20.05.2013 04:57 Merkliste 0

Direkte Demokratie ist kein Allheilmittel

Leitartikel von Ulrike Weiser (Die Presse)

Sind wir Wähler die besseren Gesetzgeber? Kommt die Demokratie-Reform, werden wir es herausfinden. Davor ist aber noch eine Runde Misstrauen angebracht.

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Soll die Bevölkerung selbst Gesetze machen können? Alle Parteien sagen inzwischen: Ja, klar. Die SPÖ hat sich zwar länger gegen die Idee gesträubt, dass Volksbegehren ab einer bestimmten Unterschriftenanzahl zu verbindlichen Abstimmungen führen, doch ihr Einschwenken war absehbar. Dem Wähler zu sagen, dass man ihm mehr Mitbestimmung nicht zutraut, wagt auf Dauer kein Politiker. Schon gar nicht Werner Faymann.

Und übrigens auch kaum ein Journalist. Schließlich schreibt man als solcher öfter, wie elend der Einfluss von Parteitaktik auf Gesetze ist. Wie direkt erfrischend wäre es etwa, könnten Wähler selbst Transparenzregeln bestimmen, oder nicht? Außerdem ist die direkte Demokratie in jetziger Form ein Trauerspiel: Volksbegehren ändern so wenig, dass einem der vorauseilende Frust schon die Lust nimmt, hinzugehen.

Bevor man nun jedoch jubelnd in den Chor derer einstimmt, die „mehr Macht fürs Volk“ als Allheilmittel gegen Politikfrust fordern, sollte man ein paar simple Fragen stellten. Etwa: Wer? Wer ist die Zivilbevölkerung, aus der Volksbegehren kommen? Eine NGO? Sie? Ich? Wenn man in die Vergangenheit schaut, hatten Volksbegehren häufig einen parteipolitischen Hintergrund. Spätestens bei der Mobilisierung wird es – die Macht des Internets in allen Ehren – eine Rolle spielen, ob man eine Partei an der Seite hat. Oder, noch effektiver, ein großes Boulevardmedium. Das dann nicht mehr bloß indirekt Druck für Gesetze machen kann.

Und nicht nur über das „Wer“, auch über das „Worüber“ muss man reden. Konsens ist: Über Menschen- und Grundrechte wird nicht abgestimmt. Darüber hinaus wird es aber diffus, kompliziert. Etwa beim Thema EU. In der Theorie klingen Abstimmungen über Neuregelungen gut, in der Praxis könnten sie zu großen Verzögerungen führen. Und es würde sich rächen, dass es soetwas wie Europapolitik in Österreich nicht gibt. Komplex wären auch Abstimmungen über Steuerrecht. Zu komplex, sagen einige. Aber darf die Bevölkerung nur über Einfaches wie „Rauchverbot – ja/nein?“ abstimmen? Gibt es überhaupt einfache Fragen in einer international vernetzten Welt? Und wie weit geht nationale Mitbestimmung in so einer Welt noch? Die Antwort könnte einige ernüchtern.

Überlegen muss man schließlich, was passiert, wenn das Wahlvolk eine Fehlentscheidung trifft. Denn der kluge Bürger, der besonnen Für und Wider abwägt, ist genauso Fiktion wie der ideale Politiker. Natürlich kann man sagen: Schlechter als die Politiker würden wir es nicht machen. Das Problem ist nur: Volksentscheidungen sind de facto sakrosankt. Wer stellt sich im Nachhinein schon hin und sagt: Das Volk hat geirrt.

Das alles heißt nicht, dass man nicht mehr direkte Demokratie einführen soll. Man soll. Man soll es aber zu Ende denken (und nicht wie manche Politiker bei dem Gedanken stehen bleiben, dass man durch ein wenig Partizipation Protestwähler billig vom Protest wählen abhalten kann). Direkte Demokratie ist nämlich kein „Allheilmittel“. Sie hat Risiken und Nebenwirkungen.

ulrike.weiser@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.05.2012)

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32 Kommentare
 
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Gast: freiheit
22.05.2012 11:11
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Das Problem ist die unfreie Presse

Die nicht vorhandene Medienfreiheit ist ein Grundproblem für die direkte Demokratie, weil durch sie die Bürger (sie bürgen mit ihrem Geld für die Unfähigkeit der Politdarsteller, die wiederum im Interesse das Kapitals handeln u Falschlehren- u. Meldungen verzapfen - darum Bürger) in die vom Kapital gewünschte Richtung manipuliert werden. Deshalb ist die Unabhängigkeit der Presse/Medien eine von mehreren Grundvoraussetzungen die erfüllt werden müssen, um eine optimale Form der direkten Demokratie zu schaffen. Erst wenn jeder Journalist frei und ohne Befürchtung von Konsequenzen seine Meinung schreiben kann, ist eine objektive Meinungsbildung möglich und damit verbunden ein optimales Entscheidungsergebnis durch die Bevölkerung/des Bürgers (wobei Demos nicht das Volk ist, sondern das Dorf - so erscheint mir das Augenmerk auf die "Republik" zu richten als äußerst wichtig).

