22.05.2013 10:02 Merkliste 0

Märchenstunde im Altersheim

STEFAN RIECHER (Die Presse)

Die OECD fordert ein höheres Pensionsalter – wieder einmal. Es wird Zeit, zuzuhören.

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Schon wieder?“, werden sich viele fragen, wenn sie auf die Forderung der OECD stoßen, das Pensionsantrittsalter in Europa anzuheben. „Nicht schon wieder“, denkt sich der Politiker. Man hat sich gut arrangiert: Die Jungen zahlen für die Pensionen der Älteren. Umlageverfahren nennt man das. Man könnte es auch Generationenraub nennen. Junge Arbeitnehmer zahlen heute mehr als je zuvor in den Pensionstopf ein und bekommen dafür weniger als je zuvor.

Egal. Will man als Politiker wiedergewählt werden, darf man es sich mit der größer werdenden Gruppe der Pensionisten nicht verscherzen. Schade ist, dass die Bevölkerung die Märchen der Politik glaubt. Etwa jenes, dass eine höheres Antrittsalter den Sozialstaat Geld koste. Weil sich die Arbeitslosigkeit erhöhe.

Jedes Jahr, das die Österreicher später in Pension gingen, brächte dem Pensionssystem eine Ersparnis von 1,2 Mrd. Euro. Stiege die Arbeitslosigkeit dadurch um 50.000 Personen oder einen Prozentpunkt – ein hoch angesetzter Wert –, könnte das Sozialsystem die Betroffenen problemlos auffangen. Ohne Mehrkosten.

Solche Berechnungen sind aber schwierig zu verkaufen. Bis zur nächsten Wahl werden die Staatsfinanzen das schon noch aushalten. Und die OECD? Wird auch in 20 Jahren noch nach einem höheren Antrittsalter schreien. Wenn es bis dahin nicht zu spät ist.

 

stefan.riecher@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.06.2012)

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32 Kommentare
 
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das kommt, wenn der Sozialstaat besonders für die Betuchten sorgt

. . . bete und arbeite.
Ich kenne Bauern und Handwerker, welche rüstig und glücklich bis ins hohe Alter werkten. Und als sie's nicht mehr schafften, sich im Leben nicht mehr zurechtfanden.
So sollte es jeden's Pflicht sein, solange gesund und arbeitsfähig sich für sich und die Familie zu sorgen.

Wie kommt die Jugend dazu, manchen horrende Pension zu bezahlen anstatt die Gesellschaft hilft, dass die Jungen sein ein Heim leisten können und sich früh um die Kinder sorgen könnten.

Sozial gerecht wäre, wenn man nicht mehr voll arbeitsfähig ist, dass die Gesellschaft der Bedürftigkeit entsprechend für eine lebenswerte Pension aufkommt.

Doch mit der Pfründe- und Privilegienwirtschaft haben sich die Politiker beste Einkommen und Pensionen geschaffen und wer immer aufmumpft, fliegt aus der Paddei.


Arme OECD

Die Leute bei der OECD, die für die Ausarbeitung der Pensionsdaten zuständig sind, müssen angesichts der politischen Entwicklungen in Europa eigentlich akut selbstmordgefährdet sein.

Das ist ja schlimmer als bei einem Müllmann, der zuschaun muss wie Leute den Dreck absichtlich neben den Mistkübel werfen.

Die Ignoranz der Politik gegenüber der nächsten Generation hat nicht nur in Österreich sondern europaweit System - sie kann wunderschön mit der New Political Economy erklärt werden: rationale Entscheidungen werden nicht getroffen, es geht den Beteiligten ausschließlich um Wählerstimmenmaximierung. Denn dass das Antrittsalter erhöht werden muss, kapiert wohl selbst ein Faymann. Ändert aber nichts daran, dass man mit diesbezüglichen Forderungen keinen Blumentopf gewinnen kann.

Also wird - wider besseres Wissen - das System aufrechterhalten und dann auch noch frech mit "Generationenvertrag" gerechtfertigt. Als ob wir, die jetzigen Zahler, auch nur irgendwas rausbekommen werden. Der Witz ist ja: man kann ja als junger Mensch heutzutage nicht einmal mehr guten Gewissens SPAREN, weil die inkompetente Politik auch noch dafür sorgt, dass durch die bald kommende Inflation auch die Sparguthaben aufgezehrt werden.

