25.05.2012 23:05 | Meine Presse Merkliste 0

Es gibt auch ein Leben nach der Eurokrise

WOLFGANG BÖHM (Die Presse)

Kurzfristiges Denken dominiert die Wirtschaft und auch die Krisenpolitik. Doch soll der Euro Bestand haben, sind ein Umdenken und langfristige Strategien notwendig.

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Die Wirtschaftszyklen werden kürzer. Das Auf und Ab der ökonomischen Entwicklung wird zur Hochschaubahn. 2012 bricht die Wirtschaft ein, hören wir. 2013 wird es wieder besser, heißt es schon. Doch selbst wenn das stimmt, und es geht so rasch wieder bergauf, ist es nicht nur ein gutes Zeichen. Es belegt, dass Politik und Wirtschaft fast nur noch kurzfristige Strategien verfolgen. So wie Manager, die ihren Bonus im Auge haben, und auf den jeweiligen Jahresabschluss starren, so schaut die politische Führung Europas lediglich darauf, sich ein weiteres Jahr an der Macht zu halten. Die Konsequenz ist eine ständige Abfolge von Kriseninterventionen ohne nachhaltige Wirkung.

Die Maßnahmen gegen die Schuldenkrise zahlreicher Euroländer waren bisher nur kurzfristig und kurzsichtig: ein Rettungspaket für Griechenland, ein Rettungsschirm für Irland und Portugal, ein paar Staatsanleihenkäufe durch die Europäische Zentralbank. Im Grund lief all das auf steigende Schulden hinaus – immer mit der Illusion verbunden, dass die Konjunktur zum ständigen Höhenflug ansetzt und sich diese Last dadurch automatisch wieder reduziert. Und sollte das nicht gut gehen, haben einige EU-Regierungen bereits eine Alternativstrategie in der Schublade: Dann wird mit Griechenland, Portugal oder anderen, wirtschaftlich nicht bedeutsamen Ländern Ballast abgeworfen. Freilich wird auch das nur eine kurzfristige Entlastung bringen. Denn die Lösung der Schuldenkrise hängt bei Weitem nicht von Athen oder Lissabon allein ab. Viel schwerer lasten da Länder wie Italien und Frankreich.

Der Euro war eine prächtige Idee. Ein Projekt, das Europa starkmachen, seine Abhängigkeit vom Dollar reduzieren, den internen Handel im Binnenmarkt erleichtern sollte. Dieses Projekt, das sich nun in der Krise befindet, ist deutlich mehr wert, als die Politik bisher bereit war, dafür zu investieren. Wenn die vergangenen zehn Jahre mit dem Euro nicht seine besten gewesen sein sollen, verlangt es eine langfristige, weit kräftigere Strategie. Die wird nicht immer nur populär sein, auch nicht sofort eine Entlastung bringen. Der letzte EU-Gipfel, der eine Reform des EU-Vertrags zur strengen Schuldenbegrenzung in Angriff genommen hat, war ein erster positiver Schritt in diese Richtung, aber kein ausreichender.

Letztlich ist es mit dem Euro wie mit jedem Unternehmen: Das Überleben sichern nur Einsparungen, die nicht die Substanz zerstören. In einem Betrieb ist es kontraproduktiv, im Kundendienst oder bei der Qualität der Produkte zu sparen. Bei einer Währungsunion ist es ebenso kontraproduktiv, die wirtschaftliche Basis durch immer höhere Steuern und Abgaben einzubremsen oder den Menschen die Arbeitsplätze zu nehmen. Intelligentes, langfristiges Sparen ist angesagt. Jede staatliche Investition muss künftig einem Test unterzogen werden, ob sie Bestand hat. Das bedeutet ein konsequentes Ende für die Finanzierung von Gehsteigen an Landstraßen, Laternen in kaum bewohnten Gebieten oder hässlichen Steinbrunnen auf Dorfplätzen. Es muss nicht gleich das Gesundheits- oder Sozialsystem zerstört werden. Es muss nur wirtschaftliche Vernunft Klientelpolitik ersetzen.

Eine höhere Inflation muss so lange wie möglich verhindert werden. Sie ist aber letztlich einer Massenarbeitslosigkeit vorzuziehen. Vorerst muss eingespart werden, wo immer es auf sinnvolle Weise geht. Wo? Bei Pensionen selbstverständlich, bei staatlichen Subventionen natürlich. Bei sinnlosen Militärausgaben in einigen Euroländern wie Griechenland oder Frankreich erst recht.

