25.05.2012 23:19 | Meine Presse Merkliste 0

Wir haben die Wahl: Strache oder das Mehrheitswahlrecht

MICHAEL FLEISCHHACKER (Die Presse)

Die Debatte über die Möglichkeit einer FPÖ-Regierungsbeteiligung wird von Heuchlern dominiert, die Demokratie sagen und den Machterhalt der SPÖ meinen.

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Darüber, was da am 4. Februar des Jahres 2000 begann, lässt sich auch zwölf Jahre danach noch gut streiten. Man kann die Bildung der Koalition aus ÖVP und FPÖ als Beweis der genialen Verhandlungsstrategie von Wolfgang Schüssel sehen, der für die ÖVP nach 30 Jahren den Kanzlersessel zurückeroberte, obwohl die ÖVP mit dem schlechtesten Wahlergebnis ihrer Geschichte hinter Jörg Haiders Freiheitlichen auf Platz drei zurückgefallen war. Man kann dieses Verhandlungsergebnis aber auch als Tiefpunkt der Abwärtsentwicklung in der politischen Glaubwürdigkeitskultur sehen – immerhin hatte Schüssel im Wahlkampf versprochen, dass die ÖVP auf jeden Fall in Opposition gehen würde, wenn sie auf dem dritten Platz landete.

Man kann die Bildung von Schwarz-Blau als Ende der Erstarrung sehen, in die Österreichs Politik durch die Kombination aus der gefühlten Ewigkeit der Großen Koalition und der tatsächlichen Ewigkeit der sozialpartnerschaftlichen Parastruktur verfallen war. Man kann die sechs Jahre, die das Experiment währte, im Rückblick als eine der wenigen Phasen politischer und gesellschaftlicher Dynamik sehen, die Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg durchlebt hat. Man kann diese Zeit vor dem Hintergrund des aktuellen Untersuchungsausschusses aber auch als das Zeitfenster interpretieren, in dem sich die bis dahin von den Futtertrögen ferngehaltenen Repräsentanten der FPÖ schamlos am öffentlichen Eigentum und seiner Veräußerung bedienten.

Für jede dieser Sichtweisen gibt es gute Argumente, aber es ist schwer möglich, es dabei zu belassen, denn für welche Sicht auf die Vergangenheit man sich entscheidet, hat unmittelbare Auswirkungen auf Gegenwart und Zukunft. Wir stehen nämlich exakt vor derselben Situation, in der vor zwölf Jahren Wolfgang Schüssel seinen Coup gelandet hat. Die Große Koalition hat in einer krisenhaften Umgebung das Vertrauen in ihre Problemlösungskapazität einigermaßen vollständig verloren. Die schärfer werdenden ideologischen Debatten über die Gewichtung der notwendigen Maßnahmen zur Konsolidierung des Staatshaushaltes nähren Gerüchte über einen möglichen Koalitionsbruch. Die FPÖ liegt in Umfragen deutlich vor der Volkspartei, und die Debatte, ob eine Regierungsbeteiligung der Freiheitlichen angesichts der immer wieder offenbar werdenden Nähe der herrschenden FPÖ-Funktionärsschicht zum rechtsextremen Milieu vertretbar wäre, gewinnt an Fahrt.

Wie schon 1999 speist sich dieser Diskurs aus zwei Motiven. Ein Teil der Teilnehmer sieht sich berufen, den Anfängen zu wehren, die Demokratie vor ihrer Abschaffung zu bewahren und vom Bösen als solchem abzuhüten. Der andere Teil der Teilnehmer will mit vorgeschobenen moralischen Argumenten einfach dafür sorgen, dass die ÖVP keine Alternative zur Großen Koalition hat, damit die SPÖ in der Regierung bleibt.

Für die Volkspartei bedeutet das eine No-win-Situation, wie sie aus den eineinhalb Leidensjahrzehnten von 1986 bis 1999 weiß: Bleibt sie in der Großen Koalition, wird sie zerrieben. Versucht sie, sich die FPÖ-Alternative offenzuhalten, wird sie im Moralinsäurebad des juste milieu ertränkt. Entscheidet sie sich, in Opposition zu gehen, wirft man ihr aber ebenfalls Verantwortungslosigkeit vor – und macht ihr damit auch noch den Verbleib im großkoalitionären Faulbett schmackhaft.


