die Bahn verantwortlichen SPÖ war das nur recht, weil sie so eine treue Wählerschaft erhielt. Darüber hinaus hat die Verkehrspolitik es auch verabsäumt, ein nachhaltiges Konzept für die künftige Rolle der Bahn zu liefern.

Denn unter den derzeitigen Rahmenbedingungen ist die Bahn gegen die Straße einfach nicht konkurrenzfähig. So sind die Bahnen in Europa immer noch streng national ausgerichtet und dürfen teilweise gar nicht über die Grenze fahren, während portugiesische Busse problemlos bis nach Finnland unterwegs sind. Zudem werden beim Straßenverkehr die Umweltkosten nicht von den Verursachern, sondern von der Allgemeinheit getragen. Das kann man unfair finden, ist aber ein Faktum.

Die Politik investiert dennoch Milliarden in den Ausbau des unterlegenen Verkehrssystems, anstatt entweder die Rahmenbedingungen zu ändern oder die Bahn grundsätzlich infrage zu stellen. Denn öffentlicher Verkehr heißt nicht automatisch Schiene. So gibt es in den USA außer auf einigen defizitären Strecken im Osten des Landes keine Personenzüge. Öffentlicher Verkehr wird mittels Flugzeug oder Bussen bereitgestellt. Die wenigen bestehenden Schienen können daher von langen und effizienten Güterzügen genutzt werden, was dazu führt, dass im Heimatland der Trucks knapp 40 Prozent der Güter mit der Bahn transportiert werden. In der EU ist es ein Viertel davon.

Dass dies auch für das kleinere und dichter besiedelte Europa die richtige Lösung wäre, darf zwar bezweifelt werden. Allein aufgrund der Klimaschutzanstrengungen sollte die Bahn auch künftig eine wichtige Rolle spielen. So ersetzt sie sinnvollerweise auf den europäischen Hauptstrecken das Flugzeug, wie etwa der TGV schon heute in Frankreich, und entlastet im Pendlerverkehr die stark belasteten Straßen in die großen Städte. Der lokale Verteilungsverkehr in der Fläche – dazu gehört auch manche Verbindung zwischen heimischen Landeshauptstädten – kann oft aber effizienter auf der Straße erfolgen.

Zudem sollte die intransparente Verbindung zwischen Infrastruktur und Bahnverkehr gekappt werden. Erstere würde dann wie bei der Straße in der Hand des Staates bleiben. Der Personen- und Güterverkehr könnten aber sinnvoller von im Wettbewerb stehenden Privaten betrieben werden. Dann könnte die Bahn als Verkehrsmittel des 19. Jahrhunderts vielleicht auch ihren Platz in einer Welt des 21. Jahrhunderts finden.

 

E-Mails an: jakob.zirm@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.12.2011)

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92 Kommentare
 
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Was das jetzt eine Haselsteiner-Einschaltung?


Gast: Derwisch
22.12.2011 07:11
1 0

Immer diese störenden Fakten

Wenn es in den USA kein Personenverkehr gibt, so liegt das am dortigen System. Die Bahnstrecken gehören den Güterzugbetreibern, die Güterzüge haben immer absoluten Vorrang. Die maximale Geschwindigkeit ist auf 59 Meilen/h beschränkt, da höhere Geschwindigkeiten teure Investitionen in Signale erfordern würden. Und wenn Güterzüge sich das Gleis mit Personenzüge teilen, müssen die Personenzüge stabil wie Panzer gebaut werden. Leichte Schnellzüge wie ICE&Co sind daher in den USA nicht zulasungsfähig. Rentabler Personenverkehr in Schnellzügen findet daher nur auf der einen Amtrak-eigenen Strecke ohne Güterverkehr im Nordosten der USA statt. Für die anderen Punkte reicht leider der Platz nicht.

Aber wen interessieren denn schon Fakten bei der Begründung einer Meinung.


Gast: kontrollor
21.12.2011 18:20
2 2

wir brauchen mehr Bahn

als intellektuell limitierte Journalisten, die einseitig, weil die Blattlinie es vorgibt, Bahnbashing betreiben. Nichts Neues also in der Presse, auch der Nachwuchs läuft mit Scheuklappen durch die Welt....

periskop
21.12.2011 18:03
2 2

Das goldene Kalb "Eisenbahn":

Nach einer schon 20 Jahre alten Studie, die damals vom Umwelt- und vom Wirtschaftsministerium in Auftrag gegeben wurde, braucht ein durchschnittlicher Personenzug so viel Energie wie 60 PKW. Da bei PKWs mit 1,5 Personen Besetzung zu rechnen ist, ist ein Eisenbahnzug erst umweltfreundlich, wenn er mit mindestens 90 Fahrgästen besetzt ist. Dabei ist der Energieverbrauch der Infrastruktur gar nicht berücksichtigt, der bei der Bahn wesentlich höher ist, als bei der Straße.

