25.05.2012 23:18 | Meine Presse Merkliste 0

Das Glaskinn gehört zu Straches Uniform

RAINER NOWAK (Die Presse)

Der FPÖ-Chef sieht sich als verfolgten Juden, Medien berichten empört-fasziniert, Heinz Fischer entzieht einen Orden. Nun droht die Wiederholung der FPÖ-Geschichte.

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Um hier einmal Karl Marx zu zitieren (und ihn gleich zu widerlegen): In seinem nicht übertrieben spannenden „Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte“ verbesserte er Georg Wilhelm Friedrich Hegel, der bemerkt hatte, dass sich historische Tatsachen und Personen immer zweimal ereignen. „Er hat vergessen, hinzuzufügen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce.“ Was aber, wenn bereits die angebliche Tragödie eine Farce war, wie Jörg Haiders Aufstieg und politischer Fall? Folgt dann die Tragödie in Gestalt Heinz-Christian Straches, der am Opernball der Rechts-außen-Szene Hof hielt, dort sich und seine Gesinnungsgenossen offenbar als die neuen Juden bezeichnete? Und der die lautstarken und sicher nicht liebevoll-harmlosen Proteste gegen den Ball und seine Teilnehmer mit der Reichskristallnacht verglich? Übrigens als ein Mitarbeiter einer seriösen Tageszeitung Strache um ein Autogramm bat, um sich so unerkannt wilde Strache-Sager abzuholen. Was zeigt, was Journalisten so alles machen, um Straches Rülpser zu hören, und wie leichtgläubig der FPÖ-Chef ist, wenn ihm jemand Zustimmung vorgaukelt. Ist das nicht alles eine Farce? Ganz sicher. Und zur Ehrenrettung Hegels: In der österreichischen Innenpolitik gab und gibt es aber ohnehin „keine großen weltgeschichtlichen Personen“, die der Philosoph gemeint hatte.

Also kann man das lächerlich-dümmlich finden und ignorieren? Nein, man muss Heinz-Christian Strache leider wirklich Inhaltliches entgegenhalten, nur so erkennt er seine Paranoia: Der Vergleich ist besonders geschmacklos, wenn er aus dem Mund eines Politikers kommt, der ein Problem damit hat, Deserteure der Wehrmacht positiv und 1945 als Jahr der Befreiung zu sehen. Nur zur Erinnerung: Weder Freiheitliche noch Schlagende noch andere Ballbesucher wie Frau Le Pen werden physisch verfolgt, beraubt, geschlagen, gequält und ermordet wie die Opfer des Holocaust in Mitteleuropa und auch auf dem Gebiet des heutigen Österreichs. Straches behauptete Opfergemeinschaft hat nur die Meinung vieler Bürger und Medien gegen sich und muss sich von Demonstranten am Abend des Jahrestags der Auschwitz-Befreiung beschimpfen lassen. Es ist interessant, dass das Glaskinn zur Uniform des Korpskämpfers gehört.

Es ist nicht ganz unlogisch, dass Heinz Fischer den Orden, den Strache aufgrund seines Sitzfleischs auf der Oppositionsbank automatisch erhalten sollte, verweigert. Fischer rasselt damit kurz mit der Kette, was man ihm kaum zugetraut hätte: Der Präsident wird Strache als Kanzler oder Regierungsmitglied aus heutiger Sicht wohl nicht angeloben. Allerdings schafft er auch einen Präzedenzfall: Ab sofort muss Fischer konsequenterweise genau hinschauen und darf Orden nicht mehr automatisch an mehr oder weniger lange gediente Politiker vergeben – etwa weil sie einen Generalstabschef widerrechtlich ablösen oder einfach ungeniert Geld ausgeben, das sie und der Staat nicht mehr haben.