Der Euro wird weiter bestehen, weil sich Europa sonst im globalen Wettbewerb nicht behaupten kann, weil es völlig sinnlos wäre, den gemeinsamen Binnenmarkt, die Basis unseres ökonomischen Systems, zu zerstückeln. Die seit zwei Jahren betriebene kurzfristige Krisenpolitik war immer nur darauf ausgelegt, Zeit zu gewinnen. Stabilität bedeutet aber auch Verlässlichkeit und Geduld. Es geht um eine Therapie wie bei einem kranken Menschen: Er muss die bittere Medizin schlucken, er muss – wenn notwendig – schlanker werden. Aber er muss sich weiter bewegen, seine Muskeln stärken, um auf ein Leben nach der Krise vorbereitet zu sein.

 

E-Mails an: wolfgang.boehm@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.12.2011)

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207 Kommentare
 
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Gast: biersauer
01.01.2012 09:35
0 0

Die Entlohnung mit Hundertern wird ein Problem werden..

aber die Gagen mit Tausendern, bleibt gesichert!

Gast: Ludwig von Mises
25.12.2011 15:13
7 0

"Ein kleiner Kreis von Reichen wird noch reicher."

... ist aber Quatsch. Vgl. von Mises, Vom Wert der besseren Ideen, 2008, S. 81 ff.

Gast: Plach2
24.12.2011 14:42
1 0

Versprochen und gebrochen!

Statt dem "Ederer 1000.-" bekamen wir eine noch nie da gewesene Teuerung!

Trotzdem wählt Österreich weiterhin SPÖ+ÖVP.

Gast: Maik Dreber
24.12.2011 12:05
1 0

das kenne ich aus alten Geschichten

Meine Grossmutter (geboren 1901 +1998) erzählte mir, was damals auf dem Höhepunkt der Inflation so geschehen ist. Arbeiten - ein 12 Stunden Arbeitstag und die 6 Tage die Woche arbeiten war da völlig "normal", auch bis zu 16 Stunden - das Geld wurde in Waschkörben angeliefert und täglich ausgezahlt. Dann noch schnell ein geöffnetes Geschäft suchen und Lebensmittel einkaufen, denn schon am nächsten Tag war der Tagesverdienst von heute nur noch einen Bruchteil wert. Es gab auch sogenanntes Notgeld aus Porzellan in ihrer Heimatstadt Dresden (Sachsen). Nur der Sonntag stand als "Freizeit" zur Verfügung, und da wurde "gestoppelt" - das heisst, abgeerntete Felder nach Kartoffeln und Getreidekörnern absuchen, Holz zu sammeln und alte Müllhalden nach Glas, Metall, Zeitungen, Kartons und sogar Knochen zu durchsuchen. Suppe aus Wasserrüben gab es. Es gibt nichts schlimmeres als eine Hyperinflation - das hat sich mir eingeprägt.

Maik Dreber

Gast: timschaefermedia.com
24.12.2011 06:45
0 3

die inflation hat auch einen voreil

Sie haben hier einen spannenden Artikel. Ich stimme Ihnen zum Teil zu. Sie schildern jedoch die Inflation als einen rein negativen Effekt. Bedenken Sie: Ohne Inflation haben wir ein Problem. Es bedeutet im Grunde genommen kein Wachstum. Das ist eine Situation, wie wir sie jetzt haben. Ich bin froh um eine begrenzte Inflation, wenn Sie mich fragen.
www.timschaefermedia.com

Antworten Realist7
25.12.2011 18:12
0 0

Re: die inflation hat auch einen voreil

Was für ein unfassbarer Nonsense.

Keine Inflation bedeutet kein Wachstum?

Das heißt im güldenen amerikanischen Zeitalter, den mehr als hundert Jahren von der Umsetzung einer - die Regierung stark beschränkenden - Verfassung bis hin zur Schaffung der FED im frühen 20. Jahrhundert, gab es Ihrer Meinung nach kein Wachstum?

Denn in diesem Zeitraum, in dem die USA sich zum Vorreiter der industriellen Revolution und prosperierendsten Staat der Erde mauserten, gabe es KEINE Inflation. Sogar, wenn man es nach heutigen Maßstäben beurteilen würde, Deflation. Was auch vollkommen logisch ist, steigt die Produktivität so enorm wie damals, sinken die Preise, bei gleichbleibender Geldmenge.

