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Schutzfront gegen Strache vor EU-Wahl

01.07.2012 | 18:08 |  KARL ETTINGER (Die Presse)

EU-Fiskalpakt: Die Sozialpartner bereiten ein Europa-Papier vor - auch für eine höhere Wahlbeteiligung.

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Die Menge war überschaubar, die FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache zur Anti-ESM-Kundgebung zusammengetrommelt hatte: Nur einige hundert Personen waren in der Vorwoche zum Protest gekommen, ehe vor der politischen Sommerpause im Nationalrat übermorgen, Mittwoch, (4.Juli), grünes Licht für den ESM gegeben wird.

In der Regierung gibt man sich allerdings keinen Illusionen hin, dass die recht spärliche Beteiligung bei der FPÖ-Aktion die Stimmung in der Bevölkerung tatsächlich widerspiegeln würde. Vor allem Werner Faymanns SPÖ marschiert auf einem schmalen Grat. Schließlich gibt es von den Jusos über die Gewerkschaft bis ins Parlament starkes Bauchweh mit dem EU-Fiskalpakt. Gleichzeitig bemüht sich die SPÖ-Zentrale, dass nicht allzu viele aus der roten Arbeitnehmer-Stammklientel bei der nächstjährigen Nationalratswahl oder dann 2014 bei der EU-Wahl Straches Freiheitlichen ihre Stimme geben.

Unterstützung bei dieser Art Schutzfront gegen Strache wird es von den Sozialpartnern geben, die schon vor der EU-Abstimmung 1994 für den EU-Beitritt eingetreten sind. Jetzt bereiten die Sozialpartner, angeführt von den Präsidenten Christoph Leitl (Wirtschaftskammer), Erich Foglar (ÖGB) und Herbert Tumpel (Arbeiterkammer) ein eigenes Europa-Papier vor. Dieses wird dann beim Sozialpartner-Dialog im Herbst in Bad Ischl vorgelegt. Ein generelles Ziel steht ebenfalls fest: Die schwache Wahlbeteiligung – 2009 lag sie bei rund 40 Prozent – soll erhöht werden.

Dabei soll es sich keinesfalls um eine Jubelbroschüre handeln. Das Papier solle vielmehr kritisch die Entwicklung seit dem EU-Beitritt hinterfragen, etwa auch, was aus dem von der damaligen Staatssekretärin Brigitte Ederer versprochenen „Tausender“ geworden ist. Bei dieser Bestandsaufnahme würden bei allem Bekenntnis zu Europa auch negative Folgen nicht ausgespart. Alles andere wäre auch im Hinblick auf Strache wenig glaubwürdig. Schließlich haben beispielsweise auch Arbeitnehmervertreter wie AK-Präsident Tumpel immer wieder vor negativen Folgen für den heimischen Arbeitsmarkt durch eine zu rasche Ostöffnung gewarnt.

 

E-Mails an: karl.ettinger@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.07.2012)

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8 Kommentare

Österreich braucht eine Schutzfront gegen alle

ÖVP und SPÖ Politiker, die ohne jede Mitbestimmung der Österreicher den Beitritt zur Eurozone durchführten, wollen gegen jede Vernunft und jedes Wissen den Euroweg weiter schleichen. Auch jetzt wird der Fiskalpakt und der EMS ohne jede Aufkärung der Österreicher durchgeführt! Die Auswirkungen auf unser aller Geld ist ihnen egal. Da sich die Grünen dazu bereit erklärten, können die beiden anderen und echten Oppositionsparteien FPÖ und BZÖ keine Volksbefragung gegen das Proporz Diktat der SPÖ und der ÖVP erzwingen. Was die Grünen machen, ist ein Verrat am österreichischen Volk und an den Möglichkeiten der Österreichischen Demokratie für eine Opposition, die über ein Drittel der Mandate im Parlament besitzt! Hoffentlich lässt sich das österreichische Volk nicht mehr täuschen und belügen. Denn das Ende des Euro kann mit wertlosem Euro Druckpapier allein nicht verhindert werden!

Gast: guckmal
02.07.2012 15:16
2 0

Unterstützung bei dieser Art Schutzfront gegen Strache

wie dämlich muss man sein, diese "Schutzfront" zu organisieren.

Mit jeder Aktion GEGEN Strache,
wird er immer mehr an Stimmen und Einfluss erhalten und das wird dann endlich diese unsägliche Regierungsgilde SPÖVP und den"grünen" Giftzwergerl die Niederlage bringen.


Gast: Vogel Strauss
02.07.2012 07:54
1 0

Anti-ESM-Demo

Wenn diese Demo von einer überparteilichen Organisation veranstalten worden wäre, wären sicher viel mehr Leute gekommen. So hatte es halt ein blaues Mäntelchen, das nicht jeder goutiert!

Gast: Blismuth J
01.07.2012 21:40
7 0

Schutzfront gegen Strache vor EU-Wahl

Strache und Sarazzin, teilen ein gemeinsames Schicksal.

Die Wahrheit ist unerwünscht!

Antworten Gast: TT1
02.07.2012 07:09
1 6

Re: Schutzfront gegen Strache vor EU-Wahl

Und ich dachte, Strache und Sarrazin teilen Rassismus, Hetze und Dummheit.....

Antworten Antworten Gast: Die Wahrheit muß unterdrückt werden
02.07.2012 18:10
1 0

Re: Re: Schutzfront gegen Strache vor EU-Wahl

Sie dürfen nicht alles glauben, was der Genosse Parteisekretär Ihnen erzählt.

8 0

Re: Re: Schutzfront gegen Strache vor EU-Wahl

Zumindest bei Sarrazin liegen Sie grundfalsch. Er zählt zu den Klügsten die Deutschland hat - er hat halt keine gute Presse. Das nimmt ihm aber nichts von seinen schlagenden Argumenten und gehobenem Format in Auftritt und Formulierung.

Gast: Akli
01.07.2012 20:20
4 0

Schutzfront gegen Strache vor EU-Wahl

Eine Allianz gegen die Vernunft??

Der Wähler wird sehr wohl unterscheiden, wer verantwortungsvoll für sein Land eintritt!

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