Das Problem ist der Bürger?

Das Problem ist in meinen Augen in der Tat der Bürger. Intellektuelle und moralische Degeneration haben dazu geführt, dass unsere Gesellschaft jedes Jahr ein Stück weiter auf den Abgrund zusteuert.

Es ist schon bezeichnend, dass gerade Griechenland, die Geburtsstätte westlicher Zivilisation, jetzt aufgrund von Korruption und Inkompetenz zugrunde geht - da war doch was? Richtig: lässt man die eine oder andere Pauschalisierung zu, ist das eigentlich nur eine Wiederholung des "allerersten" Untergangs der griechischen Zivilisation/Kultur.

Ein weiterer Punkt sind die Politiker: Politiker sind - ja waren schon immer - ein ausgezeichneter Repräsentant für das allgemeine Niveau einer Bevölkerung. Und mit Faymann und Spindelegger werden Woche für Woche, Monat für Monat, neue Tiefstpunkte markiert. Egal ob man der rechten oder linken Reichshälfte zugehört, man wird zugeben müssen, dass die heutige Politikerkaste einfach ein riesiger Rückschritt im Vergleich zu den Persönlichkeiten von vor 40-50 Jahren ist. Das waren noch Leute von Format, die deshalb gewählt wurden, weil die Bevölkerung sie FORDERTE. Heute fordern die Menschen Faymann und Spindelegger, weil die dafür sorgen, dass das dekadente, verantwortungslose Leben möglichst ohne größeres "Anecken" weitergehen kann.

Direkte Demokratie unter diesen Voraussetzungen? Gott stehe uns bei, da werden sich Krone, Heute und Österreich Monat für Monat mit neuen populistischen Anträgen übertreffen - und vermutlich ab und an sogar gewinnen.

Re: Das Problem ist der Bürger?

Da kann ich Ihnen in jedem einzelnen Punkt nur Recht geben.
Und vielleicht noch anfügen, dass wir z.B. die Schweiz ggfs. durchaus um die Mitbestimmungsrechte des Einzelnen beneiden, dabei aber übersehen, dass diese Rechte über Jahrhunderte ausgeübt werden. Das führt zu einer tiefergehenden Beschäftigung mit den Themen - die auch durch Grüne "Abstimmungsbücher" nicht erreicht werden kann.

Solange hierzulande Parteien in regierungsfähiger Mehrheit gewählt werden, die durch ihr Reden und Tun den völlig widersinnigen Ansatz verfolgen, täglich mehr auszugeben als einzunehmen, sollte man Volksabstimmungen bestenfalls über das Aufstellen von Parkbänken und ähnlich unschädliche Themen abhalten.

Re: Re: Das Problem ist der Bürger?

Vorweg: ich bin ein absoluter Schweiz-Liebhaber, speziell was Abgabenbelastung und ökonomische Grundausrichtung anbelangt.

Jetzt aber das dicke "aber": die Schweizer haben, nicht zuletzt gezeigt durch die Stärke der SVP, ein ziemliches Problem mit dem Minderheitenschutz. Die ganze Schweiz ist leider in ihrer Politik - sagen wirs euphemistisch - ziemlich "resolut" in ihrer Ausländer- und Minderheitenpolitik.

Das ist auch nicht verwunderlich, impliziert ja schon das Wort "Minderheit" dass es da um Rechte geht, die eben einer kleinen Gruppe und nicht der Mehrheit zukommen sollen.

Damit wären wir aber auch bei einem Grundproblem repräsentativer Demokratie angelangt: es sollte nicht darumg ehen, dass sich Politiker wie die Fahne im Wind nach dem Wähler richten. Vielmehr sollten umgekehrt Politiker mit Format für das eintreten, was SIE für richtig halten und den Leuten erklären bzw zeigen, warum dieser Weg der richtige ist. Gegebenenfalls muss hier auch Überzeugungsarbeit GEGEN eine breite Meinung geleistet werden. Gelingt diese Überzeugungsarbeit nicht, dann wird halt abgewählt.