Erst die Schaffung der FED hat den Bankensektor aufgeblasen und too-big-to-fail-Banken ermöglicht. Kurz nach ihrer Gründung und durch die inflationäre Politik brach die große Depression aus und heute geschieht daselbe noch einmal.

Inflation ist zerstörerisch für die Wirtschaft, die Moral und das Vertrauen. Sie ist zugleich Symptom als auch Ursache für so ziemlich alles was zur Zeit in der Wirtschaftpolitik falsch läuft.

Michael
23.12.2011 22:29
0 0

Sehr schöner Artikel

Die Ausweitung der Geldmenge macht jedoch insoweit nichts, als sich im Gleichzug die Güter vermehren. Und letztere steigen meist direkt proportional zur Bevölkerung.

Ein Beleg für meine These, dass die wahre Inflation sich in Zeiten gleichbleibendem Konsums aus dem nominellen Wirtschaftswachtstum, korrigiert um den Bevölkerungszuwachs (oder -abgang) relativ genau abschätzen lässt.

Auf keinen Fall sind Preisindizes (wie der VPI), welche ja qualitative Änderungen nicht berücksichtigen, geeignet.

Antworten Realist7
25.12.2011 18:24
0 0

Re: Sehr schöner Artikel

Ok damit ich das richtig verstehe:

Ein Anstieg der Geldmenge steht also in Korrelation zu einem Anstieg der Gütermenge, welcher wiederum in Korrelation zu einem Anstieg der Bevölkerung steht?

Und was ist jetzt die Kausalität in dieser merkwürdigen Beziehung?

Natürlich steigt das BIP durch einen Anstieg der Bevölkerung, das sollte klar sein. Dass die Gütermenge durch ein Erhöhen der Geldmenge steigt, würde ich schon nicht mehr unterschreiben, aber selbst wenn: Beide Effekte sind unabhängig voneinander. Sonst müsste Geldpolitik einen direkten Einfluss auf die Bevölkerungsstruktur haben.

Außerdem:

Woher wissen Sie denn, dass eine Ausweitung der Geldmenge um 10% nicht auch die Preise um 10% erhöht? Wie Sie richtig erklären, eignet sich der VPI nicht, um eine qualitative Aussage zu tätigen. Selbst wenn die Güter im nächsten Jahr zum selben Preis wie im Vorjahr verkauft werden, weiß doch niemand, ob Sie nicht ohne die Geldmengenausweitung um 10% billiger hätten sein müssen.

greentwig
23.12.2011 20:33
0 0

"Staaten, Banken und deren Lieblingskunden bekommen dieses Geld zuerst. Sie gehen mit diesem frischen Geld aber noch zu den „alten“ Preisen einkaufen"

Das ist unlogisch. Wenn zusätzlich Geld "gedruckt" und ausgegeben wird, und mir in die Hände fällt, kaufe ich mir ja nicht deswegen mehr Güter? Auch Unternehmer investieren nicht mehr, nur weil die Geldmenge steigt. Wie sollen dann aber der Nachfrageschub anspringen, der notwendig ist, um die Preise steigen zu lassen.

Antworten Gast: Reflector
23.12.2011 21:04
0 0

Re: "Staaten, Banken und deren Lieblingskunden bekommen dieses Geld zuerst. Sie gehen mit diesem frischen Geld aber noch zu den „alten“ Preisen einkaufen"

Das ist nicht unlogisch.

Schauen sie sich die Einspritzpunkte des Geldes (Londodn, NY, ...) dieser Erde an, besonders die Immo Preise in den guten Lagen dort, anhand dieser erkennt man sehr wohl, dass es dieses 'frische' Geld zur alten Preissteigerung sehr wohl gibt.

Auch die Gehälter und Boni dieser 'Elite' ist schon auf zukünftige Niveaus ausgerichtet.

greentwig
23.12.2011 20:27
2 0

einmal kurz nachgefragt

„Die Strategie der Inflation kann nur so lange verfolgt werden, solange die Bevölkerung nicht glaubt, dass es ewig so weitergeht"

G'rad haben unsere Wirtschaftforscher veröffentlicht, dass 2012 die Inflation auf 2% zurückgehen werde. Ist das schon Teil der Täuschung? Werden wir da ökonomisch bei Laune gehalten?

