25.05.2012 23:17 | Meine Presse Merkliste 0

Neulich, im Gasthaus zur galoppierenden Geldentwertung

FRANZ SCHELLHORN (Die Presse)

Die Weltbank lobt das „europäische Modell“, empfiehlt aber, für dessen Erhalt mehr zu arbeiten. Arbeitsscheue Bürger sind allerdings das geringere Problem.

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Europa blickt dieser Tage wieder besonders gern nach Amerika. Erfreulich ist für viele Bewohner des wohlhabendsten Teils der Erde nicht nur, dass in den Reihen der Republikaner noch kein Herausforderer zu erblicken ist, der Barack Obama wirklich gefährlich werden könnte. Womit dem politischen Darling der Europäer eine weitere Amtszeit sicher scheint.

Ziemlich freuen wird viele Europäer aber auch, dass in den USA die Begeisterung für den „europäischen Weg“ wächst. So lobt die in Washington ansässige Weltbank in einer Studie nicht nur den hohen ökonomischen Standard Europas, sondern auch den lebensphilosophischen Zugang: Während US-Bürger lebten, um zu arbeiten, würden Europäer arbeiten, um zu leben. Und das, so urteilen die Experten der Weltbank sinngemäß, sei ja nicht das Schlechteste.

Womit sie zweifellos recht haben. Der Sinn wachsender Produktivität ist ja, in weniger Arbeitszeit mehr Wohlstand zu schaffen, um mehr Zeit und Geld für jene Dinge zur Verfügung haben, die das Leben noch schöner machen.

Nicht ganz falsch liegen die Weltbank-Experten auch mit ihrer offenen Kritik, wonach es die Europäer mit ihrem „Dolce far niente“ vielleicht ein wenig übertrieben hätten. Wir, so befindet Washington in aller Höflichkeit, sollten wieder etwas mehr „hackeln“, um unser Wohlstandsniveau nachhaltig abzusichern. Und ja: Nirgendwo in der industrialisierten Welt sind die Jahresurlaube länger und die Wochenarbeitszeiten kürzer als in Europa, so, wie auch nirgendwo jünger in Rente gegangen wird.

Nun wäre es eine gute Idee, ein paar Stunden Freizeit für den Erhalt eines Systems zu opfern, das jene auffängt, die arbeiten wollen, aber nicht können. So banal ist die Sache jedoch nicht. Der „europäische Weg“ wird nämlich weniger von arbeitsscheuen Bürgern verstellt, sondern vielmehr von jenen, die das europäische Modell in seinem Grundsatz nicht mehr verstehen. Sie verwechseln ein allein auf intellektueller und ökonomischer Leistungsfähigkeit seiner Bürger beruhendes Solidarsystem mit einem prall gefüllten Bankomaten, der von jenen geleert wird, die ihren Traumjob nicht finden können.

Das Missverständnis Europa offenbart sich nicht zuletzt an den eindringlichen Warnungen vor den verheerenden Verwüstungen, die „harte Sparprogramme“ der Nationalstaaten nun anzurichten drohen. Dabei ist unbestritten, dass Europa vor allem Wachstum braucht, um wieder auf die Beine zu kommen. Aber zu glauben, dieses Wachstum könne von kreditfinanzierten Staatsausgaben kommen, ist Sinnbild jenes Irrweges, den Europa seit Jahrzehnten mit festem Tritt beschreitet. Ein Irrweg gepflastert mit sozialen Segnungen, die nicht zu bezahlen sind. Gespendet von zweifelhaften Politikern, die das Wohl des Staates propagieren, aber die eigene Wiederwahl meinen.


Also genießt Europa heute ein Wohlstandsniveau, das nicht erwirtschaftet wurde, sondern geliehen ist. Wenn das geborgte Geld nicht zurückgezahlt werden kann, weil über beide Ohren verschuldete Staaten von einer Finanzkrise an den Rand des Abgrunds gedrängt werden, gibt es genau zwei Möglichkeiten: Die Wohlstandsillusion wird korrigiert, mit dem Risiko, die Konjunktur weiter zu schwächen. Oder: Die Schuldenparty wird prolongiert, um das Wachstum hochzuhalten. Verbunden mit dem Risiko, dass mit den Schuldenbergen auch die Zinslast wächst, wodurch der Staatshaushalt noch stärker unter Druck kommt und man erst recht bei Option eins landet.

