19.06.2013 04:23 Merkliste 0

Wien darf nicht Madrid werden

MATTHIAS AUER (Die Presse)

Die Arbeiterkammer lernt von den Krisenländern und fordert besseren Kündigungsschutz.

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Warum sollen sich eigentlich immer die armen Südländer von Berlin die Welt erklären lassen? Gibt es nichts, was der Norden von den Krisenländern lernen könnte?

Doch, gibt es. Man muss nur wollen. Wie es geht, zeigt die Arbeiterkammer und fordert einen strengeren Kündigungsschutz in Österreich. Wer seine Kündigung vor Gericht anfechten will, soll nicht nur wirtschaftliche Argumente vorbringen können. Auch soziale Aspekte – etwa der Imageverlust bei Freunden – sollen reichen, um den Jobverlust per Gericht rückgängig zu machen.

Wohin das führt, lässt sich in Spanien oder Italien beobachten. Wer in Madrid eine fixe Anstellung hat, ist quasi pragmatisiert. Will sich ein Arbeitgeber in Rom von einem Mitarbeiter trennen, muss er 99 Monate vor dem Arbeitsgericht einplanen. Firmen wissen das und stellen daher so wenige ein wie möglich. Während Österreich mit seinem vergleichsweise lockeren Kündigungsschutz EU-weit die geringste Arbeitslosenquote zu beklagen hat, stehen in Spanien 50 Prozent der Jungen ohne Job da.

Kann es sein, dass die Arbeiterkammer das nicht weiß? Kaum. Vielleicht fühlt sie sich für jene, die auf einen Job warten, einfach nicht zuständig. Die Lobby heißt schließlich aus gutem Grund Arbeiterkammer – nicht Arbeitslosenkammer.

 

matthias.auer@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.08.2012)

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35 Kommentare
 
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AK & Gewerkschaft zeichnen auch für unser Defizit verantwortlich

sie können nicht immer nur fordern, sie müßten erst die Regierung fragen, ob genügend Geld für Erhöhungen vorhanden ist.
Es wird halt die Erhöhung etwas geringer ausfallen, dafür sind ja die meisten Pragmatisiert - also FIX ANGESTELLTER

Gast: wer wenn nicht er
07.08.2012 15:56
1 0

Blöder geht's echt nicht mehr

Damit schlägt die AK exakt jene Politik vor, die das Hauptproblem der Südländer gegenüber dem Norden ausmacht...

Toll Leistung.

Die AK sind die dümmsten aller Sozen,..

..uns Sozen sind an sich schon saublöd.

Gast: Gast: Leser
06.08.2012 14:49
1 0

Nichts Neues

Es ist ja nichts Neues, dass die AK und der ÖGB sich nur um jene kümmert, die Arbeit haben, alle anderen sind ihnen herzlich egal. Dazu passt ja auch die Verweigerung von längeren Öffnungszeiten (natürlich unter Einhaltung der 40- bzw. 38-Stunden-Woche); da könnten ja eine Menge neuer (Teilzeit-)Arbeitsplätze entstehen, allerdings vielleicht möglicherweise eventuell schlechtestenfalls eine leichte Verschlechterung der Bedingungen für einen kleinen Teil der derzeit Beschäftigten. Na, dann verzichtet man eben auf neue Arbeitplätze und beklagt sich lieber über steigende Arbeitslosigkeit.

Und wer wird es mitbeschließen? Richtig die ÖVP

Hauptsache Leitl ist gut Sozialpartner-Freund - seine Unternehmer können schon zahlen für sein Pfauen-Ego und hauptsache die Landeshauptleute können weiter brav Steuergeld an ihre Untertanen verteilen.

Antworten Gast: liabsans
06.08.2012 19:48
0 0

Re: Und wer wird es mitbeschließen? Richtig die ÖVP

Hauptsache, die ÖVP können weiter auf die pösen Linken hinhacken - um dann dasseelbe zu beschließen wie sie.

Gast: *** Mark Poller ***
06.08.2012 10:20
5 0

Faymann beginnt zu wirken!

Interessant: während in Deutschland die Arbeitslosigkeit sinkt, steigt sie in Österreich seit einigen Monaten an.

