18.06.2013 10:23 Merkliste 0

Der Nächste, bitte!

FRANZ SCHELLHORN (Die Presse)

Mit Slowenien wird bald das sechste Euroland bei seinen Partnern um Hilfe anklopfen.

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Wer noch rätseln sollte, ob Slowenien nun tatsächlich Zuflucht unter dem „Rettungsschirm“ suchen wird, bekommt Hilfe von der EU-Kommission: „Wir haben keinen Antrag erhalten, noch erwarten wir einen“, wie ein Sprecher gestern, Montag, ausrichten ließ. Auch Sloweniens Regierung weist derartige „Spekulationen“ zurück.

Das ist in etwa so, als würde das Präsidium eines vor dem Abstieg stehenden Fußballklubs seinem glücklosen Trainer mit folgenden Worten den Rücken stärken: „An eine Ablöse des Übungsleiters ist nicht gedacht, er wird selbstverständlich beim nächsten Spiel auf der Bank sitzen.“ Dann wüssten alle: Der gute Mann ist so gut wie gefeuert.

Also deutet alles darauf hin, dass Slowenien bei den Europartnern um Finanzhilfen ansuchen wird. Nicht, weil Slowenien von bösen Finanzhaien an den Abgrund spekuliert worden wäre. Oder weil gierige „Bankster“ die nationale Finanzindustrie ausgeweidet hätten: Nein, weil die staatlich kontrollierten Banken mit billigem Geld einen Immobilientraum anheizten, der nun zum Flächenbrand zu werden droht. Hinzu kommen noch marodierende Staatsfinanzen.

Mit Slowenien wären dann sechs von 17 Euroländern unter dem Rettungsschirm. Das ist bitter genug. Deswegen hätte es die Öffentlichkeit wohl verdient, vom lächerlichen „Probleme? Wir doch nicht!“ verschont zu bleiben.

 

franz.schellhorn@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.07.2012)

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17 Kommentare
Gast: Be-obachter
19.07.2012 19:33
0 0

Die sogenannte Osterweiterung

war der grösste politische Schwachsinn, den die Welt je erlebt hat,
Aber die EU-Beitrittsbefürworter haben auch dafür die Rutsche gelegt...

Gast: Hubertus
18.07.2012 00:35
0 0

Erinnerung

So hat es bei allen Unterschlupfstaaten angefangen. Wir erinnern uns: der griechische Prmeirminister Papandreou hat auch anfangs erklärt, wir brauchen keine europ. Hilfe(man hat ihn quasi dazu überreden müssen) und so ging es auch mit allen anderen hilfesuchenden Staaten. Daher kann man diese Erklärung als die sichere Gewißheit werten, daß auch Slowenien, welches noch vor nicht allzulanger Zeit als Aktivposten der EU und der Eurozone gerühmt wurde, Hilfer beantragen wird. Die Bankrotteure werden immer mehr und die Zahler immer weniger. Danke EU.


Gast: Tomj
17.07.2012 16:35
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6 down, 11 to go...

...der Euro wird natürlich umso stärker da stehen, je mehr Länder sich unter dem Rettungsschirm befinden, der ja bekanntlich ein gutes Geschäft ist und jedenfalls vollständig alternativlos.

Gast: ExEUGläubiger
17.07.2012 16:15
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Die Nächsten

Kroatien und Mazedonien sind schon in der Euro-Geld-Warteschlange. Aber die strenge Mutti wartet schon mit dem Sparknüppel.Ha,ha.

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Streichen

Und wieder muss ich fragen: wo ist das Insolvenzrecht für Banken? Wo ist die Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken?
Es würde mich überraschen, wenn man mit diesen 2 Maßnahmen nicht die Situation entschärfen, wenn nicht überhaupt lösen könnte.
Den Politikern ist aber natürlich lieber, die Steuern massiv zu erhöhen, weil sie sich damit die Verteilungshoheit über einen noch größeren Anteil des BIP sichern können.

Antworten Gast: Luzifer
17.07.2012 16:10
1 0

Re: Streichen

Empfehle Ihnen die Lektüre des ausgezeichneten Presse-Artikels von Hörl "Reichen sollen für die Krise zahlen ..." und nicht die Plattheiten der linken "Ökonomen" nachzubeten!

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Re: Re: Streichen

Ich rede hier weder von Zwangsanleihen noch von Reichensteuern, sondern davon, dass Investoren das Risiko, das sie eingehen, auch tatsächlich tragen. Was daran "links" sein soll, ist mir unklar.

Gast: unbeteiligter
17.07.2012 11:40
3 0

Die Eu ist das größte Unglück des 21, Jahrhunderts

und wird Leid und Armut über uns bringen.

Tod der EU !

späte Erkenntnis

Vielleicht verstehens irgendwann auch die größten ungebildeten Proleten (hoppala, ich meine Politiker).

Staatsinterventionen in Form von billigem Geld sind...... SCHLECHT. Sie sind wie der Alkohol nicht die Lösung sondern die Ursache aller Probleme. Auf den ersten Blick benebelt es etwas und man vergisst seine Sorgen. Sobald man aber eine Nacht geschlafen hat und der Kater einzug hält, bereut man die Eskapaden.

Während aber normalerweise beim Alkhol alles nach einem Tag ausgestanden ist, könnte sich das derzeitige Trauerspiel noch lange hinziehen. Zeit dass sich die inkompetente Politik auch mal in den Wahlergebnissen widerspiegelt.

2 0

Re: späte Erkenntnis

Nach jahrelangem, intensivem Alkoholmissbrauch dauert der Entzug aber auch länger als einen Tag...

Es scheint, dass die großzügig sprudelnden

Gelder der EU erst dazu geführt haben, dass diese Länder der Reihe nach pleite gehen. Und die "alternativlose" Retterei tut das Übrige.

Slowenien war ja ein durchaus tüchtiges kleines Land. Ohne EU wäre es das auch noch...

Die werden bald

ein neues Premium-Maut-Pickerl für durchreisende Österreicher einführen, um den Schuldendienst zu finanzieren.

Wie wäre es mit einem Zwangs-Autobahn-Pickerl?

Jeder Österreicher muss in ein slowenisches Zwangs-Pickerl "investieren" (so nennt man das ja jetzt bei uns), und er braucht sich nicht aufregen, sondern nur nach Slowenien fahren, dann hat er auch etwas davon. Eine lupenreine Investition also :-).

Re: Wie wäre es mit einem Zwangs-Autobahn-Pickerl?

Wenn, dann natürlich "Fairness-Pickerl"...

ach ja, richtig, Fairness-Pickerl

Obwohl,....... wenn sie so richtig fair sein wollen, dann kaufen sie ein Pickerl, das nur zwischen Maribor und Ljubljana gültig ist. :-)

7 0

Re: Wie wäre es mit einem Zwangs-Autobahn-Pickerl?

Jede Käsekrainer in eine Zwangsanleihe mit zehnjähriger Laufzeit eingewickelt.

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