Nach dem kurzen Aufheulen der sonst überraschend leisen Zivilgesellschaft und des zeremoniellen Widerstands in der Hofburg stellt sich die Frage, wie es nun weitergeht mit der FPÖ-Geschichtswiederholung: Journalisten werden nach dem Ball-Vorfall vor allem weiter Jagd auf braune Sager machen statt etwa die schwierigere Suche nach den inhaltlichen Positionen der Partei voranzutreiben. Die warnenden Magazincover mit Quotengarantie sind ihm sicher. Strache selbst kann sich – obwohl in Umfragen in Nähe von SPÖ und ÖVP – noch stärker als Underdog präsentieren: Sogar der harmlose Heinz Fischer, der gegen niemanden was hat, ist gemein zu ihm. Um kurz auf der innenpolitischen Kleingeld-Ebene zu bleiben: Der Eklat hilft auch der SPÖ. Die schnelle Distanz-Deklaration zu Strache fällt Werner Faymann sicher leichter als das Schnüren eines echten Sparpakets und die dafür notwendige Überzeugungsarbeit bei Gewerkschaften und Arbeiterkammer.

Und dennoch: Strache, der aufgrund der Schwäche der aktuell Regierenden in Richtung (Vize)-Kanzleramt unterwegs war, muss sich eingestehen: Der Versuch, sich gerade angesichts massiver Vorwürfe politisch verantwortungsvoll, bedacht, schlicht staatstragend zu geben, ist gescheitert. Weil er es offenbar einfach nicht ist.

 

E-Mails an: rainer.nowak@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.02.2012)

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125 Kommentare
 
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fri.ste.le
06.02.2012 19:31
0 0

WARUM SIND IMMER NUR WIR DIE BÖSEN ?

warum denn nicht die journalisten, tv-kommentatoren, die grünen, die linken, die ausländer ("gaum kenans a poar werter deitsch ...") das ausland sowieso ...
die wehleidigkeit, das mimosentum, das "nix wissen"; das klammern an gerichtlich verurteilte ... das und einiges mehr wurde zum originalen markenzeichen (brand) der hoffnungsträger jener fpö wie man sie hört, sieht - manchmal beides.
erinnern auch sie sich noch: der richter befand dass gerhard d."... über keine juristische ausbildung verfügt und daher die tragweite seines handelns nicht richtig einschätzen konnte."
und somit wurden in kärnten die vorerhebungen wegen des verrückens von 2sprachigen ortstafeln gegen den späteren landeshauptmann kärntens, gerhard d., eingestellt. sic. fri.ste.le, 1180 vie.

Gast: Der Kanalräumer
04.02.2012 19:17
1 0

Farce bleibt Farce

Die Wiederlegung Marxens wird so zwar nicht gelingen, doch wird die Farce von Wiederholung zu Wiederholung schlimmer. Zur Tragödie anderer Art wird es aber, wenn diese Partei wieder in die Regierung kommt.


Gast: Österreicher
02.02.2012 15:31
0 1

War eigentlich der A-Bomben-Wurf auf Japan

ein Genocid? Warum spricht darüber niemand?

Gerecht wäre es, man würde alle Genocide auf der Welt ächten und deren Verleumdung unter Strafe stellen! Damit würde sich der Verdacht, einseitig Machtpolitik zu betreiben erübrigen!

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Re: War eigentlich der A-Bomben-Wurf auf Japan

darüber sprechen die japaner relativ oft, sie sehen sich ja immer als opfer der atombombe

fraglich ist ob man den amerikanern hiroshima wirklich verüberln kann, denn wenn man sich die verlsute beim kampf um iwo jima ansieht so kann man sich denken, dass sie amerikaner keine sonderliche lust hatten alle 4 relativ großen hauptinseln japans zu erstürmen, die verluste hierfür wären auf beiden seiten enorm gewesen, mit sicherheit wären so auch die japanischen verluste größer gewesen als durch die atombombenabwürfe

dennoch haben sie recht, dass ein sehr starkes ungleichgewicht zwischen der ächtung der gräueltaten der nazis und der ächtung der taten der siegermächte und den japanern besteht

man denke nur einmal daran, dass dem massenmörder Marinesko derüber 9000 unschuldige zivilisten an board der Wilhelm Gustloff eiskalt ermordert hat, obwohl mit sicherheit klar war dass es sich dabei um ein pasagiereschiff gehandelt hat in russland ein denkmal gewidmet ist

oder dass die japaner noch nie reperation an china für die grausemen experimente, oder den grausamen angriffskrige leisten mussten, die sind noch immer das arme opfer der atombombe, während österreich und deutschland täglich den bußgang machen müssen, und milliarden an irgendwelche "opfer" zahlen mussten und müssen

Antworten Antworten Gast: Luzifer
03.02.2012 16:49
0 0

Re: Re: War eigentlich der A-Bomben-Wurf auf Japan

WAr der Einsatz der 2 Atombomben berechtigt? Unter bestimmten Bedingungen? Eines ist sicher: der Krieg hat die Deutschen vielle Millionen Todesopfer gekostet. Dennoch hat nicht einmal ein Hitler ABC-Waffen eingesetzt!

