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Stöger strapaziert die Nerven der Wirtschaft

23.07.2012 | 18:23 |   (Die Presse)

Konflikt vor dem Ministerrat: Gesundheitsminister ist beim Krankengeld für Selbstständige säumig.

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Der Mühlviertler macht an sich nicht den Eindruck, streitsüchtig zu sein: Dennoch wird Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) immer mehr zum Reibebaum für Wirtschaftsvertreter. Nachdem er zuletzt das Bonusmodell der Sozialversicherungsanstalt der Gewerblichen Wirtschaft (SVA) kritisiert hat und Selbstbehalte am liebsten abschaffen würde, geht er in einer anderen Frage vor dem Ministerrat heute, Dienstag, auf Konfrontationskurs. Der Grund: Mit dem Sparpaket im März wurde im Ministerratsprotokoll der rot-schwarzen Bundesregierung festgeschrieben, dass „nähere Modalitäten“ zur Einführung eines Krankengeldes für Selbstständige, die länger als sechs Wochen aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls ausfallen, fixiert werden sollen. In der Protokollanmerkung wurde eine Frist gesetzt: „Ein Ministerratsvortrag zur Umsetzung ist bis Juni einzubringen.“

Aber auch beim Ministerrat am heutigen 24. Juli wird daraus nichts werden. Der Punkt sei nicht auf der Tagesordnung, hieß es im Büro des Gesundheitsministers. Es würden noch Verhandlungen geführt. Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl war wegen der Verzögerung zuletzt äußerst ungehalten.

Dem Vernehmen nach ist ein Entwurf an Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner als ÖVP-Verhandler in der Regierung übermittelt worden, der aber wegen zusätzlicher Forderungen Stögers so nicht akzeptiert wurde. Selbst Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ), der wie Stöger aus der Gewerkschaft kommt und in bewährter Sozialpartnermanier zur Vermittlung eingeschaltet worden ist, konnte vorerst nicht erreichen, dass es zu einem Kompromiss kommt.

Die Wirtschaftsvertreter fürchten, dass Stöger das Projekt hinauszögert, um eine Umsetzung und damit eine Verbesserung für Selbstständige, deren Kosten auf rund 20 Millionen Euro geschätzt werden, noch vor der Wahl zu verhindern. Koalitionsintern gibt man sich nämlich keinen Illusionen hin: Alle heiklen und strittigen Materien, die nicht im Herbst im Parlament beschlossen werden, haben kaum mehr Chancen auf Erledigung vor der Wahl 2013.

 

E-Mails an: karl.ettinger@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.07.2012)

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2 Kommentare
Gast: Hammerwerfer
23.07.2012 20:19
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Der Hammer mit der SVA

Finde gerade folgendes heraus:

Brief an die WKO: ".....Ich ersuche Sie daher mein Gewerbe weiterhin als ruhend zu behandeln.

Der Grund für diese Änderung liegt in den Beitragsmodalitäten der SVA: Obwohl ich dort bei Wiederaufnahme nur von August bis Dezember 2012 versichert gewesen wäre, würde meine SVA-Beitragspflicht dennoch auf das komplette Jahr 2012 hochgerechnet werden – obwohl ein tatsächlicher Versicherungsschutz nur für 5 Monate bestünde. Bei den enormen Beitragsgebühren ist es daher für mich günstiger bis Jahresende nicht-versichert zu sein, als für die letzten paar Monate für ein gesamtes Jahr Beiträge zu bezahlen. Hier stimmt etwas mit dem System nicht!" ----- Mit anderen Worten: Zwar werden die quartalsmäßigen Beiträge im laufenden Jahr nur mit der beantragten kleinen Vorschreibung eingehoben - aber wenn im Folgejahr (2013) die Jahresabrechnung für 2012 erfolgt, werden die Beiträge für 5 Monate (August bis Jahresende) auf das gesamte Jahr hochgerechnet. --- Das bedeutet: Egal wie viel Monate man bei der SVA gemeldet ist, man wird auf alle Fälle für ein gesamtes Jahr geschröpft. ---- Das darf alles nicht wahr sein, ist aber laut SVA leider, leider GESETZ.

Gast: Mai
23.07.2012 20:18
2 0

Klar

Was interessiert die Sozen schon der/die an der Existenzgrenze herumgrundelnde EPU und In, der ausgepowerte KMU ?
Wo sind da eigentlich die Grünen und Innen, für welche jene ja durchaus eine Wählerschaft darstellt ?
Arbeiter, Angestellte, Öffentlich Bedienstete, Bauern, Großunternehmen.
Was anderes gibts net.
Darfs net geben.

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