Wäre doch nur Griechenland unser größtes Problem

FRANZ SCHELLHORN (Die Presse)

Während Euro-Notenbanker die Krise der Währungsunion kleinreden, zeigt gerade die Stärke Deutschlands, wie schwach die Gemeinschaftswährung bereits ist.

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Für alle, die in der Frage, wie es denn um das Projekt „Euro-Rettung“ so steht, den Überblick verloren haben, hier ein kleines „Update“: Am gestrigen Montag zahlten Anleger erstmals Geld dafür, die Schulden der Bundesrepublik Deutschland finanzieren zu dürfen. Für sechs Monate laufende Staatspapiere akzeptierten die Investoren eine negative Rendite. Das wiederum hat zu bedeuten, dass Deutschland mit Schulden Geld verdient.

So etwas schaffte früher bestenfalls der „sichere Hafen“ Schweiz. Was sich liest wie ein schlagender Vertrauensbeweis in die Gemeinschaftswährung, ist das Gegenteil davon. Es ist ein weiterer Hinweis auf die längst stattgefundene Spaltung der Währungsunion: Hier der desperate Süden, dort der relativ stabile Norden, in den die Investoren samt prall gefüllter Geldköfferchen fliehen. Während also Deutschland fast alles zugetraut wird, verlieren die Mittelmeerländer an Vertrauen.

In diesem Zusammenhang ist auch der tiefe Fall der italienischen Großbank UniCredit zu sehen, die allein in den vergangenen drei Tagen knapp 40 Prozent an Marktwert verloren hat. Der Großbank gelingt es nämlich nicht, ihre Eigentümer zum Nachschuss von Kapital zu bewegen – obwohl ihnen die neuen Aktien zum Schleuderpreis angeboten werden. Nun kommt es immer wieder vor, dass sich eine unbedeutende Peripheriebank schwertut, frisches Kapital zu holen – aber eine renommierte europäische Systembank?

Erfreulich an dieser Entwicklung ist lediglich, dass nun auch jene für die Entscheidungen ihres Managements zur Verantwortung gezogen werden, die es auch betrifft: die Aktionäre. Sie haben eine Bankführung eingesetzt, die es für eine gute Idee gehalten hat, den Schuldenkurs der Republik Italien zu finanzieren. Mit der Folge, dass die UniCredit heute auf einem ganzen Berg (38 Milliarden Euro) italienischer Staatsschulden sitzt, weshalb es den Aktionären nicht zu verdenken ist, kein Geld nachschießen zu wollen. Denn der vielversprechende Start des italienischen Expertenkabinetts von Mario Monti ist eben (noch) nicht mehr als ein vielversprechender Start.

Geradezu gespenstisch sind allerdings nicht die jüngsten Nachrichten von den Kapitalmärkten, sondern die seit Wochen aus dem EZB-Hauptquartier abgesetzten Durchhalteparolen. Nicht die Gemeinschaftswährung habe ein Problem, sondern nur einige Mitgliedsländer der Währungsunion. Als könnte man das trennen! Das wäre ungefähr so, als behauptete die ÖVP-Führung, nicht die Partei, sondern nur ein paar ihrer wichtigsten Mandatare hätten bei der Wählerschaft an Vertrauen eingebüßt.

Deutlich überzeugender liest sich die Analyse des tschechischen Notenbank-Präsidenten, Mirsolav Singer, der gegenüber der Prager Tageszeitung „Hospodarske Noviny“ meinte: Europa sollte sich nicht über Jahre hinweg mit Griechenland beschäftigen, das nur zwei Prozent der europäischen Wirtschaft ausmache. Mit den bisherigen Krediten sei hauptsächlich Zeit gewonnen worden, die den reichen Griechen dabei geholfen habe, ihr Geld außer Landes zu schaffen. „Wenn der Wille nicht da ist, Griechenland eine riesige Summe Geld aus europäischen Strukturfonds zu geben, sehe ich keine andere Lösung, als dass es aus der Eurozone austritt und die neue griechische Währung stark abgewertet wird“, so Singer.


