25.05.2012 23:16 | Meine Presse Merkliste 0

Obamas Glück sind die republikanischen Kandidaten

NORBERT RIEF (Die Presse)

Die Enttäuschung über den 44. Präsidenten der USA ist groß. Doch bei solchen Gegenkandidaten muss er nicht um seine Wiederwahl fürchten.

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Barack Obama kann seit diesem Wochenende recht entspannt sein. Wenn es nicht noch eine große Überraschung gibt, dann hat der 44.Präsident der USA den Wahlsieg am 6.November in der Tasche. Und das nicht etwa deswegen, weil er in den vergangenen vier Jahren eine solch hervorragende Politik gemacht hätte – was er nämlich nicht hat –, sondern weil die Republikaner nicht in der Lage sind, einen ernsthaften Gegenkandidaten zu finden.

Der Sieg von Newt Gingrich an diesem Wochenende bei der republikanischen Vorwahl in South Carolina ist ein schlagender Beweis dafür: Ausgerechnet im „Bible Belt“ der USA, in dem sogar Demokraten konservativer sind als viele Republikaner in den nördlichen Bundesstaaten, gewinnt ein Ehebrecher.

Man kann dieses Faktum nicht hoch genug bewerten. Üblicherweise ist eine außereheliche Affäre das sichere Ende jedes republikanischen Politikers. Noch dazu, wenn einer wie Gingrich seine Karriere auf dem moralischen Kampf gegen einen Präsidenten (Bill Clinton) aufgebaut hat, der sich im Weißen Haus mit einer Praktikantin vergnügte – und der jetzt eingestehen musste, dass er selbst eine Affäre hatte, als er Clinton deswegen des Amtes entheben wollte.

Dass Gingrich jetzt gewonnen hat, ist kein Zeugnis für einen besonders guten Wahlkampf oder ein gutes Programm. Es ist einzig ein Votum gegen seinen Mitbewerber Mitt Romney. Für den bisherigen Favoriten ist das eine Ernüchterung: Offenbar ist konservativen Parteigängern sein Glaube (Romney ist Mormone) so suspekt, dass sie noch eher für einen Ehebrecher stimmen.

Nach drei Vorwahlen gibt es also drei verschiedene Sieger, und keiner von ihnen kann Obama ernsthaft gefährlich werden. Rick Santorum nicht, der sogar etlichen Republikanern zu konservativ ist und im Falle einer Nominierung mit seiner Politik nicht die schwankenden vier, fünf Prozent in der Mitte ansprechen kann, die bei der Präsidentschaftswahl den Ausschlag geben.

Gingrich nicht, der eine Politik der Beliebigkeit betreibt und jetzt etwa damit argumentiert, er habe die USA gemeinsam mit Bill Clinton zum Besseren verändert. Mit jenem Mann also, den er einst mit geradezu biblischem Zorn verfolgt hat. Jetzt, da man nachträglich die positiven Veränderungen sieht, die Clintons Amtszeit gebracht hat (Budgetüberschuss, Vollbeschäftigung), will Gingrich plötzlich schon immer dabei gewesen sein. Eine geradezu peinliche Zurschaustellung seiner Prinzipienlosigkeit.

Um gegen Romney zu punkten, muss Obama nur fortsetzen, was die Republikaner bereits begonnen haben: eine Diskussion über Leistung und Einkommen, über die Frage, mit welchen Mitteln jemand Millionen Dollar pro Jahr verdienen darf, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Auch das ein Beweis der verqueren Welt des republikanischen Vorwahlkampfs: Der ehemalige Gouverneur von Massachusetts muss sich plötzlich dafür rechtfertigen, ein erfolgreicher Geschäftsmann gewesen zu sein.

Ron Paul? Der verbliebene vierte Kandidat sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Der libertäre Politiker ist ein nettes Kuriosum, mehr nicht.


Selten waren die Chancen, die Wiederwahl eines amtierenden Präsidenten zu verhindern, so groß wie in diesem Jahr. Obama hat seine Wähler in den vergangenen vier Jahren schwer enttäuscht. Seiner kompromissbereiten Politik fielen viele Versprechen zum Opfer, die wesentlich zu seiner leidenschaftlichen Anhängerschaft beitrugen: das Terroristenlager Guantánamo Bay etwa, der Inbegriff staatlicher Willkür, das Obama im ersten Jahr seiner Amtszeit schließen wollte. Es steht noch immer. Seine Gesundheitsreform musste er allzu sehr verwässern, und auch die große außenpolitische Offensive blieb aus. Ob seine Programme zur Wirtschaftsbelebung nachhaltig greifen und der derzeitige Aufschwung von Dauer ist, wird sich erst zeigen. Ein neuerlicher Wirtschaftseinbruch ist das Einzige, was Obama im November noch gefährlich werden kann.

