20.05.2013 03:30 Merkliste 0

Der Wert des Krisen-"Nein"

JEANNINE HIERLÄNDER (Die Presse)

Das Gold der Deutschen ist sicher. Und die Griechen zahlen ihre Schulden zurück.

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Einen Schuldenerlass für die Griechen wird es ganz bestimmt nicht geben – denn sie werden ihre Hausaufgaben brav machen. Auch die Banken kommen allein klar, Geld vom Staat brauchen sie jedenfalls keines. Portugal unter den Rettungsschirm? Ausgeschlossen! Schließlich hat es ja auch Irland aus eigener Kraft geschafft.

Die Dramaturgie der finanzpolitisch wichtigen Entscheidungen der vergangenen Monate folgte fast immer der gleichen Regel: Erst einmal wurde geleugnet, ausgeschlossen und dementiert, was das Zeug hielt. Sogar, dass es überhaupt Gespräche gab, wiesen die offiziellen Stellen gern bis zum Schluss von sich.

Nicht jede Kleinigkeit mit einem Paukenschlag an die Öffentlichkeit zu tragen, kann zwar hin und wieder richtig sein – vor allem, wenn es sich um solch sensible Themen handelt wie die Finanzlage der Euroländer. Aber in der aktuellen Schuldenkrise hat das vehemente Leugnen von Tatsachen mittlerweile Methode. Die Öffentlichkeit wird ungeniert für dumm verkauft und das Vertrauen der Bürger in ihre Vertreter immer weiter geschwächt. Doch das kümmert die Regierenden offenbar nicht.

Das Nein der Deutschen zum Plündern ihrer Bundesbankreserven sollte man also ungefähr so ernst nehmen wie alle vorangegangenen.

 

jeannine.hierlaender@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.11.2011)

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21 Kommentare
Gast: Luzifer
07.11.2011 11:17
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BAZAR nach Levante-Art!

Griechenland war 500 Jahre unter osmanischer Herrschaft. Das Zentrum der griechischen Kultur, Konstantinopel, wurde von den Osmanen sogar als Hauptstadt übernommen und weiterentwickelt. Es wäre naiv zu glauben, daß sich die Griechen so schnell den "westeuropäischen Franken" angeglichen haben!

Die W- u. Mitteleuropäer sollten endlich zur Kenntnis nehmen, daß sich mit der rasanten Ausdehnung der EU in Richtung Kleinasien und N-Afrika auch die Mentalität der "Wertegemeinschaft" ändern wird!

Re: BAZAR nach Levante-Art!

interessante neo-r.as.s.enlehre, die sie da verbreiten. die "franken" haben also wirtschafts- und währungspolitisch die weisheit mit dem löffel gefressen? darum hat wohl auch frankreich probleme seine schulden zu bedienen und die briten kennen ja sowas wie hohe staatsverschuldung und wirtschaftskrise nicht. oder sind das keine franken? noch zuviel latinischer oder keltischer einfluss? oder liegt london auch zu nahe an der levante? die westgotischen spanier haben auch troubles. wie kommt das? vielleicht weil sie goten und keine franken sind? das erklärt einiges!

von den portugiesen ganz zu schweigen. und die iren? (ah, weiß schon: zu wenig fränkisches blut bei denen!)

aber erklären sie mir das noch mal!

Re: BAZAR nach Levante-Art!

Konstantinopel, das Zentrum der griechischen Kultur?

Anscheinend habe ich in der Schule nicht so richtig aufgepasst........

Re: Re: BAZAR nach Levante-Art!

schule...auch so eine levantinische erfindung. da wird man vollgestopft mit GRIECHISCHER geschichte, GRIECHISCHER mathematik und philosophie, und wenns ganz arg kommt vielleicht sogar mit (alt)GRIECHISCHER sprache! die schule ist unser untergang! gottlob hat der obige poster davon nix mitbekommen, so konnte er sich fromm und frank durchs leben schlagen, ohne diese levantinischen einflüsse!

Antworten Antworten Gast: mulcahy
07.11.2011 13:15
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Re: Re: BAZAR nach Levante-Art!

vielleicht sagt ihnen byzanz mehr?

Re: Re: Re: BAZAR nach Levante-Art!

byzanz ein "zentrum der griechischen kultur"? ich will byzanz nicht herabsetzen, aber vielleicht (nur vielleicht!) waren athen, syrakus, milet, theben... doch ein klitzekleines bisschen wichtiger! eventuell...

Re: Re: BAZAR nach Levante-Art!


lassen's dem mann seine vorurteile. er will einfach die griechen zu absolut vertrauensunwürdigen orientalen erklären, die im gegensatz zu UNS ja in den bereichen philosophie, mathematik, astronomie, geometrie, geschichte... nix geleistet haben die letzten 2000 jahre. die gehören nicht zu UNS, denn WIR sind natürlich was viel besseres als diese böse, böse levante! wir haben schon seit millionen jahren florierende wirtschaft, null korruption, effiziente verwaltung und stabile währung, da waren diese levantinischen griechen noch auf den bäumen!

Antworten Antworten Antworten Gast: biserl
07.11.2011 14:22
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Re: Re: Re: BAZAR nach Levante-Art!