Deshalb versucht es Europa mit Option drei: Sie lässt in den Kellern der Europäischen Zentralbank Geld drucken, mit dem Großbanken günstig europäische Staatsschulden aufkaufen, um ein „Kaputtsparen“ zu verhindern. Europa hat damit den bequemen, aber brandgefährlichen Weg genommen. An dessen Ende wartete auf die vergnügte Wanderschaft bis dato nämlich noch immer das „Gasthaus zur galoppierenden Geldentwertung“. Aber wer weiß, vielleicht ist es dieses Mal ja anders. Zu hoffen wäre es, zumal wenig dafür spricht.

Vielmehr scheint der Glaube an eine alles gutmachende staatliche Alchimie Europas Wohlstand stärker zu bedrohen als zu kurze Arbeitszeiten. Zumal diese Alchimie nicht die Lösung des Problems ist. Sondern deren Ursache

 

E-Mails an: franz.schellhorn@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.01.2012)

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49 Kommentare
 
1 2
Gast: astray
26.01.2012 21:16
0 0

gürtel enger

wer glaubt,dass es ohne gürtelengerschnallen für alle gehen wird,irrt!
konsum auf pump wird nicht mehr gehen.

periskop
26.01.2012 16:36
3 0

Noch ist die Geldentwertung nicht dramatisch!

So lange die Banken das von der EZB geschaffene Geld dafür verwenden, Staatsanleihen zu kaufen, landet das gechöpfte Geld nicht im Wirtschaftskreislauf, sondern wird von der EZB wieder eingesammelt.
Wehe aber, wenn die Banken das Vertrauen in Staatsanleihen verlieren, was bei immer weiter steigender Staatsverschuldung bald eintreten wird. Dann werden die Staatsanleihen abgestoßen und bares Geld landet im Wirtschaftskreislauf. Der plötzlich aufgeblähten Geldmenge steht aber kein größeres Warenangebot gegenüber, weshalb die Preise unaufhaltsam steigen müssen.
Dann haben wir die Hyperinflation, die alle Ersparnisse der Bürger vernichtet, Investitionen verhindert, weil niemand mehr Kredit gewähren will und zu allgemeiner Verarmung und Arbeitslosigkeit führt!
Für dieStaaten ergibt sich dabei der angenehme Effekt, dass die Staatsschulden auch wertlos werden und "mit links" abgezahlt werden können.
Wahrscheinlich ist diese Sanierung der Staaten, die auf einer Verelendung der Bevölkerung beruht, der Grund für diese Wahnsinnspolitik der EU-Bonzen, die sie der EZB aufdrängen!

Antworten Rautgundis
27.01.2012 12:21
0 0

Re: Noch ist die Geldentwertung nicht dramatisch!

"So lange die Banken das von der EZB geschaffene Geld dafür verwenden, Staatsanleihen zu kaufen, landet das gechöpfte Geld nicht im Wirtschaftskreislauf,"

Das müssen Sie bitte erklären. Ich dachte bisher, wenn Staatsanleihen verkauft werden, landet das eingenommene Geld im Budget. Was hat das Ganze sonst für einen Sinn?

"Dann werden die Staatsanleihen abgestoßen und bares Geld landet im Wirtschaftskreislauf."

Wer kauft dann die "wertlosen" Anleihen?

"Der plötzlich aufgeblähten Geldmenge steht aber kein größeres Warenangebot...."

Es kommt darauf an wer die Geldmenge in den Händen hält, ob sie gleichmässig verteilt wird oder nicht.


Antworten Antworten periskop
27.01.2012 17:25
0 0

Re: Re: Noch ist die Geldentwertung nicht dramatisch!