Möglicherweise hatte der Präsident also die republikanischen Kandidaten im Kopf, als er neulich ein paar Takte aus einem Al-Green-Lied sang: „I'm so in love with you.“

 

E-Mails an: norbert.rief@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.01.2012)

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76 Kommentare
 
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Gast: Georgedoubleyou
24.01.2012 00:36
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Obama wird wieder gewählt

weil er bisher brav war und unserem Militärisch-industriellen-Komplex ordentlich gedient hat, so wie wir uns das vorgestellt haben.
Und nachdem er nun auch jenes Gesetz unterzeichnet hat, welches das Schließen von Guantanamo verbietet, und dem Militrär die Berechtigung erteilt, Personen ohne Anklage und Angabe von Gründen unbeschränkt gefangen zu nehmen, wird er die Millionen bekommen, die er braucht, um wieder Präsident zu werden.
God bless America !

2 2

Den Satz muss man gelesen haben:

"Ron Paul? Der verbliebene vierte Kandidat sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Der libertäre Politiker ist ein nettes Kuriosum, mehr nicht."

Gott sei Dank können wir in Zeiten des Internets uns selbständig Information besorgen und sind nicht mehr nur auf das angewiesen, was uns die Systemmedien vorsetzen. So ein Satz über Ron Paul ist noch nichtmal mehr auf FOX News tragbar... und deren Hass auf alles Abweichende ist unübersehbar.

0 1

Re: Den Satz muss man gelesen haben:

gebitte sparen sie sich die vergötterung ron pauls
die selben leute die heute ron paul nachrennen sind vor 4 jahren obama hinterhergewatschelt
das sind idealisten die all ihre hoffnungen in einen politiker setzen, der genau das predigt was sie hören wollen

für die klassischen republikaner ist ron paul allerdings viel zu liberal, und vermutlich zu weltfremd
"end the FED" hat er einmal gesagt, weiß er auch was das für auswirkungen auf die amerikanische wirtschaft hätte?
wer würde dann staatsschulden kaufen (die FED ist meines wissens der größte gläubiger der USA) und die zinsen an das finanzministerium abliefern?
was würde wohl passieren wenn man die FED schließen, und all die staatsanleihen auf den markt werfen würde?
deren kurse würden vermutlich einbrechen

von wo würden dann die us banken neues kapital beziehen?
wahrscheinlich würde es dann zu einem neuerlichen ansturm auf die banken kommne, die dann entgültig zusammenbrechen

ron pauls ansichten mögen zwar toll klingen jedoch sind sie völlig unrealitisch, der typ quasselt den selben blödsinn wie obama vor 4 jahren
wie war das noch mal mit dem truppenabzug aus dem irak?
wie war das noch mal mit der afgahnistanstratgie obamas?

das hat vor 4 jahren auch toll geklungen, jedoch ist nichts draus geworden.

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Re: Re: Den Satz muss man gelesen haben:

Sie haben Recht mit dem, was sie Obama anlasten. Aber unterstellen Sie, dass es ihm am Wille gefehlt hätte?

Es sind eben die politischen Kräfteverhältnisse, die die Möglichkeiten abstecken, innerhalb deren Politik möglich ist. Trotzdem ist Obama ein zeimlich anständiger Kerl, auch wenn er politisch scheitert.

Und wo ich irgendjemand "vergöttere", würde ich gerne wissen. Ist man, sobald man dafür eintritt, dass alle Stimmen gehört werden und nicht manche unerwünschte durch mediale Macht ausgeschlossen werden, deshalb jemand, der etwas "vergöttert"?

Ich will nur eine ordentliche Presse, die nicht derart verleumdet und agitiert. Und was Sie zur FED sagen hat alles Sinn - wenn man die Bush-Obama-Politik weiter betreiben möchte.

Aber Ron Paul will keine Anleihen begeben, sondern Austerität. Das ist das, was Maastricht in Europa bringen sollte: verantwortungsvolles Haushalten, um nicht von Finanzmärkten abhängig zu sein.

