20.06.2013 07:13 Merkliste 0

Der Webmaster bei Humboldt allein reicht noch nicht aus

OLIVER PINK (Die Presse)

Von der „Karriere mit Lehre“ bis zur „Generation Praktikum“: Nicht jeder Mythos im Bildungssystem entspricht auch der Realität. Sagt zumindest die Statistik.

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Die umfassende Erhebung der Statistik Austria über die beruflichen Lebenswege junger Menschen nach Abschluss ihrer Ausbildung bestätigt auf den ersten Blick das, was man ohnehin immer schon geahnt hat: Wer eine Allgemeinbildende Höhere Schule besucht, kann eigentlich gar nicht anders, als ein Studium zu beginnen. Denn die ein wenig berufsweltfremde (Aus-)Bildung, die Gymnasiasten acht Jahre lang genossen haben – kaum wirtschaftliche oder juristische Wissensvermittlung, dafür das Erlernen mehr oder weniger toter Sprachen wie Latein –, lässt ihnen kaum eine andere Wahl, als sich die Fähigkeiten für ihre spätere berufliche Tätigkeit auf einer Universität anzueignen.

Allerdings – und das widerspricht dann doch dem, was in zahllosen Aufsätzen zum Thema „Generation Praktikum“ stets wiedergegeben wird: Wer eine Universitätsausbildung abgeschlossen hat, hat zumindest in Österreich die Chance auf einen passablen Job und eine ansprechende Bezahlung. Zwei Drittel aller Universitäts- oder Fachhochschulabsolventen finden innerhalb der ersten drei Monate nach Abschluss ihres Studiums eine adäquate Arbeit. Sagt die Statistik. Auch wenn das möglicherweise nicht unbedingt der persönlichen Wahrnehmung vieler junger Menschen in diesem Land entspricht.

Für die Gesellschaft wohl noch brisanter als das viel diskutierte (post-)universitäre Prekariat ist allerdings jenes tatsächliche auf den unteren Sprossen der Ausbildungsleiter. Zehn Prozent aller Pflichtschulabsolventen brechen ihre Ausbildung ab, die meisten nehmen den direkten Weg zum Arbeitsamt. Nicht verschwiegen werden soll, dass der Anteil der Jugendlichen mit ausländischen Wurzeln erwartungsgemäß höher ist: 18 Monate nach Abschluss der Pflichtschule besuchen 22 Prozent von ihnen keine weitere Ausbildungsstätte. Und wer über kein entsprechendes Potenzial als Fußballer oder Gangsta-Rapper verfügt, dem wird der gesellschaftliche Aufstieg möglicherweise – oder sogar ziemlich sicher – verwehrt bleiben.

Und selbst wer eine Lehre abgeschlossen und die Berufsschule unbeschadet abgesessen hat, verliert sehr leicht den Anschluss an das Ausbildungssystem. Und ohne entsprechende Weiterbildung könnte die „Karriere mit Lehre“ rasch wieder zu Ende sein. Der Webmaster bei Humboldt allein dürfte dafür noch nicht reichen.

Vielmehr wäre die in Deutschland und der Schweiz schon erprobte Berufsakademie, eine Art Uni für die Absolventen von Lehrberufen, eine probate Alternative, in der diese jene zusätzlichen Skills erwerben können, die in der heutigen Arbeitswelt unerlässlich sind.

Den Schluss, den Konrad Pesendorfer, der Generaldirektor der Statistik Austria und frühere wirtschaftspolitische Berater im Kabinett von SPÖ-Bundeskanzler Werner Faymann, aus seinen Daten zieht – dass die frühe Selektion der Schüler in Österreich das zentrale Problem darstellt –, kann man ziehen. Muss man aber nicht. Denn gemäß den Erhebungen seines Amts sind es ja gerade die mangelnden Aus- und Weiterbildungsangebote nach der Pflichtschule und der darauffolgenden Lehre, die die Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten hemmen.