Zur Infrastruktur wäre auch noch zu sagen, dass Straßenbau seit Jahrtausenden und auch noch heute die Wirtschaft belebt und sich dadurch von selbst rechnet, was bei der Schiene schon längst nicht mehr der Fall ist.

Umweltkosten werden fast immer von der Allgemeinheit getragen, der Unterschied zwischen Schiene und Straße ist nur, dass man bei der Straße alles, was sich nur an den Haaren herbeiziehen lässt, einrechnet, aber bei der Bahn die Umweltkosten strikt verschweigt. Dabei ist die Bahn z. B. um ein vielfaches lauter als die Straße!

Dass die Bahn in Österreich mit Strom aus Wasserkraft betrieben wird, ist keine Eigenschaft der Bahn, sondern eine Entscheidung der Politik. Genau so gut könnte man der Bahn Kohlekraftwerke zuweisen und den umweltfreundlichen Strom aus Wasserkraft den anderen überlassen.

Dass die teure Bahninfrastruktur "auf Pump" gebaut wird, ist lächerlich. Dieses Geld kann nie verdient werden und ist unwiderruflich verloren!

Daher: Bahn einstellen, wo es nur geht!


Solon
21.12.2011 12:58
0 1

Hocheffiziente europäische Schieneninfrastruktur

ist ein wesentliches Kriterium für die Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Wirtschaftsraumes, daher Entnationalisierung des Fern-und Gütervekehrs. Privatisierung des Regionalverkehrs, doch in beiden Fällen bleibt das unbewegliche Vermögen beim Staat.

Antworten Murray
21.12.2011 18:10
1 1

Re: Hocheffiziente europäische Schieneninfrastruktur

Warum fährt dann niemand mit der Bahn, wenn sie doch so wichtig ist? Die Bahn ist ein Anbieter, dem die Kunden davonlaufen. Wäre sie den Kunden wichtig, dann würden sie ausreichend zahlen, sodass die Bahn ihre Kosten decken könnte. Das ist ganz offensichtlich nicht der Fall.

Antworten Gast: jessasna
21.12.2011 15:39
1 1

Re: Hocheffiziente europäische Schieneninfrastruktur

Gerade der Regionalverkehr ist kaum rentabel zu leisten.
Das wird nichts mit privat...

Fritz
21.12.2011 11:41
2 0

Vergleich mit den USA

Eine der größten Eisenbahngesellschaften der USA hat ein tolles Angebot für den Personenverkehr. Dienstleistung wird groß geschrieben, Home-Page und Fahrpläne auch in Deutsch, Französisch und Spanisch einfach abzufragen bei:

http://deutsch.amtrak.com/amtrak/ende/24/_www_amtrak_com/servlet/ContentServer?pagename=Amtrak/HomePage


Antworten Murray
21.12.2011 18:11
0 0

Re: Vergleich mit den USA

Amtrak ist keine Eisenbahngesellschaft, sondern ein Schwarzes Loch, in dem die Amerikaner ihre Steuergelder versenken.

Antworten Antworten Fritz
21.12.2011 18:27
0 0

Re: Re: Vergleich mit den USA

"...ein Schwarzes Loch, in dem die Amerikaner ihre Steuergelder versenken."

Gott sei Dank haben wir ja dieses Problem mit der ÖBB nicht! Oder doch?

Antworten Gast: stan gent
21.12.2011 15:41
1 0

Re: Vergleich mit den USA

Die USA sind im Güterverkehr per Bahn ein absolutes Vorbild.
Der Personeneverkehr ist im Vergleich zu Europa aber in der Steinzeit.
Hat keinerlei Bedeutung.

Antworten Antworten Fritz
21.12.2011 17:27
0 0

Re: Re: Vergleich mit den USA

Ich bin das letzte mal vor 4 Jahren von Albany nach New York-City und einige Tage später retour gefahren. Ich hatte nicht den Eindruck einer "Steinzeit-Eisenbahn". Trotz Hochwasser des Hudson, das bis an den Gleiskörper reichte, gab es keine Aufgeregtheiten, keine Verspätung oder sonst etwas Negatives. Alles war sauber und geordnet. In der Central-Station sehr viele Pasagiere. Dasselbe kann man auch in der Penn-Station feststellen. Fragen Sie bei AMTRAK Zugsverbindungen ab und sie werden feststellen, dass das Bahnfahren teuer ist, aber bei vielen Zügen ist der Vermerk "ausverkauft" angegeben!

