25.05.2012 23:30 | Meine Presse Merkliste 0

Nabuccos Feinde in den eigenen Reihen

MATTHIAS AUER (Die Presse)

Die RWE droht, die Nabucco-Pipeline der EU zu Fall zu bringen. Politiker werden aufheulen, dabei ziehen sie die Fäden im Konzern.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Jetzt ist es so weit. Der erste Partner des EU-Prestigeprojektes Nabucco überlegt, die Fronten zu wechseln. Statt Gas aus der kaspischen Region in die EU zu bringen und den Kontinent so von der energiepolitischen Fessel Russlands zu befreien, denkt die deutsche RWE über den Einstieg bei der Konkurrenz-Pipeline South Stream nach. Zwar loben alle Beteiligten die Nabucco, dementieren wollte die RWE die Gespräche mit Russlands Gasmonopolisten Gazprom dann aber doch lieber nicht.

Ein Grund zur Freude für Altkanzler Gerhard Schröder, der den Deal als europäischer „Botschafter“ von Gazprom eingefädelt haben dürfte. Laut aufheulen wird hingegen die aktive Politikerriege, sollte die RWE den Wechsel tatsächlich vollziehen. Ganz unschuldig wären sie daran aber nicht. Denn es ist die öffentliche Hand, die als einer der Haupteigner immer noch ein beträchtliches Wörtchen bei der RWE mitzureden hat.

Oder haben hier gar die ökonomischen Argumente über die politischen gesiegt? Wie bei der OMV, die das österreichische Teilstück der South Stream baut, um mehr Gas zu ihrem Verteilzentrum in Baumgarten zu bringen? Mitnichten. Vom Einstieg bei der South Stream würde die RWE kaum profitieren. Die Pipeline ist fast doppelt so teuer wie die Nabucco, Zugang zu russischen Reserven hat die RWE längst. Weder der Konzern noch seine Eigentümer in der Politik können es sich also leisten, die oft beschworene gemeinsame Energiepolitik der EU dafür zu opfern.


matthias.auer@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.07.2010)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

3 Kommentare
franzmann
13.07.2010 16:22
1 0

Welch Schwachsinn

Nabucco wird hauptsächlich iranisches Gas in die Türkei transportieren. Auf längere Sicht ist das die ökonomische Perspektive. Der Transport von turkmenischen Gas nach Europa spielt dagegen kaum eine Rolle. Die Türken sollen sich ihre Pipeline nur selber bauen. Unglaublich aber wahr: die noch nicht gebaute Pipeline, die rein mit europäischem Geld finanziert wird, ist jetzt schon eines der Hauptargumente für den Beitritt der Türkei in die EU. Also da ist mir russisches Gas viel lieber und kommt auf Jahre gesehen viel billiger als das Nabucco Gas samt EU-Beitritt der Türkei!

Antworten Gast: gast
14.07.2010 00:54
0 0

Re: Welch Schwachsinn

Sie vergessen eines!! zeit 1963 warten wir drauf!! in der ( EU zu aufgenommen werden) ob voll ich nicht dafür bin!! da waren sie versehentlich nicht auf den welt auch nicht papa, eier! warm solen wir das als habt argument verwenden!! das uns zu steht!! oder ihre öst, bestimmt wo EU grenze endet wo das anfangt!!!? WER DARF WER DARFST DAS NICHT!!?

0 0

Re: Re: Welch Schwachsinn

Aua, meine Augen schmerzen, nach so einem unglaublichen Schwachsinn, wie der Text über meinem!!

Wos???

Mehr Kommentare:

Top-News