Der große Verlierer in diesem Spiel ist aber nicht die ÖVP, sondern der Bürger. Er wird unter dem Vorwand, die Demokratie vor der Bedrohung durch eine Regierungsbeteiligung der FPÖ zu bewahren, seiner demokratischen Grundrechte beraubt: Was und wen immer er wählt, das Ergebnis ist die Große Koalition.

Das ist der Grund dafür, dass in dieser Zeitung wiederholt der Standpunkt vertreten wurde, eine FPÖ-Regierungsbeteiligung sei weniger schlimm als eine Fortsetzung der Großen Koalition. Die Sorge um die Demokratie in Österreich, wie sie derzeit im Zusammenhang mit einer möglichen FPÖ-Regierungsbeteiligung geäußert wird, ist reine Heuchelei zur Absicherung der SPÖ-Position. Wer tatsächlich gegen Strache, aber für mehr Demokratie ist, hat nur eine Option: die Einführung eines Mehrheitswahlrechts.

 

E-Mails an: michael.fleischhacker@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.02.2012)

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100 Kommentare
 
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Gast: Dominik 1777
05.02.2012 17:57
0 2

Jede Stimme ist gleich an Wert

Die Wahlentscheidung der anderen schmeckt halt vielen weniger gut als die eigene Wahl, doch das ist eben Demokratie: Jede Stimme zählt gleich viel und verdient die gleiche Qualität der Wertschätzung.

Gast: weis(s)er mann
05.02.2012 10:49
2 0

erbpacht

die spö hält das gebaüde am ballhausplatz mittlerweile für eines der ihren - entsprechend sind medien und meinungsmacher gesteuert worden, um ja etwas anderes von vornherein madig zu machen.

die demokratie ist die am wnigsten schlimmste von allen anderen möglichkeiten.

inzwischen leben wir aber in einer roten diktatur!

thotho
04.02.2012 19:28
2 0

das mitleid für die övp

ist bei mir enden wollend. diese partei wird deshalb, und nur deshalb, hr. fleischhacker, zerrieben, weil sie ihre grundwerter völlig über bord geworfen hat und schlicht nicht mehr weiß, ob sie nun etwas nach links oder doch noch wieder etwas nach rechts soll - dieses pendel schwingt hin und her, fast wöchentlich.

gerade für diese partei wäre es mehr als notwendig, endlich wieder in opposition zu gehen. viel zu lange haben auch sie das land fast in geiselhaft gehalten. rot und schwarz hielten und halten sich stets die waage, wenn es darum ging/geht, sich das land samt günstlingen aufzuteilen und einzuverleiben.
ich bin der generellen auffassung, dass dies auch die blauen oder grünen machen würden - ganz klar. so ist das system, so ist der mensch.

es wird zeit, die wähler endlich zu akzeptieren! wenn blau gewählt wird (so wie in wien), dann muss es auch mitregieren, und nicht davon abhängig sein, was machtgierige alte verlangen (häupl, khol & vranitzky, z.b.).
dieses ignorieren ist mitverantwortlich für ein desinteresse an politik - die leute gehen zur urne, um festzustellen, dass im prinzip alles schon ausgemachte sache ist. DAS ist demokratiegefährdend, da ist die FPÖ ein lüftchen dagegen!

Gast: b754
04.02.2012 18:22
1 8

wieder in schwarzblauer rettungsversuch von fleischacker

aber strache fällt zurück und das ist gut so danke standard

Gast: nestbeschmutzer
04.02.2012 18:19
2 1

Vermutung

Vermutung:
Morgen Wahlen:
Wahbeteiligung 35%
VP 22% alle Wahlbeteiligten 7,7%
SP 28% " 9,8%
FP 45% " 15,7%
BZ 1% " 0,35%
Gr 3% " 1,05%
Rest ungültig
Ich vermute, da nicht weit daneben zu liegen. Dh, dass dann eine Partei im 15,7% der möglicheh Bürgerstimmen die relative MH bekommt und den BK stellt.... fürchte, dass das so kommen wird...

