Schubumkehr in der Krise

WOLFGANG BÖHM (Die Presse)

Europa erlebt ein eigenartiges Phänomen. So etwas wie die Schubumkehr in der Politik.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Europa erlebt ein eigenartiges Phänomen. So etwas wie die Schubumkehr in der Politik. Ein Spannungsfeld widersprüchlicher Kräfte. Die EU-Regierungen wissen um die Notwendigkeit eines raschen zweiten Hilfspakets für Athen und bremsen, weil sie wieder einmal uneins sind – diesmal über die Beteiligung privater Gläubiger. Die Regierung in Athen wiederum bringt bei ihren notwendigen Reformen keinen Fuß mehr vor den anderen, weil Opposition und selbst eigene Parteigenossen bei jedem Schritt nach hinten zerren. Gleich, ob die Rückkehr hinter das Sparpaket völlige Illusion ist, hier geht es um einen kurzsichtigen Machtkampf.

Mehr zum Thema:

Die Eurozone droht zu zerreißen, weil sich innenpolitische Bremstaktik und das Unvermögen rascher europäischer Entscheidungen in fataler Weise überlagern. Es braucht Tempo, um nicht abzustürzen, aber die Düsen arbeiten in die falsche Richtung.

 

wolfgang.boehm@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.06.2011)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

9 Kommentare
Gast: Bärenfalle...
19.06.2011 19:41
0

Ja is klar...

Zuerst hat die Politik mit viel Augenzwinkern die Griechen trotz offensichtlich gefälschter Budgets in den Euro geholt .. um jetzt wo der Schwindel aufgeflogen ist eine Beteiligung privater Anleger zu fordern.

Wer hat denn noch gr. Anleihen ?

Doch nur mehr jene Adressen welche selber so negerant sind, sie können den zu realisierenden Verlust beim Verkauf der Staatsanleihen nicht verkraften.

Der Rest hat den Griechenschrott schon bei EZB und OENB abgeladen.

Die Lösung wird wohl wie folgt aussehen:

Die Griechen entmachten die beiden Großfamilien und deren Parteien welche seit dem 2 WK das Land regieren und erklären die unter diesen Regierungen aufgenommenen Schulden zum "odious debt"

Die Mehrheit der Griechen hat von den Milliarden nie was gesehen sondern diese wurden im staatsnahen Bereich als Patronage unter Günstlingen verteilt.


Alle wollen nur die schmerzhafte Amputation Griechenlands vom Euro hinausschieben, da wird alles nur schlechter, eine Lösung ist das nie!


Gast: Severin Goldfinger
18.06.2011 18:16
3

Freiwilliger Schuldenverzicht

ist Volksverdummung, ob das griechische Rating jetzt noch schlechter wird oder nicht ist völlig belanglos. Die Profiteure der Anleihen an die PIIGS-Staaten wollen nicht zahlen und machen viel PR Arbeit - deshalb entstehen solche Artikel !!!

Re: Freiwilliger Schuldenverzicht

. . . mitgehangen, mitgefangen. Mit den Euro bleibt der Steuerzahler übrig.
Schulden und soziale Gerechtigkeit verträgt sich nicht.
Hier die Bürgerinitiative:
http://aktion21.at/index.html?menu=182&id=1342&output=printer#comments
Mit Gruß aus Baguio, PH

Gast: unbeteiliger
18.06.2011 17:59
3

Wenn die EU zum teufel geht.............

dann gibts endlich wieder Hoffnung

Gast: dikn
18.06.2011 12:30
3

Schubumkehr notwendig

Da die bisherige Europapolitik nicht viel mehr gebracht hat außer Krisen, scheint eine Schubumkehr auch dringend notwendig.

Hinkender Vergleich

Eine wahrlich großartige Analyse,die die Zusammenhänge endlich aufdeckt. Unverzichtbar für jeden,der die wahren Hintergründe ergründen will.

Ist das schwach!

Reinstes Nona-Blabla!

Antworten Gast: Idefix1
18.06.2011 10:40
2

Re: Ist das schwach!

Den Kommentar von Herrn Böhm kann man stellvertretend sehen - wie halt bei anderen EU-Beschönigern auch: Jene sind mit ihrem EU-Latein am Ende......

Insofern können Sie nichts anderes als Blabla erwarten.

Top-News

  • Wie man „einsame Wölfe“ stoppt
    Ein Amokläufer mit Axt in New York, zwei Attentäter in Kanada, die Marathonbomber von Boston: Forscher warnen seit Langem vor dem Reiz, den Terror auf einsame, haltlose junge Männer ausübt
    14-Jähriger läuft in US-High School Amok
    Der Amokläufer tötete im US-Staat Washington einen Mitschüler und sich selbst. Drei Jugendliche wurden schwer verletzt.
    Kanadas 90 Sekunden Horror
    Anschlag in Ottawa. Ein Video zeigt die unglaublich rasche Abfolge der Ereignisse vom Attentat am Kriegsdenkmal bis zur Erstürmung des Parlaments.
    Ukraine: Der Maidan will ins Parlament
    Bei den Parlamentswahlen am Sonntag will Präsident Poroschenko seine Hausmacht im Abgeordnetenhaus stärken. Als Kandidaten mischen viele Aktivisten der Zivilgesellschaft mit.
    2015 – das Jahr der FPÖ (und der Grünen)
    Die politischen Umstände in den Ländern, die nächstes Jahr wählen, könnten für die stagnierenden Freiheitlichen nicht günstiger sein. Auch auf die Grünen warten weitere Erfolge, wenn auch nicht mehr im Ausmaß der Jahre 2013 und 2014.
    Fenninger: Saisonstart einer Olympia-Siegerin
    Auftakt Skiweltcup. Die 25-jährige Salzburgerin Anna Fenninger wächst zunehmend in die Rolle des Superstars.
AnmeldenAnmelden