Die Zeitgeschichtler vertreten überwiegend die Meinung, daß die USA die Atom-Waffe "demonstrieren" wollten, um die durch den Sieg in O-Europa übermächtige Sowjetunion "einzudämmen" bzw. von einem Angriff auf das kapitalistische Westeuropa abzuhalten!
Nebstbei wurde die Bombe nicht gegen Weiße, sondern gegen ein asiatisches Land eingesetzt ...

Übrigens, warum haben die USA als ein nicht-asiatische Macht auf der bedingungslosen Kapitulation Japans bestanden und sich im pazisfischen Raum auch noch Inseln einverleibt, zB. die nach Unabhängigkeit strebenden Philippinen lange gegen deren Willen als Kolonie behalten?

Man sollte nicht alle Mythen von Siegermächten ungeprüft übernehmen!

Gast: franzl
02.02.2012 11:26
1 0

Wie dumm

Wie blöd sind eigentlich die meisten Journalisten, dass sie immer wieder, wie schon bei Haider auf den Trick hereinfallen: Man (FPÖ) provoziere durch problematische Aussagen, die gesamte (eher linke) Medienlandschaft, federführend natürlich den ORF und die Politelite (was sich dafür hält). Diese springen begierig auf den Zug auf, blasen auf, bauschen auf, spielen die Empörten und tun, als stünde die Welt vor dem Untergang. Die breite Masse interessiert das kaum, weil sie die Methode einfach satt hat und wendet sich weiter von der Politik ab und noch mehr genau den Erstgenannten zu (FPÖ). Deren Umfragewerte steigen und die Empörten empören sich jetzt darüber und das Spiel beginnt sich wie ein Wasserstrudel noch schneller zu drehen. Im Oktober 2013 (NR Wahl) schreien dann alle, Österreich ist ein Naziland, weil die FPÖ vielleicht stärkste Partei ist.

Antworten Gast: ich bin herr gast
04.02.2012 19:06
0 0

Re: Wie dumm

interessant finde ich, dass sie die österreichische medienlandschaft angesichts einer krone, die 2/3 der leserschaft erreicht, einer konservativ-qualtiätsvollen presse, einem gesellschaftsliberal-qualitätsvollen standard, den konservativ-qualitätsvollen westösterreichischen blättern, der konsvervativen wr. zeitung, den lokalen populistischen schundblättern, dem hin und her gerissenen orf und den radios, dass sie also diese medienlandschaft als eher links bezeichnen halte ich für schlecht analysiert.

europa
02.02.2012 11:05
4 5

was mich wirklich erschreckt ....

ist die große zahl an postern, die hier unter dem denkmantel der journalisten / zeitungskritik bzw. des bashings der *linken* relative unverblümt die - in wahrheit - unglaublichen aussagen straches verteidigen .... kriechen sie jetzt aus den braunen löchern?

für mich lassen die strache aussagen sehr tief in seine wirkliche gedankenwelt blicken ..... wehret den anfängen !!!!!!!

Antworten Dagobert
02.02.2012 14:24
4 2

Re: was mich wirklich erschreckt ....

Völlig richtig!

Wehret dem linken Meinungsterror und den Schlägertrupps, salopp genannt Chaoten und Autonome.

Gast: Hunter
01.02.2012 20:05
5 8

Zeit um für linke Schwätzer.

2013 (x) FPÖ

Gast: Geld istweg!
01.02.2012 19:26
7 4

Standard = Qualitätsjournalismus? Leben Sie auf dem Mars Herr Nowak?

Den Standard als seriöse Tageszeitung zu bezeichnen, da gehört schon eine gehörige Portion Mut (Unverfrorenheit) dazu. Ein feiger Journalist, der sich unter Vorspiegelung falscher Tatsachen bei einer Veranstaltung wo er nicht eingeladen war einschleicht, mit falschen Worten einschleimt und dann ein unter Emotion aus den Zusammenhang gerissenes Zitat verdreht wiedergibt, das nennt Ihr seriös?