Freilich ist auch nicht ganz auszuschließen, dass wir aufgrund der frühen Weggabelung in unserem Bildungssystem „die Chance auf einen Literaturnobelpreisträger vergeben haben, weil er zu früh eine Werkslehre gemacht hat“, wie es Konrad Pesendorfer plakativ formuliert. Aber: Es werden weiterhin auch Mechaniker, Installateure und Elektriker benötigt. Nur eben besser und zeitgemäßer ausgebildete.

Und dann wäre da noch der Mythos, dass Frauen deutlich weniger verdienen als Männer. Ja, es stimmt. Und es stimmt so auch wieder nicht. Frauen in klassischen Frauenberufen verdienen tatsächlich weniger als Männer. Frauen in Männerberufen allerdings verdienen entsprechend gut. Es kommt also immer weniger darauf an, welches Geschlecht, sondern eher, welchen Job man hat.

Sagt, wie gesagt, die Statistik. Und irgendwem muss man ja vertrauen.

 

 

E-Mails an: oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.06.2012)

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87 Kommentare
 
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Gast: Carl von Ossietzky
09.07.2012 15:45
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denen die höheren Schulen verwehrt werden

Ossietzkys Biographen bemerken, dass er während seiner Zeit im Justizdienst eine Art Doppelleben geführt habe. Tagsüber verbrachte er die Stunden auf dem Amt, abends besuchte er so viele kulturelle und politische Veranstaltungen wie möglich. Nebenher schrieb er viele Gedichte. Zu den ersten literarischen Versuchen jener Zeit gehörte auch ein romantisches Theaterstück, das er für eine Hamburger Schauspielerin schrieb, in die er verliebt war.

1908 trat er der Demokratischen Vereinigung um Hellmut von Gerlach und Rudolf Breitscheid bei. Weltanschaulich stand Ossietzky dem Monismus des populären Zoologen und Darwinisten Ernst Haeckel nahe. Mit seinem starken Diesseits- und Fortschrittsglauben war der Monismus für einen Menschen wie Ossietzky attraktiv, der sich von Wissenschaft und Technik eine Verbesserung der allgemeinen Lebensbedingungen erhoffte und als Atheist den Einfluss der Kirche auf Erziehung und Bildung zurückdrängen wollte.

Gast: Carl von Ossietzky
09.07.2012 15:44
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verhinderte Gelehrte und jene, die höhere Bildung mögen

http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_von_Ossietzky

Ossietzky versuchte nach dem achtjährigen Besuch der privaten Realschule und dem Besuch einer privaten Abendschule (Institut Dr. Goldmann) zweimal erfolglos, die staatliche Prüfung zur Mittleren Reife zu bestehen, und wurde zu einem dritten Versuch nicht mehr zugelassen. Hierbei mag die Abneigung der Schulbehörde gegen solche „Seiteneinsteiger“ eine Rolle gespielt haben, weil mit dem Bestehen dieser Prüfung das Privileg des nur einjährigen Militärdienstes verbunden war. Ossietzkys Leistungen in Mathematik bzw. im kaufmännischen Rechnen waren aber auch im Gegensatz zu anderen Fächern nur schwach. Seine Interessen waren eher auf Literatur und Geschichte gerichtet. So blieb er schon in jungen Jahren hin und wieder der Schule fern, um ungestört literarische Klassiker wie Schiller, Goethe und Hölderlin zu lesen. Da ihm eine akademische Laufbahn verwehrt war, bewarb er sich im Alter von 17 Jahren um eine Stelle bei der Hamburger Justizverwaltung. Nur der Intervention seines Fürsprechers Predöhl war es zu verdanken, dass er überhaupt zur Einstellungsprüfung zugelassen wurde. Schließlich war Ossietzky in der Warteliste für „anzustellende Hülfsschreiber“ auf Platz eins vorgerückt und trat am 1. Oktober 1907 in den Justizdienst ein. 1910 wurde er aufgrund akzeptabler Leistungen in das Grundbuchamt versetzt.Ossietzkys Biographen bemerken, dass er während seiner Zeit im Justizdienst eine Art Doppelleben geführt habe.

