Empörung im Lager der Empörten

NIKOLAUS JILCH (Die Presse)

Die Systemkritiker von „Occupy“ bis Attac sollten begreifen: Der „freie Markt“ kann nicht an der Krise schuld sein, weil er kaum existiert.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Im Dunstkreis der österreichischen „Occupy“-Bewegung tauchten kürzlich rechte Recken und antisemitische Zinskritiker auf. „Occupy“ ist jene international auftretende Masse von Empörten, die zuerst protestieren und sich dann fragen, wieso. Da ist es kein Wunder, dass allerlei Aktivisten versuchen, die neue Bewegung zu vereinnahmen. Am rechten Rand wartet man längst ungeduldig auf den Kollaps des Finanzsystems. Die Linken sind ohnehin seit Karl Marx davon überzeugt, dass der Kapitalismus nur die Vorstufe zum sozialistischen Paradies sein kann. Ein Paradies, das zu jeder Zeit nur ein, zwei brutale Machtergreifungen entfernt war und trotzdem nie kommen wollte.

„Die Unterscheidung zwischen links und rechts in der Politik ist absolut wertlos. Sie war von Anfang an mangelhaft“, schrieb schon der jüdische österreichische Ökonom Ludwig von Mises, den die Nazis aus Europa vertrieben. Er wies immer wieder darauf hin, dass extrem Linke wie extrem Rechte sich wirtschaftspolitisch weitestgehend einig sind. Und dass ihre sozialistische Wirtschaftspolitik dazu führen muss, dass eine kleine Elite die Masse der Bürger unterdrückt – bis das System unweigerlich zusammenbricht. Der Mises-Schüler Friedrich August von Hayek hat das in seinem Opus Magnum „Der Weg zur Knechtschaft“ beschrieben.

Linke wie rechte Sozialisten eint der Glaube, dass der Staat (die Gemeinschaft) über dem Individuum steht und dass es die Aufgabe dieses Staates sei, die Menschen zu steuern, zu beglücken und vor sich selbst zu beschützen – weil nur der Staat dem bösen Markt Einhalt gebieten kann. Diese Auffassung haben übrigens auch die Mitglieder der „neoliberalen Weltverschwörung“ vertreten. Der Etatismus regiert nicht erst seit gestern.

Deswegen ist es bedenklich, aber nicht verwunderlich, dass viele Menschen heute neosozialistischen Obskuranten ins Netz gehen. Diese propagieren populistische Symptombehandlungen, die das Problem weiter vergrößern würden. Die Attac-Aktivisten sind genauso Meister in diesem Spiel wie die technokratischen Kommunisten der sogenannten „Zeitgeist“-Bewegung und der umstrittene WU-Professor Franz Hörmann – ein Linker, der zuletzt durch unseriöse Äußerungen zu den Verbrechen der Nazis aufgefallen ist. Hörmann träumt – wie einst Lenin – vom „Ende des Geldes“. Die Russen bekamen Stalin, aber Hörmann und seine Fans glauben trotzdem fest an das Bevorstehen eines computergesteuerten Utopia.

Diese Bewegungen sind sich unter dem Strich sogar weitgehend einig mit den Herrschern unserer heutigen Finanzoligarchie, die die guten Absichten der Empörten missbrauchen, um ihre Kontrolle weiter auszubauen. Nicht umsonst hat ausgerechnet der Multimilliardär George Soros den Begriff vom bösen „Marktfetischismus“ populär gemacht. Die Eliten haben kein Problem mit der Forderung der Masse nach neuen Regeln. Sie schreiben diese Regeln.

Es ist allerhöchste Zeit, dass die Empörten anfangen zu begreifen, dass die Formel Status quo = Kapitalismus = Krise schlichtweg falsch ist. Die ach so „kapitalistische“ westliche Welt ist längst zu einem Versuchslabor sozialistischer Klempner verkommen, in dem der überwiegende Teil der Wirtschaft zentral gesteuert wird: das Geldsystem, die Löhne und die Zinsen. Jetzt werden auch noch die Banken nach und nach verstaatlicht.


Nein, der „freie Markt“ kann keine Schuld an der Krise haben, weil er kaum existiert. Er wäre aber ein Teil der Lösung, würde man ihm eine Chance geben. Das natürliche Geldsystem entsteht aus dem menschlichen Handeln heraus und wird vom gesetzlichen Geldsystem lediglich unterdrückt. Auch die gefährlichen Finanzmarktmanöver der Banken wären in einem „freien Markt“ ohne Zentralbanken beendet. Kapitalismus ist vor allem eine Beschreibung des menschlichen Tuns. Jede Einschränkung dieses Tuns ist ein autoritärer Akt, der sich gegen die Freiheit der Menschen richtet. Bisher haben wir den Sozialismus in seiner Kuschelvariante „Sozialstaat“ erlebt. Setzt sich aber die Mär durch, dass der Kapitalismus an der Krise schuld sei, dann stehen uns dunkle Zeiten bevor.

