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Benzinpreis-Rechner stürzt ab: Die Roboter sind schuld!

16.08.2011 | 18:23 |  STEFAN RIECHER (Die Presse)

Die lange erwartete „Spritpreis-Datenbank“ hätte am Dienstag online gehen sollen. Doch die Homepage kollabierte. Mit so einem Ansturm konnte ja wirklich niemand rechnen.

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Wie haben wir uns darauf gefreut: Monatelang wurde sie groß angekündigt, die „Spritpreis-Datenbank“. Die Intransparenz der Tankstellenbetreiber war dem Wirtschaftsministerium nämlich ein Dorn im Auge. Also zwang es die Benzinverkäufer, ihre stets aktuellen Preise an die E-Control zu übermitteln. Diese bastelte eine Homepage daraus – spritpreisrechner.at –, die dem wissbegierigen Autofahrer die günstigsten Tankstellen anzeigt.

Oder besser: Hätte anzeigen sollen. So richtig hingehaut hat das ambitionierte Projekt nämlich nicht. Gleich am ersten Tag stürzte die Internetseite ab. „Wegen Wartungsarbeiten ist die Preistransparenz-Datenbank zurzeit leider nicht verfügbar“, wurden Interessierte Dienstagvormittag informiert.

Keine Frage, ohne regelmäßige Wartung läuft so ein Ding eben nicht. Aber gleich am ersten Tag? Projektleiter Johannes Mayer klärt auf: Der Ansturm sei größer als erwartet gewesen. Deshalb müsse man die Homepage nun erst wieder in Gang bringen. „Angenehm ist das natürlich nicht“, sagt Mayer zur „Presse“.

Da hat er durchaus recht. Angenehm ist die Sache auch für die Steuerzahler nicht, die die im Eigentum des Wirtschaftsministeriums stehende E-Control finanzieren. Also fragen wir nach, wie das passieren konnte. „150.000 Zugriffe hatten wir Dienstagvormittag zu verzeichnen“, erklärt Mayer. Das führte zur Überlastung des Servers, weshalb es zum Absturz kam. Zum Vergleich: diepresse.com bringt es an einem durchschnittlichen Werktag ebenfalls auf 150.000 Zugriffe, stürzt aber gottlob äußerst selten ab.

Die Vorbereitung, so versichert der Projektmanager, sei jedenfalls sehr gewissenhaft gewesen. Die Programmierung der Seite habe man ausgelagert und dafür 60.000 Euro in die Hand genommen. Und bei der E-Control beschäftigen sich seit Ende Juni fünf bis sechs Leute mit dem Projekt. Auch die 2600 Tankstellen in ganz Österreich haben ordnungsgemäß ihre Benzinpreise übermittelt. Nur sehen kann sie halt derzeit niemand. Aber das wird schon werden: „Wir arbeiten an der Lösung des Problems.“ Wie lange noch, konnte die Behörde am Dienstagnachmittag nicht sagen.

Wer nun ernsthaft daran denkt, der E-Control den Schwarzen Peter für den Absturz zuzuspielen, für den hat Projektleiter Mayer eine Antwort parat: „Ich glaube, dass da auch eine unkontrollierte Roboter-Technik mit im Spiel ist.“ Soll heißen: Automatisierte Computerprogramme würden wiederholt auf die Homepage klicken und so für die Überlastung sorgen.

Sie sehen also: Dass schlicht und einfach 150.000 Österreicher daran interessiert sind, wo sie günstig tanken können, damit konnte im Vorfeld wirklich niemand rechnen.

 

E-Mails an: stefan.riecher@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.08.2011)

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10 Kommentare
Gast: smilefile
18.08.2011 10:38
0 0

...Hm...



...es mußte noch ein paar Implementierungen der Ölmultis abgewartet werden,..;O)))9

Gast: tg
17.08.2011 21:58
0 0

Der Medienhype war wohl das Problem...

Der schlimmste Fehler bei der Sache bestand darin, dass ein Websystem mit offensichtlich schwer abschätzbaren Zugriffszahlen mit maximalem Medienhype zu einem Stichtag gestartet wurde.

Das KANN beim besten Willen nicht gut gehen.

Wie man soetwas richtig macht haben Facebook (zuerst nur für Studenten einzelner Unis zugänglich) und Google+ (anfangs nur mit limitierten Einladungen zugänglich) vorgezeigt.

