Sind Aufseher die besseren Direktoren?

FRANZ SCHELLHORN (Die Presse)

Die deutsche Bankenaufsicht greift ungeniert in das operative Geschäft von Banken ein. Keine gute Idee.

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Die Aktionäre der italienischen Großbank UniCredit werden sich in der jüngeren Vergangenheit wohl öfter still und leise bei Alessandro Profumo bedankt haben. Der frühere Chef der Bank hat nämlich mit der Übernahme der deutschen HypoVereinsbank und der österreichischen Bank Austria dafür gesorgt, dass die UniCredit heute überhaupt noch Gewinne schreibt.

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Nicht gerechnet haben die Italiener wohl mit der deutschen Bankenaufsicht (BaFin). Sie hat nämlich die HypoVereinsbank angewiesen, „ihr“ Kapital vor dem Zugriff der Italiener zu schützen, die „überschüssige Liquidität“ von ihrer deutschen Tochter abziehen wollten. Die BaFin will verhindern, dass die deutsche Einlagensicherung bezahlen muss, falls bei der UniCredit etwas schiefgehen sollte.

Das ist insofern originell, als es gemeinhin den Eigentümern von Unternehmen vorbehalten sein sollte, welche Rollen sie ihren teuer zugekauften Betrieben zugestehen. Ob sie in diesen einen verlässlichen Gewinnlieferanten oder einen komfortablen Liquiditätspolster sehen, ist allein deren Sache, solange alle Auflagen eingehalten werden.

Zumal das Grundproblem ja einfach zu lösen wäre. Etwa, indem die Einlagensicherung ersatzlos gestrichen wird. Die Sparer hätten dann die Wahl, ob sie ihr Geld lieber einer Bank anvertrauen, die es ihrer ausländischen Mutter weiterleitet – oder ob sie es (niedriger verzinst) zu einem konservativeren Institut tragen, die das Geld in der Region lässt.

Derzeit können Sparer jedes Risiko gehen, weil ihre Einlagen ohnehin von der Allgemeinheit gesichert sind. Eine rücksichtslose Trittbrettfahrerei unter dem offiziellen Schutz der Bankenaufsicht.

 

franz.schellhorn@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.01.2013)

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8 Kommentare

Risiko

Derzeit muss die breite Masse für die Spekulationsverluste der Bankenkrise und der daraus resultierenden Schuldenkrise herhalten. Nun soll laut Schellhorn auch die Einlagensicherung gestrichen werden, um der rücksichtslosen Trittbrettfahrerei von Mindestpensionisten und Kindern Einhalt zu gebieten.
Marktliberales Gedankengut zerstört offensichtlich Hirn und Charakter, von sozialer Verantwortung ganz abgesehen.

Dass es sich

bei den konzerninternen kurzfristigen Liquiditätsverschiebungen um faktisch unbesicherte Großkredite handelt, verschweigt Schellhorn. Oder er weiß es nicht. Beides ist nicht gut.

Jedenfalls recherchiert Schellhorn schlampig, denn der Sachverhalt ist vollständig in den großen Zeitungen in D für jedermann nachzulesen. Insofern ist Schellhorns journalistische Arbeit wiederum positiv zu bewerten, da sie zur eigenen Recherche nötigt.

Bitte um Erklärung der Empfehlung

Ich wäre doch neugierig, wie die "einfache" Lösung konkret ausgestaltet werden sollte und ersuche Herrn Schellhorn um Präzisierung

er ist und bleibt ein schwätzer


Re: er ist und bleibt ein schwätzer

.... und ewig stinkt die löchrige rote Socke .....

Re: Re: er ist und bleibt ein schwätzer

ist von dir schon jemals ein anderer satz gepostet worden?

naja, bist halt das einfältige forums-tschapperl.

Derzeit können Sparer jedes Risiko gehen, weil ihre Einlagen ohnehin von der Allgemeinheit gesichert sind.

na dann geh ich gleich morgen volles risiko, löse mein sparbuch mit täglicher fälligkeit auf und lege mein geld auf ein gebundenes sparbuch.

voll spekulativ! was hat da eine einlagensicherung zu suchen?

und natürlich bei einer reinrassigen ö bank, weil den ausländischen müttern kann man ja nicht trauen....

waren sie beim abfassen dieses kommentars noch im silvesteröl, herr schellhorn?


Re: Derzeit können Sparer jedes Risiko gehen, weil ihre Einlagen ohnehin von der Allgemeinheit gesichert sind.

Schellhorn kann's nicht besser.

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