Gast: seliner
23.12.2011 19:50
0 0

gegenüberstellung

Ich frage: ist denn durch die Inflation und der Wertminderung einer Währung nicht auch die Chance gegenüber anderen Währungen den Export anzukurbeln.
Die Inländischen Arbeiter produzieren zu tieferen Löhnen gegenüber dem Ausland und der Absatz in der Schweiz gefertigter, oder produzierter Ware steigt wieder.

Die andere Frage stellt sich. Könnten wir der Nachfrage nach Heimischen Produkten, bei einer Wertminderung (inflation) überhaupt noch mit eingenen Arbeitskräften nachkommen??

Was macht nun Sinn? Export sichern und somit arbeitsplätze. Bestimmt würde auch der Tourismus wieder mehr aufschwung erhalten wenn der Schweizer Franken gegenüber anderen Währungen schwächer wird.

Einzig die Frage nach Rohstoffen, die sich dann verteuern werden, wird ausschlaggebend sein was mehr Sinn macht.

Antworten Realist7
25.12.2011 18:32
0 0

Re: gegenüberstellung

Die Währung gezielt abzuwerten, um den Export "anzukurbeln" ist so ziemlich die furchtbarste Form der Subventionierung, die man sich nur vorstellen kann.

Wenn die heimischen Betriebe nur durch die Entwertung der Spareinlagen, Pensionsfonds, Anleihen und allen anderen Geldvermögen profitabel exportieren könnten, hätten sie keine Existenzberechtigung.

Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass dem so ist. Und selbst wenn, wäre das keine Rechtfertigung sich in die Marktprozesse einzumischen. Ist es fair den Interessen von Exportbetrieben auf Kosten derer aller anderen nachzukommen?

Da diese Entwertung nur durch heftige Staatsinterventionen (aka "Offenmarktgeschäfte" der EZB) möglich wäre, die vollkommen unabschätzbare ungewollte Nebeneffekte haben, kann eine solche Politik nur von Lobbyorganisationen von Export und Tourismus befürwortet werden. Leider sind diese aber stärker, als der Ethik oder Hausverstand der meisten Politiker. Das hat man erst vor kurzem in der Schweiz gesehen, als man den starken Franken (ein Segen für 95% der Bevölkerung) interventionistisch abgewertet hat, zum Glück für einige wenige.

Gast: Hoho Ho
23.12.2011 17:56
0 0

ich finds toll


Gast: Wirtschaftsinteressierter
23.12.2011 16:44
1 3

Berechtigung

Ich würde nur gern wissen, welche Qualifikationen die diskussionsbeteiligten Herren und Damen haben, um diese Problematik anzugehen. Offensichtlich hat jeder Wirtschaftswissenschaften studiert und in der Wirtschaft gearbeitet. Ich mein, wie gut kann reiner Journalismus sein, wenn man nicht mal in der Richtung etwas anderes gesehen hat.

Antworten Realist7
25.12.2011 18:38
0 0

Re: Berechtigung

Nun, wenn man sich ansieht, dass es in der Ökonomie diametral entgegenstehende Lehrmeinungen gibt, kann ich nicht verstehen, wieso man jemandem das Recht zur Diskussion entziehen sollte, wenn er sich, egal wie, positioniert.

Sollte Ihnen die ein oder andere Meinung nicht gefallen, steht es Ihnen, oder jedem, der meint durch seinen VWL-Magister überlegen zu sein, frei die Adressaten zu kritisieren und dies zu begründen.

Luzius
23.12.2011 16:10
4 1

Inflation bedeutet

unfähige Regierungen mittels mehr gedrucktem Geld wegen ihrer Unfähigkeit bereit zu stellen, und entpuppt sich erneut als das Gegenteil dessen, einem Staat für Aufschwung zu sorgen.

Regierungen vehindern aber auch wieder wegen deren eigenen Unfähigkeiten das die Warenwirtschaft erfolgreich ist, indem sie sie sich überall einnistet und zerstörend wirkt.

Das beste Beispiel dafür ist wohl Wien; welches sehr viele Firmen und Beteiligungen hält, diese aber nicht wirtschaftlich zu führen imstande ist und deshalb immer höhere (infaltionstreibende) Gebühren (Kosten) den leidgeplagten Bürgern aufhalst !

