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Erfolg in der Erziehung – durch Emil, den „Bösewicht“

01.05.2011 | 18:17 |  Von Andrea Vanek-Gullner (Die Presse)

Sollten schwer erziehbare Kinder von der Schule suspendiert werden, oder sollten sich Lehrer und Schüler der Herausforderung stellen?

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gastkommentar

Manche sind dafür, mehrere dagegen. Dass er da bleibt, der Emil. In unserer Klasse. Emil, der Bösewicht, die ewig „tickende Bombe“. Man hört, er hätte Stecknadeln auf Papierflieger gesteckt. Und damit geschossen. Und der Aldina angedroht, sie zu vergewaltigen. So geht es nicht.

Kinder klagen, Eltern stimmen emsig ab. Und die Kollegen? Kreiden an, dass man ihm überhaupt eine Chance schenken wollte. Das hat man nun davon. Es ist schwer, den Glauben an das Gute nicht mit Füßen zu treten, am Ball zu bleiben, in der Hoffnung, dass es schon noch werden kann und werden wird. Den kleinen Funken in uns – pädagogischer Optimismus genannt – zum Leuchten zu bringen. Die schnelle Lösung verführt. Es könnte so leicht sein. Suspendiert – neue Schule, nächste Station. Hauptsache er ist weg, der Emil.

Fragen und Ängste der anderen werden emsig unter den Teppich gekehrt. Das, was nicht sein darf, war nicht, ist nicht. Allein: Gelernt wurde nichts. Nur manche wissen um den Wert der Krise. Spüren, dass es etwas gibt, das gesehen werden will. Treten leise zurück, halten innen, kapseln sich ab von der Meinungsmache. Machen sich auf den Weg der Erziehung zur Mündigkeit.

Diese Lehrer wissen, dass Mut zur Meinung Übung braucht. Und Momente, die Fragezeichen setzen, Momente, in denen Kinder am ganzen Leibe spüren dürfen, dass sie etwas für nicht gut und richtig oder eben für gut und richtig befinden – dass sie eine Meinung haben.

Und diese Lehrer wissen: Einer dieser Momente ist genau JETZT. Jetzt, da Dinge geschehen, die uns ängstigen, jetzt, da Gewalt großgeschrieben wird. Und diese Lehrer sind dankbar, dankbar für die Lehren des Lebens, die Kindern den Weg weisen – auch zum aufrichtigen Gespräch.

Dann, wenn Manuel andere mit dem Messer bedroht, wenn Sandra ihre Mitschüler bestiehlt, wenn einer mitten im Unterricht auf andere losgeht – wird Sehnsucht nach dem Sprechen spürbar.

Und dann reden wir, genau jetzt, in diesem Moment. In dieser Krise, in der und aus der Wert des Dialogs lebendig gemacht werden kann. Wer mündige, dialogfähige Menschen als Ziel seiner Erziehung anerkennt, muss Ja sagen – zu Krisen in seiner Klasse. Und zu Emil, dem Bösewicht.

 

E-Mails an: lehrer@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.05.2011)

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1 Kommentare
Gast: gastein
05.05.2011 20:08
1 0

Ich habe selten ein derart sinnloses Gestammel gelesen

Frau Vanek-Gullner kann sicherlich nur als Lehrerin überleben - pragmatisiert und weitgehend nicht haftbar für das, was sie anstellt. Als Freiberuflerin wäre sie bereits hoffungslos gescheitert.

Vielleicht hilft es ihr aber, wenn sie sich nur ganz kurz vorzustellen versucht, was sie empfände, wenn IHRE Tochter nach der Schule vergewaltigt würde oder IHR Sohn auf dem Nachhauseweg abgestochen würde. Und nachher käme jemand, der mit ihr darüber diskutieren möchte, ob jetzt wohl "in dieser Krise, in der und aus der Wert des Dialogs lebendig gemacht werden kann" (Vanek-Gullner im O-Ton) - was immer das auch heissen mag.

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