Der Staat bekommt kein Geld, sondern eine Gutschrift. Das Geld bleibt bei der Zentralbank.
Die EZB kauft ja dauernd fast wertlose Staatsanleihen zu Phantasiepreisen zurück, dann ist das Geld wieder im Wirtschaftskreislauf.
Wer das Geld ausgibt, ist egal. Zu viel Geld im Umlauf macht immer Inflation.

Antworten Antworten Antworten Rautgundis
27.01.2012 19:22
0 0

Re: Re: Re: Noch ist die Geldentwertung nicht dramatisch!

„Der Staat bekommt kein Geld, sondern eine Gutschrift. Das Geld bleibt bei der Zentralbank.“

Versteh ich jetzt das richtig? Banken borgen sich von der ZB Geld und kaufen damit Staatsanleihen? Durch den Kauf der Staatsanleihen landet das von der ZB geborgte Geld wieder bei der ZB, diesmal auf einem Konto des Staates. Das hat ja nur Sinn, wenn dieses Konto das ist, auf dem der Staat seine Einnahmen und seine Ausgaben bucht? Bei Rückzahlungsproblemen der Staaten, kauft die ZB die Anleihen von den Banken wieder auf, diese nehmen das Geld und Zahlen ihre Schulden bei der ZB? Dann würde das ursprüngliche Geld von dem Staatsanleihen Verkauf, jetzt auf dem Konto des Staates liegen? Dann wäre es eigentlich einfacher gewesen, die ZB hätte gleich das Geld dem Staat auf seinem Konto gutgeschrieben.


Antworten Antworten Antworten Antworten periskop
28.01.2012 12:07
0 0

Re: Re: Re: Re: Noch ist die Geldentwertung nicht dramatisch!

@ Rautgundis: Lesen Sie in der heutigen "Presse" das Interview mit Nationalbankgouverneur Nowotny, dann sehen Sie, wie der Hase läuft!

0 0

Re: Re: Re: Re: Noch ist die Geldentwertung nicht dramatisch!

Vollkommen richtig gedacht, nur:
Es ist der EZB untersagt, Kredite direkt an andere Staaten zu vergeben oder auch im Zuge von Erstausgaben (WP-Auktionen) aktiv zu werden.

Der heuchlerische Umweg über die Kreditvergabe an Großbanken wird den Bürgern als mutige Liquiditätssicherung vermittelt.
Und so nebenbei verdienen die Großbanken damit viele Milliarden an Zinsen, welche natürlich vom Steuerzahler zu erwirtschaften sind.

Das Zentralkomitee (ZK) der Kapitalistischen Einheitsparteien Europas schreibt das so vor und verlangt nach noch mehr "Stützung", für wen die gut ist, zeigt sich ja ohnedies an dieser Beschreibung!

2 0

Relativitätstheorie

Über Jahrzehnte hinweg, während derer unsere Wirtschaft stets als besonders stabil und überdurchschnittlich gut im Vergleich mit anderen gepriesen wurde, haben Regierungen es verabsäumt, die Begehren ihrer Klientel ganz simplen ökonomischen Erfordernissen nachzureihen.
Stets wurde darauf verwiesen, dass selbstverständlich gespart werden müsste (später) und die Belastungssituation im Vergleich mit anderen Staaten ausgezeichnet bis vorzüglich zu betrachten sei.

Alles ist in diesem Zusammenhang relativ zu sehen, einzig, wenn das Vertrauen von Investoren zu schwinden beginnt, hat jedes fremdfinanzierte Fest ein jähes Ende.

Gleichgültig, ob dieser Vertrauensschwund fundamental mit (relativen) Wirtschaftsfakten begründet oder aus überzogenen Gewinnerwartungen gepusht ist.

Das Versagen der Politik ist nicht Klein zu argumentieren, und doch versucht sie mit Ausflüchten (Verweigerung d.Opposition zu Verfassungsgesetz, Wirtschaftskrise in Ostländern, fehlende spezifische Berücksichtigung von S & P bei Sicherungsmaßnahmen zu Ostrisiken, etc. etc.) die Verantwortung von sich zu weisen!