Gast: Christian Mitterreiter
04.02.2012 18:07
2 0

Weg mit der 4% Hürde bei NR-Wahlen!

Unsere Demokratie leidet absurderweise an zu großer Stabilität. Die Positionen der fünf Parlamentsparteien sind festgefahren. Es mangelt gewaltig an neuen Ideen und Visionen vertreten durch dynamische, neue, gestaltungswillige Volksvertreter.
In den Niederlanden erreicht man mit ca. 0,7% der abgegebenen gültigen Stimmen das erste Mandat in der Tweede Kamer der Staten-Generaal.
Das Argument ein Verhältniswahlrecht führe zu politischer Erstarrung und Unregierbarkeit, gilt für die Niederlande nicht. Im Gegenteil, kleine Parteien fungieren bei Regierungsbildungen häufig als Zünglein an der Waage.
Umgelegt auf die Nationalratswahl 2008 in Österreich, wären derzeit wahrscheinlich 10 Parteien im Parlament in unterschiedlicher Stärke vertreten. SPÖ, ÖVP, Grüne, FPÖ, BZÖ, Liberales Forum, FRITZ, KPÖ, RETTÖ und Die Christen. Da aber nur 5 Parteien die 4% Hürde überspringen konnten, blieben rund 290.000 (!) abgegebene gültige Stimmen oder 6% des Wählerwillens im Nationalrat unberücksichtigt.
Weitere 103.000 Personen gingen zur Wahl, wählten aber ungültig, da das Parteienspektrum offenbar nicht ihren Anforderungen entsprach.
Die Vorteile die 4% Hürde abzuschaffen liegen auf der Hand. Die Erstarrung des politischen Systems in Österreich könnte von „unten“ her aufgebrochen werden. Bürger beteiligen sich wieder am politischen Diskurs und an Entscheidungsprozessen, da eine realistische Chance besteht in den Nationalrat zu kommen und mitbestimmen zu können.

Antworten Gast: edwige
04.02.2012 18:51
0 0

Re: Weg mit der 4% Hürde bei NR-Wahlen!

Sosehr ich Ihren Vorschlag im Sinne von demokratischer Parteienstruktur auch schätze, so glaube ich nicht, dass sich dadurch viel ändern würde - außer dass der Prozeß der Regierungsbildung noch länger dauern würde. Die Begründung ist einfach: Die kleinen Parteien müssten/würden auch dann nur zur Mehrheitsbildung der arrivierten dienen. (Dienen im wahrsten Sinne des Wortes...)

Gast: extrembankerpolitik
04.02.2012 17:41
2 0

die strache FPö kann gar nichts dafür- faymann und die SPÖ sind die besten wahlhelfer- die asvg pensionen und asvg versicherten werden nun wieder von der SPö belastet- und die banken und reichen können so weiter geschützt u.subevntioniert werden- so eine neoliberale soziallabbaupartei SPö macht sich selbst überflüssig

diese geplanten einschnitte werden wieder nur auf die asvg arbeitnehmer, asvg pensionen u.asvg invalidenpensionen abzielen- wie schon 2003-wird dort wieder drübergefahren. diesmal von einer SPö mit faymann u.hundtsdorfer. die ÖVP schützt ihre klientel erfolgreich u.die finanzmärkte können weiter mrd.von den staaten lukrieren.
also bleiben nur die asvg versicherten über. die sind es schon gewohnt, dass man nur bei ihnen massive belastungen macht u.nur bei ihnen einspart. dafür können die reichen kapitalvermögenden weiter entlastet u. gefördert werden. die spö hat sich zu einer puren sozialabbaupartei gemausert. hätte schüssel mit schwarz-blau solche einsparungen bei den arbeitnehmern u.asvg pensionen gewagt- hätten die sozialisten das ganz österreich gegen schüssel mobilisiert und das ganze land mit streiks überzogen.
nun, 2012 schaut die welt ein wenig anders aus. die spö mit faymann kann nur diesen neoliberalen banker-sozialabbauweg mitgehen. aus reiner schwäche u.unvermögen heraus, bleibt der SPÖ nichts anderes mehr übrig. die ÖVP schützt ihre klientel (großbauern, beamten, industriellen ,banken usw). daher werden faymann u.huntsdorfer wieder gegen die asvgpensionen vorgehen. auch wenn wieder nur mögliche spöwähler im asvg bereich betroffen sind- faymann/rudas/oder huntsdorfer haben sowieso keinen bezug mehr zu den arbeitnehmern u.den asvg pensionisten, u.der ögb ist auch nur mehr eine vorfeldorganisation der spö parteizentrale. der ÖGB mit folglar ist daher umsonst.