Und vorallem haben wir kein kontinuierliches Staatsdefizit, und natürlich wird Österreich (und alle anderen EU-Staaten, nur Griechenland halt nicht) diese Schulden brav abstottern, die nächsten 100 Jahre. Und die 100 Jahre so lange ist, leben wir noch paar Wahlperioden auf Pump, zu mindestens solange die Geldgeber es finanzieren.

Re: Re: Re: Re: BAZAR nach Levante-Art!

das ist aber nur so, weil wir auch so nahe an der levante sind! wenn wir RRRREINE FRRRANKEN wären hätten wir keine krise, keine arbeitslosen, kein defizit; es wäre alles in bester ordnung!

man ersetze in diesem artikel

die worte "politik, regierende, offizielle stellen,..." durch "journalisten, medien..."

ja, so schaut es (auch) aus in diesem land.

die 'vierte macht' gefällt sich allzu sehr im negieren ihrer eigenen beteiligung am entstehen diverser 'zustände'. und manche vertreter versuchen vom misthaufen vor der eigenen tür abzulenken, indem sie behaupten: "dort drüben stinkt es!"

Antworten Gast: gasteinilein
07.11.2011 10:24
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Re: man ersetze in diesem artikel


ja, den splitter im auge des anderen sehen und bequatschen sie, aber . . .

stimmt genau

währen all die Aussagen der europäischen Politiker zur Finanzkrise war, würden wir ein gutes Geschäft nach dem anderen machen.

die Regel nach der sich der Bürger richten kann ist wie folgt:

- jedes schlimme Gerücht ist wahr,
- wenn etwas vehement dementiert wird kommt es sicher
- bei der Wahl zwischen Wohl der Banken und Wohl der Bürger wird immer zu gunsten der Banken entschieden
- Haftungen werden immer zu 100% schlagend
- der Euro ist nicht gefährdet sondern schon mausetod.

Antworten Gast: biserl
07.11.2011 14:25
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Re: stimmt genau

*seufz* Was hat der Euro mit Staatsdefiziten zu tun? Da praktisch alle Eurostaaten riesige Staatsschulden haben, könnte man locker doch die Regeln für die EZB nachbessern, und den Euro als ganzes "abwerten".

Nur der US$ ist noch weniger vertrauenswürdig, und den Yuankurs kontrolliert die chinesische Politik.

Re: Re: stimmt genau

wie das Zusammenhängt wird hier erklärt: http://de.wikipedia.org/wiki/Staatsschuldenkrise_im_Euroraum

Gast: Hubertus
07.11.2011 00:18
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Sehr richtig

Lassen Sie sich nicht von den Kommentaren der Ignoranten, die von solidem Wirtschaften und Geldpolitik keine Ahnung haben ,nicht beirren. Außerdem haben Sie keine wirtschaftliche Aussage gemacht sondern nur die Verlogenheit der EU-und Euro Politiker kommentiert und zwar richtig. Die Schulmeisters kennen eben nur ein Credo: les affaires c"est l"argent des autres.

Re: Sehr richtig

Man sollte den leider eben verstorbenen Paul Schulmeister nicht mit seinem Bruder Stephan, auf den Ihre Bemerkung passt, in einen Topf werfen!

wen interessieren die goldreserven der bundesbank?


die autorin scheint vom in der redaktion grassierenden goldfieber befallen worden zu sein. die deutschen könnten alles gold der welt gehortet und gebunkert haben, es würde ihnen nichts nutzen angesichts der großen depression die uns vermutlich bevorsteht, wenn die austeritätsfanatiker so weiter machen wie bisher.

wichtig wäre es ökonomisch entscheidende fragen zu behandeln (wie kommen wir zu mehr wirtschaftswachstum? wie lösen wir langfristig die finanz- und schuldenkrise ohne in eine weltwirtschftskrise zu schlittern?) und nicht wieviel goldbarren in frankfurt im keller stehen. und wer wann was gesagt hat ist uns heute auch schnurz.


hierländer von gold-jilch infiziert?


hat ihr der goldjunge der redaktion, der möchtegern-midas und goldfetischist nikolaus jilch etwa geflüstert, dass aller laster anfang mit der reduktion unnützer goldreserven durch nationalbanken beginnt?

weil bisher ist die autorin eher durch vernünftigere artikel aufgefallen. was nicht schwer war, bei der konkurrenz, aber offenbar ist es nahezu unmöglich bei vollem verstand zu bleiben in der "presse-wirtschaftsredaktions"-umgebung.

oh, die armen deutschen!


die teuflischen pleitegriechen wollen ihnen jetzt auch noch ihr gold klauen! wie gemein!

kommt mir sehr bekannt vor, dieses gejeier. kann man jeden tag in so qualitätsblättern wie "heute" und "österreich" lesen. auf den griechischen sündebock einzuprügeln ist halt doch das einfachste. auch für die schellhorn-schülerin die den obigen kommentar verfasst hat. "heute" tut aber wenigstens nicht so, als ob es eine qualitätszeitung wäre. vielleicht kann "die presse" sich auch mal von dieser fiktion verabschieden, das wär zumindest ehrlich.

Sehr gut erkannt!

Bravo!

Gast: Gerne nur Gast
06.11.2011 19:20
1 1

Ein


Zwischenbericht.

Gehalt: unter der Wahrnehmungsschwelle.

Wert: keiner. Zeit: zeitlos, weil zum Vergessen.

= echter Journalismus.

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