Aus panischer Angst vor Reaktionen der solange begünstigten Klientel der beiden Regierungsparteien sind sie nun auf der Suche nach dem "gerechten und verträglichen Rechen, mit dem sie die erforderlichen Mittel einzubringen gedenken.

Diese Politik der Verwässerung wird -politisch gesehen- womöglich abermals gelingen, gesellschaftspolitisch läutet sie den letzten Akt der
Gesellschaftsspaltung ein!!!

Gast: lou
26.01.2012 13:03
2 0

das inflation in einer kleinen volkswirtschaft

zum problem werden kann ist klar. Der welt wird es wurscht sein österreich weniger importiert.

Wenn aber die EU aufgrund der inflation weniger importiert trifft es die restliche welt, doppelt. Einerseits werden die eu exporte konkurenzlos billig und andererseits, brechen dir importe aus zb. china ein, dann ist es vorbei mit dem dortigen wachstum. Gleichezeitig verlieren deren € vorräte an wert.

AFAIK kann sich die welt keine krise in europa leisten, genausowenig wie in den usa. Beide regionen sind too big to fail.

Antworten Gast: Hubertus
26.01.2012 22:31
0 0

Re: das inflation in einer kleinen volkswirtschaft

Die Erfahrung der PIIGS und F in der Voreurozeit sagen aber etwas anderes: Inflation hat nie den Export gefördert, weil die Währungsabschwächung immer von der Preissteigerung durch Inflation nach relativ kurzer Zeit aufgefressen wurde. D.h. es wurde ununterbrochen abgewertet und hat nicht wirklich geholfen, da realwirtschaftliche Strukturreformen nicht angegangen wurden. Deutschland hingegen hat durch Aufwertung fortlaufend gewonnen, auch die Arbeiterschaft, obwohl das nach dem Textbuch der Schulmeisters und Konsorten zur Verelendung führen sollte. Gott sei Dank waren österr. Gewerkschafter schlauer. Der deutschen und österr. Arbeiterschaft geht es erst schlechter seit sie in der EU insbesondere in der Eurozone sind. Die Löhne steigen real kaum oder sinken sogar leicht. Das ist verständlich, findet doch ein Vermögens-und Wohlstandstransfer via EZB und Banken zu den PIIGS statt. Warum sollen die hart arbeiten und Steuer und Abgabenquoten höher als 40% haben, wenn wir doch ein paar Idioten im Norden haben, die arbeiten und zahlen. Und wenn sie das nicht tun wollen, dann sind sie Antieuropäer, nicht solidarisch mit den Schmarotzern; Ewiggestrige halt oder noch besser :Nazis.

mklaut5
26.01.2012 12:56
4 0

Die Aussage von Herrn Taschner..

im Servus Tv - Talk im Hangar bringt es auf den Punkt.

Man weiß das es sich mit einem Pensionsantrittsalter unter 70 rein mathematisch nicht ausgehen kann, aber alle Politiker mit denen er gesprochen hat gaben zu, dass sich einfach niemand traut dies zuzugeben.


Gast: b754
26.01.2012 12:43
1 8

am beispiel schlecker zeigt sich gut das neoliberale weltbild eines schellhorn

die leute auspressen milliarden verdienn und die pleite auf die gläubiger und den staat abwälzen
das sind unsere leistungsträger

riegwe
26.01.2012 11:17
1 2

Geld ist kein Selbstzweck, Arbeit auch nicht

Was genau (ausser MAOAM) wollen wir jetzt denn eigentlich ?

Waffen produzieren um Kriege zu führen ?

Waren mit geplanter Obsolenz produzieren ?

Ressourcen verbraten damit unsinnige Bilanzziele halten und Boni fliessen ?

Wie viel Zins ist wofür gerecht ?

Wer schuldet wem jetzt eigentlich was ?