Warum nicht eine beta Test phase für vorangemeldete User, die man nach und nach ins System lässt? Dann hätte man die Zugriffe langsam steigern, und nebenbei die Software optimieren können.

Vielleicht wäre man auch draufgekommen dass man die Software neu entwickeln muss, weil der gut bezahlte Programmierer nicht an Caching gedacht hat, und bei 10 gleichzeitigen Usern leider Schluss ist...

Gast: Bananenrepublikkritisierer
17.08.2011 09:57
0 0

Bananenrepublik

"Heute" war heute sogar so "mutig" und hat der peinlichen Misere des Wirtschaftsministers die Schlagzeile gewidmet. Auf der Homepage von Heute sucht man danach vergeblich. Ein Anruf von Lukaschenko-Mitterlehner genügt, und unliebsame Artikel verschwinden, von orf.at genauso wie von heute.at, schön, dass es die Presse gibt.

Gast: MiroL
17.08.2011 09:41
0 0

Ein gutes Beispiel

über das Unvermögen unserer Regierung und regierungsnaher Institutionen. "e-Controll" ein Unternehmen öffentlichen Rechts ist nicht in der Lage eine Webseite erstellen zu lassen. Wahrscheinlich wurde wieder igendein Webdesigner ohne ausreichender Erfahrung beauftragt; zufällig ein Freund von ..... (es gilt die Unschuldsvermutung). In der Privatwirtschaft würde so ein Fiasko dazu führen, den ganzen Vorstand abzuberufen. Aber bei uns in Bananien dürfen ja solche "Herren" machen was sie wollen. Siehe auch Flughafendesaster, AKH Vergaben, ÖBB-Cargo, Telekomaktien, usw. DAbei spielt aber die Parteifarbe keine Rolle. Wann es um eigene Interessen geht, dann sind sich SPÖVPGRÜNE ja einig.

q.e.d.
17.08.2011 09:22
2 0

warum schreibts net glei dialekt?

Diese -->bastelte<-- eine Homepage daraus ...
So richtig -->hingehaut<-- hat das [...] Projekt nämlich nicht ...
läuft -->so ein Ding<-- eben nicht ...
Nur sehen kann sie -->halt<-- derzeit niemand...

i glaub deitsch muast heit bei da presse a nimma kina. I fang a durt o.

Gast: Wissender WebGott
17.08.2011 08:26
2 1

Überlastung?

Eine Überlastung bei kolportierten 9,3 Millionen Zugriffen im Monat? Was ist das bitte für ein Server? Um eine solche Zugriffsgröße abzufangen kann man locker mit einem einzigen Server arbeiten (wenn man was von Programmierung versteht). Sind das die totalen Luschen?

Mir dünkt, da gibt's einen Skandal...

keyplayer
17.08.2011 00:38
1 1

wieso spiegeln sie nicht die Daten auf die Server vom ÖAMTC und vom ARBÖ

dann gäbe es 3 Standorte von denen 2 großen Andrang gewohnt sind und außerdem schon Apps für die gängigsten Handys anbieten...

0 1

Zu dumm um einen server ordnungsgemäs zu betreiben,

Dieser herr Mayer soll sich beim AMS melden im Winter Schneeschaufeln,,,

Gast: Benzinbruder
16.08.2011 20:04
0 0

Ja zu A

Ein Intelligenter wird sich schon finden, der die Datenbank spiegelt und eine Umfrage mit 50km Radius per iPhone ermöglicht.
Derzeit ist es mit dem geringen Radius sowieso sinnlos.
Punktgenau am Bedarf vorbeientwickelt!
Da kann man nur schmunzeln über die zusätzliche Überlastung.

Gast: Adam Riese
16.08.2011 19:01
1 0

Rechnen können

Wenn 150000 an einem Vormittag zugreifen und ein Vormittag 6 Stunden zu je 3600 Sekunden hat, dann sind das in etwa 7 Zugriffe pro Sekunde. Auf der krone.at behauptet Johannes Mayer, dass die Seite für 1000 Zugriffe pro Sekunde ausgelegt ist, da sind die hier gebotenen 150000 Zugriffe am Vormittag keine auch nur annähernd akzeptable Erklärung.

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