Cicero
04.02.2012 17:33
1 0

Hr. Chefredakteur, wann sind Sie bereit über ein Mehrheitswahlrecht zu reden?

Hr. Chefredakteur Fleischhacker, weiter unten habe ich Sie massiv kritisiert, weil Sie einerseits die Entstehung der Schwarz-Blauen Schüsselregierung tendenziös verfälscht haben und anderseits weil Sie zum wiederholten Male ein Mehrheitswahlrecht verlangen.

Keiner Ihrer Leitartikel ist mir in Erinnerung, wo Sie zu den bisherigen Vorschlägen eines Mehrheitswahlrechts gültig Stellung genommen hätten oder gar wo Sie von sich aus ein solches System vorgeschlagen hätten.

Was Sie damit sträflicherweise anrichten, erkennt man an den bisherigen Leserbriefen zu Ihrem heutigen Leitartikel.

Kaum einer weiß wie die Entwicklung der bisherigen Vorschläge lief. Der erste Vorschlag Prof. Poiers, die stimmstärkste Partei erhält 50 % + 1 Mandat, hätte also die absolute Mehrheit und konnte einfache Gesetze nach Beleiben beschließen, ist längst vom Tisch, weil eine demokratiepolitische Katastrophe.

Auch der dubiose Vorschlag, nach Maßgabe der Nichtwähler die Zahl der Mandate zu verringern ist als völliger Unsinn vom Tisch. Geht keiner mehr zur Wahl, ist das Parlament abgeschafft!

Gleichzeitig schreien aber alle, das Volk muß mehr Einfluß haben. Zwingende Volksabstimmung nach Volksbegehren etwa.

Nicht die Macht der Parteien muß gestärkt werden, der Einfluß des Wählers muß gestärkt werden.

Die Lösung kann nur ein echtes Mehrheitswahlrecht sein.

Darf ich darauf gespannt sein, ob Sie es der Mühe wert finden, auf meinen nachfolgenden Vorschlag kritisch einzugehen.

Fortsetzung folgt.

Cicero
04.02.2012 17:32
0 0

Hr. Chefredakteur, wann sind Sie bereit über ein Mehrheitswahlrecht zu reden?

Fortsetzung 1:

Das puristische, britische System, im Parlament sitzen nur Abgeordnete, die in ihrem jeweiligen Wahlkreis die meisten Stimmen erreichten, kommt für Österreich nicht in Frage. Der Grund, Parlament und Regierung brauchen für die einzelnen Politikbereiche „politische“ Fachleute. Werden sie nicht, wie im Verhältniswahlrecht über Parteilisten ins Parlament gewählt, muß die Regierung entsprechend ausgestattet, sprich umfangreich werden. Die britische Regierung hat weit über hundert Mitglieder und braucht daher mehrere Kabinette mit unterschiedlichen Aufgaben.

Außerdem ist das britische System kleinparteienfeindlich. Zwar ist das Ziel, brauchbare Regierungsmehrheiten perfekt erreicht, aber ob das Fernhalten des politischen Spektrums von Kleinparteien aus dem Parlament so gut ist, darf bezweifelt werden. Die 5 % - Hürde als Schutz vor Splitterparteien sollte ausreichen.

Ein mögliches österreichisches System könnte eine Mischung aus Mehrheits- und Verhältniswahlrecht sein.