Aber das derzeitige "ich tu immer nur das, was die Krone (sorry, meinte "Bevölkerungsmehrheit") will" entspricht so ganz und gar nicht dem demokratischen Grundkonzept.

Re: Re: Re: Das Problem ist der Bürger?

Ich muss zugeben, dass mir Details zum CH-"Minderheitenproblem" nicht geläufig sind.
Ich denke, dass dieses Thema nicht umsonst auch in der direkten Demokratie einen Ausnahmefall darstellen sollte.

Ihr Ansatz bzgl. der (fehlenden) gestalterischen Kraft der Politik kann ich nur unterschreiben. Meine Hoffnung hält sich allerdings in Grenzen, da das Konzept der mehrheitsbeschaffenden Masse ganz simpel ist: Maximales Handaufhalten bei minimaler Gegenleistung.
Sorry, aber so schaut´s aus, wenn man sich Wahlergebnisse ansieht.

Und solange nur ein Einziger dabei ist, der diesen Betrug an unseren Kindern offen weiterführen will, findet sich kein anderer, der dem widerspricht. Und falls ja, ist er/sie politisch Geschichte.

Gast: little_brother_is_watching_you_too!
20.05.2012 18:49
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direkte demokratie...

... ist schon in ordnung.
viel wichtiger jedoch wäre eine dynamisierung der demokratie:
das wahlrecht sollte nur menschen gegeben sein, die weder von subventionen, noch sozialtransfers, noch von steuergeldern anderer bezahlt sind. das heisst, sozialhilfeempfänger, arbeitslose, beamte, politiker, FRÜH-pensionisten (bis erreichen des gesetzlichen regelpensionsalters), subventionierte kulturschaffende sollten KEIN wahlrecht besitzen.
denn genau diese NEHMER verzerren jegliches vernünftiges wahlergebnis. und jeder hat es selbst in der hand, ob er/sie nun lieber von transfers lebt (oder steuergeld), oder sich einen richtigen job sucht, zum einzahler wird und dafür mit dem wahlrecht belohnt wird.
ps: es gibt genug überzeugte nichtwähler, die dann in den magistraten und ämtern die stellen übernehmen könnten:-)

Re: direkte demokratie...

Ihr Vorschlag wäre eine völlige Änderung der Verfassung und müsste wohl einer Volksabstimmung MIT allen Wahlberechtigten unterzogen werdfen. Für einen positiven Ausgang sehe ich nur sehr geringe Chancen.
Die Frage wäre auch noch zu stellen, ob es bei Ihren Kriterien bleben soll, oder wie vor einigen Jahrzehnten in den USA auch die Intelligenz des Wählers ein Kritrien werden soll, mit dem man mißliebige Personen von der Wahl fernhalten werden können wie dies in den USA geschehen ist.

Antworten Antworten Gast: little_brother_is_watching_you_too!
21.05.2012 12:48
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Re: Re: direkte demokratie...

nein - einzig und alleine die leistungsbilanz, wenn sie so wollen, soll ausschlaggebend sein.
andernfalls haben wir die unausweichliche situation, dass ein heer von empfängern, eines, das im übrigen grösser und grösser wird, diktiert, was eine schrumpfende anzahl von einzahlern zu zahlen hat. im übrigen sieht es derzeit innerhalb der eu nicht unähnlich aus und diese situation kann nicht aufrecht erhalten werden, will man konflikte oder gar kriege vermeiden.
will man von papa staat erhalten werden, gibt man sein wahlrecht auf. will man das wahlrecht wieder zurück, sucht man sich einen job, der einen ohne öffentliche subventionen trägt!

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so kann man alles zerreden und so kann man

auch unnötig einschränken, wie der Sager:
"Konsens ist: Über Menschen- und Grundrechte wird nicht abgestimmt."
warum denn nicht, schließlich wenn, dann über alles, und waren die schlauer, die die Menschenrechte gefordert hatten, die hatten ja auch eine Bevölkerung hinter sich und teilweise sind diese auch durch Volksabstimmungen beschlossen worden.

Arrogantes getue, das hier als Bedenken inszeniert wird.

