25.05.2012 23:36 | Meine Presse Merkliste 0

Die neuen Freunde von Michael Häupl

13.04.2010 | 19:02 |  MARTIN STUHLPFARRER (Die Presse)

Michael Häupl sammelt ungewöhnliche Freunde: zuerst vom LIF, dann vom BZÖ.

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Verwandte kann man sich nicht aussuchen, Freunde schon. Diese Lebensweisheit ist falsch – zumindest im Bereich von Parteien und Parteifreunden, was zu durchaus skurrilen Situationen führt.

Ein Beispiel gefällig? „Das BZÖ war ein Zufall, es war nie meine Welt. Ich will mit denen nichts zu tun haben – ich war sowieso nie wirklich dabei.“ Das sagt nicht irgendein ein Wiener, der sich auf dem Nachhauseweg vom Viktor-Adler-Markt in einem schwachen Moment eine BZÖ-Mitgliedschaft andrehen hat lassen, sondern der ehemalige Parteichef (!) des Wiener BZÖ, Dietmar Schwingenschrot. Heute ist Schwingenschrot nur mehr einfaches Parteimitglied – allerdings der SPÖ und Fan von Bürgermeister Michael Häupl; wie viele jener BZÖ-Funktionäre, die sich mit Schwingenschrot abgespalten haben: „Wir werden den Bürgermeister unterstützen. Wir werden für Häupl im Wahlkampf laufen. Wir unterstützen die SPÖ“, erklärt Schwingenschrot. Viele Ex-BZÖler sammeln sich übrigens in der „Initiative Wiener Bürger“, die sich als angeblich überparteiliche Initiative für Bürgeranliegen einsetzt. „Unsere Initiative hat 800 Unterstützer – das ist mehr als das offizielle BZÖ Unterstützer hat“, meint der Ex-BZÖ-Parteichef glücklich. Ob andere Teile der SPÖ über den neuen, ungewöhnlichen Anhang ebenso glücklich sind, bleibt offen.

Michael Häupl hat also neue Freunde gefunden – nicht zum ersten Mal. Nach der Auflösung des Liberalen Forums wechselten zahlreiche Wiener LIF-Vertreter ebenfalls zur SP – was weniger mit der Bewunderung Häupls, als mit Einfluss, Posten und Geld zu tun hatte, über die die mächtige Bürgermeisterpartei verfügt. Schwingenschrot beispielsweise wurde vor zwei Monaten in die Wirtschaftskammer gewählt – auf einem SPÖ-Ticket.

Das Wiener BZÖ dagegen bekommt direkte Konkurrenz – von einer weiteren BZÖ-Abspaltung, dem „echten“ BZÖ, wie es Helmut Stubner nennt. Die ehemals rechte Hand vom derzeit aktuellen Wiener Parteichef Michael Tscharnutter hat (wie „Die Presse“ bereits am 1.April berichtete) eine neue Partei gegründet – am Montag wurde der Namen bekannt gegeben: Nach FPÖ, BZÖ, FPK kommt jetzt FBZ – das Freie Bündnis Zukunft, das am 10.Oktober (auf der Bezirksebene) antreten will. Stubner wurde am 16.März von der Partei ausgeschlossen, nachdem er mit einer außerordentlich hohen Motivation am Sessel des Wiener BZÖ-Chefs Michael Tscharnutter gesägt hatte.

www.iwb-2010.at

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.04.2010)

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4 Kommentare
Gast: Baron Fipsi
25.07.2010 01:12
1 0

Ekelhaft

Die Rückgradlosikkeit ist scheinbar in diesem Land eine Hochburgeigenschaft.

Gast: liberaler
14.04.2010 19:50
0 1

LIF ist nicht aufgelöst

Liebe Presse-Redaktion,

ich muss Euch auf einen kleinen Fehler im Text hinweisen. Das Liberale Forum ist nicht aufgelöst worden, sondern besteht nach wie vor.

Auch wenn die Wiener Landesorganisation unter dem Namen "Liberale Wien" auftritt gehört diese nach wie vor zum LIF.

Für eine Auflösung des LIF wäre eine Bundes-PartnerInnenversammlung notwendig, also kann auch zwischenzeitlich keine stillschweigende Auflösung erfolgt sein.

Mit besten Grüssen
Otto Handle
ehemaliger stv. Bundessprecher d. liberale Forums

Antworten Gast: OrangerausWien
15.04.2010 02:17
1 0

Re: LIF ist nicht aufgelöst

Ja aber so gut wie aufgelöst.
Wieviele Mitglieder zählt ihr denn in Wien?
Hab gehört einige Überlegen ob das BZÖ ne Alternative ist.

Zumindest unsere Begrifflichkeiten sind sehr ähnlich.
Namen von Mitgliedern.
Bei uns, "Bündispartner"
bei euch " Bundes-PartnerInnen"

Im BZÖ können Sie ihre liberalen Positionen und Themen auch weiterhin einbringen, allerdings könnte es seine das sie bei der Umsetzung auf Granit stoßen ;). Solange es nix linkes ist, wird es aber fürs BZÖ gut genug sein.

Naja egal, wer überlaufen will zum BZÖ kann das jederzeit tun, würde aber warten bis fest steht ob wir wirklich zur Wien Wahl antretten, mit 700 Köpfen haben wir allerdings eine bessere Chance als je zuvor. Und wenn sich ein paar LIFler zu uns gesellen wer weiß, dann sind wir vl. bald 1200 da sind die Chancen die 5% Hürde zu schaffen intakt. Ein Sammelbecken für junge und wirtschatlich Liberale sowie Jungunternehmer sind wir alle mal.

Gast: clemens von der weide
13.04.2010 20:29
0 1

warum nicht

kann jedem gratulieren der sich vom BZÖ abwendet.-irgendetwas stimmt da nicht wenn funktionärs bzö,ler sich davon distanzieren.

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