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Nur drei ganz kleine Anmerkungen

Erstens: Ein Statistiker soll nie, absolut niemals, seine der Öffentlichkeit vorgelegten Daten nach seinem persönlichen Dafürhalten kommentieren. Dies selbst dann nicht, wenn er sich ausrechnen kann, dass er damit noch "ordentlich Kohle" wird machen können, wenn ihm die Partei dergleichen karrieremäßig lohnen wird. Gründe, warum man so etwas nicht tut, sollte er am Gymnasium gelernt haben.

Zweitens: Der zitierte Satz des Herrn Pesendorfer, wonach wir vielleicht schon manchen Literaturnobelpreisträger könnten verloren haben, "weil er zu früh eine Werkslehre gemacht hat", ist nichts weniger als plausibel, wie Herr Pink behauptet, sondern im Gegenteil blühender Unsinn.

Bleibt allerdings, drittens, unser wahres Problem: Dass alle unsere öffentlichen Figuren vom dem, was "Gebildetsein" heißt, offensichtlich keinen blassen Schimmer haben - und dies, obgleich sie allesammt ANS GYMNASIUM GEGANGEN SIND ! ! ! Es zeigt sich also, dass mit unseren Gymnasien trotz allem etwas Grundlegendes nicht stimmt . . . .



Re: Nur drei ganz kleine Anmerkungen

was in unserem land alles möglich ist, wird einem täglich vor augen geführt, wenn aus dem tv-kastl der kanzlerdarsteller lächelt, der es immerhin bis "ans gymnasium" geschafft hat!

Wider Verdrehungen und Verkürzungen

Warum liefert unsere „PRESSE“ eine solche Sammlung von Verdrehungen und Verkürzungen zum Bildungsthema und den Auswirkungen auf unser Beschäftigungssystem?

Dass Herr Pesendorfer „seine“ Statistik Austria in Richtung einer wohlfeilen Ideologie für lange einheitliche Beschulung zu hohen Akademikerquoten interpretiert, ist nicht verwunderlich. Dass „DIE PRESSE“ kunterbunt widersprüchliche Aussagen macht, die im Fall der Lehre bis zu groben Tatsachenverweigerungen und Gehässigkeiten ausarten, überrascht schon.

Da heißt es, es werde „die Berufsschule unbeschadet abgesessen“, es brauche „nur eben besser und zeitgemäßer ausgebildete“ Mechaniker, Installateure und Elektriker. Das unter völliger Ignoranz der hohen Standards auch der Berufsschulen. Humbodt wird auf den Webmaster reduziert, WIFI und BFI werden überhaupt ausgeblendet, dass es danach ausschaut, es hapere vollends an entsprechender Weiterbildung.

Die starken Weiterentwicklungen unserer Dualen Berufsbildung mit den Stärken des alternativen Lernwegs vom Konkreten zum Abstrakten, zur Erweiterung ins Allgemeine, und die große Bedeutung im österreichischen Bildungs- und Beschäftigungswesen werden verleugnet. Offensichtlich will der Leitartikler überdies überschwiegen haben, was auch schon etwas länger an intensiver Vorbereitung von Lehrlingen und Berufsschülern für die Berufsreifeprüfung unternommen wird. Diesbezüglich wäre es nützlich, sich u. a. beim „Kultur- und Sportverein der Wiener Berufsschulen“ zu orientieren.

Antworten Gast: Bildung
09.07.2012 16:09
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Re: Wider Verdrehungen und Verkürzungen

https://www.fh-muenster.de/ibl/downloads/berufsbildungsdialog/lernfeldrel.pdf

Religion in der IT und zwischen Zündkerzen --- das sieht mir eher nach Volksverblödung aus.

im Ausland lernt man ja erst Allgemeinbildung und dann erst nach Klasse 12,13 kommt der Beruf --- dann aber trennt man das niveauvoll von anderer Bildung.

hier wird das unter die Berufsbildung runtergerührt in der hoffnung, dass es untergehen möge.