Recht hat er. Für Ökonomen ist die Frage aber ohnehin geklärt: Griechenland hat keine Chance, eigenständig im Euro zu überleben. Bleibt es in der Währungsunion, wird es zum dauerhaften Almosenempfänger. Die Finanzhilfen aus dem Norden könnten Athen dann zwar vor der Pleite bewahren, damit würde das Land aber nicht wettbewerbsfähig. Das geht nur über eine Rückkehr zur Drachme samt kräftiger Abwertung.

Die Griechen haben sich für die Rolle des Transfer-Empfängers entschieden. Nun sind die Geberländer am Zug. Deren Vertreter sollten schleunigst eine Linie finden und diese ihren Wählern auch „verkaufen“. Angesichts der jüngsten Meldungslage drängt sich nämlich der Verdacht auf, dass Europa wichtigere Dinge zu tun hat, als in der Griechenland-Frage über ein Jahr lang zu dilettieren.

 

E-Mails an: franz.schellhorn@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.01.2012)

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34 Kommentare
 
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Das Griechenlandvirus - nun auch Ungarn befallen. Wer ist der Nächste?

Wir sind noch in der Inkubationszeit.
Aber vom Griechenlandvirus sind auch wir bereits infiziert.
Auch unsere Politiker/Innen sind keinen Schuss Pulver wert - und tanzen den „Tango Korrupti“ besser als den Sirtaki.
Auch bei uns werden die Steuern von gewissen Unternehmen und Privatpersonen nach eigenem Ermessen berechnet.
Auch bei uns belohnen sich gewisse Frau- und Herrschaften mit weit überzogenen Gehältern und Tantiemen.
Während bei den unteren Einkommensschichten, sowie bei Rentnern und Pensionisten nicht mal die Inflationsraten abgegolten werden.
Folglich werden auch bei uns die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer. Wenn das richtig ist, dann mal weiter so.
Wenn in Griechenland jahrelang für Tote Pensionen bezahlt wurden - was soll’s – auch bei uns wurde für Gastarbeiterkinder die noch nicht einmal geplant waren, Kinderbeihilfe bezahlt.
Auch unsere Reichen horten ihr Schärfchen im Ausland.
Sollen sie doch selbst gleich mitgehen und auch dort leben, wo sie ihr Geld arbeiten lassen. Aber nicht vergessen, den ganzen Politerker/Innen-Haufen sollen sie gleich mitnehmen.
Mit Ausnahme natürlich der nicht Korrupten, nicht Charakterlosen, und nicht Unersättlichen – mit einem Wort; der Anständigen mit Rückgrat.
Was bleibt dann noch übrig? Eine echt Demokratie! Das Volk regiert!
Auch unsere Bürgerinnen und Bürger sind frustriert.
Ich frage mich nur wie lange das noch geht, wie lange wir uns noch als Konsumvieh und Stimmvieh, sprich; als Rindviecher behandeln lassen, bevor auch wir auf die Strasse gehen.
Na ja, wenigstens können wir (als Rindviecher) mit den Bauern noch kommunizieren, denn die Politiker/Innen reden eh erst kurz vor den Wahlen wieder mit uns.

Gast: pensionär
10.01.2012 18:59
1 0

z. B.

Vor einigen Jahren hat eine kleine, ländliche Stadt in Spanien mit
> einer ähnlichen Stadt in Griechenland eine Partnerschaft gegründet.
>
>
> Der Bürgermeister der griechischen Stadt besuchte die spanische Stadt.
> Als er das feudale Anwesen des spanischen Bürgermeisters sah, wunderte
> er sich,wie der sich so etwas leisten konnte. Der Spanier sagte: Sehen
> Sie die Brücke da drüben? Die EU hat uns einen Kredit für eine
> 4-spurige Brücke gegeben. Wir haben eine einspurige gebaut, mit
> Verkehrsampeln an jedem Ende,und dadurch konnte dieses Haus gebaut
> werden.
>
> Im darauffolgenden Jahr besuchte der Spanier das griechische Städtchen.
> Ihm blieb der Mund offen, als er das Haus des Bürgermeisters sah, mit
> Mamorböden und goldenen Verziehrungen. Als er den Bürgermeister
> fragte, wie ersich das leisten konnte, meinte der Grieche: Sehen Sie
> die Brücke da