 

E-Mails an: nikolaus.jilch@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.01.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

179 Kommentare
 
12 3 4 5
Gast: Cynikus
24.06.2012 02:48
1

Historische Irrtümer

Eine quergedachte, aber brilliante Analyse!

Die Staatswerkstätten im 18. Jahrhundert folgten schon dem Ideal, dass eine Gemeinschaft zum Wohle aller tätig sein sollte, und scheiterten.

Marx und Engels wollten den kapitalistischen Apparat durch das Proletariat übernehmen und zum Wohle aller wirken lassen, das Modell scheiterte.

Die Sozialisten wollten in den 1970ern den Wohlfahrtsstaat errichten, und scheiterten.

Das Wohl des Einzelnen war und ist die sichere Grundlage des Wohles der Allgemeinheit. Die vergemeinschaftete Verantwortung ist hingegen zugleich Aufforderung zur Misswirtschaft und Leugnung der Schuld des Einzelnen am Gesamt-Misserfolg.

Vollkommen korrekt ist es, den Kapitalismus als derzeit bereits kaum noch existent anzusehen - wenigstens, was die Beteiligung klassischer Kapitalisten betrifft, die auf konstantes Wachstum aus waren. Heute zocken bereits ganze Staaten um das schnelle Geld, und Pensionskassen betreiben schlimmsten Raubtierkapitalismus.

Die Regierungen verschleudern das Tafelsilber des Staates (also der Gemeinschaft), um mehr Spielgeld einzusetzen, und verbiegen so lange die "Regeln der Marktwirtschaft", bis der Markt selbst zerbrechen muss.

Wenn selbst der Staat seine Infrastruktur nach einem Lease-Back-Modell umgestaltet, die Strassen und Wasserversorgung privatisieren will, spielen Planwirtschafter im lustigen Spiel des Marktes wie Kinder im brennbaren Ölzeug mit dem Feuer: Nicht ob, sondern nur wann das Kartenhaus einstürzt, ist die Frage

Gast: gimo
08.03.2012 14:55
0

khv

Die Frau Imlinger ist einfach toll:)

Gast: GreX2
05.02.2012 14:48
3

info

Der (möglichst) freien Markt ist bei weitem nicht so schwer zu erlange wie ein purer Sozialismus, man muss ja im Endeffekt nur die Gesetze und Instutionen abschaffen die derzeit stark wirtschaftlich eingreifen. Natürlich ist der Weg dort hin sehr schwer und es kann nicht von heute auf morgen gehen aber ein Schritt in diese Richtung wäre wirklich wünschenswert. Ein Schritt in Richtung FREIHEIT und nicht Kollektivismus. Jeder Mensch sollte die gleichen Grundrechte haben und es sollte eine Gleichheit vor dem Gesetz bestehen, aber keine Gleichheit als Gesellschaftsziel.

zum Thema Geldschöpfung in einem freien Markt:

Das ist ja das schöne, in einem freien Markt gibt es natürlich auch einen Markt für Geld, so wie in den USA zB im 19. Jahrhundert als ganz normale Banken die Möglichkeit hatten Geld zu drucken und als Banknoten in Umlauf zu bringen. Dadurch entsteht automatisch ein Markt und die einzelnen Institute stehen im Wettkampf zueinander, was wiederum die Qualität des Geldes fördert (Golddeckung etc.)

So funktioniert der Markt, und da sieht man dann auch dass das nicht zu einem Monopol führen kann, da ein Monopol normalerweise vom Staat geschafft wird und einen Zwang erfordert, im Markt hingegen muss man das beste Produkt haben zum besten Preis um eine monopolartige Stellung zu haben.

Es ist wirklich erstaunlich dass durch die Gesetze von Angebot und Nachfrage so viele Dinge toll zusammenspielen.

Gast: Gast300
03.02.2012 08:00
1

Der wahre freie Markt - der wahre Kommunismus

Das ist mMn die bekannte und gefährliche Argumentation der Gläubigen, in diesem Fall eines Marktgläubigen. Nicht das System ist mies, sondern es wurde zuwenig harcore umgesetzt.

Auch die Kommunisten argumentieren: Nicht der Kommunismus ist böse, sonder Stalin und Konsorten haben ihn halt nicht wirklich implementiert, es bräuchte MEHR ECHTEN Kommunismus, die Leute waren halt nicht gläubig genug.