Der Wähler erhält zwei Stimmen. Mit der ersten Stimme wählt er den Abgeordneten seines Wahlkreises, der stimmstärkste Kandidat kommt ins Parlament. Mit der zweiten Stimme wählt er eine Parteiliste, welche die notwendigen „politischen Experten“ kandidiert. Die Gesamtzahl der Abgeordneten wird aufgeteilt, etwa 2/3 kommen als Wahlkreisabgeordneter ins Parlament, 1/3 über die Parteilisten.

Fortsetzung folgt.

Cicero
04.02.2012 17:31
0 0

Hr. Chefredakteur, wann sind Sie bereit über ein Mehrheitswahlrecht zu reden?

Fortsetzung 2:

Die Kleinparteien werden in einigen wenigen Wahlkreisen zum Zug kommen, bekommen aber über die Parteilisten jedenfalls eine angemessene Vertretung.

Die Macht der Parteien ist auf die Parteiliste beschränkt, weil sich der Wahlkreisabgeordnete nicht mehr einem Parteisekretariat ausliefern kann, er ist seinen Wählern persönlich bekannt und direkt verantwortlich. Außerdem müssen nicht alle Wahlkreiskandidaten überhaupt Parteikandidaten sein, es können auch unabhängige Einzelpersonen kandidieren.

Damit ist im Parlament auch die Fraktionsbildung weithin vom Kommando der Parteien unabhängig. Die Parteien müssen um die Abgeordneten werben, sie in die eigene Fraktion zu bringen. Das heißt auch in der praktischen Arbeit, die Parteien können den Abgeordneten nicht mehr befehlen, sie müssen sie überzeugen. Die Fraktionsdisziplin, vulgo Klubzwang, ist damit passé. „Einpeitscher“ müssen die Abgeordneten zu einem bestimmten Stimmverhalten bringen, diese aber müssen ihr Stimmverhalten ihren Wählern erklären können.

Außerdem kann der Wähler im Wahlkreis jenen Kandidaten wählen, dem er die größte Glaubwürdigkeit und höchste Durchschlagskraft zutraut. Mit der zweiten Stimme aber kann er ein „staatstragendes“ Programm einer Partei wählen. D.h. er kann seine zwei Stimmen politisch unterschiedlich nutzen.

Bei 2/3 der gegenwärtigen Abgeordneten ergäben sich pro Wahlkreis etwa 35.000 Wahlberechtigte. Unter 35.000 Bürgern kennt jeder jeden, der Wähler weiß also genau, wen er wählt.

Antworten Gast: Markus Trullus
04.02.2012 18:10
1 0

Re: Hr. Chefredakteur, wann sind Sie bereit über ein Mehrheitswahlrecht zu reden?

Einfacher. Der Schweizer Weg. Wenn eine massive Entscheidung ansteht und die Parteien sich nicht einigen können (oder wollen) entscheidet ein echter, verbindlicher, durch nichts mehr auzuhebender Bürgerentscheid. Aufheben kann das nur ein neuerlicher Bürgerentscheid. Ist Bürgernäher und stellt die Bürger - die ja alles bezahlen müssen- in die volle Verantwortung!

Gast: Gast: Leser
04.02.2012 17:23
1 0

Strache-Mehrheit

Wieso Strache ODER Mehrheitswahlrecht? So wie es derzeit läuft, wäre es durchaus möglich und sogar wahrscheinlich, dass gerade bei einem Mehrheitswahlrecht Strache an die macht käme.

3 3

hat nur eine Option: die Einführung eines Mehrheitswahlrechts.

wie lange ist es her, dass fh jeden seiner kommentare mit diesem 'ceterum censeo' beendet hat?
da er zwischenzeitlich geschwiegen hat, dachte ich, er habe sich durch studium von ländern MIT mehrheitswahlrecht eines besseren besonnen.

also herr fleischhacker: um wieviele millimeter liegt die polit-kultur in ländern mit mehrheitswahlrecht (zb usa, gb) höher als bei uns?

meine einschätzung: dort ist das niveau sogar noch tiefer!