> drüben?
>
> Der Spanier antwortete: "Nein."

zentralplanung

und kollektivismus
sind das problem europas
Mises nannte es Interventionismus
http://de.wikipedia.org/wiki/Human_Action

Antworten Gast: pensionär
19.01.2012 12:52
0 0

Re: zentralplanung

Danke auch für den Hinweis auf Mises!
Aber wer liest schon "österreichische" Wirtschaftswissenschaftler, wo doch Keynes so populär ist!
Man muss eben mehr studiert haben als ein paar Skripten für eine Prüfung. Lebenslanges Lernen ist für die meisten Akademiker eher ein Greuel; sie geben mit der Sponsion ihren Löffel ab.

Antworten Gast: pensionär
10.01.2012 18:58
0 0

Re: zentralplanung

... und wie nannte es Leopold KOHR?
... Joseph Schumpeters "schöpferische Erneuerung ...

wird an der WU nicht gelehrt.

Re: Re: zentralplanung

danke fuer den hinweis of Kohr.

die leute kommen schon drauf dass der elfenbeinturm keine gute antwort fuer reale krisen hat

nur traurig dass die dynamik von aufbau und zerfall sich immer mit viel Leid fuer die Menschen wiederholt

Alles läuft genau so, wie es jeder ökonomisch halbwegs Gebildete verhersehen musste!

Dass die "gespenstischen Durchhalteparolen" jetzt nicht nur von den Politikern, sondern auch schon von der EZB kommen, ist zwar neu, aber nicht unerwartet. Es ist nur ein weiterer unvermeidlicher Schritt zum Ende des Euroraumes in der derzeitigen Form und vielleicht sogar der ganzen EU.

Der EU, wie sie heute ist, braucht auch niemand nachzuweinen, in diesr undemokratischen Organisationsform kann sie sowieso nie ein Erfolgsmodell sein.

Eine Bündelung der Kräfte aller europäischer Staaten ist sicher sinnvoll, überlebensfähig kann das aber nur sein, wenn es von der Bevölkerung mitgetragen wird. Man kann nur hoffen, dass der derzeitigen gräßlichen EU eine solche nachfolgen wird, die mit dem und nicht gegen das Volk agiert, was eine weltweit fast unschlagbare Wirtschaftsmacht ermöglichen würde!

Gast: Wer?
10.01.2012 12:41
2 1

Auch mit noch so viel Essen benötigt eine Schwangerschaft beim Menschen 9 Monate

Ungeduld, technokratische Hybris der Macher und Blender hat dieses und andere Übel hervorgerufen.
Was derzeit getan wird ist noch mehr vom selben Übel, statt sich zu hinterfragen ob nicht prinzipiell etwas geändert gehört.
Subsidiarität z.B statt ewiges Kosten und Verantwortung verschieben zu anderen und Gewinne kassieren für sich. Egal ob es um Klassen geht oder um Staaten oder Bundesländer.
Entweder man besinnt sich eines besseren und lässt endlich alles reifen (d.h. bessert endlich die tausenderlei Sachen nach wo es in der EU, aber auch in Ö schief läuft) oder es wird ein Abortus (in der EU).
Noch nie in der Geschichte hat es ein vergleichbares (tw.) demokratisches Projekt gegeben, noch nie wurde so lange gestümpert von Inkompetenzlern an den wichtigsten Positionen. Die EU ist derzeit eine Inkompetenzler-Pfründe für die Klasse der Inkompetenzler die eines sehr gut konnten: sich an der Macht halten. Jetzt aber stoßen ihre Traumblasen auf die Gegebenheiten der Realität und zerplatzen - eine nach der anderen.
Das hätte man vermeiden können, hätte man rechtzeitig auf den Rat anderer (viele erstklassige Fachleute, aber ohne Inkompetenzler-Netzwerk) gehört. Z.B. beim Euro. Zahlen dürfen wir es jetzt alle.

wir sollten sofort kärnten abstoßen!