Re: Arme OECD

wie wahr - das alles firmiert auch unter der bezeichnung "florianiprinzip".

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Re: Arme OECD

Treffend analysiert - so wie übrigens auch der Artikel.

Gast: fulca
13.06.2012 07:59
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Der Verschwender

Solange sich Österreich und seine Bevölkerung sich neun Bundesländer samt Landeshauptleuten, Landesregierungen, Landesverwaltungen und deren Hampelmänner bis weit in alle Institutionen leistet - und das sind gewaltige Milliardenbeträge, die jährlich in diese Politfolklore fließen - braucht uns um das Pensionssystem nicht wirklich bange sein!

Gast: Ella
12.06.2012 15:45
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Altersteilzeit??

Was wurde eigentlich aus der Altersteilzeit?? Gibt es die noch? Wir haben das in unserem Betrieb gemacht und das hat ganz gut funktioniert. Wenn das dann noch alle oder möglichst viele Unternehmen (große und kleine) machen würden, könnte man der Arbeitslosigkeit UND den frühen Pensionsantritten entgegenwirken. Abgesehen davon, dass mit den älteren Mitarbeitern der Erfahrungsschatz etwas länger im Unternehmen bleiben würde.

Generationenraub...?

Die Welt gibt es eben nicht geschenkt.

"Die Jungen zahlen für die Pensionen der Älteren. Umlageverfahren nennt man das. Man könnte es auch Generationenraub nennen."

ich muss mich immer wundern, wenn dieser generationenraub ausschließlich am faktor geld festgemacht wird.

der finanzielle raub an den jungen ist doch das allerkleinste 'problem', das ältere oder schon verstorbene generationen hinterlassen.

Antworten Gast: pächter der wahrheit
12.06.2012 12:22
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Re: "Die Jungen zahlen für die Pensionen der Älteren. Umlageverfahren nennt man das. Man könnte es auch Generationenraub nennen."

Nicht Raub sondern tw. Abpressung, welche nicht durch die Masse der Pensionisten entstehen sondern durch das kurzsichtige Denken der Politik.


Gast: factfinder
12.06.2012 09:15
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Märchenstunde in der PRESSE

Wenn Milliarden in EU Hilfspaketen und in der kommenden Transferunion an die Banken abgeliefert werden, stört das niemand von der PRESSE Redaktion. Daß diese Unsummen dann bei der Kranknversorgung, der Bildung und bei den Pensionen fehlen werden, ist evident und somit ein Faktum. Also, ordentlich recherchieren Herr Riecher, bevor sie vorgegebene Aussendungen abkupfern. Aber es stimmt schon, das tun ja andere PRESSE Redakteure auch nicht. Es wird also die Blattlinie sein...

Re: Märchenstunde in der PRESSE

Wenn die Leute von heute auf morgen akzeptieren würden, dass sie 5 Jahre länger arbeiten müssen, wären wir unsere Schulden los (natürlich Invalidität/etc. nicht eingerechnet - versteht sich von selbst)

Und wenn wir seit Kreisky keine Schulden, sondern ein Budgetplus fabriziert hätten, könnten wir heute im Alleingang Griechenland retten.

Aber Hauptsache auf die Banken schimpfen, ist ja einfacher.


Gast: Finanzierungsprogramm Karl Heinz Grasser
12.06.2012 08:26
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Ausgliederungshandbuch BM Finanzen

Wie die Kosten zum Ausgliederungsprogramm
des KH Grasser berechnet wurden für
massenhafte Zwangspensionierungen wird
ein Geheimnis bleiben, wie die verschwundenen
Millionen in Liechtenstein ?

Gast: Markus Trullus
12.06.2012 07:42
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lauter systemische Fehler

Das Kapitalveranlagungssystem ist nicht besser als die Umlagesysteme. Für Otto Normalverbraucher sind, wenn man die echten Leistungen vergleicht, kaum Unterschiede.
Ein höheres Pensionsalter scheitert an den Jobs, die da sein sollten. Das ist das Problem, und das hat wieder viele Ursachen. etwa die altersbedingte Lohnerhöhung, die kein Betrieb mehr umlegen kann (und wo die Leistung auch schon lange nicht mehr stimmt). Deshalb die vielen 55+ Frühpensionisten. Das machen etwa die Dänen oder Finnen viel besser....

