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Hallo Fans? Hier ist euer Mars-Rover! Danke für alles!

06.08.2012 | 18:28 |  BETTINA STEINER (Die Presse)

Künstliche Intelligenz war gestern. Wenn wir Maschinen mögen sollen, müssen sie Gefühle haben wie Thomas, die Lokomotive.

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Marvin ist ein schlauer Roboter. Wenige können ihm das Wasser reichen – und Menschen schon gar nicht. „Ich habe gerade mit dem Hauptcomputer gesprochen“, erklärt er in einer Szene des Science-Fiction-Klassikers „Per Anhalter durch die Galaxis“. Was denn dabei herausgekommen sei, wollen die Menschen wissen. – „Er hasst mich“, sagt Marvin.

Kultautor Douglas Adams hat genau gewusst, dass wir uns nicht damit begnügen werden, den Maschinen Rechnen und Schachspielen beizubringen. Es reicht uns auch nicht, wenn sie uns mit sanfter Frauenstimme erklären können, wir sollen nach 50 Metern links abbiegen. Nicht einmal die Fähigkeit zum Dialog ist der Schlüssel zu unserem Herzen, all die Computerprogramme in der Nachfolge von Eliza („Ich habe Probleme mit meinem Vater“ – „Erzähle mir noch mehr von deiner Familie“) sind gescheitert.

Erst wenn Maschinen fühlen können, oder wenigstens so tun als ob, werden wir zufrieden sein. Es ist die letzte Stufe der Animation, erst dann sind unsere Kindheitsfantasien umgesetzt, wo Thomas, die Lokomotive seine Freunde verteidigt, und der Hebekran von Bob, der Baumeister sein verzagtes „Ja, wir schaffen das“ seufzt.

Jetzt ist ein Mars-Rover auf dem Mond gelandet, es war eine heikle Mission, gleich im doppelten Sinn: Zum einen wusste niemand, ob alles gut gehen würde in den sieben Minuten, die diese Landung dauerte, von „sieben Minuten Terror“ war die Rede. Zum anderen gab es nicht wenige, die den Sinn dieser 2,5 Milliarden teuren Mission infrage stellten. Da will nicht nur die Wissenschaft ihre Daten haben, da muss auch die Öffentlichkeit überzeugt werden!

Und hier kommt der Rover ins Spiel, der uns auf Twitter (Curiosity Rover) live an seiner Landung teilnehmen ließ. Er nahm Wünsche für eine gute Reise entgegen. Er forderte „Her mit den Erdnüssen“, als das Team auf der Erde eine Dose gesalzener Nüsse herumreichte (das soll Glück bringen). „Einst war es ein kleiner Schritt, jetzt sind es sechs große Räder“, twitterte er und freute sich auf ein „großes Abenteuer“. Gut angekommen, bedankte er sich bei seinen Fans und beim Team. Ein bisschen Anstand darf man von einer Maschine schon erwarten.

Nun, man kann einwenden: Da twittert ja ein Mensch! Das ist Schwindel. Aber als vor 250 Jahren ein österreichisch-ungarischer Hofbeamter den ersten Schachroboter erfand, konnte der auch noch nicht Schach spielen. In der Maschine, die unter anderem gegen Friedrich den Großen angetreten sein soll, war ein Mensch versteckt! Und jetzt? Jetzt gibt es Deep Blue, der Kasparow schlagen konnte (und der ursprünglich Deep Thought hieß, so wie der Supercomputer bei Douglas Adams).

Die Zukunft kann also kommen. Ich hoffe, du fühlst dich nicht einsam, lieber Rover in der Ferne.

 

E-Mails an: bettina.steiner@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.08.2012)

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1 Kommentare
Gast: Reb Laus
07.08.2012 11:13
0 0

Mars-Rover auf dem Mond?

Warum bitte ist der Mars-Rover auf dem Mond gelandet? Sollte man nicht erwarten, dass NASA bei einem mehrere Milliarden-Projekt das richtige Ziel trifft?

Weiters finde ich, dass der Vergleich mit Schachcomputern und künstlicher Intelligenz sehr schlecht ist, denn Curiosity ist alles andere, als ein selbst denkender Roboter, er ist nicht einmal einer, der selbsttätig agiert, bzw auf seine Umwelt reagiert. Er wird sehr sorgfältig und Schritt für Schritt von der kommandiert.

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