Gast: HB
04.02.2012 16:13
9 1

Bessere Regierung

Die schwarz-blaue Regierungsperiode war - trotz der Korruption, trotz vieler vertanener Chancen - eine Periode, in der man in Österreich nicht nur freier atmen konnten und das Land wirtschaftlich deutlich besser dastand (z.B. Reduktion der Staatsschulden von 70 % auf 59 % des BIP).

Ein Mehrheitswahlrecht würde wohl jahrzehntelange eine rot-grüne Koalition und somit den weiteren Niedergang des Landes bedeuten, obwohl das dem Wählerwillen diametral entgegen steht.

Gast: traini
04.02.2012 16:02
2 2

ist doch egal

die blauen waren nur ungeschickt beim stehlen. es gibt nicht nur grasser sondern auch strasser! ist es nicht vielmehr so, dass es schon egal ist wer gewählt wird? welche partei hat sich z.b. am postenschacher orf nicht beteiligt?

es liegt nicht nur am gehalt, dass ausschließlich verkommene subjekte oder hirnloses stimmvieh in den parteien karriere macht. wir bräuchten eine justiz die dem herrschenden saustall herr wird und korruption nicht länger augenzwinkernd duldet.

p.s.: ich glaube das faible für privatisierung der övp hat weniger mit wirtschaftlicher notwendigkeit, sondern ausschließlich mit dem bedürfnis nach persönlicher bereicherung zu tun.

Gast: die Gedanken sind frei
04.02.2012 15:32
3 2

Österreichs Probleme

Warum ist man eigentlich immer Systemerhalter und SPÖ-Sympathisant solang man gegen eine Regierungsbeteiligung der FPÖ ist ? Man kann genauso für Grün,Piraten, andere Alternativen oder intelligente Rechte sein.

Ich gestehe sie allen zu und freue mich über alle Meinungen egal ob links oder rechts. Doch hat sich die FPÖ wieder in ein bestimmtes Eck gestellt, und wieder einmal zur Zerstörung der politischen Gesprächskultur beigetragen.

Ich wünsche mir in Österreich nicht nur eine intelligente Rechte, die argumentiert warum sie Dinge machen will, und nicht nach Parteipolitischer Willkür handelt. Ich kann das ansinnen "hauts de Ausländer ausse" als Meinung verstehen, aber als politisches Ziel nicht. Weder formuliert wie, noch was man sich genau als wirtschaftliche Folge solcher Aktionen ausmalt. Genauso wie EU-Austritt oder Schilling wiedereinführen. Das ist eine wirtschaftliche Katastrophe für Österreich.

In Österreich, und da macht keine Partei eine Ausnahme geht es noch immer um Parteibücher, und welche Klientel und Ideologie man den umgarnen möchte. Sinnvolle Diskussionen über Lösungen und offene Gespräche sind nicht gefragt. Bei "Verhandlungen" geht es nur darum wer auf Parteilinie bleibt und wer wem welche Teile zugesteht. Das so Politik für die Leute gemacht wird glaube ich nicht, weil es nicht darum geht was für die Leute am Besten ist. Gefragt sind intelligente Lösungen/Parteien und die Wiedereinführung der politischen Diskussionskultur.

Gast: Defender
04.02.2012 14:50
1 1

Wenn das verkrustete System in Österreich

als Definition einer Demokratie gelten soll, dann scheinen seine Verteidiger Beispiele besserer Funktion einfach nicht sehen und zugeben zu wollen.
Das Mehrheitswahlrecht wäre der Hebel, um endlich Änderungen auf Grundlage der tatsächlichen Bürgermeinung einzuleiten und Mauscheleien und die daraus resultierenden
Blockaden der diversen Koalitionen auszuschließen.

