Wer noch rätseln sollte, ob Slowenien nun tatsächlich Zuflucht unter dem „Rettungsschirm“ suchen wird, bekommt Hilfe von der EU-Kommission: „Wir haben keinen Antrag erhalten, noch erwarten wir einen“, wie ein Sprecher gestern, Montag, ausrichten ließ. Auch Sloweniens Regierung weist derartige „Spekulationen“ zurück.
Das ist in etwa so, als würde das Präsidium eines vor dem Abstieg stehenden Fußballklubs seinem glücklosen Trainer mit folgenden Worten den Rücken stärken: „An eine Ablöse des Übungsleiters ist nicht gedacht, er wird selbstverständlich beim nächsten Spiel auf der Bank sitzen.“ Dann wüssten alle: Der gute Mann ist so gut wie gefeuert.
Also deutet alles darauf hin, dass Slowenien bei den Europartnern um Finanzhilfen ansuchen wird. Nicht, weil Slowenien von bösen Finanzhaien an den Abgrund spekuliert worden wäre. Oder weil gierige „Bankster“ die nationale Finanzindustrie ausgeweidet hätten: Nein, weil die staatlich kontrollierten Banken mit billigem Geld einen Immobilientraum anheizten, der nun zum Flächenbrand zu werden droht. Hinzu kommen noch marodierende Staatsfinanzen.
Mit Slowenien wären dann sechs von 17 Euroländern unter dem Rettungsschirm. Das ist bitter genug. Deswegen hätte es die Öffentlichkeit wohl verdient, vom lächerlichen „Probleme? Wir doch nicht!“ verschont zu bleiben.
franz.schellhorn@diepresse.com
("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.07.2012)