Gast: Ceterum
20.05.2012 12:26
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Demokratie begreifen

Es scheint, das schwierigste an der Demokratie ist es, sie zu begreifen, auch für die Autorin dieses Kommentars. Demokratie setzt voraus, dass eine Bevölkerung bereit und in der Lage ist, sich um ihre einen Angelegenheiten selbst zu kümmern und am Gemeinwesen teilzunehmen. Dies muss auf eine Weise (z.B. Aufklärung) erlernt werden, die in Österreich so gut wie noch nie der Fall war. Hämische Politik zielt seit Jahrhunderten bis heute darauf ab, Menschen unmündig zu halten und sie mit dem Pawlowschen Reflex für die Ziele der herrschenden Clique gefügig zu machen. Im Übrigen ist eine Volksabstimmung dazu da, über das Inkrafttreten eines beschlossenen Gesetzes zu bestimmen. Im Übrigen ist es frustrierend, eine Debatte zu führen, mit der die Parteien Scheinreformen antäuschen. Im Übrigen werden dadurch an echter Demokratie interessierte Menschen noch mehr an`gefressen auf Faymann & Co.
Im Übrigen ist unklar, wie die Autorin darauf kommt, dass die Bevölkerung Gesetze machen soll. Das schlägt niemand vor. Im Übrigen ist nicht gesagt, warum man Demokratie m.b.H. so machen, dass die

Gast: Callisto
20.05.2012 11:51
8 1

Die Angst der Politratten und ihres Rattenschwanzes an Medien, Wirtschaft, Banken und Justiz vor dem Wähler

Die haben Angst weil sie wissen jahrzehntelang gegen die eigene Bevölkerung gearbeitet zu haben.
Deshalb ist die direkte Demokratie so unbeliebt bei den Herrschaften.
Sie würde Multikulti und diverse andere Geschichten wie den ORF beenden.
Siehe Schweiz....

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"Mutiger" Journalismus

Das ist ja fast derselbe Pofel, den auch Herr Lackner im Profil verzapft. Wovor habt ihr eigentlich Angst?

Wenn man sieht,
- dass unsere Volksvertreter nur mehr nach Parteilinie abstimmen dürfen, anderenfalls sie Repressalien aus den eigenen Reihen ausgesetzt werden (z.B. Pofalla - Bosbach),
- dass unsere Volksvertreter kaum mehr wissen, worüber sie überhaupt abstimmen bzw. die Gesetzesvorlagen weder lesen noch kennen (z.B. Vertrag von Lissabon),
- dass unsere Volksvertreter die Tragweite ihres Handelns nicht mehr einschätzen können (z.B. Milliarden für Griechenland),
dann, ja dann wird es höchste Zeit, dass das Volk wieder selber das Heft in die Hand nimmt. Und wenn wir Mist bauen, dann müssen wir es - im Gegensatz zu unseren Volksvertretern - selber wieder ausbaden!

Gast: ein schwarzes Schaf unter den roten
20.05.2012 09:44
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Parteien dürften nicht regieren

Parteien dürften nicht regieren
. . . Interessenvertreter müssten kompetente Fachleute für die Ressorts und Institutionen dem Bürger zur Wahl stellen.
Dies brächte eine Koalition gewählter Fachleute.
Ein Kuhhandel, dass Parteien die Ressorts unter ihren Apparatchiki verteilen.

Gast: total crash
20.05.2012 09:22
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Direkte Demokratie ist kein Allheilmittel.

Nau,aber viel schlechter als die Herummurkserei unser kruden Regierung/Politiker/Parteien kann`s ah ned werden.

Die Menschen/Stimmvolk ist nicht so blöde wie die Politiker und Medien gerne hätten ,auf alle Fälle haben sie eine gelebte Realität und Auffassungsgabe, die nicht durch irgend welch dumpen parteipolitischen Überlegungen und/oder aus Vorteilnahme für Haberer/Freunderl/Seilschaften/Familienangehörige gestört ist;o)

Also auf was wartet`s ?

Führt die direkte Demokratie nach Schweizer Vorbild ein ;o)

Jetzt ! [°µ°] Q S

Es gibt kein Allheilmittel aber es gibt bessere Mittel und direkte Demokratie ist so eines

Die (reine) indirkete Demokratei war im 19 Jhdt angebracht, damals hatten nämlich 90 % der Wahlberechtigten nicht einmal alle Monate eine Zeitung so fern sie überhaupt lesen konnten und im Parlament saß tatsächlich eine Art Elite.

Heute ist das aber anders heute sitzt im Parlament bestenfalls der Durchschnitt und der kümmert sich mehr um die Interessen der Parteien als um die Bevölkerung und kommt so nie zu Entscheidungen.