Das ist doch Volksverdummung.

Um die Gesellschaft glücklich (...) zu machen, ist es
notwendig, dass ein beträchtlicher Teil davon
sowohl unwissend wie auch arm sei (...), dass die
Kenntnisse der arbeitenden ärmeren Klassen auf
das Gebiet ihrer Beschäftigung beschränkt (...)
werden (…) Jede Stunde, die von den Kindern
armer Leute bei den Büchern zugebracht wird,
(bedeutet) ebensoviel für die Gesellschaft
verlorene Zeit.“ (Die Bienenfabel)

Bildung und Intelligenz sind noch 2 paar verschiedene Schuhe -- Bildung hat man jedem uneingeschränkt! zur Verfügung zu stellen! Was er dann davon behält und damit anfangen kann, dass wiederum ist dann Sache der Persönlichkeit, aber der freie Zugang MUSS gewährt werden!

nach Art. 13 UN Konvention ist auch der Zugang zur Höheren Bildung verpflichtend als Menschenrecht! also zur tertiärer Bildung und Weiterbildung - DE verstößt dagegen. Es steht hier nicht der Weg zur weiteren Bildung für alle offen -- Teilweise sogar generell nicht, manchmal erschwert und nur fachbezogen.


Antworten Gast: CarlOss
09.07.2012 16:00
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Re: Wider Verdrehungen und Verkürzungen

und natürlich hapert es an Weiterbildungsmöglichkeiten! in DE sind die konsequent davon abgeschnitten. In vielen Ausbildungen gibt es keine Allgemeinbildung mehr ohne Berufsbezug. Ich hab da mal eine Ausbildung gemacht, wo nicht mal ein Fach Allgemeinbildung drin war -- obwohl die EU 1985 DE aufgefordert hat, dort mehr Allgemeinbildung reinzubringen und es ins Bildungssystem zu integrieren! Ein weiteres Bsp. in DE: jemand aus dem mittleren Polizeidienst hat kaum Chance in den gehobenen zu kommen und erst Recht nicht in den höheren! Man muss in DE mehrfach die Sekundarstufe 2 besuchen:

http://forum-kritische-paedagogik.de/start/wp-content/uploads/downloads/2010/08/LohmannStossSekII.pdf
" target="_blank">http://forum-kritische-paedagogik.de/start/wp-content/uploads/downloads/2010/08/LohmannStossSekII.pdf


wie es in Östereich ist weiß ich nicht, aber in DE hält man sich nicht an Standards -- es hat denen hier nie viel an der Bildung vieler Bürger gelegen.

Berufsbildung wird immer Bildung 2. Klasse sein - DE stuft seine Ausbildungen viel zu niedrig im EQR ein -- Stufe 4 --- damit kann man anderswo nachher hilfsarbeiter werden vielleicht - das entspricht im Ausland gerade mal einem einjährigen Bildungsgang -- in DE dauert das aber 3-3,5 Jahre.

wie soll ne deutsche Krankenschwester mit so ner niedrigen Einstufung anderswo später mal arbeiten? als Hilfsschwester vielleicht trotz selber Lernzeit -- von den eigenen Ausbildungen halten sie nichts -- aber so viele dort reinlotsen und dann noch die Qualität absenken -- zumindest aus "Schüler"sicht.