Schön langsam zweifle ich an der Seriosität der Presse, wenn das Eure Meinung ist. Das ist mE unterste Schublade und einer Qualitätszeitung nicht würdig. Daher greife ich seit Längerem schon nicht mehr zum S, kaufen würde ich den einseitigen, voreingenommenen S sowieso nie.

Zu Straches "Sager": Wären diese Sätze bei einem offiziellem Interview, so wie in den Medien kolportiert gefallen, müsste man Strache Instinktlosigkeit vorwerfen, aber wenn er das im privaten Kreis, in einem anderem Zusammenhang, unter der Emotion der vorherigen kriminellen Attacken von sich gibt, ist das mE kein Aufreger.

Die unvernünftige Medienjagdgesellschaft samt BP macht aber Strache nur einen Gefallen, indem sie ihn zum Märtyrer macht. Es ist eine alte Tatsache, was man bekämpft, stärkt man um so mehr! Offiziell trauen sich derzeit nicht viele Menschen Strache zu unterstützen, aber bei der Wahl wir er ernten was andere sääten. Das sagen viele, die wie ich bisher keine F Sympatisanten waren.

Antworten Gast: Der kanalräumer
04.02.2012 19:02
0 0

Re: Standard = Qualitätsjournalismus? Leben Sie auf dem Mars Herr Nowak?

Daß Sie an solchen Vergleichen keinen Anstoss nehmen, glaube ich gerne. Wenn Sie aber die Machenschaften korrupter Politiker aufdecken wollen, benötigen Sie investigativen Journalismus. Wendet sich dieser gegen die Verlogenheit der scheinbar moderaten Mitte der FPÖ, dann wird das als unfair und bösartig bezeichnet.

Antworten Gast: Karl Schlosser
02.02.2012 18:35
0 0

Straches Dummheit verdient keinen Orden !

Strache weiss, dass er mit einem Journalisten (und auch fast niemand sonst) "privat" reden kann. Weil jedes seiner unvorsichtigen Worte zur Bombe umfunktioniert werden kann.
Sein Luxus war daher eine Dummheit die keinen Orden verdient.

Antworten Gast: schlÄchter
02.02.2012 09:26
3 0

Re: Standard = Qualitätsjournalismus? Leben Sie auf dem Mars Herr Nowak?

sg geldistweg!
mmn sehr treffend analysiert. schon die skandalöse moschitzreportage (bezahlte nazistatisten!) wurde von den journalistenkollegen verteidigt bzw. wurde darüber völlig hinweggesehen und juritsich das redaktionsgeheimnis mißbraucht, jetzt der "investigative" journalismus des standard-redakteurs müller. der zweck (anopatzen eines unliebsamen poltikers) heiligt offenbar die mittel (bewußte manipulation).

die medien tun sich gegenseitiog nicht weh-eine krähe krtzt der anderen bekanntlich kein auge aus ? ein weiterer bedeutender meilenstein in der verrohung politischer auseinandersetzung-mißbrauch der kontrollfuntion der medien.

die journalisten untergraben durch solche aktionen den rest ihrer glaubwürdigkeit, wenn sie hier nichteinmal diese-ihre- methoden kritisch hinterfragen. wie können sie noch glaubwürdigkeit von den politikern glaubhaft einfordern, wenn sie selbst die eigene untergraben.

nicht nur die politik hat ein bedenkliches maaß an unglaubwürdigkeit und verantwortungslosigkeit erreicht, die medien liegen noch darunter. leider zeichent sich das auch in den ideologisch immer mehr unterwanderten wissenschaften ab - siehe div. gastkommentare von "experten" (zb grigat).

m betrübten g
s.