dieses land wird zum dauerhaften almosenempfänger. nur ein carinthischer taler samt kräftiger abwertung kann dieses land wettbewerbsfähig machen.
doch die kärntner haben sich für die rolle als transfer-empfänger entschieden....

frage: warum geniert sich ein volkswirtschaftlich völlig ahnungsloser nicht, volkswirtschaftliche kommentare, noch dazu als leitartikel etikettiert, zu schreiben?

er zitiert den tschechischen notenbank-präsidenten ohne dessen absichten zu hinterfragen.

er träumt den traum von einem nord- und einem süd-europa. doch niemand ausser ihm, und schon gar nicht deutschland, träumt solchen blödsinn.

aber hauptsache, er kann seine ideologie wieder mal zu papier bringen, ist ja auch ein bisserl was.
ich würde allerdings sagen: sogar für ein publikum von eh nur 100.000 lesern ist das sehr, sehr wenig!

Antworten Gast: fbvsfd
10.01.2012 10:45
6 0

@Kärnten

Was Gemeinschaften zusammenhält ist halt mehr als Euroscheine, Durchhalteparolen der Gstopftn und Internationalismus.

Zu all den Griechenlandgeldern der letzten Monate muß man ja uch noch die ganzne EU-Zuschüsse der letzten Jahrzehnte dazu zäheln. Wohlweislich werden die nie veröffenlticht, denn sonst gäbe es in den Nettozahler-Ländern einen Volksaufstand. Denke dass das im Falle Kärntens auch noch niedriger ist.

Aber: Falls auch die nur jahrzehtnelang am Tropf hängen, selbst nichts tun als gute Schuhfabriken zuzusperreen (un die Landesregierung schaut tatenlos zu, wohl wiel mit Spekulationen überbeschäftigt) wird man sich sicher auch hier mal die Frage stellen. Letzendlich ist aber hier das "wir" schon erreicht, durch einen jahrhudertelangen gemeinssamen Weg des Gebens und Nehmens.
Grichenland hat aus unseres Sicht bis jetzt nur genommen und würde für uns vermutlich keinen Euro geben. Kärnten vermtulich sehr wohl. DAS ist der Hauptunterschied.
Solidarität muss in beide Richtungen verläßlich funktionieren, die meisten Sud- und Ost-EU-Länder verstehen es nur als Einbahnstrae, als Selbstbedienungsladen.
DAS ist es was hierorts mehr und mehr Menschen klar wird und die entsprechendne Reaktionene auslöst/auslösen wird. Das kann dann sehr schnell gehen.

"..zur Verantwortung gezogen werden, die es auch betrifft: die Aktionäre."

jene aktionäre, die genügend einfluss hatten, um auf gewinnmaximierung durch ignorieren des risikos zu drängen, haben doch schon längst kasse gemacht und ruinieren andernorts ein anderes unternehmen!

Transferunion?

Bei allem Zynismus, der Kommentar übersieht, dass es überall Gebiete mit schwacher Wirtschaftsleistung gibt, die Subventioniert werden - auf allen Ebenen.

Nehmen wir zB Österreich und unser Sorgenkind das Burgenland. Ohne die Unzahl an Subventionen wäre das Burgenland wirtschaftlich tot. Es hält sich ja jetzt gerade so eben über Wasser. Ergo: schließen wir das Burgenland aus Österreich aus, dann gehts allen besser, oder wie? Natürlich Schwachsinn.

Will man eine große europäische Gemeinschaft, dann muss man auch den "schlechten Tropfen" schlucken und akzeptieren, dass man wirtschaftsschwächere Nationen/Gebiete unterstützen muss. Genausowenig, wie es für Österreich denkbar wäre, das Burgenland aus wirtschaftlichen Zwecküberlegungen abzuspalten, sollte es angedacht werden, die Griechen aus dem europäischen Gemeinschaftsprojekt auszuschließen.

Was Griechenland braucht, ist eine EU, die auch tatsächlich wirkungsvolle Maßnahmen ergreifen kann. Es spricht eine eindeutige Sprache, wenn sich die Griechen vor dem IMF mehr fürchten, als vor der EU. Ohne Durchgriffsrechte ist das ganze natürlich vollkommen zahnlos.

2 0

Re: Transferunion?