Gast: badbankermacht
11.06.2012 23:27
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die sozialisten mit den vielen finanzexperten u. bankergenossen werden auch noch die staatlichen asvg pensionen vollends ruinieren. die infamen bilderbergerpläne sind realität geworden.

freiheit, demokratie u.der soziale frieden,soziale wohlstand u gerechte pensionen nach 40 jahren arbeit für die büger-innen müssen wieder etwas wert sein, in europa. die bankerlobbys und spekulanten haben aus fast ganz europa ein sozialpolitisches trümmerfeld gemacht und diese zocker, spekulanten und internationalen geldeliten kennen keine grenzen mehr. europa ist nur mehr ein von den bankern ferngesteuerter kontinent geworden. und dank der eu bankerlobbys und des teuros gehts noch weiter steil nach unten. die banker u.reichen sollen ihre eigenen gelder am elitären freien kapitalmarkt veranlagen oder verzocken und verspekulieren,aber es muß endlich aufhören, dass billionen von volksvermögen in die finanzmärkte fließen. normale geschäftsbanken sind natürlich für die volkswirtschaft zu schützen, aber alle anderen bekannten badbanken müssen aus einer funktionierenden gesellschaft herausgelöst werden. wenn diese spekulanten u.banker sich verzockt haben-gehören die in konkurs oder vor gericht(bei vorsetzlich fahrlässigen handeln)aber dass die staaten(Steuerzahler/arbeitnehmer) mit miliarden und nationen mit billionen in geiselhaft genommen werden können-ist ein politischer irrsinn u.volkswirtschaftlich und sozialpolitisch völlig destruktiv. die steigenden eu arbeitslosenraten, unruhen, massive jugendarbeitsosigkeit u.sozialabbau bei den staatlichen pensionen sind bereits fakten dieser eu fehlentwicklung. und eine eu, die nur mehr für die bankenlobbys da ist, braucht niemand mehr

ASVG für alle....

Wie wär's halt mit einem einzigen System für alle....

Re: ASVG für alle....

Ja - inklusive aller Politiker, die uns besonders viel Pensionsgeld kosten, wenn man deren Priviliegien mal näher betrachtet. Warum schreien wir alle nicht dagegen?

Gast: LegendIn
11.06.2012 18:48
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40 Jahre angewandter Sozialismus haben eben nicht nur in Österreich Generationen von geistigen Nackedeien ohne das geringste wirtschaftliche Grundverständnis gemacht

Unser Pensionssystem gleicht einer staatlich legalisierten Schaufensterplünderei:

Anders kann man es nicht bezeichnen wenn sich immer mehr fröhliche Nichtleister am Geld der arbeitenden Leistungsträger vergreifen und sich dabei noch "im Recht" wähnen.

Die "zuerst kommenden" schnappen sich alles was sie tragen können, die etwas weiter hinten stehenden bekommen dann so gut wie garnichts mehr.

Die Jugend kommt gleich 5-fach zum Handkuss:

1.) muss sie horrende Beiträge für die heutigen (Früh)Pensionsgenießer aufbringen.

2.) wird sie weit länger arbeiten müssen als die heutige Nobelpensions-Generation.

3.) wird es bald nur mehr eine Art "Volkspension" geben, mehr oder weniger am Sozialhilfeniveau angesiedelt

4.) muss deshalb eben diese Jugend nebenher auch eine private Pensionsvorsorge ansparen

5.) werden die Kreisky-Vranitzky-Faypröll - Megaschulden der Jugend voll auf den Kopf fallen.

Und das alles passiert während vor ihren Augen die heutigen Luxuspensionisten den Sozialstaat verkonsumieren.

Wer sich vor dem Hintergrund des drohenden Staatsbankrottes allen ernstes vor diesen angewandten Privilegienstadel stellt sollte auf seinen Geis teszustand untersucht werden. Egal welcher Partei er "nominell" angehört.

Re: 40 Jahre angewandter Sozialismus haben eben nicht nur in Österreich Generationen von geistigen Nackedeien ohne das geringste wirtschaftliche Grundverständnis gemacht

Sehr geehrter Herr Lengendin!