11 1

Kann nicht unwidersprochen bleiben

Es ist unwahr zu behaupten, daß Besucher des WKR-Balls nicht physisch attackiert worden wären. Ein Politiker konnte nur durch eine Geste seines Bodyguards vor tätlichen Angriffen gerettet werden, eine Abgeordnete wurde angespuckt, jemand wurde ins Gesicht geschlagen und blutete stark, mehrere Ballbesucher wurden an der Fortsetzung ihres Weges gehindert, was rechtlich den Tatbestand der Nötigung erfüllt. Alle diese Leute waren unbescholtene Bürger, die niemandem etwas getan hatten. Übergriffe dieser Art gab es mehrere, und man darf vor allem nicht vergessen, daß das Ganze weit schlimmer ausgefallen wäre, wenn die Polizei nicht doch, wenn auch teilweise halbherzig, eingeschritten wäre. Wenn nun seitens der Journaille ins Treffen geführt wird, man könne hier hinsichtlich der Juden keinen Vergleich anstellen, so stimmt das einerseits, andererseits bezog sich der Vergleich natürlich nur auf die Gehässigkeit, mit der hier vorgegangen wurde und wird, und die wird kaum bestritten werden können. Herr Fischer kann sich seinen Orden im übrigen sonstwohin stecken. Relativ angenehm fiel mir auf, daß Michael Fleischhacker, der in der ZIB24 mit Hans Rauscher diskutierte, einen gewissen Ehrenkodex der Journalisten ansprach, der im Falle des Herrn Müller (oder wie er hieß) nicht eingehalten worden sei, da es doch etwas fragwürdig sei, sich als Journalist nicht zu erkennen zu geben,sich das Vertrauen des Gesprächspartners zu erschleichen und Gesagtes gegen ihn zu verwenden.

1 0

"...daß Michael Fleischhacker, der in der ZIB24 mit Hans Rauscher diskutierte, einen gewissen Ehrenkodex der Journalisten ansprach...sich als Journalist nicht zu erkennen zu geben,sich das Vertrauen des Gesprächspartners zu erschleichen und Gesagtes gegen ihn zu verwenden. "


eh, wo kommen wir denn hin, wenn journalisten zu recherchieren anfangen würden?!?

wo käme die presse hin, wenn sie solche auch noch bezahlen müsste?
das 'schreiber-budget' ist doch voll ausgelastet mit dem kopieren von agenturmeldungen und dem niederschreiben von persönlichen meinungen in den vielen kommentar-spalten.

8 0

desateure sind keine helden

ich persönlich bin auch strikt dagegen wehrmachtsdesateuren z.b ein denkmal zu setzen, oder deren taten besonders gutzuheißen

warum sollte man diese leute ehren oder sie besonders hervorheben?
schon klar verteufeln sollte man sie natürlich nicht, aber es besteht mit sicherheit kein grund sie auf die stufe von tapferen kriegshelden wie walter nowotny oder andere soldaten zu stellen, die für ihr land gekämpft haben

was war an den leuten die desertierten bitte besonders positiv?
dass sie unter lebensgefahr davongelaufen sind, oder dass sie von der der militärpolizei verfolgt wurden?
das wurden sowietische oder amerikanische desateure jedoch auch, und man höhrt nie dass es notwendig ist die zu ehren

2 1

Re: desateure sind keine helden

Der Punkt ist, dass die Niederlage im zweiten Weltkrieg für die Unterlegenen im Endeffekt POSITIV war. Somit haben die Deserteure in gewisser Weise ihrem Land auf lange Sicht einen Gefallen getan. Ich jedenfalls bin froh, NICHT in einem von Hitler geprägten Nachkriegsösterreich aufgewachsen zu sein.

Diese Tatsache stellt nicht in Abrede, dass der Grossteil der Soldaten der Wehrmacht sicherlich tapfer und ehrenhaft gekämpft hat. Leider für eine Verbrecherpartie.

0 1

Re: Re: desateure sind keine helden

ja aber ich persönlich glaube nicht wirklich, dass die meisten leute geflüchtet sind, weil sie gegen das regime waren, sondern eher deswegen, weil sie angst hatten im kampf zu fallen, oder weil ihnen klar war, dass weiteres kämpfen sinnlos ist.

für mich ist das völlig verständlich, denn wem kann man es denn verübeln, dass er nicht mit hoher wahrscheinlichkeit in einem sinnlosen kampf gegen einen übermächtigen feind fallen möchte?

