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Rot-schwarzes Tauziehen um die Obsorge

21.08.2012 | 18:16 |  ULRIKE WEISER (Die Presse)

Heinisch-Hosek will gleichgeschlechtliche Paare in das Familienrechtspaket hineinnehmen. Für die ÖVP öffnet das die Büchse der Pandora.

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Im Finale zum Familienrechtspaket bleiben sich Justizministerin Beatrix Karl und Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek nichts schuldig.

Zuerst tauchte ein Papier aus dem ÖVP-Justizministerium auf, das den Termindruck auf die Verhandlungen – vereinbart ist ein Abschluss im Herbst 2012 – erhöhen sollte: Wenn die Politik nicht bis Ende Jänner 2013 für unverheiratete Väter ein Antragsrecht auf gemeinsame Obsorge schaffe, bekämen ab 1.2. 2013 alle ledigen Eltern automatisch die gemeinsame Obsorge, hieß es drohend. Ein Szenario, das durch die Aufhebung der ursprünglichen Regelung durch den Verfassungsgerichtshof (VfGH) hervorgerufen wurde und das keiner will, weil die Automatik auch „Rabeneltern“ umfasst.Ende vergangener Woche drehte die SPÖ-Ministerin den Spieß dann um: Nach Blick auf Karls aktuellen Entwurf ließ sie medial ausrichten, man könne das Antragsrecht für ledige Väter ja vorziehen und den Rest „in Ruhe“ verhandeln. Im Justizministerium reagierte man verstimmt: Man wolle „keine weiteren Verzögerungen“. Denn „der Rest“, von dem Heinisch-Hosek spricht, hat es für die ÖVP in sich.

Die Frauenministerin will eine gemeinsame Obsorge für gleichgeschlechtliche Paare – eines ihrer Lieblingsthemen. Laut Oberstem Gerichtshof ist eine solche derzeit nicht möglich, aber der VfGH könnte Schwung in die Debatte bringen: Denn sollte er bald entscheiden, dass lesbischen Paaren künstliche Befruchtung erlaubt sein muss, stellt sich die Frage nach dem Sorgerecht der Partnerin. In weiterer Folge wäre auch eine Diskussion über ein gemeinsames Adoptionsrecht für Schwule und Lesben nicht mehr weit. Für die ÖVP öffnet das die Büchse der Pandora. Denn vom Vizekanzler abwärts ziert sie sich beim heiklen Thema, nur Frauen- und Familiensprecherin haben sich geäußert. Abschlägig.

Doris Täubel-Weinrich, Vorsitzende der Familienrichter, sieht dem Tauziehen ratlos zu. Einerseits spreche einiges für eine „große Lösung“ à la Heinisch-Hosek, denn, sagt sie: „Bei der Obsorge gleichgeschlechtlicher Paare und auch bei der Adoption gibt es eine rechtliche Lücke.“ Andererseits sei der ideologische Graben zwischen den Parteien zu groß: „Dann wird alles auf die lange Bank geschoben.“ Immerhin lag die „Obsorge neu“ schon bei Karls Vorgängerin in der Schublade. Wobei die Frauenministerin eventuell praktischer denkt: Die „Regenbogenfamilie“ in der Hinterhand könnte Druck zugunsten anderer Änderungen machen: Heinisch-Hosek will, dass gemeinsame Obsorge bei strittigen Scheidungen erst nach einer „Abkühlphase“ kommt und dass ledige Väter sich „bewähren“ müssen, bevor sie die gemeinsame Obsorge beantragen. Im jetzigen Entwurf ist das nicht vorgesehen.

 

E-Mails an: ulrike.weiser@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.08.2012)

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14 Kommentare
Gast: Frau
27.08.2012 11:33
2 0

Eigentlich

ist es ohehin gut, dass automatisch beide Elternteile die gemeinsame Obsorge bekommen, ich gehe doch davon aus, dass die sogenannten "Rabeneltern" den geringeren Teil der Eltern ausmachen. So können Kindern nicht automatisch als "Kampfmaßnahme" mißbraucht werden. Selbst als Frau erscheint mir unser System als Frauen bevorzugend, das kann nicht im Interesse der Kinder gelegen sein. Außerdem verwundert es mich schon ein wenig, Männer sollen einen größeren Beitrag zur Erziehung leisten, siehe der unselige "Papamonat" aber im Falle des Scheiterns einer Ehe, nicht auch automatisch Rechte haben, da wird doch irgendwie mit zweierlei Maß gemessen....