Bei Griechenland geht es aber nicht um Subventionen, sondern um Kredite. Denn Subventionen erhält Griechenland ohnehin mehr als genug. Bei den Krediten sieht es hingegen so aus, dass man da eine Rückzahlbarkeit erwarten darf, sonst sind es keine Kredite sondern Geschenke.
Natürlich kann man aus Solidarität selbst Geschenke noch irgendwie argumentieren, doch warum sollten wir mit Griechenland solidarisch sein? Solidarisch kann man höchstens mit jemanden sein der unverschuldet (z.B. Naturkatastrophen) in Not geriet, das ist bei Griechenland aber sicher nicht der Fall. In Griechenland wurde massiv Geld verprasst und die Defizite mit Lug und Trug zu verheimlichen versucht bis es eben nicht mehr ging.

Re: Re: Transferunion?

Völlig richtig. Das Problem ist nur - soll man deshalb ein ganzes Volk in die Verdammnis schicken?

Deshalb auch mein Schluss, dass mit den Krediten unbedingt auch (Zwangs-)Maßnahmen seitens der EU einhergehen müssen. Genauso, wie in der Privatwirtschaft der Insolvenzverwalter die Sanierung eines insolventen Unternehmens übernimmt - ja, bis zu einem gewissen Grad sogar mit persönlicher Haftung verantwortet.

Wenn die Staaten der EU für die Sanierung Griechenlands mit eigenen Mitteln geradestehen müssen, dann ist es essentiell, dass ihnen dafür auch tiefgreifende Maßnahmen zur Disziplinierung der griechischen Politik zur Verfügung stehen. Dass geschieht zur Zeit nicht: Griechenland verlangt einfach Geld und ist nicht bereit, der EU ausreichende Eingriffsbefugnisse zuzugestehen. Diese sind aber absolut nötig, denn dass die Griechen unfähig sind, sich aus eigener Kraft zu sanieren und neu zu strukturieren haben sie in den letzten Jahren wiederholt bewiesen.

Antworten Gast: asgdsagdsgs
10.01.2012 10:55
4 3

Re: Transferunion?

Wenn Sie eine Alkoholikerfamilie oder Drogenfamilie als Nachbarn hätten - würden Sie die querfinanzieren ? Permanent mit 20% ihres Gehalts ?
Dafür dass die sich nie ändern, weiter saufen und drücken und sie und alle anpöbeln, das Stiegenhaus regelmäßig vollkotzen, man wegen ihnen immer wieder die Polizei rufen muß ?

Oder eher die in ihrer Verwandtschaft die kurzfristig in Not geraten sind und vermutlich ihne in ähnlicher Lage einst ebenso helfen werden ?

Oder vielleicht die anständigen, netten Leute vom Stock drüber die einen schweren unverschuldeten Unfall hatten und sichtlich alles tun um selbst diese Situation zu meistern, trotz allem immer noch freundlich sind und bemüht - würden Sie denen eher hlefen.

Wenn Sie jetzt sagen sie würden den o.a. Alkoholikern und Drogenkranken helfen dann sind sie ein glüccklicher Mensch, wiel Sie offensichtlich noch nie mit denen ernstlich zu tun hatten/haben mussten. Dort ist große Vorsicht angebracht - kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen und kann man bei diversen Webstein von Angehörigen Suchtkranker nachlesen.
Sinngemäß ähnlich ist es bei manchen unserer Süd- und Ost-EU-Länder.
Wie man auch Suchtkranken helfen kann, kann man auch dnene helfen, aber nicht mit den Mitteln die man bei "Normalne" anwendet, die sind nämlich drort erfahrungsgemäß absolut verschwendet und nähren nur die Sucht, nicht die Heilung.

Re: Transferunion?

@ Minimaximus

1. Niemand will "eine große europäische Gemeinschaft" und "wirkungsvolle" EUdSSR! Das haben die Abstimmungen in F, NL, IR, SE, SL bereits gezeigt.

2. Der Vergleich Burgenland und GR hinkt.
Untereinander kennen Staaten keine Solidarität, sondern da verfolgen sie mit Recht nur ihre Interessen.