Gast: UKW
04.02.2012 14:46
3 1

Fleischer ist Flackhelfer der Roten

Genau so wie Neisser, Busek, Bacher, Öhlinger und wie die anderen Sozis sonst noch heißen mögen.

http://www.mehrheitswahl.at/

Bei einem Mehrheitswahlreicht würde die Macht der SPÖ über Jahrzehnte einbetoniert. Sie würden ihre Macht im ORF noch weiter ausbauen (falls das überhaupt noch steigerbar ist), sie würden noch mehr Steuergeld verschwenden um die Mediien mittels Inssseraten von ihren Vorzügen zu "überzeugen". Sie würden auf Kosten der Steuerzahler noch mehr MediienKonzerne gründen und die Gehiirnwäsche zur Perfektion treiben. Siehe Wien, da bekommen die Leute den Sozialismus vom Kindergarten bis zur Bestattung Wien eingetrichtert, bis er ihnen bei den Ohren rausläuft. Die haben das selbständige Denken schon lange verlernt.

Im Titel muss es daher heißen: "Strache oder die SPÖ für alle Ewigkeit". Fleischer ist sich dessen voll bewusst. Genau so wie sich dessen Busek, Neisser und die anderen Sozialistischen Flackhelfer bewusst sind.

7 0

Die Überschrift ist unstimmig

Sie müsste lauten: Mehrheitswahlrecht => Strache

0 3

Re: Die Überschrift ist unstimmig

in welchem wahlkreis hat die fpö heute die mehrheit?
es sind nicht allzu viele...

derfreund
04.02.2012 12:27
3 14

Erstarkung der FPÖ liegt nicht an der Schwaeche der SPÖ!

Die Bürger des Staates Österreich fühlen sich nicht mehr an Ereignisse vom WK II. Sie sind wieder in ihren Elementen. Rechts, rassistisch und fremdenfeindlich!

Antworten Gast: die matrix
04.02.2012 19:10
1 0

Re: Erstarkung der FPÖ liegt nicht an der Schwaeche der SPÖ!

da ist er ja wieder - der moralinsaure Stehsatz.....

3 0

Re: Erstarkung der FPÖ liegt nicht an der Schwaeche der SPÖ!

DenkenS viel lieber nach, was da dran sein könnte im Wissen, dass die Ö. total OK und cool sind (die gehn noch immer nicht auf die Straße, aber es brodelt - jedenfalls, die Ö. kriegt keiner, dafür sind sie viel zu glitschig, niemand erwischt uns!!)...

Keine Sorge...

... die ÖVP geht in die Regierung, weil sie glaubt den Wirtschaftsminister und den Landwirtschaftsminister stellen zu müssen, damit auch alle ihre Förderungen bekommen. Dazu hat sie Anspruch auf den Finanzminister bzw. die Finanzministerin, muss die ÖVP doch vor dem "völligen Untergang durch Verschuldung retten", wozu sie doch bereits seit dem Jahr 2000 die Gelegenheit hat. 2008 ist der neue ÖVP - Parteiobmann Josef Pröll doch trotz der parlamentarischen Verbrüderung der SPÖ mit FPÖ und Grünen zur Abschaffung der Studiengebühren und Rücknahmen von Teilen der Pensionsreform in die Regierung gegangen, da er der Meinung war er würde den Faymann "mit Haut und Haaren verspeisen". Josef Pröll ist aber nicht nur an dem wendigen Faymann, sondern auch an seinem mächtigen Onkel gescheitert. Wann begreifen wir endlich, dass das Duo Erwin Pröll und Michael Häupl von bequemen Landeshauptmannsesseln aus regiert? Wer ist laut Verfassung für die Regierungsbildung verantwortlich? UHP, der Dr. Heinz Fischer und diesem sollten wir diese Arbeit nach der Nationalratswahl überlassen. Natürlich wäre ein effektives - nicht ein fiktives - Mehrheitswahlrecht Sauerstoff für unsere lahme Demokratie.

konseq
04.02.2012 11:37
4 0

Mehrheitswahlrecht bei uns???

Da müsste ja zumindest eine Regierungspartei 5 Jahre auf die Futtertröge verzichten! Sowas geht sicher nicht!

Lieber holt man sich 2013 die Grünen als Zünglein in die Regierung - wie in Wien - die freuen sich über ein paar unnötige Agenda und können grün lächeln!

Strache lässt sich solange verhindern. als er nicht mehr als 50% bekommt

 
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