Daran ist überhaupt nichts weltfremd, weltfremd sind jene, die das FED-Zinssystem beibehalten wollen, bis die USA so inflationiert sind, dass die derzeitige Verarmung der Kommunen und der Tod des Mittelstandes weitergeht.

Murray
23.01.2012 14:13
6 0

Schon cool

Alle beklagen sich darüber, dass Politiker - egal welcher Partei - komplett austauschbar sind und im Grunde für dasselbe stehen (nämlich nichts). Gibt es dann eine Ausnahme, lautet der Kommentar: "Kuriosum am Rande". Einerseits beklagen die Medien den Einheitsbrei, andererseits verlangen sie ihn.

ron paul entspricht nnur außenpolitisch nicht dem einheitsbrei...

...ansonsten bietet er nur eine konsequentere version der in den USA vorherrschenden marktanbetung, des staatshasses und des permanenten sozialabbaus.

er ist halt so konsequent, dass die marktliberalen vorstellungen ad absurdum geführt würden, falls das je umgesetzt werden sollte, was er vorschlägt. daher ist er bei vielen anderen marktfanatikern halt nicht sehr beliebt, kein wunder: die würden ja ihre geschäftsgrundlage verlieren, wenn alle sehen würden, wohin kosnequenter kapitalismus und null-staat-ideologie führen:nämlich in den abgrund.

Antworten Antworten Murray
23.01.2012 17:13
3 0

Re: ron paul entspricht nnur außenpolitisch nicht dem einheitsbrei...

Sozial"abbau" ist eine seltsame Formulierung für nominell und real steigende Ausgaben in diesem Bereich - was im übrigen auch unter Reagan der Fall war.
Staatshass ist eine gesündere Einstellung als die Staatsvergötzung in Europa. Vielleicht braucht ein Mensch ja wirklich ein wenig Staat und ein wenig Glück im Leben - aber nur ein Volltrottel baut darauf. Im übrigen ist Gingrich ein Etatist reinsten Wassers.

Und nach den Abgründen, in die uns der Staat im 20. Jahrhundert geführt hat, wirkt das Schreckgespenst, das Sie heraufbeschwören wollen, nicht mehr.

Ich denke dabei einfach an die Geschichte zweier Rezessionen:
Die Rezession von 1921-1923 fand unter der Präsidentschaft von Warren G. Harding statt. Er tat, was ein Kapitalist in so einer Situation tut, nämlich nichts. Die Rezession war seiner Meinung nach nichts weiter als eine Anpassung an die veränderte Nachfragesituation nach dem 1. WK. Und die Rezession verschwand.
Der Wirtschaftseinbruch von 1929 brachte massive staatliche Interventionen, und zwar schon unter Hoover, der entgegen der landläufigen Meinung kein Anhänger der Marktwirtschaft war. FDR intervenierte in größerem Umfang, machte aber prinzipiell dasselbe wie Hoover. Die Rezession dauerte bis 1946, also 17 Jahre.

Also, ich habe mehr Angst vor dem Staat als vor dem Kapitalismus.

Antworten Antworten modestus
23.01.2012 16:37
0 1

Re: ron paul entspricht nnur außenpolitisch nicht dem einheitsbrei...

sozialabbau??...in den USA??
was wird da abgebaut??

ihre beiträge sind schon etwas ideologisch vertr+ottelt

Re: Re: ron paul entspricht nnur außenpolitisch nicht dem einheitsbrei...

immer noch kein staatliches gesundheitssystem, das alle menschen erfasst. niedrigstes niveau der pensionsleitungen. geringestes arbeitslosengeld, kurze dauer der auszahlung desselben... und all das ist durch die "reformen" der 1990er noch schlimmer geworden. aber den republikanersn ist das alles nicht genug: wie wollen den sozialstaat gänzlich vernichten und lieber ein paar kriege mehr führen. da ist mir ron paul natürlich im vergleich lieber, der ist ökonomisch so schlimm wie die anderen, aber wenigstens nicht so kriegsgeil wie romney, gingrich & co.