Antworten Antworten Antworten Gast: stan gent
22.12.2011 11:23
0 0

Re: Re: Re: Vergleich mit den USA

Sie haben ja recht - es gibt einige wenige gut ausgebaute Strecken.

Und ja: es ist teuer.
Aber nur, weil Bahnfahren nirgends so billig ist wie in Österreich...

2 0

Interessanter Leitartikel...

Rein betriebswirtschaftlich gesehen darf man nicht fragen ob ein solches Unternehmen Gewinne oder Verluste schreibt. Österreich braucht eine gut funktionierende Infrastruktur und die kostet eben. Da gehören eben auch defizitäre Strecken dazu, die widerum als Zubringer zur bspw. der Westbahn (Strecke) fungieren.

Die Frage die sich stellt ist einzig und allein wie gewisse Probleme behandelt werden. Mit mitte 50 Leute in Pension schicken nur damit sie einer anderen Stelle dem Staat Geld "kosten" ist mit Sicherheit eines der Dinge die so einfach nicht funktionieren. Die Bahn jetzt zu privatisieren würde in einem Fiasko enden. Dennoch ist es gut wenn mit der Westbahn GmbH Konkurrenz auf den Markt kommt. Funktioniert dieses Unternehmen (auch wenn sie dz nur die Cash Cow melken) muss die ÖBB reagieren und kann nicht mehr so wirtschaften wie bisher, nämlich nach Parteibuch.

MFG vom Elch

P.S. Ich brauche keinen Zug zum Polarkreis. Es funkioniert auch wenn ich von Linz aus in Hamburg, Kopenhagen und Stockholm umsteigen kann.

P.P.S Ohne Fähre kommt der Bus aus Portugal ewig nicht in Helsinki an....

Antworten freeman
21.12.2011 16:08
1 2

Wenn man ein Unternehmen

von vornherein von der Pflicht effizient zu arbeiten entbindet, muß man sich nicht wundern, wenn am Ende soetwas wie die ÖBB rauskommt.

Im Prinzip muß ein öffentliches Verkehrsmittel kein öffentliches Gut (von der Allgemeinheit finanziert) sein, es gibt Fahrpreise und wer nicht bereit ist, diese zu zahlen, fährt halt nicht mit.

0 0

Re: Wenn man ein Unternehmen

Der letzte Satz wurde wohl vorher gut überlegt oder?

Öffentlicher Verkehr muss so gut es geht zugänglich gemacht werden. Möchte Wien sehen wenn die vielen Pendler und Stadtbewohner plötzlch von Zug, U-Bahn wieder auf das gute alte Auto umsteigen würden weil es einfach billiger ist.
Ein staatlicher Betrieb darf Verluste schreiben, die Art und Weise wie die ÖBB diesen SchuldenBERG jedes Jahr anhäuft ist nicht korrekt!

MFG

jassl
21.12.2011 11:09
2 1

es darf ja nicht wahr sein,

das österreich endlich die ÖBB in focus nimmt. wie schlecht muss es dem staate gehen, damit endlich mit vielem der ÖBB schluss gemacht wird?

derpradler
21.12.2011 10:56
0 1

In der TT.

regt man sich heute auf, weil die ÖBB am Bahnhof Mötz nicht mehr stehen bleibt...........genau so viel Bahn brauchen wir.

Westend
21.12.2011 09:42
1 1

Die Bahn als staatsfinanzierte Kirchturmuhr des Verkehrs -

das ist vorsintflutlich. Nur damit der werte "Reisende" ohne zu denken von Bregenz nach Lunz am See kommen kann ist dieses System zu teuer. Es gibt Busse und die eigentliche Aufgabe wäre, diese datenmäßig zu überwachen und die Informationen etwa als Handy-App zur Verfügung zu stellen. Auch damit fühlt sich dann unser Reisender nicht so gottver- äh staatsverlassen.

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warum eigentlich

denkt sich ein autor einen langen artikel aus, wo er argumente bringt, um sie gleich danach zu wiederlegen?
wo er vergleiche mit den usa zieht, um zu betonen, dass usa-vergleiche nicht statthaft sind?

es ist die 'aufwärmphase' für den letzten absatz, wo er endlich die privatisierung fordert.

her mit euch, ihr rosinenpicker! holt euch die lukrativen teile der öbb. den großen defizitären rest behalten wir uns eh.

Antworten Murray
21.12.2011 18:13
0 1

Re: warum eigentlich

Oh, nein, den behalten wir nicht. Sie aber dürfen ihn gerne um einen symbolischen Euro kaufen - natürlich nur, wenn Sie eine Beschäftigungsgarantie für das effiziente und hoch motivierte Personal abgeben.