Was ausser Berge an gifitgem Atommüll hinterlassen wir unseren Urenkelkindern ?

Sind wirklich alle Ökonomen bescheuert und alle Politiker korrupt ?

Wozu brauchen wir Parteien und Kirchen - sind das denn nicht nur Brutstätten von Eiferern ?

Geht 100% direkte Demokratie auch online ?

Geht ohne Prinzipskizzen mit Metaebene gar nichts mehr ?

Gast: das stimmt
26.01.2012 11:11
2 2

doch nicht

Hier vor Ort in den USA sieht man jeden Tag, wie der Verfall Tempo gewinnt. 99% verarmte. Da hilft es gar nichts, dass 1% davon profitiert das Ihnen die FED Geld druckt wie verrückt. Ein Sozialnetz für Banker?
Wenn 1,5 Milliarden Menschen hungern und 2,5 Milliarden Menschen keinen Zugang zu Toiletten haben, und der ungeregelten Kapitalverkehr es erlaubt das 1% der Bevölkerung unvorstellbar reich wird, in dem es dieses Desaster ausnutzt und verstärkt, dann kann man gar nichts mehr machen. Rom brennt. In den USA, in UK und in der EU. Es kommt die Völkerwanderung. Warum man nichts machen kann? Korrupteste Politiker. Das weis doch jeder, steht doch jeden Tag in der Zeitung, z.Bsp.:

http://www.telegraph.co.uk/news/politics/9036927/Nathaniel-Rothschild-says-sauna-with-Lord-Mandelson-was-purely-pleasure-not-business.html

Gast: Argesauge
26.01.2012 10:18
3 0

hmmm

es kommt darauf an bei wem Europas Staaten verschuldet sind !

die europäischen gläubiger sind Teil Europas und somit ist dieser Schuldenteil sehrwohl von Europas Staaten erwirtschaftet !!!

es müsste zwischen internen und externen Schulden unterschieden werden!

es muss daher der pauschale Vorwurf dass Europas Wohlstand auf Schulden fußt zurueckgewiesen werden

das gilt fuer die Betrachtung von Individuen vs. öffentlicher Sektor - nicht jedoch fuer ganze Volkswirtschaften!

der Staat sind wir alle !
es handelt sich also um Schulden von uns allen bei einzelnen privaten Personen - sind diese Europaer - handelt es sich um einen temporaeren vermoegensausgleich innerhalb eines wirtschaftsraumes!

man kann daher nicht diesen betrachteten Wirtschaftsraum als auf Pump aufgebaut bezeihnen!

Das gilt nur fuer den externen Schuldnanteil!!!
also z.b. Schuldtutel die von Chinesen, Amerikanern gehalten werden!


Antworten periskop
26.01.2012 16:59
1 0

Re: hmmm

Natürlich fußt unser scheinbarer Wohlstand auf den Staatsschulden! Der Staat - das sind die Parteien und nicht "wir alle" - verteilt ja das aufgenommene Geld an die Klientel der Parteien, die damit ihre Wahlversprechen einlösen. Dieses Geld wird nicht für Investitionen in die Zukunft verwendet, sondern nur für mehr Konsum - also Wohlstand - der Begünstigten!

Nur ein Teil der Staatsschulden wird bei Inländern aufgenommen! Das sind hauptsächlich Versicherungen und Pensionsfonds aber auch Banken, die das ihnen anvertraute Geld in Staatspapieren anlegen.
Wenn dann, nachdem der Staat mit seiner Schuldenpolitik pleite gemacht hat, Pensionisten ohne Pension, Versicherte ohne die erwarteten Leistungen und Sparer ohne Geld dastehen, weil der Staat seine Schulden nicht bedienen kann, so ist das eine Katastrophe und kann nicht als "temporärer Vermögensausgleich innerhalb eines Wirtschaftsraumes" verharmlost werden!

Antworten Antworten Rautgundis
27.01.2012 12:31
0 0

Re: Re: hmmm

"verteilt ja das aufgenommene Geld an die Klientel der Parteien,"

Nennen Sie Namen. Es weiss doch jeder, dass das was Sie schreiben Humbug ist.