Antworten Antworten Antworten Antworten modestus
23.01.2012 16:52
0 1

Re: Re: Re: ron paul entspricht nnur außenpolitisch nicht dem einheitsbrei...

abbauen kann man nur was auch da ist...sozialstaat gibt es keinen
ein staatliches gesundheitssystem ala l'europe kann nicht funktionieren. die gesellschaft ist seit ihrer entstehung individualistisch...steht sogar in der verfassung.
soziale hängematten gibt es daher nicht.
...und kriege führt niemand gerne..auch nicht die amis..die haben zweimal in europa eingegriffen als wir hier kollektiv selbstmord begehen wollten
wer die soldatengräber in der normandie besucht weis was die amis hier geopfert haben.l

Re: Re: Re: Re: ron paul entspricht nnur außenpolitisch nicht dem einheitsbrei...

die "amis" haben vergleichsweise wenig geopfert in den beiden weltkriegen. kein vergleich zu dem was die euopäer, zuvörderst die russen,opfern mussten. und heutzutage führen sie ganz gerne und auch sehr lange krieg, siehe irak und afghanistan.

es gibt sehr wohl einen, lückenhaften, sozialstaat in den USA: SOCIAL SECURITY, MEDICARE und MEDICAID sind ja daher das bevorzugte angriffsziel der marktanbeter in der rep. partei. zu behaupten, sowas gibts nicht, entspricht vielleicht dem wunschbild, das die hayek-freaks von den USA haben, aber wie alles bei denen, hat es halt keine basis in der realität.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten modestus
24.01.2012 07:58
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: ron paul entspricht nnur außenpolitisch nicht dem einheitsbrei...

in beiden weltkriegen sind die amis spät eingestiegen, um das massenschlachten zu beenden.die opferzahlen der vrussen bzw. sowjets waren hoch, aber russland war einer der hazardspieler die europa in den massenselbstmord getrieben haben.
ohne usa hätten wir uns von der landkarte gefegt

ceterum...
die low insurance institutionen machen kein welfaresystem...im gegenteil.
ausserdem ist es typischer eurozentristischer schwachsinn anderen das europäischen wohlfahrtssystem als nonplusultra vorzuhalten. unser überzogenes sozigebilde wird im kollektiven bankrott enden....dann haben alle gleich viel...NIX

Gast: Gerne nur Gast
23.01.2012 11:31
4 1

Reichtum, Wachstum und Wohlstand


entstehen durch Fleiß, Freiheit und Sicherheit. Sicherheit meint hier nicht die Linke Sozialversorgung sondern den Rechtsstaat, der dafür sorgt, dass ein Dieb oder Gewalttäter, der mir die Früchte meiner Anstrengungen nehmen will, verfolgt und sanktioniert wird.

Reichtum, Wachstum und Wohlstand werden angegriffen und demoliert, wenn ein Zerrbild des Menschen als "Verdammter dieser Erde" (Variante charles james fox: "verhungernder Obdachloser") gezeichnet wird, wenn aus Neid, Gier und Hässlichkeit heraus nach Umverteilung, sprich nach Enteignung und Übergriffen auf den Besitz des anderen geschrien wird.
Zu diesem Besitz zählt ganz zentral das Einkommen. Die Enteignung kam früher als Stiefel der SA, der die Haustüre eintritt, heute sind es Ideen wie "5 Mrd. Euro neue Steuern", die ÖGB/AK/SPÖ vorgestern ganz konkret als Forderung vorgebracht haben.


wir haben heute mehr staatliche umverteilung als jemals zuvor...



...und trotzdem ist die gesellschaft reicher, wohlhabender, die produktion effizienter, die technik fortgeschrittener, kurz, die gesellschaftlcihe entwicklung auf einem niveau, das sich früherer generationen nur träumen hätten lassen können.

wenn umverteilung so eine katatrophe wäre, hätte unsere gesellschaft diese postitive entwicklung nicht nehmen können. daher: umverteilung und staatliches eingreifen schaden der wirtschaft überhaupt nicht, im gegenteil. wir haben heute mehr staat als je zuvor in der geschichte der menschcheit - und es geht uns besser als je zuvor: Q.E.D.!

Antworten Antworten Gast: Gerne nur Gast
23.01.2012 13:46
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Das ist schlicht und einfach unwahr:

"wir haben heute mehr staat als je zuvor in der geschichte der menschcheit - und es geht uns besser als je zuvor"

Es geht den Menschen und ihren Gemeinschaften SCHLECHTER als je zuvor. Die extreme VERSCHULDUNG bedeutet nichts anderes, als dass der ganze "Wohlstand" auf LÜGE gebaut war. Noch ein paar Monate wird man zur Täuschung Geld drucken können - doch bald wird diese Blase platzen und die MENSCHEN WERDEN ÄRMER ALS JE ZUVOR sein.
Grund und Ursache ist der linke Wohlfahrtsstaat, mit einher gehen Linke Attacken wie "kein Noten an Schulen", "Bleiberecht für alle" usw. Er wird die Menschen resultativ in Armut, Anarchie, Chaos und Verzweiflung stürzen, den Staaten bringt er RUIN.