Ich empfehle Ihnen dringend, Ihren Wissenshorizont zu erweitern. Zwar lernen Sie sehr brav auswendig, was man uns von Medien- und Politikerseite ständig aufschwatzt, man sollte jedoch auch ein wenig in Eigenregie den Kopf verwenden. Es ist durchaus erlaubt selbst nach Literatur zu suchen, eigene Fragen zu stellen, vielleicht einmal spazieren zu gehen und ein wenig über all das, was man uns so erzählt nachzudenken. Sollten Sie irgendwann von einem der Spaziergänge skeptisch und verunsichert heimkehren und an den Glaubenswahrheiten der Neoliberalen zu zweifeln beginnen, so empfehle ich Ihnen ein interessantes Buch: "Meinungsmache", von Albrecht Müller. Wer nämlich nur ein wenig logisch denkt, zweifelt (Zweifel ist immer ein Zeichen dafür, dass man den Kopf gebraucht) wird das ohnehin schon geahnt haben. Hier erfahren Sie dann mit Zahlen, Namen, Hinweisen etc. wie man Sie über all die Jahre verarscht hat und für wie dumm man Sie hält. Aber es gibt nicht nur das erwähnte Buch, sondern eine Vielzahl andere zu den verschiedensten Themen. Vielleicht sollten Sie sich diese Bücher ein wenig zu Gemüte führen. Ein Schutz, damit Sie nicht einmal sagen müssen, Sie hätten das, was noch kommen wird nicht wissen können! Komisch, dass die Neoliberalen eigentlich in ihren Prognosen immer irren! Schade, wenn man die anderen Experten nicht kennt, die in ihren Prognosen (Bsp. Otte) richtig liegen. So ist eben.

Re: Re: 40 Jahre angewandter Sozialismus haben eben nicht nur in Österreich Generationen von geistigen Nackedeien ohne das geringste wirtschaftliche Grundverständnis gemacht

Danke, dass sie mit ihren Argumenten die Behauptungen von LegendIn so treffend widerlegt haben.

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Re: Re: Re: 40 Jahre angewandter Sozialismus haben eben nicht nur in Österreich Generationen von geistigen Nackedeien ohne das geringste wirtschaftliche Grundverständnis gemacht

Welche Argumente? Alles was in Pacellis Beitrag steht ist die Empfehlung ein Buch zu lesen, ohne näher auf dessen Inhalt oder gar angebliche Irrtümer des Vorposters einzugehen. Daneben wird wieder einmal auf irgendwelche "Neoliberalen" geschimpft, ohne sagen zu können, wer das sein soll und mit welchen Prognosen die sich angeblich irren.

Ich glaube,

das war ironisch gemeint.

Denn außer Spam findet sich im genannten Beitrag kein Argument.

Wunderbarer

Kommentar!!!

ja natürlich!


wir jungen gehen immer später, während die alten die fetten pension genießen (oder die zukunft fressen?)

eine pensionsreform muss endlich auch die unbezahlbaren pensionen der beamten schröpfen!!!

und wer sich auf die unmöglichkeit vom eingriff in verträge ausreden will, der soll bedenken, dass man dann beim aktiven genauso wenig eingreifen dürfte - oder?

Re: ja natürlich!

Nachdenken? Bitte selbst ein wenig recherchieren. Um sich zu informieren, ist es nötig mehrere Zeitungen und Periodika zu konsumieren, Bücher verschiedener Experten zu lesen, vor allem den Kopf zu gebrauchen. Ihr Kommentar, nicht nur Ihrer, ist eigentlich ein Armutszeugnis hinsichtlich der geistigen Widerstandsfähigkeit eines Volkes, das man - offensichtlich völlig zurecht - für blöd hält. Wir haben Bibliotheken, wir haben Büchereien, wir haben die Möglichkeit einer guten Schulbildung, wir haben soviel, um unsinformieren zu können und dann ist das, was man bei diesen Postings liest die Ausbeute? Weshalb die Dinge so auf dieser Welt laufen? Das Desinteresse ist es! Dieses widerliche Nachplappern all dessen, was man uns als "Information" täglich vorsetzt, der mangelnde Kampfgeist, all das ist so trostlos! Liest man die Postings, so ist das Anlass für Verzweiflung! Leider Dummheit war und ist immer mehrheitsfähig - die Geschichte ist der beste Beweis dafür. Allerdings, das setzt Geschichtskenntnisse voraus!

... was wollten sie sagen?

und ich hoffe nur sie sind kein österreicher, denn dann hätten sie sich gerade als blöd bezeichnet!

Re: Re: ja natürlich!

dann plappern sie ihre " Weisheit" doch mal vor.

Argumente finden sich bei ihnen keine!

 
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