19.06.2013 15:48 Merkliste 0

Allerhöchste Eisenbahn

NIKOLAUS JILCH (Die Presse)

Die Griechenland-Hilfsgelder könnten nie zurückkommen? Welch Überraschung.

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Langsam wird es eng. Als die Griechenland-Krise noch klein war und ein baldiges Ende der Misere noch nicht völlig ausgeschlossen schien, da hatte Maria Fekters Argumentation zumindest oberflächlich noch Sinn. Ein „gutes Geschäft“ seien die Griechenland-Hilfen für Österreich, sagte die Finanzministerin damals im Parlament. Ein „gutes Geschäft“, weil die Kredite ja zurückgezahlt würden. Mit Zinsen! Wer würde sich nicht um dieses Investment reißen?

Nun: Der Markt hat sich bestimmt nicht darum gerissen, sonst wäre Griechenland nie in die missliche Lage gekommen, sich auf diesem Markt nicht mehr finanzieren zu können. So ist dieser Auftritt der Finanzministerin fast sinnbildlich für das Verhältnis „Politik zu Markt zu Bürgern“ zu verstehen. Die Politikerin stellt sich über den Markt, erklärt Geldverbrennen zum „guten Geschäft“, und die Bürger glauben es auch noch – weil Märkte ja per se böse sind und Politiker gut – richtig?

Falsch. Dieser Glaube bröckelt. Und mit jedem Tag, an dem die Euro-Schulden-Wirtschafts-Krise nicht gelöst wird, bröckelt er ein bisschen weiter. Am Anfang waren es nur manche Ökonomen. Dann waren es mehr Ökonomen. Später die ersten Bürger. Und seit die Rechtspopulisten auf den Euroskepsis-Zug aufgesprungen sind, ist es allerhöchste Eisenbahn. 2013 sind Wahlen in Deutschland und Österreich. Und Griechenland wird seine Schulden bis dahin eher nicht zurückgezahlt haben.

 

nikolaus.jilch@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.08.2012)

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5 Kommentare
Gast: Wolf007
08.08.2012 17:17
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Griechenland-Gelder

Danke Herr Jilch für diesen wertvollen Artikel!

Außerdem ist dies auch der Beweis, dass das Volk
doch gescheiter ist als seine Politiker.
Denn dieses Volk hat schon vor 2 Jahren gewußt,
dass die Hilfsgelder für Griechenland niemals mehr
zurückgezahlt werden.

Schade, wir hätten unsere Md selbst gut brauchen können; leider gibt es eben für Minister keine
"Ergebnisverantwortung".

ein bisserl mehr genauigkeit, bitteschön!

ungenau: "Die Griechenland-Hilfsgelder könnten nie zurückkommen?"
genau: "die griechenland-hilfsgelder könnten nicht NOCH EINMAL zurückkommen"

denn es sollte sich mittlerweile auch bis in die volkswirtschaftlich unbeleckten räumlichkeiten der presse durchgesprochen haben, dass die bisherigen griechenland-hilfsgelder nur einen kurzen zwischenstopp in athen eingelegt haben um anschließend ihre enddestination in den tresoren von banken (und damit auf den sparbüchern der bürger) zu finden.

Antworten Gast: Hansi Hüpfer
08.08.2012 10:04
8 0

Re: ein bisserl mehr genauigkeit, bitteschön!

Die Griechenlandshilfen landen schlussendlich auf den Sparbüchern der Bürger??

Bist wo angrennt oder hast a Schlagerl? Ruf die Rettung, vielleicht können's dir noch helfen!

Gast: Be-obachter
07.08.2012 21:07
3 0

Wie hiess doch die Ministerin,

welche behauptete, die Griechenlandhilfe würde sogar noch Gewinn abwerfen? War das nicht die Fekter?
Die Dummschwätzerin sollte mit ihrem Privatvermögen dafür geradestehen!

Antworten Gast: Wolf007
08.08.2012 17:22
0 0

Re: Wie hiess doch die Ministerin,

Für diese Konsequenz bin ich auch.
Nur leider gibt es für solche Politiker
keine Ergebnisverantwortung und leider
gibt es im Völkerrecht auch nicht das schwere Delikt der "Konkursverschleppung",
denn bereits vor mehr als 2 Jahren war lt.
allen wirtschaftlichen Kriterien allen klar,
dass Griechenland p l e i t e ist.

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