Antworten Gast: Carl von Ossietzky
09.07.2012 15:53
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Re: Wider Verdrehungen und Verkürzungen

in DE geht es weg vom Allgemeinen und hin zu nur noch beruflich. Wie es in Ösiland so ist weiß ich nicht, aber in DE wurde die Qualität der Lehre sogar nach unten manipuliert! Wollen sie dafür Beweise sehen?

es gibt mittlerweile Schulen ohne Chemie: http://www.blv-bw.de/65.0.html

früher sollten die Chemie mitbekommen, auch falls die weiter zur Schule gehen wollen!

wie sieht denn mittlerweile die duale Ausbildung aus?
http://www.berufsbildung.nrw.de/cms/unterrichtshilfen-zu-einzelnen-berufen/gesamtuebersicht/wirtschaft-und-verwaltung/automatenwirtschaft/lernfelder/uebersichten-lernsituationen-aller-buendeslungsfaecher.html#lf1

das sieht aus, als wär das für geistig Behinderte -- ich weiß nicht, ob das überall so aussieht, aber in meiner ehem. Ausbildung hab ich eine Lernsituation gefunden die heißt "Otto Kowalsky grüßt aus Lanzerote" wo es früher Fächer gab. Wenn man mir sowas damals vorgesetzt hätte, hätte ich gedacht, die halten einen für geistig behindert!

rührt man in Österreich auch die Religon mit in KFZ-Mechanik rein oder IT? Sollen DAS hohe Standards sein??? Im Ausland trennt man das sauber voneinander.

http://www.ibba.tu-berlin.de/fileadmin/i20/FD_Metall_u_E-Technik/PolitikundTechnik.pdf

und das sieht aus wie Manipulation der Arbeitsdrohne -- Sozialkunde/politische Bildung. Ich seh nur noch Berufsbildung.

Lehre als Sackgasse - so ein Ideologenschwachsinn!!


Ich kann Ihnen Sonderzahl Beispiele anführen, wo Lehrlinge sich bis in die erste und zweite Führungsebene mittelständischer Unternehmen hinaufarbeiten konnten.

Sonderzahl Beispiele, wo Lehrlinge bis zur Pension in ein und demselben Unternehmen gut und gutbezahlt arbeitenkönnen.

Sonderzahl Beispiele, wo Lehrlinge nach Gesellen- und Meisterprüfung als Unternehmer nachhaltig erfolgreich sind und "echt Kohle"machen.

Wer will da wiedereinmal unser, von vielen beneidetes duales Ausbildungssystem kaputtschreiben?

Faktum ist aber auch, dass sogenannte "Absolventen" staatlicher Lehrwerkstätten mangels Praxibezug am echten Arbeitsmarkt unvermittelbar sind.

Antworten Gast: Demiurg
09.07.2012 16:36
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Re: Lehre als Sackgasse - so ein Ideologenschwachsinn!!

fit für die Wissensgesellschaft hieß der Bericht

allein die Frechheit mit dem "anderen kulturellen Milieu" --- wir haben kein anderes kulturelles Milieu! Wir sind ja nicht nur Handwerkerfamilie, sondern eben im 21. Jahrhundert gut bürgerlich!

deshalb muss man keine Hemmungen haben zukünftige Handwerker oder Handwerkerkinder mit den anderen Kindern gemeinsam lernen zu lassen!

ihr braucht nicht mehr die Schule der Ständegesellschaft des 19. Jahrhunderts

das begreifen auch die Deutschen nicht! Der Handwerker wird im 21. Jahrhundert genauso gut ausgebildet und vorgebildet wie andere Bürger auch.

die muss man nicht mehr absondern als einfaches Volk mit einfacher Volksbildung - heute sind wir doch alle gute Bürger und bürgerlich - nicht wahr?

in Schweden ist die Hochschule die Volksbildung!

http://www.science.gu.se/english/research/portraits/ulrik-hjort-lassen/


Antworten Gast: Demiurg
09.07.2012 16:25
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Re: Lehre als Sackgasse - so ein Ideologenschwachsinn!!