Ein Hoch auf unseren Inseratenkanzler, der mit seiner neosozialistischen Politik den Wirtschaftsstandort Österreich in ALLEN relevanten Rankings dramatisch abstürzen lässt!

Wenig verwunderlich

Oh große Überraschung, die AK präsentiert den nächsten hirnlosen Vorschlag, der von eklatantem Fehlverständnis des Arbeitsmarkts geprägt ist.

Wenn man weiß, welche Gestalten dort das sagen haben, ehrlich nicht verwunderlich.

Die viel größere Problematik ist: Spindelmann haben, im Gegensatz zu früher Schüssel, nicht das Rückgrat, um denen ihre Grenzen aufzuzeigen. Eigentlich könnte der ganze Schmarrn, den die Sozialpartner tagtäglich absondern, ja ignoriert werden, wenn da nicht eine Regierung wäre, die diese lächerlichen "Vorschläge" auch noch ernst nimmt...

Gast: Vogel Strauss
06.08.2012 08:14
3 0

Naja, dann wird die Arbeitslosenquote in Ö halt auf Club-Med-Niveau raufschnalzen ...

AK-Experten sind ja eh rundherum berühmt-berüchtigt - ich verweise nur an Hr. Faymanns 'Wirtschafts-'Berater Muhm ...

Gast: Valentin Bählamm
06.08.2012 07:26
6 0

Staatsbahn

Wohin der rigorose Kündigungsschutz geführt hat, das erleben wir immer noch bei der Bundesbahn!

Gast: Markus Trullus
06.08.2012 07:20
8 0

der letzte Todestoß gegen Österreichs Herz

Oh ja, jetzt können die Sozis mal feste zuschlagen, um auch der gerade mal noch funktionierneden Wirtschaft auch den Todesstoß zu versetzen. Toll!!!!!
Rette sich, wer kann, wenn diese marxistischen Gangster das letzte Strohhalm, an das wir uns klammern können (das ist die Wirtschaft, trotzdem!) auch noch versenken. Weg, weg, weg! Auswandern, so schnell wie möglich! Denn eines scheint klar: wenn, wie es jetzt aussieht, die Sozis die FP Wähler zurückgewinnen, dann ist Österreich tot! (leider auch mit einer nunmehr fiktiven Menrheit der FP und auch der VP. Und schon gar bei den Melones - aussen grün, innen ultrarot)

Re: der letzte Todestoß gegen Österreichs Herz

Warum in aller Welt sollten die Sozis die FP Wähler zurückgewinnen? Weil in Kärnten irgendwer die Hand aufgehalten hat (und nichts bekommen hat)? Des is a Läercherlsch... gegen den fortwährenden Hochverrat durch die Roten.

Re: Re: der letzte Todestoß gegen Österreichs Herz

Die Qual der Wahl des kleineren Übels wird immer übler...

Gast: gast896
06.08.2012 01:32
5 0

was da für kapazunder bei der ak am weg sind einfach sagenhaft

"Auch soziale Aspekte – etwa der Imageverlust bei Freunden – sollen reichen, um den Jobverlust per Gericht rückgängig zu machen."

wer stellt da noch einen ein?? das ist der helle wahnsinn

das ist in etwa so, wie der kalorienverbrauch von mann oder frau bei schwerarbeitseinstufung herangezogen wird, so ist buchbinder für frauen schwerarbeit, für männer ein normaler job das führt dazu, dass frauen da nicht mehr eingestellt werden, weil sie ja ganz andere arbeitszeiten und vergütungen haben nicht zuletzt pensionsansprüche

Gast: Xiongerl
05.08.2012 22:23
6 1

Kündigungsschutz ist Gift

Nur Narren wollen das von Italien und Spanien kopieren. Wenn Firmen nicht mehr zügig kündigen können, dann stellen sie nicht mehr ein. Wirtschaft und Steuereinnahmen gehen den Bach runter, Arbeitslosenzahlen und Schwarzarbeit klettern den Berg hinauf. Wer will denn so etwas? Dumme Soziköpfe. Gerade die Menschen die auf Image viel Wert legen sind häufig aufgeblasene Faulenzer die mehr reden und sich sonnen als zupacken. Wer gerne arbeitet, der denkt nicht ans Image, zumeist hat er den besseren Job mit mehr Prestige. Diese Neidgesellschaft der Linken ist krank.