Direkte Demokratie ist unter diesen Umsätnden besser schon alleine weil Themen die ewig herumgewälzt werden (Studiengebühren, Parteienfinanzierung etc) endlich einmal entschieden werden können und damit angegangen.

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Direkte Demokratie hilft gegen Korruption

Warum?
1) Weil man nicht ein ganzes Volk bestechen und korrumpieren kann, aber sehr leicht die Sprecher von einzelnen Parteien (z.B. Fall Telekom). Aufgrund des Klubzwangs stimmen dann meist alle Abgeordneten dieses Klubs genau nach Vorgabe ab un schon ist das Malheur passiert.

2) Sollte das Volk eine Fehlentscheidung treffen, dann muß das Volk sie auch selbst ausbaden. Für Fehlentscheidungen der "Volksvertreter" müssen diese nicht persönlich dafür haften. Genau das ist das Problem warum sich viele Abgeordnete nicht einmal die Gesetze durchlesen, die sie beschließen.

3) Atomkraftwerk Zwentendorf
Alle damaligen Parteien waren dafür, auch Industriellenvereinigung, ÖGB, AK. Das Volk hat anders entschieden und gut war es.

4) EU-Themen
Die EU hatte einen guten Gründungsgedanken und brachte lange Zeit auch Erfolge. Die letzten 10 Jahre hat sich die EU leider in ein Regime verwandelt, das hauptsächlich den Banken & Konzernen dient und der Bevölkerung schadet. Österreich sollte eine Volksabstimmung über den EU-Austritt abhalten. Wenn nicht, dann kann man bei der nächsten Nationalratswahl die EU-Austrittspartei wählen und erreicht so auch sein Ziel nur dauert es halt länger.

Re: Direkte Demokratie hilft gegen Korruption

Ihr vorgeschlagener Weg zur Eindeämmung der Korruption wäre ein sehr umständlicher.
Enfacher ginge es wohl durch Aufhebung des Bankgeheimnisses gegenüber der finanzverwaltung und Aufhebung des Amtsgeheimnisses, mit Ausnahme von Sicherheitsfragen.

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Was wenn das Volk irrt?

Fragen über Fragen die Fr. Weiser da aufwirft. Doch eigentlich sind diese Fragen alle schon beantwortet: Nämlich in der Schweiz. Dort funktioniert die direkte Demokratie seit Jahrhunderten ziemlich klaglos und die Irrtümer des Volks halten sich in Grenzen, eben weil das Volk lernt dann selbst für Fehlentscheidungen verantwortlich zu sein.

Re: Was wenn das Volk irrt?

Man sollte aber den Unterschied zwischen CH und aT nicht vergesssen. In AT gab es immer Populisten und Blender, denen von den Medien hofiert wurde und wird, in der Schweiz erst seit Blocher.
Außerdem hatten bis vor kurzem die CH-Parteien soviel Anstand, dass nicht extrem emotional gepuschten Themen Abstimmungen eingeleitet haben. In AT wäre ich mir bei manchen Parteien diesbezüglich nicht so sicher.

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Re: Re: Was wenn das Volk irrt?

Populisten gibt es überall und damit auch in der Schweiz, vor allem wenn man auch die Linkspopulisten die alles versprechen und mit Schulden bezahlen wollen, ohne sich jemals um die Rückzahlbarkeit zu scheren (in Ö: Modell Kreisky).
Ansonsten bedarf es sicher einiger Zeit bis sich das Volk daran gewöhnt für seine Handlungen selbst und direkt verantwortlich zu sein, anstatt auf irgendwelche Politiker zu schimpfen denen man einen indirekt demokratischen Blankoscheck für alles ausstellt.
Wenn wir jedoch nie damit beginnen, dann werden wir auch nie reif sein für eine direkte Demokratie. Die Transformation hin zu einer verantwortlichen Gesellschaft findet statt, indem man es praktiziert und nicht indem man theoretisiert.

Re: Re: Re: Was wenn das Volk irrt?