Das gleiche sagt dieser Artikel über die Marktwirtschaft - wir waren halt nicht marktwirtschaftlich genug.

Diese Argumentation kann man auch bei Religionen und so ziemlich allen -ismen schön sehen, BITTE NICHT! Ich will nicht in einem noch kapitalistischeren bzw. kommunistischeren oder sonstwas system leben. Ich will, dass alle genug haben, keiner arm ist, umweltschutz, nachhaltigkeit, tierschutz etc., an so einem System will ich arbeiten!

Antworten Gast: Monetenmann
06.02.2012 11:28
0

Re: Der wahre freie Markt - der wahre Kommunismus

Ökonomische Naturgesetze und der Markt existieren unabhängig von Kapitalismus und Kommunismus.

Die beiden letzteren Begriffe sind ohnehin nicht klar und eindeutig definiert.

Der Staat hat die Finger vom Markt zu lassen, lässt er aber nicht. Man muss nur in den Geschichtsbüchern blätter. IMMER wenn der Staat den Markt nicht hatte tun lassen, was er wollte, kam es zur Grosskatastrophe in Form von Krieg, Elend, Armut etc.

Genau das gleiche läuft heute wieder...

Antworten Antworten Gast: Balanceman
15.07.2012 10:33
0

Re: Re: Der wahre freie Markt - der wahre Kommunismus

Lieber Monetenmann, da können dann der Gesellschaft eigentlich nur Sie helfen (wenn Ihr Name Programm ist).
Das mit dem "bedingungslosen Grundeinkommen" und jedem nach "seinen Bedürfnissen" und letztlich "Freibier für alle" - dass höre ich leider schon sehr sehr lange aus den Reihen der notorischen Sozialromantiker. Die Schwafelei von Gemeinwohl und Solidarität hört man leider immer von denen, die diese Wohltaten gerne empfangen wollen. Fakt ist, unsere Gesellschaft muß zunächst seine Leistungsträger achten, danach kann ein eventuell entstandener Überschuss verteilt werden - aber eben nur an Bedürftige (also nicht an Leute, die einigermaßen gesund an Körper und Geist, aus welchen Gründen auch immer nicht zum Wohle der Gesellschaft beitragen wollen ...)

Antworten Gast: CRT
03.02.2012 16:28
0

Re: Der wahre freie Markt - der wahre Kommunismus

Nur einen kleinen Unterschied haben sie vielleicht übersehen: Der Kommunismus/Sozialismus hat eine ziemlich lange Blutspur in der Geschichte hinterlassen - die war in jenen Gesellschaften am längsten, in denen die reine Lehre am gründlichsten umgesetzt wurde.

Gast: Günther Hoppenberger
02.02.2012 12:46
1

"Freier Markt und Demokratie"

Herrn Jilch ist beizupflichten: Wir haben keinen freien Markt, ebenso, wie wir keine Demokratie haben. Unser System, in dem wir leben, ist eine Spielart von Demokratie und eine als Marktwirtschaft bezeichnete, hoch dirigistische Wirtschaftsform. Hätten wir jedoch tatsächlich einen "freien Markt" würde dieser gerade durch das kapitalistische System, das durch die Regeln der Geldentstehung und In-Umlauf-Bringung zu definieren ist, binnen kürzester Zeit zu einer privaten Planwirtschaft mit Monopolstrukturen mutieren. Es ist genau dieser hoffnungslose Kampf der Politik gegen solche Entwicklungen, der derzeit abläuft. Ich wäre mir da nicht so sicher, ob die dann von - bei aller Wertschätzung - z.B. Mateschitz, Bill Gates u.ä. aufgezwungene Lebensweise so erstrebenswert ist. Vor allem auch, ob sich damit ein Gesellschaftsbild entwickeln ließe.

So, oder so. "Der Markt" ist nur die Abbildung der gesellschaftlichen Interaktion. Entscheidend ist die Zielsetzung. Mehrung von Werten, also gesellschaftliche Entwicklung im weitesten Sinne, oder Mehrung von Schuldentilgungsmitteln unter Verwehrung der Tilgungsmöglichkeit für die Schuldner.