Antworten Gast: wergewinnt
06.08.2012 19:46
0 0

Re: Kündigungsschutz ist Gift

Neidgesellschaft vs. Von-Oben-Herab-Denken. Wer gewinnt?

Gast: gast89
05.08.2012 22:01
5 0

was da für leute tätig sind einfach erschreckend

so ein vorschlag, man glaubt es nicht mehr

"Auch soziale Aspekte – etwa der Imageverlust bei Freunden – sollen reichen, um den Jobverlust per Gericht rückgängig zu machen."

das ist an verrücktheit nicht mehr zu toppen

Sozialsystem und Kammersystem (Sozialparterschaft)

Manchmal offenbart sich wieder einmal wunderbar das ideologieverbrämte Anspruchs-Denken der linken Funktionäre ...
Schwierigkeiten hin od. her : "Die anderen" (u.a. die Gene, die "Gesellschaft", die Arbeitsbedingungen etc.) sind schuld an allem, "die anderen" sollen zahlen.

Kaum Eigenverantwortung, kaum Leistungsbereitschaft, keine Einsicht, keine Spur von Willen, das eigene Verhalten zu ändern.

Es sind immer "die anderen".

Antworten Gast: slber
06.08.2012 19:45
0 0

Re: Sozialsystem und Kammersystem (Sozialparterschaft)

Ja, netürlich, alle Linken ohne Ausnahme sind so. Sie sind selber ideologieverblendet.

Gast: 4545
05.08.2012 20:20
2 6

was soll das Gejammere,

die AK ist nicht auf Seiten der Arbeitnehmer. Eine neoliberale Zwangsorganisation bis zum geht nicht mehr.

Ist nur zur Bürger-(Volks) beruhigung da genauso wie die Gewerkschaften. Bei allem was hier im Land momentan abgeht müssten die schon längst auf den Barrikaden sein.

Antworten Gast: Gast362
05.08.2012 23:51
4 0

Kommunistische AK

Wenn jemand die kommunistische AK als neoliberal bezeichnet muss er vollkommen von der Realität entrückt sein!

Antworten Antworten Gast: nestbeschmutzer
08.08.2012 16:35
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Re: Kommunistische AK

"muss er vollkommen von der Realität entrückt sein!"
Wieso, ist das denn nicht Standard bei den Linken????ß

Re: Kommunistische AK

Aufgabe: Finden Sie jemanden bei der AK (höhere Ebene), der den Transfer vom Steuerzahler zu Banken aktiv bekämpft. Wird nicht leicht sein - und die Frage beantworten, wie weit links dort tatsächlich gedacht wird.
Worauf ich hinauswill: "Kommunistisch", "neoliberal" sind Denkmuster von Vorgestern. Was uns heute präsentiert wird, entspricht keiner Ideologie mehr sondern der einzigen Überschneidung, die alle alten Systeme hatten:

Du hast - gib her!

Re: Re: Kommunistische AK

Links und Rechts waren immer schwer zu fassende Begriffe, weil sie ein Sammelsurium von Merkmalen bezeichnet haben, die heute meistens etwas bunter gemischt haben.

Die Umverteilung von Steuergeld bzw. der staatliche Eingriff in die Wirtschaft ist an und für sich aber eine typisch "linke" Idee. Und ganz sicher nicht liberal.
Untypisch ist nur, dass die Regulierung diesmal nicht direkt zum "kleinen Mann auf der Straße" vorgenommen wird, sondern über die Bank läuft. Das erklärte Ziel ist aber das Selbe wie immer: Man will die Bürger vor den pösen Reichen schützen, die sie durch Spekulationen bedrohen. Dass das Ergebnis dem nicht entsprechen wird ist auch nicht neu.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: nochmehraltesgedankengutvonihnen
06.08.2012 19:44
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Re: Re: Re: Kommunistische AK

"Man will die Bürger vor den pösen reichen schützen..." da haben Sie es wieder: noch mehr altes Gedankengut.

Re: was soll das Gejammere,

>Eine neoliberale
Sie wissen offensichtlich nicht wovon sie schreiben.

 
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