mein großonkel ist auch, als er in der HJ war und anfang 1945 eingezogen wurde um in ungarn gegen die russen zu kämpfen vom lastwagen gesprungen, und hat sich bis kriegsende bei der tante eines freundes versteckt, mir käme nie in den sinn ihm irgendwelche vorwürfe deswegen zu machen

jedoch muss einem klar sein, dass es millionen gab, die nicht davongelaufen sind, sondern mehr oder weniger freiwillig tapfer gekämpft haben, und dies mit dem tod, invalidität und oder langjähriger kriegsgefangenschaft bezahlt haben

diese leute haben einen weitaus größeren zoll gezahlt als die desateuere und gehören deswegen auch geehrt, dass sie für ein verbrecherregime gekämpft haben mag schon sein, dass haben die sovietischen soldaten aber auch

niemand würde aber auf die idee kommen den russen oder anderen nachfolgestaaten der SU zu verbieten ihren opfern zu gedenken

ganz im gegenteil die russen halten alljährlich eine riesige militärparade ab um den sieg zu feiern sobwohl stalin ein geisteskranker massenmörder war

Antworten Antworten Antworten Gast: schlÄchter
03.02.2012 13:14
0 1

Re: Re: Re: desateure sind keine helden

sg dudelsack!
von mir ein
+
mfg
s.

0 1

Re: Re: Re: desateure sind keine helden

Eigentlich stimme ich in fast jedem Punkt mit Ihnen überein.

Die Exkulpierung sprich Entkriminalisierung der Deserteure bedeutet ja nicht, dass man aufhören muss die Veteranen des 2. WK zu ehren. Ich sehe das eher als Ächtung des nationalsozialistischen Staates: "Eure Ziele waren so verachtenswert, dass auch Desertion gegen euch kein Verbrechen darstellt".

Gast: Der Aufdecker.
01.02.2012 17:46
6 1

Feindbild HC Strache.

Dieser "Sager" kommt der HC-Jagdgesellschaft wie auch der Regierung überaus gelegen. Damit lenkt man in dieser Republik, in der selbst die Bananen kriminell sind, vom beabsichtigten Angriff auf unsere Geldbörsen ab. Ganz gleich, was dieser Mann auch tut oder sagt, es findet sich immer ein Haar in der Suppe. Besonders die Spin-Doktoren bei den Sozialisten, die, glaubt man den jüngsten Umfragen, in der Wählergunst bereits hinter den Freiheitlichen liegen, bringen ihre Schmutzkübel in Stellung obwohl die Wahlen vermutlich erst nächstes Jahr stattfinden. Der HC-Jagdgesellschaft ins Stammbuch: Die Menschen in diesem Land durchschauen diese Kampagne und lassen sich auch durch Nebelgranaten nicht mehr blenden.

4 7

an tagen wie diesen

sind wieder viele traurig, dass der foren-editor nur eine schriftart anbietet...

man sollte auch am gothic-schriftbild ablesen können, aus welcher ecke der autor kommt.

incubus
01.02.2012 14:50
3 0

Rechts liegen lassen

Stell dir vor, der Strache sagt etwas - und niemand reagiert darauf...

Antworten Gast: Stell dir vor,
01.02.2012 15:55
3 0

Re: Links liegen lassen

EHBP pflastert seinen liebsten Aufenthaltsort mit selbstverliehenen Orden - und niemand reagiert darauf...

übrigens danke nochmal für die widerlegung von karl marx


gut dass sie diese widerlegung auch, leserfreudlich wie sind, eingangs im text gleich angekündigt haben, ich hätte es sonst fast nicht bemerkt, dass sie diesen "nicht übertrieben spannenden" autor fulminant in seine schranken verwiesen haben.

zeit wars dafür! der marx kann sich ja auch verstecken mit seinen gesammelten werken - wer oder was ist denn dieser NICHTS, im vergleich zu einem N ! dem haben sie es ordentlich gegeben mit ihrer brillanten collage von halbverdauten zitaten, davon wird er sich so bald nicht wieder erholen, soviel steht fest!

ps: auch nett von ihnen, dass sie dem ollen hegel eine "ehrenrettung" zu teil kommen lassen, das wird ihn bestimmt freuen! er hats auch bitter nötig, denn wer außer ihnen kennt denn noch hegel? was, sie kennen ihn auch nicht? daran erkennt man den wahren kavalier und gentleman: legt sich für philosophen aus dem jahre schnee ins zeug, obwohl er sie gar nicht persönlich kennt. wie napoleon über goethe so richtig gesagt hat: voilà, un homme!

 
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