Antworten Gast: rotkritik
21.12.2011 11:16
1 0

Re: warum eigentlich

ganz einfach:
weil der staat schon jetzt die infrastruktur zahlt. was jeder versteht und grundsätzlich zu begrüssen ist, teure sinnlose tunnelprojekte natürlich ausgenommen.

ZUSÄTZLICH zur infrastruktur finanziert der staat aber im moment auch noch einen ineffizienten gewerkschaftsmoloch in dem privilegien und pfründe gewahrt werden die eine unverschämtheit für alle steuerzahler sind.

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"Rein betriebswirtschaftlich gesehen, müssten die ÖBB sofort in Konkurs geschickt werden"

richtig.
allerdings müssten "rein betriebswirtschaftlich gesehen" auch sämtliche autobahnen und straßen geschlossen und als naherholungsgebiet für die umliegenden gemeinden verwendet werden!

"rein betriebswirtschaftlich gesehen" müsste der motorisierte individualverkehr jedenfalls verboten werden!
er kostet die gesellschaft viel mehr, als die subventionen für die ÖBB.

Antworten Gerald
21.12.2011 11:04
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Re: "Rein betriebswirtschaftlich gesehen, müssten die ÖBB sofort in Konkurs geschickt werden"

"rein betriebswirtschaftlich gesehen" müsste der motorisierte individualverkehr jedenfalls verboten werden!
er kostet die gesellschaft viel mehr, als die subventionen für die ÖBB."

Das ist eine vor allem von den Grünen immer wieder wiederholte Behauptung für die sie aber bis heute jeden Wahrheitsbeweis schuldig geblieben sind. Wenn man den wirtschaftlichen Nutzen des Individualverkehrs (z.B. KfZ-Werkstätten, Autohäuser, Zubehörteilehersteller und -händler) gegenrechnet, zusammen mit den Einnahmen (MöSt, Nova, Motorbezogene, Pickerl und Mauteinnahmen) dann kommt ein dickes fettes PLUS raus. Die Behauptung von den überwiegenden Kosten ist nichts anderes wie eine Lüge um den Bürgern ein schlechtes Gewissen einzureden, damit man sie mit diversen Abgaben und Steuern unter dem Öko-Tarnmantel noch leichter aussackeln kann.

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Re: Re: "Rein betriebswirtschaftlich gesehen, müssten die ÖBB sofort in Konkurs geschickt werden"

rechnen sie dann aber auch beim "wirtschaftlichen nutzen" der öffis die herstellung der loks und waggons auch rein?
also entweder oder.

natürlich gibt es dutzende beweise für die tatsächlichen kosten des individualverkehrs! schon oft auch von mir zitiert. wenn sie es noch immer nicht mitbekommen, dann googeln sie doch nach "externe kosten straßenverkehr". (pro km werden fallen 10 cent an: schon um ein eck mehr als ihre "MöSt, Nova, Motorbezogene, Pickerl und Mauteinnahmen")

wissen ist zu einem guten teil eine holschuld!

Antworten Antworten Antworten Gerald
21.12.2011 12:40
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Re: Re: Re: "Rein betriebswirtschaftlich gesehen, müssten die ÖBB sofort in Konkurs geschickt werden"

So, jetzt bin ich Ihrem Rat gefolgt und habe gegoogelt. Auf die 10c pro km kommt man nur, indem da auch höchst unseriös indirekte Kosten hineingerechnet werden wie Gesundheits- und Umweltkosten. Bei diesen hängt aber sehr viel von Annahmen ab, da nicht eindeutig klar ist wer wieviel von was verursacht. Asthma kann z.B. durch Straßenverkehr aber auch einfach durch Rauchen oder eine alte Holzheizung verursacht werden. Mit diesen Schätzannahmen steht und fällt also die ganze Behauptung.

Auf der Negativseite des Individualverkehrs rechnet man also sogar unseriös indirekte Kosten hinein, lässt auf der Positivseite hingegen sogar direkte Nutzen aus, wie etwa der Beschäftigungseffekt durch KfZ-Werktstätten. Das soll eine seriöse Kosten/Nutzenrechnung sein? Lachhaft. Kein Wunder, dass man dann solche Mondzahlen herausbekommt. Wenn man den indirekten Nutzen des Individualverkehrs auch noch einrechnen würde (z.B. beinahe jedes Geschäft lebt von individueller Zustellung) verschwinden die Kosten dagegen geradezu. Der Individualverkehr ist jedenfalls die Quelle unseres Massenwohlstands, wer das nicht sieht ist ein wirtschaftlicher Ignorant.

 
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