Luzius
23.12.2011 15:54
4 2

Der wöchentliche Einkauf, der über den sogenannten Miniwarenkorb errechnet wird, wurde hingegen deutlich teurer. Er stieg laut Statistik Austria seit 2002 um satte 39,4 Prozent. Erheblich teurer wurden beispielsweise Brot und Gebäck (59 Prozent).

sagt ja bereuits alles darüber aus ;-)

dieses Zuckerl: Billigere Städtereisen, Hamburger
kann darüber nicht hinwegtäuschen, auch wenns noch so oft versucht wird !

"Mit dem Exportboom sind auch zahlreiche neue Arbeitsplätze entstanden. Seit der Eurobargeldeinführung 2002 stieg die Zahl der Erwerbstätigen in Österreich um insgesamt 438.000 Personen."

Wohl in ALLEN Mietgliedstaaten gemeinsam ?
Denn würde man sämtliche "Beschönigungen" wie Frühpensionierungen, Krank gemeldete und auf die Pension wartende, sich in Pools befindliche .... betreffend der Arbeitslosenzahlen weglassen, ergäbe sich ein gänzlich anders wahreres Bild !!!

Gast: black magic
23.12.2011 15:53
9 0

Definition

Allein der Begriff "gefühlte Inflation" ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten.

Leuten, welche die Preissteigerungen zu tragen haben und mitrechnen, wird unterstellt, sie wären zu wenig "wirtschaftlich gebildet", um zu erkennen, dass sie über den Tisch gezogen werden.

Ein schönes Beispiel: Die Rücknahme der Verpackungsverordnug.
Eine 1kg-Packung Waschpulver kostete x €.
Nach der Verordnung kosteten 635g genauso x €.

Ich hoffe, dass die kritische Masse von kritischen Bürgern bald erreicht ist, um diese Politabzocker in die Wüste zu schicken.

Luzius
23.12.2011 15:47
3 1

„Wenn wir heutige Europreise mit den alten Schillingpreisen vergleichen, müssen wir aber auf jeden Fall die kumulierte Inflation seit damals berücksichtigen. Der sich daraus ergebende Umrechungskurs wäre daher in etwa 10,5“, so Paul Schmidt, Generalsekretär der Gesellschaft für Europapolitik.

so hätt mans wohl gern, auch wenn sämtliche Statistiken (Herkunft beachten) gegenseitiges aussagen.

Zudem werden immer zuviele Parameter (durchschnittliche Inflation) mit einberechnet, von denen ein einfacher Steuerzahlter NIMALS profitieren konnte; ist so ähnlich wie man uns weismachen versucht, unser Land profitier(t)e im Übermass an dieser Währung was ja auch nicht stimmt, ausgenommen man ist Industrieller oder Banker !!!

Schon im ersten Jahr des Teuros konnte man überall Preisanhebungen beobachten, und klar ist es jenen in Brüssel ein Dorn im Auge das immer noch viele mit dem Faktor 13,7603 umrechnen, obwohl man dies eigentlich inflationsbedingt mit 50% mehr tun MÜSSTE !!!

Wir (und andere Länder) erkauften uns somit weder besseres Leben noch Frieden, sondern einen Behördenapparat, der zusätzliches Geld kostet und schalten und walten will (leider darf) was er gerade will !

Westend
23.12.2011 15:06
1 4

Kein Grund zum Jubeln.

Die Schillinginflation wurde also ein klein wenig unterboten und durch zwei andere Probleme abgetauscht: kleineres Wirtschaftswachstum und geringere Lohnsteigerungen.

mises' und hayeks theorien sind seit jahrzehnten widerlegt...

... u.a. durch den des sozialismus oder keynesianismus ja unverdächtigen milton friedman, der 1993 erklärte:

“The Hayek-Mises explanation of the business cycle is contradicted by the evidence. It is, I believe, false. ”

in der seriösen ökonomie ist das alles, was j. hier als großartige entdeckung anpreist seit jahren diskreditiert, und zwar, ich wiederhole, bei ökonomen aller schattierungen...aber natürlich ist das noch nicht bis zu j. durchgedrungen. so wie das geburtsdatum von mises (tatsächlich 1881 geboren), oder dass der business-CIRCLE eigentlich ein cycle ist. aber man kann halt nicht alles wissen...


Antworten Realist7
25.12.2011 18:56
0 0

Re: mises' und hayeks theorien sind seit jahrzehnten widerlegt...

