Jetzt hat er es schon wieder getan. ÖVP-Finanzstaatssekretär Reinhold Lopatka hat gestern die ÖBB kritisiert. Wenn das nicht kühn ist: Immerhin ist erst vor einer Woche ein großkoalitionärer „Pakt“ geschlossen worden, wonach sich die Regierungsparteien zu den Staatsbetrieben „bekennen“. Was immer das auch heißen mag. Für SPÖ-Infrastrukturministerin Doris Bures war's jedenfalls klar: Die ÖVP sei „nun bereit, die schwachsinnige Kampagne gegen die ÖBB zu stoppen“.
„Schwachsinnig“ ist in dem Zusammenhang das absolut richtige Wort. Es mag schon sein, dass Lopatka dem Koalitionspartner mit seiner fast wöchentlichen Kritik an den ÖBB ordentlich auf die Nerven geht. Klar ist auch, dass er deswegen so wortgewaltig daherkommt, weil die Bundesbahnen ein tiefrotes Unternehmen sind – ein „schwarzes“ Unternehmen würde von Herrn Lopatka sicher pfleglicher behandelt werden.
Tatsache ist aber auch – und das sollte den Harmoniebedürftigen in der SPÖ vielleicht doch allmählich dämmern –, dass die ÖBB im Eilzugstempo auf ein wirtschaftliches Desaster zusteuern. Davor kann man nicht genug warnen.
Das „ÖBB-Bashing“ werde das Unternehmen, die heimische Wirtschaft und die Steuerzahler teuer zu stehen kommen, warnte gestern SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter. Richtig drollig ist das. Und mit Politik à la „Hände falten, Goschn halten“ wird wohl alles wieder gut?
(Bericht: Seite 15)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.09.2010)
