Tolle Beispiele -- meine Onkel haben eigene Firmen gegründet - Maschinenbau und Metallbau --- dennoch gelten die in DE als quasi geistig behindert, da Handwerker die Hauptschule als eigene Schulform in DE haben und die ist für theoretisch Unbegabte -- eigentlich meint man ja Dumme.

man meint nie für praktisch Begabte, sondern immer "für Dumme"

und ich hab Schriftstücke gefunden von der Regierung BaWü "fit für die Zukunft" da wurde debattiert über die Bildung und man sagte - Zitat "das kulturelle Milieu der Handwerker" --- das war negativ gemeint -- man willl damit sagen, dass niedere Milieu der Handwerker mit ihrer einfachen Bildung.

die einfache Bildung, die ihm seit Jahrhunderten halt zugeordnet wird. Nichts destotrotz lernen einige schon mit Abitur ein Handwerk - was soll also die Bildung der Ständegesellschaft des 19. Jahrhunderts noch?

man kann zukünftige Handwerker auch gleich ausbilden wie alle anderen auch. In der modernen Bürgergesellschaft sind das ja auch gut Bürgerliche , nicht wahr?

sind doch sogar Unternehmer bei - warum müssen deren Mitarbeiter dann ungebildeter sein auf Krampf?

könnte doch auch ein Unternehmer werden - merken sie die Schizophrenie?

Lehre ist aber auch oft genug Sackgasse! Es gibt immer beide Extreme!

in DE kommen viele nicht mal in eine Lehre schnell rein, weil es kaum schulische Alternativen gibt für viele.

in vielen Berufen gibt es zu wenig Weiterbildungsmöglichkeiten.

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Re: Lehre als Sackgasse - so ein Ideologenschwachsinn!!

Offenbar haben weder Herr Pesendorfer noch Herr Pink etwas von den Meisterschulen und Werkmeisterausbildungen gehört.
Aber die Fachhochschule für esoterische Elektronik kennen sie bestimmt.

Re: Lehre als Sackgasse - so ein Ideologenschwachsinn!!

Mag sein, dass es Ausnahmen gibt, die bestätigen nur die Regel und ich kenne eine Unzahl an Lehrlingen, die nicht ausgebildet wurden, weil der Betrieb sie nur zur Drecksarbeit herangezogen hat usw... das duale Ausbildungssystem gehört abgeschafft und Jugendliche nicht minderwertigekeitsgestörten Chefs bzw. Mitarbeiter ausgesetzt, die ihre Probleme an ihnen abreiten.

Re: solche Klischees


werden immer wieder verbreitet alleine zu dem Zweck, ein hervorragendes System mies zu machen. Es gibt super Lehrlinge und es gibt super Lehrbetriebe. Es gibt aber auch unter den Lehrlingen Gfrasta und es gibt unter den Ausbildungsberechtigten Dolme. Eben Spiegelbilder der Gesellschaft. Soll man die Gesellschaft auch abschaffen?

Antworten Antworten Antworten Gast: Ukind
21.06.2012 13:08
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Re: Re: solche Klischees

Klischees? habe ich selbst erlebt und den "Schaden" habe ich jahrelang mühsam abarbeiten dürfen. Die meisten Chefs sind Pflaumen. richtige Pflaumen und je höher der Ausbildungsgrad desto realitätsfremder sind diese Pflaumen. Lehre gehört abgeschafft. Gesellschaft abschaffen - das tut sie im Moment mit den plotisch-korreten Schwachsinn eh schon...

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Vogel Strauss
21.06.2012 13:34
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Re: Re: Re: solche Klischees

Wie wmaurer schon schreibt, gibt es Dodeln auf beiden Seiten - Sie scheinen Pech gehabt zu haben. Jedoch ist das System der dualen Ausbildung unverzichtbar im Gewerbe.

Re: Re: Re: Re: solche Klischees

Unverzichtbar natürlich. Es gehört abgeschafft - und aus.