Milton Friedman war ein großartiger Mikroökonom, allerdings kein guter Makroökonom.

Er hat sich mit seiner Theorie oft in logische Widersprüche verwickelt, hat dies aber einfach ignoriert.

Das Problem an Friedman ist seine Methodik, die noch viel positivistischer war, als die von Keynes. Wer sich allerdings ins ökonometrische Fahrwasser begibt, lebt stets in der Gefahr, den Blick für das große Ganze aus den Augen zu verlieren. Genau aufgrund dieser Methode haben Keynes, Friedman - bis hin zu modernen Makroökonomen, den fatalen Fehler begangen Variablen als fix zu betrachten, die sich nach den Gesetzen der Logik hätten ändern müssen, es aber aufgrund diverser anderer Faktoren nicht taten - und darauf Modelle aufzubauen.

Wenn Sie tatsächlich interessiert sind diesbezüglich was dazuzulernen würde ich Folgendes empfehlen:

Vienna vs. Chicago - Roger W. Garrison
http://www.youtube.com/watch?v=sCLlk_fzgJg&feature=plcp&context=C30f5842UDOEgsToPDskLiw_O1g5iZUg7lSdu3uMZN

PS: Ich behaupte garnicht, dass die Austrians ultimativ die Wahrheit gepachtet haben. Allerdings gibt es in der Ökonomie diesbezüglich überhaupt keinen Diskurs, der wäre aber bitter nötig, denn einfach zu behaupten die Ideen der Austrians sind falsch und wurden bereits ausreichend widerlegt, entspricht imho nicht der Wahrheit.

Antworten greentwig
23.12.2011 20:17
0 0

Hi!

“The Hayek-Mises explanation of the business cycle is contradicted by the evidence. It is, I believe, false. ”

Wenn etwas evident ist, warum muß man dann noch glauben?

Antworten Distractio
23.12.2011 14:29
5 2

Re: mises' und hayeks theorien sind seit jahrzehnten widerlegt...

Die einzigen theorien, die tatsächlich durch die realität widerlegt wurden, sind jene des herrn marx (sowie alle seine abwandlungen, bis hin zum kollektivistischen denken eines keynes) und die des herrn friedman; das dieser nicht der meinung von von mises war ist klar, da seine monetaristische philosophie genau darauf aufbaut, was von mises als grundlage des business-cycle-problems postuliert. aber bitte machen sie nur weiter so herr fox, sie unterstreichen nur immer mehr die genaue analyse des herrn bastiat, der auf ihren ersten post geantwortet hat.
genau solche demagogen wie sie machen es erst notwendig, dass so ein begriffserklärender (und gut gelungener (jaja wir wissens er hat sowohl eine zahl wie auch ein wort falsch)) artikel notwendig wird; weil genau ihre kategorie von realitätsverweigernden, menschverachtenden halbintellektuellen keine möglichkeit auslassen phantasien als säulen eines wirtschaftssystems anzupreisen und gleichzeitig die diskussion über das fundament dieser säulen zu verbieten; weil hier augenblicklich offensichtlich werden würde, dass sie jegliches philosphisches fundament vermissen lassen.

aber bitte nur weiter mit ihren persönlichen angriffen; jedes weitere inhaltlich leere und persönlich untergriffige posting ihrerseits beweist nur einmal mehr die richtigkeit der annahme des gastbeitrages von Bastiat und meiner wenigkeit.

Re: Re: mises' und hayeks theorien sind seit jahrzehnten widerlegt...


ich verbiete gar keine dikussion. aber wenn sie von halbintellektuellen reden, dann müssen sie schon auch sehen, dass herr j. nicht irgednein wort falsch schreibt, sondern das, worum sich der ganze artikel dreht. und dass er den mises genial findet, aber nicht in der lage ist sein korrektes geburstdatum anzugeben, sollte sie ein wenig stutzig werden lassen.

das ist nicht untergriffig: das ist einfach faktenorientiert. ich kann nix dafür, dass der j. circle nicht von cycle unterscheiden kann. nicht meine schuld.

und dass sie zwar bei mir ein "philosophisches fundament" vermissen, aber bei j. nicht, das lässt mich zweifeln, ob sie wirklich eine hohe meinung von philosophie haben. denn wie das da oben ein "philosophisches fundament" für irgendwas sein soll, weiß ich nicht.

 
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