Re: Das ist schlicht und einfach unwahr:


sie müssen mal unterscheiden lernen zwischen ihren dystopischen phantasien und der wirklichkeit. es ist den menschen im zeitalter des wohlfahrststaates (seit ca. 60 jahren) so gut gegangen wie niemals zuvor in der geschichte. sie leben länger, haben genug zu essen, konsumieren auf einem früher nicht vorstellbaren niveau. das ist fakt. alles andere ist das aus-der-hand-lesen-in-die -glaskugel-schauen eines scharlatans.

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Quod erat dementia?

Stichworte: Kausalität und Korrelation

wer weiß um wieviel es uns heut bei weniger Umverteilung besser gehen würde??

Man kann umgekehrt auch behaupten, die Umverteilung hat den Fortschritt dermaßen verlangsamt, dass mehr Wohlstand vernichtet als geschaffen wurde.

Nihil quod erat demonstrandum!

es gibt eine kausalität zwischen umverteilung und statlicher intervention und unserer wirtschaftsleistung


der von marktanbetern verteufelte interventions- wohlfahrts steuer- und umverteilungsstaat hat durch sein agieren massenkonsum erst möglich gemacht, und so den wichtigsten beitrag zur noch niemals dagewesenen steigerung des wohlstandes nach 1945 geleistet.

ein konkretes beispiel: die einführung des bezahlten urlaubes. da haben unternehmer sich mit händen und füßen gewehrt dagegen, während die gewerkschaften und die linken die richtige einsicht hatten, da damit NEUE MÄRKTE geschaffen werden.

wenn die MASSEN auf urlaub fahren, dann hat damit erst das zeitalter des modernen massentourismus begonnen. und dass der ein wichtiger wirtschaftsfaktor ist, ist wohl unbestritten.

wie sie sehen: staatliches handeln gegen die meinung der unternehmer und ihrer lobby von marktanbetern bewirkt gutes, schafft wohlstand und stärkt die wirtschaft!

Antworten Antworten Antworten Antworten Murray
23.01.2012 12:49
0 0

Re: es gibt eine kausalität zwischen umverteilung und statlicher intervention und unserer wirtschaftsleistung

Der Massenkonsum begann schon lange, bevor die Gewerkschaften noch irgendwelchen nennenswerten Einfluß erringen konnten. Die Wirkungen des Kapitalismus zeigten sich noch vor der eigentlichen Industriellen Revolution. Denn wie kam es, dass es plötzlich trotz Klimaverschlechterung möglich war, immer mehr Menschen zu ernähren? Die Korrelation zwischen Wohlstand und Staatseinfluß läuft in die andere Richtung: weil die Volkswirtschaften leistungsfähiger wurden, konnten die Staaten mehr von den Leistungen für ihre Zwecke abzwacken - so wie ein Elefant größere Zecken ernähren kann als ein Klippschliefer. Der Staat schafft diese Leistugen nicht, er lebt in parasitischer Weise davon.

Re: Re: es gibt eine kausalität zwischen umverteilung und statlicher intervention und unserer wirtschaftsleistung

"Der Massenkonsum begann schon lange, bevor die Gewerkschaften noch irgendwelchen nennenswerten Einfluß erringen konnten."

echt? wo denn? von welchem paralleluniversum sprechen sie jetzt?

oder sehen sie den massenhaften konsum von nahrungsmitteln oder textilien schon als enmtwickelte konsumgesellschaft an? dann waren die alten römer und die ägyptischen fellachen natürlich auch schon wohlhabende konsumenten!

sie werden die rasante wohlstandsentwicklung der letzten 60 jahre wohl nicht abstreiten wollen, oder? und die letzten 60 jahre waren nun mal das zeitalter des wohlfahrtsstaates, des anwachsenden staasteinflusses, der steierung staatlicher ausgaben als anteil am BIP, etc. hat uns alles nicht gehindert wohlhabend zu werden, im gegenteil, es hat den breiten wohlstsnd erst ermöglicht!