3. Solidarität mit den eigenen Bundesländern gibt es nur in der geichen staatlichen und politischen Gemeinschaft. Die EU ist kein Bundesstaat, sondern nur ein Staatenbund (Verein).

Nur Hirnöderln können GR mit dem Burgenland gleichsetzen.

Re: Re: Transferunion?

Die Abstimmungen haben gezeigt, dass niemand eine "solche" undemokratische EU will - und wer könnte es den Bürgern verdenken, dass sie die Schaffung immer neuer demokratisch nicht legitimierter Steuerungsinstitutionen ablehnt? Dass die Bürger generell kein europäisches Gemeinschaftsprojekt wollen, glaube (hoffe) ich nicht.

Der "Staat" ist ein geschichtlich stark im Wandel begriffenes Konstrukt. Der Ursprung waren die griechischen Stadtstaaten - auch da gabs keine Solidarität sondern nur Kriege. Ist das wohin Sie zurückwollen? Dass sich alle in einen kleinen Mikrokosmus zurückziehen und getreu der Hobbes'schen Philosophie den Krieg "aller gegen alle" zelebrieren?

Im übrigen ist die EU natürlich kein "Staatenbund" und schon gar kein "Verein" sondern eine "supranationale" Union.

Antworten Antworten Antworten Gast: sagfsgdga
10.01.2012 12:29
2 1

@Krieg

Ist permanenter Unter-der-Tuchent-Bürgerkrieg mit No-Go-Zones in den Großstädten, Einbruchsserien, Mafia, Schieber- und Drogenbanden, Korruption, Umverteilung von unten nach oben besser ?
Besser nur solange das Elend daraus geringer als das eines Krieges ist, aber lange nicht DAS Beste, soll heißen bestmögliche.

Die Menschen spüren das und lehnen dieses Modell ab, das letzendlich auf Verschmelzung der Interessen des Kapitals, einer Staatsform die sich Religion nennt, der Fadessebekämpfung der Bourgeoisie und den Träumen der ewig gleichen (internationalistischen)Gesellschaftsbastler die sich auch dann nicht hunterfragen wenn sie schon zweimal mindestens einen ganzen Kontinent in Schutt und Asche gelegt haben.
Summa summarum: "Big" plant "Grand". Megalomanischer desportischer Irrsinn.
Imperium Romanum II.

Small is beautiful. Menschlichkeit statt Technokratie. Gerechte, ausgewogene Systeme eigenverantwortlicher Menschen mit definierten Schnittstellen. Mit Solidarität als Geben und Nehmen - nicht als Mutterbrust-Ersatz Unreifer und damit als Einbahnstraße.

4 0

Raus...

aus dem katastrophalen Irrsinn,-aber presto!!!

Gast: sdfn
10.01.2012 08:27
0 0

na was wär wenn

jetzt zerrrreißt es dann hoffentlich diesen Garibaldi links rechts faschistischen Nationalstaat , diesen unnatürlichen und durch nichts zu rechtfertigen Zentral - Staat -
Dann erleben wir wieder ein ITALIEN der kleine Einheiten innerhalb de EU ( ! ) - Einheiten die in kultureller, wissschanftlicher und intelektueller Hinsicht immer zu den stärksten und kreativsten Gebilden gehört haben. Von der Republik Vendig über Genua Florenz usw usw und ach ja mit und vor allem mit MITO ( Milano Torino ) , und ....keinen kalabresischen Carabinieri mehr am Brenner oder im Kanaltal.

Gast: UKW
09.01.2012 22:40
17 0

Und ich dachte immer die Gemeinschaftswährung ist so toll, damit die Exportchancen der Deutschen und Österreicher nach Griechenland und Italien intakt bleiben

Wir freuen uns, dass wir Waren runter liefern dürfen und die Griechen schicken uns im Gegenzug Schuldscheine, die wir später selber bezahlen dürfen. Hurrra, die EUDSSR ist Super!

Antworten Gast: Wumpus
10.01.2012 08:33
2 0

Re: Und ich dachte immer die Gemeinschaftswährung ist so toll, damit die Exportchancen der Deutschen und Österreicher nach Griechenland und Italien intakt bleiben

Nicht verzagen, Faymann und Fekter fragen.