Man sollte die Gefahr, die von Populisten ausgeht, insbesondere von jenen die extrem auf Emotionen setzen, nicht unterschätzen.
Derezit werden Volksabstimmungen als das non plus ultra der Demokratie betrachtet, ohne die Kosten die damit verbunden sind zu beachten und zu berücksichtigen, dass eine sinnvolle Abstimmung auch entsprechende Kenntnisse über die abzustimmenden Materie voraussetzen. Genau diese Kenntnisse können aber nicht bei jeder Abstimmungals in ausreichendem Ausmaß in der Bevölkerung vorhanden vorausgesetzt werden, was z erheblichen Problemen führen wird.
Wesentlicher für eine lebendige Dempkratie erscheint mir eine Verpflichtung zur Einbindung der Bevölkerung bei jedem Projekkt, sowohl Bauprojekte, wie auch Gesetzen, bereits bei Beginn der Planungen. In diesem Fall würden sich erfahrungsgemäß nur Persone beteiligen, die auc die enntsprechenden Kenntnisse haben.

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Re: Re: Re: Re: Was wenn das Volk irrt?

Bezüglich Kosten und drohender Vereinnahmung durch Populisten kann ich nur erneut auf die Schweiz verweisen: Dort funktioniert es ja auch. Warum soll es bei uns nicht funktionieren? Natürlich haben die Schweizer länger Zeit gehabt den Umgang mit der direkten Demokratie zu lernen, doch wenn wir nie beginnen, werden wir diesen Lernprozess nie meistern.

Was die Kenntnisse der Bevölkerung über die abzustimmende Materie anbelangt: Wie sich ebenfalls in der Schweiz zeigt gehen dann meist eh nur diejenigen zur Wahl die sich mit der Materie befasst haben. Weiters ist es auch bei den Parlamentariern mit dem Wissen und den Kenntnissen über die abzustimmenden Dinge nicht so weit her, schließlich gibt es da eh den Klubzwang der vorgibt wie abzustimmen ist. Mit der Materie befassen sich da die wenigsten, wie einmal ZDF-Interviews mit deutschen Parlamentariern gezeigt haben. Diese wussten am Tag als sie über den Vertrag von Lissabon abstimmten oft nicht einmal elementarste Dinge welche in eben jenem Vertrag drinnen standen.
Schlechter kann es das einfache Volk wohl auch nicht mehr machen.

Re: Re: Re: Re: Re: Was wenn das Volk irrt?

Jene Parlamentarier, die die Linie für den Klb vorgeben, haben weit mehr Möglichkeiten sich umfassend zu informieren und haben in der Regel auch erhebliche Kenntnisse von der jeweiligen Materie.
Wenn man sich die div. Kommwntare in verschiedenen Foren ansieht, so dürfte in AT eine erhebliche GEfahr besteht, dass auch ein großer Teil jener, die von der Materie absolut keine Ahnung haben zur Abstimmng gehen und dann si abstimmen wie es ihnen irgedwelche Populisten einreden, deren Beweggründe keineswegs lauter sein müssen.

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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Was wenn das Volk irrt?

In der Schweiz ist es nicht anders. Einige wenige die sich informieren und die es interessiert, gehen zur Wahl. Der Rest bleibt daheim. Wenn die Bevölkerung einem Populisten auf den Leim geht, so lernt sie wenigstens aus ihren Fehlern, weil sie für dieses Fehlverhalten selbst direkt verantwortlich ist. Und was das Wählen von Populisten anbelangt, sind wir auch im jetzigen System nicht davor gefeit, wie man ja an Kanzler Faymann sieht, der schnell vor der letzten Wahl noch Milliarden (Wachteleikoalition) zum Fenster hinausgeschmissen hat, nur um gewählt zu werden.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Was wenn das Volk irrt?

Faymann konnte kein Geld vor der Wahl hiunausschmeissen, denn für die Finanzen ist AUSSCHLIESSLICH der oder die Finanzminister(in) verantwortlich und niemand kann ihm oder ihr irgendeine Weisung erteilen, auch nicht der Bundeskanzler, der ohnehin nur ein Grüßaugust ist.
Es ist richtig, dass wir nicht vor Populisten gefeit sind, nur mit der verstärkten Bürgerbeteiligung, die eigentlich nur eine Bürgerbefragung und keine Beteiligung ist, wird das Spiel der Populisten leichter und die Gefahr für durch diese bedingten Fehlentscheidungungen größer. Echte Bürgerbeteiligung würde eine eine Einbindung der Bevölkerung bei Beginn jeder Planung, ob für Bauprojekte oder Gesetze, bedingen. Von einer solchen redet aber die Politik keineswegs.

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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Was wenn das Volk irrt?

Falsch: Wofür wieviel Geld ausgegeben wird entscheidet nicht der FM sondern die Parlamentarier. Wenn das Parlament etwas mit Mehrheit beschließt (Wachteleikoalition) dann kann der FM gar nichts machen.

 
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