"...sondern nur für mehr Konsum..."

Sie haben ein sehr einseitiges Wirtschaftsbild: Die Ausgaben des Einen sind die Einnahmen des anderen. Im übrigen, Sie meinen wirklich, dass durch Konsum, also durch Ausgaben der Wohlstand des Konsumenten grösser wird?

Sie sollten sich einmal überlegen, wohin das Geld aus den aufgenommenen Saatsschulden fliesst. Aber ich glaube, dass haben Sie schon weiter oben beantwortet.

Antworten Murray
26.01.2012 15:11
2 0

Re: hmmm

In den USA (bzw. Kanada) ist im Moment gerade deswegen eine recht heftige Diskussion entbrannt. Genauer genommen, geht es dabei um die Frage, ob Staatsschulden die späteren Generationen belasten. Krugman behauptet, dass sie das auf keinen Fall tun, seine Gegner- v.a. Don Boudreaux, Bob Murphy und Nick Rowe - zeigen, dass das sehr wohl der Fall sein kann, und dass es egal ist, ob man sich bei In- oder Ausländern verschuldet.

http://worthwhile.typepad.com/worthwhile_canadian_initi/2012/01/robert-waldmann-and-others-on-dean-baker-and-hence-paul-krugman-and-the-burden-of-the-debt.html


0 2

"es muss daher der pauschale Vorwurf dass Europas Wohlstand auf Schulden fußt zurueckgewiesen werden"



eine auch aus empirischer sicht völlig unhaltbare behauptung!

man muss nur die wohlstandsWERTE (materielle und auch immaterielle) addieren und mit den staatsschulden vergleichen: ein zwergerl!

ich weiss: der flügelschlag eines kolibri im amazonasdelta kann zu einem taifun in so-asien führen.
sind also solche behaupter anhänger der chaos-theorie? oder hätten sie gerne das chaos?



Antworten Antworten Murray
26.01.2012 14:29
2 0

Re: "es muss daher der pauschale Vorwurf dass Europas Wohlstand auf Schulden fußt zurueckgewiesen werden"

Man kann auch einfach die Staatsschulden mit dem Rauminhalt des Universums vergleichen - die Zahl ist dann noch viel kleiner. Und das Universum gehört dem Staat genauso sehr wie die Vermögenswerte seiner Bürger, nämlich gar nicht.

0 2

Re: Re: "es muss daher der pauschale Vorwurf dass Europas Wohlstand auf Schulden fußt zurueckgewiesen werden"

sofern nicht überraschend eine neue zivilisation entdeckt wird, ist der vergleich derselbe:
das vermögen des universums entspricht dem vermögen der menschen.
und die 'staats'schulden des universums sind die schulden der erdstaaten.

das eine ist riesig groß im verhältnis zum anderen.

schellhorn attestiert den schulden, dass sie vermögen und wohlstand fürdern.
angesichts des verhältnisses kann man nur sagen: ein super geschäft: geringer mitteleinsatz und traumhafte erträge!

der kern des problems: diese erträge befinden sich nicht in den taschen vieler.
es geht also in wahrheit um eine gerechte und korrekte VERTEILUNG.
doch da widersprechen sich schellhorn & co: umverteilung/neuverteilung? nein, das muss bleiben, wo es ist, denn es ist ALLEIN das verdienst des besitzers und schulden haben damit rein gar nichts zu tun.