Wieder rote Ministerin als Männer-Hasserin...

...wir kennen den Ablauf: SP-Heinisch glaubt, Frauen sollen weiterhin Kraft ihrer unschuldigen kleinen Kinder an der Macht bleiben...es den bösen Vätern zeigen, wo der Bartl den Most holt...aber leider fehlt ihr (wie allen Politikern) die Weitsicht auf den Schaden, den sie mit ihrem Unvermögen anrichten: Immer mehr Kinder wachsen ohne Vater auf ! Was das für die Psyche eines solchen Menschen bedeutet, wird die breite Masse der Eltern erst erfahren, wenn Heinisch längst im Pflegeheim liegt...also bitte, liebe Mütter: Auch Ihr Kind braucht einen Vater !

Gast: friedhofsgärtner
23.08.2012 12:32
1 2

ersteinmal sollen die Männer

die Fingernägel vorweisen, sind die sauber , können wir weiterreden. Dieses Gesülze ist doch erstklssiger Quatsch, wer soll da veralbert werden, sind die Eltern vernünftig , klappts, wenn nicht, hilft das alles nichts.

Warum H-H?

Warum verhandelt dieses Thema das Frauen- und nicht das Familienministerium? Zuständig ist eindeutig letzteres!

H-H ursurpiert wieder einmal ein Thema, das sie einen feuchten Kehricht angeht, um Männer sowie normale Frauen zu schädigen.

Man kann nur hoffen, dass sie politisch nach den nächsten Wahlen den Weg alles Irdischen geht - im Sinne der normalen Männer, Frauen und Kinder dieses Landes!

Antworten Gast: adelbarato
22.08.2012 13:02
1 7

Re: Warum H-H?

Was ich nicht ganz verstehe ist die Ansicht, dass durch eine Gesetzgebung, die dem Vorschlag von BM H-H folgt, Männer sowie "normale" (?) Frauen geschädigt werden.

Rein "technisch" betrachtet ist es doch wohl so, dass homosexuell lebende Eltern ihrerseits über hetero- oder bisexuelle Eltern verfügen, die ihnen nach ihrem jeweiligen erziehungstechnischen Vermögen Werte mitgegeben haben, die sich nicht wirklich wesentlich von denen unterscheiden dürften, die heterosexuell lebenden Kindern vermittelt wurden. Außerdem haben x homosexuell lebende Personen heterosexuelle Geschwister etc.
Erziehung wird weitergegeben, oft 1:1...!
Es wird niemandem etwas weggenommen wenn man dem Leben offen begegnet und diese Offenheit auch gesetzlich verankert!

Ein Kind wird somit durch das Aufwachsen in einer Regenbogenfamilie nicht automatisch besser oder schlechter erzogen, bekommt nicht automatisch ein "falsches" Wertesystem vermittelt und wird auch nicht nur aufgrund der Sexualität eines / beider Elternteile seinerseits homosexuell!

Das Leben ist vielfältig und vielschichtig - besser, man lässt das Leben zu und öffnet sich diesem als falsche Ängste vor allem zu entwickeln was einem selbst (richtigerweise) fremd ist!

Auch die ÖVP sollte sich der Lebensrealität öffnen und anerkennen, dass viele der in dieser Partei an und für sich grundgelegten Ideale auch Leute ansprechen, die nicht nur homosexuell sind, sondern zudem auch genau solche Forderungen von SPÖ- Politikern unterstützen.

"Regenbogenfamilie"

Man sollte schon ernsthaft überlegen ob es richtig sein kann, dass Rechtsnormen so geändert werden, dass durch sie ausgedrückt wird,
dass es gesellschaftlich akzeptabel wäre mit voller Absicht von vornherein zu bestimmen, dass gewisse Kinder gänzlich auf die Vaterbeziehung verzichten müssen.

Einfache Logik, Menschenkenntnis, und der Vorteil von Mutter + Vater wird evident:

Es sinnvoll ist, wenn Kinder in ihrem unmittelbaren Umfeld besonders vertrauenswürdige weibliche und männliche Bezugspersonen vorfinden. Da Kinder in ihrer Entwicklung Krisen durchlaufen, ist es logischerweise ideal, wenn diese besondere Bezugspersonen im eigenen Zuhause, und damit so gut wie möglich immer verfügbar sind. Das spricht für Mutter + Vater im eigenen Haushalt als primäre Bezugspersonen. Wie sollen Gleichgeschlechtliche Paare diesen Vorteil bieten?

