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„You've made my day“: Obamas Jubel über Eastwood

07.02.2012 | 18:12 |  THOMAS VIEREGGE (Die Presse)

Ein Werbespot der Hollywood-Legende zum Superbowl, in der er das Comeback der Autoindustrie ausruft, sorgt für eine Kontroverse.

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"You've made my day.“ Im Weißen Haus mag Barack Obama an den berühmten One-Liner aus Clint Eastwoods „Dirty-Harry“-Serie gedacht haben, als er in der Halbzeitpause des Superbowl am Sonntagabend den Werbespot des 81-jährigen Hollywood-Titanen sah. Für den US-Präsidenten war der Abend gerettet – ganz gleich, wie das Football-Finale zwischen Patriots und Giants ausging.

Prompt schäumten die Republikaner, allen voran Karl Rove, das Mastermind George W. Bushs. Der Eastwood-Fan zeigte sich zutiefst enttäuscht über den vermeintlichen Parteigänger. Im konservativen Haussender Fox News spannen Moderatoren Verschwörungstheorien, wonach die Regierung den Spot selbst in Auftrag gegeben habe. Chrysler-Chef Sergio Marchionne stellt dies allerdings entschieden in Abrede. Um der Pleite zu entrinnen, erhielt Chrysler von Washington eine Nothilfe von zwölf Milliarden Dollar, hat inzwischen aber jeden Cent zurückgezahlt.

Die Kontroverse entbrannte nicht ohne Grund, könnte der zweiminütige TV-Spot dem Präsidenten im Herbst doch zur Wiederwahl verhelfen. Wie Walt Kowalski, seine Hauptfigur aus „Gran Torino“ – dem Abgesang auf die Ära der „Muscle Cars“, der Sportwagen – tauchte ein grimmiger Eastwood aus dem Dunkel auf, um mit knarziger Stimme das Comeback von Detroit, der von der Krise ramponierten „Motown“, und seiner Autoindustrie zu proklamieren. „Es ist Halbzeit in Amerika, und wir machen uns jetzt bereit für die zweite Hälfte“, sagte Eastwood in Anspielung auf den Superbowl.

Der Spot weckte Assoziationen zum Optimismus Ronald Reagans: „It's a New Morning in America.“ Als Subtext schwang die Botschaft mit: Es geht wieder aufwärts mit dem Land. Wir haben einen Schlag bekommen, aber wir rappeln uns wieder auf. Nichts anderes trommelt Obama, nur kaufen es ihm die Amerikaner nicht so recht ab. Vor einem Jahr hat Detroit einen berühmten Sohn der Stadt, den Rapper Eminem, mit einer ähnlichen TV-Botschaft zum Superbowl geschickt – dem Festival der Werbeindustrie, bei dem ein 30-Sekunden-Spot dreieinhalb Millionen Dollar kostet.

Der eingefleischte Republikaner Eastwood, ein libertärer Verfechter der Grundrechte – inklusive des Waffenrechts – und ehedem Bürgermeister der kalifornischen Nobelenklave Carmel südlich von San Francisco, genießt indes eine hohe Glaubwürdigkeit. Für die Republikaner ist das alles eine ziemlich peinliche Angelegenheit: In einem Gastkommentar für die „New York Times“ hatte Mitt Romney, der Sohn eines Autobosses und Gouverneurs von Michigan – dem Herz der US-Autoindustrie –, einst für den Bankrott der Branche plädiert.

 

E-Mails an: thomas.vieregge@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.02.2012)

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