Gast: eamonclever
21.06.2012 09:35
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die antwort ist simpel

maturanten die nicht unbedingt andie uni wechseln wollen, sollen eine verkürzte lehre in handwerksberufen beginnen können.
ich erwarte von einem ahs-absolventen, dass er /sie zb ein badezimmer soweit ausmessen und berechnen kann, dass die fliesenleger oder tapezierer lehre auf die handwerklichen fähigkeiten beschränkt werden könnten.
durch das potential im "vernetzten" denken, sollte der abschluss nicht geselle, sondern bereits meister sein. Aus 3 1/2 jahren mach zwei, mit einer anschlussprüfung am wifi oder an der uni sollte die eröffnung eines eigenen betriebes möglich sein - so einfach könnte das angebliche problem in den mangelberufen gelöst werden. Kohle wie die jungen sagen, verdient ein guter handwerker weiterhin mehr als ein absolvent der in den bundesdienst wechselt oder als ra-anwärter sind das im moment ca. 1400 brutto. Ist ja eine frotzelei.

Re: die antwort ist simpel

Ähm - Sie wissen aber schon, dass eine Matura die Lehrzeit um ein Jahr verkürzt, gell? Das ist schon ziemlich lange so.

http://www.maturawasnun.at/swo/webobsession.servlet.go?app=bcms&page=view&nodeid=172

Antworten Gast: Vogel Strauss
21.06.2012 13:35
0 0

Re: die antwort ist simpel

Lehre nach dem Abi ist in D gang und gebe. Viele machen das beim Warten auf einen Studienplatz, viele bleiben dann beim erlernten Beruf. Bei uns hat die Lehre leider einen geringeren Stellenwert, obwohl das duale Ausbildungssystem spitze ist.

Gast: DHO
21.06.2012 08:46
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Erfrischend

geschriebener Artikel!

Gast: nqj
21.06.2012 08:44
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*technisches Risiko*

"18 Monate nach Abschluss der Pflichtschule besuchen 22 Prozent von ihnen keine weitere Ausbildungsstätte.[...]" Die ganzen Vollpfosten, die die Grundrechnungsarten nicht beherrschen bzw. keinen geraden deutschen Satz artikulieren können, finden keine Ausbildung (und das hat nicht nur mit der Herkunft zu tun!). Das wundert jetzt genau wen?

"...ein wenig berufsweltfremde (Aus-)Bildung in Gymnasien..." Wohin wir von den Eliten mit "berufsweltaffiner" Bildung gelenkt werden, sehen wir jeden Tag, jetzt in der Krise. Ein bißchen mehr humanistische Bildung und eine weniger krampfhaft profitgesteuerte Sicht würden unserer Gesellschaft recht gut tun.

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Re: *technisches Risiko*

Die profitgesteuerte Sicht hat allerdings nicht mit fehlender humanistischer Bildung zu tun. Besonders in vielen Führungsetagen herrscht sicherlich kein Mangel an humanistisch gebildeten Personen.

Wenn es an irgendetwas wirklich mangelt,

dann ist es wirtschaftliche Grundbildung.

Aber so können Politiker, Journalisten und "Experten" weiter ihren Schwachsinn verbreiten, ohne daß es allzuvielen auffällt...

"..als sich die Fähigkeiten für ihre spätere berufliche Tätigkeit auf einer Universität anzueignen."

welcher student hat denn schon seine fähigkeiten für seine spätere berufliche tätigkeit an einer universität erworben?

universitäten sind da für die wissenschaft da und nicht als gratis-ausbildungsplatz für die wirtschaft. diese soll sich gefälligst selbst um die spezialkenntnisse ihrer mitarbeiter kümmern!

erfolgreiche unternehmen tun das eh. es geht also um die gratisblitzer und rosinenpicker, die ohne indirekte staatliche subventionen nicht existieren könnten.

Antworten Gast: Vogel Strauss
21.06.2012 13:38
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Re: "..als sich die Fähigkeiten für ihre spätere berufliche Tätigkeit auf einer Universität anzueignen."

Daraus schlussfolgere ich, dass Sie für die (Wieder-) Einführung von Studiengebühren sind ...

 
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