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Libertärer 1234
23.01.2012 12:41
1 0

Re: es gibt eine kausalität zwischen umverteilung und statlicher intervention und unserer wirtschaftsleistung

eine kühne behauptung. der unverteilungsstaat hat nichts zur steigerung des wohlstands beigetragen, sondern einzig und allein die produktivitätssteigerung - auf dem der klassische liberalismus fußt. dadurch das man mehr produzieren konnte, wurden produkte billigerk, nicht weil der staat bestimmten lobbygruppen geld nachgeworfen hat oder bestimmte unternehmen begünstigt hat.

p.s.: wenn staatliches handeln gegen die meinung der unternehmer und ihrer lobby ist - warum unterstützen diese dann nicht kandidaten wie ron paul, sondern kandidaten wie obama oder romney? weil diese den menschen vorgaukeln, zu ihrem besten zu handeln, aber in wirklichkeit den status quo aufrecht erhalten, d.h. nur die konzerne und reichen produzieren langfristig.

Re: Re: es gibt eine kausalität zwischen umverteilung und statlicher intervention und unserer wirtschaftsleistung

auch staatliches eingreifen oder gewerkschaftlicher einfluss können produktivität steigern helfen. die senkung der arbeitszeit, einführung bezahlten urlaubs etc zwang unternehmer förmlich dazu die produktivität zu steigern. insoferne kann staatseinfluss als produktivitätspeitsche wirken.

beweis: schauen sie sich die produktivitätsgewinne in D und Ö an, und vergleichen sie das mit denen der marktliberalen thatcher-periode in GB. die angeblich "übersozialen" deutschen und österreicher sind, obwohl soooo "überreguliert" besser als die "marktliberalen" briten...und übrigens auch besser als die total freien amerikaner...

Antworten Gast: Gerne nur Gast
23.01.2012 11:46
2 0

Eine habe ich noch vergessen ,und diese Einsicht


verdanke ich dem Roten Mitposter charles james fox, der ja allen hier ein Begriff ist ;-).

FREIHEIT ist ein wahres SCHRECKGESPENST der LINKEN - so sehr, dass sie von freien Gesellschaften ein extremes Zerrbild malen, das völlig irreal und abstoßend ist.
Genauso irreal ist dann das "sozialistische Gleichheitsparadis", das sie den Menschen als Gegenentwurf zur gesunden Gemeinschaft der Ungleichen vorgaukeln.
Die Trabi-fahrende DDR, aus der die Menschen zu Millionen(!) geflohen sind, ist das reale Ergebnis dieser Vorstellungen. Das ist WAHRER SCHRECKEN, nicht die FREIHEIT.


die linke ist die wahre verteidigerin der FREIHEIT!


denn im unterschied zu den marktanbetern von rechts erkennt die linnke, dass unsere gesellschafts- und wirtschaftsordnung die freiheit untergräbt indem sie es ermöglicht, dass einige wenige sagenhaften reichtümer anhäufen und millionen andere am hungertuch nagen. letzteren wird die freiheit eben vorenthalten, denn es gibt nichts unfreieres als ein leben in armut. um die freiheit ALLER menschen zu gewhrleisten ist die intervention des demokratisch dazu legitimierten staates notwendig. und das ist im sinne der freiheit nicht gegen sie!

Antworten Antworten Antworten Gast: Gerne nur Gast
23.01.2012 13:52
0 0

Freiheit erwirbt man sich, man erarbeitet sie sich, man erobert sie, mit Schweiß, Kopf und Können!!!


Freiheit bekommt man nicht vom Sozialamt zugewiesen, charles james fox, das ist Narretei!!!

"Das ist der Weisheit letzter Schluss: Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, der täglich sie erobern muss." - Goethe, Faust II

Danke für deine SELBSTENTBLÖSUNG. Ihr LINKEN wollt das Leben und seine guten Gesetze vergewaltigen, ihr wollt die Natur nicht kultivieren, ihr wollt sie auf den Kopf stellen und pervertieren.

UNGLEICHEIT FÜHRT ZU UNFREIHEIT


freiheit wird durch ungleichheit unterminiert bzw. ad absurdum geführt. wie kann ein mensch frei denken, frei handeln, überhaupt den wert der freiheit erkennen, wenn er ökonomisch versklavt ist, wenn er von armut, not, elend, hunger bedroht ist oder durchmachen muss?

der sozialstaat hilft die ärgsten ungleichheiten etwas abzumildern und trägt so dazu bei, den einzelnen mehr freiheit zu verschaffen, und hilft auch der gesellschaft die freiheit zu erhalten: denn wo not unrecht und ungleichheit herrschen ist es nur eine frage der zeit, bis die freiheit gänzlich verschwindet.


 
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