Ludwig von Mises "Kapitalbildung und die Lehre vom Wachstum"

http://docs.mises.de/Mises/Mises_Kapitalbildung_Wachstum.pdf

Gast: pensionär
01.02.2012 02:03
0

CUI BONO

Wem also nützt die Herabstufung der Rating-Agenturen? Wohl denen, die dem Staat vielleicht Geld borgten und jetzt durch höhere Zinsen absahnen wollen.
Vielleicht sollten die Medien einmal erheben, wer hier Profit auf Kosten der Steuerzahler machen will - doch jene, die KEINE LEISTUNG erbringen, die Schacherer und Geldeintreiber (kenne ich aus dem NT), die sich gerne bedeckt halten.
1. durch Fron können die Sklaven überleben.
2. durch die Leistung der Sklaven kann man wohlhabend werden.
3. Reich werden kann man nur durch BETRUG.

Re: CUI BONO

Nein. Diejenigen, die schon einmal geborgt haben, sehen nichts davon, sondern diejenigen, die in einer der nächsten Runden Geld herleihen.

Antworten Antworten Gast: pensionär
13.02.2012 11:11
0

Re: Re: CUI BONO

Wer genug Geld hat um es herzuleihen, hat ohnedies zu viel.

Gast: Germane
31.01.2012 15:50
0

Die acht Vorstände der Deutschen Bank beziehen zusammen mehr Gehalt als alle 603 Bundestagsabgeordneten zusammen.


Re: Die acht Vorstände der Deutschen Bank beziehen zusammen mehr Gehalt als alle 603 Bundestagsabgeordneten zusammen.

Sie sind auch mehr wert.

Re: Re: Die acht Vorstände der Deutschen Bank beziehen zusammen mehr Gehalt als alle 603 Bundestagsabgeordneten zusammen.

@Murray!
Für WEN sind diese acht Vorstände der Deutschen Bank "mehr wert"? In einer jüngst erschienenen Titel-Story im SPIEGEL über die Deutsche Bank wird doch ganz klar heraus gearbeitet: Diese Vorstände geben selbst zu, nichts von alledem zu wissen; ja auch nur zu erahnen, was in ihrem Institut vorgegangen ist! Nein: Ihr Geld sind diese Herrschaften nun wirklich nicht wert!

grenzen der freiheit

hayek war sehr wohl für eine ordnungspolitische rahmengesetzgebung. was deregulierte banken aufführen, hat doch die ganze finanzkrise schön gezeigt.

die banken bekamen durch die aufhebung des glass-steagall-acts ihre freiheit, wollten jedoch die verantwortung für ihr tun nicht übernehmen. dann waren staatliche geldspritzen (= der reine sozialismus) plötzlich wieder willkommen.

deregulierung ist gut, solange es sich um bananen-krümmungs- oder glühbirnen-verordnungen dreht. deregulierung heißt jedoch nicht, sämtliche leitplanken, die zur vermeidung von regelmäßigen groß-schocks aufgebaut wurden, abzureißen. leitplanken übrigens, die auch die staatliche budgetgebarung nötig hätte: hätten sich die euro-staaten an die maastricht-kriterien gehalten, dann wären auch kein ESM oder kein fiskalpakt nötig.

die verantwortungslosigkeit findet sich bei zockenden banken ebenso wie in machtbesessenen regierungs-fraktionen. was alle (auch die tumbe wähler-konsumenten-masse am sozialtropf) vergessen, sind die einfachsten aller grundregeln:
- á la longue kann man nicht mehr ausgeben als einnehmen.
- geld muss real erarbeitet werden

Re: grenzen der freiheit

Und in welchem Fall besteht läßt sich ein Zusammenhang zwischen Glass-Steagall-Act und Finanzkrise herstellen?
Ist jemandem aufgefallen, dass es in den USA eine eigene Bankbranche gab, isoliert von den bösen Wall-Street-Machinationen, nämlich die Savings &Loan-Banken? Was ist mit denen passiert? Wieso sind die denn in die Pleite geschlittert, die waren doch so schön abgekoppelt (vor allem von der Realität)?
Die wesentliche Regel für Banken sollte lauten: wenn sie pleite sind, dann gehen sie auch Pleite. Und wenn man es wirklich effizient machen will, dann wie im Katalonien des 16. Jahrhunderts: wenn Bankinhaber ihren Kunden die Einlagen nicht mehr zurückzahlen konnten, wurden sie öffentlich vor dem Geschäftslokal enthauptet. Soll die Zahlungsmoral nicht unwesentlich verbessert haben...

Re: grenzen der freiheit

dritte Grundregel:
- Entscheidungskompetenz muss mit dem Tragen der Verantwortung verknüpft sein

Stichwort Länder: Ausgabenkompetenz aber KEINE Einnahmenkompetenz Stichwort Banken: Spekulationsgewinne ja, Risiko nein weil systemrelevant, ergo keine Insolvenz möglich

Bitte mehr von solch informativen Artikeln

Sehr verständlich werden hier Probleme erörtert, auf eine - für mich als totale Laiin im Bereich Ökonomie jedenfalls - völlig neue Art. Seine eigene und eigenständige Sichtweise von recht komplizierten Zusammenhängen auf derart verständliche und seriöse Weise darzustellen, gelingt nicht Vielen.