Es widerspricht guten Erziehungsprinzipien Kindern die schönsten Erfahrungen absichtlich vorzuenthalten. Ich kenne niemand der nicht will, dass Kinder die Vielfalt der Natur oder Musik kennenlernen. Wer will nicht, dass jedes Kind das Meer, Gebirge erlebt. Schöne Erlebnisse - die man Kindern aktiv bietet. Aber nichts kann für sie so schön und wichtig sein wie das Erleben von verschiedenen Beziehungen zu Menschen. Niemand erlebt die Vaterbeziehung gleich wie die Beziehung zur Mutter, Oma,Tante, zum Opa, Cousin usw. Alle gehören zum Vielfalt der Beziehungsformen die das Leben lebenswerter machen, Inhalt, Vielfalt, Freude geben. Ich kann nicht verstehen, wie man wollen kann, dass ein Kind auf einer der zwei innigsten, schönsten Beziehungsformen die es erleben kann gänzlich verzichten soll.
Für mich lässt sich eine solche Absicht mit moralischen und erzieherischen Grundsätzen nicht vereinbaren.

Lieber alles dafür tun, dass es künftig weniger vaterlose Kinder gibt - nicht mehr!

8 0

HH soll sich mitsamt ihren geliebten Homos über die Häuser hauen.

Die hat schon genug angerichtet.

10 0

Streitet ruhig weiter

wenn die bestehende menschenrechtswidrige und männerfeindliche Regelung per 1.2.2013 ausläuft gilt ohnehin automatisch die gemeinsame Obsorge mit der auch die Väter endlich ein Recht auf ihr Kind haben und nicht von Radikaldeministinnen wie Heinisch-Hosek laufend am Schmäh geführt und wie Verbrecher auf "Bewährung" behandelt werden.

Die Information des Artikels, dass die gemeinsame Obsorge dann auch "Rabeneltern" beträfe, ist außerdem falsch. Eltern denen die Obsorge wegen absoluter Untauglichkeit vom Gericht schon eindeutig entzogen wurde, sind von der Aufhebung nicht betroffen, sondern nur Väter die bisher ums Sorgerecht umgefallen sind, weil die bestehende menschenrechtswidrige Regelung den Müttern automatisch die alleinige Obsorge zuspricht.

Wenn sich also Karl und Heinisch-Hosek gegenseitig blockieren, kommt ohnehin die beste Lösung heraus. Wiewohl man diesen beiden Frauen generell nur die Untätigkeit nahelegen kann, denn alles was diese bisher umgesetzt haben war im besten Falle ein Murks, im schlimmsten Fall ein Desaster.

15 0

Inkonsequente Frauenministerin

So richtig kann ich die Frauenministerin nicht verstehen. Auf der einen Seite fordert sie, dass sich die biologischen Väter erst bewähren müssen (was ist übrigens in diesem Zusammenhang mit den Müttern? Ist die biologische Mutterschaft bereits Bewährung genug?) die Schwulen sollen auf der anderen Seite die Obsorge ohne Bewährung bekommen. Ich habe nichts gegen Homosexuelle Eltern, aber was gegen inkonsequente Ministerinnen.

13 2

hiensch hossek

wie kann man einen biologischen Elternteil mit einem nicht biologischen (Gleichgeschl Partnerschaft) gleichstellen ?

Re: hiensch hossek

Naja es gibt auch Paare, bei denen z.B der Mann unfruchtbar ist und man sich einen Samenspender nimmt. Dann wäre in dem Fall der Mann auch kein biologischer Elternteil. Dennoch kann der besagte Mann ein super Vater oder sogar besserer Elternteil (als die Mutter) werden.

Re: Re: hiensch hossek

Er wird dann wohl mit größeren Schwierigkeiten zu kämpfen haben, wenn er eine gemeinsame Obsorge möchte. Im Gegensatz zum biologischen Vater, der klarerweise den gleichen Anspruch auf die Obsorge haben muss wie die Mutter.

12 1

heinisch hossek

heinisch hossek soll sich erstmals bewähren

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