Die Gewerkschaft hat ein ernstes Problem

Die Legitimität wird von immer mehr Mitgliedern infrage gestellt.

Früher war die rote Gewerkschaft einer der mächtigsten Spieler im roten Wien. Diese Zeiten sind vorbei. Es spricht Bände, wenn sich gerade im Gesundheits- und Sozialbereich, die zu den körperlich anstrengendsten und sozial schwierigen Arbeitsbereichen gehören, Arbeitnehmer nicht mehr von ihrer Gewerkschaft vertreten fühlen. Und als Reaktion eigene Vertretungen gründen: Die Ärzte mit der neuen Ärztegewerkschaft Asklepios, die Pfleger planen eine eigene Gewerkschaft. Ärzte gehen auf die Straße, obwohl sich die Gewerkschaft dagegenstellt. Und dann übernimmt auch noch die Ärztekammer gewerkschaftliche Aufgaben.

Das alte System erodiert. Die Gewerkschaft braucht neue Antworten, wofür sie steht. Dass sie die Gründung neuer Gewerkschaften aktiv blockiert (wie damals im Fall von Asklepios) und 2000 streikbereite Ärzte nicht unterstützt, ist jedenfalls keine Antwort.

E-Mails: martin.stuhlpfarrer@diepresse.com

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.10.2016)

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