24.05.2013 11:04 Merkliste 0

Die Einäugigen und die Blinden

STEFAN RIECHER (Die Presse)

Österreichs Wirtschaftspartei will den Griechen helfen. Das kann ja lustig werden.

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Ein Durchbruch kündigt sich rund um die verfahrene Situation Griechenlands an. Seit Monaten bringen die Hellenen EU, EZB und IWF mit ausbleibenden Privatisierungen, verpassten Reformen und einer eher uneinsichtigen Polit-Elite zur Weißglut. Doch damit ist nun Schluss. Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner schickt seine Experten in Richtung Süden, um die Griechen aus ihrem Schlamassel zu befreien.

Gelingen soll das „durch eine Ankurbelung der Wirtschaft“. „Kaputtsparen“ dürfe man das arme Griechenland keinesfalls. Nun ist die These der Konjunkturankurbelung durch ewiges Schuldenmachen hierzulande hinlänglich bekannt (wie gut das funktioniert, beweist die nächste Krise, die vor der Tür steht). Aus dem Mund des Wirtschaftsministers der (früheren) Wirtschaftspartei ÖVP überrascht sie aber doch ein wenig. Man muss Mitterlehner zugute halten, dass die Wirtschaft in Österreich im Vergleich zur Eurozone überdurchschnittlich wächst. Das würde auch Griechenland helfen. Doch bezweifelt kaum noch jemand, dass die Hellenen ohne umfangreiche Sparpakete den Kopf aus der Schlinge ziehen können. Herr Mitterlehner mag ein wenig anderer Meinung sein, die Troika aus EU, EZB und IWF aber nicht, weshalb sie auch die nächste Tranche zu blockieren droht.

So gesehen könnte die „Unterstützung“ Griechenlands durch Österreich durchaus lustig werden. Ob das die Troika auch so sieht?

 

stefan.riecher@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.09.2011)

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13 Kommentare

Verstehe jetzt den Zynismus gegenüber der Volkspartei nicht ganz.

Bei uns wird alles madig gemacht. Oft ohne Grund und NUR deshalb, weil man dem politischen Gegner einfach keine Erfolge zugestehen will. Desto besser eine Maßnahme ist, umso intensiver wird sie bei uns schlecht geredet. Schüssel weiß davon ein Lied zu singen.

Im Ausland bewertet man uns objektiver und nicht durch die Parteibrille. Deshalb die Einladung die Einladung der Griechen.

In Österreich jammert man auch auf sehr hohem Niveau. Sonst fühlt man sich nicht wohl.


Mir fehlen die Worte,

aber uns kann nix passieren, wir haben ja den Nowotny und den Mitterlehner!

Derzeit "spart" Griechenland nur Arbeitsplätze!

Und was bietet Stefan Riecher als "seine" Alternative an, wie man die Ökonomie in Griechenland wieder ankurbeln könnte? Nach dem 2. WK hatte der "Marshall Plan" den Wiederaufbau Österreichs vorfinanziert. OHne dieses Geld wäre man noch für Jahrzehnte zwischen Ruinen dahin vegetiert. Das heutige Problem der Hellenen besteht leider darin, daß von all den gigantischen Rettungsschirmen und Hilfspaketen so gut wie gar nix in die Realwirtschaft fließt, um neue innovative Produktionen und Geschäftsbereiche aufzubauen. Fast alles kommt bloß den Banken zugute, die damit ihre früheren Spekulationsverluste kompensieren.

Die griechische Realität sieht nämlich so aus: Immer mehr gut ausgebildete Menschen planen schweren Herzens den Exodus dort hin, wo sich üfr sie noch berufliche Chencen ergeben. Drastische Einkommensverluste bei kräftig erhöhten Steuern und ein Kahlschlag bei den Jobs sind ja nun wirklich denkbar schlechte Voraussetzungen dafür, daß der Staat jene Summen lukriert, die ihn in die Lage versetzen, endlich Schuldenabbau zu betreiben.

Und wenn dann auch noch die Rating-Agenturen ständig zurück stufen und die "Märkte" gegen Griechenland wetten, so setzt sich der ständig rasantere Abwärtstrend immer länger fort. Was Mitterlehner betrifft: Auch der US-Finanzminister Geithner hat den Europäern "Ratschläge" gegeben, wie sie die Schuldenkrise "lösen" können. Aber warum wendet er diese dann nicht bei sich in den Staaten an?

Gast: MönchMaier
24.09.2011 18:11
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Sind wir nicht alle ein bißchen Bluna?

Zu dumm, daß sie alle so dumm sind. Die, die ganz da oben stehen an der Spitze. Und nicht kapieren wollen, daß das Raubritterzeitalter dem Ende zugeht. Das in Zukunft nur noch ein richtiger Sozialstaat überleben wird und jedes Jota weniger ausgeschüttet an die Motoren, die Bürger, nur den Untergang weiter beschleunigt. Geld ist eben nichts wert, nur dessen Tauscheigenschaft besitzt den Wert. Freies Kapital - ein wertlos Ding eben - muß gebunden werden. Also gebt den Motoren, den Bürgern, ein bedingungsloses, steuerfreies Grundeinkommen, um den Karren endlich aus dem Dreck zu bekommen... Amen

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Lieber ein Ende mit Schrecken,

als ein Schrecken ohne Ende.

Ich möchte diesen bekannten Spruch auf Griechenland beziehen.