Antworten Antworten Antworten Antworten Murray
26.01.2012 15:28
2 0

Re: Re: Re: "es muss daher der pauschale Vorwurf dass Europas Wohlstand auf Schulden fußt zurueckgewiesen werden"

Na ja, wir arbeiten aber auch schon seit der Jungsteinzeit daran, den betreffenden Kapitalstock aufzubauen. So betrachtet, ist das Vermögen zwar wesentlich größer als in den Entwicklungsländern, aber nicht wirklich imposant.
Das Problem mit unseren Schulden ist im übrigen eher, dass sie zur Finanzierung von Wahlzuckerln dienen und zum Vermögensaufbau nichts beitragen.
Das Umverteilungsmodell beruht auf einem Black-Box-Modell, in dem Kapital quasi von alleine Erträge erwirtschaftet und Preise sich aufgrund der Arbeitswerttheorie errechnen lassen. Beides ist aber falsch, daher auch die darauf fussende Gerechtigkeitstheorie.

0 1

Re: Re: Re: Re: "es muss daher der pauschale Vorwurf dass Europas Wohlstand auf Schulden fußt zurueckgewiesen werden"

es gibt eine gerechtigkeitstheorie. und es gibt eine gerechtigkeitspraxis.

die praxis hat die theorie in die tat umgesetzt. sie bestand vorwiegend darin, dem anderen den schädel einzuschlagen und sein vermögen zu zerstören.
davon hatten beide seiten nichts.

die dahinterstehende notwendigkeit: die karten MÜSSEN immer wieder neu gemischt werden.

ich hoffe nicht, dass dieses neumischen auch heute durch krieg und gewalt erfolgt.
wenn aber sonst nichts erfolgt, dann ist es dieser scharfrichter die unvermeidbare 'ultima ratio'

Antworten Walter2
26.01.2012 10:58
1 0

Re: ... temporaerer vermoegensausgleich ?

Wie Sie richtig bemerken, temporär.

Und dieser temporäre Zustand kann nur beendet werden, wenn man a) auch diese Schulden wieder zurück bezahlt oder b) diese Geldgeber enteignet (direkt oder über Steuern und Gebühren).

Für a) stehen die identen Möglichkeiten wie für "ausländische" Schuldner zur Verfügung. Also im Augenblick keine bzw. nur die Gelddruckmaschine.

Bei b) wird das (ebenfalls) einen kräftigen Abschwung ergeben. Denn damit wären nicht nur "überflüßige Sparguthaben" betroffen (mit der Zusatzfrage, wer bestimmt was überflüßig ist?), sondern auch Investitionen in und für die Wirtschaft (aus dem IN- und Ausland).

Eine Ansicht zum europäischen Problem, welches große Risiken beinhaltet, jedoch nichts am Kernproblem löst, und maximal ebenfall eine temporäre Lösung darstellt (denn niemand wir in diese Falle ein 2.tes mal tappen).

TheDalien
26.01.2012 06:24
0 5

Absoluter Schwachsinn

Die Banken und Politiker sind es die die Staaten weltweit betrügen und der Staat muss für diese Korruptions-Schulden aufkommen.
"Unsere" Politiker verteilen unser Geld mit vollen Händen um selber Provisionen einzustecken.
Durch CBL wurde schon der gesamte öffentliche Verkehr an Spekulanten verkauft.

Aber das Licht der Wahrheit wird all die Korrupten verbrennen.

Antworten Gast: Argesauge
26.01.2012 10:33
0 1

Re: Absoluter Schwachsinn

alleine die widmungsgewinne seit Kriegsende betragen sicher 50-100mrd euro!
das ist ein vermoegen welches leistungslos, sehr oft verbunden mit Korruption oder freunderlschaft, in private bzw. pseudo-gemeinnuetzige Taschen fiel !!

rechnet man dann noch die kosten der guenstlingswirtschaft, der Überzahlung im oeffentlich vergabewesen und andere geldvernichtungsaktionen zugunsten privater Taschen hinzu - haetten wir jenen Betrag der dem Staat heute fehlt !

der Staat - wir alle also - muessten uns nur das zurueckholen was gestohlen wurde!

daher sind steuern auf hohe vermögen, auch wenn sie leider das eine oder andere durch ehrliche arbeit ersparte vermoegen treffen mögen, der einzige weg!

insbesondere im Immobilien- und liegenschaftsbereich ist hier anzusetzen - und zwar bei den hier erwirtschafteten vermoegen!!!


 
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