Angesichts der jüngsten Meldungslage drängt sich nämlich der Verdacht auf, dass Europa wichtigere Dinge zu tun hat, als in der Griechenland-Frage über ein Jahr lang zu dilettieren

Gut geschrieben. Alles soweit richtig.
Und was genau hat Europa nun zu tun? Achja. Bankenrettung. "Die jüngste Meldungslage" besagt ja überraschenderweise, dass die eine oder andere Bank ggfs. ein wenig im A... sein könnte.
Diese haben bisher, um Hrn. S. wie "Supermarkt" zu zitieren "die einzigartige Möglichkeit des Kapitalismus [genutzt], Verbraucher besser zu versorgen, als es andere Anbieter zuvor taten."

"Meldungslage" und Systemkritik passen da plötzlich viel besser zusammen, oder?

7 0

Re: Angesichts der jüngsten Meldungslage drängt sich nämlich der Verdacht auf, dass Europa wichtigere Dinge zu tun hat, als in der Griechenland-Frage über ein Jahr lang zu dilettieren

Ja! Richtig! Herr Schellhorn hat in seinem sonntäglichen Supermarkt den Begriff "Kapitalismus" benutzt. Dieser Begriff trägt mehr zur Verwirrung als zur Aufklärung bei. Es wäre besser gewesen, er hätte diesen Begriff durch "Marktwirtschaft" ersetzt und alles wäre in Ordnung gewesen:"die einzigartige Möglichkeit der Marktwirtschaft [genutzt], Verbraucher besser zu versorgen, als es andere Anbieter zuvor taten."

Noch genauer ist die Unterscheidung "Marktwirtschaft" u "unser Wirtschaftssystem". Unser Wirtschaftssystem ist eine pervertierte Form von Marktwirtschaft - zwar besser als Feudalismus und Planwirtschaft, aber sicher schlechter als eine wirkliche Marktwirtsch.

In unserem Geld- u Bankwesen herrscht nämlich noch immer Feudalismus u Planwirtschaft! Feudalismus herrscht, weil d Banken als Teilresevebanken mit Krediten Geld schöpfen können- nur 4.6 % aller Einlagen sind durch Basisgeld gedeckt. Der natürliche Zustand diese Systems ist die Insolvenz, welcher im obigen Artikel mit der UniCredit schön beschrieben ist. Banken sind gegenüber anderen Marktteilnehmern privilegiert - eine obere Instanz, die Zentralbank, schützt sie mit Ihrer unbegrenzten Gelderfindungsmacht.
Planwirtsch. herrscht, weil diese zentrale Planungsbehörde d Wirtschaft mit Geldschöpfung aus Nichts, Zinssatzsetzung u Mindestreservesatz manipuliert.

Systemkritik ist dringend geboten! Den Stoff dazu haben nicht irgendwelche linken Intellektuellen; den hat die Österr. Schule d Nationalökonomie.

2 0

Re: Re: Angesichts der jüngsten Meldungslage drängt sich nämlich der Verdacht auf, dass Europa wichtigere Dinge zu tun hat, als in der Griechenland-Frage über ein Jahr lang zu dilettieren

Stoff für Systemkritik:

http://www.amazon.de/Geld-Bankkredit-Konjunkturzyklen-J%C3%A9sus-Huerta/dp/3828205321/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1320873456&sr=8-1

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EU-Probleme

* Italienproblem
* Irlandproblem
* Spanienproblem
* Portugalproblem
* Polenproblem
* 23 Amtssprachen Problem
* Türkeiproblem
* EU-Erweiterungsproblem
* unkontrollierte Staatsgrenzenproblem
* EU-Demokratieproblem
* EU-Atomstromproblem
* EU-Gentechnikproblem
* EU-Korruptionsproblem
* EU-Glühbirnenverbotsproblem
* EU-Battlegroup-Problem
* usw.
wäre, dann wäre die Lösung wirklich einfach und die EU könnte fast so weitermachen wie bisher...

R. Marschall, Parteiobmann
http://www.euaustrittspartei.at/

 
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