Ein Ende mit Schrecken ist eine "Pleite". Die bedeutet: Schande, aber Neuanfang möglich. Die bedeutet: die Gläubiger müssen auf den Löwenanteil ihrer Forderungen verzichten. Der Schuldner muss auch Federn lassen, bis auf das "Existenzminimum". Klar ist, mit ganzen Staaten ist das viel viel schwieriger als mit Unternehmen oder Privatpersonen. Aber eine Einzelperson kann mit "Schande" sogar eher schwerer umgehen als eine Gemeinschaft.

Übrigens, wenn ein Gläubiger namens Österreich helfen möchte, freuen sich andere Gläubiger namens französiche Banken. Griechenland scheint keine Ressourcen mehr zu haben, mit einer Pleite ist ihm am ehesten geholfen.

Die Bevölkerung

in den so genannten "Sozialstaaten" scheint doch schon lange in 2 Gruppen getrennt zu sein: Nämlich die "produzierende" und (echte) Steuern zahlende Gruppe und die "konsumierende" Gruppe aus Verwaltung und von staatlichen Umverteilungen abhängigen.

Dabei stellt die "Konsumgruppe", zusätzlich zur Verwaltung, auch noch die Gesamtregierung, welche dafür sorgt, dass der Geldfluß seitens der "Produktionsgruppe" zur "Konsumgruppe" aufrecht bleibt. Das geschieht u.a. auch die immer weiter ausufernde Vorschriften und Kontrollen, welche den status qou (bis auf einige, optische "Anpassungen") betonieren.

Wenn in solchen Systemen jedoch die "Konsumgruppe", langsam aber sicher zu Lasten einer sich verleinernden "Produktionsgruppe" wächst, kommt dieses Finanzierungssystem aus dem Gleichgewicht. So bereits geschehen und mit eine der Ursachen für die heutigen Staatsschulden (Schulden als Kompensation für fehlende Zahlungen seitens der "Produktionsgruppe").

Das sich die "Konsumgruppe" jedoch freiwillig von selbst, von innen heraus, bescheidet bzw. wieder verkleinert, darf bezweifelt werden.

Am Beispiel GR kann man die Entwicklung und Folgen davon in Echtzeit beobachten.

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Österreich wird zuerst Europa retten!

Danach wird es die Welt retten sich Untertanen machen! Die Lösung kann man in den Genen der Österreicher finden. Wer nicht glaubt, sollte sich die Geschichte von Sisi anschauen!

Gast: 1. Parteiloser
23.09.2011 22:48
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Lesen Sie doch den Lebenslauf des Hrn. Mitterlehner!

Es ist doch ein Mensch, welcher immer nur im geschützten Bereich ein Posterl hatte. Also ein Mensch, welcher keine Ahnung vom realen Leben haben kann und auch niemals etwas Brauchbares für Österreich gemacht hat.

Das Wirtschaftswachstum in Österreich hat mit seinen Leistungen auch nichts zu tun. Das kommt durch den schönen Windschatten von Deutschland und eine sehr gute Leistung der Österreicher der Realwirtschaft.

Es ist doch kein Wunder, dass diese Persönlichkeit die Realität nicht mehr greifen und begreifen kann. Wahrscheinlich ist er auch schon im Machtdelirium und glaubt selber, dass er Griechenland retten kann.

Ist aber nichts Besonderes in Österreich, der Faymann glaubt ja auch, dass er mit den Vermögenssteuern von max. 2 Mrd. Euro sein min. 30 Mrd. Euro Versagen kompensieren kann.

ja, und die Herren Neugebauer und Haberzettel glauben auch noch immer, dass die warmen Eislutscher für deren Versagerklientel auch noch in 5 Jahren möglich sein werden.

Das was in Österreich überdurchschnittlich wächst,

ist die Korruption = ÖVP!

Antworten Gast: Finanzflirt
24.09.2011 13:05
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Re: Das was in Österreich überdurchschnittlich wächst,

Wie!!! Der Herr Vaiman ist VP-Mitglied?!

Und im roten AKH hat auch nur die zerbröckelnde Wiener ÖVP das sagen?

Antworten Gast: Biersauer
24.09.2011 05:42
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Re: Das was in Österreich überdurchschnittlich wächst,

..Und nicht zu vergessen die großzügig verschleuderten Bartenstein-Millionen für das nicht erreichbare Kjioto-Ziel, das schlägt auch aufs künftige Butget.
Da werden unsere Jungen in den kommenden zig Jahren ganz ordentlich schwitzen müssen, was dir RotSchwarzen da an Sculden zusammen getragen haben.

Antworten Gast: 1. Parteiloser
23.09.2011 22:56
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In Österreich wächst doch sehr viel mehr!,

Da haben wir mal die Staatsausgaben, welche durch das Regierungsversagen schön gewachsen ist. Verpfl. Vorschuljahr, ÖBB Investitionen, ORF Beiträge, Hacklerregelung u.v.m. haben einen erheblichen Beitrag dazu geleistet.

Auch die Staatsschulden wachsen hurtig weiter. Da haben wir einmal die Rekorddefizite, aber auch die schönen Verzockerverluste der Stadt Wien, Linz, dem Land NÖ und auch Kärnten.

Das Wachstums wird auch weiter gehen. Die ÖBB Projekte, sicher auch nicht alle sauber, machen das Loch noch viel größer. Die Schulprojekte werden Unsummen verschlingen, so wie auch die Unis, eine bessere Leistung für Österreich wird trotzdem nicht erbracht werden.

Es geht doch schon lange nicht mehr um die Parteifarbe, es geht um einen Konflikt Staat gegen Privat!

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Re: Das was in Österreich überdurchschnittlich wächst,

Nein,fast ALLE Politiker.

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