Endlich einmal frischer Wind im intellektuellen Einheitsbrei! Ganz toll zumindest als Basis für Diskussionen.

Zurück zu den Wurzeln

Es ist sehr erfreulich, dass DiePresse wirtschaftspolitisch wieder vermehrt zu den Wurzeln des Liberalismus zurückkehrt. Die Aussagen der österreichischen Schule der Nationalökonomie sind sicherlich nicht der gottgegebenen Wahrheit letzter Schluss - das sind (Post-)Keynsianismus und Monetarismus aber genauso wenig.

Nicht vergessen darf man weiters, dass die Schule um Mises und Hayek in den letzten Jahrzehnten KEINE Beachtung erfahren hat, also an der jetzigen Krise definitiv NICHT Schuld sein können. Von ungebildeten, links-linken Ignoranten wird das selbstverständlich ausgeblendet - ihre Unwissenheit schützt sie vor weiterführender Differenzierung.

Wenige wissen, dass speziell Hayek der immer stärkeren mathematischen Durchdringung der Ökonomie kritisch gegenüberstand, weil dadurch die vielfältigen nicht quantifizierbaren Zusammenhänge zu stark vereinfacht würden. Noch weniger wissen, dass Hayek von seinem Lehrvater Mises als "Sozialist" beschimpft wurde, weil sich Hayek tatsächlich auch für bestimmte Sozialmaßnahmen stark gemacht hat (staatliche Vorsorge für jene, die UNVERSCHULDET keinen Beitrag leisten können).

Gast: Libertärer 1234
31.01.2012 09:20
12

Gratulation für diesen Artikel

Endlich wird mal auf den Punkt gebracht, wo es zwickt im System, nämlich an der sozialistischen Planwirtschaft!

Solange wir Zentralbanken haben, die Geld aus dem "Nichts" schöpfen können und ständig inflationieren, kann sich der Markt nicht erholen, der Einbruch (der hinausgezögert wird) wird nur verstärkt.

Also heißts: weg mit der Zentralbank, her mit ECHTEM Geld (Gold, Silber, etc.)

Gast: madeyes
31.01.2012 08:48
9

Super!

Super Artikel, genau so ist es!!

Gast: Isch*ißmian
31.01.2012 08:38
1

Interessanter Artikel aber unter dem Strich voller Mängel...

man kann der Idealvorstellunge der Liberalismus ja durchaus einiges abgewinnen, aber ein "freier Markt" ist genauso eine ideale Wunschvorstellung wie der Kommunismus. Jeder Marktteilnehmer wird versuchen, seine Freiheit auch auf Kosten der Freiheit der Anderen zu vergrößern, somit muss immer irgendjemand als gezwungener Marktteilnehmer gelten.

Zudem frage ich mich was ein "natürliches Geldsystem" sein soll - in der Natur gibt es kein Geld. Geld ist immer künstlich, Hayek spricht von Konkurrenz der Währungen und Geldsysteme.

Eine Frage lässt der Autor offen: wer genau soll eigentlich für einen "freien Markt" sorgen, wenn zeitgleich pauschal die Eliten als Unterdrückungsoligarchie klassifiziert werden?

Gast: Feu vert
31.01.2012 06:31
0

Was für ein libertäres Geschwafel.

Jilch, behalten Sie Ihre Markttheologie à la Mises, Hayek und Friedman doch für sich. Sie ist utopischer Hokuspokus. Von dummdreisten Unterstellungen an "die Linken" rede ich jetzt gar nicht.

Antworten Gast: Libertärer 1234
31.01.2012 09:22
5

Re: Was für ein libertäres Geschwafel.

Sie wissen aber schon, dass sich z.b. roland baader (ein schüler hayeks) und andere österreicher explizit von friedmann distanzieren, also hören sie mit dieser vereinheitlchung auf!


Gast: Odeon
31.01.2012 06:19
0

OMG, schon wieder ein Wirtschafts-Nobelpreisträger

Ich ziehe meinen Hut - vor dem nächsten Wirtschafts-Nobelpreisträger Jilch.
Der "Freie Markt" wird Sie sicherlich für dieses höchste aller Ämter gewiss vorschlagen ... bei solch abstrusen Ideen ist die Wahrscheinlichkeit sehr sehr hoch. Vile Glück noch.

 
12 3 4 5

Top-News

AnmeldenAnmelden